Blond – Du und Ich

Begleitend zur Single initiieren Blond gemeinsam mit Kosmos Chemnitz und Wildwasser e.V. die Ausstellung „Die Hütte der sexualisierten Gewalt“

Chemnitz: Wieder geht es um Frauenpower aus der Metropole des es Freistaates Sachsen. Nachdem Auf die Ohren sich zuletzt mit der Band Power Plush befasst hat, geht es heute um die Band Blond (Foto: Anja Jurleit), über die wir auch schon berichtet haben (hier und hier). Die beiden Bands mit mehrheitlicher weiblicher Besetzung sind gut miteinander vernetzt.

Blond haben sich mit ihrem neuesten Song und Video eines wichtigen Themas angenommen. Damit die Botschaft getreu vermittelt wird, soll hie der Pressetext zitiert werden:

Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es wird viel zu oft mit einem Achselzucken akzeptiert, einfach weil man ständig und überall damit konfrontiert wird. Sexualisierte Gewalt ist alltäglich, das sollte sie aber nicht sein. Es gehört nicht zum normalen Leben dazu, dass man im Club an den Hintern gefasst und auf dem Nachhauseweg verfolgt wird oder einem in der Straßenbahn Kussgeräusche aufgenötigt werden und Autos im Vorbeifahren hupen. Es gehört auch nicht zum normalen Leben, dass man selbst in Beziehungen bedrängt wird und am Ende ein „Nein“ nicht reicht.“

Der Pressetext geht weiter: „Die Band Blond aus Chemnitz hat sich in ihrem neuen Song „Du und Ich“ mit diesem Thema beschäftigt und gemeinsam mit dem Wildwasser e.V. und dem Kosmos Chemnitz passend dazu die „Hütte der sexualisierten Gewalt“ erdacht. Die Eröffnung der „Hütte der sexualisierten Gewalt“ findet am 30.07. statt, zeitgleich zur Single-Veröffentlichung von „Du und Ich“ der Band Blond. Die Mitglieder:innen der Band eröffnen die Veranstaltung. Kosmos Chemnitz und Wildwasser e.V. werden an diesem Tag anwesend sein. Die Ausstellung ist täglich geöffnet. Am 08.08. findet die Abschlussveranstaltung statt, das Rahmenprogramm dazu wird der Wildwasser e.V. in Kooperation mit dem Kosmos Chemnitz gestalten.

Wildwasser e.V. ist ein Verein, der sich zum einen als Beratungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt versteht, zum anderen aber auch mit Hilfe von Kinderschutzprojekten präventiv arbeitet. Der Verein agiert im Raum Chemnitz/Erzgebirge und hilft jährlich ca. 200 Betroffenen und deren Angehörigen in ca. 400 – 500 Beratungsgesprächen, wobei die Mehrheit mehr als einmal kommt. Diese Zahl zeigt, wie groß das Problem ist.

Die Plattform Kosmos Chemnitz stellt sich schwerpunktmäßig der Frage, wie wir in Zukunft in unserer Gesellschaft miteinander leben wollen.


Innerhalb der Ausstellung „Hütte der sexualisierten Gewalt“ können die Besucher:innen anonymisierte Erfahrungsberichte von Betroffenen sexualisierter Gewalt lesen. Das Häuschen wird gut sichtbar an zentraler Stelle in der Chemnitzer Innenstadt zu finden sein, denn das Problem sexualisierter Gewalt existiert ebenfalls mitten in unserer Gesellschaft.

Öffnungszeiten „Hütte der sexualisierten Gewalt“:
30.07.2021: 12:00 – 19:00 Uhr
31.07.2021 – 08.08.2021: täglich von 16:00 – 19:00 Uhr
Abschlussveranstaltung: 08.08.2021 – 16:00 Uhr

Gregor McEwan – Summer Breeze (EP)

Wenn man will, kann man viele Einflüsse heraushören, wenn die vier Songs der Summer-Breeze-EP von Gregor McEwan (Foto oben: Kati von Schwerin) aus dem Lautsprecher tönen. “The Kooks meets The Beach Boys”, sagt Greg selber. Für Bernd Begemann klingt es wie Jack Johnson trifft The Cure am Baggersee. Stimmt! Wer würde Bernd Begemann widersprechen wollen? Man könnnte noch Tom Petty hinzufügen. Die EP vereint auch Emotionen wie Fernweh und Heimweh, Spaß und Melancholie, Sommerfreude und Summer-Blues. Gregor McEwan beherrscht hier alle Farben des Indie Folks.

Nachdem bereits die Songs “THE BEAT OF YOUR DRUM”, “SUMMER BREEZE”,  RE: (NO SUBJECT)” erschienenen sind, komplettiert nun der vierte Song “THE ROYAL BLUES” die EP. Auch dazu gibt es wieder ein liebevoll gestaltetes Video im Super8-Film-Vintage-Look.

Gregor McEwan widmet eine ganze EP-Serie den vier Jahreszeiten, vier EPs mit jeweils vier Songs. Die bisher erschienenen Spring Forward ( Frühling), Autumn Falls und jetzt

Summer Breeze (Spotify-Link)

sind so gut gemacht, dass man schon erwartungsfroh gespannt ist, was der Winter bringen wird.

Interview mit der Band glu: zur Veröffentlichung ihrer ersten EP „Fireflies“ am 30.07.2021

glu: nennt sich ein im Jahr 2020 gegründetes Quartett aus Leipzig. Der Name ist Lautschrift und bedeutet Leim. Sängerin Charlotte (Lotti) Vogel , Max Schäfer (Git/Synth), Tim Schönherr (Bass) und Philipp Berger (Drums) legten schnell ihre ersten Singles „WYAR“ und „Circles“ vor. In den vergangenen 12 Monaten entstanden drei weitere Songs samt Videos. Liebevoll in Eigenregie produzierter Pop mit 80’s Patina. Nun gehen die Vier mit ihrer ersten EP „Fireflies“ an den Start. Im Interview erzählen sie uns, wie sie zusammen gekommen sind und beschreiben, wie ihre Musik entstanden ist.

Adohr: Hallo Lotti, Max, Tim, Philipp, am Freitag erscheint eure erste EP „Fireflies“. Wir wollen natürlich wissen, wer hinter glu: steckt und uns mit diesen schönen Melodien beglückt. Wie seid ihr zur Musik gekommen und was ist der Leim, der glu: zusammenhält, also wie habt ihr zueinander gefunden?

Lotti: Ich habe damals ein Gesuch auf Facebook gestellt und dann hat sich auch gleich Max gemeldet. Max und Tim machten schon vorher zusammen Musik und idealerweise war ein Proberaum schon vorhanden. So ging alles recht schnell und die Kennlernprobe verlief so gut, dass wir entschieden weiter Musik zu machen.

Tim: Max und ich suchten nach unserem vorherigen Projekt Flynn nach neuem musikalischen Input und dann hat sich das mit Lotti super schnell ergeben und direkt gefunkt. Als für uns feststand, dass wir das gern gemeinsam probieren wollten, stand eine erste Live-Gelegenheit in Form eines Tocotronic-Cover-Konzerts im Ilses Erika Leipzig an. Dafür haben wir dann noch jemanden am Schlagzeug gesucht und Max kam auf seinen alten Schulkameraden Philipp.

Max: Der hatte glücklicherweise Lust und die ersten Proben, die eigentlich ausschließlich für das Cover-Konzert sein sollten, liefen so, dass wir Philipp gefragt haben, ob er denn nicht dauerhaft mit uns Musik machen will.

Adohr: Mit Lotti als Sängerin und Max, Tim und Phillip an den Instrumenten habt ihr eine Besetzung, wie man sie auch bei London Grammar oder Wolf Alice findet. Was sind eure musikalischen Vorbilder und Einflüsse? Ihr habt ja auch ein tolles Cover von Don Henleys 80erJahre-Hit „Boys of Summer gemacht.

Lotti: Wir alle haben denke ich verschiedene Einflüsse. Max vor allem Roosevelt, Tim hat die alten Platten seiner Mama neu zu schätzen gelernt und ich habe schon immer viel Yazoo und Stevie Nicks gehört. Der 80s Sound kommt aber auch einfach wieder. Wir versuchen den alten Sound in einem modernen Gewand zu präsentieren.

Philipp: Wir nutzen auch einige der Synthesizer aus der Zeit im Songwriting-Prozess und das beeinflusst natürlich auch den Sound, der dann dabei rauskommt.

Adohr: Wie entstehen eure Songs? Gibt es jemanden, der den Hut beim Schreiben auf hat oder entstehen die Songs im Kollektiv?

Lotti: Es ist eigentlich immer eine gemeinsame Arbeit aber mit einem unterschiedlichen Anfang. Bei ‘No Tears’ haben wir zum Beispiel einen alten Song von meiner Singer Songwriter Vergangenheit genommen und den neu interpretiert. Im Gegensatz dazu stand bei ‘Porch’ vorher das Instrumental, welches Max noch von 2018 rumliegen hatte. Dann bringt jeder seine Ideen ein und wirkt so am Ergebnis mit.

Adohr: Die EP „Fireflies“ besteht aus 5 sauber abgemischten Songs und zu jedem Song gibt es schön anzuschauendes Video. Wer euch bei den hochwertigen Produktionen zur Seite gestanden?

Lotti: haha ja danke! … Max der Meister-Mischer hat eigentlich das Meiste an Arbeit gehabt, da er unsere Songs produziert und mischt.

Max: Die gehen dann noch für das Master an Flo Siller nach Hamburg. Mit ihm haben wir nun schon länger zusammengearbeitet und seine Ergebnisse waren immer top.

Lotti: Bei ‘Circles’ ‘WYAR’ und ‘Porch’ haben wir die Videos auch selber gestaltet. ‘No Tears’ hingegen wurde von Johannes Beese gedreht, der hat ein echtes Händchen für Ästhetik.

Tim: Unsere Fotos macht alle unser guter Freund Christian und so bleibt das eben alles noch nah bei uns, so dass wir auch guten Einfluss darauf haben können und es eben so wird, wie wir uns das vorstellen.

Adohr: Wir Musikkonsumenten haben unglaublich die Konzerte vermisst, mit anderen gemeinsam Bands und Solist:innen live zu erleben. Wie ist es euch in der Pandemie ergangen? Ihr konntet ein Konzert in den Cammerspielen Leipzig geben.

Philipp: Wir haben die Pandemie hauptsächlich fürs Songwriting genutzt. Da lief dann neben den regulären Proben in den Phasen mit etwas gelockerten Bestimmungen auch viel über Microsoft Teams und Zooms ab. Umso mehr haben wir uns dann über die Gigs bei den Cammerspielen und dem DRAN Fest, ein Konzert von unserem Label, gefreut. Und natürlich freuen wir uns nun auch auf das, was noch so ansteht.

Adohr: Eure EP ist ja nun fertig gestellt. Was sind Eure nächsten Pläne?

Lotti: Bei uns stehen noch ein, zwei Konzerte auf dem Plan, zum Beispiel am 26.07.2021 als Support-Act für KARO LYNN auf der Sommerbühne der Moritzbastei Leipzig. Da es nun hoffentlich zunehmend wieder mehr möglich sein wird, freuen wir uns auch auf noch mehr Konzerte in der Zukunft!

Und hier sind die fünf Tracks der der EP „Fireflies“

Eine schöne Mischung aus Verträumtheit, Pep, Melancholie, Swing und Glamour.

Fireflies (live)

WYAR
No Tears
Porch

DJ SEINFELD -These Things Will Come To Be

Armand Jakobsson, alias DJ Seinfeld wurde  2016 als Teil der Lo-Fi-House-Szene zusammen mit Produzent*innen wie Ross From Friends und Mall Grab bekannt. Sein 2017 veröffentlichtes Debütalbum Time Spent Away From Uwurde unter anderem vom internationalen Rolling Stone und Pitchfork  hoch gelobt wurde. Der Schwede avancierte mittlerweile zu einem weltweit gefragten DJ in der Liga von Flume, Flying Lotus, Bonobo und Martin Garrix und spielte seine Sets  überall, von Glastonbury bis Coachella, Warehouse Project, Sónar By Night und MoMaPS1. 

Diese Woche hat DJ Seinfeld eine neue Single herausgebracht. „These Things Will Come To Be“ ist ein verträumter , tanzbarer Track und genau richtig für unsere Playlist “Auf die Ohren – Bassline”.

(Foto: Kasia Zacharko)

Power Plush-Smth Cool

Indie-Pop aus Chemnitz

Ich will nicht nach Berlin„, sang die Band Kraftklub aus Chemnitz. Zwar erscheint Berlin als ein Mekka der Indie Musik hierzulande, egal ob von nationalen oder internationalen Künstlern, die sich in der Hauptstadt niedergelassen haben. Jedoch wird auch anderenorts sehr gute Musik produziert . Dass dieses gerade auch in Chemnitz passiert, daran hat die Familie von Kraftklub-Frontmann Kummer erheblichen Anteil. Auch seine Schwestern sind als Band Blond erfolgreich unterwegs, sie betreiben zudem das eigenes Plattenlabel „Beton Klunker Tonträger„. Bei ihnen unter Vertrag ist die Chemnitzer Band Power Plush. Das sind drei Frontfrauen, die von einem Schlagzeuger unterstützt werden. Kennzeichnend ist ihr mehrstimmiger Gesang mit wunderbaren Harmonien, ständig in der Balance zwischen Stärke und Softness. Als Vorboten ihrer im Herbst erscheinenden EP „Vomiting Emotions“ haben die vier jüngst die Single „Smth Cool“ vorgelegt.

Power-Plüsch-Pop der Generation Lost

Power Plush zu Smth Cool: „Der Song versucht Gefühle und Wünsche der unserer Generation widerzuspiegeln, welche auf ihre eigene Weise verloren zu sein scheint (Generation ‚Lost‘). ….  Ewiges wachbleiben, verschwendete Zeit an unseren Smartphones – wir fühlen uns überwältigt und verwirrt. Der Versuch mit allen, die uns wichtig sind in Kontakt zu bleiben endet häufig doch in einem tagelangen Vergessen eine Antwort zu formulieren.Stress und Überforderung in sozialen Beziehungen bestimmen den Alltag. Der Druck es weit zu bringen ist eine Konstante, welche sich durch unser Leben zieht.Mit denWorten ‚I wanna do something cool‘ zeigt der Chorus auf eine banale Art und Weise wie wir uns neben all der Ungewissheit und Verwirrung in unseren Leben eigentlich nur wünschen,dass etwas cooles passiert und wir endlich unbeschwert und glücklich alle Worries in unseren Köpfen hinter uns lassen können

Cassia – Magnifier (EP)

Cassia, das Trio aus Manchester, bestehend aus Rob Ellis (Gitarre / Leadgesang), Lou Cotterill (Bass / Gesang) und Jacob Leff (Drums / Gesang), hat es nach Berlin verschlagen. Die Zwangspause bei den Live-Konzerten haben die drei genutzt, um in ihrem Berliner Studio komplett in Eigenregie ihre 4 Tracks- EP „Magnifier“ aufzunehmen, die seit letzter Woche über alle Streaming-Portale abgehört werden kann. Die Lieblinge der Indie-Radiosender, wie BBC Radio 1 in London oder FluxFM in Berlin, haben  eine entspannte Platte für heiße Sommertage vorgelegt, die mit hymnischen Refrains, luftigen Gitarren-Arpeggios  und elektronischen Elementen zu überzeugen weiß. (Beitragsfoto oben: Martin Becker)

Der EP-Opener “Slow”, gleichzeitig die neueste Single, ist ein absolut chilliger Sommer-Track, mit gemächlichen Rhythmen und majestätisch fließenden Gitarren. Überhaupt Gitarren, die sind beim Track „Right There“ (Anspieltipp) definitiv mitreißend. Der Song „Vitamins“ vermittelt stimmig den Schuss Glückseligkeit, den der nächtliche Anruf des Partners in einer Fernbeziehung bedeutet.

Den Abschluss findet die kurzweilige EP mit dem honigsüßen „Gotta Get Through Till Monday„.  Der Song will aufbauen, aus dem depressiven Loch helfen, wenn es einen erwischt hat. Mit solch schöner Musik und etwas Geduld soll das wohl auch gelingen.

Mavi Phoenix – Tokyo Drift

Wer die österreichische Musikszene im Blick hat, kennt den Namen Mavi Phoenix schon länger. 2017 gehörte Mavi zu den aufstrebenden female Artists und fand mit einer gelungenen Mischung aus Lo-Fi-Pop, Trap und modernem R&B und einer schnodderigen Attitüde wie M.I.A. auch internationale Aufmerksamkeit, die nicht nur Amadeus Awards- und den FM4 Awards-Nominierungen sowie den den Support-Act bei Bilderbuchs Magic-Life-Tour einbrachte, sondern schließlich auch eine Einladung zum renommierten South by Southwest -Festival (SXSW) in Austin, Texas. Von der Musikpresse schon festgebombt auf die Rolle als aufmüpfige junge Frau im Rap und Hip Hop, outete sich Mavi in Texas als Trans-Person. Es folgte mit „Boys Toys“ Mavis Debütalbum, das die Zerrissenheit des Lebens als Trans-Person zum Themas hatte. Mit „Tokyo Drift“ erscheint die dritte Single von Mavi Phoenix nach dem vielbeachteten Debütalbum. Mavi Phoenix hat die Pandemie-Auszeit für seine Transition genutzt „Grass And The Sun“, „Nothing Good“ ( in einem großartigen Auftritt zusammen mit dem RTO Ehrenfeld bei Jan Böhmermann im ZDF-Royal-Magazin vorgestellt) und nun „Tokyo Drift“ sind sehr unterschiedliche Songs, die nunmehr einen sehr selbstbewussten männlichen Künstler zeigen. Vermittelte „Grass And The Sun“ mit seinen Dreampop-Elementen das Bild eines entspannten, aber melancholischen Sommers und erzählte „Nothing Good“ als rockige RnB Ballade die Geschichte einer ungesunden Beziehung, von der man nicht loszukommen scheint, so ist „Tokyo Drift“ ein durch und durch positiver Song, der spielerisch mit einem prägnanten Hip Hop Beat daher kommt. „Tokyo Drift ist für mich ein sehr positiver, spielerischer Song, der meine neu gewonnene Lust am Leben einfangen soll. Ich bin so selbstbewusst und locker an den Track rangegangen, wie es mir vielleicht vorher nicht möglich war“, erklärt Mavi.

TYCHO UND BENJAMIN GIBBARD (DEATH CAB FOR CUTIE) -ONLY LOVE

Ben Gibbard ist den Freunden von Indie(tronic)-Musik bekannt als unverwechselbare Stimme von Death Cab for Cutie und The Postal Service. Der Elektronikkünstler Scott Hansen ist Mastermind des Musikprojektes Tycho und begeistert mit transzendentem Ambient und Chillwave. Es gibt auch eine Hand voll Tycho-Remixes von Songs anderer Künstler. Scott Hansen ist dabei sehr wählerisch. So gab es schon eimal eine Zusammenarbeit von Gibbard und Hansen im Jahr 2015. „Ich war schon lange ein Fan von Bens Arbeit, als ich 2015 die Chance hatte, einen Remix für den Track ‚The Ghosts of Beverly Drive‘ von Death Cab For Cutie zu machen. Bens Stimme war ein sehr inspirierendes Element, mit dem ich aus produktionstechnischer Sicht arbeiten konnte.“ erzählt Scott Hansen. Als nun für den „Only Love“ der Gesangspart fehlte, war es daher für ihn naheliegend Ben Gibbard hinzuzuziehen. Er schickte ein Demo an Gibbard und der nahm einige Vocals darüber auf. Mit Gibbards zutiefst humanistischer Lyrik ergab der ganze Song plötzlich einen Sinn und das Arrangement entwickelte sich daraus. 

„Als ich 2014 das Buch „This Changes Everything: Capitalism & The Climate“ von Naomi Klein las, stieß ich auf ein Zitat der Ziegenzüchterin und Umweltschützerin Alexis Bonogofsky aus Montana, das mich sehr bewegte.“, erklärt wiederum Gibbard„Als sie über den Kampf um den Schutz der öffentlich zugänglichen Ländereien im Südosten Montanas vor dem Bergbauunternehmen Arch Coal sprach, sagte sie: ‚Die Verbindung zu diesem Ort und die Liebe, die die Menschen für ihn empfinden, das ist es, was Arch Coal nicht versteht. Sie unterschätzen das. Und das ist es, was diesen Ort am Ende retten wird. Nicht der Hass auf die Kohleunternehmen oder die Wut, sondern die Liebe wird diesen Ort retten.’
Als dann Scott mir die Musik für ‚Only Love‘ schickte schien sie perfekt für diese Aussage zu sein. Seit ich Alexis‘ Worte gelesen habe, trage ich sie als eine universelle Wahrheit mit mir herum; dass wir die Menschen, Orte oder Dinge, die uns am Herzen liegen, nur mit Liebe und nicht mit Hass bewahren können. Das ist natürlich oft leichter gesagt als getan. Aber ich ertappe mich dabei, wie ich auf ihre Aussage zurückkomme, als wäre es ein Mantra.“


Miu -The Reminder

„Ihr tragt keine Schuld für das was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert“

Esther Bejarano

Mit ihrem Ihrer Klavierballade „The Reminder“ setzt die Hamburger Künstlerin Miu (Foto oben: Blue Eyed Soul) ein Statement gegen das Vergessen und Relativieren. Sie wendet sich damit gegen aktuellen gesellschaftspolitische Entwicklungen. Das ist wichtig, denn Aussagen, wie die nachfolgenden Zitate, hört man leider viel zu oft in letzter Zeit:

„Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“

AfD- Ehrenvorsitzender Alexander Gauland

„Ja, hallo, ich bin Jana aus Kassel, und ich fühle mich wie Sophie Scholl, seit Monaten hier im Widerstand. Ich bin 22 Jahre alt, genau wie Sophie Scholl, bevor sie den Nationalsozialisten zum Opfer fiel.“

Querdenkerin Jana aus Kassel

„The Reminder“ soll deutlich machen, dass ein Vergleichen unserer Zeit mit dem Leiden beispielsweise in der NS-Zeit nicht nur grundlegend falsch ist, sondern auch dazu beiträgt, die wahre Grausamkeit der damaligen Verbrechen verblassen zu lassen.
„Wir möchten verdeutlichen, dass der bewusste Kontext- entfremdete Einsatz geschichtsträchtiger Symbole und die Einbindung von Personen für gegenteilige Zwecke zu einer Relativierung einer Zeit führt, die nie wiederkehren darf.’The Reminder‘ ist aus dem tiefen Gefühl entstanden, zum Nachdenken anzuregen, Geschichte festhalten und uns den damit verbundenen Schmerz bewusst zu machen.“ sagt Miu über das Projekt, was sie zusammen mit Fotograf Ingo Stahl umsetzte.

Gemeinsam mit der Zeitzeugenbörse Hamburg entstand zu dem Song auch ein Video und eine Portraitserie von Zeitzeugen. Die Erlöse des Songs werden an die Amadeu Antonio-Stiftung gespendet, denn hier geht es wirklich um die Botschaft.  „Uns ist bewusst, wenn die letzen Zeitzeugen ihre Geschichten nicht mehr erzählen, müssen wir den kommenden Generation den Schmerz und das Leid aus dieser Zeit bewusst machen. Wir tragen Verantwortung, dass ein Erinnern nie aufhören darf.“ 

Das Projekt wird von der Amadeu-Antonio-Stiftung, Laut gegen Nazis e.V. sowie der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein unterstützt.

Gregor McEwan – Re: (No Subject)

Denk dich in folgende Szenerie rein. Die Stadt ist groß und laut. DerAutoverkehr rauscht über die Straße und kann nur von einer roten Ampeln gestoppt werden. Sie öffnet ein kurzes Zeitfenster, das eine Trauben von Menschen die Kreuzung queren lässt. Über den Köpfen rumpelt die U-Bahn auf einer Hochtrasse und denkt gar nicht daran, dass sie in den Untergrund gehört. Dich stört die Hektik um dich herum kein bisschen. Du schlenderst, erfreust dich an den tollenden Hunden im Park und hast ein wenig Mitleid mit der einsamem Stadttaube, die Brötchenkrümmel inmitten der Passanten auf den Gehweg sucht. Es ist warm, vielleicht etwas zu warm. Es ist Sommer und du genießt den den Sommertag in der Stadt. Welche Musik soll auf deinen In-Ears zu hören sein, um die Stimmung perfekt zu untermalen? Auf jeden Fall etwas mit einer eingängigen Melodie (wie Close To Me von the Cure). Gitarren gehören dazu. Etwas Indie-Rock, etwas Alternative , etwas Garagen-Rock und eine Prise Folk sind die richtige Rezeptur für den Sommer in der City. Gregor McEwan hat mit Re: (No Subject) genau diesen Sommersong geschrieben, der nach New York City so gut passt, wie nach Berlin.

„Gregor McEwan bringt eine EP mit jeweils vier Songs zu allen vier Jahreszeiten raus. Frühling und Herbst waren schon. Jetzt kommt der SOMMER, Baby! Die beste Jahreszeit, des Lebens pralle Frucht. Du hörst die brandheiße Summer Breeze EP, Du wippst dazu, Du bist JETZT schon am Strand! Jetzt sofort reinhören und den Vorsprung mit in die Strandparty nehmen!“

(Bernd Begemann)