Sheryl Crow -“The Story Of Everyhting“ ft. Chuck D, Andra Day, Gary Clark Jr. – letzter Vorbote auf das neue Album „Threads“

Am Freitag erschien mit Story of Everything ein unglaublich krachendes Crossover-Stück von Sheryl Crow. Es vereinigt Rock, Funk und Hip-Hop.

Sheryl Crow schreibt selbst dazu:

„The Story of Everything“ entstand aus einem Gefühl der Frustration über die Lage in Amerika zu diesem Zeitpunkt. Als alleinerziehende Mutter fühle ich mich meinen Kindern gegenüber verpflichtet, zu den dringenden Themen zu sprechen, die die Welt prägen, die sie durch meine Musik von uns erben werden. Ich hatte das Gefühl, dass so viel Hoffnung unseren ersten schwarzen Präsidenten in sein Amt begleitete, aber diese Hoffnung verwandelte sich in Angst und Spaltung. Mein alter Freund Chuck D (Public Enemy) hat jahrzehntelang mit der Geschichte des Rassenkampfes und der Ungleichheit in seiner Musik gesprochen. Chuck und ich haben uns 1994 in den Tagen von Rock the Vote kennengelernt. Er ist einer der wichtigsten Dichter unserer Zeit. Und Gary Clark Jr., der auf dem Track Gitarre spielt, ist aufgestiegen, um seine eigenen heftigen musikalischen und sozialen Statements abzugeben. Im Jahr 2009 trat Gary für meine 100 Miles From Memphis-Tour bei einem Vorsprechen auf und es wurde deutlich, dass er ein größeres Schicksal hatte, als nur ein Sideman zu sein.Ich habe Andra Days unglaubliches Lied „Rise Up“ im Radio gehört und sie gebeten, auf „Story“ zu singen, denn wenn Sie ihre einzigartige Stimme hören, glauben Sie, was sie sagt. Der großartige Greg Phillinganes, der seit Ewigkeiten ein lieber Freund ist und mir viele Stunden lang beibrachte, wie man musikalische Hooks schreibt, hat diesem Track den Funk hinzugefügt. „

Das Album Threads wird 17 Kollaborationen enthalten

Der Song ist die letzte Vorabauskopplung aus der Album Threads, welches am welches am 30. August veröffentlicht wird. Ich freue mich darauf, denn jeder der 17 darauf enthaltenen Songs featured mindestns einen bedeutenden Künstler der populären Musik. Es soll das letzte Album von Sheryl Crow sein.

XUL ZOLAR – NIGHTFALLS (EP)

Man lernt nie aus. Es gab in Köln tatsächlich einen Club mit dem hübschen Namen „Club Scheisse“. Im Zusamenhang mit der Band Xul Zolar ist das von Bedeutung, denn in eben diesem Club trafen sich im Jahr 2011 Sänger Ronald Röttel und Gitarrist Marin Geier. Nachdem sie festgestellt hatte, dass sie auf die gleiche Musik abfahren, gründeten sie Xul Zolar.

Cover

Der Sound von Xul Zolar bleibt im Ohr.

Eine wehmütige Stimme wie Mark Hollis

Verantwortlich dafür, dass man den an Abend zuvor geörten Song am anderen Morgen auf der Busfahrt zur Arbeit als Ohrwurm wieder präsent hat und mitsummen möchte, sind nicht nur die wavigen Synthies und die Gitarrenriffs, soder insbesondere der der Gesang von Ronald Röttel, dessen Stimme und die wehmütige Art zu singen, an Mark Hollis von Talk Talk erinnert.

EP Nightfalls erschien am 23.08.2018

Die jetzt erschienene EP Nightfalls produzierte Xul Zolar zusammn mit Felix Langer (AnnenMayKantereit, Neufundland). Die drei Stücke – Perfume (klicke hier), Nightfalls und Your Ways- wurden live im Studio eingespielt.

XUL ZOLAR – LIVE 
präsentiert von laut.de, byte.fm, DIFFUS, KKT

25.09. – Köln – Bumann & Sohn 
26.09. – Darmstadt – Schlosskeller 
27.09. – Nürnberg – Club Stereo 
28.09. – München – Heppel & Ettlich 
29.09. – St. Gallen – Grabenhalle 
02.10. – Berlin – Berghain Kantine 
03.10. – Dresden – Groovestation 
04.10. – Leipzig – Moritzbastei 
05.10. – Hamburg – Nachtasyl 
10.10. – Göttingen – Freihafen 
11.10. – Frankfurt – Lotte Lindenberg

Sparkling veröffentlichen ihr Debüt-Album “ I Want To See Everything“

Review:

Sparkling sind Levin Krasel (Vocals, Guitar, Synthesizer, E-Piano), Luca Schüten (Bass, Sythesizer, Piano, Backing Vocals), Leon Krasel (Drums, Percussion, E-Drums, Backing Vocals). Man kann sagen, dass die drei Kölner Jungs, die Brüder Leon und Levin Krasel und ihr Schulfreund Luca Schüten, eine europäische Band ins Leben gerufen haben.  Mit treibenden Drums und dem brazzeligen Synthiessound schon tourten geraume Zeit durch England und Frankreich und erregten dort Aufmerksamkeit. Produzenten-Ikone Moses Schneider produziert die erste EP. Für das nun vorliegende Debütalbum I Want To See Everything I Want To See Everything gewannen sie Andy Ramsay von Stereolab als Produzenten.

Die Weltoffenheit des Trios zeigt sich durch multilingualen Gesang  schon im Opener I Want To See Everything I Want To See Everything, “ich möchte die Welt sehen” singen sie in deutsch, englisch und französisch. We Don’t Want It richtet sich (in deutsch und englisch) gegen die heute oft verbreitete Rückwärtsgewandtheit und trägt damit eine politische Aussage. Alive kommt punkig daher und könnte von einer Band aus London stammen.  Der Titel Champagne täuscht, der Song ist nicht leicht perlig, sondern drückt mit schweren stampfenden Beats. Dafür übernehmen bei Alles nur Vielleicht Hi-Hats und luftigere Synthies. Der Text befasst sich damit, wie wir mit der Realität umgehen. In Zeiten von Fake-News ist das ein dringliches Thema. In When I Go To Sleep wabern und dröhnen Synthesizer um einen Sprechgesang. Next to Me wartet mit Handclapping, Cha-Cha-Cha-Rhythmus und  und einer schönen Melodie im Chorus auf. Daran schließt The Same Again mit einem eingängigen Gitarrenriff  und Synthi-Klängen an. It Isn’t true fängt sanft an und dreht zum Ende richtig auf. Der Longplayer endet mit dem zehnten Stück, Something Like You, nochmal mit einem Punkkracher, rotzfrech im Stil der Sleaford Mods gesungen. Alles in allem haben Sparkling ein abwechslungsreiches Album vorgelegt, das auch international Bestand haben wird.

Zum Debütalbum von Sparkling hat Kritikerpapst Linus Volkmann Liner Notes geschrieben, die hier auszugsweise zitiert werden sollen:

„I Want To See Everything“… wie entwaffnend unironisch dieser Slogan und das gleichnamige Eingangsstück sind. Sparkling interessieren sich nicht für die coole Pose, sie wollen mit diesem energetischen Pop einfach raus in die Welt. Das Album macht es ihnen dabei leicht, denn es spricht eine Universal-Sprache in Pop, die weit über das angebotene Deutsch, Englisch, Französisch der Lyrics hinausgeht. In Stücken wie beispielsweise „Alive“, „Champagne“, „The Same Again“ gibt es so viel zu entdecken, so viel auszukundschaften- aber trotzdem fühlt man sich schon beim ersten Hören heimisch darin. Das ist verdammt selten, meist ist es ja doch Entweder/Oder. Fest steht in jedem Fall, dass ihr Sound die globale Verheißung von Pop so gut einlöst, wie es schon lange kein Act mehr getan hat – und schon gar keiner aus Deutschland. Wer beim Musikhören auf Schweiß und Euphorie aus ist, findet hier endlich wieder einen Ort, an dem beides in Strömen fließt. Das Album fühlt sich so verdammt richtig an, kann es nur empfehlen.

Dieser Empfehlung kann ich mich nur anschließen.

Intelligenter Rap: Mädness Album „OG“ erscheint heute

Rap ist ein schwieriges Thema, weil es den Rappern häufig darum geht, sich besser darzustellen, als andere.  Um das zu erreichen, werden andere Menschen oft herabgewürdigt. Daher findet man des öfteren dumpfe misogyne, xenophobe, antisemitische oder homophobe Texte im Rap, die auch bei ausufernder Verwendung von Autotune häßlich bleiben. So etwas lehnt Auf die Ohren ab. Punkt.

Es geht allerdings auch anders. Im Conscious Rap findet man intelligente, die Gegebenheiten hinterfragende Rhymes, häufig politisch, häufig links. Beispiele dafür sind die Antilopen Gang, Kasper, Marteria oder K.I.Z.. Zum Umfeld der letztgenannten zählt auch Mädness, bürgerlich Marco Döll, der sich im Dialekt seiner nordhessischen Heimat auch Maggo oder de Gude nennt.

Als Mädness 2014 mit der EP „Maggo“ seinen bis dato größten Erfolg feierte, hätte das auch ein würdiger Schlussstrich unter der Mitte der Nullerjahre begonnenen Rapkarriere eines ewig Hochbegabten sein können. Dass er 2017 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Döll das Projekt „Ich und mein Bruder“ in obere Chartregionen schickte, war dann aber eben keine Übergabe des Staffelstabs, sondern die Neuentdeckung des eigenen Mediums. Im engen Umfeld von Künstlern wie Audio88 & Yassin und K.I.Z festigte sich nicht nur für Mädness über Jahre hinweg die Überzeugung: Rap kann und will wieder eine Haltung haben. Genau diese Haltung hat er nun, mit Ende 30, für sich selbst auf den Punkt gebracht, in Eigenregie, ohne Abhängigkeiten und mit dem unbedingten Willen zur Bewegung.

OG ist der Orginal Gude

Seine heute in Umlauf gebrachte LP heißt OG. Klar wird hier Bezug auf den „Original Gangster“ der amerikanischen Straßenkultur genommen, diese eher gelassene denn bedrohliche Figur, die sich ihren Respekt längst verdient hat. Aber Mädness denkt die Umdeutung auch ganz wörtlich mit, wird zum „Original Gude“, nonchalant auf den Universalgruß seiner hessischen Heimat Bezug nehmend. Die Souveränität steht immer noch im Zentrum, nur zu befürchten gibt es nichts.

Zusammenarbeit mit Marteria, Suff-Daddy und K.I.Z. Nico

In seinen Texten ist Mädness ein guter Beobachter, der das Heranwachsen zum heute End-30jährigen präziser beschreibt. „OG“ zeichnet in zehn Songs die letzten zwei, drei Jahre in Mädness’ Leben schlüssig nach und legt bereitwillig die Karten auf den Tisch. Auf der ersten Albumhälfte dominiert die Auseinandersetzung mit alten und neuen Beziehungen, persönlich wie räumlich: „Team Allein“ und „Endlich neue Freunde“ sind darin völlig klar und frei von Bitterkeit, während „Kein Ort“, das Mädness sich mit seinem langjährigen Weggefährten Marteria teilt, minutiös die verschwommene, oft bedrückende Stimmung in Kaff und Kleinstadt nachzeichnet, die ihre Biografien prägte. Die zweite Hälfte macht ein aufgeräumtes Hier und Jetzt hör- und greifbar mit dem verspielten Titelsong, mit „Arbeit/Urlaub“ oder „Was soll ich dir schon erzählen“. Funk- und Boogie-verliebte Beats u.a. von Suff Daddy und Nico K.I.Z untermauern grinsend, wie wenig das hier am Ende noch mit strengem Rap-Tagesgeschäft zu tun haben muss. 

JEREMIAS – Diffus

JEREMIAS sind vier Jungs im Alter zwischen 18-21 Jahren aus Hannover. Sie machen luftigen, überaus tanzbaren Indie-Disco-Funk. Die Blaupause dafür könnte Spillers Groovjet aus dem Jahr 2002 sein. Dass diese Musik ankommt, haben z.B. die Parcels aus Australien gezeigt. Jeremias versehen diese fröhliche Musik mit deutschen Texten, die im Kontrast dazu eine gewisse Melancholie vermitteln. So geht es in Diffus darum, dass bei aller anfänglicher Euphorie und Zuversicht der Werdegang (der Beziehung) doch nicht so durchsichtig und einleuchtend, diffus halt, erscheint.

Die Band selbst sagt über den Song „Diffus ist ein labiler Tanz mit Tendenz zur Eskalation. Dort, wo andere an Zukunftsängsten verzweifeln, wird die Ahnungslosigkeit zelebriert und in dancigen 70s Synthies eingebettet.

Ihre Debüt-EP „Du musst an den Frühling glauben“(VÖ 04.10.2019) haben sie im vergangenen Herbst gemeinsam mit Produzent Tim Tautorat (Annenmaykantereit, Faber, OK KID) in den Hansa-Studios Berlin aufgenommen.

(Foto: Martin Köhler)

Debüt-EP„Du musst an den Frühling glauben“ kommt am  04.10.2019

Nach einem ausgedehnten Festivalsommer, in dem die Jeremias zahlreiche namhafte Festivalbühnen bespielen und verschiedene Supportshows (u.a. für Klan und Giant Rooks) geht es damit im Februar 2020 auf große Deutschlandtour quer durch die Clubs der Republik. Ihre wachsende Fangemeinde kann sich auf begeisternde Konzerte, viel musikalische Leidenschaft und den ganz besonderen extrem tanzbaren Sound dieser spannenden jungen Band freuen.

Live:

17.08.19 Bremen – Horn to be wild

24.08.19 Bonn – PopCamp Sommerkonzert

31.08.19 Kiel – Beauty & the Beats Open Air

14.09.19 Ratingen – Jetzt & Immer Festival

21.09.19 Ulm – Roxy

04.02.20 · Köln – Yuca

05.02.20 · Düsseldorf – Tube

06.02.20 · Darmstadt – 28qm

07.02.20 · Stuttgart – Im Wizemann Studio

08.02.20 · Würzburg – Cairo

13.02.20 · Göttingen – Musa

14.02.20 · Nürnberg – Club Stereo

15.02.20 · München – Milla

18.02.20 · Mainz – Schon Schön

19.02.20 · Bamberg – Live Club

20.02.20 · Erfurt – Engelsburg

21.02.20 · Leipzig – Neues Schauspiel

22.02.20 · Dresden – Altes Wettbüro

26.02.20 · Osnabrück – Kleine Freiheit

27.02.20 · Hamburg – Nochtwache

28.02.20 · Hannover – Musikzentrum

29.02.20 · Berlin – Musik & Frieden

WARMRAIN – Running Out Of Time und ein Eurythmic-Cover

Cover

Die erste Veröffentlichung der Band WARMRAIN, eine 2011 erschienene EP mit vier Titeln, „Absent Friends“, wurde im Prog-Magazin als „nachdenkliche Visitenkarte … Eine stattliche Angelegenheit, die einige Pink Floyd-Einflüsse zeigt“ beschrieben. Seitdem haben WARMRAIN sich zurückgezogen . Außerhalb des   Rampenlichts haben Sänger Leon J. Russell, Gitarrist Matthew Lerwill und Bassist Simon Bradshaw ein intensives und zutiefst persönliches Doppelalbum fertig gestellt. Konzipiert und geschrieben wurde das Werk von Leon J Russell. Das Konzept von BACK ABOVE THE CLOUDS  umfasst nicht nur Musik und Texte in 16 Songs, sondern auch Videos, Fotos, Illustrationen und Infografiken, die  über Social-Media-Plattformen vermittelt werden. So gibt es zu dem Track Running Out Of Time ein außergewöhnlich gut gemachtes Lyric Video.

WARMRAIN haben ihr mit Spannung erwartete Debütalbum BACK ABOVE THE CLOUDS veröffentlicht 

Neben  zwei neuen Versionen von Absent Friends enthält BACK ABOVE THE CLOUDS  als Bonustrack eine Sieben-Minuten-Version von Here Comes The Rain Again, den Eurythmics-Klassiker. Dazu gibt es, etwas kürzer, ein atemberaubenden 4K-Video, das in Dorchester Abbey mit den Gastmusikern Craig Blundell am Schlagzeug und John Mitchell am Keyboard gedreht wurde. 

Hier sind außerdem die für das Gesamtkonzept wichtigen Links:

Official: http://warmrainband.com

Facebook: http://www.facebook.com/warmrainofficial

Instagram: http://www.instagram.com/warmrainband

Sleater-Kinney – The Future Is Here

Sleater-Kinney ist eine amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington, gegründet wurde. Sleater-Kinney ist ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Indie-Rock-Szene. Die Band ist für ihre feministischen und linksgerichteten Lyrics bekannt, besetzt also Themem der feministische Undergroud-Punk-Bewegung, die man Riot Grrrl nennt. Die aktuelle Besetzung besteht aus den Songschreiberrinnen und Ex-Geliebten Corin Tucker (Gesang und Gitarre) und Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang).Die langjährige Schlagzeugin Janet Weiss schied im Juli aus.

Der hier vorgestellte Song The Future Is Here gehört zum neuen Album The Center Won’t Hold (Spotify-Link), welches fünf Jahre nach der letzten LP „No Cities To Love“ (2014) gestern auf den Markt gebracht wurde. Das Album wurde von St. Vincent produzierten.

Neues Sleater-Kinney- Album „The Center Won’t Hold“ von St. Vincent produziert

Zur Entstehung des Songs The Future Is Here erklärte Corin Tucker im Podcast „Song Exploder“, dass sie vom experimentellen Opernsänger Joseph Keckler inspiriert wurde. Sie hatte eine seiner Shows besucht und dort sein Lied zum Thema Internet gehört. Ursprünglich wollte sie ein Duett mit einem Sänger, doch St. Vincent schlug vor, beide Stimmen selbst zu singen. „Es gibt so viele verschiedene Stimmen, die ein Songwriter erforschen kann und die in keiner Weise an Ihr eigenes Geschlecht oder Ihren eigenen Körper gebunden sein müssen“, sagt Corin Tucker. „Das ist ein wirklich befreiendes Element des Schreibens.“

Als Ladies lernen die Roit Grrrls Pop und verlieren ihre Drummerin

The Center Won’t Hold merkt man den Einfluss von St. Vincent deutlich an. Trotz deprimierter Texte zeigen Chorgesänge in den Refrains Funken von Hoffnung, so wie die Politiesierung der Jugend durch die Fridays for Future Bewegung hoffen lässt, auf die Bedrohung durch die Umweltzerstörung künftig anders zu reagieren. Insgesamt ist das Album der Mitt-Vierziger etwas weniger Punk und mehr Pop, was in meinen Ohren gut klingt. Diese Entwicklung der Band gefällt nicht allen. Am 1. Juli verkündete die Schlagzeugerin Janet Weiss auf Twitter: „ … with heavy sadness, I have decided to leave Sleater-Kinnney. The Band is heading in a new direction and it is time for me to move on.“

Close Talker – Demnächst erscheint das Album “How Do We Stay Here?”

Als  Close Talker bezeichnet man in der englischen Sprache  eine Person, die einem beim Sprechen unangenehm auf die Pelle rückt. Mit diesem Begriff verbindet man also eigentlich keine schöne Vorstellung Ganz anders bei der kanadischen Band Close Talker. Bei ihr geht es um höchst angenehmen eleganten Indierock mit einem sensationell weichen Shoegaze Vibe.

Close Talker- Arm’s Length

Ende dieses Monats  wird Close Talkers Album How Do We Stay Here? via sinnbus erscheinen. Darauf befindet sich Arm’s Length, wovon die Band sagt, es sei ihr „favourite song we’ve ever written.“

Außerdem gibt es ein Video zum Song Pace

Gedreht wurde das Video in Florence Bay, British-Columbia. Geplagt von alljährlichen Hitzewellen im Frühjahr und Sommer ist so ein im Regen gedrehtes Filmchen nett anzusehen.

Auf die Ohren hat ja schon mehrmals über Close Talker berichtet (Close Talker-Half Past Nine; Close Talker – The Change It Brings). Im Herbst kommen sie für einige Konzerte nach Deutschland. Vielleicht gelingt damit der verdiente Durchbruch hierzulande.

CLOSE TALKER -Tourdaten

15.10.2019 – DE – Berlin, Intrnt Explrr

17.10.2019 – FR – Paris, Pop Up Du Label

19.10.2019 – DE – Darmstadt , Bedroomdisco

20.10.2019 – DE – Bochum, Jahrhunderthalle/Dampfgebläsehaus 

21.10.2019 – DE – Köln, Subway

22.10.2019 – DE – Dortmund, FZW

23.10.2019 – NL – Utrecht, TivoliVredenburg

24.10.2019 – DE – Hamburg, Nochtwache

25.10.2019 – NL – Zwolle, Hedon

Odd Beholder – Uncanny Valley

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Set ist dem 19.10.2018 ist Debut -Album  „All Reality Is Virtual“ zu haben. Thematisch geht es um mit den eigenartigen Versuchungen unserer Zeit  – von Tinder zu KI, von Offline-Einsamkeit zu obsessiver Selbstvermarktung.

Neues Odd Beholder-Video für „Uncanny Valley“

In Uncanny Valley setzt sich Daniela damit auseinander, ob alle künftigen Entwicklungen wünschenswert sind.

Wir pflegen eine enge Beziehung zu unseren Mobiltelefonen – sie begleiten uns überall hin, sie sprechen mit uns, sie nehmen uns wahr und überwachen uns. Es stellt sich die Frage, wie unsere  Gesellschaft mit der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) umgehen soll. Schafft eie Gesellschaft, in der all die harte Arbeit, aber auch immer mehr Verantwortung von Maschinen getragen wird, letztendlich gefährliche und unbefriedigende Zustände. Soll sich eine Feministin zum Beispiel wünschen, dass Kinder auch in Zukunft von Frauen ausgetragen werden, oder sollen wir mit Shulamith Firestone argumentieren, dass nur ein künstlicher Mutterleib die Ungerechtigkeit des Geschlechts auflösen kann?

Technisch gesehen sind wir nicht so weit von der Möglichkeit entfernt, die Mutterschaft zu beseitigen: Wir sind bereits in der Lage, Lammföten außerhalb der Bäuche ihrer Mutter zu züchten.

Der Refrain lautet: „Jemand trägt mich / ich kann nicht alleine geboren werden“. Sind wir immer noch bereit, einander zu ertragen, einander zu gebären? Oder sollten wir uns nicht von einem Menschen tragen lassen wollen? Warum sollte jemand jemandes Last sein wollen? Roboter brauchen keine Gewerkschaften, Gesundheitsversorgung oder Mutterschaftsurlaub. Bleibt die Frage: Wollen wir von Robotern geboren werden?

Am Ende soltten die Menschen entscheiden.

Das Video von Odd Beholder zeigt die Performancekünstlerin Ernestyna Orlowska. Wir sehen sie in verschiedenen alltäglichen Situationen, die manchmal sehr privat sind – es scheint, als ob sie von einem gehackten iPhone gefilmt wurde. Mit der Darstellung eines schwangeren digitalen Klons (vom Spieledesinger Tunay Bora gerendert) fragen wir: Was werden die Nachkommen unserer Verschmelzung mit AI sein? Welche Art von Gesellschaft wird sich aus dieser Bindung ergeben?

Odd Beholder -Tourdaten

23.08.2019 – DE – Berlin, Pop-Kultur Festival 26.11.2019 – DE – Dresden, Hole Of Fame 27.11.2019 – DE – Chemnitz, Atomino 28.11.2019 – DE – Berlin, Schokoladen 29.11.2019 – DE – Leipzig, Noch Besser Leben 30.11.2019 – DE – Erfurt, Franz Mehlhose 01.12.2019 – DE – Würzburg, Viertelkultur 02.12.2019 – DE – Münster, Pension Schmidt 03.12.2019 – DE – Köln, Die Wohngemeinschaft 04.12.2019 – DE – Hamburg, Astra Stube 05.12.2019 – DE – München, Wohnzimmerkonzert

Big Thief – Not

Big Thief kündigen für den 11. Oktober ihr neues Album Two Hands an  und präsentieren vorab die Lead-Single Not.

Big Thief, das sind die Sängerin, Songschreiberin  und Gitarristin Adriane Lenker und ihre Mitstreiter Buck Meek, Max Oleartchik und James Krivchenia, haben  sich kurz nachdem die Arbeit an ihrem 3. Album „U.F.O.F. – the celestial twin“ – beendet war, an die Aufnahmen für das Schwesteralbum von U.F.O.F.  „Two Hands – the earth twin“ – gemacht. Während „the celestial twin“ , also der überirdische Zwilling, in einem  winzigen Studio in den Wäldern des Staates Washington aufgenommen wurde, wählte Big Thief für Two Hands – the earth twin, also dem irdischen Zwilling, das Sonic Ranch Studio, welches 30 Meilen westlich von El Paso, nur einen Steinwurf von der mexikanischen Grenze entfernt, liegt. Im scharfem Kontrast zu der grün bewaldeten  Umgebung der U.F.O.F. Session wurde das Studio wegen seiner Wüstenlage ausgewählt. Die Hitze ließ Erinnerungen an die grünen Bäume und die feuchte Luft der vorherigen Sitzung schwinden.

Wo U.F.O.F. mysteriöse Geräusche und Effekte für die Levitation überlagert, gründet sich Two Hands auf ausgetrockneten, rissigen Wüstenboden.

Two Hands soll völlig anders sein – ein Album über die Erde und die Wurzeln darunter. Die Songs wurden ohne Overdubs live aufgenommen. Alle bis auf zwei Songs enthalten ausschließlich Live-Vocal-Takes, sodass Adriannes Stimme in trockener Luft über der Mischung schwebt, roh und verletzlich wie immer.