Odd Beholder- Transatlantic Flight

Cover

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Am 02.12. erwarten wir Odd Beholder zu einem Konzert in der Pension Schmidt in Münster. Mehr Infos dazu gibt es h i e r.

Nach der Veröffentlichung des Debütalbums „All Reality Is Virtual“ im Herbst 2018 ist Transatlantic Flight der erste Vorbote vom kommenden Album von Odd Beholder. 

Daniela Weinmann sagt über TRANSATLANTIC FLIGHT:
„Stell dir vor, du bist in einem Flugzeug. Es ist sehr still. Alle sind hellwach. Niemand spricht. Niemand bewegt sich. Eine Stewardess geht vorbei. Oh, der Luxus, eine Tasse Kaffee in der Luft zu trinken. Das Flugzeug schwebt über ein saures Meer hinweg. Der Bildschirm spiegelt dein blasses Gesicht wider und du liest dort: „Thank you for flying Unf Air.“ Es kommt dir in den Sinn, dass die Natur großartig war, und dass die Natur wieder großartig sein wird, aber du wirst nicht da sein, um Gedichte darüber zu schreiben. Es ist Zeit zu gehen und du wünschst dir einfach, du könntest dich zum besseren verändern. Sind das noch Wolken oder ist es schon Rauch? Du bereitest dich auf den Aufprall vor.“

Konzertankündigung

Odd Beholder, das zur Band gewachsene Projekt der Schweizer Musikerin Daniela Weinmann kommt am 02.12. nach Münster in die Pension Schmidt. 

Foto KatiaWik

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Ihre Musik klingt, als flöge man leicht berauscht dem pastellfarbenen Horizont entgegen. Nur um mitten in den zarten Klangwolken auf dem harten Boden der Tatsachen aufzuschlagen. In der präzisen, unprätentiösen Musik, in ihrer Version umarmender Electronica und melancholischer Popmusik befasst sich Odd Beholder mit den unangenehmen Wahrheiten, spendet Trost und ermutigt digitale Eskapist*innen, real zu bleiben. Auf dem Debütalbum “All Reality Is Virtual” dreht sich alles um Digitalisierung – um das unheimliche Sammeln unserer Daten, aber auch um die spirituelle Wichtigkeit des Aushaltens von Einsamkeit. Es erzählt von Momenten ohne Vernetzung und von der Stärke, die eben daraus erwächst, sich den Herausforderungen im physischen Leben zu stellen. 

Foto : Odd Beholder

Vor dem Debütalbum veröffentlicht Odd Beholder mit „Lighting“ (2016) und „Atlas“ (2017) zwei eindrückliche EPs. Dazu gehörend erscheint 2018 mit „Remixes“ eine geschmackvoll zusammengestellte EP, zu der u.a. The/Das, Fejká oder Hundreds ihre Arbeiten beisteuern.

Odd Beholders Musik ist filmisch. Die Arbeiten für die dazu gehörigen Videos sind sorgsam gewählt. Der von den Berliner Filmern Grambow & Kirchknopf in Aserbaidschan in Zusammenarbeit mit der Azerbaijan Social & Modern Dance Association gedrehte Videoclip zur Single „Landscape Escape“ gewann den Jurypreis der „Best Swiss Video Clip“-Awards 2017. Das Stück wurde außerdem im Film „Mario“ verwndet, der sich mit dem schwierigen Umgang mit Homosexualität im Fußball auseinandersetzt. Odd Beholder wurden vom Hamburger Electropop-Duo Hundreds ausdrücklich auf die Tour zu dessen aktuellem Album eingeladen. 

Odd Beholder erhielt Einladungen zu wichtigen Festivals wie Great Escape Festival (UK), Eurosonic Festival (NL) oder das Reeperbahnfestival (D) und tourte in verschiedenen Konstellationen in China, Italien, Deutschland und der Schweiz, und wurden vom Hamburger Electropop-Duo Hundreds wie auch aktuell von Bodi Bill explizit gebeten, deren jeweilige Tour zu begleiten.

Momentan tourt Weinmann mit ihrem Produzenten und Multiinstrumentalisten Martin Schenker durch Deutschland und wird anschließend weiter an der Musik für das zweite Album arbeiten, das 2020 erscheinen wird.

Weitere Videos von Odd Beholder

Weitere Tour-Termine

26.11.2019 – DE – Dresden – Hole Of Fame
27.11.2019 – DE – Chemnitz – Atomino
28.11.2019 – DE – Berlin – Schokoladen
29.11.2019 – DE – Leipzig – Noch Besser Leben
30.11.2019 – DE – Erfurt – Franz Mehlhose
01.12.2019 – DE – Würzburg – Viertelkultur
02.12.2019 – DE – Münster – Pension Schmidt
03.12.2019 – DE – Köln – Die Wohngemeinschaft
04.12.2019 – DE – Hamburg – Astra Stube
05.12.2019 – DE – München – Wohnzimmerkonzert

Die Alben der Woche

Allen Stone -Building Balance

R & B und Soul sind richtige Musik, die hilft, bei den vielen Anforderungen des Lebens, nicht ins Wanken zu geraten. Um den Spagat zwischen dem Bewältigen der Vergangenheit und dem Meistern der Gegenwart, zwischen Karriere und Familie und zwischen brillanten Höhen und entmutigenden Tiefen zu schaffen und die Balance zu halten. Dieser Meinung ist offensichtlich Allen Stone und liefert mit seinen neuen Album den Soundtrack für den Balanceakt.

Marius Müller-Westernhagen Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1)

Vierzig Jahre nach Erscheinen von Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz, hat Marius Müller-Westernhagen das Album ganz neu und ganz anders aufgenommen. „Die Lieder gehen heute viel tiefer, weil sie besser verstanden sind“, beschreibt Marius Müller-Westernhagen seine Erfahrung mit der Aufnahme. Mehr dazu lest ihr

h i e r.

Bishop Briggs-Champion

Die britische Sängerin Sarah Grace McLaughlin, die sich nach dem Herkunftsort ihrer Familie Bishopbriggs nennt, fällt nicht nur durch ihr Äußeres auf. Nach ihrem Debütalbum “Church of Scars” hat Bishop Briggs sich von ihren Zöpfen getrennt und sieht nun mit kurz geschorenen Haaren sehr kämpferisch aus. Das passt zu ihrer kraftvolle Stimme und dem Power-Indie-Pop von Champion.

Westernhagen-Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1)

Gestern veröffentlichte der Sänger, Songwriter, Musiker und Produzent Marius Müller-Westernhagen sein neues Studioalbum Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1).  

Nach 40 Jahren

Vierzig Jahre sind vergangen seit dem Erscheinen seines Albums Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz, das 1978 Marius Müller-Westernhagens Karriere begründete.Es war das erste Album des Musikers, das über 1 Million Mal verkauft wurde. Zum Titelsong Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz wird auf Parties  auch heute gerne noch abgetanzt. Es lohnt sich, das ganze alte Album nochmal anzuhören und man stellt fest, es ist einfach gut. Westernhagen erzählte in den Songs Geschichten, die nicht nur in den 70er Jahren aktuell waren, sondern heute noch relevant sind, etwa von der Sehnsucht, nach der Jugendzeit (Mit 18), von Versagern (Zieh die Schuhe aus), von Kleinkriminellen (Willi Wucher) oder vom Alkohol (Alles in den Wind, Johnny Walker), macht sich über Dicke lustig, was man nicht machen sollte, aber jeder es doch tut. Blues und Rock’n’Roll kommen eh gut.

Kann man etwas, was so gut ist wie Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz, überhaupt besser machen oder sollte man von so einem Experiment besser die Finger lassen. Ich glaube,  das ist die falsche Sichtweise auf Das Pfefferminz-Experiment. Westernhagen wollte Pfefferminz bestimmt kein modernes, zeitgemäßes Update verpassen. 

Kann man etwas, was schon genial ist, verbessern?

Die Musik auf Das Pfefferminz-Experiment ist nämlich alles andere als modern und zeitgemäß, vielmehr ist sie aus der Zeit gefallen zeitlos.  Larry Campbell, der Co-Produzent von Marius Müller – Westernhagen, hat mit zahllosen Größen der amerikanischen Musik gearbeitet und eine halbe Ewigkeit in der Band von Bob Dylan gespielt. Bei den Aufnahmen kamen  kaum mehr als ein paar Gitarren, eine Geige, eine Pedal-Steel-Gitarre, ein kleines Akkordeon und  etwas Percussion zum Einsatz. Die Arrangements entstanden im intensiven Zusammenspiel der Musiker und es eine Americana-Musik entstanden. Marius Müller-Westernhagen und seine amerikanischen Begleitmusiker schufen aus dem vorhandenen Songmaterial etwas anderes,  etwas neues. Dazu trägt sicher der von Gesang Marius Müller-Westernhagen bei. Seine Stimme ist gereift. Er ist in der Lage, besser zu modulieren, als der junge Marius.. Er zieht alle Register in Sachen Dynamik und Klangfarben und reagiert gesanglich subtil auf seine jahrzehntealten Texte, indem er sie an den richtigen Stellen ironisch bricht oder ihnen vollen Respekt erweist.

Daher kann man nicht sagen, dass das heutige Pfefferminz-Experiment besser ist, das das alte Pfefferminz. Es ist von der  Intensität und der Seele ein völlig neues Werk entstanden. Und es ist gelungen

„Die Lieder gehen heute viel tiefer, weil sie besser verstanden sind“, beschreibt Marius Müller-Westernhagen seine Erfahrung.

AWOLNATION – The Best

Aaron Brunos, der Mastermind von AWOLNATION ist schon ein krasser Typ und echter Musikfreak. Mit seiner ersten Band Under The Influence Of Giants hatte er schon einen Vertrag mit einem Major-Lable in der Tasche.

Der Deal platzte, als die Firma von einer anderen übernommen wurde. Ohne Vertrag und Band musste sich Aaron als Auftragsschreiber für andere Künstler durchschlagen. Er steckte aber den Kopf nicht in den Sand, sondern legte mit dem Soloprojekt AWOLNATION los. Und nach vielen fleißigen Touren gelang 2011 mit seinem Genremix aus Pop, Funk, Hip Hop und Punk der Erfolg mit dem Album „Megalithic Symphony“ und

insbesondere dem Überhit „Sail“, der sich besonders als Soundtrack für (Horror-)Filme und Werbung eignete und reichlich verwendet wurde.

Gestern veröffentlichte AWOLNATION  mit „The Best“ die erste Single ihres für 2020 geplanten, vierten Studioalbums. „The Best“ erhebt den Anspruch als legitimer Nachfolger von „Sail“ eingestuft werden. Wie auch schon „Sail“ ist „The Best“ mit einem gelungenen Video verbunden. Die bereits für Girlpool tätige Regisseurin Amalia Irons gestaltete die  visuelle Umsetzung als Cosplay zwischen Märchen und Sience Fiction. Die Video-Ästhetik besaß Aaron Bruno eine klare Zielsetzung: „I wanted to make a video that felt like some of my favorite childhood adventure movies and create something that has a magical feeling of the autumn season„.

HAIM – Now I’m In It

Alle warten auf das dritte Studioalbum vom Haim. Immerhin haben die drei Haim-Schwestern Danielle, Este und Alana nach der Ende July veröffentlichten Single „Summer Girl“ jetzt „Now I’m In It“ nachgelegt.

In dem neuen Song geht es um Depressionen. Im Text bezieht sich das Trio auf ihre eigenen Erfahrungen. Das Thema ist allerdings nicht in eine traurige Ballade verpackt, vielmehr treibt eine pochende Bassline „Now I’m In It“ an und eine Synth-Kulisse macht den Song dancefloor-tauglich. Die Musik stellt demnach eher den manischen Anteil einer Depression dar.

Cold War Kids – 4th of July

Am 01.11. haben Cold War Kids  mit „New Age Norms, Vol. 1“ den 1. Aufschlag zu einer Album-Trilogie gemacht und sind damit bei den Top-Alben der Woche gelandet (jedenfalls nach meinem Geschmack).
Zum auf dem Album enthaltenen Song „4th of July“ haben die Cold War Kids nun ein Video mit der Schauspielerin und Komödiantin Jade Catta-Preta in der Hauptrolle vorgelegt. Sie spielt hervorragend ein oberflächliches Luxusleben, in welchem der 4. July einfach nur ein zusätzlicher Urlaubstag ist, weit weg von dem Gedanken Kennedys:

Ask not what your country can do for you – ask what you can do for your country.

ÄTNA – Try

ÄTNA, das Dresdner Electronica/Independent-Duo Inez Schaefer und Demian Kappenstein waren wieder mit dem Erfolgsproduzenten Moses Schneider, der schon ihre ersten EPs produziert hat, im Studio, um ihr Debüt-Album aufzunehmen. Jetzt ist die zweite Single Try daraus erschienen. Inez treibt mit ihren Keyboards dramatisch nach vorn, bis zur überraschenden Wendung zum Schluss. Unbedingt zu Ende hören.

BJRG-Skin

Foto: Paolo Ermanno

Hinter BJRG verbirgt sich der Experimental-Musiker Luca Nistler. Nistler ist auch Voice-Sound Designer und bildender Künstler innerhalb der Performance Gruppe ‚I Figli di Marla‘. Im April 2019 traten sie beim DO DISTURB Festival im Palais de Tokyo in Paris auf. Eine Eindruck vom Festival kann man sich h i e r verschaffen.

Ein reines Solo-Stimmenprojekt

Skin  ist zusammen mit dem Video des Videokünstler Paolo Ermanno eine Single-Auskopplung aus dem am am 15.11.2019 erscheinenden Debütalbums von BJRG mit dem Titel „Skin Deep“. Das besondere an dem Album ist, dass wir keine Musikinstrumente und keine Elektronik hören. BJRG ist ein reines Solo-Stimmenprojekt. Nur die nackte Stimme, zwei Mikrofone, ein Delay-Pedal und eine Loopstation. Das ist eine spannende Sache und hört sich auch über Albumlänge super an. Mehr dazu nach der Veröffentlichung des Albums (VÖ 15.11.2019) an dieser Stelle.

Alben der Woche

Leif Vollebekk – New Ways

Was braucht man, um ein Album zu produzieren, das den Hörer mit auf den „Transatlantic Flight“ zum „Apalachee Plain“ nimmt oder auf eine Reise ins Innerste der Seele. Wenn man so eine Stimme wie der kanadische Songschreiber Leif Vollebekk hat, dann reichen Gitarre, Piano, Bass, dezentes Schlagzeug. Mit Groove und viel Soul geht es auf den Weg, bzw. die neuen Wege. Die 10 Titel auf dem Album „New Ways“ verweben Indie, Folk, Soul und Pop.

Cold War Kids – New Age Norms, Vol. 1

Man kann die kalifornische Band um Sänger Nathan Willett und Bassist Matt Maust  durchaus als Indie-Veteranen bezeichnen. 15 Jahre sind Cold War Kids schon im Geschäft. Das neue Album hört sich aber alles andere als School of 2005 an. Vielmehr ist ein tiefgründiges modernes Popalbum gelungen. Mehr dazu gibt es

h i e r.

Michael Kiwanuka – Kiwanuka

2o16 war Michael Kiwanuka mit LOVE & HATE ein opulentes Soul-Album gelungen. Wer einmal das zehnminütige Stück Cold Little Heart gehört hat, der wird es nie vergessen. An die soulige Grundstimmung des Meisterwerk schließt der britische Sänger mit seinen neuen Album, das ganz selbstbewusst seinen Namen trägt, unmittelbar an, wie etwa dass siebenminütige psychedelische Hard To Say Goodbye zeigt.

Es geht aber auch klanglich optimistischer wie etwa bei You Ain’t The Problem.