The Killers – Land Of The Free

The Killers sind mit einem neuen Video zurück! Land Of The Free ist das erste neue Stück der Killers seit ihrem fünften Studioalbum „Wonderful Wonderful“ (2017) und soll auch eine Art erster Vorbote für eine neue Platte sein, die aber erst nächtes Jahr kommen soll.

Und sie sind politisch geworden. Sie wenden sich gegen die Zustände in USA unter Trump. Themen sind die die aktuelle Flüchtlingsdebatte, aber auch Amok-Läufe an Schulen und die zunehmende Rassendikriminierung.

Einige Zeilen aus dem Song : „Wie viele Töchter, sag mir wie viele Söhne / Müssen wir noch beerdigen, bevor wir es endlich begreifen“ (…) Wir haben ein Problem mit Waffen / An den Grenzen wollen sie eine Mauer aus Beton und Stahl aufziehen / Hoch genug um all die schmutzigen Hände aus Hoffnung und Träumen abzuhalten, von Menschen, die das gleiche wollen wie wir.“

The Killers waren immer schon meins.Die Stimme von Brandon Flowers finde ich einfach klasse. Das sie sich nunmehr auch politisch befassen super!

Für das Video konnten sie Regisseur Spike Lee gewinnen.

Neues Video: Alice Phoebe Lou - Skin Crawl


Pressefoto: Jonathan Koppe

Alice Phoebe Lou hat gestern ihr neues Video zu „Skin Crawl“ veröffentlicht. Es feierte seine Weltpremiere bei The Fader, die darüber sagen: “A song you need to hear today… a powerful and stunning piece of music that bloomed from horrible circumstances“ („Ein Song, den du heute hören musst … ein kraftvolles und atemberaubendes Musikstück, das aus schrecklichen Umständen erblühte. „) 

Für sie typisch ist es ein Do it Yourself- Video mit Freunden und Bandmitgliedern als Komparsen. Auf humorvolle Weise verwandelt sie Männer zu Objekten und stellt die Geschlechterrollen auf den Kopf. Sie verarbeitet damit ein ernstes Thema, nämlich persönlich erlebte sexuelle Übergriffe und einen Vorfall mit KO-Tropfen.

Dazu teilt Alice Phoebe Lou in einem Statement mit, warum sie diesen Song geschrieben hat.

„Ich war im Herzen von Manhattan solo unterwegs um mir Angel Olsen anzusehen. Ich war begeistert. Ich endete in einer Bar und trank ein paar Drinks mit Fremden. Es wurde mir schwindelig und wollte ein Taxi rufen. Das letzte, woran ich mich erinnere, ich stand an einer Ecke und wusste nicht mehr, wie mein Telefon funktioniert. Ich hatte das Gefühl, meine Welt wäre auf den Kopf gestellt, ich geriet in Panik. Ein paar Stunden sind aus meiner weg und ich habe die Erinnerung nie zurückbekommen. Brooklyn um 4 Uhr morgens, ich kann kaum laufen, begleitet von einem Mann, den ich noch nie gesehen habe. Er bringt mich irgendwo hin. Ich erinnere mich, dass ich dachte, er würde mich in Sicherheit bringen, weil ich hinfalle und ich brauchte eindeutig einen sicheren Ort. Durch irgendwas erkannte ich plötzlich, dass ich in Gefahr war. Ich zog meine Jacke aus und rannte so schnell ich konnte. Laufen, Fallen, Weinen und Pissen in die Hose. Ich habe mich noch nie so gefürchtet. Freundliche Fremde brachten mich in Sicherheit. Am nächsten Tag war ich ein Wrack. Ich zerbrach mir den Kopf, wie jemand etwas in mein Getränk schütten konnte. Aber ich hatte noch Glück, viele Leute haben es nicht. Es dauerte Tage, bis ich mich wieder gut fühlte. Körperlich und in meinen Gedanken. Aber mir wurde klar, wie wichtig es für mich war, mich von diesem Moment nicht definieren zu lassen und mir nicht nehmen zu lassen, was mir so wichtig war: die Unabhängigkeit, alleine auszugehen. Also habe ich es wieder getan. Nur wenige Tage später. Versuchen, von der Angst zu lösen und mich nicht kontrollieren zu lassen. Ich ging zu einer Fela Kuti-Night und tanzte mir die Füße platt. Aber ich erinnere mich, dass ich mir der Männer auf der Tanzfläche um mich herum so bewusst war; Wie oft wurde ich an Stellen berührt, an denen ich es nicht mochte, wie oft wurde ich begrapscht, mir gesagt, ich muss lächeln, mit, du weißt schon was, an mir gerieben. Ich hatte das Gefühl, ich musste Männer abwehren, als wäre es eine Art krankes Spiel und die Umstände machten es mir so schwer, mich einfach zu amüsieren. Ich bin mit Wut nach Hause gekommen, bereit, alles auf den Kopf zu stellen, ein Lied aus meiner Perspektive zu schreiben, was mich ankotzt, um es von meiner Brust zu nehmen, und es in Brand gesetzt, damit es mich nicht mehr im Griff hat. Es geht um die kleinen Dinge ; die Worte, die Kommentare, das Gefühl, das sich jedes Mal den die Hals zuzieht, wenn man dir sagt, dass du eine Schlampe bist, weil Sie ihm nicht Ihre Nummer geben willst. Denn für mich sind es die kleinen Dinge, die den Ausgangspunkt einer umfassenderen Kultur des Nichtgewünschten und der sexuellen Aggression bilden.. Und ich schätze, ich musste einen Song schreiben, der direkt auf den Punkt kam. Ich finde, wenn es um „schwere“ Themen geht, die für Sie wichtig sind, kann dies ein schwieriger Balanceakt sein, wenn du versuchst, die Botschaft zu vermitteln und gleichzeitig die Poesie aufrechtzuerhalten. Normalerweise benutze ich Humor als Werkzeug, um die Botschaft zu vermitteln, indem ich den Leuten mitteile, dass ich mich nicht zu ernst nehme und dass wir am Ende alle lachen können.Feminismus und meine persönliche Erfahrung als Frau sind Themen, über die ich mehr schreibe, weil sie für mich und meine menschliche Erfahrung relevant sind. Ich habe viel als Teenager & junge Frau durchgemacht und hatte eine Reihe extrem negativer und traumatischer Erlebnisse mit Männern. Das heißt nicht, dass ich Männer über einen Kamm schäre. Ich habe das Glück, eine unglaubliche Gemeinschaft von unterstützenden, sensiblen und wunderbaren Männern in meinem Band- und Sozialleben zu haben, und ich bin ihnen so dankbar. Dies sind die gleichen Männer, die in meinem Musikvideo zu „Skin Crawl“ erscheinen, enge Freunde, die gerne eine Rolle in einem Video spielten, in dem ich sie als meine Objekte und meine Möbel verwenden durfte, um die Dinge auf den Kopf zu stellen und auf humorvolle Art, diese Geschichte visuell zu erzählen. Es war eine Freude, dieses Video zu machen; ein DIY, niedriges Budget, ein Tag voller Liebe, mit viel Lachen und so viel Mühe. Der Song möchte, dass wir alle auf eine Welt / Community / Club-Umgebung hinarbeiten, in der wir uns darum bemühen, dass sich der andere zu jeder Zeit wohl und sicher fühlt. Denn das ist wirklich der Traum. Gemütlich & sicher & gleich. “ ( Übersetzung Th.Wolff)

„Skin Crawl“ ist die zweite Single aus Alice Phoebe Lous neuem Album „Paper Castles“, das am 8. März bei MOTORMUSIC erscheint.

Kakkmaddafakka – Naked Blue

Kakkmaddafakka soll, vom norwegischen ins deutsche übersetzt, soviel wie Partlöwe heißen? Da haben sich die Brüder Axel und Pål Vindenesmit mit ihren Schulfreunden Stian Sævig und Jonas Nielsen einen prima Namen ausgedacht, der auch andere Assoziationen zulässt. Jedenfalls lief es für die Band aus Bergen seit ihrer Gründung im Jahr 2007 erfolgreich. Das haben sie nicht zuletzt ihren häufigen europaweiten Auftritten auf Festivals und Konzerten zu verdanken.

Mit dem fröhlichen Popsong Naked Blue kündigen sie sie ihr im Frühjahr 2019 erscheinendes neues Album an.

Mercury Rev feat. Hope Sandoval – Big Boss Man

Die New Yorker Altrocker von Mercury Rev werden dem Country-Star Bobbie Gentry ein Cover-Tribute-Album mit dem Titel „Bobbie Gentrys The Delta Sweete Revisited“ widmen. Bobbie Gentry war nicht nur eine der ersten weiblichen Singer-Songwriterinnen, sie war auch eine der erfolgreichsten. Trotzdem ist ihre Musik in den vergangenen Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten – und Mercury Rev wollen das ändern. Das Album enthält Coverversionen von Bobbie Gentrys gesamten zweitem Album „The Delta Sweete“ aus dem Jahr 1968. Man darf gespannt sein und sich darauf freuen, denn die Gesangsparts übernehmen neben anderen Phoebe Bridgers, Rachel Goswell (Slowdive), und Norah Jones. Das Album soll am 08.02.2019 erscheinen.

Vorab erschien nun die Auskopplung „Big Boss Man“ mit der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Hope Sandoval, bekannt als Sängerin von Mazzy Star ( Fade Into You) und Gast bei Massive Attack (The Spoils).

„Nun, der einzige Boss in meinem Leben ist meine Katze Herman, also war dieses Lied für mich etwas knifflig, aber ich fühle mich so geehrt, dass ich gebeten wurde, Teil dieser einzigartigen Gruppe von Frauen zu sein, die einer solch inspirierenden Künstlerin Tribut zollen „, sagte Hope Sandoval.“ Ich war schon immer ein Fan von Mercury Rev und Bobbie Gentry. Es ist also unnötig zu sagen, dass ich überglücklich bin, an diesem Projekt teilzunehmen.“

Bobbie Gentry’s The Delta Sweete Revisited Tracklist:

1. Okolona River Bottom Band ft. Norah Jones

2. Big Boss Man ft. Hope Sandoval

3. Reunion ft. Rachel Goswell

4. Parchman Farm ft. Carice van Houten

5. Mornin’ Glory ft. Laetitia Sadier

6. Sermon ft. Margo Price

7. Tobacco Road ft. Susanne Sundfør

8. Penduli Pendulum ft. Vashti Bunyan with Kaela Sinclair

9. Jessye Lisabeth ft. Phoebe Bridgers

10. Refractions ft. Marissa Nadler

11. Courtyard ft. Beth Orton

12. Ode To Billie Joe ft. Lucinda Williams

Miss Grit – Talk Talk

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 04.01.2019 werden Frauen als Retterin der Rockmusik gefeiert(Als die Frauen die Rockmusik retteten vom 04.01.2019). Während weiße, männliche Rockmusik kaum noch junge Menschen interessiert, heißt es, stammt Musik, die von Experten als relevant, hochwertig und besonders zeitgemäß eingestuft wird, überwiegend von Frauen.  Fazit des Artikels ist, dass das Macho-Gehabe im Rock n`Roll in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert.

Meine Meinung dazu ist schon seit langem: Scheiß drauf. Es wird nichts vermisst. Musikerinnen wie St. Vincent, Courtney Barnett, Mitski oder Snail Mail machen dafür umso bessere Musik. Wer noch mehr gute Musik von Frauen sucht, braucht nur diesen Blog durchzuscrollen. Ich glaube aber nicht, dass männliche Rockmusiker oder Bands abgesagt sind. Die Szene wird einfach nur vielfältiger und damit zwangsläufig besser.

In die Reihe der Gitarristinnen und Sängerinnen reiht sich Miss Grit mit ihrer heute am 11.01.2019 erschienenen Debüt-EP Talk Talk ein. Hinter dem Projekt steckt Margaret Sohn . Sie kommt wie St. Vincents Anni Clark aus New York. Eine gewisse Verbundenheit zu der Musik von St. Vincent ist auch zu hören.

Valley Maker – Beautiful Birds Flying

Hinter dem Folk-Projekt Valley Maker steckt Austin Crane, ein in Seattle ansässiger Songwriter. Wer die Musik von „The War On Drugs“ gut findet, der wird auch Valley Maker mögen. Im Oktober 2018 veröffentliche Crane sein erst zweites Album „Rhododendron“. Der daraus stammende Song Beautyfull Birds Flying hat mich mit seinem Refrain mit den Backgroundstimmen gekriegt.

Wer so schöne Musik schreiben kann, muss ein empathischer Mensch sein. Austin Crane berichtete zur Enstehung des Songs selbst:

„Ich habe“ Beautiful Birds Flying „in Portland aufgenommen, Oregon mit Chaz Bear (Toro y Moi), den ich kenne, seit wir zusammen an der University of South Carolina ein College besucht haben. Es war das erste Lied, das wir für Rhododendron aufgenommen haben, und ich denke, dass die atmosphärischen Weite, die die Kernelemente des Songs umhüllt, den Rest des Aufnahmevorgangs beeinflusste. Ich habe vor einigen Jahren „Beautiful Birds Flying“ geschrieben, nachdem ich von dem schrecklichen Anschlag  auf die Emanuel-Kirche in Charleston, South Carolina, gehört hatte (einem Ort, den ich sehr liebe, in dessen Nähe ich aufgewachsen bin). Für mich verarbeitet das Lied den Kummer und die Schwere, an einem Ort und zu einer Zeit zu leben, an dem Ereignisse wie diese immer wieder vorkommen, und wirft die größere Frage auf, wie man in Bezug auf andere Menschen in diesem Umfeld am Leben bleibt. “

A Perfect Circel – So Long, And Thanks For All The Fish

Ein genialer Sänger der aussieht, wie Riff Raff aus der Rocky Horror Picture Show. Der mindestens drei musikalische Projekte laufen hat, sich aber lieber mit anderen Dingen beschäftigt, sodass alle sehnsüchtig auf die nächste Platte warten. Ein Song, der so heißt, wie der Titel des vierten Bands der fünfteiligen Romanserie „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Das sind die Zutaten für So Long, And Thanks For All The Fish von A Perfect Circle.

Der Sänger mit der eindringlichen Stimme ist der Exzentriker, Sänger, Schauspieler und passionierte Winzer Maynard James Keenan. Mit Adam Jones, Danny Carey und Paul D’Amour, der später von Justin Chancellor ersetzt wird, fand der quirlige Keenan Gleichgesinnte und gründet im Jahr 1990 die Band Tool. Jedes Bandmitglied hat außer Tool auch Nebenprojekte, sodass seit 2006 einfach kein Tool-Album mehr erschienen ist. Keenan beschäftigte sich mit Weinanbau und gründete mit dem Tool-Gitarristen und Tontechniker Billy Howerdel A Perfect Circel.

Der Song So Long, And Thanks For All The Fish stammt aus dem 2018 erschienenen Album „Eat The Elephant“. Der Song und das morbide Video befassen sich mit nichts geringerem als dem Untergang dieser Welt im atomaren Feuer. Eine gehetzte Welt (Time is money and money’s time), in der dekadent jeder zweite Cent für unnütz für Anwälte, Computer(-Apps), Nationalismus (Flaggen) und Schönheits-Operationen ausgegeben wird. Unsere Helden Gene Wilder (Willy Wonka), David Bowie ( Major Tom), Muhamed Ali, Carrie Fisher ( Prinzessin Leah) und Prince sind schon von der Welt gegangen. Die Delphine sind auch schon weg. Mit der Zeile :

„All the dolphins have moved on
Signaling the final curtain call in all its atomic pageantry“


bezieht sich der Song auf den Klassiker von Douglas Adams In der Geschichte „Macht’s gut und danke für den Fisch“ kehrt der Held Arthur Dent auf die eigentlich explodierte Erde zurück, um herauszufinden, ob es noch dieselbe wie vorher ist. Sie ist es, allerdings sind die Delphine verschwunden. Dafür findet Arthur in seinem Haus ein rätselhaftes Glasgefäß, auf dem die Worte eingraviert sind: „Macht’s gut und danke“.