a love machine in town

Foto Thomas Wolff

Love Machine am 23.11. im Sputnik Café in Münster

Wir schreiben das Jahr 2019, wir befinden uns in der westfälischen Provinz. Wenn man die Band oben der Bühne sieht mit langen Haaren, dicken Schnauzbärten oder langen Bärten und dazu die psychedelisch verzerrten Gitarren hört, könnte man meinen, es sei 1967 irgendwo im Süden der USA. Die Band, die da so aus der Zeit gefallen ist, kommt nicht aus Amerika, sondern aus Düsseldorf. Aber sie wollen wie die Hippies von Liebe verbreiten.

Das mit der Liebe sagt Marcel Rösche , der Sänger mit der sonoren Stimme. Sie tun das, und auch das gegen den Zeitgeist, auf männliche Art, ja sie zelebrieren Männlichkeit. Auftritt im Achselhemd, das im Laufe des abends ausgezogen wird, Hemden aufgeknöpft und Brusthaar raus, Duschen mit Bier, Rauchen auf der Bühne . Die schwulen Jungs in der ersten Reihe sind voll aus dem Häuschen und pogen, was das Zeug hält.

Mit Schellenkranz und Congas gibt Rösche den Schamanen. Drums und Bass (Richard Eisenach) treiben den Groove. Man kann gar nicht einordnen, was sie mit den beiden Gitarren (Hendrik Siems und Felix Wursthorn) zusammen bringen. Rock ’n‘ Roll mit Krautrock und Psychedelic, das ganze unglaublich laut. Egal, am Ende tanzt der ganze Club. Höhepunkt der Zugabe in ein gefühlt zehnminütiges Schlagzeugsolo von Noel Lardon.

Mister Me am 19.11. im Sputnik Café in Münster

Seine Headliner-Tour begann Mister Me ausgerechnet an einem Dienstag, für mich glücklicherweise in meiner Heimatstadt Münster. Die Location war für einen Wochentag gut gewählt. Das Sputnik Café ist ein relativ kleiner Club neben der größeren Sputnikhalle. Mister Me erwartete selbst nicht  viele Besucher. So war der Club mit ca. 50 bis 60 erwartungsvolle Besuchern angenehm gut gefüllt.

Support erhielt Mister Me von Sophia Wahnschaffe aus Köln. Sie präsentierte zusammen mit einer Bassistin ihr Soloprojekt Wahnschaffe und sorgte mit ihrer R&B-lastige deutschsprachigen Musik für genau die richtige Eröffnung. Zu ihrer beeindruckenden Performance komme ich in einem besonderen Beitrag.

Mister Me und seine vierköpfige schon gut eingespielte Begleitband traten ganz in schwarz gekleidet auf. Gleich nach dem getragene  Eröffnungssong “Raum” aus dem neuen Album “Das Ende vom Hass” sprach Micha Meißner, wie Mister Me im wirklichen Leben heißt, das Publikum an und nahm es mit auf eine Reise in seine Gedankenwelt. Diese Kommunikation setzte sich jeweils zwischen den Songs fort, war wie wie seine Songs hochemotional und gesellschaftskritisch auf der Höhe der Zeit, also richtig Emo, was sehr  glaubwürdig rüber kam. Man nahm es ihm ab, das in jeder Aussage ein selbsterlebter Kern steckte.

Musikalisch ging richtig die Post ab. Nicht nur an seinen Bewegungen merkte man, das Mister Me seine Wurzel im Hip-Hop hat. Der Mann weiß auch um den Flow seiner Rhymes. Und er war ständig in Bewegung, keine Sekunde Stillstand, der Schweiß floss in Strömen. Das übertrug sich von Beginn an auf das Publikum. Es wurde getanzt in Münster. Überhaupt das Publikum, es war überraschend textsicher. Klar, erste Reihe wurde von einer weiblichen Fanbase beherrscht, die ein paar hundert Kilometer Anreise auf sich genommen hatten.

Die Setlist war gut gemischt aus älteren Stücken und denen vom aktuellen Album. Für mich am schönste der Song “Grace” mit dem wundervollen Sample von Super 700 und “Utopie” bei dem die Band zum Ende  frei los jammte.

Im persönlichen  Gespräch am Merch erwies sich Micha Meißner als sehr sympathisch.

So radelte ich nach einem wundervollen Konzert am sehr späten Dienstagabend beglückt durch den münsteraner Regen nach Hause.

Odd Beholder, das Projekt der Schweizer Musikerin Daniela Weinmann kommt am 02.12. nach Münster in die Pension Schmidt

Vorstellung und Ticketverlosung

Ich freue mich, Odd Beholder  vorstellen und zwei von sinnbus zur Verfügung gestellte Tickets für das Konzert in der Pension Schmidt am 02.12. 2019 an eine Leserin oder  einen Leser verlosen zu dürfen. Wie du gewinnen kannst, erfährst du unten.

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Ihre Musik klingt, als flöge man leicht berauscht dem pastellfarbenen Horizont entgegen. Nur um mitten in den zarten Klangwolken auf dem harten Boden der Tatsachen aufzuschlagen. In der präzisen, unprätentiösen Musik, in ihrer Version umarmender Electronica und melancholischer Popmusik befasst sich Odd Beholder mit den unangenehmen Wahrheiten, spendet Trost und ermutigt digitale Eskapist*innen, real zu bleiben. Auf dem Debütalbum “All Reality Is Virtual” dreht sich alles um Digitalisierung – um das unheimliche Sammeln unserer Daten, aber auch um die spirituelle Wichtigkeit des Aushaltens von Einsamkeit. Es erzählt von Momenten ohne Vernetzung und von der Stärke, die eben daraus erwächst, sich den Herausforderungen im physischen Leben zu stellen. 

Odd Beholders Musik ist filmisch. Die Arbeiten für die dazu gehörigen Videos sind sorgsam gewählt. Der von den Berliner Filmern Grambow & Kirchknopf in Aserbaidschan in Zusammenarbeit mit der Azerbaijan Social & Modern Dance Association gedrehte Videoclip zur Single „Landscape Escape“ gewann den Jurypreis der „Best Swiss Video Clip“-Awards 2017. Das Stück wurde außerdem im Film „Mario“ verwendet, der sich mit dem schwierigen Umgang mit Homosexualität im Fußball auseinandersetzt. Odd Beholder wurden vom Hamburger Electropop-Duo Hundreds wie auch aktuell von Bodi Bill explizit gebeten, deren jeweilige Tour zu begleiten.Momentan tourt Weinmann mit ihrem Produzenten und Multiinstrumentalisten Martin Schenker durch Deutschland und wird anschließend weiter an der Musik für das zweite Album arbeiten, das 2020 erscheinen wird.

Jüngst hat Odd Beholder die Single Transatlantic Flight aus dem neuen Album veröfffentlicht.

Wer unbedingt eine Schublade braucht, um die Musik von Odd Beholder einzuordnen, bitteschön: dream-pop-indie-ambient-synth-pop.

Ich denke jeder der die Musik von London Grammar, Hundreds, Say Lou Lou, Beach House, Japanese Breakfast, The XX mag oder einfach eine starke Musikerin auf der Bühne erleben will, wird das Konzert genießen.

Um 1×2 Tickets für das Konzert von Odd Beholder  zu gewinnen, kannst du wie folgt an der Verlosung teilnehmen

Like die  Facebookseite Adohr Auf die Ohren und kommentiere das dort befindliche  Gewinnspielfoto.

Teilnahmeschluss ist Mittwoch , der 27.11.2019.

Die Ermittlung des Gewinners erfolgt per Zufall. Der Preis wird nur innerhalb Deutschlands verschickt und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Preisausschreiben ist unabhängig von Facebook.

Viel Erfolg!

Konzertempfehlung: DER HERR POLARIS

Am 24.11. stellt DER HERR POLARIS in Münster in der Pension Schmidt seine musikalische Fotoausstellung „Die Tiefen Als Lichter“ vor. 

sinbus Pressefoto

Es ist mehr als ein Konzert, was uns am 24.11. in der Pension Schmidt erwartet. Hinter DER HERR POLARIS steckt der Augsburger Musiker Bruno Tenschert. Aber DER HERR POLARIS war immer mehr als Musik: Fotos und Videos waren schon immer Weggefährten der abwegig schönen Songs. Mit „Die Tiefen als Lichter“ wagt er ein anderes Format. Statt eines Albums veröffentlichte er sieben Fotografien als Singles auf allen Streaming- und Downloadplattformen, sowie als jeweils auf 10 Exemplare limitierte 7″ Vinyl inkl. Fotoprint des Covers.

Seine Konzerte macht DER HERR POLARIS zur Wanderausstellung seiner Fotos, sucht besondere Orte, lädt zur Vernissage, spielt seine Lieder und erzählt die Geschichten dahinter.

Links:
www.facebook.com/derHerrPolaris
www.instagram.com/derherrpolaris

http://bit.ly/DerHerrPolaris-Videos

Weitere Tour-Termine:

12.11.19 – DE – Mannheim, Capitol
22.11.19 – DE – Köln, Weltempfänger
23.11.19 – DE – Witten
24.11.19 – DE – Münster, Pension Schmidt
13.12.19 – DE – Deggendorf Cafe Holler

Golden Ticket
www.golden-ticket.de

Konzertankündigung

Odd Beholder, das zur Band gewachsene Projekt der Schweizer Musikerin Daniela Weinmann kommt am 02.12. nach Münster in die Pension Schmidt. 

Foto KatiaWik

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Ihre Musik klingt, als flöge man leicht berauscht dem pastellfarbenen Horizont entgegen. Nur um mitten in den zarten Klangwolken auf dem harten Boden der Tatsachen aufzuschlagen. In der präzisen, unprätentiösen Musik, in ihrer Version umarmender Electronica und melancholischer Popmusik befasst sich Odd Beholder mit den unangenehmen Wahrheiten, spendet Trost und ermutigt digitale Eskapist*innen, real zu bleiben. Auf dem Debütalbum “All Reality Is Virtual” dreht sich alles um Digitalisierung – um das unheimliche Sammeln unserer Daten, aber auch um die spirituelle Wichtigkeit des Aushaltens von Einsamkeit. Es erzählt von Momenten ohne Vernetzung und von der Stärke, die eben daraus erwächst, sich den Herausforderungen im physischen Leben zu stellen. 

Foto : Odd Beholder

Vor dem Debütalbum veröffentlicht Odd Beholder mit „Lighting“ (2016) und „Atlas“ (2017) zwei eindrückliche EPs. Dazu gehörend erscheint 2018 mit „Remixes“ eine geschmackvoll zusammengestellte EP, zu der u.a. The/Das, Fejká oder Hundreds ihre Arbeiten beisteuern.

Odd Beholders Musik ist filmisch. Die Arbeiten für die dazu gehörigen Videos sind sorgsam gewählt. Der von den Berliner Filmern Grambow & Kirchknopf in Aserbaidschan in Zusammenarbeit mit der Azerbaijan Social & Modern Dance Association gedrehte Videoclip zur Single „Landscape Escape“ gewann den Jurypreis der „Best Swiss Video Clip“-Awards 2017. Das Stück wurde außerdem im Film „Mario“ verwendet, der sich mit dem schwierigen Umgang mit Homosexualität im Fußball auseinandersetzt. Odd Beholder wurden vom Hamburger Electropop-Duo Hundreds ausdrücklich auf die Tour zu dessen aktuellem Album eingeladen. 

Odd Beholder erhielt Einladungen zu wichtigen Festivals wie Great Escape Festival (UK), Eurosonic Festival (NL) oder das Reeperbahnfestival (D) und tourte in verschiedenen Konstellationen in China, Italien, Deutschland und der Schweiz, und wurden vom Hamburger Electropop-Duo Hundreds wie auch aktuell von Bodi Bill explizit gebeten, deren jeweilige Tour zu begleiten.

Momentan tourt Weinmann mit ihrem Produzenten und Multiinstrumentalisten Martin Schenker durch Deutschland und wird anschließend weiter an der Musik für das zweite Album arbeiten, das 2020 erscheinen wird.

Weitere Videos von Odd Beholder

Weitere Tour-Termine

26.11.2019 – DE – Dresden – Hole Of Fame
27.11.2019 – DE – Chemnitz – Atomino
28.11.2019 – DE – Berlin – Schokoladen
29.11.2019 – DE – Leipzig – Noch Besser Leben
30.11.2019 – DE – Erfurt – Franz Mehlhose
01.12.2019 – DE – Würzburg – Viertelkultur
02.12.2019 – DE – Münster – Pension Schmidt
03.12.2019 – DE – Köln – Die Wohngemeinschaft
04.12.2019 – DE – Hamburg – Astra Stube
05.12.2019 – DE – München – Wohnzimmerkonzert

Neufundland am 26.10.2019 in Osnabrück – Kleine Freiheit

Auf der Tour zu Ihrem im Mai erschienenen zweiten Album mit dem schlichten Titel Scham gastierte die Kölner Indie- Rockband um die beiden Sänger, Songschreiber und Gitarristen Fabian Mohn und Fabian Jung am Samstagabend in der Kleinen Freiheit hinter den Osnabrücker Hauptbahnhof. Im im Publikum waren viele Fans. Sehr zu deren Freude hatten Neufundland nicht nur die besten Songs aus ihrer neuen Produktion im Gepäck, sondern auch Stücke aus dem etwas rockigeren Vorgängeralbum Wir werden niemals fertig sein, aus der Liebe-EP und sogar aus der selbstbetitelten Debüt-EP von 2015 im Gepäck. Der letztgenannte Song mit dem Titel Rückenwind Pt.2 war live gespielt ein ein besondere Kracher, den sich die Band als letzten der Zugabe aufgehoben hatte.

Über den Sound gab es nichts zu meckern. Die beiden Fabiane sind ein eigespieltes Gesangsteam. Die die eingängigen Gitarrenriffs krachten. Das Publikum dankte es mit guter Stimmung. Besonders schön war das Intro zu Disteln, welches die Band auf dunkler Bühne spielte.

Bei Neufundland sind ja die Texte nicht ohne Bedeutung. Daher waren die in lässiger Form vorgebrachte Zwischenansagen von Fabian Jung willkommen, zumal, trotz gesellschaftskritischer Text, ein erhobener Zeigefinger nicht ansatzweise zum Vorschein kam. Unfassbar die Aktualität beim Song Nagelbombe, der u.a. die NSU-Attentate in Köln verarbeitet. Fabian berichtete, dass sie einen Gig in Halle spielten, 2 Tage nach dem dortigen Attentat eines Rechtsradikalen.

Krönenden Abschluss bildeten natürlich die eingeforderten Zugaben. Hier spielten sie neben dem erwähnten Rückenwind Pt.2, dem poppigen Hit Viva la Korrosion auch ein sehr schönes Solostück von Fabian Jung: Tschüss. Tschüss Neufundland, gerne bis zum nächsten Mal.

Quirliger Support aus Berlin: Anoki

Im Vorprogramm wurde Neufundland unterstützt von Anoki und seinem für die Beats zuständigen musikalischen Partner. Anoki schafften es mit Hip Hop und atemraubenden Tanzeinlagen sowie einer positiven Grundhaltung das Publik vom ersten Ton an, in den Griff zu bekommen.

MissinCat am 30.09.2019 in der Pension Schmidt in Münster

Die Pension Schmidt in Münster ist eine kleine Location im Herzen von Münster für besonders intime Konzerte. Tagsüber ein Studentencafe, werden an einem Konzertabend die Tische beiseite geräumt und die Sofas, Sessel und sonstigen Sitzgelegenheiten vor der winzig kleinen Bühne aufgereiht.

Sitzreihen aus alten Polstermöbeln

In dieser gemütlichen Atmosphäre fand am Montag ein besonders schönes Konzert statt. Die Sängerin, Multi-Instrumentalistin und Songschreiberin Caterina Barbieri alias Missincat hatte sich angekündigt. MissinCat ist Italienerin, lebt und arbeitet aber in Berlin. Im Gepäck hatte sie, abgesehen von drei Songs aus ihren Erfolgsalben WOW und Wirewalker Songs aus ihrem neuen, zehnten Album “10”. Die Songs aus “10” sind allesamt in italienischer Sprache, was dem Abend einen besonderen Zauber verlieh. Unterstützt wurde Caterina lediglich von der ebenfalls “berlinbased” Sängerin Minni, die mit Gitarenloops und Drumcomputern das Vorprogramm bestritt ( u.a. mit einem schönen Leonard-Cohen-Cover “Famous Blue Raincoat”), steuerte beim Auftritt von MissinCat mit gutem Gehör das Mischpult.

Support von Minni.

So stand Catharina ganz allein auf der Bühne und spielte Keyboards und Gitarre. Die Song waren live dargeboten wesentlich elektronischer und ausdrucksstärker, als auf der CD. Ihre Stimme ist einfach fazinierend. Abgerundet wurde die Show mit simplen wenigen , aber ausdrucksstarke Bildern von Sternen, Planeten (Venus und Mars), Polarlichtern und, passend zu dem Song Mare, vom Meer. Apropos Mare in einer Einleitung erinnerte Catarina daran, dass das Mittelmeer mittlerweile zum namenlosen Grab für unzählige geflüchtete Menschen geworden ist.

Foto :Thomas Wolff

Zum Schluss gefiel es MissinCat wohl doch nicht mehr, vor sitzendem Publikum zu performen und sie bat uns an die Bühne, um mit ihr zum Abschluss zu tanzen. So endete ein wundervolles Konzert hautnah mit einer sympathischen Künstlerin.

Foreign Diplomats am 21.09.2019 in Osnabrück – Kleine Freiheit

Ob Indie, Elektronisches, Pop oder Metal, dass Montreal eine pulsierende Musikszene vorzuweisen hat, ist seit einigen Jahren kein Geheimnis mehr. Seit ihrem Album „Princess Flash“ gehören die fünf Kanadier von  Foreign Diplomats mit ihren energiegeladene Liveshows und ihrem ausgefallenen Indie-Elektro-Pop zu den heißesten Acts. Das schien sich aber leider noch nicht ganz, bis nach Osnabrück durchgedrungen zu sein. Hier spielten die “auswärtigen Diplomaten” ihren  letzten von acht Live-Gigs (einschließlich Reeperbahn Festival Hamburg), bevor es auf ihrer Europa Tour weiter Richtung Belgien und Frankreich geht. Die Kleine Freiheit hätte durchaus etwas voller sein können. Die da waren, erlebten eine furiose Show von Emmanuel Vallières – dem lustigen Schlagzeuger, Antoine Lévesque-Roy- dem druckvollen Bass- und Fuß-Keyboard-Spieler, Charles Primeau – dem Gitarristen und Schwiegermuttertraum, Thomas Bruneau Faubert- dem hyperaktiven Keyboardspieler und Posaunisten sowie Élie Raymond- klein aber energiegeladen, Frontmann und Mittelpunkt, Gitarrist und (manchmal trauriger) Sänger.  Allein die Anzahl der Musiker auf der Bühne und Anzahl der verschiedenen Instrumente ( einschließlich Sample -Machine) sorgten für einen mächtigen Sound mit anspruchsvollen wechselnden Rhythmen. Jeder beherrschte seine Instrumente perfekt und steuerte (Backing-)Vocals bei. Dargeboten wurden Songs aus „Princess Flash“ und dem nagelneuen hitlastigen Album “Monami” Der Spannungsbogen bis zu den zwei Zugaben war perfekt. Die Band hatte ganz offensichtlich selbst größten Spaß auf auf der Bühne, der sich natürlich auf das Publikum übertrug. Anders kann man die quirligen Tanzeinlagen nicht erklären. Niemand da vorne stand still, insbesondere waren Frontmann Élie und Derwisch Thomas, der sein Keyboardtasten auch mal mit der Stirn bediente, nicht einzukriegen. 

Ich hatte schon früh geäußert, das Monami eines der besten Alben des Jahres sein könnte ( hier). Am Freitag habe ich definitiv die beste Live Show des Jahres gesehen.

Setlist und Fotos

Mister Me -Vision

Mister Me veröffentlicht einen weiteren Song vom kommenden Album „Das Ende vom Hass“!

Mit Null (hier) und Pink und Blau (hier) hat Mister Me bereits zwei tolle Singles aus seinem zweiten Album namens „Das Ende vom Hass„, das am 11.10. bei Motor erscheint, rausgehauen. Anders als bei den beiden stark gesellschaftsrelevanten Songs „Null“ und„Pink & Blau“ ist Vision weitaus persönlicher.  Mister Me dazu: „Es ist ein Song über eine Beziehung. Und darüber dass Beziehungen eigentlich viel mehr mit Kompatibilität als mit Liebe zu tun haben und irgendwie konnte ich mich darauf noch nie einlassen. Ich bin zu idealistisch und zu naiv, als dass ich mir vorstellen kann meine Liebe, Loyalität und Zuneigung in einen Rahmen einzupassen anstatt umgekehrt. Geschrieben im Januar 2019, nach fünffachem „Tourloch-Tod“ und Auferstehung sowie doppeltem Herzbruch.“

Am 19.11.2019 live in Münster -Sputnik Café

Zum Release seines Albums startet Mister Me eine Tour, die am 19.11. in Münster beginnt. Ich freue mich auf das Konzert.

L’AUPAIRE – Reframing Tour

Fast drei Jahre vergingen zwischen Robert Lauperts Debütalbum „Flowers“ und seinem zweiten Werk. Auf „Reframing“ (VÖ 23.08.2019) erzählt uns L‘aupaire, so Roberts Künstlername, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen ist. L‘aupaire ist erwachsen geworden , inzwischen 30 und Vater einer Tochter.

Reframing“ besteht neben wunderschönen Balladen auch aus äußerst tanzbaren Songs wie „Cinderella“.

„Reframing“, das bedeutet Umgestaltung, „aus etwas Schlechtem etwas Gutes machen“. „Das geht wirklich“, findet L‘aupaire, „weil wir vieles selbst beeinflussen und Dinge verändern können, wenn wir das nur wollen“. So hat er den Rausch der Jahre, in denen er aus dem Koffer lebte und mit seinem ersten Album „Flowers“ von Auftritt zu Auftritt zog, hinter sich gelassen. Vorbei die Zeit, in der er auf der Bühne den ekstatischen Entertainer gab, aber nach der Show zu nichts mehr zu gebrauchen war und ins Bett ging, während seine Band um die Häuser zog. In den vergangenen drei Jahren, in denen er kein einziges Mal aufgetreten ist, hat er die für ihn persönlich „krasseste Entwicklung“ vollzogen, indem er gelernt hat, „bei mir selbst zu bleiben und mich von Meinungen abzuschotten“. Dem Berliner Radiosender FluxFM erzählte er, dass er das Malen für sich entdeckt hat, als es zuviel mit der Musik wurde.

Die Aufnahmen für „Reframing“ entstanden nicht nur in Berlin, sondern auch in Mannheim, Heidelberg und sogar auf Island. Unterstützung holte sich L’aupair bei gut befreundeten Musikern.

Den Song „Whole Wide World“, eine ruhige, nur von Klavier begleiteten Ballade, schrieb er zusammen mit der irischen Songwriterin Wallis Bird. „Für mich ist das der persönlichste Song“, bekennt L‘aupaire freimütig, „ich beschreibe da eine Zeit in meinem Leben, in der ich an einem Tiefpunkt angekommen war. An dem es nicht mehr weiter ging“. Zeit für einen Perspektivwechsel.

Den Song „Truth“ -ein kunstvolles, elegisches Stück- nahm er in Island mit seinem dort lebenden Freund, dem Gitarristen Omár Gudjonsson auf. Bei dem eher ruhigen und sehnsuchtsvollen „Whoever You Are“arbeitete er L’aupair mit dem schwedischen Indie-Sänger und Gitarristen Petter Ericson Stakee zusmmen. Den Song widmete er seiner einjährigen Tochter.

Am 09.10.2019 kommt L’AUPAIRE nach Münster ins Gleis 22

Musikalisch klingt „Reframing“ nach einer Mischung aus Folkpop und Americana, auch sehr tanzbare Stücke wie „Cinderella“ sind darunter. Produziert hat er es wieder mit dem Mannheimer Jules Kalmbacher, der einer seiner besten Freunde ist. Und in allen Songs ist sein über hundert Jahre altes Klavier zu hören, das er in einem Laden in Berlin entdeckt hat. „Ich habe es gesehen, eine Note angeschlagen und gewusst: das ist der Klang, den ich haben will“. Und als es dann in seiner Wohnung stand, dieses alte Klavier, da war ihm klar, „dass es das Hauptelement meines neuen Albums sein wird“.

Dass das Leben nicht nur schwarz und weiß, sondern sehr komplex ist und dass Tiefe manchmal nur durch den Gegensatz zwischen Freude und Trauer entsteht, das sind zentrale Themen, die sich durch „Reframing“ ziehen. Und so hat L‘aupaire sich mit „Reframing“ tatsächlich eine eigene Welt erschaffen, nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch und visuell, weil er fast alles selbst gemacht hat: so hat er beispielsweise das Cover selbst gestaltet und auch die Song zum großen Teil selbst geschrieben und co-produziert. „Man kann durch das Album in meine Welt reinschlüpfen“, sagt er, und das ist ein Angebot, das man nun wirklich nicht ablehnen sollte.

Im Vorprogamm: lilly among clouds

Im Rahmen seiner Reframing Tour wird L‘aupaire auch nach Münster kommen und am 09.10.2019 zusammen mit der groartigen lilly among clouds im Gleis 22 ein Konzert bestreiten. Auf die Ohren wird darüber berrichten.

L’AUPAIRE – Reframing Tour

Di., 08.10.2019-Leipzig, Naumann’s


Mi., 09.10.2019- Münster, Gleis 22


Fr., 11.10.2019- Erfurt, Kalif Storch


Sa., 12.10.2019- Köln, Luxor (Nachholshow)


So., 20.10.2019- AT-Wien, Chelsea


Di., 22.10.2019- Stuttgart, Im Wizemann


Mi., 23.10.2019- Mainz, KUZ 


Fr., 25.10.2019- Essen, Zeche Carl