Neues Video- – Better Oblivion Community Center – Dylan Thomas

Nachdem Phoebe Bridgers und Conor Oberst überraschend eine Kollaboration bekannt gegeben und ein Album als Better Oblivion Community Center veröffentlicht haben, und kündigten sie die neue Tour des Projekts an (u.a. 2 Termine in Deutschland: am 5.Mai in Berlin – Columbia Theater und am 6. Mai in Köln – Kantine). Dazu gibt es ein brandneues Musikvideo für den Song „Dylan Thomas“. Der Song handelt von Vergnügungs- und Trunksucht, an der auch der walisische Poet Dylan Thomas zugrunde gegangen ist. Dieser hat sich zu Tode getrunken und ist im Alter von 39 Jahre verstorben.

Im Video folgen wir Oberst und Bridgers in das Better Oblivion Community Center. Hier frönt man offenbar einem okkultistischen Ritual mit Kerzenlicht, das in eine V.R. Party übergeht.

Heute verbreitete Michelle Zauner u.a. auf Facebook, dass sie die Regie beim Videodreh geführt hat. Damit hat Zauner, die das Bandprojekt Japanese Breakfast leitet, auf einem weiteren Feld ihre Creativität unter Beweis gestellt.

Michelle Zauner hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie das Songwriting von Phoebe Bridgers ziemlich gut findet. Auch in dem heutigen Statement führt sie aus:

Phoebe Bridgers and Conor Oberst are two of my favorite songwriters and lyricists of our time, so it was an honor to get to work with them on the visuals for their new project together. As always I worked with Adam Kolodny, my DP and creative collaborator to bring this cross between an Eyes Wide Shut LA mansion party and the Great Northern Hotel to life.”

Phoebe Bridgers hat bei boygenius und jetzt bei Better Oblivion Community Center gezeigt, das sie Spaß an Kollaborationen hat. Eine musikalische Zusammenarbeit von ihr mit Michelle Zauner wäre der Hammer.

Snowfall – Mister Mister

Birte Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson waren mal zusammen mit Nick Reitmeier eine deutsche Folk-Pop-Band aus München. Sie nannten sich Young Chinese Dogs. Offenbar ist das Vergangenheit. Birte Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson haben sich nunmehr im hippen Berlin niedergelassen . Als Duo Snowfall machen die beiden weiter. In ihrer Musik treffen  massive Gitarrenriffs auf elektronische Beats und die Stimme der Sängerin.

Die Single Mister Mister macht neugierig auf Album „Halfway Devil“, welches am 01.02.2019 erscheinen soll.

Black Sea Dahu in der Pension Schmidt in Münster

 

Münster,  28.01.2019

Pressefoto Black Sea Dahu Paul Märki

Die  Pension Schmidt ist ein Café im Retro-Look in der Innenstadt von Münster. Sitzecken mit Plüschsofas laden zum gemütlichen Kaffeetrinken oder zu Bier und Snacks ein. Ab und zu wandelt sich das Café in einen Konzertsaal. Dann werden die Sofas und Stühle vor der kleinen Bühne aufgereiht. Man genießt die Darbietung im Sitzen. So auch an diesem  Montagabend. Rund 150 meist jüngere Menschen warteten geduldig auf Einlass. Die Pension Schmidt war restlos ausverkauft. Dem Kleidungsstil nach (soweit man es danach beurteilen kann, wenn man viele weite Pullover, weite Jeans, Cordhosen und Strickkleider sieht) handelte es sich wohl überwiegend um Studierende der Geisteswissenschaften, die so wie die von mir diesbezüglich befragten Sitznachbarn einem Musiktipp von 3Sat-Kulturzeit gefolgt waren oder ähnliche Informationsquellen hatten. Nach meinen Eindruck wusste das Publikum, wer da aus der Schweiz nach Westfalen gekommen ist und hatte entsprechend hohe Erwartungen, nicht enttäuscht wurden.

Gegen halb neun betrat Black Sea Dahu die enge Bühne. Im Mittelpunkt stand sowohl jetzt physisch auf der Bühne, als auch als präsenter musikalischer Mastermind der Band Janine Cathrein mit der akustischen Gitarre. Mit ihr waren ihre beiden Geschwister im Vordergrund. Links neben ihr wechselte ihre Schwester Vera  ab und an ihre elektrische Gitarre mit dem Instrument des hinter Ihr stehenden Bassisten. Rechts wurde als ungewöhnliches Instrument ein Cello vom Bruder Simon bedient. Im Hintergrund machte Ramon Ziegler mit einem Nord-Keyboard elektronische Effekte hörbar. Paul Märki am Bass und Nick Furrer an Schlagzeug und Perkussion bildeten die Rhythmus-Sektion der meist Down-Tempo dargebrachten folkigen Stücke, die aus dem neuen Longplayer „White Creatures“ stammten. Der Sound war gut gemixt und die Lautstärke der kleinen Location angepasst, sodass mein persönliches Problem, am Tag nach einem Live-Konzert nur noch eingeschränkt hören zu können, diesmal gar nicht auftrat.

 

,Das besondere an der Perfomance ist tatsächlich die dunkle, warme Stimme von Janine Cathrein. Nicht zu vergessen ist, dass ihre Schwester bei der Zweitstimme ebenfalls die tieferen Tonlagen beherrscht. Zusammen mit der atmosphärischen Musik sowie im Ohr bleibenden Riffs auf der E-Gitarre wir man magisch in den Bann gezogen. Daher gilt unbedingt die Empfehlung, sich das Album „White Creatures“ reinzuziehen. Beim Publikum kam die Live-Darbietung jedenfalls uneingeschränkt gut an. Der Funke sprang auch wohl über durch die dem Publikum zugewandten persönlichen Statements von Janine Cathrein. Zum Lied , durch das ich überhaupt auf Black Sea Dahu aufmerksam wurde, nämlich “Take Stock Of What I Have“, erzählte sie folgendes. Sie habe das Lied geschrieben, um aus einem Tiefpunkt heraus zu kommen. Es handele sich um eine Bestandsaufnahme von grundlegenden Fähigkeiten und Talenten, die sie habe. So nannte sie die Fähigkeit, eine Gitarre zu halten, bezeichnender Weise, um darauf Musik zu machen. Diese Erklärung kam ebenso glaubwürdig rüber, wie die Musik. An anderer Stelle berichtete sie darüber, wie sie sich gegen den Rat ihrer Freunde entschieden hat,  von der Musik als Beruf leben zu wollen. Man nahm die Authentizität wahr, insbesondere bei dem darauf folgenden inbrünstigen Solostück, bei dem die anderen Musiker die Bühne verließen. Insgesamt spürt man bei Black Sea Dahu, dass da was Größeres gewachsen ist. Das gönnt man der sympathischen Band natürlich. Andererseits befürchtet man, dass in größeren Sälen oder Musikhallen etwas verloren gehen könnte. Janine Cathrein sprach von der Magie, wenn die Grenze zwischen Bühne und Publikum verwischt. Der Verlust dieser an diesem Abend zu spürenden Magie könnte der Preis für den der Band zu wünschenden größeren Erfolg sein.

Das Konzert endete wie im Flug mit einer unplugged Zugabe, bei der die Geschwister noch mal ihr gesangliches und ihr Können an den Instrumenten zeigten. Der Forderung des hochzufriedenen Publikums nach weiteren Zugaben konnte die Band in dem Lokal in der Innenstadt nicht nachkommen. Beim obligaten Erwerb einer CD mit Autogrammen am Merch-Stand, waren sie aber freundlich zu einem kurzen Gespräch bereit.

Um an Textzeile aus „White Creatures“ anzuschließen und diesen Artikel abzuschließen: I became, What I Have Deserve. Ich hatte einen schönen genussreichen Montagabend. Danke Black Sea Dahu

Sharon Van Etten – Seventeen

Sharon Van Etten  ist eine US-amerikanische Sängerin und Songwriterin, die mehrere Instrumente beherrscht (Gitarre, Klavier, Violine und Klarinette). Die Musik ihrer bisher erschienenen 4 Alben kann als eine Mischung aus Folk, Rock, Indie-Pop und dezenten Country-Einflüssen bezeichnet werden. Thematisch geht es bei ihr um die Schattenseiten der Liebe, um Zurückweisung, Verlustangst und emotionalen Missbrauch, sodass sie regelmäßig mit Cat PowerSt. Vincent oder Feist verglichen wird.

Das nunmehr erschienene 5. Album Remind Me Tomorrow geht  Van Etten elektronischere Wege. Sie setzt verstärkt auf Synthesizer und wuchtig-treibende elektronische Beats. In Seventeen erinnert sie sich an die schwierige Gefühlswelt ihre eigenen pubertäre Phase. Die Vergangenheitsbewältigung gelingt ihr als erwachsene Frau auf eine selbstbewusste Art und Weise, die musikalische Vergleich mit Bruce Springsteen aufkommen lassen.

Desperate Journalist – Satellite

Desperate Journalist wurde 2012 im Norden von London von Jo Bevan (Gesang), Rob Hardy (Gitarre), Simon Drowner (Bass) und Caroline Helbert (Schlagzeug) gegründet. Der Name der Band leitet sich von „Desperate Journalist in Ongoing Meaningful Review Situation““ ab, einem Song von The Cure. Musikalisch tritt die Band unüberhörbar in die Fußstapfen eben von The Cure, The Smiths oder The Jesus And Mary Chain. Zur Zeit befinden sich Desperate Journalist auf Tour. Am Samstag den 11. Mai 2019 kann man zum Ausgehen die schwarzen Klamotten anziehen, denn dann werden sie einen Gig in Münster im Gleis 22 spielen.

Ihr dritten Albums, „In Search of the Miraculous“, wird im Februar 2019 erscheinen. Vorab gibt es daraus die Single Satellite.

Phoebe Bridgers und Connor Oberst – Better Oblivion Community Center

Heute gab es einige Aufregung in den diversen Musikblogs im Netz, denn Connor Oberst, der Sänger von Bright Eyes, und Phoebe Bridgers haben sich unter dem Namen BetterOblivion Community Center zusammengetan und überraschend ein gleichnamiges Album auf den verschiedenen Streamingplattformen ( z.B. Spotify) bereit gestellt.  Mit einem Auftritt in der “Late Show With Stephen Colbert” machten sie ihr neues Projekt öffentlich und spielten den Titel “Dylan Thomas”.

 

Über Phoebe Bridgers habe ich schon mehrfach berichtet (hier). Neben Ryan Adams (Duett: Killer) nennt sie Connor Oberst als einen ihrer Entdecker und Förderer. Im letzten Jahr erregte Phoebe Bridgers zusammen mit Julien Baker und Lucy Dacus Aufmerksamkeit als Folk-Supergroup „boygenius“.

Better Oblivion Community Center zeigt sich als sehr abwechslungsreich. Es deckt die Palette ab, von melancholischen Folk-Balladen ( Didn’t Know What I Was In For, Service Road)   Indie-Rock ( Exaptation To The Rule),Folk-Rock (Big Black Heart) zu straightem Rock (Dylan Thomas),  bei dem die beiden zeigen, dass sie die E-Gitarren richtig krachen lassen können.

Die sanft verträumte Stimme von Phoebe Bridgers harmoniert gut mit der gebrochenen von Connor Oberst.

The Japanese House – Lilo

Auf diesen Act bin ich durch den empfehlenswerten Blog Bedroomdisco aufmerksam geworden. Danke dafür.

Es geht um die Band The Japanese House und ihren Kopf, die noch junge Amber Bain. Bedroomdisco schreiben:

„Doch während sich die mittlerweile 23-jährige Londonerin seit langem einer aufstrebenden Karriere erfreuen kann, entstand und thematisiert ihr am 1.3. via Caroline International erscheinendes Debüt  Good At Falling eher dunkle private Momente der Musikerin. So geht es schon in der ersten Single Lilo um den Zerfall ihrer Beziehung zur Musik-Kollegin Marika Hackmann, die auch im Video zu sehen ist. Bain beschreibt es so: ‚To me, her every movement – paired with her approach to life – seemed as serene as the image of a lilo floating across a swimming pool…I seem quite helpless in the lyrics. I could definitely tell that I was losing her. I knew, I just knew, that something was ending.‘

Doch aus dem Ende der Beziehung hat Bain zumindest ein kraftvolles Werk geschaffen, dass noch mal neuen Schwung in ihr Schaffen bringt  – wir sind gespannt auf dieses Debütalbum und sagen: Behaltet The Japanese House in 2019 unbedingt auf dem Radar!“

Dem schließe ich mich gerne an.

Cass McCombs – Sleeping Volcanoes

Cass McCombs ist ein kalifornischer Folk- und Alternative Rock-Musiker, der seit 2002 mehrere Alben veröffentlicht hat. Mit Sleeping Volcanoes kündigt sein neues Album Tip of the Sphere an, welches am 08.02.2019 erscheinen soll. Das Video zu dem Song wurde von dem Künstler und Designer Tahiti Pehrson gestaltet und ist eine Hommage an die Dreammachine-Leuchten von Brion Gysin.

Die kryptischen Lyrics erwähnen in den Strophen das als heidnisch bezeichnete Shambala, also den mythologische Ort im Buddhismus und Hinduismus. Darunter, also auf der irdischen Welt, schlafende Vulkane, die jederzeit explodieren können. Wir werden erinnert, dass wir überall auf der Welt Flüchtlinge sind und bald von Kindern zu alten Menschen werden. In einer Welt der Lüge leben wir in einen Wolkenkuckucksheim. Im Refrain wird Ruhe und Hilfe ausgerechnet im Armageddon, dem (dem Shambala entgegengesetzten) Weltuntergang der biblischen Apokalypse erhofft.

McCombs erklärte in The Fader, bei dem nachdenklichen Track gehe es um “people passing each other on the sidewalk unaware of the emotional volatility they are brushing past, like a sleeping volcano that could erupt at any moment.”

(„Menschen, die sich auf dem Bürgersteig begegnen, ohne sich bewusst zu sein, mit welcher emotionalen Explosivität sie sich aus dem Weg gehen, wie ein schlafender Vulkan, der jederzeit ausbrechen könnte“)

Auch wenn ich mich mit den Lyrics, die ich als misanthropisch deute, nicht so recht anfreunden kann, ergreift mich die Musik sofort. Der Song eröffnet mit einem verträumten Gitarren-Lick, der jedoch bald in einen dröhnenden Rock-Groove übergeht.

Maggie Rogers – Burning

Es ist schon 2 Jahre her (Oktober 2016), dass man auf Maggie Rogers durch den Song „Alaska“ aufmerksam wurde.  Pharrell Williams kürte das Stück bei einem Uni-Vortrag zum Prototypen eines zeitgemäßen Popsongs, seitdem ist Maggie Rogers auf dem Weg zum Star. Sie hat drei Millionen Streams pro Monat auf Spotify gesammelt, gut besuchte Live-Shows gespielt , Fernsehauftritte u. a. bei Jimmy Fallon und bei Saturday Night Live absolviert und einen Vertrag bei Universal.

Nunmehr ist ihr Debütalbum „Heard In A Past LIfe“ erschienen. Für die Aufnahme ist Universal auf Nummer Sicher gegangen und hat Greg Kurstin als Produzenten an die Regler gesetzt. Greg Kurstin ist derjenige, der u.a. das Erfolgsalbum „25“ von Adele produziert hat. Dementsprechend glatt ist dann auch (leider) im Großen und Ganzen die Produktion von „Heard In A Past LIfe“ ausgefallen. Hörenswert bleibt das Album dennoch wegen Maggie Rogers warmherziger, eigenwilliger Stimme und ihrem ausgeprägten Umgang mit Melodien, die durch Loop-Samples und unerwartete Beats weniger konventionell ausfallen. An „Alaska“ können aus meiner Sicht „Light On“ und eben Burning am besten anschließen.

Black Sea Dahu in der Pension Schmidt in Münster

Auf einer norwegischen Insel namens Giske, nahmen Black Sea Dahu  das Album „White Creatures“ auf.  Stellt man sich den hohen Norden in Verbindung mit dem Albumtitel vor, denkt man unweigerlich an alte archaische Wesen und Kräfte. Und genauso klingt die Musik von Frontfrau Janine Cathrein und ihre Kollegen. Folk wie diesen findet man nur noch selten. Ich freue mich auf die Live-Präsentation am 28.01.2019 in der Pension Schmidt in Münster.