Wy – Pavements

Wy sind das Duo Ebba Ågren und Michel Gustafsson aus Schweden. Mit dem Album Okay haben sie 2017 ein schönes Dreampop-Album geliefert, womit sie in einer Liga mit Slowdive oder Cigarettes After Sex spielen.

Die jetzt nachfolgende Single namens Pavements ist recht kampflustig. Ebba Ågren sagte zum Song und zum Video:“ Ich denke, das Boxen fängt das Gefühl des Songs perfekt ein, besonders weil ich nicht wirklich boxen kann. Es gibt dem eine Eigentümlichkeit, die ich mag.“

The Slow Show – Sharp Scratch

Es gibt Bands, da ist die Stimme mehr als nur ein Bestandteil des Ganzen, sondern das wichtigste und prägendste Instrument. Man denke da nur an die Editors mit Tom Smith oder The National mit Matt Berninger. In diese Reihe gehört auch The Slow Show aus Manchester, für die der Bariton von Rob Goodwin von zentraler Bedeutung ist. Mir ist noch der tolle Song Ordinary Lives aus dem Jahr 2016 im Ohr, danach war die Band allerdings vom Schirm.

Nun tauchen The Slow Show mit dem beeindruckenden Comeback-Track Sharp Scratch wieder auf. Und es gibt immer noch die Stimme Robert Goodwins, die einem Schauer über den Rücken laufen lässt. The Slow Show wissen, wie man ein Lied spannend aufbaut. Sharp Scratch beginnt recht langsam und steuert dann auf den Höhepunkt zu, um sanft auszuklingen.

2019 soll ein Album erscheinen.

Big Thief – U.F.O.F.

Big Thief kündigen ein neues Album „U.F.O.F.“ an und veröffentlicht eine erste gleichnamige Single. Aus den Anfangszeilen des Songs wird klar, dass UFOF für „Unidentified Flying Object Friend“ steht. Adrianne Lenker singt: „To my UFO friend / Goodbye, goodbye / Like a seed in the wind / She’s taking up root in the sky.“

Big Thief haben mit 2016 Masterpiece und 2017 Capacity einige meiner Lieblingsmusikstücke der letzten drei Jahre gemacht.

U.F.O.F. kommt am 3. Mai heraus.

Helado Negro – Running

Dass ein Lied über das Laufen einen Marathonläufer, wie mich, ansprechen muss, ist klar. Roberto Carlos Lange, der auf der Bühne den Namen Helado Negro trägt, hat einen sehr fluffigen Song mit dem Titel Running gemacht, der auf einem weichen Piano-Groove basiert.

Im Video sieht man auch einen jungen Mann laufen. Im Text geht es aber nicht etwa um die Vorbereitung auf eine Marathon, sondern um Realitätsflucht.

Fading true
I met you
Walk my mind

Terrible
Loving whole
I’m just laughing

Because I​ feel you
In my mind
All the time

Because I see you
In my hands
Everyday

You got me running

„Running ist ein Gedicht. Darin habe ich Gefühle und persönliche Geschichten begraben“, schrieb Lange in einer Pressemitteilung. „Das meiste ist nur für mich und einiges für dich.“

Helado wuchs in Miami, Florida auf. Seine Eltern kamen aus Ecuador. Bühnenerfahrung erwarb er in der Hip-Hop- und elektronische Musikszene. Helado Negro ist in seinen Texten konsequent zweisprachig (Englisch und Spanisch). Mit einer hybriden Identität und Musik als Vehikel beseitigter Sprach- und Kulturbarrieren. Das neue Album This Is How You Smile erscheint am 08. März.

Emily King – Remind Me

Remind me erinnert an die 80′ Jahre, RnB- Musik, evtl. von Michael Jackson laut aufgedreht. Im ersten eigenen Auto durch die Strassen cruisen. So ähnlich beschreibt Emily King die Situation, die zum Song „Remind me“ geführt hat. Nur das sie erst mitten in den 80′ geboren wurde und damals noch kein Auto fahren konnte. Dennoch, das mit dem Auto stimmt. Der kleine Nissan, war das erste eigene. Es wurde für den Umzug aus New York und der elterlichen Wohnung in ein Haus in den Catkill-Mountains benötigt. Das Gefühl ist das Abschütteln der Enge der Stadt und der Auseinandersetzungen mit der Mutter und der Schritt in die Unabhängigkeit.

In dem Haus in den Catkills lebt und arbeitet sie mit dem Produzenten Jeremy Most. King und Most sind Perfektionisten. Das Album Scenery (VÖ 01.02.2019), dessen Opener Remind me ist, ist eine präzise und doch fließende Mischung aus Pop und Rock der 80er Jahre, zeitgenössischem R & B und leichten Jazz-Akzenten. Emily King singt auf den Punkt, teils auch geflüstert, sodass man an Michael Jackson denkt.

Oh Land – Brief Moment

Nanna Øland Fabricius wurde das Gefühl für Musik in die Wiege gelegt, die in Dänemark stand. Ihre Eltern sind die Opernsängerin Bodil Øland und der Organist Bendt Fabricius. Eine Rückenverletzung verhinderte ihre Karriere als Balletttänzerin. Unter dem Pseudonym Oh Land widmete sie sich daraufhin erfolgreich der Popmusik als Sängerin und Komponistin.

Oh Land hat gestern einen neuen Song veröffentlicht, Brief Moment. Das Lyric Video dazu ist wunderschön.

Die geometrischen Formen auf dem Meeresgrund, die in dem Video zusehen sind, sind bis zu zwei Meter groß. Die geheimnisvollen Baumeister der Sandskulpturen sind männliche Kugelfische der Gattung Torquigener. Das kleine Fischchen, das ebenfalls in dem Video zu sehen ist, ist nur zwölf Zentimeter lang. Es macht das alles, um paarungswillige Weibchen anzulocken, also der Liebe wegen.

Ach ja, der Song stammt aus dem neuen Album von Oh Land . Family Tree kommt am 03. Mai raus

Wegen Gabalier-Nominierung: Soap&Skin sagt Teilnahme an Amadeus Gala ab

Am 25.04.2019 wird der AMADEUS verliehen. Der Amadeus Austrian Music Award ist der größte österreichische Musikpreis. Er wird seit dem Jahr 2000 alljährlich in verschiedenen Kategorien an die in Österreich erfolgreichsten nationalen Musiker verliehen. Den Amadeus Award können Musiker gewinnen, die österreichische Staatsbürger sind oder ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben. Die steirische Musikerin Anja Plaschg alias Soap & Skin hat ihre Teilnahme an der Amadeus-Preisverleihung abgesagt. Auf Facebook schreibt sie:

„Ich wurde diesjährig für den Amadeus Austrian Music Awards in den Kategorien „Album des Jahres“ sowie „Alternative“ nominiert. Mich in derselben Kategorie sowie in derselben Veranstaltung mit einem Möchtegern-Magnat zu wissen, der sein reaktionäres, nationalistisches, chauvinistisches und sexistisches Lebenskonzept zu kommerzialisieren weiß und hier Anklang findet, entsetzt mich derart dass ich an der Veranstaltung nicht teilnehmen werde.“

Sie nennt zwar keinen Namen. Es ist aber eindeutig, wer gemeint ist. In der Kategorie ebenfalls nominiert wurde Andreas Gabalier. In seinen Texten verbreitet der selbsternannte Volks-Rock-’n‘-Roller veraltete Frauenbilder, Heimatklischees und rechts-populistisches Gedankengut. Auch die Münchner Faschingsgesellschaft Narhalla ist gerade dabei, dem großen Komiker Karl Valentin Unrecht zutun, indem sie Gabalier mit dem Karl-Valentin-Orden auszeichnen will.

Mir gefällt die Entscheidung und die Begründung ebensogut wie die Musik von Soap & Skin. Deshalb hier aus dem nominierten Album „From Gas To Solid/You Are My Friend

Soap & Skin – Heal

Es ist zwar elektronische Musik, Samples von natürlichen Instrumenten geben der verletzlichen Interpretation jedoch einen warmen Klang.

Chromatics – Time Rider

Von dem Chromaticcs gibt es seit gestern ein neues Video. Auf ihrer Webseite sagen sie dazu,: „Die Metapher eines Motorrads wird als eine Art interdimensionales Fahrzeug zwischen der Zukunft und der Vergangenheit verwendet. In diesem Traum spiegelt der Motorradfahrer den Mythos des Sensenmanns wider, als Ruth Radelet unheimlich fragt: „Kann ich deine Hand nehmen? Ich möchte mit dir in den Sturm reiten. “Leben nach dem Tod. Zukünftige Vergangenheit“

Der elektronische Sound der Chromatics wid gerne für Filme, Fernsehserien und Werbespots verwendet. Ihr pulsierenden Track „Tick Of The Clock“ aus den Album Nightdrive wurde für die Eröffnungssequenz des Films Driver von Nicolas Winding Refn verwendet.Im Jahr 2015 wurde ihr Cover von Cindy Lauper’s Song „Girls Just wanna have fun“ für einen Werbespot der Modekette „Mango“ eingesetzt, in dem Cara Delevinge und Kate Moss als Darstellerinnen zu sehen sind.

2017 kam ihr Titel Shadow in der 2. Episode der dritten Staffel der Fernsehserie Twin Peaks von David Lynch und Mark Frost vor.

Aldous Harding – The Barrel

Aldous Harding, die Singer/Songwriterin mit der unverwechselbaren Stimme,  stammt aus Neuseeland. Auf ihrem ersten selbst betitelten Album dominierte die akustische Gitarre zu ihrem eigenwilligen Gesang. Die düster-melancholische Stimmung des Albums brachte ihr die Genre-Schublade  Gothic-Folk ein. 2017 erhielt sie einen Vertrag bei dem Indie-Label 4AD, die solche renommierten Bands wie „The National“ unter Vertrag haben. Die Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten John Parish bei ihrem zweiten Album Party brachte sie weg vom Folk. Das Instrumentarium wurde mit Keyboard und elektronischen Effekten erweitert. Geblieben ist die Melancholie, entgegen des Titels handelte es sich um kein Party Album. Darauf befindet sich die wunderschöne Ballade „Imagining My Man“ , mein Song des Jahres 2017. Heute, bzw. es ist gerade 24:00 Uhr, als ich hier schreibe, also gestern hat Aldous Harding ein neues tolles Video heraus gebracht. The Barrel ist anders, eher lustig, hat aber das Potential an „Imagining My Man“ anzuschließen.

Das neue Album ‚Designer‘ wird am 26. April 2019 auf 4AD / Flying Nun veröffentlicht.