An Horse am 19.06.2019 im Gleis 22 in Münster

Foto: Thomas Wolff

Der Tag vor Fronleichnam war sehr warm und schwül. Am Nachmittag gab es Gewitter mit heftigen Regenschauern, die aber kaum  Abkühlung brachten. Glücklicherweise gab es am Abend passende Regenpausen, sodass man das Gleis 22 mit dem Fahrrad erreichen konnte. In  Münster ohne Fahrrad unterwegs sein, passt irgendwie nicht.

Die Beschreibung der Wetterlage vorweg erfolgt, um eine Erklärung dafür zu finden, warum so wenige Besucher den Weg ins Gleis gefunden haben. Geschätzt waren nur etwa fünfzig da (ich bin nicht gut im Schätzen). Andere Gründe für das geringe Interesse kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht liegt es auch daran dass der aktuelle Longplayer von An Horse „Modern Air“  in den einschlägigen MusikBlogs zu wenig Beachtung findet.

Alle die nicht da waren, haben jedenfalls ein stimmiges Konzert versäumt.

Support: Micah Ehrenberg

Das Vorprogramm bestritt Micah Ehrenberg, ein Liedermacher aus Winnipeg, Kanada, einer Stadt, die er, wie er zwischendurch erzählte, hasst, obwohl er sie als seine Heimat bezeichnet. Getreu seinem Motto „Do It For Love“ handelen seine Songs von Liebesbeziehungen und Trennungen.

Foto: Thomas Wolff

In seiner Ausstrahlung eher schüchtern, zog er das Publikum mit humorvollen Zwischenbemerkungen auf seine Seite und brachte es sogar zum Mitsingen (und Videos davon auf Instagram zu posten – “for his girlfriend Mandy”)

Power-Pop mit Gitarre und Schlagzeug

Es gibt 1.)  in der englischen Grammatik keine Regel, die besagt, das Substantive, die mit einem H beginnen, vorausgehend den unbestimmten Artikel „an“ erfordern (gilt bekanntlich nur für Vokale). Ebenso wenig gibt es 2.) eine Regel, dass für energischen Powerpop mehr als eine Gitarre und ein Schlagzeug erfordert.

Foto: Thomas Wolff

Das australische Duo Kate Cooper und Damon Cox haben sich bei ihrer Namensgebung An Horse nicht an die Grammatik gehalten. Punkt 2 haben sie beim gestrigen Konzert eindrucksvoll bewiesen. Kate bedient die Gitarre und, ganz wichtig für die Dynamik, das Effektgerät und hat die führende Stimme.

Foto: Thomas Wolff

Damian unterstützt mit präzisen Schlagzeugspiel und übernimmt die zweite Stimme. Die Songs decken die gesamte Bandbreite von gefühlvollen Balladen bis krachendem Punk ab. Es wurden ältere Stücke und Stücke aus dem neuen Album gespielt.

Foto: Thomas Wolff

Bei dem Hit „This Is A Song“ aus dem neuen Album wurde Micah Ehrenberg eingeladen auf der Gitarre mitzuspielen, was dann auch sehr gut machte.

Meine Favoriten des abends waren das eben das besagte “This is A Song” sowie “ Live Well” und das  gefühlvolle “Mind Reader”, alle aus dem neuen Album.

Nach dem Konzert hatte ich kurz Gelegenheit, mich mit der sympathischen Kate zu unterhalten. Sie erzählte, dass sie ohne musik zu machen und Songs zu schreiben nicht könne. Ihre längere Pause habe sie einlegen müssen, weil es ihr wegen der Erkrankung ihres Vaters nicht gut gegangen sie . Traurige Songs zu schreiben, sei aber nicht ihr Ding. Erfolgreich seien sie in den USA, sogar besser, als in ihrer Heimat Australien.

Mister Me – Pink und Blau

Mädchen lieben Pink und Jungs interessieren sich für Action und Abenteuer. Allerdings sind diese Interessen nicht von Geburt an festgelegt. Kinder wollen auch nicht nur die Hälfte des Angebots nutzen. Allerdings will ein Kind sich identifizieren und sich einer Gruppe zugehörig fühlen. Deren Merkmale, Farbcodes oder oft stereotypes Verhalten bestimmen Kinder nicht selbst, sondern sie reproduzieren ein Bild, das von außen an sie herangetragen wurde. Kinder wachsen in die Regelwelt der Erwachsenen hinein und übernehmen deren Zuordnungen.

Nachdenkliche Texte als Markenzeichen

Themen, wie die oben beschriebene Hellblau-Rosa-Falle, werden in der aktuellen deutschsprachigen Popmusik kaum behandelt. Ganz anders geht jedoch Mister Me, alias Micha Meißner, in seinen Songs die Sache an. Herzschmerz-Lyrik und  Wohlfühlromantik  sind sein Ding nicht. Stattdessen fasst er gesellschaftlich relevanten Themen an. Schon sein Vorab-Song Null drehte sich um  um die Frage, ob wir all diese materiellen Dinge, den Stress und den Hass brauchen, mit denen wir unser Zusammenleben belasten.

In Pink und Blau appelliert Mister Me, die genannten etablierte Identitätskonstrukte zu hinterfragen und anstelle des binären Schwarz/Weiß- oder Pink/Blau-Denkens mehr gedankliche und soziale Farbschattierungen zuzulassen – für eine bessere, buntere Welt.“Als wärn‘ es immer Farben, die wir bleiben / Die, die ‚gleich‘ und ‚gleich sein‘ unterscheiden / Alle tragen Stempel auf der Haut / In pink und blau“ heißt es im Refrain von Pink und Blau unter Bezug auf die traditionelle farbliche Kennzeichnung von Jungen und Mädchen.

Pink und Blau ist der zweite Vorab-Song aus dem geplanten zweiten Album von Mister Me, das derzeit durch eine Crowdfunding-Kampagne ermöglicht werden kann und im Herbst erscheinen soll.

Projekt unterstützen

Tourdaten:

Mister Me auch bis in den Winter des nächsten Jahres hinein rund dreißig Städte auf seiner Tournee ansteuern:

19.11.2019 Münster -Sputnik Café

20.11.2019 Bochum – Dampfgebläsehaus

21.11.2019 Köln – Club Volta

22.11.2019 Weinheim – Café Central

23.11.2019 AT-Lustenau –  Carini Saal

25.11.2019 AT-Wien – B72

27.11.2019 Rostock – M.A.U. Club

28.11.2019 Berlin – Lido

29.11.2019 Cottbus – Bebel

30.11.2019 Göttingen – Musa

01.12.2019 Leipzig – Naumanns

03.12.2019 Marburg – KFZ

04.12.2019 Hannover – Musikzentrum

05.12.2019 Koblenz – Circus Maximus

15.01.2020 Dresden – Groovestation

16.01.2020 Braunschweig – Eulenglück

17.01.2020 Lübeck – Riders Café

18.01.2020 Magdeburg – Moritzhof

19.01.2020 Langenberg – KGB

21.01.2020 Bremen – Tower

22.01.2020 Hamburg – Knust

24.01.2020 Nürnberg – Club Stereo

25.01.2020 München – Backstage Club

26.01.2020 Stuttgart – clubCANN

28.01.2020 Biberach – Abdera

29.01.2020 Wiesbaden – Schlachthof

30.01.2020 Karlsruhe, Substage Café

31.01.2020 Erfurt, Museumskeller

01.02.2020 Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei

LOVE MACHINE – Valentino

Foto Jens Vetter

Sagen wir’s mal so, tagsüber Radiohören (1Live) ist nicht gesundheitsfördernd, weil durch die vielen Wiederholungen der Mainstream-Popmusik die Gefahr der Ertaubung besteht (der sog. Bieber-Sheeran-Tinnitus). Deutlich besser wir es nach 20 Uhr, wenn  auf 1Live der Plan B in Kraft tritt und der Schwerpunkt Richtung Independent-Musik verschoben wird und dabei auch Bands aus heimatlichen Gefilden zu Gehör kommen. Regelrechte Entlastung für Geist und Ohren bietet Klaus Fiehe mit seiner Sendung sonntags ab 22 Uhr. In diesem ohrenfreundlichen  Format war am  05.05.2019 kurz vor Mitternacht LOVE MACHINE mit ihren neuen Titel Valentino zu hören.
LOVE MACHINE sind 5 Jungs aus Düsseldorf mit wirklich beeindruckenden Bärten. Sie haben sich dem Garage, Kraut, Psychedelic Rock verschrieben und können schon auf drei Alben in ihrer fünfjährigen Bandgeschichte zurückblicken.  Zu der o.a. Single Valentino gibt es ein tolles Video, mit schnieken Jackets, ganz viel Alufolie, rotierenden Pizzas und einigem Augenzwinkern.

EP und Nicely Done Tour 2019

Für 2019 kündigen LOVE MACHINE den Release einer EP an. Ein nachfolgendes Album ist für 2020 in Planung. Im Sommer spielen sie auf vielen Festivals und im November gehen sie auf Club-Tour. Der Besuch eines Live-Gigs lohnt sich bestimmt, da die Band ganz viel Bühnenerfahrung aufweist

Freundlicherweise hat KKT, Berlin das Tourplakat geschickt, dem man alle Termine entnehmen kann.

Ich persönlich freue mich auf das Konzert im Sputnik-Cafe in Münster.

Foreign Diplomats – Monami

Wenn  man an Indie-Musik aus Kanada denkt fallen einem zuerst Win Butler und seine Arcarde Fire oder das Musiker-Kollektiv Broken Social Scene um Kevin Drew und Leslie Feist ein, also vielköpfige Bands, die Stadien beschallen können. Bands wie July Talk oder  Close Talker zeigen aber, dass es auch kleiner, clubtauglicher geht. Eine diese Bands, die gerade jetzt ein großartiges Album mit dem Titel Monami herausgebracht haben, sind Foreign Diplomats.
Foreign Diplomats sind Élie Raymond (Gesang, Gitarre, Akustische Gitarre, Pedal Steel Guitar on Demon, Prophet 600, Casio CZ-101, Klavier, Akustischer Bass), Thomas Bruneau Faubert (Sequential Circuits Prophet 600, Korg Microkorg, Moog Sub 37, Omnichord, Korg Poly 800, Roland JX-3P, Casio CZ-101, MPC 500, Posaune, Gesang), Tony L. Roy (Bass , Akustischer Bass, Moog Sub 37, Saxophon auf Dämon, Gesang), Charles Primeau (Gitarre, Pedal Steel Gitarre, Akustische Gitarre, Korg Minilogue, Gesang) und Lazer Vallières (Schlagzeug, Percussion)

Im Jahr 2017  veröffentlichten Foreign Diplomats erstes Album, Princess Flash. In der Folgezeit waren sie viel auf  Tourneen unterwegs  Einige der Songs des Zweitwerks Monami  sind in dieser Zeit entstanden und wurden in Shows ausprobiert . Andere wurden geschrieben, kurz bevor es  ins Studio ging.

Produziert wurde Monami von Jace Lasek, der u. a. auch bei den  hier schon vorgestellten Close Talker an den Reglern saß. Aber auch bei  Sunset Rubdown, Wolf Parade, Elliot Maginot, The Loodies, Mark Berube, Sunday Sinners, Patrick Watson, Land of Talk, Yes We Mystic, Final Flash, Suuns, Dead Messenger, Intensive Care, Close Talker, Kiss Me Deadly und Young Galaxy, also ein Produzent mit ganz viel Erfahrung im Independent-Bereich

Monami ist zwar kein politisches Album. Für eine kanadische Band besteht dazu, anders als derzeit bei den Amerikanern, auch kein  Anlass. Foreign Diplomats haben es aber vermieden, nur über Herzschmerz zu singen. Élie Raymond der Texter und Komponist schrieb über die Straße, übers Autofahren, über verbranntes Abendessen und darüber, Geld zu schulden.

Élie Raymond nennt auch eine ganze reihe  Referenzen die das Album beeinflusst haben. “Swans, für ihre Lautstärke, die Schwere und wie viel Spaß es macht, manchmal nur laut zu sein. War on Drugs und Animal Collectiv, weil sie großartig sind. Bill Callahan, weil seine Worte einfach sind und mich doch so tief erreichen. Jenny Hval, weil ihre Musik für mich immer neu ist. Low, mit ihrem Album Double Negative an. Joni Mitchell, wegen des Sounds und der Songs von ihrem Album  Hejira. The Microphones / Mount Eerie, denn kontrolliertes Chaos ist der Hammer. Peter Gabriel und The Cure (und mehr), weil die Popmusik der 80er Jahre großartig war, eine Goldmine der Inspiration.”

Für mich ist Monami eines der ansprechendsten Alben des Jahres. Die Musik ist sehr abwechslungsreich mit Gitarren, Synthies, auch ein Chor ist zu hören(auf You Decide und Fearful Flower). Es wird auch zweisprachig gesungen (Fearful Flower). Die Songs haben Hitpotential, wie etwa Road Wage oder das nach vorn gehende Charger

Foreign Diplomats au Deutschland-Tour

Foreign Diplomat spielen am 21.09. in der Kleine Freiheit, Osnabrück. Ich bin gespannt,sie live zu erleben.

Weitere Tourdaten:

12.09. Club Stereo, Nürnberg

15.09. Milla, München

16.09. Brotfabrik, Frankfurt

17.09. Ostpol, Dresden

18.09. Zakk, Düsseldorf

20.09. Badehaus, Berlin

An Horse – Konzert am 19. 06. 2019 im Gleis 22 in Münster

Ein Duo aus Australien, ein Pullover vom Nachbarn, falsche Grammatik, Winterschlaf ,  eine neue Platte und wieder auf Tour

Das australische Indie-Rock Duo An Horse wurde im Jahr 2007 von Kate Cooper (Gesang & Gitarre) und Damon Cox (Schlagzeug & Backgroundgesang) in Brisbane gegründet. Der Bandnamens entstand aus einem Streit zwischen Kate Cooper und ihrem Nachbarn über korrekte Grammatik , Er strickte ihr einen Pullover mit der Aufschrift „An Horse“ und bestand darauf, dass man „an“ vor einem Wort mit H benutzt. AN HORSE hatten 2010 ihr Debüt „Rearrange Beds“ und nur ein Jahr später ihr zweites Album „Walls“ veröffentlicht. Davor, dazwischen, danach und währenddessen war das Duo aus Australien konstant auf Tour: entweder als Headliner oder gemeinsam mit Tegan And Sara, Death Cab For Cutie, Silversun Pickups oder Nada Surf ging es gleich mehrmals um die ganze Welt. Dieses Tourstress im Akkord forderte seinen Tribut: das Duo war ausgebrannt und verfiel in einen sechsjährigen Winterschlaf. Beide hielten aber ständig Kontakt. Nach einigen Jahren der (musikalischen) Funkstille erreichten Damon dann wieder Songideen von Kate, die er ergänzte und ihr zurückschickte. Man traf sich über Weihnachten in der australischen Heimat Brisbane, dann wieder in Kanada, der neuen Heimat von Kate, und plötzlich war das dritte Album Modern Air fertig. Hier ist der Opener This is a Song.

„Modern Air“ erschien  am 03. Mai 2019 über Grand Hotel van Cleef, dem Label der  Musiker Thees Uhlmann (Tomte), Marcus Wiebusch (Kettcar), Felix Gebhard und Max Schröder (Olli Schulz und der Hund Marie,Tomte). Im Sommer ist die Band auf ausgiebiger Tour in Deutschland.

Die Tour führt sie am 19.06.2019 ins Gleis 22 nach Münster …. und mich ebenfalls dorthin.

Moritz Krämer + Band in der Pension Schmidt in Münster

Der Berliner Sänger und Songwriter Moritz Krämer kommt heute Abend nach Münster in die Pension Schmidt. Mal klingt seine Musk zurückgelehnt wie Whitney oder Andy Shauf, wenn ein trockener Beat (Hanno Stick am Schlagzeug) unter warmen Streichern begraben wird, mal wie Kevin Morby, Wilco oder Courtney Barnett, mal erinnern die Arrangements mit Bongos, Motownstreichern und dem Beatlesbass von Alex Binder an Hymnen von Curtis Mayfield oder Gladys Knight, durch Andi Fins’ Klavierspiel an Randy Newman oder Todd Rundgren. Am Ende ist es immer Krämers Stimme und seine Art zu singen, die den Sound der Platte ausmachen, die die deutsche Sprache so leicht und melodisch klingen lassen. Das ist jedenfalls das Versprechen, das gegeben wird. Und genau deswegen gehe ich dahin.

Desperate Journalist am 11.05.2019 im Gleis 22, Münster

Foto Thomas Wolff

Am Samstag (11.05.2019) machte das Gleis 22 seinem Ruf als bester Liveclub in Münster wieder mal alle Ehre. Fans von gepflegter Gitarrenmusik mit Reminiszenzen an den Wave und die Darkness der achtziger Jahre sowie Shoegaze kamen voll auf ihre Kosten. Dem entsprechend war der Club gefüllt mit häufig schwarz gekleideten Besuchern im mittleren Alter, die das 9. Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts miterlebt haben. Headliner des Abends waren Desperate Journalist aus London. Sie wurde unterstützt von den zwei russischen Bands, Blankenberge aus St. Petersburg und Life on Venus aus Moskau. Alle drei Bands waren mit Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren identisch instrumentiert. Ebenfalls hatten alle drei Bands Sängerinnen am Start. Die musikalische Ergebnisse unterschieden sie sich jedoch erheblich. Zu Blankenberge und zu Live on Venus unten mehr. Zunächst zum zum Hauptact des Abends, Desperate Journalist.

Powerfrauen

Jo Bevan ist eine zierliche Person, die aber auf der Bühne eine unglaubliche Präzenz aufweist und damit den Mittelpunkt der Desperate Journalist bildet. Neben dem wavigen Sound der Gruppe ist es ihre Stimme und ihre Energie, die alle Songs prägt. Sie ist die ganze Zeit in Bewegung , stampft im Takt mit dem Fuß, wuselt durch den kurzen blonden Haarschopf. Das Mikro ist ihr Instrument. Das rote Mikrophonkabel hängt mal am Ständer , mal hat sie es umgeschlungen. Power kommt auch von einer anderen Frau auf der Bühne. Caz  Helbert  am Schlagzeug treibt die Beat kraftvoll nach vorn. Zusammen mit Simon Drowner an der Bassgitarre bauen sie Druck auf. Simon Drowner  ist derjenige, der in seinen schwarzen Anzug , schwarzgefärbten Haaren und Kajal um die Augen vom Aussehen am meisten an der jungen Robert Smith von The Cure erinnert. Eine Superperformance liefert der Gitarrist Rob Hardy ab. Beim Live-Auftritt wird das Quartett durch die Gitarristin Charley Stone erweitert.

Mit Ansagen wird sich nicht lange aufgehalten. Gespielt werden treibende Tracks, nicht nur aus den neuen Album, sondern auch aus den beiden Vorgängern. Der Abend endet nach zwei eingeforderten Zugaben mit der allerersten Single der Band, Kitten. Alle sind durchgeschwitzt und zufrieden.

Setlist Desperate Journalist am 11.05.2019 in Münster

Gallerie

Support aus Russland

Blankenberge – Shoegaze aus St. Petersburg

Foto: Thomas Wolff

Die Klangwelt von Blankenberge war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Im Vordergrund bauten sie eine mächtige Gitarrenwand auf, welche die zarte Stimme der Sängerin Yana kaum durchdringen konnte. Der Sound war sehr hallig, dröhnend und sehr laut, aber dennoch ästhetisch. Wer solches Gitarrengewitter mag, kam hier voll auf seine Kosten. Insbesondere der Bassist Dimitri faszinierte mit verzerrten gewaltigen Sequenzen, die er seinem Instrument entlockte..

Galerie

Life on Venus – Dream Pop aus Moskau

Foto. Thomas Wolff

Auch bei Life on Venus dominierten Hall und Lautstärke. Die Tracks waren insgesamt aber dreamiger und melodiöser. Sängerin Aline erhielt bei dem Vocals Unterstützung von Gitarrist Sergey.

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Die beiden sympathischen Vorbands bereiteten die Bühne für Desperate Journalist perfekt vor.

Foreign Diplomats – Road Wage

Ausländische Diplomaten genießen die Befreiung von der Zollkontrolle ihres persönlichen Gepäcks. Deshalb gibt es an Flughäfen besondere Gates für Foreign Diplomats. So ein ein Flughafenschild führte zur Namensgebung der Indie-Band aus Montreal.

“We make music, we want to dance, we want you to join the party, crack, boom, pow!”

latet das Motto der fünf Jungs.

In Road Wage geht es darum, dass sich die Blätter im Herbst ändern. Wie sie sich in etwas Schönes verwandeln, wenn sie sterben. Es geht auch darum, wie dumme kleine Dinge, wie zum Beispiel, wütend auf der Straße zu werden, in dieser Umgebung zwecklos sind. “ sagt Sänger und Gitarrist Élie Raymond zum Song

Am 21.09. 2019 sind Foreign Diplomats live in der Kleinen Freiheit in Osnabrück zu sehen.

Konzertankündigung: MissinCat am 30.09.2019 in der Pension Schmidt in Münster

In Zeiten von Spotify & Co. kauft man selbst nur noch selten CDs. Ich kaufe meine CDs auf Konzerten beim Merch, weil ich damit die Künstler direkt unterstützen will. In meiner CD Sammlung steht aber auch eine CD von MissinCat mit einem Autogramm von der Künstlerin, die bei einer Verlosung des Musik-Blogs E1hin gewonnen habe. Die CD „Wirewalker“, insbesondere die Songs „Pirates“ und „Ten Lines“, gefällt mir so gut, dass ich Fan von MissinCat geworden bin.

Hinter Missincat steckt die in Berlin lebende Italienerin Caterina Barbieri . Sie hat gerade eine wunderschöne Single in italienischer Sprache mit dem Titel „Oggi No“ heraus gebracht. Dazu hat sie heute über Facebook eine Deutschland-Tour angekündigt. Es trifft sich gut, dass sie dabei in Münster in der kleinen aber feinen Location Pension Schmidt auftreten wird. Ich denke, dass ihre Musik sehr gut in den kleinen Club passt. Ich freue mich jedenfalls riesig auf das Konzert.

Das Konzert findet am Montag den 30.9.2019 in der Pension Schmidt, Alter Steinweg 37, 48143 Münster statt.

Daten der übrigen Tour

Desperate Journalist am Samstag, 11. Mai 2019 im Gleis 22 in Münster

Die britische Postpunk-Indie-Shoegaze-Band Desperate Journalist um die Sängerin Jo Bevan veröffentlichte am 22. Februar 2019 ihr drittes Album und promotet dieses auf einer Club-Tour. Das Album trägt den Titel In Search of the Miraculous. Jo Bevan hat sich dabei von dem Künstler Bas Jan Ader inspirieren lassen, dessen Werk sich mit der Schwerkraft und dem Fallen beschäftigte. Seine letze Performance im Jahr 1975 mit dem Titel „In search of the miraculous (songs for north Atlantic)“ endete tragisch. Der 33-Jährige versuchte mit einem sehr kleinen Segelboot, das nicht für Langstrecken-Fahrten gebaut war, eine künstlerisch motivierte, performative Atlantiküberquerung. Etwa 10 Monate nach seiner Abreise wurde das leere Boot vor der Küste Irlands angetrieben. Jan Bas Aders Leiche wurde nie gefunden.

Entsprechend tiefgründig ist die von Jo Bevans Stimme und dem Gitarrenspiel von Rob Hardy geprägte Musik.

Cedars aus dem AlbumIn Search of the Miraculous

Ich freue mich schon auf das Konzert am 11. Mai in Münsters bestem Live-Club, zumal die Leute vom Gleis 22 den passenden Support ausgesucht haben und ankündigen:“Vorab die beiden fantastischen und vom Gleis-Booking geliebten russischen Shoegazer-Formationen Blankenberge und Life On Venus, die sich stilistisch zwischen Slowdive, My Bloody Valentine und Cocteau Twins bewegen. Tipp!“

Life on Venus – May

Blankenberge – Disappear

Ort des Geschehens: Gleis 22 Hafenstraße 34 48153 Münster am11.05.2019