ALICE PHOEBE LOU am 12.04. 2019 beim POPSALON9 in Osnabrück

Bild .Thomas Wolff

Der Popsalon, der in diese Jahr bereits zum 9. Mal stattfand, ist ein Clubfestival in Osnabrück. Von Donnerstag bis Samstag in diversen Locations werdenin der Innenstadt Konzerte aus dem Bereich Alternative und Indie geboten. Der intressierte Musikfreund hat die Möglichkeit, ohne weiteres drei Acts an einem Tag zu besuchen. Am Freitag den 12.04.2019 stand Alice Phoebe Lou mit Ihrer Band auf der Bühne. Die gebürtige Südafrikanerin und Wahlberlinerin hatte gerade ihre Tour in in Kanada und den USA beendet. Ihre Deutsclandtour, mit der sie ihr neues Album Paper Castels promotet, läuft jetzt.

Alice Phoebe Lou ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Der Song „She“ aus ihrem Debüt ist der Soundtrack zum Dokumentarfilm „Geniale Göttin: Die Geschichte von Hedy Lamarr“. Dafür war „She“ shortlisted für den ACADEMY AWARD (Oscar) in der Kategorie “Best Original Song”. Mit etwas Glück kann man sie in Berlin an der U-Bahn Station Warschauer-Straße bei Straßenkonzerten erleben. Bewusst  entschied sie sich gegen Angebote einiger namhafter Plattenfirmen für das  kleine  Label „MOTORMUSIC“ und gegen einen festen Plattenvertrag, weil sie gegen die Kommerzialisierung ihrer Musik ist.   Mit diesem Wissen und ihr neues Album „ Paper Castels“ vorgehört, freute ich mich auf das Konzert am späten Freitagabend in Osnabrück. Ich wurde nicht enttäuscht.

Spannungsbogen zwischen Malancholie und Party

Pünktlich um 22:00 Uhr betrat Alice Phoebe Lou mit ihren Mitstreitern die Bühne. Ihre Band bestand aus Basser, Schlagzeuger, Keyborder und einem Saxophonisten. Eindeutig Mittelpunkt stand aber Alice Phoebe Lou. Das machte auch die Beleuchtung klar, die die Band mehr im Halbdunkelen ließ. Alice Phoebe Lou ist eine kleine zierliche Person mit blonden langen Haaren und einer unglaublich eloquenten Engelsstimme. Sie hatte ihre ihre Gibson-Gitarre umgeschnallt, der sie diese wunderbaren jazzigen Töne entlockt.

Nach einen kurzen Intro zum Einspielen ging es mit dem zarten Liebeslied „Somthing Holy“ und dem melancholische „Girl On An Island“ aus dem Vorgänger Album Orbit los. Es folgte der an die Mammas and Papas erinnerde Ohwurm „Nostagia“ und eine ruhige Coverversion von „Hot Dreams“ der kanadische Indie-Folkband Timber Timbre. Die Band wurde von der Bühne geschickt und Alice verkündete, dass Sie für das folgende Solo jetzt Lust hatte etwas auf dem E-Piano zum Besten zu geben.

Danach nahm sie wieder ihre Gitarre zur Hand und es folgte eine ergreifende Interpretation von Angel Olsens „Acrobat“ und man konnte erfahren, dass Ange Olson ein Vorbild für Alice Phoebe Lou ist.

Ihr Lied über ihre Kindheit und Heimat „Fynbos“ brachte sie zusammen mit dem Keyborder. Die Band kam auf ie Bühne zurück.

An dieser Stelle muss ich noch von einer unangenehmen Störung berichten, die aber gerade wie die Faust aufs Auge zum nächsten Song passt. Als Alice Phoebe Lou sich für das Solo zum Piano begab und das Mikrofon einrichtete, musste ein Mann aus dem Publikum lauthals fordern, das das schneller gehen sollte. Der Typ hat sich auch zuvor und nachher durch laute Zwischenrufe hervor getan und fand das witzig. Ich frage mich, warum muss ein Mann unbedingt lauter sein wollen, als die Frau auf der Bühne, der doch der Moment gehört . Genau mit dieser Thematik, dass Männer Frauen durch solches, vielleicht als harmlos angesehenes Manplanning bis hin zu sexuellen Übergriffen unterdrücken, befasste sich sich der nächste Song auf der Setlist „Skincrawl“. Sowas gehört verbrannt, singt sie. Als Therapie bot Lou Tanz an, den sie als Showeinlage sogleich vorführte. Mit „Skincrawl“ und dem übernächsten Song „My Outside“, über weibliche Körperlichkeit, packt Alice Phoebe Lou relevante feministisch Themen an und zeigt Standing.

Zwischen „Skincrawl“ und „My Outside“ gab eine Interpretation von „Papercastles“ mit einem wahnsinnig guten Zusammenspiel mit dem Saxophon. Nach New Song wandelte sich das Konzert zur Party. Bekanntermaßen mag Alice Phoebe Lou nicht das Ritual der Zugabe, sondern kündigte die letzten beiden Songs (die ja sonst, machen wir uns nichts vor, Zugabe geworden wären), als die letzten beiden Songs an. Bei dem psychedelischen ‚Galaxies“ und dem großartigen „She“ einmal von der Leine gelassen, zeigte die Band mit Bassläufen und Schlagzeug-solo, dass sie so richtig rocken können.

Ich war zuvor schon Fan von Alice Phoebe Lou. Nachdem Konzert bin ich es erst recht . Wenn sie demnächst in deiner Stadt ist, geh zum Konzert, es lohnt sich.

PS.: Inspiriert durch das Konzert habe ich die Originalsong von Timba Timbre und Angel Olsen sowie das unglaubliche She in die Spotify Playlists gepckt. Falls dir dieser Beitrag gefallen hat. Freue ich mich über ein Like. Wenn du meine FB-Seite oder meinen Blog abonnierst wirst du regelmäig über hörenswerte Musik abseits des Mainstreams informiert. Keine Musik aus den Achtzigern, Neunzigern und keine Hits von heute.

ALICE PHOEBE LOU am 12.04. 2019 POPSALON Osnabrück

Von den Straßen Berlins in die Konzertsäle der Welt

Die südafrikanische Wahlberlinerin konnte man vor einger Zeit mit akkubetriebenem Verstärker für Gitarre und Mikrofon in Berlin an der U-Bahn Station Warschauer-Straße bei Straßenkonzerten erleben. Bewusst  entschied sie sich gegen Angebote einiger namhafter Plattenfirmen für das  kleine  Label „MOTORMUSIC“ und gegen einen festen Plattenvertrag, weil sie gegen die Kommerzialisierung ihrer Musik ist.  Mit ihrem zweiten Album „Paper Castles“ tourte sie im März durch die USA und Kanada und wird jetzt im April in vielen Städten Europas zu sehen sein.

Zum Glück macht sie auch am 12.04.2019 im Popsalon in Osnabrück halt. Ich freue mich auf die einzigartige Mischung von Indie-Rock-Balladen, Blues , Jazz und diese bezaubernde Stimme. Aus dem Album „Paper Castles“ hier das zeitlos arrangierte Stück Nostalgia. Sie kann es durchaus mit der großen Ella Fitzgerald oder mit Mama Cash von den Mamas & Papas aufnehmen. Dream A Little Dream Of Alice Phoebe Lou.

Das Konzert finder statt:

Haus der Jugend
Große Gildewart 6-9
49074 Osnabrück

GURR – Fake News

Gurr ist der Laut der Stadttaube, von denen es in Berlin eine Menge gibt. GURR nennt sich auch das Indie-Rock- Duo Andreya Casablanca und Laura Lee aus Berlin. Dass sie sich nach dem Gesang der Stadttaube benannt haben, ist eine Mutmaßung.Mit ihrem Garage-Pop-Debüt „In My Head“ landeten sie 2016 einen Überraschungshit, elf erfrischend unkomplizierte Songs zwischen Surf-Punk und fluffigen Indiepop-Melodien, die nicht nur deutsche Kritiker aufhorchen ließen, sondern auch in UK gut ankamen.

Im April kommt kommt ihre 7 Tracks starke EP „She Says“ raus. Gurr sind damit auf Tour und werden am 04.04. im Gleis22 in Münster auftreten.

Nach dem Titeltrack“She Says“, der letzten Monat veröffentlicht wurde, haben sie jetzt „Fake News“ vorgestellt.

„Fake News war eine direkte Antwort auf das, was damals politisch (und ist immer noch) politisch war „, erklären sie,“ und die wachsende Kluft zwischen Leuten, die sich nach links und rechts neigen. Ich denke, mit Presse und Algorithmen werden wir nur mit den Nachrichten gefüttert, an die wir bereits glauben und mit denen wir einverstanden sind, was sehr gefährlich ist. Das Lied verbindet das mit einer Erfahrung, die ich hatte, als wir die BBC für ein Interview mit Huw Stephens besuchten. Wir gingen hinein und es gab diesen gigantischen Newsroom mit so vielen Bildschirmen, aber ohne Fenster. Ich fand das etwas beunruhigend: Als wären hier die Leute, die Nachrichten machen, und sie können nicht nach draußen schauen. „

Black Sea Dahu in der Pension Schmidt in Münster

 

Münster,  28.01.2019

Pressefoto Black Sea Dahu Paul Märki

Die  Pension Schmidt ist ein Café im Retro-Look in der Innenstadt von Münster. Sitzecken mit Plüschsofas laden zum gemütlichen Kaffeetrinken oder zu Bier und Snacks ein. Ab und zu wandelt sich das Café in einen Konzertsaal. Dann werden die Sofas und Stühle vor der kleinen Bühne aufgereiht. Man genießt die Darbietung im Sitzen. So auch an diesem  Montagabend. Rund 150 meist jüngere Menschen warteten geduldig auf Einlass. Die Pension Schmidt war restlos ausverkauft. Dem Kleidungsstil nach (soweit man es danach beurteilen kann, wenn man viele weite Pullover, weite Jeans, Cordhosen und Strickkleider sieht) handelte es sich wohl überwiegend um Studierende der Geisteswissenschaften, die so wie die von mir diesbezüglich befragten Sitznachbarn einem Musiktipp von 3Sat-Kulturzeit gefolgt waren oder ähnliche Informationsquellen hatten. Nach meinen Eindruck wusste das Publikum, wer da aus der Schweiz nach Westfalen gekommen ist und hatte entsprechend hohe Erwartungen, nicht enttäuscht wurden.

Gegen halb neun betrat Black Sea Dahu die enge Bühne. Im Mittelpunkt stand sowohl jetzt physisch auf der Bühne, als auch als präsenter musikalischer Mastermind der Band Janine Cathrein mit der akustischen Gitarre. Mit ihr waren ihre beiden Geschwister im Vordergrund. Links neben ihr wechselte ihre Schwester Vera  ab und an ihre elektrische Gitarre mit dem Instrument des hinter Ihr stehenden Bassisten. Rechts wurde als ungewöhnliches Instrument ein Cello vom Bruder Simon bedient. Im Hintergrund machte Ramon Ziegler mit einem Nord-Keyboard elektronische Effekte hörbar. Paul Märki am Bass und Nick Furrer an Schlagzeug und Perkussion bildeten die Rhythmus-Sektion der meist Down-Tempo dargebrachten folkigen Stücke, die aus dem neuen Longplayer „White Creatures“ stammten. Der Sound war gut gemixt und die Lautstärke der kleinen Location angepasst, sodass mein persönliches Problem, am Tag nach einem Live-Konzert nur noch eingeschränkt hören zu können, diesmal gar nicht auftrat.

 

,Das besondere an der Perfomance ist tatsächlich die dunkle, warme Stimme von Janine Cathrein. Nicht zu vergessen ist, dass ihre Schwester bei der Zweitstimme ebenfalls die tieferen Tonlagen beherrscht. Zusammen mit der atmosphärischen Musik sowie im Ohr bleibenden Riffs auf der E-Gitarre wir man magisch in den Bann gezogen. Daher gilt unbedingt die Empfehlung, sich das Album „White Creatures“ reinzuziehen. Beim Publikum kam die Live-Darbietung jedenfalls uneingeschränkt gut an. Der Funke sprang auch wohl über durch die dem Publikum zugewandten persönlichen Statements von Janine Cathrein. Zum Lied , durch das ich überhaupt auf Black Sea Dahu aufmerksam wurde, nämlich “Take Stock Of What I Have“, erzählte sie folgendes. Sie habe das Lied geschrieben, um aus einem Tiefpunkt heraus zu kommen. Es handele sich um eine Bestandsaufnahme von grundlegenden Fähigkeiten und Talenten, die sie habe. So nannte sie die Fähigkeit, eine Gitarre zu halten, bezeichnender Weise, um darauf Musik zu machen. Diese Erklärung kam ebenso glaubwürdig rüber, wie die Musik. An anderer Stelle berichtete sie darüber, wie sie sich gegen den Rat ihrer Freunde entschieden hat,  von der Musik als Beruf leben zu wollen. Man nahm die Authentizität wahr, insbesondere bei dem darauf folgenden inbrünstigen Solostück, bei dem die anderen Musiker die Bühne verließen. Insgesamt spürt man bei Black Sea Dahu, dass da was Größeres gewachsen ist. Das gönnt man der sympathischen Band natürlich. Andererseits befürchtet man, dass in größeren Sälen oder Musikhallen etwas verloren gehen könnte. Janine Cathrein sprach von der Magie, wenn die Grenze zwischen Bühne und Publikum verwischt. Der Verlust dieser an diesem Abend zu spürenden Magie könnte der Preis für den der Band zu wünschenden größeren Erfolg sein.

Das Konzert endete wie im Flug mit einer unplugged Zugabe, bei der die Geschwister noch mal ihr gesangliches und ihr Können an den Instrumenten zeigten. Der Forderung des hochzufriedenen Publikums nach weiteren Zugaben konnte die Band in dem Lokal in der Innenstadt nicht nachkommen. Beim obligaten Erwerb einer CD mit Autogrammen am Merch-Stand, waren sie aber freundlich zu einem kurzen Gespräch bereit.

Um an Textzeile aus „White Creatures“ anzuschließen und diesen Artikel abzuschließen: I became, What I Have Deserve. Ich hatte einen schönen genussreichen Montagabend. Danke Black Sea Dahu

Desperate Journalist – Satellite

Desperate Journalist wurde 2012 im Norden von London von Jo Bevan (Gesang), Rob Hardy (Gitarre), Simon Drowner (Bass) und Caroline Helbert (Schlagzeug) gegründet. Der Name der Band leitet sich von „Desperate Journalist in Ongoing Meaningful Review Situation““ ab, einem Song von The Cure. Musikalisch tritt die Band unüberhörbar in die Fußstapfen eben von The Cure, The Smiths oder The Jesus And Mary Chain. Zur Zeit befinden sich Desperate Journalist auf Tour. Am Samstag den 11. Mai 2019 kann man zum Ausgehen die schwarzen Klamotten anziehen, denn dann werden sie einen Gig in Münster im Gleis 22 spielen.

Ihr dritten Albums, „In Search of the Miraculous“, wird im Februar 2019 erscheinen. Vorab gibt es daraus die Single Satellite.

Black Sea Dahu in der Pension Schmidt in Münster

Auf einer norwegischen Insel namens Giske, nahmen Black Sea Dahu  das Album „White Creatures“ auf.  Stellt man sich den hohen Norden in Verbindung mit dem Albumtitel vor, denkt man unweigerlich an alte archaische Wesen und Kräfte. Und genauso klingt die Musik von Frontfrau Janine Cathrein und ihre Kollegen. Folk wie diesen findet man nur noch selten. Ich freue mich auf die Live-Präsentation am 28.01.2019 in der Pension Schmidt in Münster.