Alice Phoebe Lou – Dusk

Alice Phoebe Lou wurde in Südafrika geboren (Foto: Andrea Rojas).  Sie entschied sich schon in jungen Jahren  als Straßenmusikern durch Europa zu ziehen. Auch heute noch gibt sie Straßenkonzerte vor der UBahn Station Warschauer Straße in Berlin, obwohl sie nach den von der Kritik gefeierten Alben „ORBIT“ und besonders Paper Castles“ einen Status erreicht hat, der sie weltweit Konzertsäle hat füllen lassen. So spielte sie über 100 Shows auf vier Kontinenten und  baute dabei eine enorme, treue Fangemeinde auf, wozu ich mich auch zähle.

Anfang dieses Jahres veröffentlichte Alice zwei die Singles Witches“  und  „Touch“ , die sie auf einer 1-Zoll-Bandmaschine  analog aufnahm, mischte und masterte. Nun ist mit „Dusk“ der erste Vorgeschmack auf die kommende dritte Platte „Glow“ erschienen, das am 19. März 2021 veröffentlicht werden soll.

„Dusk“ ist inspiriert von der tiefen menschlichen Verbindung, die sich  Freundschaft nennt. Alice erklärt dazu: „Dusk ist eine Ode an die Freundschaft und das Gefühl der tiefsten Empfindung von Intimität und Fürsorge für eine andere Person. Die Art von Freundschaft, die nicht wettbewerbsfähig ist und auf gegenseitigem Respekt und Bewunderung beruht. Voller Abenteuer und Möglichkeiten.”

Poststelle 308 – Feiertag (Krautsalat)

So, einen Tag vor Heiligabend hat es doch noch ein “Weihnachtslied” in die Playlist geschafft. Der Song Feiertag (Krautsalat) der Berliner Band Poststelle 308 hat es verdient, denn er trifft die an Weihnachten in vielen deutschen Haushalten üblicherweise herrschende Gefühlslage zu genau. Das traute Beisammensein der Familien unter dem Tannenbaum ist oft pure Illusion und funktioniert perfekt nur in der Fernsehwerbung. Es ist nämlich überhaupt nicht einfach, seine Lieben mit Geschenken zu bedenken und ein Festmahl auf die Tafel zu zaubern, wenn man Hartz IV bezieht. Drei Tage lang, eine glückliche Familie zu spielen, ist verdammt schwer, wenn sich die Eltern schon seit Jahren hassen. Im Grunde können wir Corona dankbar sein, dass Verwandtenbesuche Weihnachten 2020 ausfallen.

Mit all diesen Wahrheiten konfrontieren uns Konrad, Julian, Phil und Phil und lassen dazu Wah Wah-Gitarren  und Wurlitzer-Orgel ertönen, als wäre der Song eine Schwester von Bob Dylans “Knockin‘ On Heaven’s Door”.

The Crooked veröffentlicht ein Video ihres Covers von Billy Talents „Fallen Leaves“

The Crooked ist  eine alternative Rockgruppe mit Sitz in Toronto, der größten Stadt der kanadischen Provinz Ontario.  Seit 2017 haben sie zwei EPs, „First Place Silver“ und „The Shoebox Sessions„, veröffentlicht und sind im In- und Ausland getourt. Auf ihren Konzerten haben sie gerne Songs anderer alternativer Rockbands  zum Besten zum gegeben. Die in deutsch gesungene Coverversion von Grauzones NDW-Hit “Eisbär” wurde bereits hier vorgstellt. Für 2020 hatten The Crooked eine große Europa-Tournee geplant. Daraus wurde aus den bekannten Gründen nichts.  Sie haben daraufhin beschlossen, die gewonnene Zeit zu nutzen, um eine spezielle Serie unter  dem Titel  Lockdown-Covers zu veröffentlichen. Als erstes haben sie sich den Songs „Bulls On Parade“ von Rage Against The Machine vorgenommen, als Protest gegen Gewalt, Polizeibrutalität und fette Militärbudgets.

Jetzt heißt es Happy Lockdown #2 . The Crooked präsentieren den zweiten Teil ihrer Cover-Serie, nämlich  eine Abwandlung des Pop-Punk-Hits “Fallen Leaves” von Billy Talent. Ob Zufall oder Absicht, die Band Billy Talent kommt ebenfalls aus Ontario. Da die Produktion während der Pandemie 2020 stattfand, nahmen The Crooked ihre Parts einzeln in Kanada, Deutschland und den Niederlanden auf. Deshalb sieht das Video ein bisschen wie eine Zoom-Session aus. Schaut selbst.

Erstes Album soll 2021 erscheinen

Dem Vernehmen nach sind noch mehr Cover z. B. auch eines von Stevie Wonder geplant. Außerdem arbeitet The Crooked an einen Album, das nächstes Jahr kommen soll.

Bonnie Parker – Volle Kraft voraus

Bonnie Parker (Foto: Thommy Mardo) heißt die aufstrebende, junge Künstlerin, die sich vorgenommen hat, ihre eigene Farbe in die Deutschpop Szene zu bringen. „Die heutige Zeit ist geprägt von Autotune und Photoshop, Menschen streben einem unwirklichen Idealbild hinterher und vergessen dabei völlig, wer sie wirklich sind. Das ist ein Trend, der sich ungesund auf uns und nachkommende Generationen auswirkt und gegen den ich ankämpfen möchte“, antwortet die bodenständige Mannheimerin auf die Frage nach ihrer Motivation.

Besinnung auf den rockigen Deutschpop der frühen 2000er Jahre

Bonnie Parker setzt auf ihre Natürlichkeit und ihre unverfälschte Stimme. Ihre Debüt- Single “ Volle Kraft voraus“ vermittelt mit Mut machenden Lyrics ein positives Lebensgefühlt und ermöglicht eine kleine Flucht aus dem Alltag. Musikalisch geht es mit krachenden Gitarrren ebenso optimistisch zur Sache. Den Fans von rockigem Deutschrock à la „Juli“ oder „Wir sind Helden“ wird es gefallen.

Die Akustik Version von „Volle Kraft voraus“ konnte auf Youtube innerhalb von 2 Monaten und ohne große Promo fast 650 Klicks erreicht und somit auf dem YouTube-Kanal Pinestatesessions die Höchstmarke setzen.

Studioversion

Aktuell arbeitet Bonnie an weiteren Veröffentlichungen für kommendes Jahr. Wir sind gespannt, was da noch kommen wird.

World Brain – Dance II (Discovery Zone Cover)

Die New Yorkerin JJ Weihl ist Gründungsmitglied der Berliner Band Fenster, die uns mit groovenden, psychedelischen und hypnotischen Popklängen erfreut. Genauso groovy , vielleicht einen Tick experimenteller, präsentiert sich JJ Weihl mit ihrem Soloprojekt Discovery Zone,. Das Debütalbum „Remote Control“ von Discovery Zone erschien im Juni diesen Jahres. Daraf befindet sich der Song Dance II, der mit seinem Techno-Rhythmus zum Tanzen einlädt. Der Franzosen Lucas Ufo, Keyborder bei Fenster und Solo als World Brain unterwegs, hat sich den Song vorgenommen und eine dreamige, sehr schönes Coverversion geschaffen.

Es lohnt , beide Songs zu hören.

Hier das Original:

LITTLE DRAGON UND MOSES SUMNEY -THE OTHER LOVER

Für „The Other Lover“ tun sich Little Dragon mit dem ghanaisch-amerikanischen Sänger/ Songwriter Moses Sumney zusammen. Sein unverwechselbarer Gesang und die ebenso unnachahmlichen Stimme von Yukimi Nagano passen einfach hervorragend zusammem. Untermalt werden die beiden Vokalist*innen von sich sanft entfaltenden  Synthesizern, Bläsern und zurückgenommener Perkussion. (Bild oben von Arya Haliba)

„Ich höre Little Dragon schon sehr lange; als Teenager hat mich ihr erstes Album beeindruckt, wie grenzenlos moderne Soulmusik sein kann. Als sie mich um eine Zusammenarbeit baten, war ich so geehrt und überrascht („shook“, wie die Kids heute sagen!), dass ich eine Weile brauchte, um mich zu entscheiden. Sie arbeiteten mit mir zusammen, ganz ohne Ego, um eine neue Vision für ihren Song zu entwickeln. Ich bin stolz auf das, was dabei herausgekommen sind.“, erklärt Moses Sumney .

Das Original von  „Another Lover“ stammt aus Litttle Dragons ihrem aktuellen Album „New Me, Same Us“, das Anfang des Jahres erschienen war.

Wahnschaffe – Courage (EP)

Am 19.11.2019, zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner was das Coronavirus ist und niemand hatte eine Vorstellung davon, welche Auswirkungen eine Pandemie hat, besuchten wir das Sputnik Café in Münster, um ein Konzert von Mister Me zu genießen. Vor seinem Auftritt spielten als Vorband Wahnschaffe.

Auf der Bühne waren Sophia Wahnschaffe und die Bassistin Hanna Von Tottleben (Foto: Thomas Wolff). Sophia sang und spielte Gitarre. Schon damals gefiel uns Wahnschaffes  R&B mit intelligenten deutschen Texten. Die Performance war beeindruckend. Auf der Bühne standen zwei Frauen, deren Herzblut in ihrer Musik steckt. 

Souliger Pop mit deutschen Texten

Kopf des Musikprojekts Wahnschaffe ist Sophia Wahnschaffe. Ihre Bio zeigt, dass es offenbar immer ihr Ziel war, als Musikerin durchs Leben zu kommen. Erste DIY – CD mit 17, danach in Bands gespielt und  Konzerte organisiert. Der Besuch eines  Pop-Kurses  in Hamburg führte zu dem Entschluss, das Solo-Projekt Wahnschaffe auf die Beine zu stellen. Wahnschaffe mischt Pop mit Soul, filigrane Gitarren mit ausgefeilten Synthie-Arrangements, organischer Percussion mit elektronischen Beats zu komplexen durchdachten Klangarchitekturen. Ihre deutschsprachigen Texte sind selbstbewusst und zeitkritisch. Wahnschaffe hat unzählige Live-Konzerte gespielt, als es noch ging. Morgen am 18.12. 2020 erscheint die erste EP von Wahnschaffe mit dem passenden Titel Courage.

Poploader – Teresa

Poploader konnten mit ihrem gute Laune verbreitenden Song “Summerboy Blues” in diesem Jahr einen Spätsommer-Hit landen. Die Regensburger belegten mit dem Song immerhin Platz 1 der Austrian Indie Charts. Mit „Teresa“ veröffentlicht Poploader nun die zweite Single, welche von Arne Albrecht (u.a. Zusammenarbeit mit Gurr) im Oakfield Studio gemastert worden ist. Wieder begeistern sie mit einer eingängigen Melodie, die auf einem flotten Pop-Rhythmus aufbaut und durch Retro-Synth einen besonderen Kick erfährt. Ein Song, um die dunklen Herbsttage aufzuhellen. Ray Davis hätte es mit seine Kinks nicht besser hinbekommen.

 

Videopremiere: OPN – No Nightmares

Daniel Lopatin ist begnadeter ein Soundtüftler aus Brooklyn, der gern für Filmsoundtracks angeheuert wir. Als Künstler nennt er sich Oneohtrix Point Never (OPN). Der Künstlername ist angelehnt an den Stationsnamen des Radiosenders Magic 106.7, einen aus Boston, der auf Oldies spezialisiert ist und zeigt seine Affinität zum Radio. Ende Oktober hat Lopatin ein Album mit dem Titel Oneohtrix Point Never herausgebracht, dessen Titelfolge an einen Sendersuchlauf erinnert. Darauf ist der Track No Nightmares zu finden. Die Vocals stammen von The Weeknd. Dazu gibt es ab sofort ein fantastisches Video von Nate Boyce im Pixar-Stil, mit Lopatin und The Weeknd als computergenerierte Avatare, die durch einen Albtraum mit alttestamentarischen Bezügen wandeln. Dazu hören wir einen traumhaften Soundtrack.

Beatsteaks – In The Presence Of (EP)

Die Beatsteaks  gehören mittlerweile zu den Urgesteinen der deutschen alternativen Rock und Punk-Szene mit einer riesigen Fangemeinde. Die 1995 gegründete Band, die ihre ersten Konzerte im  Kreuzberger Club SO36 absolvierte, hat sich mit acht Alben und etlichen Konzerten in die Herzen der Fans und  bis nach oben in die Charts gespielt. Nebenbei engagieren sich die Beatsteaks, was sie sehr sympathisch macht, für ganz viele gesellschaftspolitische  Anliegen. Sie unterstützen „iCHANCE“, eine Initiative zur Alphabetisierung, rufen mit dem Verein Junge Helden zur Organspende auf, sammeln bei ihren Konzerten für die Wasserinitiative Viva con Agua und die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. 2014 unterstützten die Beatsteaks den Aufruf von Dresden Nazifrei, die Naziaufmärsche am 13. und 19. Februar zu verhindern. (Beitragsfoto: Beatsteaks Band -Selfie)

Beatsteaks verneigen sich mit Coverversionen vor verehrten Sängerinnen

Nach dem letzten Album “Yours” war es um die Beatsteaks etwas ruhiger geworden. Nach dreijähriger Schaffenspause, gibt es aber  wieder neues und besonderes Material. Seit gut 3 Wochen versorgen sie uns mit Coverversionen. Zuerst nahmen sie sich “Monotonie” von Ideal, einen  der größten Hit der neuen deutschen Welle aus den 80ern, vor. Es folgte der wunderbare Song “Glory Box” der britischen TripHopper Portishead.  Mit der Neuinterpretation von Hildegard Knefs „Von nun an ging’s bergab“ würdigen sie die Ausnahmekünstlerin.

Seit Freitag gibt dann endlich die EP „In The Presence Of“. Die beinhaltet insgesamt sechs Coverversionen. Das besondere ist, dass die Originale allesamt von Frauen gesungen werden. Außer von Annette Humpe, Beth Gibbons und Hildegard Knef interpretiren die Beatsteaks Songs  von Maureen Tucker (Velvet Underground -“After Hours”), Lesley Gore (“You Don’t Own Me”) und Jennifer Finch (L7- “Shitlist”). Produziert wurde die EP, wie schon die letzten Erfolgsalben, von Moses Schneider. Das Cover der EP (oben) wurde von dem bekannten Berliner Künstler Jonas Burgert gemalt und heißt „BEISEIN“.