Georgia – About Work the Dancefloor

Die in London lebende Songwriterin und Produzentin Georgia Barnes begann ihre Karriere als Session-Drummerin. Ihr 2015 veröffentlichte selbstbetiteltes Debütalbum enthielt eine Sammlung nicht besonders eingängiger experimenteller Popsongs. Aber im letzten November kam sie mit der Hit-Single „Started Out “ heraus, die den Electro-Pop von CHVRCHES mit groovigen House-Basslines zusammenbringt.

Musik zum Tanz in den Mai

Georgias neue Single „About Work the Dancefloor“ bewegt sich zwischen Clubmusik und Pop. Der pochende Synth-Pop erinnert an die schwedische  Elektropop-Queen Robyn. Das ist nich die schlechteste Referenz.

Titel und Text des Songs sind grammatisch unlogisch: „Ich habe gerade darüber nachgedacht, über die Tanzfläche zu arbeiten.“ Möglicherweise ergibt sich der Sinn daraus, dass die Logik der Gedanken schwindet, wenn auf der Tanzfläche die Beats durch den Körper strömen. (So jedenfalls die Deutung von Michelle Kim von Pitchfork).

Das ist genau die richtige Musik zum Tanz in den Mai und damit ein würdiger Abschluss füe die April-Playlist.

The Slow Show – Hard To Hide

Die britische Band The Slow Show erinnert in vielerlei Hinsicht an The National. Das bedeutet überhaupt nichts Nachteiliges und heißt nicht, dass sie kein eigenes künstlerisches Profil hat.

Schon der Name der Band bezieht sich auf den Song Slow Show von The National. Die Songs sind bei beiden Bands eher im Downtempo-Bereich angesiedelt und oft hymnisch. Wie bei den amerikanischen Vorbildern fällt sofort der Bariton des Sängers auf. Bei der brandneuen Single Hard To Hide bilden die Sänderin Kesha Ellis und der Hallé Youth Choir die perfekte Ergänzung zu Rob Goodwins sonorer Stimme. Auch hier besteht eine Übereinstimmung zum letzten Werk von The National, in dem Matt Berningers Baritonstimme in einen angenehmen Kontrast zu einer weiblichen Stimme gesetzt wurde. Du merkst es, ich bin Fan von beiden Bands gleichermaßen.

Hier kommt das schöne Artwork Video Hard To Hide von The Slow Show.

Mit der Single wird das neue Album Lust And Learn angekündigt, das am 30.08.2019 erscheinen soll. Dazu gibt es eine Tour mit einigen Terminen in Deutschland, unter anderem am 18.10. 2019 in der Zeche Karl in Essen.

The Slow Show Tour:
31.08. Golden Leaves Festival, Darmstadt
18.10. Zeche Carl, Essen
20.10. Uebel & Gefährlich, Hamburg
21.10. Columbia Theater, Berlin
22.10. Freiheiz, München
26.10. franz.K, Reutlingen
27.10. KUZ, Mainz

Olympia – Shoot To Forget

„Auf die Ohren“ liebt es , wenn ein Musikvideo genau das visualisiert, was der Song aussagt. Genau das ist bei Shoot To Forget umgesetzt worden. Die Singer-Songwriterin und Gitarristin Olivia Bartley, alias Olympia, setzt sich mit der Idee auseinander, dass wir unser wahres Selbst vor der Welt verstecken. Die Video-Regisseurin Leilani Croucher sagt zu ihrem Werk: „ The film is a performance piece, exploring the different characters and personality types that live inside Olympia, and us all.“

So wird Olympia im Video zur Meisterin der Verkleidung.Von Braut zu Vamp, zu Trauernder, zur Eiskunstläuferin und zu weniger definierbaren Charakteren.

Wieder einmal kommt eine starke Indie-Rockerin aus Australien. Mit einer anderen starken Frau aus Australien, Julia Jacklin, ist Olympia zur Zeit auf Europa Tournee. Shoot To Forget ist eine Vorab-Single aus dem kommenden Album Star City.

MissinCat – Oggi no

Pressefoto: David Benham

Zur Abwechslung ein Song in italienischer Sprache. In Oggi no geht es um die Probleme einer Beziehung, wenn unterschiedlicher Charaktere sich aneinander reiben. Die wunderschöne Ballade stammt von Caterina Barbieri. Die seit einigen Jahren in Berlin ansässige Italienerin nennt sich als Musikerin MissinCat. Sie kann mit ihren Alben „Back On My Feet“ (2009), „WOW“ (2011) und „Wirewalker“ (2015) bereits auf eine beachtliche Veröffentlichungs- und Erfolgsgeschichte in Deutschland zurückschauen. Ihr warmer Sound und ihre eingängigen, dennoch künstlerisch anspruchsvollen Songs haben ihr über die Jahre eine breite Fanbase verschafft, was nicht nur zu erfolgreichen Touren in Deutschland, sondern auch zu Shows in den USA, Australien, UK und natürlich auch Italien führte.

Oggi no die erste Single von ihrem im Herbst bei Listenrecords erscheinenden Album.

Japanese Breakfast – Essentially

Musiker, gerade die noch nicht den Superstar-Status haben, müssen sich strecken, wenn sie von ihrer Kunst leben wollen. Dies gilt besonders in der heutigen Zeit, in der mit CD-Verkäufen nichts zu holen ist, weil alle streamen und Spotify, Apple un Co. den Künstlern zu wenig zahlen. Da ist es zu begrüßen, wenn die Hotel-Kette W-Hotels (u.a. Marriott-Hotels) aufstrebende Künstler fördert, indem sie ihnen in Hotel-Suiten Aufnahmeequipment zur Verfügung stellt und auf dem eigenen im Jahr 2018 gegründete Boutique-Plattenlabel W Records veröffentlicht. Eine klare Win-Win-Geschichte. Die Musiker können unter guten Bedingungen aufnehmen und W Hotels verschafft sich ein hippes Image. Diesen Deal sind schon die RnB-Sängerin Amber Mark, der Singer/Songwriter Mike Hadreas aka Perfume Gemius und der Kölner DJ Marius Lauber aka Roosevelt eingegangen.

Auch Japanese Breakfast haben die Möglichkeit genutzt und melden sich nun mit einer neuen Single namens „Essentially“zurück. Die one-off Single ist Teil eines Samplers für W Records. Aufgenommen in der W Sound Suite von W Bali, begibt sich der Song in die gleiche Soundwelt wie ihr 2017er Album „Soft Sounds From Another Planet“, nämlich Synthie-intensiver Dance-Pop.

„Ich wollte ursprünglich ein anderes Lied aufnehmen, entschied mich aber, gleich nach meiner Ankunft in Bali etwas zu schreiben“, teilte Songwriterin Michelle Zauner in einer Pressemitteilung mit. „Ich mag die Herausforderung, manchmal schnell und intuitiv zu schreiben und zu arrangieren, und ich hatte mir gerade eine Native Instruments Maschine gekauft und wollte viele der enthaltenen Sample-Bibliotheken erkunden und an den im Studio vorhandenen Synthies arbeiten. Es war ein sehr idyllischer Ort zum Arbeiten.“

Mark Ronson – Late Night Feelings ft. Lykke Li

Mark Ronson hat es drauf, wenn es darum geht, Musik zu produzieren, die einerseits zwar Retro-Charme hat, andererseits dennoch zeitgemäß ist. Beispiele dafür sind natürlich seine Produktionen mit Amy Winehouse, mit ihr wurde die Retro-Welle praktisch los getreten, oder Bruno Mars, der mit seinem nach Rappers Delight klingenden Uptown Funk erwachsen geworden ist. Auch Miley Cyrus „Nothing Breaks Like A Heart“ ist noch gut im Ohr. Gleiches gelingt ihm nun mit der schwedischen Sängerin Lykke Li. In dem Video Late Night Feelings wird sie zur Dico-Queen und damit das Thema Dicso wieder en vogue.

The Cure – Desperate Journalist In Ongoing Meaningful Review Situation und Pictures Of You –

Am 11.05.2019 findet im Gleis 22 in Münster ein Konzert mit der britischen Post-Punk Band Desperate Journalist stat. Sie werden unterstützt durch die Shoegazer Life On Venus und Blankenberge. In gewisser weise werden auch The Cure anwesend sein, schon allein deswegen, weil Desperate Journalist ihren Bandnamen dem Cure Song entliehen haben.

Im Juli 2016 waren Blankenberge an einem Cover-Projekt «The Cure in other voices» beteiligt, bei dem sie eine dunkle und laute Shoegaze-Version von «Pictures of you» präsentierten.

The Cure kann man auch heute noch gut anhören. Deshalb landet Pictures Of Yousie in der Playlist.

Life on Venus – Departure (EP)

Dream Pop aus Moskau

Dream Pop, also die Fokussierung auf ätherische Texturen und Stimmungen, verbunden mit gehauchten hohen Frauenstimmen oder fast geflüsterte Männerstimmen, verortet man in der Regel bei britischen oder us-amerikanischen Bands, wobei die zeitliche Spanne von den 1980-Jahren bis heute reicht. Im Ohr sind Bands, wie die Cocteau Twins, My Bloody Valentine, Slowdive oder aus heutiger Zeit Beach House, Cigarettes after Sex und Japanese Breakfast. Umsomehr überrascht eine Band aus den nicht englischsprachigen Raum, aus einer Ecke Europas, in der man Shoegazing nicht erwatet.

Die russische Shoegaze-Gruppe Life on Venus wurde 2015 von Studenten der Staatlichen Universität Moskau gegründet. Ursprünglich ein Quartett, begannen sie, in Schlafsälen und kleinen Studios zu proben, und entwickelten ihren duftigen, bittersüßen Dream-Pop-Sound. Eine aus zwei Liedern bestehende Demo mit dem Titel Distant Lights wurde im März 2016 selbst veröffentlicht und die Gruppe erhielt von Shoegaze-zentrierten Blogs Aufmerksamkeit. Als Life on Venus ihre erste LP aufnahmen, waren sie zu einem Quintett bestehend aus Dima (Gitarre / Gesang), Sergey (Gitarre), Marat (Bass), Aline (Gesang) und Gulya (Schlagzeug). Das Debütalbum der Band, Encounters, wurde im März 2017 digital veröffentlicht und im August des folgenden Jahres von Shelflife auf CD herausgegeben.

Am 19. April 2019 veröffentlichte Life on Venus die EP Departure mit vier neuen Stücken. „An ode to our obscure past, our fear of the future and everlasting love and determination deep within us.“ schreiben sie selbst dazu auf Bandcamp.

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Am 11. Mai 2019 sind Life on Venus als Support für Desperate Journalist im Gleis 22 in Münster zu sehen.

Desperate Journalist am Samstag, 11. Mai 2019 im Gleis 22 in Münster

Die britische Postpunk-Indie-Shoegaze-Band Desperate Journalist um die Sängerin Jo Bevan veröffentlichte am 22. Februar 2019 ihr drittes Album und promotet dieses auf einer Club-Tour. Das Album trägt den Titel In Search of the Miraculous. Jo Bevan hat sich dabei von dem Künstler Bas Jan Ader inspirieren lassen, dessen Werk sich mit der Schwerkraft und dem Fallen beschäftigte. Seine letze Performance im Jahr 1975 mit dem Titel „In search of the miraculous (songs for north Atlantic)“ endete tragisch. Der 33-Jährige versuchte mit einem sehr kleinen Segelboot, das nicht für Langstrecken-Fahrten gebaut war, eine künstlerisch motivierte, performative Atlantiküberquerung. Etwa 10 Monate nach seiner Abreise wurde das leere Boot vor der Küste Irlands angetrieben. Jan Bas Aders Leiche wurde nie gefunden.

Entsprechend tiefgründig ist die von Jo Bevans Stimme und dem Gitarrenspiel von Rob Hardy geprägte Musik.

Cedars aus dem AlbumIn Search of the Miraculous

Ich freue mich schon auf das Konzert am 11. Mai in Münsters bestem Live-Club, zumal die Leute vom Gleis 22 den passenden Support ausgesucht haben und ankündigen:“Vorab die beiden fantastischen und vom Gleis-Booking geliebten russischen Shoegazer-Formationen Blankenberge und Life On Venus, die sich stilistisch zwischen Slowdive, My Bloody Valentine und Cocteau Twins bewegen. Tipp!“

Life on Venus – May

Blankenberge – Disappear

Ort des Geschehens: Gleis 22 Hafenstraße 34 48153 Münster am11.05.2019

MARINA – To Be Human

Wenn man mich fragt, ob ich liegber einen Song von Katy Perry oder von Taylor Swift hören möchte, dann würde ich mich für Marina Diamodis entscheiden. Marina and the Diamonds , wie sie sich für ihr Debüt -Album «The Family Jewels» aus dem Jahr 2010 nannte, macht wie die beiden genannten Damen ebenfalls lupenreine Popmusik, nur eben etwas anders. Ihre Stimme, eine angenehme Altstimme, hat Wiedererkennungswert. Für ihr neues Album Love + Fear hat sie die Diamanten abgelegt und nennt sich nur noch MARINA. Mit dem Song To Be Human beweist sie, dass Popmusik auch mit nachdenklichen Texten zusammengeht.