Karin Ann -babyboy

Mit Trap für gender equality

Als Generation Z werden die von 1997 bis 2012 geboren bezeichnet.  GenZ charakterisiert sich (angeblich) durch intuitiven Umgang mit digitalen Medien, weniger Mut und Anspruch im Berufsleben als GenY und starke Politisierung mit ebenso starker Polarisierung zwischen Kosmopoliten und Anhängern von Nationalpopulisten.

Die aufstrebende slowakische Sängerin und bildende Künstlerin Karin Ann wurde von der  Online-Ausgabe der angesehenen New York Times in einem kürzlich erschienenen Bericht über Gen Z erwähnt. In dem Artikel geht allerdings darum darum, wie Billie Eilish Gedanken die Vorstellungen von Sexappeal und Modestil der GenZ prägt. Karin Ann wurde als Eijish-Fan angeführt, die mit dem Star emotional und ästhetisch solidarisch gehlt. Wie Billie Eilish habe sie lange Zeit Zuflucht in weiten Hemden und Kapuzenpullis gesucht, noch  bis vor kurzem tendierte sie zu dunkelnt oder unscheinbaren Klmotten.“Ich wurde gemobbt“, erzählte Karin Ann dem New Yorker. „Die Leute haben versucht, mich dafür zu diskreditieren, dass ich jung bin oder manchmal nur ein Mädchen.“ In den letzten Monaten habe sie, so wird im Artikel berichtet, ihre düstere Tarnung zugunsten von bunten Trainingsanzügen und passenden Schuhen aufgegeben.

Zwar dient Kleidung seit jeher mit der auch dazu, gesellschaftliche Zugehörigkeit und  Einstellungen zum Ausdruck zu bringen. Billi Eilish und Karin Ann haben zurecht  damit gebrochen, dass Frauen Sexappeal in den Vordergrund stellen müssen, um anerkannt zuwerden. Karen Ann ist aber, insbesondere als Künstlerin, keine Kopie von Billie Eilish, auch wenn sie vielleicht  ihre Haarfarben in gleichem Maße wechselt. 

„Ich möchte als mehr als nur ein Sänger angesehen werden, weil es so viele Themen gibt, über die gesprochen werden muss.“

Karin Ann

Man wird ihr mit diesen Vergleichen nicht gerecht. Sie hat ihre eigenen Vorstellung, wie die Welt gestaltet sein soll, und setzt sich mit ihrer Musik dafür ein . So sind ihre Ziele u.a. gender equality und die Gleichstellung von LGBTQ. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dies in ihren Heimatland schwerer ist, als anderswo. Die  Slowakei ist ein Land , in dem die katholische Kirche noch einen starken Einfluss hat und mit ihren Vorstellungen von der Rolle der Geschlechter und der Ablehnung von allem, was nicht unter binäre Sexualität fällt, die Gesellschaft prägt. In ihrem  Video “Babyboy” kehrt Karin das typische Diskriminierungsmuster um. Ein weißer Mann wird das Opfer von Sexismus und Rassismus.

“So sehr die Leute gerne sagen, dass sich die Welt im letzten Jahrhundert drastisch verändert hat und dass wir in einer Welt voller Chancengleichheit für alle leben, denke ich, dass 2020 uns wirklich gezeigt hat, wie viel Lüge das ist. Viel Gleichheit in dieser Welt ist nur zur Veranschaulichung, aber wenn es darauf ankommt, müssen wir uns immer noch mit der gleichen Diskriminierung auseinandersetzen, mit der wir uns schon immer befasst haben. Menschen werden immer noch aufgrund ihrer Rasse, sexuellen Orientierung, Religion oder ihres Geschlechts diskriminiert, und wir müssen dem ein Ende setzen. Ich glaube an eine Welt voller Liebe und Gleichheit und wir sind die einzigen, die eine solche Welt schaffen können.”

Karin Ann

Freund Kern – Ventÿl

Spotify verändert unsere Hörgewohnheiten. Spotify zahlt zwar, ebenso wie Apple Music, Deezer und wie sie alle heißen,  bei jedem Klick seinen (viel zu geringen) Obulus an den Rechteinhaber, aber erst wenn der Track länger als 30 Sekunden abgespielt wird. Das bedeutet , dass der Künstler versuchen wird, in diese 30 Sekunden alles hineinzupacken, damit der Hörer dran bleibt. Es wird sich keine Zeit mehr genommen, ein Musiktstück langsam aufzubauen. Eine anderen Weg geht Freund Kern. Er hat sein Werk Ventÿl auf von tomatenplatten , dem Label von Thomas Götz, auf eine „7 inch“ pressen lassen. UnserGastautor hat das gute Stück Vinyl auf seinen Plattenteller gelegt und abgehört.

Ein Gastbeitrag von Tilmann Hesselkamp

Alleskönner, Musikinstrumentalist und Tontechniker Dennis Kern (unter anderem bekannt als Gastmusiker der Beatsteaks) bringt unter dem Namen Freund Kern einen neuen Song heraus: 

Ventÿl heißt das neue Stück und erscheint auf 7 inch Vinyl – verteilt auf beide Seiten. Ein Song, aufgeteilt auf zwei Plattenseiten – das mag auf den ein oder anderen zunächst merkwürdig wirken, spiegelt aber den Charakter des Songs hervorragend wider und steht dem Hörerlebnis nicht im Wege. Kern spielt nahezu alle Instrumente selbst ein, unterstützt wird er dabei am Schlagzeug von Thomas Götz, dem Drummer der Beatsteaks.

Seite A beginnt leise, mit sphärischen E-Gitarren-Klängen. Mit einsetzenden Drums steigert sich der Song und erinnert an Pink Floyd. Trotz langsamer Steigerung bewegt sich die A Seite weiter auf sphärischen – fast psychedelischen Pfaden. 

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf die Coverart von Tobias Werner: Ein düsterer, stark überzeichneter Waldweg in schwarz-weiß. Bei genauem Hinsehen erkennt man: Das Bild besteht eigentlich aus vielen kleinen Lichtpunkten, die im Zentrum ein helles Licht am Ende des Weges bilden.  Fast überraschend, mit einem nur kurz aber laut angespielten Schlagzeug endet die A Seite. 

Seite B hat einen ganz anderen Charakter: Die physische Aufteilung auf die zwei Plattenseiten, zeigt sich auch im Song. Plötzlich einsetzender, harter Garage-Rock powert sich zu Beginn von Seite B einmal so richtig aus, bevor die Klänge wieder in die in die altbekannte, ruhigere Spur zurückfinden und schließlich langsam outfaden. Auch wenn einige Takte schwer und lang erscheinen ist der Sound stets erhaben und tragend. Zusammen erzählen beide Seiten eine Geschichte, mit einem gekonnt installierten Spannungsbogen, der seine Wirkung nicht verfehlt und einen runden und abgeschlossenen Gesamteindruck sichert.

Für alle Streaming-Freunde ist Ventÿl natürlich auch online (als Stream und Download) auf tomatenplatten.com zu finden. 

Wolf Alice -The Last Man On Earth

Ellie Rowsell (Gesang, Gitarre) und ihre Band Joff Oddie (Gitarre, Gesang), Theo Ellis (Bass) und Joel Amey (Schlagzeug, Gesang) zählen als Wolf Alice seit ihrem  Debütalbum “My Love Is Cool” aus dem Jahr 2015 zu den hörenswertesten  Rock-Formationen Großbritanniens (Foto: Jordan Hemmingway). Ihr zweites Album “Visions Of A Life” wurde  2018 mit dem  Mercury Award dekoriert. Weltweit spielte die Band mit Visions Of A Life 187 Shows und erhielt  eine GRAMMY-Nominierung für die beste Rock-Performance.  Da ist es eine Herausforderung, mit dem 3. Album an diese Erfolge anzuknüpfen und die hohen Erwartungen zu erfüllen. Wolf Alice zogen sich ins ruhige  Somerset zurück, Ellie Rowsell schrieb Songs und es wurde Markus Dravs (Arcade Fire, Björk, Brian Eno, Florence + The Machine) als Produzent für die Aufnahmen in einer umgebauten Kirche engagiert.

Heute Abend kündigten Wolf Alice ihr neues Album “Blue Weekend” für den 11. Juni 2021 an und teilten daraus die erste Single “The Last Man On Earth”. Es ist ein klasse Song , der schön sphärisch beginnt und zum Ende volle Wucht entwickelt. Wen die anderen Songs auf Blue Weekend ähnliche Qualität haben, dann sieht es gut aus, dass die Erwartugen erfüllt werden.

Ellie Rowsell erklärt, wer der titelgebende The Last Man on Earth ist: „Es geht um die Arroganz der Menschen. Ich hatte gerade Kurt Vonneguts Cat’s Cradle gelesen und die Zeile ‚Peculiar travel suggestions are dancing lessons from god‘ in meine Notizen geschrieben. Aber dann dachte ich: ‚Äh, dein merkwürdiger Reisevorschlag ist keine Tanzstunde von Gott, es ist nur ein Reisevorschlag! Warum muss alles immer etwas mehr bedeuten als es ist?'“

Sydney Sprague macht Musik für das Ende der Welt

Sydney Sprague macht Musik für das Ende der Welt.

Sydney Sprague gehört zu den jungen amerikanischen Singer / Songwriterinnen, die wie Phoebe Bridgers, Mitski, Eva Hendricks oder Soccer Mommy dem gitarren-verliebten Indie-Rock/ Indie-Folk eine weibliche Prägung geben. Die 28-jährige aus Phoenix, Arizona, wurde von ihren Eltern ermutigt, sich frühzeitig dem Songwriting zu widmen. Ihre  Jugendzeit verbrachte sie  damit, allein in ihrem Zimmer zu träumen (liebevoll dekoriert mit Britney Spears und * NSYNC-Postern) und unwissentlich ein Talent zu entwickeln, das letztendlich zu ihrer zukünftigen Musikkarriere führen würde. Mit ihren kraftvollen Debütalbum „maybe i will see you at the end of the world“ setzt sie jetzt eine Marke.

Auf der Basis von vertrauten, dennoch überraschenden Hooks und knallharten, aktuellen Texten entwickelt sich Spragues Songwriting. Große E-Gitarren und eine noch größere Stimme verleihen Sprague eine unverkennbare Ausstrahlung, mit der sie an weibliche Rock-  und  Popgrößen – von Hayley Williams bis Avril Lavigne – anknüpfen kann.

Für die  Produktion von „maybe i will see you at the end of the world“ gelang es ihr  Sam Rosson zu gewinnen, der auch schon Death Cab for Cutie produziert hat. Die Aufnahmen dann tatsächlich in der Hall of Justice (Seattle, WA), Chris Wallers Studio, statt. Das Album  hat zwar einen  apokalyptischen Titel. es ist aber  nicht in der Quarantäne von 2020 entstanden. Vielleicht hilft es aber, mit unserer neuen Realität umgehen können.

Ihre Debüt-LP, „maybe i will see you at the end of the world“  – mit den Singles „Steve“, „Quitter“ und „Object Permanence“ – wird am 26. Februar 2021 über Rude Records veröffentlicht. Mein Anspieltipp: „irefuse to die“

object permnence
steve
quitter
i refuse to di
staircase failure

Alben der Woche (Teil 2)

Masha Qrella – Woanders

Als Mariana Kurella im Jahr 1975 in Ost-Berlin geboren wird, ist der Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch bereits 30 Jahre alt und steht kurz davor, per Ausreiseantrag in Folge einer Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann die DDR zu verlassen. Im Jahr darauf kehren er, seine damalige Freundin Katharina Thalbach und ihre Tochter der DDR den Rücken. In der alten BRD wurde Brasch für seine Filme (Der Passagier mit Tony Curtis)  und Theaterarbeiten gefeiert. Thomas Brasch starb 2001 an Herzversagen.

2001 spielte Masha Qrella, wie sich Marina als Künstlerin nennt, in verschiedenen Post-Punk-Bands und galt als Hoffnung der neuen Berliner Musikszene. Sie veröffentlichte ab 2002  mit ihrem unverkennbaren zauberhaften Gesang fünf Soloalben in englischer Sprache. 

„Wie soll ich Dir das beschreiben? Ich kann nicht tanzen. 
Ich warte nur. In einem Saal aus Stille. 
Hier treiben Geister ihren Tanz gegen die Uhr!“
aus "Geister"

„Woanders“ heißt nun das erste deutschsprachige Album von Masha Qrella, das am 19.02.2021 erschien. Der Tag der Veröffentlichung ist nicht zufällig gewählt, es wäre der 76. Geburtstag von Thomas Brasch gewesen, von dem alle Texte auf diesem Album stammen. Entdeckt hatte Masha ihn durch den Roman „Ab jetzt ist Ruhe“, den Thomas‘ Schwester Marion Brasch 2012 posthum veröffentlicht hatte. Masha Qrella beschloss aus diesen Gedichten Popsongs zu machen.Thomas Brasch hatte sich Zeit seines Lebens immer gewünscht, dass seine Lyrik vertont wird. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut sich seine Texte als Pop-Lyrics eignen. Aufgenommen wurde das Album gemeinsam mit der Berliner Schlagzeug-Legende Chris Imler und dem Multi-Instrumentalisten Andreas Bonkowski, die mit Masha gemeinsam den für sie so typischen Indie-Pop-Sound zwischen New Wave, Electronic und Postrock entworfen haben. Auf dem Album sind mit von der Partie: Dirk Von Lowtzow singt im Duett mit Masha „Meer“, mit Andreas Spechtl besingt sie die „Maschinen“, Tarwater performen in „Haut“ und den Song „Märchen“, bei dem sogar Marion Brasch einen Spoken-Word-Auftritt hat.

Alben der Woche (Teil 1)

Tash Sultana – Terra Firma

Als  Mensch will sich Tash Sultana (Bild: Giulia McGauran & Pat Fox) keiner Einordnung unterwerfen. Im englischen Pressetext anlässlich der Albumveröffentlichung heißt es, “Tash Sultana identifies as non-binary and prefers they/them pronouns”.  Nun gibt es in unserer Sprache solche eleganten Lösungen nicht, um die geschlechtsgebundenen Personalpronomen er/sie zu ersetzen. Um Tashs Wunsch zu respektieren, werde ich im folgenden Text immer nur den Vornamen verwenden.

Diversität spiegelt sich auch in der Musik von Tash Sultana. Neben der Gitarre, dem Hauptinstrument ihrer Kompositionen, beherrscht Tash noch unglaubliche zehn weitere Instrumente, alle selbst beigebracht, darunter Bass, verschiedene Flöten, Klavier, Mandoline, Mundharmonika, Saxophon, Trompete sowie noch einige Perkussionsinstrumente. Die mitreißenden Live-Auftritte als als „One Person Band“ haben  Tash über die Heimat Australien hinaus weltweit berühmt gemacht, schon bevor das Debütalbum “Flow State” herauskam. (Einen Eindruck von der gekonnten Loop-Technik verschafft Tashs Tiny Desk Concert bei NPR. ) Nach weltweiten Touren war es dann von Oktober 2019 bis Oktober 2020 Zeit für Selbstreflektion und kreativen Rückzug. In dieser Zeit entstand in nahezu 200 Tagen Produktionszeit das neue Album.“Terra Firma“ ist überwältigendes Patchwork aus Soul, Funk, R&B, Folk, Rock, Hiphop und allem, was man sich nur denken kann. Tash hat alles selbst aufgenommen, engineert, performt, arrangiert und produziert.

Das langersehnte Album „Terra Firma“ des australischen Gitarrenwunders ist jetzt da

Kostproben daraus, „Greed“ und „Pretty Lady“, wurden hier schon vorgestellt.Terra Firma ist aber auch eine Weiterentwicklung, die vom  Ein-Personen-Projekt zum Zusammenspiel mit anderen Musikern geht und so künftig auf der Bühne  neue Möglichkeiten eröffnet. Bei den Tracks  „Pretty Lady“, „Crop Circles“, „Beyond the Pine“ und „Greed“ hat Tash mit dem australischen Kollegen Matt Corby und dem neuseeländischen Produzenten Dann Hume (Courtney Barnett, Amy Shark) kollaboriert. „Willow Tree“ ist eine Zusammenarbeit mit Tashs High School-Freund Jerome Farah. Und an dem ätherischen, Gitarren-getriebenen Duett „Dream My Life Away“ hat schließlich Tashs enger Freund Josh Cashman mitgeschrieben.

Dies trägt Früchte für künftige Konzerte, denn Tash hat eine Live-Band zusammengestellt, um „Terra Firma“ auf der Bühne live darzubieten (wann immer das sicher möglich ist). „Die neue Live-Show ist alles, was sie bisher war, plus drei weitere Personen auf der Bühne für einen kleinen Teil der Show,“ verrät Tash. Im Herbst will Tash SultanaTerra Firma“ live im deutschsprachigen Raum auf die Bühnen bringen, falls die Corona-Pandemie es nicht verhindert.

Tash Sultana Live 2021:

28.08.21 Wiesbaden – Open Air im Kulturpark Schlachthof

01.09.21 AT-Wien – Arena Open Air

16.09.21 Dresden – Junge Garde

17.09.21 Berlin – Zitadelle

22.09.21 Hamburg – Reeperbahn Festival

24.09.21 Köln – Tanzbrunnen

26.09.21 München – Olympiahalle

Anspieltipp: „Let The Light In“  , das der Verlobten gewidmete friedvolle Liebeslied .

Castillo – Lady Gasoline

Mit „Lady Gasoline“ zeigen sich die Hamburger Newcomer Castillo (Foto: chap@chap.caplin) als smarte und gewiefte Songwriter, die sich nicht vor dem ganz großen Refrain fürchten. Mit einer mächtigen Portion Soul Ist „Lady Gasoline“ ein vielversprechender Track des Duos.

Dazu haben Castillo auch noch eine wichtige Message. Hier in den Worten der Band:

„Wer heute noch „Pussy“ als Schimpfwort benutzt, hat ein Problem – und ist leider doch in guter Gesellschaft. Weil es hier nur zwei Bilder gibt und alle, die da nicht hineinpassen, zu Märtyrer*innen werden müssen, um sie selbst zu sein. Wir haben das so satt. Wir wollen neue Bilder. Bilder, die nicht konstruieren, sondern inspirieren. Bilder, die Raum geben. Bilder, die frei machen und zeigen, dass Ich-Sein nicht die Bürde eines/einer Einzelnen, sondern das Privileg unserer Gesellschaft ist.

Der Aphorismus, der Max Leßmann, Autor, Podcaster und guter Freund der Band dazu einfiel, ist auch nicht schlecht: „Zu leben, als gebe es nur eine Art zu lieben, ist zu leben, als gäbe es nur eine Art von Blumen und ich habe rote Rosen nie gemocht.“ 

Alice Phoebe Lou – Dirty Mouth

Alice Phoebe Lou mit zweitem Song aus dem neuen Album „Glow“ (VÖ: 19.03.21)

Ich freue mich wahnsinnig auf das neue Album von Alice Phoebe Lou, mit dem die ehemalige Straßensängerin nach „ORBIT“ und Paper Castles ihre Erfogsgeschichte fortsetzt. Seit ich sie live auf der Bühne erlebt habe, bin ich Fan.Am Freitag präsentierte Alice Phoebe Lou ihre wundervolle neue Single „Dirty Mouth“.

Den Track beschreibt Alice am besten mit eigenen Worten :„‘Dirty Mouth‘ ist ein Upbeat-Punk-Banger mit einer Badass-Attitüde, der dich anfleht, nackt in deinem Zimmer zu tanzen und herauszuschreien, was du wirklich fühlst. Die Worte stammen aus einem ungehemmten Teil von mir, den ich oft durch Manieren, Freundlichkeiten und Höflichkeit verstecke. Es ist ein großer, lächelnder Mittelfinger an die Männer, die mich runtergezogen, benutzt und auf eine Weise verletzt haben, die mich Jahre gekostet hat, zu heilen. Ich frage nach dem, was ich will. Sage, wie ich mich fühle. Halte mich nicht zurück. „

Das schöne, selbstgemachte Video hat Alice in ihrer Heimatstadt Kommetjie, Südafrika gedreht.

AEIOU – Trigger

Unter einem Trigger versteht man in der Psychologie einen Auslöser, der eine Empfindung oder einen Affekt auslösen kann. Jeder weiß, wie es sich anfühlt, von einem Ereignis oder von einer Person getriggert zu werden. Das Herz setzt einen Moment aus, die Kontrolle geht verloren.

AEIOU, die Synthie Pop Band aus der Schweiz, bestehend aus  Keyboarder Oli Kuster, Sängerin Karin Ospelt und Drummer Kevin Chesham, verbringen den Lockdown im Studio. Was dabei entstanden ist, hört man in der neuen Single „Trigger“: 

„And now it’s already dark.“

Trigger beginnt in der Atmosphäre warmer, harmonischer Synthesizer, bevor die erste  Gesangslinie mit unendlichen Reverbs in depressive Gedanken eintaucht. Ein dumpfen Beat folgt diskret und bringt den Song in eine dunkle Stimmung. 

Aloa Input – Make It Rain

Heute kam mit “Make it Rain” die zweite Single nach „Desert Something“ aus dem kommenden Album von Aloa Input heraus. Aloa Input ist sowas, wie die Münchener Supergroup des Krautpops. Ihre Mitglieder kommen aus den bekannten und wegweisenden Bands bajuwarischen Bands  “The Notwist” (Cico Beck), “Angela Aux” (Florian Kreier) und “Missent To Denmark” (Markus Grassl).

In “Make It Rain” erzählt eine anonyme Protagonistin von ihrer Umwandlung zu einem Fisch. Der Song nimmt gleichermaßen Bezug auf Kafkas „Die Verwandlung“ und Donna Haraways Konzept “des sich-verwandt-machens”. Eine sanfte Mischung aus Grunge und Folk, mit wunderschönen Mellotron-Streichern und einer comic-artigen Hangover-Stimmung am Ende. Den harmonischen Gesang kriegt Damon Albarn nicht besser hin.

Das Album wird „Devil ́s Diamond Memory Collection“ heißen.