MissinCat am 30.09.2019 in der Pension Schmidt in Münster

Die Pension Schmidt in Münster ist eine kleine Location im Herzen von Münster für besonders intime Konzerte. Tagsüber ein Studentencafe, werden an einem Konzertabend die Tische beiseite geräumt und die Sofas, Sessel und sonstigen Sitzgelegenheiten vor der winzig kleinen Bühne aufgereiht.

Sitzreihen aus alten Poltermöbeln

In dieser gemütlichen Atmosphäre fand am Montag ein besonders schönes Konzert statt. Die Sängerin, Multi-Instrumentalistin und Songschreiberin Caterina Barbieri alias Missincat hatte sich angekündigt. MissinCat ist Italienerin, lebt und arbeitet aber in Berlin. Im Gepäck hatte sie, abgesehen von drei Songs aus ihren Erfolgsalben WOW und Wirewalker Songs aus ihrem neuen, zehnten Album “10”. Die Songs aus “10” sind allesamt in italienischer Sprache, was dem Abend einen besonderen Zauber verlieh. Unterstützt wurde Caterina lediglich von der ebenfalls “berlinbased” Sängerin Minni, die mit Gitarenloops und Drumcomputern das Vorprogramm bestritt ( u.a. mit einem schönen Leonard-Cohen-Cover “Famous Blue Raincoat”), steuerte beim Auftritt von MissinCat mit gutem Gehör das Mischpult.

Support von Minni.

So stand Catharina ganz allein auf der Bühne und spielte Keyboards und Gitarre. Die Song waren live dargeboten wesentlich elektronischer und ausdrucksstärker, als auf der CD. Ihre Stimme ist einfach fazinierend. Abgerundet wurde die Show mit simplen wenigen , aber ausdrucksstarke Bildern von Sternen, Planeten (Venus und Mars), Polarlichtern und, passend zu dem Song Mare, vom Meer. Apropos Mare in einer Einleitung erinnerte Catarina daran, dass das Mittelmeer mittlerweile zum namenlosen Grab für unzählige geflüchtete Menschen geworden ist.

Foto :Thomas Wolff

Zum Schluss gefiel es MissinCat wohl doch nicht mehr, vor sitzendem Publikum zu performen und sie bat uns an die Bühne, um mit ihr zum Abschluss zu tanzen. So endete ein wundervolles Konzert hautnah mit einer sympathischen Künstlerin.

Foreign Diplomats am 21.09.2019 in Osnabrück – Kleine Freiheit

Ob Indie, Elektronisches, Pop oder Metal, dass Montreal eine pulsierende Musikszene vorzuweisen hat, ist seit einigen Jahren kein Geheimnis mehr. Seit ihrem Album „Princess Flash“ gehören die fünf Kanadier von  Foreign Diplomats mit ihren energiegeladene Liveshows und ihrem ausgefallenen Indie-Elektro-Pop zu den heißesten Acts. Das schien sich aber leider noch nicht ganz, bis nach Osnabrück durchgedrungen zu sein. Hier spielten die “auswärtigen Diplomaten” ihren  letzten von acht Live-Gigs (einschließlich Reeperbahn Festival Hamburg), bevor es auf ihrer Europa Tour weiter Richtung Belgien und Frankreich geht. Die Kleine Freiheit hätte durchaus etwas voller sein können. Die da waren, erlebten eine furiose Show von Emmanuel Vallières – dem lustigen Schlagzeuger, Antoine Lévesque-Roy- dem druckvollen Bass- und Fuß-Keyboard-Spieler, Charles Primeau – dem Gitarristen und Schwiegermuttertraum, Thomas Bruneau Faubert- dem hyperaktiven Keyboardspieler und Posaunisten sowie Élie Raymond- klein aber energiegeladen, Frontmann und Mittelpunkt, Gitarrist und (manchmal trauriger) Sänger.  Allein die Anzahl der Musiker auf der Bühne und Anzahl der verschiedenen Instrumente ( einschließlich Sample -Machine) sorgten für einen mächtigen Sound mit anspruchsvollen wechselnden Rhythmen. Jeder beherrschte seine Instrumente perfekt und steuerte (Backing-)Vocals bei. Dargeboten wurden Songs aus „Princess Flash“ und dem nagelneuen hitlastigen Album “Monami” Der Spannungsbogen bis zu den zwei Zugaben war perfekt. Die Band hatte ganz offensichtlich selbst größten Spaß auf auf der Bühne, der sich natürlich auf das Publikum übertrug. Anders kann man die quirligen Tanzeinlagen nicht erklären. Niemand da vorne stand still, insbesondere waren Frontmann Élie und Derwisch Thomas, der sein Keyboardtasten auch mal mit der Stirn bediente, nicht einzukriegen. 

Ich hatte schon früh geäußert, das Monami eines der besten Alben des Jahres sein könnte ( hier). Am Freitag habe ich definitiv die beste Live Show des Jahres gesehen.

Setlist und Fotos

Mister Me -Vision

Mister Me veröffentlicht einen weiteren Song vom kommenden Album „Das Ende vom Hass“!

Mit Null (hier) und Pink und Blau (hier) hat Mister Me bereits zwei tolle Singles aus seinem zweiten Album namens „Das Ende vom Hass„, das am 11.10. bei Motor erscheint, rausgehauen. Anders als bei den beiden stark gesellschaftsrelevanten Songs „Null“ und„Pink & Blau“ ist Vision weitaus persönlicher.  Mister Me dazu: „Es ist ein Song über eine Beziehung. Und darüber dass Beziehungen eigentlich viel mehr mit Kompatibilität als mit Liebe zu tun haben und irgendwie konnte ich mich darauf noch nie einlassen. Ich bin zu idealistisch und zu naiv, als dass ich mir vorstellen kann meine Liebe, Loyalität und Zuneigung in einen Rahmen einzupassen anstatt umgekehrt. Geschrieben im Januar 2019, nach fünffachem „Tourloch-Tod“ und Auferstehung sowie doppeltem Herzbruch.“

Am 19.11.2019 live in Münster -Sputnik Café

Zum Release seines Albums startet Mister Me eine Tour, die am 19.11. in Münster beginnt. Ich freue mich auf das Konzert.

L’AUPAIRE – Reframing Tour

Fast drei Jahre vergingen zwischen Robert Lauperts Debütalbum „Flowers“ und seinem zweiten Werk. Auf „Reframing“ (VÖ 23.08.2019) erzählt uns L‘aupaire, so Roberts Künstlername, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen ist. L‘aupaire ist erwachsen geworden , inzwischen 30 und Vater einer Tochter.

Reframing“ besteht neben wunderschönen Balladen auch aus äußerst tanzbaren Songs wie „Cinderella“.

„Reframing“, das bedeutet Umgestaltung, „aus etwas Schlechtem etwas Gutes machen“. „Das geht wirklich“, findet L‘aupaire, „weil wir vieles selbst beeinflussen und Dinge verändern können, wenn wir das nur wollen“. So hat er den Rausch der Jahre, in denen er aus dem Koffer lebte und mit seinem ersten Album „Flowers“ von Auftritt zu Auftritt zog, hinter sich gelassen. Vorbei die Zeit, in der er auf der Bühne den ekstatischen Entertainer gab, aber nach der Show zu nichts mehr zu gebrauchen war und ins Bett ging, während seine Band um die Häuser zog. In den vergangenen drei Jahren, in denen er kein einziges Mal aufgetreten ist, hat er die für ihn persönlich „krasseste Entwicklung“ vollzogen, indem er gelernt hat, „bei mir selbst zu bleiben und mich von Meinungen abzuschotten“. Dem Berliner Radiosender FluxFM erzählte er, dass er das Malen für sich entdeckt hat, als es zuviel mit der Musik wurde.

Die Aufnahmen für „Reframing“ entstanden nicht nur in Berlin, sondern auch in Mannheim, Heidelberg und sogar auf Island. Unterstützung holte sich L’aupair bei gut befreundeten Musikern.

Den Song „Whole Wide World“, eine ruhige, nur von Klavier begleiteten Ballade, schrieb er zusammen mit der irischen Songwriterin Wallis Bird. „Für mich ist das der persönlichste Song“, bekennt L‘aupaire freimütig, „ich beschreibe da eine Zeit in meinem Leben, in der ich an einem Tiefpunkt angekommen war. An dem es nicht mehr weiter ging“. Zeit für einen Perspektivwechsel.

Den Song „Truth“ -ein kunstvolles, elegisches Stück- nahm er in Island mit seinem dort lebenden Freund, dem Gitarristen Omár Gudjonsson auf. Bei dem eher ruhigen und sehnsuchtsvollen „Whoever You Are“arbeitete er L’aupair mit dem schwedischen Indie-Sänger und Gitarristen Petter Ericson Stakee zusmmen. Den Song widmete er seiner einjährigen Tochter.

Am 09.10.2019 kommt L’AUPAIRE nach Münster ins Gleis 22

Musikalisch klingt „Reframing“ nach einer Mischung aus Folkpop und Americana, auch sehr tanzbare Stücke wie „Cinderella“ sind darunter. Produziert hat er es wieder mit dem Mannheimer Jules Kalmbacher, der einer seiner besten Freunde ist. Und in allen Songs ist sein über hundert Jahre altes Klavier zu hören, das er in einem Laden in Berlin entdeckt hat. „Ich habe es gesehen, eine Note angeschlagen und gewusst: das ist der Klang, den ich haben will“. Und als es dann in seiner Wohnung stand, dieses alte Klavier, da war ihm klar, „dass es das Hauptelement meines neuen Albums sein wird“.

Dass das Leben nicht nur schwarz und weiß, sondern sehr komplex ist und dass Tiefe manchmal nur durch den Gegensatz zwischen Freude und Trauer entsteht, das sind zentrale Themen, die sich durch „Reframing“ ziehen. Und so hat L‘aupaire sich mit „Reframing“ tatsächlich eine eigene Welt erschaffen, nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch und visuell, weil er fast alles selbst gemacht hat: so hat er beispielsweise das Cover selbst gestaltet und auch die Song zum großen Teil selbst geschrieben und co-produziert. „Man kann durch das Album in meine Welt reinschlüpfen“, sagt er, und das ist ein Angebot, das man nun wirklich nicht ablehnen sollte.

Im Vorprogamm: lilly among clouds

Im Rahmen seiner Reframing Tour wird L‘aupaire auch nach Münster kommen und am 09.10.2019 zusammen mit der groartigen lilly among clouds im Gleis 22 ein Konzert bestreiten. Auf die Ohren wird darüber berrichten.

L’AUPAIRE – Reframing Tour

Di., 08.10.2019-Leipzig, Naumann’s


Mi., 09.10.2019- Münster, Gleis 22


Fr., 11.10.2019- Erfurt, Kalif Storch


Sa., 12.10.2019- Köln, Luxor (Nachholshow)


So., 20.10.2019- AT-Wien, Chelsea


Di., 22.10.2019- Stuttgart, Im Wizemann


Mi., 23.10.2019- Mainz, KUZ 


Fr., 25.10.2019- Essen, Zeche Carl

An Horse am 19.06.2019 im Gleis 22 in Münster

Foto: Thomas Wolff

Der Tag vor Fronleichnam war sehr warm und schwül. Am Nachmittag gab es Gewitter mit heftigen Regenschauern, die aber kaum  Abkühlung brachten. Glücklicherweise gab es am Abend passende Regenpausen, sodass man das Gleis 22 mit dem Fahrrad erreichen konnte. In  Münster ohne Fahrrad unterwegs sein, passt irgendwie nicht.

Die Beschreibung der Wetterlage vorweg erfolgt, um eine Erklärung dafür zu finden, warum so wenige Besucher den Weg ins Gleis gefunden haben. Geschätzt waren nur etwa fünfzig da (ich bin nicht gut im Schätzen). Andere Gründe für das geringe Interesse kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht liegt es auch daran dass der aktuelle Longplayer von An Horse „Modern Air“  in den einschlägigen MusikBlogs zu wenig Beachtung findet.

Alle die nicht da waren, haben jedenfalls ein stimmiges Konzert versäumt.

Support: Micah Ehrenberg

Das Vorprogramm bestritt Micah Ehrenberg, ein Liedermacher aus Winnipeg, Kanada, einer Stadt, die er, wie er zwischendurch erzählte, hasst, obwohl er sie als seine Heimat bezeichnet. Getreu seinem Motto „Do It For Love“ handelen seine Songs von Liebesbeziehungen und Trennungen.

Foto: Thomas Wolff

In seiner Ausstrahlung eher schüchtern, zog er das Publikum mit humorvollen Zwischenbemerkungen auf seine Seite und brachte es sogar zum Mitsingen (und Videos davon auf Instagram zu posten – “for his girlfriend Mandy”)

Power-Pop mit Gitarre und Schlagzeug

Es gibt 1.)  in der englischen Grammatik keine Regel, die besagt, das Substantive, die mit einem H beginnen, vorausgehend den unbestimmten Artikel „an“ erfordern (gilt bekanntlich nur für Vokale). Ebenso wenig gibt es 2.) eine Regel, dass für energischen Powerpop mehr als eine Gitarre und ein Schlagzeug erfordert.

Foto: Thomas Wolff

Das australische Duo Kate Cooper und Damon Cox haben sich bei ihrer Namensgebung An Horse nicht an die Grammatik gehalten. Punkt 2 haben sie beim gestrigen Konzert eindrucksvoll bewiesen. Kate bedient die Gitarre und, ganz wichtig für die Dynamik, das Effektgerät und hat die führende Stimme.

Foto: Thomas Wolff

Damian unterstützt mit präzisen Schlagzeugspiel und übernimmt die zweite Stimme. Die Songs decken die gesamte Bandbreite von gefühlvollen Balladen bis krachendem Punk ab. Es wurden ältere Stücke und Stücke aus dem neuen Album gespielt.

Foto: Thomas Wolff

Bei dem Hit „This Is A Song“ aus dem neuen Album wurde Micah Ehrenberg eingeladen auf der Gitarre mitzuspielen, was dann auch sehr gut machte.

Meine Favoriten des abends waren das eben das besagte “This is A Song” sowie “ Live Well” und das  gefühlvolle “Mind Reader”, alle aus dem neuen Album.

Nach dem Konzert hatte ich kurz Gelegenheit, mich mit der sympathischen Kate zu unterhalten. Sie erzählte, dass sie ohne musik zu machen und Songs zu schreiben nicht könne. Ihre längere Pause habe sie einlegen müssen, weil es ihr wegen der Erkrankung ihres Vaters nicht gut gegangen sie . Traurige Songs zu schreiben, sei aber nicht ihr Ding. Erfolgreich seien sie in den USA, sogar besser, als in ihrer Heimat Australien.

Mister Me – Pink und Blau

Mädchen lieben Pink und Jungs interessieren sich für Action und Abenteuer. Allerdings sind diese Interessen nicht von Geburt an festgelegt. Kinder wollen auch nicht nur die Hälfte des Angebots nutzen. Allerdings will ein Kind sich identifizieren und sich einer Gruppe zugehörig fühlen. Deren Merkmale, Farbcodes oder oft stereotypes Verhalten bestimmen Kinder nicht selbst, sondern sie reproduzieren ein Bild, das von außen an sie herangetragen wurde. Kinder wachsen in die Regelwelt der Erwachsenen hinein und übernehmen deren Zuordnungen.

Nachdenkliche Texte als Markenzeichen

Themen, wie die oben beschriebene Hellblau-Rosa-Falle, werden in der aktuellen deutschsprachigen Popmusik kaum behandelt. Ganz anders geht jedoch Mister Me, alias Micha Meißner, in seinen Songs die Sache an. Herzschmerz-Lyrik und  Wohlfühlromantik  sind sein Ding nicht. Stattdessen fasst er gesellschaftlich relevanten Themen an. Schon sein Vorab-Song Null drehte sich um  um die Frage, ob wir all diese materiellen Dinge, den Stress und den Hass brauchen, mit denen wir unser Zusammenleben belasten.

In Pink und Blau appelliert Mister Me, die genannten etablierte Identitätskonstrukte zu hinterfragen und anstelle des binären Schwarz/Weiß- oder Pink/Blau-Denkens mehr gedankliche und soziale Farbschattierungen zuzulassen – für eine bessere, buntere Welt.“Als wärn‘ es immer Farben, die wir bleiben / Die, die ‚gleich‘ und ‚gleich sein‘ unterscheiden / Alle tragen Stempel auf der Haut / In pink und blau“ heißt es im Refrain von Pink und Blau unter Bezug auf die traditionelle farbliche Kennzeichnung von Jungen und Mädchen.

Pink und Blau ist der zweite Vorab-Song aus dem geplanten zweiten Album von Mister Me, das derzeit durch eine Crowdfunding-Kampagne ermöglicht werden kann und im Herbst erscheinen soll.

Projekt unterstützen

Tourdaten:

Mister Me auch bis in den Winter des nächsten Jahres hinein rund dreißig Städte auf seiner Tournee ansteuern:

19.11.2019 Münster -Sputnik Café

20.11.2019 Bochum – Dampfgebläsehaus

21.11.2019 Köln – Club Volta

22.11.2019 Weinheim – Café Central

23.11.2019 AT-Lustenau –  Carini Saal

25.11.2019 AT-Wien – B72

27.11.2019 Rostock – M.A.U. Club

28.11.2019 Berlin – Lido

29.11.2019 Cottbus – Bebel

30.11.2019 Göttingen – Musa

01.12.2019 Leipzig – Naumanns

03.12.2019 Marburg – KFZ

04.12.2019 Hannover – Musikzentrum

05.12.2019 Koblenz – Circus Maximus

15.01.2020 Dresden – Groovestation

16.01.2020 Braunschweig – Eulenglück

17.01.2020 Lübeck – Riders Café

18.01.2020 Magdeburg – Moritzhof

19.01.2020 Langenberg – KGB

21.01.2020 Bremen – Tower

22.01.2020 Hamburg – Knust

24.01.2020 Nürnberg – Club Stereo

25.01.2020 München – Backstage Club

26.01.2020 Stuttgart – clubCANN

28.01.2020 Biberach – Abdera

29.01.2020 Wiesbaden – Schlachthof

30.01.2020 Karlsruhe, Substage Café

31.01.2020 Erfurt, Museumskeller

01.02.2020 Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei

LOVE MACHINE – Valentino

Foto Jens Vetter

Sagen wir’s mal so, tagsüber Radiohören (1Live) ist nicht gesundheitsfördernd, weil durch die vielen Wiederholungen der Mainstream-Popmusik die Gefahr der Ertaubung besteht (der sog. Bieber-Sheeran-Tinnitus). Deutlich besser wir es nach 20 Uhr, wenn  auf 1Live der Plan B in Kraft tritt und der Schwerpunkt Richtung Independent-Musik verschoben wird und dabei auch Bands aus heimatlichen Gefilden zu Gehör kommen. Regelrechte Entlastung für Geist und Ohren bietet Klaus Fiehe mit seiner Sendung sonntags ab 22 Uhr. In diesem ohrenfreundlichen  Format war am  05.05.2019 kurz vor Mitternacht LOVE MACHINE mit ihren neuen Titel Valentino zu hören.
LOVE MACHINE sind 5 Jungs aus Düsseldorf mit wirklich beeindruckenden Bärten. Sie haben sich dem Garage, Kraut, Psychedelic Rock verschrieben und können schon auf drei Alben in ihrer fünfjährigen Bandgeschichte zurückblicken.  Zu der o.a. Single Valentino gibt es ein tolles Video, mit schnieken Jackets, ganz viel Alufolie, rotierenden Pizzas und einigem Augenzwinkern.

EP und Nicely Done Tour 2019

Für 2019 kündigen LOVE MACHINE den Release einer EP an. Ein nachfolgendes Album ist für 2020 in Planung. Im Sommer spielen sie auf vielen Festivals und im November gehen sie auf Club-Tour. Der Besuch eines Live-Gigs lohnt sich bestimmt, da die Band ganz viel Bühnenerfahrung aufweist

Freundlicherweise hat KKT, Berlin das Tourplakat geschickt, dem man alle Termine entnehmen kann.

Ich persönlich freue mich auf das Konzert im Sputnik-Cafe in Münster.

Foreign Diplomats – Monami

Wenn  man an Indie-Musik aus Kanada denkt fallen einem zuerst Win Butler und seine Arcarde Fire oder das Musiker-Kollektiv Broken Social Scene um Kevin Drew und Leslie Feist ein, also vielköpfige Bands, die Stadien beschallen können. Bands wie July Talk oder  Close Talker zeigen aber, dass es auch kleiner, clubtauglicher geht. Eine diese Bands, die gerade jetzt ein großartiges Album mit dem Titel Monami herausgebracht haben, sind Foreign Diplomats.
Foreign Diplomats sind Élie Raymond (Gesang, Gitarre, Akustische Gitarre, Pedal Steel Guitar on Demon, Prophet 600, Casio CZ-101, Klavier, Akustischer Bass), Thomas Bruneau Faubert (Sequential Circuits Prophet 600, Korg Microkorg, Moog Sub 37, Omnichord, Korg Poly 800, Roland JX-3P, Casio CZ-101, MPC 500, Posaune, Gesang), Tony L. Roy (Bass , Akustischer Bass, Moog Sub 37, Saxophon auf Dämon, Gesang), Charles Primeau (Gitarre, Pedal Steel Gitarre, Akustische Gitarre, Korg Minilogue, Gesang) und Lazer Vallières (Schlagzeug, Percussion)

Im Jahr 2017  veröffentlichten Foreign Diplomats erstes Album, Princess Flash. In der Folgezeit waren sie viel auf  Tourneen unterwegs  Einige der Songs des Zweitwerks Monami  sind in dieser Zeit entstanden und wurden in Shows ausprobiert . Andere wurden geschrieben, kurz bevor es  ins Studio ging.

Produziert wurde Monami von Jace Lasek, der u. a. auch bei den  hier schon vorgestellten Close Talker an den Reglern saß. Aber auch bei  Sunset Rubdown, Wolf Parade, Elliot Maginot, The Loodies, Mark Berube, Sunday Sinners, Patrick Watson, Land of Talk, Yes We Mystic, Final Flash, Suuns, Dead Messenger, Intensive Care, Close Talker, Kiss Me Deadly und Young Galaxy, also ein Produzent mit ganz viel Erfahrung im Independent-Bereich

Monami ist zwar kein politisches Album. Für eine kanadische Band besteht dazu, anders als derzeit bei den Amerikanern, auch kein  Anlass. Foreign Diplomats haben es aber vermieden, nur über Herzschmerz zu singen. Élie Raymond der Texter und Komponist schrieb über die Straße, übers Autofahren, über verbranntes Abendessen und darüber, Geld zu schulden.

Élie Raymond nennt auch eine ganze reihe  Referenzen die das Album beeinflusst haben. “Swans, für ihre Lautstärke, die Schwere und wie viel Spaß es macht, manchmal nur laut zu sein. War on Drugs und Animal Collectiv, weil sie großartig sind. Bill Callahan, weil seine Worte einfach sind und mich doch so tief erreichen. Jenny Hval, weil ihre Musik für mich immer neu ist. Low, mit ihrem Album Double Negative an. Joni Mitchell, wegen des Sounds und der Songs von ihrem Album  Hejira. The Microphones / Mount Eerie, denn kontrolliertes Chaos ist der Hammer. Peter Gabriel und The Cure (und mehr), weil die Popmusik der 80er Jahre großartig war, eine Goldmine der Inspiration.”

Für mich ist Monami eines der ansprechendsten Alben des Jahres. Die Musik ist sehr abwechslungsreich mit Gitarren, Synthies, auch ein Chor ist zu hören(auf You Decide und Fearful Flower). Es wird auch zweisprachig gesungen (Fearful Flower). Die Songs haben Hitpotential, wie etwa Road Wage oder das nach vorn gehende Charger

Foreign Diplomats au Deutschland-Tour

Foreign Diplomat spielen am 21.09. in der Kleine Freiheit, Osnabrück. Ich bin gespannt,sie live zu erleben.

Weitere Tourdaten:

12.09. Club Stereo, Nürnberg

15.09. Milla, München

16.09. Brotfabrik, Frankfurt

17.09. Ostpol, Dresden

18.09. Zakk, Düsseldorf

20.09. Badehaus, Berlin

An Horse – Konzert am 19. 06. 2019 im Gleis 22 in Münster

Ein Duo aus Australien, ein Pullover vom Nachbarn, falsche Grammatik, Winterschlaf ,  eine neue Platte und wieder auf Tour

Das australische Indie-Rock Duo An Horse wurde im Jahr 2007 von Kate Cooper (Gesang & Gitarre) und Damon Cox (Schlagzeug & Backgroundgesang) in Brisbane gegründet. Der Bandnamens entstand aus einem Streit zwischen Kate Cooper und ihrem Nachbarn über korrekte Grammatik , Er strickte ihr einen Pullover mit der Aufschrift „An Horse“ und bestand darauf, dass man „an“ vor einem Wort mit H benutzt. AN HORSE hatten 2010 ihr Debüt „Rearrange Beds“ und nur ein Jahr später ihr zweites Album „Walls“ veröffentlicht. Davor, dazwischen, danach und währenddessen war das Duo aus Australien konstant auf Tour: entweder als Headliner oder gemeinsam mit Tegan And Sara, Death Cab For Cutie, Silversun Pickups oder Nada Surf ging es gleich mehrmals um die ganze Welt. Dieses Tourstress im Akkord forderte seinen Tribut: das Duo war ausgebrannt und verfiel in einen sechsjährigen Winterschlaf. Beide hielten aber ständig Kontakt. Nach einigen Jahren der (musikalischen) Funkstille erreichten Damon dann wieder Songideen von Kate, die er ergänzte und ihr zurückschickte. Man traf sich über Weihnachten in der australischen Heimat Brisbane, dann wieder in Kanada, der neuen Heimat von Kate, und plötzlich war das dritte Album Modern Air fertig. Hier ist der Opener This is a Song.

„Modern Air“ erschien  am 03. Mai 2019 über Grand Hotel van Cleef, dem Label der  Musiker Thees Uhlmann (Tomte), Marcus Wiebusch (Kettcar), Felix Gebhard und Max Schröder (Olli Schulz und der Hund Marie,Tomte). Im Sommer ist die Band auf ausgiebiger Tour in Deutschland.

Die Tour führt sie am 19.06.2019 ins Gleis 22 nach Münster …. und mich ebenfalls dorthin.

Moritz Krämer + Band in der Pension Schmidt in Münster

Der Berliner Sänger und Songwriter Moritz Krämer kommt heute Abend nach Münster in die Pension Schmidt. Mal klingt seine Musk zurückgelehnt wie Whitney oder Andy Shauf, wenn ein trockener Beat (Hanno Stick am Schlagzeug) unter warmen Streichern begraben wird, mal wie Kevin Morby, Wilco oder Courtney Barnett, mal erinnern die Arrangements mit Bongos, Motownstreichern und dem Beatlesbass von Alex Binder an Hymnen von Curtis Mayfield oder Gladys Knight, durch Andi Fins’ Klavierspiel an Randy Newman oder Todd Rundgren. Am Ende ist es immer Krämers Stimme und seine Art zu singen, die den Sound der Platte ausmachen, die die deutsche Sprache so leicht und melodisch klingen lassen. Das ist jedenfalls das Versprechen, das gegeben wird. Und genau deswegen gehe ich dahin.