Die Leipziger Band Warm Graves hat ihr Debütalbum „Ships Will Come“ neu aufgelegt, bevor im kommenden Jahr ein neues Album folgt.

Ships Will Come“ hieß das gefeierte Debütalbum der Leipziger Sci-Fi-Delic Band Warm Graves um Jonas Wehner. Die LP besticht durch ihre surreale, traumhafte Klangatmosphäre, welche von repetitiven, organischen Rhythmen untermauert wird. Warm Graves kreieren einen Science-Fiction-Soundtrack. Es zählt nicht das Individuum, der Frontsänger oder der Lead-Gitarrist , es zählt konsequent die Gemeinschaft. Deshalb übernimmt den Gesang ein Chor, ein Kollektiv aus Freunden. In den sieben perfekt miteinander verwobenen Songs spielen tragende Rhythmen eine große Rolle, genau wie breite Orgelteppiche.

(Oben: Jonas Wehner- Credits: Julia Perkuhn)

Warm Graves – Ravachol

Dieses Jahr wird das in 2014 via This Charming Man veröffentlichte Album vom Londoner Label Fuzz Club wieder neu aufgelegt. Außerdem sind die Arbeiten zum lang erwartetem zweiten Album abgeschlossen sind, und dieses im nächsten Jahr, dank Fuzz Club, das Licht der Welt erblicken wird.

Áslaug – Timezone

Áslaug Vigfúsdóttir heißt die vielversprechende isländisch-niederländische Künstlerin und Songwriterin. Unter ihrem Vornamen Áslaug startete sie 2019 mit ihrer Debütsingle „Take From Me“ ihre Karriere und erlangte besonders in den Niederlanden Anerkennung (einer der beliebtesten Acts von Popronde, 3FM Talent). Die niederländisch-norwegischen Indie- Elektroniker von Klangstof haben einen wunderbaren Remix von“Take From Me“ erstellt. Leider wurden Áslaugs geplanten Live-Auftritte durch Corona gestoppt. Jetzt startet sie mit dem elektronischen, minimalistischen Popsong „Timezone“ neu durch.

In „Timezone“ geht es darum, in einer Partnerschaft Konflikte zu vermeiden und sich in die eigene Gedankenwelt zurückzuziehen. Für die Kommunikation stellt gestörte Kommunikation einen zentralen erzählerischen Aspekt dar. „Andere glauben lassen, dass sie Recht haben und in einem unerwarteten Moment mit voller Überzeugung das Gegenteil beweisen“, beschreibt die Isländerin den Inhalt ihres Songs.

Leoniden – Dice

Die Leoniden sind die deutsche Band, der es derzeit am besten gelingt, ihre funky Popsongs so zu arrangieren, dass sie auch in Stadien vor großem Puplikum funktionieren können. Ein gutes Beispiel dafür ist die letzte Single „Dice“. Sie beginnt mit einem deftigen Bass-Groove und mündet in einem Refrain voller Drive und Melodie, geht über in eine zweite Strophe, die niemand so schnell wieder aus dem Kopf bekommt: Erst eine Kuhglocke, dann Call&Response „Hey“ „Ho“ „Hu“ – „And I don’t want to be lonely, really hope it will hurt less“  ist catchy macht schlicht und ergreifend gute Laune. Das Video ist schon aufgrund das Hundes, der darin mitspielt, sehenswert.

Trümmer – Wann wenn nicht

Wegen ihrer lyrischen deutschen Texte werden Trümmer (Foto oben: Tim Erdmann) häufig in der Tradition der Hamburger Schule verortet, sehen sich selber aber eher von britischen und amerikanischen Bands wie The Libertines, The Strokes usw. inspiriert . Das letzte Album „Interzone“ von Paul Pötsch (Gitarre, Gesang), Tammo Kasper (Bass), Maximilian Fenski (Drums), Helge Hasselberg (Gitarre) liegt nun schon 5 Jahre zurück. In der Zwischenzeit haben die Bandmitglieder viel für die heimische Indie-Szene getan. Tammo hat mit Henning sein Label und Management „Euphorie“ weiter ausgebaut und betreut Acts wie Leoniden, Ilgen-Nur, Ebow, The Screenshots, Fritzi Ernst und andere. Paul wiederum war produktiver Teil von Ilgen-Nurs Band, machte Theatermusik und spielte mit Carsten Meyer aka Erobique die DDR-Musikrevue „Wir treiben die Liebe auf die Weide“ auf. Helge ist Teil des musikalischen Duos Heartbeast und hat in den letzten Jahren unter anderem Alben der Leoniden, Trixsi und Lafote produziert.  Drummer Maximilian arbeitet inzwischen als Arzt in einem Berliner Krankenhaus.

Das Album „Früher war gestern“ kommt am 17.09.2021

Jetzt sind Trümmer wieder als Band vereint und kündigen für September ein neues Album „Früher war gestern“ an. Die Auftakt -Single „Wann wenn nicht“ ist seit Freitag zu hören. Zu hören ist auch, dass Trümmer wieder richtig Lust haben, zusammen zu spielen. Der Sound knüpft wiederum an internationalen Indie-Rock und Postpunk an . Der Text von „Wann wenn nicht“ trifft den Nagel auf den Kopf.

„Ich schau mich um und sehe eine Welt  
In der nichts stimmt und mir nichts gefällt  
Und ich denk: Es ist alles zu spät 
Die Fakten liegen auf dem Tisch  
Es ist fünf vor zwölf und es tut sich nix.“ 

Trümmer drücken genau die Wut und Resignation aus, die auch mich befällt, wenn ich mir ansehe, dass bei der nächsten Bundestagswahl möglicherweise die Partei die besten Chancen auf den Wahlsieg hat, die zwar große Ziele beim Klimaschutz verkündet, wider besseren Wissen aber den Eindruck verbreitet, dass das den Bürger nix kosten wird, es also gar nicht ernst mit ihren Klimaschutzankündigungen meinen kann.

Friska Viljor -My Own Satan

Bereits im Mai kündigte das schwedische Indie-Pop-Duo Friska Viljor ( Daniel Johansson und Joakim Sveningsson) an, dass sie im Laufe der letzten 1,5 Jahren eine Menge Ideen angesammelt haben, die nun Stück für Stück veröffentlicht werden sollen. Anfang 2022 soll es dann mit Konzerten losgehen und alle Tracks sollen zusammen das Album Nummer acht bilden. Die Single „My Own Satan“ kommt mit den typischen, hochgradig eingängigen Hooks bittersüßen Trademark-Sound der Band daher.

Der Text behandelt das Leben in einer Gesellschaft, in der es so schwierig ist, immer das Richtige bzw. Gutes zu tun. Die Versuchung, sich über Social-Media-Posts aufzuplustern, brutale Sprache zu benutzen, um seinen Standpunkt durchzusetzen, sich auf sich selbst statt auf die Gruppe zu konzentrieren, mit seinen Kindern über die Rettung der Umwelt zu reden, während man sein Vermögen in „schmutzige“ Aktien steckt. Alles um uns herum ist so eingerichtet, dass es dem Ego dient. Und jedes Mal, wenn man merkt, dass man wieder einmal versagt hat, sucht man nach jemand anderem, dem man die Schuld geben kann, anstatt mit dem Finger auf dich selbst zu zeigen.“ sagt Daniel Johansson, der den Song singt.

Wet Leg -Chaise Longue

Der Indie-Rock, von dem wir in den 00-Jahren nicht genug bekommen konnten, ist nicht tot. Wiederbelebt wir er von zwei jungen Frauen, die die britische Insel Isle of Wight ihre Heimat nennen. Rhian Teasdale und Hester Chambers haben die Gitarrenband Wet Leg gegründet. Ihre Debütsingle „Chaise Longue“ , abgemischt von Alan Moulder (Arctic Monkeys, Beach House, Foals), ist gleich ein Instant-Klassiker. Bei dem Video hat die Wet Leg selbst Regie führte.

Wet Leg Foto Credit Hollie Fernando

Lucy Dreams – Dreamland

K.I. hält Einzug in die Pop-Musik

Lucy Dreams sind ein Dreampop-Trio aus Wien, bestehend aus  David Reiterer und Philipp Prückl und Lucy. Lucy ist ein kugelförmiges eigenständiges System aus digitalen und analogen Effekten, welches David und Philipp spezifisch für ihre Musikproduktion entwickelt haben. Lucy kann eigene Klangwelten und wie ein Chat-Bot selbstständig Lyrics entwickeln, wenn sie mit entsprechenden Vorlagen gefüttert wird . Lucy ist in diesem Sinne eine auf Klangerzeugung getrimmte künstliche Intelligenz (K.I.). David und Philipp gehen soweit, dass sie Lucy ein künstliches Bandmitglied betrachten.

Wer nun wen das inspiriert, die Maschine die Musiker, oder umgekehrt, lassen David und Philipp letztlich ungeklärt . Das ist aber auch ziemlich egal, denn es zählt das Produkt und das ist feinster Dreampop. Lucy Dreams träumt von der Schönheit der Welt, die es zu erhalten gilt, weil wir keine zweite haben. Als musikalische Paten sind ein bisschen Empire of the Sun erkennbar.

Gregor McEwan – The Beat Of Your Drum

Bei Gregor McEwan geht es Schlag auf Schlag weiter in Richtung Sommer-EP. „Beat Of Your Drum“ ist eine lockere, sommerliche Indie-Folk Nummer, welche als recht luftiger Folk Song beginnt, aber gegen Ende vom einsetzenden Drum-Beat und der E-Gitarre mehr und mehr übernommen wird. The Beat Of Your Drum erscheint zusammen mit einem wunderbaren Lyric Video. 

ALEX MAYR – Zeit

ALEX MAYR gelingt eine überaus interessante Mischung. Das Chansonhafte ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Darbietung. In ihrem neusten Song „Zeit“ konfrontiert sie uns z. B. mit den Zeilen: „Was am Ende bleibt ist nicht die Ewigkeit. Was am Ende fehlt ist nur verlorene Zeit“. Diese schlichte Wahrheit wird rüber gebracht mit verzerrte Dreampop-Gitarren, einer Wand aus Streichern und Bläsern, abgehangenen Drums, einem verlorenen Mellotron und jede Menge Percussion, dass das Zuhören eine wahre Freude ist. Hinzu kommt noch ein elegantes Video, wodurch der cineastischen Gesamteindruck komplettiert wird.

(Foto oben: Sarah Ungang)

„Zeit“ ist nach „EINGANG“ und „MARGARITAS“ nun die dritte Single  aus dem bald erscheinenden Album „PARK“(VÖ 09.07.21).

BANKS -The Devil

BANKS veröffentlicht zum ersten Mal unabhängig Musik und produziert jeden Track selbst mit. Dabei fällt die Single „The Devil“, als erster Vorgeschmack auf ihr in diesem Jahr erscheinendes Album, überraschend poppig aus, denn bislang verbindet man BANKS mit eher düstererem Synth-Pop mit Hang zu Emo und Goth.

Auch das Video von BANKS mit produzierte Video ist bunt. Visuell inspiriert von Francis Ford Coppolas Dracula dominieren die Farben Schwarz und Rot. Die Verrenkungen der Tänzerinnen erinnern an den schwarzen Komödienklassiker  “ Der Tod steht ihr gut“. Das Video drückt ein neues Selbstbewusstsein der Künstlerin nach einer traumatischen Trennung  aus.

“BANKS erklärt das Konzept: „Dieses Video repräsentiert die verdrehte, surreale und verspielte Welt, in der ich als Teufel existiere. Kein Dämon kann mich berühren, da ich nicht seinem Charme erliegen werde. Gib mir eine Rose und ich werde sie essen. In dieser Welt hypnotisiere ich jeden Dämon und stopfe ihn in eine Kiste, während ich mit meinen Teufelsschwestern tanze, fliege und spiele.“ Weiter verrät sie: „Bei ‚The Devil‘ geht es darum, stärker zu sein als die Dämonen, die dich verfolgen. Über Wiedergeburt und Verwandlung in die Naturgewalten, zu denen wir geboren wurden.