Milliarden ist eine in Berlin beheimatete Band, die 2013 gegründet wurde. Ihr Stil lässt sich nicht genau verorten. Manche bezeichnen ihn als Mischung aus Indie-Pop und Retro-Deutschrock. Kreative Köpfe sind der Sänger Ben Hartmann und der Keyboarder Johannes Aue. Für die Live-Umsetzung ihrer Song und im Aufnahmestudio kommt ein fester Kreis an Musikern dazu. Ihre beiden ersten Alben (Betrüger in 2016 und Berlin in 2018) haben Milliarden bei einem Major-Label veröffentlicht. Das dritte ist auf dem eigenen Label „Zuckerplatte“ entstanden und so lässt sich vielleicht der Titel “Schuldig” erklären. Jeder weiß, dass nur der schuldig sein kann, der verantwortlich ist. Mit „Zuckerplatte“ haben Hartmann und Aue die Verantwortung für alle Prozesse und Risiken bei der Entstehung der Platte übernommen und angenommen.
Hört man bei den Lyrics des Albums genau hin, wird allerdings in keinem Song ein Fremder für schuldig gesprochen. Es gibt kein Moralisieren und Polarisieren, wohl aber Selbstverantwortung und Selbstakzeptanz. Wenn es eine Schuldzuweisung gibt, dann für sich selbst. Es werden alle Grauzone ausgelotet, denn nichts ist nur schwarz oder weiß, speziell und gerade in der Liebe nicht. Und “Schuldig” enthält einige unromantische Liebeslieder. Es gibt halt nichts Absolutes, außer vielleicht die Schuld und am Ende den Tod. Und vom Tod wird auf “Schuldig” reichlich gesungen.
Aber, erklären wie auf einem Beipackzettel, meint Ben Hartmann, wolle er seine Texte nicht. „Schuldig“ enthalte so viel Schweiß, Blut, Tränen und Aroma, dass die Denke das Gesamtwerk ruhig auch erst später erfassen dürfe, beim zwanzigsten, dreißigsten Hören. Also hört euch das Album an und kommt dann zu ganz anderen Interpretationen als oben beschrieben. Nicht ist absolut (außer das Ende).