Auf die Ohren – Playlists

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Indie Love

Öffentlich-rechtliche und private Radiostationen unterscheiden sich in ihrer Musikauswahl so gut wie gar nicht. In der Rotation wiederholen sich nur Hits der Majorlabels. Hier kannst du andere Musik von Alternative-Rock bis Indie-Pop genießen. „Indie Love

Ohrwurm

Abseits des Mainstreams gibt sehr viel gute deutsch gesungene Musik. Viel Vergnügen mit “Ohrwurm”. Hier gibt es ständig aktuelle Musik von Deutsch-Pop bis zu deutschem Hip-Hop.

Bassline

Gib mir Bass. Bass schont den Gehörgang, den er wird mit dem ganzen Körper gehört. „Bassline“ bietet alles von Electronia bis R&B. Haptsache der Bass groovt.

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AVEC am 22.10.2021 im Stadttheater Münster

Auftritt im Rahmen des Münsterland Festivals

Die Pandemie hat mich doch sehr verunsichert. Bevor der ganze Schlamassel los ging, bin ich gerne zu Konzerten gegangen, am liebster von nicht so bekannten Künstler:innen oder Bands auf kleine Bühnen in kleinen Veranstaltungsorte. Je voller es war, desto besser war die Stimmung. Dann kam Corona und alle meine Lieblingsclubs blieben geschlossen, die Bühnen leer. Jetzt wird langsam wieder geöffnet. 2G oder 3G sind gängige Begriffe geworden , aber ich habe immer noch eine Sperre, mich ins Gedränge begeben. Bin zwar 2x geimpft, aber die Sorge vor einer Ansteckung ist dennoch groß. Die Bilder von auf dem Bauch liegenden Intensiv-Patienten wirken.

Das erste Konzert sei langem

In der letzten Woche telefonierte ich mit einem Freund. Er wolle auf ein Konzert im Stadttheater Münster im Rahmen des Münsterland Festivals (s. u). Ich solle doch mitkommen, die österreichische Sängerin AVEC träfe bestimmt meinen Geschmack. Ich schob meine Ängste beiseite. Das große Haus des Stadttheaters heißt nicht umsonst so. Der Raum ist wirklich groß. Hygienekonzept. Verlässliche Einlasskontrollen auf G3. Das zerstreute meine Bedenken. Spotify aufgerufen, AVEC hat dort über 614.000 monatliche Hörer. Ihre Musik erinnert an mich an Holly Humberstone und Julien Baker, also tatsächlich genau richtig. Ihr Song “ My Wife The Depression“ war mir schon aus der Playlist meines Lieblingsradiosenders FluxFM bekannt. Und so saßen wir am Freitagabend erwartungsvoll im Parkett des Stadttheaters zu Münster. Das erste Konzert sei langem.

Mitten auf der Bühne stand sie nun. AVEC mit ihrer Akustikgitarre. Sie wurde begleitet von ihrer Band,  Andreas Häuserer (E-Gitarre, Piano, Co-Produzent), Thomas Gieferl (Schlagzeug, Percussion) und Ross Stanciu (Keyboard-Bass, Posaune). Mit dabei war die Sängerin und Keyboarderin no:no, die auch als Solo-Künstlerin unterwegs ist. Mit ähnlicher Stimmlage gaben ihre Backing Vocals einen schönen Dopplungseffekt.

AVEC und Band waren komplett in schwarz gekleidet, wodurch unterstrichen wurde, dass hier die Musik und Lyrics im Vordergrund standen .Die Musik war perfekt arrangiert. Der Ton war natürlich klasse, immerhin stand die Akustik eines Theatersaales zur Verfügung. Die große Perfektion ist dann auch der winzige Kritikpunkt. Für meinem Geschmack hatte die Band zu wenig Raum für Improvisationen. Die besonderen Momente des Konzerts waren die langsamen, gefühlvollen Stücke. Diese von persönlichen Empfindungen geprägte Songs sind eindeutig die Stärke von AVEC. Bei „Homesick For One Day“, über die Einsamkeit im großen Berlin, oder bei „I Don’t Pray“, das als Akustikversion dargeboten wurde und davon erzählt, wie sie den plötzlichen Todes ihres Onkels verarbeitete , ertönte so manch Seufzer im Publikum:“Hach, wie traurig.“. Und dann gab es doch noch die Momente, in der sich AVEC ganz zurücknahm und es der Band überließ, den Raum mit großen Klangflächen zu füllen. Zu erwähnen bleibt noch, dass das die Lichtshow, hier ist das Wort wieder, ‚perfekt‘ passte. Das Münsteraner Publikum verabschiedete AVEC, wie es sich im Theater gehört, wenn man restlos begeistert ist, mit stehender Ovation.

Das Münsterland Festival

Alle zwei Jahre für einen Monat im Herbst bringt das Münsterland Festival mit seit dem Jahr 2005 Musik, Kunst und Dialogen Traditionen und Lebensgefühl einer europäischen Region mitten hinein ins Münsterland , oftmals in kleinere Orte – in historischen Wasserschlössern, ehemaligen Industriebrachen, Ausstellungshallen und Kunstvereinen, ausgesuchten Konzertsälen oder Theatern. Der musikalische Fokus liegt auf Jazz, Pop, Folk und Klassik und wird ergänzt durch ein vielseitiges Angebot an Ausstellungen und Exkursionen. Das Münsterland Festival 2021 bietet mit dem diesjährigen Gastland Österreich noch bis zum 08.11.2021 eine hervorragende Gelegenheit, sich ein Bild von der Vielfalt und Qualität der Musik aus Österreich zu machen (https://www.muensterland.com/muensterland-festival/das-festival/)

Pool – How I Feel About You

Die Mittzwanziger Danny Husten (Schlagzeug), David Stoltzenberg (Bass, Gesang) und Nilo Hansen (Gitarre, Gesang) sind bereits seit mehr als 10 Jahren die Band Pool. Das geht natürlich nur, weil die sich Hamburger Jungs schon im zarten Alter von 13 Jahren entschlossen haben eine Band zu gründen. In der 10jährigen Bandgeschichte umfasst mehrere Single- und EP-Veröffentlichungen und Tour-Supports großer Indie-Band wie The 1975. Es gehört schon einiges Potential dazu, wenn der Guardian auf die Band aufmerksam wurde und sie mit Franz Ferdinand verglich.

Den Sound von Pool kann man als sonnigen Indie-Pop mit einem Anflug Disco beschreiben. Die jüngste Zeit, in der keine Live-Auftritte möglich waren, nutzte Pool, um neue Songs zu produzieren. Von diesen erblickt heute „How I Feel About You“ das Licht der Öffentlichkeit. Thematisch beschreibt der Song die Geschichte einer ambivalenten Beziehung zweier Menschen die nicht genau wissen, ob sie mit- oder ohneeinander auskommen.

Biffy Clyro – The Myth of the Happily Ever After

Das schottische Trio veröffentlichen am 22. Oktober 2021 sein neues Album

Die drei Herren von Biffy Clyro überraschen uns mit einem neuen Album. „The Myth of the Happily Ever After erscheint nur rund 14 Monate nach ihrem letzten Langspieler „A Celebration Of Endings„. Die Band versteht ihr neues Werk als quasi geerdetes Gegenstück zum Vorgänger. „Es ist ganz klar unsere Reaktion auf A Celebration of Endings“, kommentiert Simon Neil (Gesang, Gitarre). „In dem neuen Album steckt eine richtige Reise: All die Gedanken, Gefühle und Stimmungen, die wir in den letzten 18 Monaten hatten, kollidieren in diesen Stücken. A Celebration hatte diese innere Kraft, aber dieses Mal geht es uns vielmehr um Verletzlichkeit: wie verwundbar wir als Band und als Menschen doch sind in dieser schrägen Phase unseres Lebens. Sogar der Titel ist das exakte Gegenteil. Darin steckt die Frage: Legen wir uns diese Narrative einfach nur selbst zurecht, um uns etwas sicherer zu fühlen – obwohl ja doch keiner von uns sagen kann, was uns letzten Endes erwartet?“ Die Selbstbesinnung hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Biffy Clyro das Album aufgrund des Lockdowns zwangsläufig ihrer der Heimat an der rauen schottischen Westküste aufnehmen mussten. Das Studio in Los Angeles, wo „A Celebration…“ entstand, war unerreichbar. So bauten die Brüder James (Bass) und Ben Johnston (Schlagzeug) in bester DIY-Manier ein altes Bauernhaus zum Studio um.

Auf The Myth…“ finden einige experimentelle Songs, die mir sehr gut gefallen. Zu nennen ist der der empfindsamen Slowburner „Existed“, mit dem die Biffys ihre Selbstzweifel vertonen. Größtenteils aus soften Synthesizer-Samples (basierend auf Simons Gesangsstimme) gestrickt, markiert „DumDum“ einen Bruch mit dem Biffy Clyro Rock. „Slurpy Slurpy Sleep Sleep“ kommt als Schlusstitel ziemlich durchgeknallt daher. Der klassische Biffy-Rocksound kommt aber nicht zu kurz. So wird das wütende „A Hunger In Your Haunt“, das stadiongroße „Errors In The History Of God“ oder das unglaublich eingängige „Witch’s Cup“ den Fans gefallen. Das epische sechs Minuten lange „Unknown Male 01“ ist vollgepackt mit Biffy Clyro Trademarksound.

Zu „Unknown Male 01“ und „A Hunger In Your Haunt“ gibt es ein über 10minütigen opulenten Doppel-Musikvideo hier zu sehen.

Interview mit der Liedermacherin Isa Jansen

Isa Jansen hat ihre Debüt- EP „Federkleid“ veröffentlicht. Anlass sie kennenzulernen

Isa Jansen steht für handgemachte Singer/Songwriter-Musik. In ihren Liedern erzählt sie Geschichten, die das Leben schreibt. Dabei wechseln ihre niemals einschichtigen Texte zwischen Poesie und direkten. kritischen Statements. Die musikalische Vielfalt reicht von klassischen Strophenliedern bis hin zu kleinen dramatischen Epen, in denen es gezielt auf eine abwechslungsreiche, verträumte und gleich darauf wieder energische und tänzerische Instrumentierung ankommt. Im Interview erzählt sie uns über ihren Weg zur Musik und gibt interessante Einblicke in die Entstehung von „Federkleid“.

Isa Jansens Debüt EP „Federkleid“ erschien am 27.08.2021. Dazu hat sie sich ausgewählte Musiker mit ins Boot geholt. Pianist Thomas Krüger, RnB-Gitarrist Lars Kutschke und die Jazzmusiker Schlagzeuger Johannes Hamm und Bassist Johannes Engelhardt geben den Songs Tiefe und Dynamik. Die russische Saxophonistin Olga Amelchenko hat bei drei Songs für eine zusätzliche jazzige Veredelung gesorgt.

Spotify- Link zur EP Federkleid

Interview mit Isa Jansen

Jetzt ist das Video zum Titelsong „Federkleid“ erschienen (siehe unten). Aus diesen Anlass konnte ich Isa Jansen ein paar Fragen stellen.

Hallo Isa, du hast am 27.08.2021 deine erste Musikproduktion veröffentlicht, die EP „Federkleid“. Wer ist Isa  Jansen? Wo lebst du und wie bist du zur Musik gekommen? 

Genau! Es handelt sich um eine erste EP mit vier Songs. Geboren bin ich in der hübschen kleinen  Küstenstadt Greifswald und habe dort Musikwissenschaft und Wirtschaft studiert. Danach bin ich  nach Brandenburg gegangen, habe im Kulturmanagement gearbeitet, eine mobile Musikschule  gegründet und lebe jetzt in Potsdam. Mit sieben Jahren habe ich mit klassischer Gitarre begonnen und dieses Instrument immer sehr geliebt. Später kamen Klavier und Gesang dazu. Für eine  Schülerband hatte ich bereits Texte und Musik geschrieben. Den Entschluss dazu, mit meiner eigenen Arbeit endlich auf die Bühne zu gehen, habe ich im März 2020 gefasst, kurz vor Beginn der  Pandemie. Das war natürlich ein großer Dämpfer. Trotzdem habe ich in dem folgenden Sommer ein  paar Konzerte gespielt und muss zugeben, dass auch ich von der großen übergreifenden  Demotivation in der Branche, die dann im Herbst 2020 folgte, betroffen war. Zum Ende des Jahres  habe ich mich aber aufgerafft und entschieden, dann erst einmal ins Studio zu gehen!  

Alle Songs auf dem Album “Federkleid” sind in deutsch eingesungen. Einerseits ist es vielleicht  einfacher Texte in der Muttersprache zu schreiben und zu singen, andererseits würden  floskelhafte, inhaltsleere Plattitüden sofort unangenehm auffallen, in unseren Ohren eher als in  einer Fremdsprache. Deine Texte sind sehr lyrisch und vielschichtig, Warum hast du dich  entschieden, deutsch zu singen? Welche Themen bewegen dich? 

Da hast du Recht! Ich kann mir vorstellen, dass wenn man verkopft an einen Text ran gehen würde,  es sehr schnell in Floskeln mündet. Es müssen Themen sein, die mich wirklich bewegen. Mein  Songwriting ist sehr intuitiv. Als großer Musikliebhaber, insbesondere deutschsprachiger Musik,  lasse ich mich sehr gern inspirieren. Erst einmal sauge ich alles auf wie ein Schwamm. Mich  beeindrucken aktuell Künstlerinnen wie Dota Kehr oder auch die Band Keimzeit, während ich mich allerdings mit dem Werk von Joni Mitchell beispielsweise auch gern befasse. Allerdings, wenn ich  einen Text schreibe, dann passiert dies einfach völlig frei aus dem Bauch heraus. Ich habe einen  Satz in einem bestimmten Metrum im Kopf, dann den nächsten, der sich reimt, und schreibe  plötzlich einen ganzen Text über ein Thema, das sich in meinem Unterbewusstsein befindet. Man  könnte also sagen, ich schließe damit automatisch die Beschäftigung mit einem Thema für mich ab,  indem ein Stückchen Kunst dabei raus kommt. Es liegen so viele Texte bei mir zu Hause, dass ich  mit dem Komponieren gar nicht mehr hinterher komme. Dabei muss ich mir nämlich etwas mehr  theoretische Gedanken machen, aber ich finde meist die Melodien, welche das Gefühl oder die  philosophische Aussage treffen, bzw. dazu dienen, es den Menschen nahe bringen zu können.  Meine ersten Lieder, die nun erscheinen, handeln zum Beispiel von persönlichen Dilemmata. Ich  finde es total spannend, wenn mir verschiedene Menschen ihre ganz eigene Interpretation zu einem meiner Texte erzählen, da es meist etwas völlig anderer ist als mein eigener Gedanke. Aber das  abstrahierte Gefühl ist dasselbe. Beim Titelsong Federkleid gehe ich allerdings ein wenig raus aus  meinem eigenen Innenleben und bearbeite damit eine empfundene wachsende Oberflächlichkeit in  der Gesellschaft. Entstanden ist der Text, nachdem ich ein Konzert inklusive Aftershowparty in  Berlin besucht habe. Auch wenn es ein sehr schöner Abend war, hat mich so ein leeres  Gesamtgefühl erfasst. „Buntes Glitzern, goldenes Glänzen“ – jeder möchte den anderen  beeindrucken – „lockere Umtriebigkeit“ – man zieht von einem zum anderen und findet keine Erfüllung. Ich habe das ganze in das Bild des von innerer Leere geplagten Bühnendarstellers  gepackt. Im Moment bewegen mich sehr viele weitere Themen, eher gesellschaftlich als privat. Genügend Missstände gibt es ja. Mein Stil ist es aber nicht direkt und offen zu monieren – was ich  toll finde. Sarah Lesch hat beispielsweise ein sehr treffendes neues feministisches Lied geschrieben.  Aber ich gehe immer in die noch nachdenklichere Metaebene. Ich habe schon so viele neue Lieder  und könnte jetzt ausholen, aber hier geht es ja um die ersten vier. 

Wie entstehen deine Songs? Schreibst du Musik und Texte selbst? Entstehen Sie im stillen  Kämmerlein oder regen Austausch mit anderen Musikern? 

Ja Text und Melodie stammen von mir und dann kommen die Musiker hinzu, um ihre Einflüsse rein  zu geben. Das ist dann ein sehr spannender kreativer Gesamtprozess. 

Deine EP “Federkleid” würde ich als groovigen Indierock, veredelt mit einem Touch 80-Jahre Saxophon, bezeichnen. Du hast dir dafür eine geniale Band zusammengestellt. Wie habt ihr  zusammengefunden? 

Wenn ein Song fertig geschrieben ist, dann habe ich gleich eine ziemlich genaue Vorstellung von  der Instrumentierung. „Der Tanz“ habe ich eigentlich von vornherein so geschrieben, dass viel Raum für ein Saxophon da ist. In „Federkleid“ ist die Pianospur essentiell sowie die E-Gitarre am  Ende. Und mit diesen Visionen habe ich mich dann umgeschaut. Olga Amelchenko ist eine  herausragende Saxophnistin mit einem tollen eigenen Stil. Bei den „Vollblutjazzmusikern“ haben  wir dann in der Zusammenarbeit eine Mitte gefunden und du hast Recht! Ich habe mir genau diesen  80er Jahre-Stil gewünscht, wie beispielsweise in „The Latest Trick“ von den Dire Straits. Lars  Kutschke habe ich entdeckt, da er auch für Keimzeit arbeitet, fand die ruhige blusige Art seines  eigenen Repertoires toll und dachte den Songs damit eine „Lässigkeit“ geben zu können. Dem  entgegen steht Thomas Krüger, der in der Popmusik angesiedelt ist und irgendwie immer weiß,  welche Töne gerade passen. Bei zwei Songs spielt eine Freundin von mir, Marta Gvardiyan, die  früher kurzzeitig als klassische Pianistin unterwegs war. Von ihr stammt das wunderschöne Solo in  „Nur eine andere Art zu sterben“. An den Drums habe ich einen alten Freund, den Jazzdrummer  Johannes Hamm, mit dem ich schon in einer Schülerband zusammen gespielt habe und ich wusste, dass es einfach passt! Den Bassisten Johannes Engelhardt hat er mitgebracht, da die beiden schon  viel zusammen gearbeitet haben.  

Schließlich eine letzte Frage: Für Musiker:innen sind die Möglichkeiten weggebrochen, Einnahmen  zu generieren. Konzerte sind derzeit nicht oder nur eingeschränkt möglich, CDs werden kaum  verkauft und Spotify und Co zahlen für die Streams viel zu wenig. Wie gehst du damit um? 

Ich habe das Glück mir (noch) keine Gedanken darüber machen zu müssen, da ich vorher unter  anderem ein Einkommen durch die Musikschule hatte. Aber nun ist das Budget tatsächlich langsam  aufgebraucht, sodass ich hoffe, dass man sich ganz langsam ein Standbein über Livekonzerte und  andere Musikprojekte mit aufbauen kann.

Herzlichen Dank für deine aufschlussreichen Antworten.

Leonie Pernet – Hard Billy

2014 debütierte die Schlagzeugerin, Sängerin und Komponistin Leonie Pernet auf “Kill The DJ”, dem legendären Label aus dem Umfeld der gleichnamigen Partyreihe im Pariser Lesbenclub “Le Pulp”. 2018 erschien ihr Debütalbum “Crave”, das zwischen Pop und elektronischer Musik changiert.

Pernet, deren Vater aus dem Niger stammt, verkörpert in ihrem Schaffen inzwischen eine musikalische und kulturelle Verschmelzung zwischen orientalischen und afrikanischen Rhythmen und westlichem Clubsound.

Foto: Jean-François Robert

Dies  zeigt die Single “Hard Billy„, die  ein Vorbote von Leonie Pernets zweitem Album „Le Cirque de Consolation“ ist. “Hard Billy“ ist ein aufwühlender hymnischer  Mix aus treibendem Rhythmus und mantra-artigem Gesang. Das dazugehörige Video zeigt Aufnahmen maskierter Tänzer*innen aus Burkina Faso, Mali, Togo und der Elfenbeinküste , die zum rasanten Rhythmus der Trommeln mit ihren mystischen Tänzen jeden Raver in den Schatten stellen .

Meskerem Mees – The Writer

Beim diesjährigen Reeperbahn-Festival wurde die 22jährige belgische Sängerin Meskerem Mees (Foto: Patrick Blomme) mit folgenden Worten vorgestellt: „Über vollmundige Vergleiche kann sich Meskerem Mees beinahe täglich freuen. Die belgische Singer-Songwriterin mit der klaren Samtstimme hat sich in ihrer Heimat einen Ruf als exzellente Interpretin großer Lieder erspielt, während ihr Name immer wieder im gleichen Satz wie Nina Simone oder Joni Mitchell auftaucht. Zurecht.“ Ende September wurde Meskerem Mees  zum Montreux Jazz Talent Award 2021 ernannt. Das das tonangebende Online-Musikmagazin Consequence of Sound schreibt: „Sobald Meskerem Mees zu singen beginnt, geschieht etwas Magisches. Mit gerade mal ihrer Stimme, einer akustischen Guitarre und dem Cello von Sister in Arms Febe Lazou lässt sie den Song zu einer hinreißenden Perle des Folkpop aufblühen.“

Davon kann man sich bei der neuen Single „The Writer“, die jetz mit einen sehr schönen Schwarz-Weiß-Video erschienen ist am besten selbst überzeugen.

K. Flay – Nothing Can Kill Us

Kristine Meredith Flaherty aka K. Flay kommt aus Chicago zu uns (livehaftig zu einem Konzert am 02.02.2022 im Heimathafen Neukölln. Tickets gibt’s hier). K. Flay, ist seit 2018 mit der Musikerin Miya Folick liiert. K. Flay will ihre Musik unter Bedingungen machen, die sie selbst gewählt hat. Dafür scheißt sie auch schon mal bei einem Major Label (RCA Records) hin. Ihr Musikstil ist ein wider Mix aus Dark-Electro-Soundscapes, Art-Pop, Industrial-Rock und außergewöhnlich vielseitigem Gesang.

Foto: Ashley Osborn

Die jetzt erschienene Single „‚Nothing Can Kill Us handelt davon, „jemanden zu verlieren. Es geht um die Erinnerung an eine vergangene Beziehung und das Gefühl der Unbesiegbarkeit, das man in dieser besonderen Zeit hat – dieses Gefühl, es würde für immer und ewig so bleiben!“, erzählt K.Flay über die Inspiration zu ihrem neustenTrack.

Und weiter: „Aber es geht auch darum, die Unsterblichkeit deiner Erinnerungen zu umarmen und den Einfluss, den jemand auf dich haben kann. Eine Beziehung kann enden oder sich verändern, und es kann sehr wehtun, aber nichts kann zerstören, was sie bedeutet hat. Nichts kann das jemals zerstören.“

lùisa – Walking Home with a Lover

Auf ihrem im Mai veröffentlichten Album New Woman setzte sich die in Hamburg lebende Indie-Pop-Künstlerin lùisa Themen wie Trauer, Selbstermächtigung und Female Empowerment auseinander. Nun präsentiert die Sängerin, Musikerin und Produzentin ein Musikvideo zu ihrem Song „Walking Home with a Lover”.

Foto: Nikolai Dobreff

Neues Video und Tourdaten

lùisa erklärt: „‚Walking Home with a Lover‘ ist einer meiner persönlichen Lieblinge auf dem Album. Auch weil ich mich nicht sehr bemüht habe, meine 80s Inspirationen zu verstecken, hatte ich wahnsinnig viel Freude beim Arrangieren und Produzieren. Thematisch handelt der Song davon, wie man als ‚twenty-something woman‘ irgendwo zwischen gesellschaftlichem Erwartungsdruck und dem eigenen bedingungslosen Drang nach Selbstverwirklichung und Freiheit taumelt.“

Wer lùisa live erleben möchte, findet hier die passende Venue.

lùisa Livedates 2021/2022: 
14.10.2021 Hannover, Feinkost Lampe 1

6.10.2021 Oldenburg, Kulturetage 

20.10.2021 Berlin, Badehaus 26.10.2021 Langenberg, Kultur GüterBahnhof 

27.10.2021 Mainz, Schon Schön 2

8.10.2021 Hamburg, Nochtspeicher 

08.04.2022 Osnabrück, Popsalon 

09.04.2022 Köln, Theater der WG 

11.04.2022 CH-Zürich, Papiersaal 

12.04.2022 Reutlingen, Franz K 

14.04.2022 München, Kranhalle

ÄTNA – Smile

Der allererste Beitrag dieses Blogs berichtet von einem Konzert des avantgardistischen Duos ÄTNA. DasKonzert war bei weitem nicht ausverkauft, weil noch keiner die beiden Dresdener kannte. Es war überwältigend. Die stimmgewaltigen Inés Schaefer und der versierte Schlagzeuger Demian Kappenstein hatten eine ungeheure Bühnenpräsenz. Wer dabei war, konnte eine Innovation zeitgenössischer elektronischer Popmusik tatsächlich geht es für ÄTNaA nur bergauf. 2020 produzierte Moses Schneider ihr beeindruckendes Debütalbum „Made By Desire“. Im selben Jahr gewannen sie beim Reeperbahn Festival den begehrten ANCHOR Award, 2021 standen sie beim selben Festival in der Elbphilharmonie auf der Bühne.  Ihr Potential haben auch andere erkannt und suchen ÄTNAs Unterstützung . Zuletzt hörte man ÄTNA auf Tracks wie dem Solomun-Feature „Tuk Tuk“ und Collabos mit Marteria („Love, Peace & Happiness“) und Meute („Weirdo“).

(Foto oben: Josefine Schulz)

Bei dem Musikvideo von „Smile“ gehen ÄTNA diesmal neue Wege und flüchten an einen Ort zwischen Traum und Störung, in dem ein flüchtiges Lächeln Raum und Zeit verzerrt. Echos aus der Zukunft werden zu Déjà-vus. Hypnotisch und nicht greifbar und gerade deswegen: Besonders. Mit „Smile“ setzen ÄTNA ein unprätentiöses, minimalistisches Statement.

Greta Isaac – „5’1“

Greta Isaac ist eine versierte Geschichtenerzählerin. Dabei fällt ihr Selbstironie nicht schwer. Der Songtitel 5’1 spielt auf ihre Körpergröße an (1, 55 m ). Die kleine Frau mit dem großen Gefühl für Ohrwurmmelodien zeigt uns, dass es auf die Körpergröße, so wie generell auf das Aussehen einer Person, nicht ankommt. 

Über ihre neue Single sagt Greta folgendes: „‚5’1′ ist das sture, wütende Kind in mir, das keinen Bock hat, Kompromisse einzugehen oder die andere Seite zu verstehen, wenn es mal ein Problem gibt. Der Song ist entstanden, als ich in einer Beziehung war und keine Lust mehr hatte, sie zu retten. Es geht darum, dass ich dazu neige, mich zurückzuziehen, wenn mir etwas zu groß oder zu überwältigend scheint. Ich denk dann, ich schaff das nicht.“



„5’1“ ist der erste Vorgeschmack auf den Nachfolger von Gretas Debüt-EP PESSIMIST.