Angie McMahon – Pasta + Missing Me

In die Playlist für den Monat Mai muss unbedingt noch der Song Pasta der sympathischen Singer-Songwriterin Angie McMahon aus Melbourne rein. Ihre gewaltige Stimme hat sie als Sängerin der neunköpfigen Soulband The Fabric aus ihrer Heimatstadt trainiert. Man muss schon ordentlich laut singen können, wenn man sich gegen 3 Blasinstrumente durchsetzen muss. In dem Video zu Pasta zeigt Angie McMahon, wie wichtig unser bester vierbeiniger Freund ist, um aus der Trägheit herauszukommen, wenn man nur müde ist und nur Pasta essen will. Das Video bitte unbedingt bis zum Ende ansehen, denn ab der Hälfte gibt es zum einen noch viel mehr drollige Hunde, zum anderen wechselt das Tempo und Angie zeigt, dass sie eine richtig gute  Rockmusikerin ist.

Angie McMahons Debütalbum wird mit Spannung erwartet. Bereits bekannt ist, dass die Platte „Salt“ heißen wird und im Sommer erscheinen soll. Als weiterer Teaser ist ein Video zum Track Missing Me erschienen . Der Clip besteht aus privaten Familienfotos von Angies Lieblingsorten in ihrer australischen Heimat. Wieder fällt ihre kraftvolle Stimme und die rockige Gitarre auf.

Friedrich Sunlight – Sag es erst morgen

Beim stöbern im Netz bin ich auf eine Vorankündigung von tapete records gestoßen, deren Text mich neugierig machte. Da heißt es: „Die Musik von Friedrich Sunlight ist geprägt vom Sunshine Pop der Sechziger und britischen Pop der frühen Achtziger. Wir bringen euch heute den Sunshine mit der Vorabsingle „Sag es erst morgen“ des gleichnamigen Albums von Friedrich Sunlight, das am 28.6. bei Tapete erscheint. Nennt es, wie ihr wollt: Harmony-Pop, Sunshine-Pop, Soft-Rock – aber liebt es!“

Als ich mir den Song anhörte, hatte ich dieses Déjà-vu-Gefühl. Dieser von Streichern nach vorne getriebenen Sound ruft Erinnerungen an die Soul-Musik der siebziger Jahre wach, an die Fernsehsendungen Soul-Train oder an den Phillys-Sound, aber auch an Schlager von Marianne Rosenberg.

„Die Musikalität der Texte ist uns wichtiger als der Inhalt“

Wer sind Friedrich Sunlight, die mit dem für den 28.06.2019 angekündigten “ Sag es erst morgen“ schon den zweiten Longplayer raus bringen? Der Deutschlandfunk brrichtete in einem Portrait: „Friedrich Sunlight ist eine Band mit sehr erfahrenen Musikern: Kenji Kitahama ist der Sänger der Gruppe, ein US-Amerikaner, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Die Texte von Friedrich Sunlight sind auf Deutsch. Bisher kannte man das nur andersherum: englische Lyrics mit deutschem Akzent. Schlagzeuger Mark Frank hat sich den Bandnamen ausgedacht – er hat ihn in einem Dada-Gedicht entdeckt. Die durchaus sperrigen Songzeilen treffen auf samtweiche Melodien.“

In einem Interview sagte Mark Frank: „Die Musikalität der Texte ist uns wichtiger als der Inhalt“ . Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall hören lassen.

Neufundland setzt sich mit Scham auseinander

“SCHAM“ LP Release: 31.05.2019 (Unter Schafen Records / Kontor Media)

Der Soziologe Sighart Nickel hat einmal geschrieben: „Scham ist Wahrnehmung von Ungleichheit, Beschämung eine Machtausübung, die Ungleichheit reproduziert“

Wer aber bestimmt, wofür wir uns schämen. In unserer neoliberalen Zeit zählt der Erfolg. Wir schämen uns für unseren schlecht bezahlten Job,unseren  Körper, der nicht dem Schönheitsideal entspricht, unserer Herkunft oder unserer Depressionen. Und warum schämen sich die einen, während die anderen die sich schämen sollten, sich niemals schämen. Von Scham zu sprechen, heißt also von Machtverhältnissen und von Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft zu sprechen.

Schon mit ihrem Debütalbum „Wir werden niemals fertig sein“ erhob die Kölner Band Neufundland den Anspruch, Indie-Pop mit politischem Diskurs zu verbinden. Dieses provokante Konzept verfolgen sie  mit ihrem zweiten Album “Scham” weiter.

In den zwölf Tracks werden die Verhältnisse in unserer ach so liberalen Gesellschaft werden in Zweifel gezogen und in Frage gestellt. Ist Liebe nur ein Versprechen aus der Werbung (Liebe)?  Wird uns eine Lüge aufgetischt, dass künftig alles besser wird (Alles Lüge)? Es wird Kritik an der Generation Y geübt, die als Backpacker um den Globus düst (Hochwassertouristen), die Scheinheiligkeit der Gesellschaft angeprangert (Viva La Korrosion),  aber auch die eigenen männlichen Privilegien im Sinne der Toxic Masculinity reflektiert ( Männlich, blass, hetero). Es bleibt allerding zum Glück nicht beim Lamento, dass man mit den Falschen abhängt (Im Netz der Spinner). Als Ausweg aus dem Dilemma wird die Solidarität mit Verlieren aufgezeigt (Staub der Verlierer) oder mit den Randgestalten (Die Nacht ist jung), denn am Ende gilt, Unkraut vergeht nicht (Disteln).

Es ist Neufundland hoch anzurechnen, dass sie sich mit den  Verbrechen der NSU auseinandersetzen, wie Behörden als Hans guck in die Luft nicht wahrnehmen wollen, dass rechte Jugendlichen vom Rassismus in den Terrorismus abschlittern und zu Attentätern werden (Eine Nagelbombe später). Vergleicht man dies mit dem  deutschen Pop von Max Giesinger, Mar Foster und Co, der im Mainstream geboten wird, unterscheidet sich die aufrüttelnde Nachdenklichkeit von Neufundland wohltuend.

Für den Sound zeichnet Produzent Tillmann Ostendarp, der Schlagzeuger der Schweizer Band Faber, zusammen mit Sänger Fabian Langer verantwortlich. Das komplexe Gitarrenspiel hat internationales Niveau. Vergleiche mit Maximo Park oder Real Estate sind angebracht. Wem Bilderbuch textlich zu wenig Relevanz bietet, dem sei Neufundland ans Herz gelegt.

Das Album Scham ist ab Freitag auf den üblichen Kanälen verfügbar.

Miya Folick – Malibu Barbie

Miya Folick hatte im Herbst des vergangenen Jahres ihr vielbeachtetes Debüt-Album „Premonitions“, heraus gebracht, über das an dieser Stelle berichtet wurde (hier). Nunmehr legt sie eine neue Single nach. In Malibu Barbie befasst sie sich mit Schönheitsstandarts und dem sich daraus ergebenden psychischen Druck.. Das ständige Reden darüber, ob jemand gut aussieht oder nicht, bezeichnet sie als beauty language.

Auf ihrer Facebook Seite schreibt sie:“Ich bin mit einer Mutter aufgewachsen, die selten beauty language sprach. Sie nannte sich selbst nicht hübsch oder hässlich oder sie musste sich ändern, um sich wertvoll zu fühlen. Aber ich habe die beauty language schnell von Lehrern, Klassenkameraden und dem Internet gelernt. ⁣⁣⁣⁣⁣⁣Malibu Barbie handelt davon , was es für mich bedeutet, eine Frau zu sein – es ist eine Sehnsucht nach einem Ideal. Es ist klar, dass ich bei der Suche nach körperlicher Perfektion bis zum Äußersten gehen, mich umsehen und feststellen kann, dass ich mich nicht verändert habe. Ich sehne mich immer noch nach etwas mehr. ⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣Ich bin meine Neugier und mein Streben. ⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣Wer ich bin, ist kein Ort, an dem ich ankommen kann.“⁣⁣

Moyka- Bones

Foto Anne-Lise_Nygaard

Norwegen ist auch ein gutes Pflaster für elektronische Tanzmusik. Dies zeigen Musikacts wie  Royksopp, Highasakite und Aurora. Das sind genau die Idole, der die norwegische Newcomerin Moyka nacheifern wollte. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass sich Moyka für ein Studium der Musikproduktion in Bergen einschrieb. Die Zeit nutzte sie, um durch die Arbeit mit Cubas, Soft-Synths und Samples ihr eigenes mystisches, synthie-basiertes Universum zu erschaffen. Mit ihrer Debütsingle “Colder” schaffte sie es ins norwegische Fernsehen Punkt. Ihre zweite Single Bones folgt den aktuellen Trend, auf die Musik der 80er Jahre Bezug zu nehmen.

Bones is about that urge to create, and feeling like that is taken away,” sagt sie. “When I wrote it in 2017, it felt like I couldn’t quite get anything right, I was trying really hard and it all turned out bad. I was saying, ‚I’ve got this big love for you and it seems like you’re disappearing…‘”

Andi Fins – Stan’s Copycat

Aktuelles Video

Zu Stan’s Copycat hat Andi Fins jetzt ein sehr schönes Video heraus gebracht.

Sie bat um eine Zigarette und sagte: “Versteh mich bitte nicht falsch, aber schriftlich kommst du besser rüber,  als von Angesicht zu Angesicht mit dir zu reden”

Gleich die ersten Zeilen des Songs Stan’s Copycat haben mich persönlich abgeholt. Das ist doch genau das, was einen Blog-Schreiber wie mich erwartet, wenn er sich  mal hinter seinem Laptop weg wagt, sich hinaus traut und dann im Club auf seinen Schwarm trifft. Wenn man es vermasselt, fühlt man sich wie die Kopie eines Stalkers und Fans (Stan)

Der Anti-Held ist zurück

Foto_katja aujesky

Der hier aus der Erfahrung eines geplatzten Dates einen perfekten Popsong fabriziert hat, heißt Andi Fins. Sein nagelneuer Song Stan’s Copycat wird wird auf seinem neuen Album zu hören sein, dessen VÖ für September 2019 geplant ist. Es scheint so, als wolle er seine Erzählung fortschreiben, die er mit den Vorgänger “Dreamer” (VÖ 2016) und dem noch aktuellen Album “How will our Hero get out of this one? (VÖ 2018)” begonnen hat. In der mit Moritz Krämer ( Die höchste Eisenbahn) produzierten Video-Trilogie „Out of Sight“, „Walk away“ und „Stay on top“ stellte er sich als Trenchcoat tragender, tapsiger Antiheld dar.Man darf  gespannt sein, wie es weiter geht.

Musikalisch ist Andi Fins alles andere als ein Underdog. Der passionierte Keyborder arbeitet u.a. mit Moritz Krämer, Max Prosa, Philipp Dittberner, Boy, Mark Forster, Elif, Super 700, Martin Gallop, Anna F.,Nico Suave, Tim Neuhaus und Clueso zusammen. Aktuell gehört er zu der Band, die mit Moritz Kremer auf Tour ist.

Sein eigene Musik lässt Erinnerungen an den melancholischen Pop der 80’Jahre und 90’Jahre wach werden. Man hat Prefab Sprout oder  The Style Council im Ohr. Damit liegt Andi Fins hoch im Trend. Seine Mitmusiker sind Alexander Binder (Gitarren und Bass), Hanno Stick (Drums),und Larissa Pesch (Backingvocals). Andi Fins bedient die Keyboard und war zusammen mit Alexander Binder Produzent. Alexander Binder und Hanno Stick spielen auch bei Moritz Krämer und bei Judith Holofernes. Larissa Pesch war bis vor einem Jahr Mitglied der Soul-Pop Girlband Laing.

Das neue Album finanziert Andi Fins durch Crowdfounding . Es soll, wie gesagt, im Herbst 2019 erscheinen. Wer möchte, kann das Projekt hier unterstützen.

Projekt unterstützen

Honeyblood-She’s A Nightmare

Hinter dem Projekt Honeyblood steckt die schottische Musikerin Stina Tweeddale als Masterind und nunmehr im Alleingang, nachdem sie sich von der Schlagzeugerin Cat Myers getrennt hat.

Honeyblood by Marieke Macklon

Zu She’s A Nightmare erzählt Stina folgenden Albdruck: Als sie nach zwei Jahren auf Tournee zu Honeybloods zweitem Album „Babes Never Die“ (2016) nach Hause kam, geschah etwas Schreckliches. Sie wurde verfolgt. Jede Nacht, wenn sie in ihrem eigenen Haus in Glasgow zu Bett ging, nachdem sie in fremden Hotelzimmern gelebt hatte, kam eine Frau, um sie zu erwürgen. „Es klingt verrückt“, sagt sie über das Telefon aus Schottland. „Ich bekam diese schrecklichen Halluzinationen und Nachtangst. Ich war nicht einmal schlafwandelnd, ich habe geschlafen, als mein Haus von dieser Frau heimgesucht wurde, die in meinen Träumen zu mir gekommen war und versucht hat, mich zu töten! “

She’s A Nightmare ist ene Auskopplung aus an diesem Freitag erscheint das dritten Album „In Plain Sight“ . Stina Tweeddale übernahm gemeinsam mit dem Produzenten John Congleton (u.a. Angel Olsen, St. Vincent) die Regie.

Middle Kids – New Songs for Old Problems

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Wie schon häufig haben wir hier ein Ohr am anderen Ende der Welt, sodass wir neue & gute Musik aus Australien vermelden können. Es geht un das Newcomer Indierock-Trio Middle Kids um Hannah Joy. Sie und ihre beiden Mitstreiter Harry Day und Tim Fitz haben in ihrer Heimat mit ihrem erst im Mai 2018 erschienen Erstling „Fast Forward“ den „Album of the Year“-Award des australischen öffentlich-rechtlichen Senders triple j abgeräumt.

Neues Mini-Album der Middle Kids erscheint am Freitag

Nun kommt kommt morgen am 24.05. mit „New Songs For Old Problems“ ein komplettes Mini-Album der außergewöhnlich produktiven Band aus Sydney heraus.
Möglich wird diese rasante Release-Rate durch das bandeigene Studio, in dem der Middle Kids-Bassist Tim Fitz auch die Produktion des auf Lucky NumberMusic erscheinenden Mini-Albums verantwortlich war.

Im Zentrum der sechs Songs umfassenden Veröffentlichung steht die erste Single „Real Thing„, deren schwelgerischer, erhabener und zugleich wehmütiger Sound auch mit der textlichen Botschaft des Tracks korrespondiert, wie die Frontfrau Hannah Joy erläutert: „‚Real Thing‘ handelt von der lebenslangen Suche nach Bedeutung – von der leisen, aber ausdauernden Stimme, die unentwegt nachbohrt, ob du wirklich glaubst, dass du tatsächlich das gefunden hast, wonach du gesucht hast.

Neufundland – Viva la Korrosion

Wem die Musik von Bilderbuch gefällt, deren Texte aber zu inhaltlos und unpolitisch sind, der findet eine Alternative in der Kölner Band Neufundland. Komplexe Gitarrenarbeit, Vintage Drums und Motown Bass geben ihrer eleganten Rockmusik den nötigen Funk, um sie auf internationales Niveau zu heben. Dazu zeichnet sich die Band durch gesellschaftskritische Texte aus und unterscheidet sich damit wohltuend von den Max Giesingers und Mark Fosters der deutschsprachigen Popwelt. So ist die Single Viva la Korrosion ein düsterer, ironischer Abgesang einer bigotten Gesellschaft.

Das neue Album „Scham“ kommt am 31.05.2019

Viva la Korrosion ist eine Auskopplung aus dem kommenden spannenden Album mit dem Titel Scham. Dazu mehr nach der Veröffentlichung am 31.05.2019.

Moritz Krämer + Band in der Pension Schmidt in Münster

Der Berliner Sänger und Songwriter Moritz Krämer kommt heute Abend nach Münster in die Pension Schmidt. Mal klingt seine Musk zurückgelehnt wie Whitney oder Andy Shauf, wenn ein trockener Beat (Hanno Stick am Schlagzeug) unter warmen Streichern begraben wird, mal wie Kevin Morby, Wilco oder Courtney Barnett, mal erinnern die Arrangements mit Bongos, Motownstreichern und dem Beatlesbass von Alex Binder an Hymnen von Curtis Mayfield oder Gladys Knight, durch Andi Fins’ Klavierspiel an Randy Newman oder Todd Rundgren. Am Ende ist es immer Krämers Stimme und seine Art zu singen, die den Sound der Platte ausmachen, die die deutsche Sprache so leicht und melodisch klingen lassen. Das ist jedenfalls das Versprechen, das gegeben wird. Und genau deswegen gehe ich dahin.