Miya Folick – Malibu Barbie

Miya Folick hatte im Herbst des vergangenen Jahres ihr vielbeachtetes Debüt-Album „Premonitions“, heraus gebracht, über das an dieser Stelle berichtet wurde (hier). Nunmehr legt sie eine neue Single nach. In Malibu Barbie befasst sie sich mit Schönheitsstandarts und dem sich daraus ergebenden psychischen Druck.. Das ständige Reden darüber, ob jemand gut aussieht oder nicht, bezeichnet sie als beauty language.

Auf ihrer Facebook Seite schreibt sie:“Ich bin mit einer Mutter aufgewachsen, die selten beauty language sprach. Sie nannte sich selbst nicht hübsch oder hässlich oder sie musste sich ändern, um sich wertvoll zu fühlen. Aber ich habe die beauty language schnell von Lehrern, Klassenkameraden und dem Internet gelernt. ⁣⁣⁣⁣⁣⁣Malibu Barbie handelt davon , was es für mich bedeutet, eine Frau zu sein – es ist eine Sehnsucht nach einem Ideal. Es ist klar, dass ich bei der Suche nach körperlicher Perfektion bis zum Äußersten gehen, mich umsehen und feststellen kann, dass ich mich nicht verändert habe. Ich sehne mich immer noch nach etwas mehr. ⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣Ich bin meine Neugier und mein Streben. ⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣Wer ich bin, ist kein Ort, an dem ich ankommen kann.“⁣⁣

Moyka- Bones

Foto Anne-Lise_Nygaard

Norwegen ist auch ein gutes Pflaster für elektronische Tanzmusik. Dies zeigen Musikacts wie  Royksopp, Highasakite und Aurora. Das sind genau die Idole, der die norwegische Newcomerin Moyka nacheifern wollte. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass sich Moyka für ein Studium der Musikproduktion in Bergen einschrieb. Die Zeit nutzte sie, um durch die Arbeit mit Cubas, Soft-Synths und Samples ihr eigenes mystisches, synthie-basiertes Universum zu erschaffen. Mit ihrer Debütsingle “Colder” schaffte sie es ins norwegische Fernsehen Punkt. Ihre zweite Single Bones folgt den aktuellen Trend, auf die Musik der 80er Jahre Bezug zu nehmen.

Bones is about that urge to create, and feeling like that is taken away,” sagt sie. “When I wrote it in 2017, it felt like I couldn’t quite get anything right, I was trying really hard and it all turned out bad. I was saying, ‚I’ve got this big love for you and it seems like you’re disappearing…‘”

Andi Fins – Stan’s Copycat

Sie bat um eine Zigarette und sagte: “Versteh mich bitte nicht falsch, aber schriftlich kommst du besser rüber,  als von Angesicht zu Angesicht mit dir zu reden”

Gleich die ersten Zeilen des Songs Stan’s Copycat haben mich persönlich abgeholt. Das ist doch genau das, was einen Blog-Schreiber wie mich erwartet, wenn er sich  mal hinter seinem Laptop weg wagt, sich hinaus traut und dann im Club auf seinen Schwarm trifft. Wenn man es vermasselt, fühlt man sich wie die Kopie eines Stalkers und Fans (Stan)

Der Anti-Held ist zurück

Foto_katja aujesky

Der hier aus der Erfahrung eines geplatzten Dates einen perfekten Popsong fabriziert hat, heißt Andi Fins. Sein nagelneuer Song Stan’s Copycat wird wird auf seinem neuen Album zu hören sein, dessen VÖ für September 2019 geplant ist. Es scheint so, als wolle er seine Erzählung fortschreiben, die er mit den Vorgänger “Dreamer” (VÖ 2016) und dem noch aktuellen Album “How will our Hero get out of this one? (VÖ 2018)” begonnen hat. In der mit Moritz Krämer ( Die höchste Eisenbahn) produzierten Video-Trilogie „Out of Sight“, „Walk away“ und „Stay on top“ stellte er sich als Trenchcoat tragender, tapsiger Antiheld dar.Man darf  gespannt sein, wie es weiter geht.

Musikalisch ist Andi Fins alles andere als ein Underdog. Der passionierte Keyborder arbeitet u.a. mit Moritz Krämer, Max Prosa, Philipp Dittberner, Boy, Mark Forster, Elif, Super 700, Martin Gallop, Anna F.,Nico Suave, Tim Neuhaus und Clueso zusammen. Aktuell gehört er zu der Band, die mit Moritz Kremer auf Tour ist.

Sein eigene Musik lässt Erinnerungen an den melancholischen Pop der 80’Jahre und 90’Jahre wach werden. Man hat Prefab Sprout oder  The Style Council im Ohr. Damit liegt Andi Fins hoch im Trend. Seine Mitmusiker sind Alexander Binder (Gitarren und Bass), Hanno Stick (Drums),und Larissa Pesch (Backingvocals). Andi Fins bedient die Keyboard und war zusammen mit Alexander Binder Produzent. Alexander Binder und Hanno Stick spielen auch bei Moritz Krämer und bei Judith Holofernes. Larissa Pesch war bis vor einem Jahr Mitglied der Soul-Pop Girlband Laing.

Das neue Album finanziert Andi Fins durch Crowdfounding . Es soll, wie gesagt, im Herbst 2019 erscheinen. Wer möchte, kann das Projekt hier unterstützen.

Projekt unterstützen

Honeyblood-She’s A Nightmare

Hinter dem Projekt Honeyblood steckt die schottische Musikerin Stina Tweeddale als Masterind und nunmehr im Alleingang, nachdem sie sich von der Schlagzeugerin Cat Myers getrennt hat.

Honeyblood by Marieke Macklon

Zu She’s A Nightmare erzählt Stina folgenden Albdruck: Als sie nach zwei Jahren auf Tournee zu Honeybloods zweitem Album „Babes Never Die“ (2016) nach Hause kam, geschah etwas Schreckliches. Sie wurde verfolgt. Jede Nacht, wenn sie in ihrem eigenen Haus in Glasgow zu Bett ging, nachdem sie in fremden Hotelzimmern gelebt hatte, kam eine Frau, um sie zu erwürgen. „Es klingt verrückt“, sagt sie über das Telefon aus Schottland. „Ich bekam diese schrecklichen Halluzinationen und Nachtangst. Ich war nicht einmal schlafwandelnd, ich habe geschlafen, als mein Haus von dieser Frau heimgesucht wurde, die in meinen Träumen zu mir gekommen war und versucht hat, mich zu töten! “

She’s A Nightmare ist ene Auskopplung aus an diesem Freitag erscheint das dritten Album „In Plain Sight“ . Stina Tweeddale übernahm gemeinsam mit dem Produzenten John Congleton (u.a. Angel Olsen, St. Vincent) die Regie.

Middle Kids – New Songs for Old Problems

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Wie schon häufig haben wir hier ein Ohr am anderen Ende der Welt, sodass wir neue & gute Musik aus Australien vermelden können. Es geht un das Newcomer Indierock-Trio Middle Kids um Hannah Joy. Sie und ihre beiden Mitstreiter Harry Day und Tim Fitz haben in ihrer Heimat mit ihrem erst im Mai 2018 erschienen Erstling „Fast Forward“ den „Album of the Year“-Award des australischen öffentlich-rechtlichen Senders triple j abgeräumt.

Neues Mini-Album der Middle Kids erscheint am Freitag

Nun kommt kommt morgen am 24.05. mit „New Songs For Old Problems“ ein komplettes Mini-Album der außergewöhnlich produktiven Band aus Sydney heraus.
Möglich wird diese rasante Release-Rate durch das bandeigene Studio, in dem der Middle Kids-Bassist Tim Fitz auch die Produktion des auf Lucky NumberMusic erscheinenden Mini-Albums verantwortlich war.

Im Zentrum der sechs Songs umfassenden Veröffentlichung steht die erste Single „Real Thing„, deren schwelgerischer, erhabener und zugleich wehmütiger Sound auch mit der textlichen Botschaft des Tracks korrespondiert, wie die Frontfrau Hannah Joy erläutert: „‚Real Thing‘ handelt von der lebenslangen Suche nach Bedeutung – von der leisen, aber ausdauernden Stimme, die unentwegt nachbohrt, ob du wirklich glaubst, dass du tatsächlich das gefunden hast, wonach du gesucht hast.

Neufundland – Viva la Korrosion

Photocredit: Jean Raclet

Wem die Musik von Bilderbuch gefällt, deren Texte aber zu inhaltlos und unpolitisch sind, der findet eine Alternative in der Kölner Band Neufundland. Komplexe Gitarrenarbeit, Vintage Drums und Motown Bass geben ihrer eleganten Rockmusik den nötigen Funk, um sie auf internationales Niveau zu heben. Dazu zeichnet sich die Band durch gesellschaftskritische Texte aus und unterscheidet sich damit wohltuend von den Max Giesingers und Mark Fosters der deutschsprachigen Popwelt. So ist die Single Viva la Korrosion ein düsterer, ironischer Abgesang einer bigotten Gesellschaft.

Das neue Album „Scham“ kommt am 31.05.2019

Viva la Korrosion ist eine Auskopplung aus dem kommenden spannenden Album mit dem Titel Scham. Dazu mehr nach der Veröffentlichung am 31.05.2019.

Moritz Krämer + Band in der Pension Schmidt in Münster

Der Berliner Sänger und Songwriter Moritz Krämer kommt heute Abend nach Münster in die Pension Schmidt. Mal klingt seine Musk zurückgelehnt wie Whitney oder Andy Shauf, wenn ein trockener Beat (Hanno Stick am Schlagzeug) unter warmen Streichern begraben wird, mal wie Kevin Morby, Wilco oder Courtney Barnett, mal erinnern die Arrangements mit Bongos, Motownstreichern und dem Beatlesbass von Alex Binder an Hymnen von Curtis Mayfield oder Gladys Knight, durch Andi Fins’ Klavierspiel an Randy Newman oder Todd Rundgren. Am Ende ist es immer Krämers Stimme und seine Art zu singen, die den Sound der Platte ausmachen, die die deutsche Sprache so leicht und melodisch klingen lassen. Das ist jedenfalls das Versprechen, das gegeben wird. Und genau deswegen gehe ich dahin.

Desperate Journalist am 11.05.2019 im Gleis 22, Münster

Am Samstag (11.05.2019) machte das Gleis 22 seinem Ruf als bester Liveclub in Münster wieder mal alle Ehre. Fans von gepflegter Gitarrenmusik mit Reminiszenzen an den Wave und die Darkness der achtziger Jahre sowie Shoegaze kamen voll auf ihre Kosten. Dem entsprechend war der Club gefüllt mit häufig schwarz gekleideten Besuchern im mittleren Alter, die das 9. Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts miterlebt haben. Headliner des Abends waren Desperate Journalist aus London. Sie wurde unterstützt von den zwei russischen Bands, Blankenberge aus St. Petersburg und Life on Venus aus Moskau. Alle drei Bands waren mit Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren identisch instrumentiert. Ebenfalls hatten alle drei Bands Sängerinnen am Start. Die musikalische Ergebnisse unterschieden sie sich jedoch erheblich. Zu Blankenberge und zu Live on Venus unten mehr. Zunächst zum zum Hauptact des Abends, Desperate Journalist.

Powerfrauen

Jo Bevan ist eine zierliche Person, die aber auf der Bühne eine unglaubliche Präzenz aufweist und damit den Mittelpunkt der Desperate Journalist bildet. Neben dem wavigen Sound der Gruppe ist es ihre Stimme und ihre Energie, die alle Songs prägt. Sie ist die ganze Zeit in Bewegung , stampft im Takt mit dem Fuß, wuselt durch den kurzen blonden Haarschopf. Das Mikro ist ihr Instrument. Das rote Mikrophonkabel hängt mal am Ständer , mal hat sie es umgeschlungen. Power kommt auch von einer anderen Frau auf der Bühne. Caz  Helbert  am Schlagzeug treibt die Beat kraftvoll nach vorn. Zusammen mit Simon Drowner an der Bassgitarre bauen sie Druck auf. Simon Drowner  ist derjenige, der in seinen schwarzen Anzug , schwarzgefärbten Haaren und Kajal um die Augen vom Aussehen am meisten an der jungen Robert Smith von The Cure erinnert. Eine Superperformance liefert der Gitarrist Rob Hardy ab. Beim Live-Auftritt wird das Quartett durch die Gitarristin Charley Stone erweitert.

Mit Ansagen wird sich nicht lange aufgehalten. Gespielt werden treibende Tracks, nicht nur aus den neuen Album, sondern auch aus den beiden Vorgängern. Der Abend endet nach zwei eingeforderten Zugaben mit der allerersten Single der Band, Kitten. Alle sind durchgeschwitzt und zufrieden.

Setlist Desperate Journalist am 11.05.2019 in Münster

Gallerie

Support aus Russland

Blankenberge – Shoegaze aus St. Petersburg

Foto: Thomas Wolff

Die Klangwelt von Blankenberge war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Im Vordergrund bauten sie eine mächtige Gitarrenwand auf, welche die zarte Stimme der Sängerin Yana kaum durchdringen konnte. Der Sound war sehr hallig, dröhnend und sehr laut, aber dennoch ästhetisch. Wer solches Gitarrengewitter mag, kam hier voll auf seine Kosten. Insbesondere der Bassist Dimitri faszinierte mit verzerrten gewaltigen Sequenzen, die er seinem Instrument entlockte..

Galerie

Life on Venus – Dream Pop aus Moskau

Foto. Thomas Wolff

Auch bei Life on Venus dominierten Hall und Lautstärke. Die Tracks waren insgesamt aber dreamiger und melodiöser. Sängerin Aline erhielt bei dem Vocals Unterstützung von Gitarrist Sergey.

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Die beiden sympathischen Vorbands bereiteten die Bühne für Desperate Journalist perfekt vor.

Close Talker – The Change It Brings

Close Talker, die Indie-Rockband aus Saskatoon, Kanada hat nach Half Past Nine einen eine weiteren wunderschönen Song aus ihrem kommenden Album veröffentlicht. Über The Change It Brings sagt die Band:
„Zeit ist universell und die einzige Währung, die wir alle teilen. Egal in welcher Situation, jede*r ist von Zeit geprägt. Es kann uns zum Schlechten oder zum Besseren verändern, aber irgendwann werden wir uns alle der Kraft der Zeit stellen müssen. Dieser Song, wie auch das ganze Album, ist der Versuch, mit der Zeit zu ringen. Er erzählt vom Versuch, aus unseren Erfahrungen zu lernen, vom Versuch, den Durchblick zu behalten, und davon in dieser seltsamen Welt voranzukommen. Und manchmal auch davon, überhaupt nicht voranzukommen; einem Moment lang still zu sitzen und alles einzusaugen, was er zu bieten hat, bevor er zu nichts anderem als einer Erinnerung wird. Das Album „How Do We Stay Here?“ – das sind wir wie wir uns durch die letzten zwei Jahre navigieren, während der guten und schlechten Zeiten, die uns geprägt haben, und von denen wir zu lernen versuchen.“

Neues Album im August

Die Band hat ihr kommendes Album „How Do We Stay Here?“ selbst zu produziert, un die Kontrolle über ihre musikalische Entwicklung zu behalten Amerikanische Online-Magazine, wie NPR, Billboard, Clash, Spin, Q Magazine und Consequence of Sound, sagen für Close Talker den Durchbruch in 2019 voraus. Das Album „How Do We Stay Here“ wird am 30. August 2019 in Deutschland bei Sinnbus veröffentlicht.

Mister Me – Null

Foto: MOTOR MUSIC

Die musikalische Entwicklung von Micha Meißner alias „Mister Me“ aus dem norddeutschen Einbeck begann früh mit Hip-Hop und Rap. Der  Verlust seiner Haare durch eine Autoimmunkrankheit führte ihn zu intensiver Auseinandersetzung mit seinem Leben und der Musik. Er hat hat sich musikalisch inzwischen umorientiert hin zu tiefer gehenden, auch persönlichen Texten, melodischem Indie-Pop. Er lebt inzwischen in Berlin. Auch das Management von Mister Me ist professionell. Manager ist der ehemaligen „Virginia Jetzt!“-Sänger Nino Skrotzki .

Der Song „Null“ ist der erste Vorbote seines zweiten Album, welches durch Crowdfounding finanziert wird. Es soll im Herbst 2019 erscheinen. Wer möchte, kann das Projekt hier unterstützen.

Projekt unterstützen

Mir gefällt die Dynamik der Musik, wodurch eine gute Spannung erzeugt wird. Für den Sound zeichnet der Berliner Produzent Tobias Siebert verantwortlich.

Auch die Lyrics überzeugen. MOTOR MUSIC, die den Vertrieb übernommen habe, beschreiben treffend, worum es geht:

„Null“ ist ein pumpend-schiebendes Plädoyer für die Reduktion auf das absolut Wesentliche im gesellschaftlichen Zusammenleben geworden, eine Auseinandersetzung mit den Dingen mit denen wir uns umgeben, was wir wirklich brauchen und eine Versöhnung mit all den Lasten, die wir tagtäglich mit uns herumtragen.