Herr Rauch – Kaffee Schwarz

Emanuel Obermeier (Foto), Elena Rudolph (Illustration)

„Meistens ist mein Leben so, zwischen Merlot und Büro“

Stimmt genau, habe ich gedacht , als ich die ersten Zeilen des Songs „Kaffee Schwarz“ gehört habe. Wenn der Sänger Stefan Rauch im Pre-Chorus fragt „Seid ihr so wie ich?“, dann ist das mehr oder weniger rhetorisch und die folgende Feststellung, „Ich trink mein Kaffee schwarz“ nahezu zwangsläufig. Die Band, die hier so wunderbar melancholisch und mit einer Prise Humor das Hamsterrad des Alltags beschreibt, kommt aus München und nennt sich Herr Rauch. Sie halten gern ihre Vergangenheit als Kneipenmusiker hoch. Folgerichtig hieß ihr Debütalbum „Revolution am Tresen“. „Kaffee Schwarz“ ist eine Single aus der EP mit dem vielsagenden Titel „Sportlehrer aus Leidenschaft“ , die in den Sommerferien erscheinen wird (VÖ: 31.07.2020). Adohr wird rechtzeitig berichten.

Videopremiere

Bluthund – Bye bye Irokesengang

Bluthund sein teilt heute sein Video zu „Bye bye Irokesengang“

„Die Quarantäne killt dein‘ vibe? Hier der Soundtrack für den Lockdown“, so kündigte die Newcomer-Band BLUTHUND aus Berlin ihre grandiose Debut-Single „VIBEKILLAHan und erfanden gleich das passende neue Genre dazu: Stromgitarrenwut-Rap. Jetzt kommt der Nachfolger „BYE BYE IROKESENGANG„, eine Hommage an Pussy Riot und Refused, gemischt mit Deutschrap. BLUTHUND entladen ihre aufgestaute Wut. Putin köpft Pussy Riot und keinen juckt’s – denn – Zitat – „uns jehts doch jut im deutschen Land“. 

Hier ist ganz frisch das Video

JW Francis – New York

Eskapismus tut not

Von New York gingen zuletzt schreckliche Bilder um die Welt. Covid 19 hat die soziale Ungleichheit aufgedeckt, die in der amerikanischen Gesellschaft herrscht ( hier auch, aber dort besonders) und Tod und Verzweiflung in die Armenviertel der Stadt getragen, während die reiche Stadtgesellschaft in ihre sicheren Villen in den Hamptons oder sonst wo auf dem Land flüchteten konnte.

Lofi AM radio bedroom jangle pop

Gelingt es , diese Bilder zu vergessen, steht die Stadt, die niemals schläft, natürlich für vielfältige Musik und für die oft notwendige Flucht aus der Realität ist Musik das beste Mittel. Das urbane Umfeld von NYC bietet schon seit Jahrzehnten den Nährboden für Anti-Folk, Bedroom- und DIY-Musik. Die DIY-Mentalität prägt auch den Bedroom Dream Pop von JW Francis. Er wurde in Oklahoma geboren, wuchs in Paris auf, lebt in New York City. Nachdem er im letzten Jahr eine Reihe von durchweg brillanten Singles selbst veröffentlichte, hat er nun bei einem der angesehensten unabhängigen Labels Großbritanniens unterschrieben. Die erste Single, die von Sunday Best veröffentlicht wird, ist passend eine Homage an ‚New York‘ mit mitreißenden Gitarren und Lo-Fi-Gesang. Über den Song sagt JW Francis:

,Ich bin ein lizenzierter Reiseleiter in NYC. Dieser Ort hat mir so viel beigebracht. Ich wollte eine Hommage schreiben, aber auch ausdrücken, wie ich mich fühle, was besonders die erste Zeile des Songs beinhaltet: „Ich werde schlafen, wenn ich tot bin“ . „

Hier das taufrische Video im Retro-Gewand

The Dirty Nil -Done With Drugs

Foto: Stephanie Montani

The Dirty Nil vernichten im Video zur ersten Single „Done With Drugs“ aus kommendem neuen Album fleißig Drogenbestände!

Natürlich wollen die kanadischen Punkrocker nicht mit ungehemmten Drogenkonsum angeben. Laut Frontmann Luke Bentham beleuchtet der adrenalin- und endorphingeladene Power Pop-Song folgendes Phänomen:

„Zur Zeit fallen mir viele Menschen auf, die versuchen, kein Kokain mehr zu nehmen oder nicht mehr fässerweise Schnaps zu trinken oder nicht mehr so viel beschissenes Fast Food zu essen. Auf Facebook sehe ich diese Beiträge von Leuten, die erklären: ‚Ich bin damit fertig! ‚ – und sechs Absätzen darüber schreiben, wie sie ihr Leben verändern. Ich bin definitiv nicht gegen Selbstverbesserung, und ich versuche nicht, den Kampf von irgendjemandem in Lächerliche zu ziehen. Ich bin nur irgendwie amüsiert und fasziniert von diesem ganzen Aspekt der sozialen Medien. Wenn jemand schreibt: „Ich bin fertig mit Kaffeetrinken!“ Okay, dann hör einfach auf, Kaffee zu trinken – du musst nicht versuchen, das Internet für den Tag anzuhalten, um allen zu sagen, dass du mit Maxwells löslichem Kaffee fertig bist! Ich finde das lustig und etwas narzisstisch. Aber das ist nur meine Meinung, und ich bin ein Arschloch! „

KOKO – (I Don’t Wanna) Start Fights

Artwork KOKO ((I Don’t Wanna) Start Fights Made Records
"Seeing all this trouble
I know I don’t wanna
start fights"

Obwohl „(I Don’t Wanna) Start Fights“ ziemlich aggressiv klingt, geht es eigentlich darum, von Gewalt wegzukommen. Mit der aktuellen Weltlage sind wir alle etwas dünnhäutig und es ist leicht, Gründe zu finden, aufeinander loszugehen. Doch gewaltsame Auseinandersetzungen sollten nie etwas anderes als das allerletzte Mittel sein. Vorher versuchen wir es lieber mit: Reden, Umarmen, Mitfühlen, Verstehen, Atmen und dem Konzentrieren auf das große Ganze.

Baby Rose – Marmot

Neue Single von der R&B -Sängerin mit der aufregenden Stimme

Baby Rose heißt diese wundervolle Newcomerin mit der einzigartigen Stimme. Als sie jünger war, wurde ich wegen ihrer Stimme gehänselt. Heute vergleichen Kritiker sie  mit der legendären Nina Simon.  Das aus Atlanta stammende Ausnahmetalent schnell als eine der aufregendsten neuen Stimmen ihrer Generation positionieren können. Heute veröffentlicht sie ihre aktuelle Ballade „Marmot“, die neueste Veröffentlichung nach ihrem von Kritikern hochgelobten Debüt-Album „To Myself“.

NPR Tiny Desk (home) Concert

Gus Dapperton – Post Humorous

PostHumorous -FinalCover- AWAL

Gus Dapperton kündigt mit einer neuen Single und einen Lyric Video sei zweites Album „Orca“an

Nachdem Gus Dapperton zuletzt als Feature-Gast auf BENEEs Track “Supalonely” zu hören war, meldet er sich Gus nun mit eigener neuer Musik . Nach der Vorgänger-Single „First Aid“präsentiert we mit „Post Humorous“ einen weiteren Song aus seinem zweiten Album – und wieder ist es keine leichte Kost: Der intelligente, absolut schonungslose Songtext handelt davon, schon als Kind mit dem Thema Tod konfrontiert zu werden. Im Lyric Video zur Single sind seine Freunde aus aller Welt zu sehen, die einzelne Passagen aus dem Text beisteuern. Mit dabei sind unter anderem seine Schwester Amadelle, die Fotografin Jess Faran, der Skateboarder Erik Arteaga sowie die Musiker*innen Benee, Remi Wolf, Orion Sun und Santi.

Das neue Album „Orca“ wird am 18. September 2020 erwartet.

L’aupaire – Ocean Girl

Nachdem L’aupaire im Sommer 2019 sein Album “Reframing” veröffentlicht hat, folgte eine kreative Schaffensphase. Im April meldete sich L’aupaire mit einer Single “Flamenco” zurück. Nach dem Ende des Lockdowns hat L’aupaire sich direkt auf einen Roadtrip mit seiner kleinen Familie begeben Richtung Norden — und ein neuer Song ist entstanden: “Ocean Girl“, an diesem Freitag veröffentlicht wurde. „Nachdem wir mehrere Wochen eingesperrt waren, entschieden wir uns für eine Weile, Berlin zu verlassen und einen Roadtrip zu unternehmen. Wir nahmen einen alten Bus und fuhren nach Norden. 5 Tage unterwegs mit Baby und Kleinkind. Parkplätze. Straßen. Strände. Frische Luft. Felder. Sonnenuntergänge. Es fühlte sich an wie eine dringend benötigte Pause von dieser geschäftigen und verrückten Periode, in der wir alle jetzt leben. Möget ihr alle gesegnet und gesund sein“, sagt L’aupaire über die Entstehung von “Ocean Girl”.

Vonheim – In The Deep (Live-Session)

Foto: Sara Angelica Spilling

Über das großartige Album „In The Deep der norwegischen Gruppe Vonheim hat Auf die Ohren ausführlich berichtet. Wegen covid-19 musste Vonheim in diesem Frühjahr alle Konzerte absagen. Deswegen hat sich die Band nochmal in das Sounderground Studio begeben, in dem sie auch „In The Deep“ aufgenommen haben, um eine halbstündige Live-Session zu spielen, die aus ihren favorisierten Songs ihrer beiden bisherigen Alben besteht. Es gibt es keine Bearbeitung oder zweite Einstellung, nur eine reine Live-Performance.

Waldskin -The Shore

Waldskin

The Shore

„Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. […] Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Albert Camus – Der Mythos des Sisyphos –

Beklemmend schöne Musik mit plakativer Kritik

Aurèle Louis , Maryam Hammad und Nathan Gros haben Waldskin erst in diesem Jahr gegründet. Auf ihrer erste Single „The Shore“ erzeugen Sie mit Schlagzeug, Cello, Bass, Gitarre, Synthesizer, Geräusche und Gesang eine raumfüllende dunkle Atmosphäre. Musikalisch ist alles enthalten, Electronica, Alternative, Indie, Trip-Hop und Industrial Rock Der Text befasst sich etwas zu sehr plakativ mit Klassenkampf, greift die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und stellt die Großen dieser Welt als zynische, gierige und machthungrige Monster dar.

Das von griechischer Mythologie inspirierte Musikvideo hat Regisseurin Sarah Jacquier inszeniert. Sie sagt dazu: „Die dichte, starke, dunkle Energie des Liedes führte mich natürlich zu diesen Geschichten. Es war wie ein Pferd, das im Dunkeln herumläuft und versucht, einem unsichtbaren Feind zu entkommen. Die Idee einer Schleife kam mir und ich stellte mir diesen Sisyphus vor, wie eine Armee von Geschäftsleuten, die auf ein unklares Ziel hinarbeiten, in einem anstrengenden, sich wiederholenden Leben. Wir alle haben uns manchmal so gefühlt, als würde unsere Arbeit zu nichts führen, was für die Gesellschaft von Bedeutung ist.“