Sunflower Bean – Moment In The Sun

Sunflower Bean ist ein Trio aus New York bestehend aus aus Julia Cumming (Bass- und Lead-Gesang), Nick Kivlen (Lead-Gitarre und Gesang) und Jacob Faber (Schlagzeug). Sie machen ganz selbstbewust quitschbunten Psychedelia, gemischt mit einem Hauch von jangly Post Punk / New Wave und wogenden Gitarrentexturen.

Ich brauche kein Geld
Ich muss nicht cool sein
Ich würde es für einen Moment in der Sonne mit Dir tauschen

Am 17.09. feierte die neue Single . „Moment In The Sun“ ihre Premiere in der Radio-Show „Hottest Record in the World“ von Annie Mac bei BBC Radio 1. Zu dem Gute-Laune-Liebeslied haben sich Sunflower Bean selbst wie folgt geäußert: „Moment In The Sun“ handelt davon, endlich zu erkennen, was im eigenen Leben wichtig ist, mit welchen Menschen du es verbringen möchtest. All diese Dinge lenken uns ab, das unendliche Klettern auf der Karriereleiter, das Streben nach finanziellem Erfolg und die Hoffnung, dass du nach all den Bemühungen endlich cool werden könntest. All das ist bedeutungslos im Vergleich zu einem großartigen Tag, einer Stunde oder einem Moment mit jemandem, den du wirklich liebst. “

Hachiku -I’ll Probably Be Asleep

Hachiku alias Anika Ostendorf kann sich als Cosmopolitin bezeichnen. Sie wurde in den USA geboren, dann verschlug es ihre Familie in die Kleinstadt Dansweiler im Kölner Umland. Als Biologie-Austauschstudentin zog es sie zunächst nach London und dann Downunder nach Australien. In Melbourne fand sie bei Milk! Records, dem Lable von  Courtney Barnet u.a. bekannten australischen Indie-Größen die Möglichkeit ihren Bedroom-Pop auf einer ersten Ep im Jahr 2017 zu veröffenlichen.

„Ihre Musik ist mutig, kühn und äußerst gut verarbeitet. Nicht nur der Sound und die Produktion, sondern auch die Texte, obwohl sie manchmal unschuldig erscheinen, rufen echte und tiefe Emotionen hervor. Hachiku ist möglicherweise der Björk der Schlafzimmer-Pop-Generation.“

SXSW Music Preview

Ihr brandneuer Song „I’ll Probably Be Asleep“ ist einfach nur schön, Dream-Pop mit knarzigen Gitarren, satten Drum-Machine-Sounds und sanftem Gesang. Die Single ist der erste Vorbote ihres ebenfalls „I’ll Probably Be Asleep“ betitelten Debütalbums, das wohlam 13.11.  erscheinen wird.

Flynn – B-Side

Habt ihr in diesen Spätsommertagen Sehnsucht nach einen Gute-Laune- Popsong. Dann leg ich euch den irischen Singer- / Songwriter Flynn und seinen neuesten Track „B-Side“  ans Herz. Der Song hat großes Ohrwurm-Potenzial und überzeugt mit einem coolen Groove, der sich aus einem modernen, lebhaften Rhythmus und Blechbläsern im Big Band Style mit einen Hauch Retro-Feeling speist. Dabei verpackt Flynn ein eher unagenehmes Thema in das fröhliche Gewand. Es geht um die Entäschung in der Partnerschaft. „Relationships are often not easy, but the hardest thing is having to decide when to let go. B-Side is about being cheated on but, despite that being a harsh lesson, letting it go and having no hard feelings about it. Instead of letting it break your heart… sing, dance and party those unhappy vibes away,“ erklärt Flynn den Inhalt. Gut, wenn man so bei Laune bleibt.

EP erscheint am 23.10.2020

Mit „B-Side“ liefert Flynn nach „One Of Us“ bereits den zweiten Vorboten aus seiner EP, die am 23.10. 2020 erscheinen wird. Wir werden sicher von Flynn noch einiges hören.

The Screenshots feat. LGoony – Träume

Misikvideo mit Werbeunterbrechung

Mit „Träume (feat. LGoony)“ veröffentlichen The Screenshots die neue Single aus ihrem am 16.10.2020 erscheinenden Album „2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee“ – der Angriff auf die Albumcharts geht damit in die nächste Runde. „Träume“ mit dem millionenschweren LGoony ist ein augenzwinkernder Abgesang auf neoliberales Glückskeks-Mindset und brettert einem mit der kWh-Kapazität eines Tesla Model X in den Gehörgang. 

Till Seifert – So weit

Respekt! Von ganz Unten nach ganz Oben, bzw vom tiefsten Ort der Republik in Wilstermarsch, Holstein bis zum höchsten. der Zugspitze hat Till Seifert mit dem Fahrad und zu Fuß bei seinem Musik-Marathon in den letzten Wochen zurückgelegt. Dabei sind 1400km mit dem Rad, 15 Konzerte und als Zugabe ein Trail auf die Zugspitze, mit einem Konzert in Garmisch und einem Livestream vom Gipfel zusammen gekommen. Das Musikvideo zur Single „So weit“ fasst Tills Musikmarathon von Flensburg bis zur Zugspitze  in schönen Bildern zusammen. „So weit“ ist ein Vorbote des Debütalbums des jungen Branschweiges. „Der beste Ort sind wir“ erscheint am 02.10.2020. 

LABOR.VI – Opium

Lässiger Art-Pop aus Münster mit einem Video, das den Charme alter Industriebauten einfängt

„Smart und eingängig, ehrlich und verspielt trägt uns ein Sound aus der Gleichgültigkeit und fügt sich störrisch ein zwischen Erwartung und Erkenntnis. 5 Musiker*innen aus Münster haben ihn gebraut und dabei alle etwas von ihrer eigenen Würze in den Reagenztopf geworfen. Deutschsprachiger Art-Pop dampft daraus empor, mit lässiger Power, Kombinationsfreude und einer ganz eigenen Sprache. In seiner Brise wittern wir den Duft von etwas Größerem – etwas, von dem wir unbedingt mehr wollen, ohne jemals fertig zu sein.“

Labor.VI

Das gelungene Video zu Opium wurde unter anderem in einem alten Wasserturm gedreht. Wer sich ein bisschen in Münster auskennt, erkennt auch  die Halle des Titanick-Theaters im Hawerkamp, ein kulturell genutztes altes Industriegelände, und die Viertel-Kneipe “Boheme Boulette” wieder.

EP „Nabelschnurkabelsalat“ am 25.09.2020

LABOR.VI haben  sich  vor 2 Jahren zusammen gefunden. Als nächstes stehen der Release der  EP mit dem interessanten Titel „Nabelschnurkabelsalat“   (VÖ 25.09.2020) und erste Konzerte an. Wir sind gespannt.

Waldskin – Odonata

Waldskins Musik bewegt sich zwischen Art Pop und Electronica. Die Einflüsse von Massive Attack, Portishead, Nine Inch Nails, Moderat, Radiohead, sind wahrnehmbar, ohne die Eigenständigkeit in Frage zu stellen. Allein die Instrumentierung ist besonders (Schlagzeug, Synthesizer, Cello, Gitarren, Geräusche und Gesang)  und erlaubt eine hybride Produktion aufbauend auf Elektronik-Elementen und konventionelleren Instrumenten.

 

Waldskins zweite Single, nach de ebenso düsteren „The Shore„, heißt „Odonata“ , also Libelle. Die Lyrics lauten am Ende:

Ich habe eine Libelle. Ich habe sie direkt unter meiner Haut. Ich muss sie rausschneiden. Ihr helfen, ihre Flügel zu öffnen

Libellen würden natürlich nie in einen menschlichen Körper eindringen, um das Blut auszusagen. Die Vorstellung ist aber schön gruselig. Das gruselige Insekt soll den Größenwahn, die Tyrannei und chronische Gier krimineller Herrscher symbolisieren. Diese düsteren Imaginationen haben Waldskin musikalisch überzeugend umgesetzt.

MARIE DAVIDSON & L’ŒIL NU -WORST COMES TO WORST

Die Kanadierin Marie Davidson (Foto mit Band von Joycelin Michel) wird gefeiert für ihre elektronische  Tanzmusik, insbesondere für ihre Live-Acts, mit der sie auf weltumspannenden Touren die Fans zum Raven bringt. Dabei steht die zierliche Frau allein mit einem riesigen Paket Hardware auf der Bühne und liefert eine hochenergetische Show ab, mit vielen Beats und (Sprech-)Gesang in französisch und englisch. Ihr Album „Working Class Woman“  mit dem Durchbruch Track “Work It” wurde nicht umsonst vom Spiegel, der taz, der New York Times, Pitchfork, Bandcamp und vielen anderen als eine der Veröffentlichungen des Jahres gepriesen. Wie anstrengend und aufreibend solch ein Tourleben durch die Clubs und Festivals ist, schildert eindringlich halbstündigen Kurzdoku „Between The Beats“ .Euphorie auf der einen Seite, die Übermüdung und Selbstzerstörung auf der anderen. Kein Wunder, dass Marie Davidson eine ambivalente Beziehung zur elektronischen Tanzmusik entwickelt hat, wie schon der Titel ihren drittes Soloalbums Adieux Au Dancefloor“ zeigte. Mit ihrer Band L’ŒIL NU und ihren kommenden Album „Renegade Breakdown“  (VÖ 25.09.) verfolgt Marie deshalb einen erweiterten Ansatz in Richtung Rock, Pop und Disco. Sie will aber auch persönliche Geschichten, wie eine Chansonette erzählen.  Die nunmehr vorliegende zweite Single aus dem kommenden Album ihrer Liebe zu klassischem Disco, die durch eine Reihe kleiner Feinheiten angedeutet wird, wie z.B. die zerhackten Metal-Gitarren des Pre-Chorus’ (mit einem Augenzwinkern in Richtung Daft Punk und French Touch).

Der Liedermacher Pohlmann ist mit einem sehr persönliches Album wieder da

falschgoldrichtig“ erscheint am 11.09.

Im Jahr 2006 feierte Ingo Pohlmann, der als Künstler kurz und knapp nur seinen Nachnamen benutzt, seinen Durchbruch mit dem fröhlich tanzbaren Hit „Wenn jetzt Sommer wär“. 34 Jahre war er jung, als er damals perfekt den Surfer-Sound à la Jack Johnson ins Deutsche adaptierte. Nun ist Pohlmann 48 Jahren alt und hat einiges an Lebenserfahrung gewonnen. Ganz und gar Liedermacher, der er nunmal geblieben ist, teilt er seine Erlebnisse und Gedanken mit seinen Zuhörern. Mit „falschgoldrichtig“  legt er ein eindringliches und sehr persönliches Album vor. Sehr authentisch verarbeitet er darin den Tod seines Bruders, der vor 23 Jahren verstarb, ebenso wie das Ende seiner langjährige Beziehung zu seiner Freundin, die wegen eines gemeinsamen Kindes aber nie wirklich enden kann. Auch blitzt nochmal der ganz junge (Jack Johnson-) Pohlmann auf, wenn er von seiner Jugendliebe auf dem Schulweg singt. Das ist es , was Pohlmann sympathisch bleiben lässt. Er hat sich nicht zum harten Kerl gewandelt. Vielmehr geht es in seinen Songs um Schwächen zeigen, Verletzlichkeit zulassen und emotionale Erinnerungen teilen. Den Weg über die persönlichen Emotionen nutz Pohlmann dann, um seine seine Gedanken und seine Meinung den Zustand der Welt, sei es die Zerstörung der Umwelt, die Ausbeutung arbeitender Menschen oder das Leid der geflüchteten Menschen zu teilen, und zwar immer mit einer Ich-Botschaft („Ich sitze im Glashaus und werfe doch den ersten Stein“) oder als persönliches Erlebnis verarbeitet. Der Song „Taxischein“ über die Begegnung mit einem geflüchteten Menschen ist ganz stark. Bei all den teils nicht so schönen Erfahrungen, über die Pohlmann singt, ist „falschgoldrichtig“ alles andere als eine verbitterte Abrechnung mit dem Leben geworden. Im Gegenteil Pohlmann tanzt immer noch durch das Leben. Seine Texte haben viel Wortwitz und die optimistischen Melodien, wie auch die ausgewogenen Kompositionen stimmen positiv und hoffnungsvoll.

Als Anspieltipp habe ich „Unterwasser Atmen“ ausgesucht. Hier erzählt – im Sinne des Wortes – Pohlmann, wie es ihm in der Situation als frisch getrennter Mann geht.