Aurora – Queendom

Running With The Wolves“ kann man aus dem TV-Spot  des Telekom-Konzerns kennen. Aurora Aksnes heißt  die Sängerin, die unter ihrem Vornamen auftritt. Sie stammt aus Bergen in Norwegen. „Aurora weckt mit ihrem teils zarten, teils kraftvollen Gesang die Vorstellung von norwegischen Wäldern, Fjorden und Naturschauspielen zum Leben“(laut.de).

Anna of the North – Oslo

Electro-Pop-aus Norwegen. Als wir mit Freunden im letzten Jahr beim Oslo-Marathon gestartet sind, war uns Annas Song über ihre wunderschöne Stadt ein musikalischer Begleiter.

Anna Lotterud geboren in Gjøvik, wo immer das in Norwegen liegen mag, nennt sich Anna of the North. Sie lebt in der norwegischen Hauptstadt. Während eines Studiums in Melbourne (Australien) lernte den neuseeländischen Produzenten Brady Daniell-Smith  kennen und nahm  mit ihm über Skype ihre erste Single „Sway“ auf. So funktioniert Pop-Musik in Zeiten des Internets.

Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln 3

Fortsetzung von 1 und 2.

„Ich kann nicht mehr schweigen! Lasst es heraus!“ Die amerikanische Sängerin mit chinesische Eltern Connie Lim alias Milck schrieb den Song „Quiet“, um damit ihre Essstörung,  Missbraucherfahrungen durch ihren Partner und ihre Depression zu verarbeiten. Als Kind bekam sie oft zu hören, sie solle sich anpassen und „quiet“ sein, ruhig. Das Schweigen über diese Erfahrungen hat ihr fast die Stimme geraubt.

„Quiet“ wurde die Hymne zum Anti-Trump-Protest. Auf dem Women’s March begannen Lim und 25 Mitstreiterinnen inmitten der Menschenmenge plötzlich zu singen, alle pink bemützt.

Der Flashmob ging um die Welt.

Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln 2

Der vorige Beitrag zum Thema endete mit Yukimi Nagano von Little Dragon. Auch Mitski Miyawaki hat eine japanische Mutter. Sie wurde in Japan geboren und hat einen amerikanischen Vater. Ihre Kariere als Singer/Songwriterin  und Indie-Musikerin startete sie in Amerika unter ihrem Vornamen Mitski . Inzwischen hat sie ihr fünftes Album „Be The Cowboy“ veröffentlicht. Byte FM meint dazu: „Unter all den Knallfarben und Disco-Drums versteckt sie tiefe Traurigkeit. Dabei gelingt ihr auch ein großes Kunststück: Mit diesen traurigen wie euphorischen Pop-Songs lässt Mitski diese lähmenden Gefühle leichtfüßig erscheinen. Selten ließ sich so gut zur Einsamkeit tanzen wie auf diesem Album“

Wird fortgesetzt mit Milk.

Mann Frau Duette 2

Im ersten Teil haben wir uns mit Nick Cave/ Kylie Minogue und July Talk beschäftigt. Das Motto war hart und zart. Bei Alex Cameron und Angel Olsen hat nach meinem Gefühl die Frau den dominierenden Part. Der Song Stranger’s Kiss hat mich mit der treibende Gitarre, dem explosive Saxophon und und den Drums sofort gekriegt. Die Frau im Video ist übrigens nicht Angel Olsen, sondern die Regisseurin des Videos Jemima Kirke.

Ein besonderes Duett ist das  folgende. Angus & Julia Stone sind ein Geschwister-Duo aus  Australien.  Ich finde, das sich Stimmen von Geschwistern besonders gut ergänzen.  Ihr drittes selbst-betiteltes  Album wurde von der Producer-Koryphäe Rick Rubin produziert. Mein Lieblingssong von den beiden ist aber Big Jet Plane aus der  Indie-Zeit davor

Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln

Bereits am 11. Mai 2018 habe ich mir im Cafe Sputnik , dem kleineren Veranstaltungsraum der Sputnikhalle in Münster, ein Konzert von Michelle Zauners Band  Japanese Breakfast angehört. Sie hat auf ihrer Tour, die sie in Deutschland nach Hamburg, Berlin und eben Münster führte, ihr aktuelles Album SOFT SOUNDS FROM ANOTHER PLANET  vorgestellt. Nun gut, in Münster war derzeit der kath. Kirchentag mit vielen kostenlosen Musikveranstaltungen als Konkurrenz, mich hat dennoch verwundert, wie wenig das ohnehin kleine Sputnikcafe gefüllt war. Man muss mal vergleichen, wie viele begeisterte Fans Japanese Breakfast bei ihren Auftritt beim Pitchfork Music Festival 2018 in Chicago erreicht haben.

Ich war jedenfalls verliebt in den einfühlsamen Dreampop der quirligen Amerikanerin aus Philadelphia und ihren Mannen. Michelle Zauners Vater  ist Amerikaner, ihre Mutter stammt aus Korea. Damit steht sie in der Reihe der starken weiblichen Persönlichkeiten des Musikgeschäfts der letzten Zeit. Hier könnte ein neuer Trend entstehen, starke Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln.

Für steht in der Reihe zuerst  die  exzentrische schwedisch-japanischen Sängerin Yukimi Nagano der schwedischen Synthpopband Little Dragon. Unschwer erkennbar spielt der Bandname auf die fernöstliche Herkunft der Frontfrau an. Yukimi Nagano ist auch durch ihr Feature   bei den Gorillaz bekannt ( Empire Ants ) 

Hier eines meiner Lieblingsstücke.

(Wird fortgesetzt mit Mitsky, Milk, )

Mann Frau Duette 1

Einen besonderen Reiz bieten Kollaborationen von Sängerinnen und  Sängern. Das Duett zwischen Nick Cave & /Kylie Minogue – Where The Wild Roses Grow lebt von dem Kontrast zwischen ihrer zarten, unschuldigen  und seiner tiefen Stimme. Der Gegensatz verstärkt die Düsternis des Songs

Die zarte Schöne und das harte Biest. Zum Konzept hat dies  auch die kanadische Band July Talk erhoben . Peter  Dreimanis , der räudige Schläger-Typ, ausgestattet mit einer sonoren Grabesstimme zwischen Nick Cave und Tom Waits, Leah Fay als das mal zart piepsende, mal sanft hauchende Pendant. Hier lohnt es sich die super sexy Liveshow anzusehen, wenn man dazu Gelegenheit hat.

(wird fortgesetzt)

Ätna – Live im Gleis 22, Münster

Samstag, 27.10.2018

Die Bühne im  Gleis 22  wird dominiert von einer großen schwarzen Scheibe vor einem hellen Vorhang. Man fühlt sich an die schwarze Mondscheibe vor der Sonne bei einer totalen Sonnenfinsternis erinnert. Hinter dem Vorhang leuchtet ab und an das farbige Licht einer reduzierten Lichtshow auf. Ätna sind auf Promo-Tour zu ihrer neuen EP ÄTNA – EP im Gleis in Münster gelandet. Rechts und links im Halbdunkel sitzen, ganz in schwarz gekleidet, die beiden Akteure hinter ihren Instrumenten, Inez hinter ihrem schwarzen Keyboard und Demian hinter den Drums. Sie schauen nicht ins Publikum, sondern sind einander zugewandt. Dies schafft eine Intimität zwischen den beiden, welche der hypnotischen Musik zugute kommt. Der Wechsel zwischen ruhigen Keyboardmelodien mit minimalistischen Beats fesselt das Publikum vom den ersten Tönen an und saugt es förmlich in den Fluss der Melodien. Oft setzt das Keybord aus, um den Drums Raum zu schaffen und anders herum. Das Duo ist sehr gut aufeinander eingespielt. Wir sind halt eine Band, wird Inez später im Gespräch wie selbstverständlich feststellen und meint damit nicht nur ihren Drummer, sondern auch den Mann am Mischpult, der auch heute Abend für den richtigen Sound sorgt, und den Mann an den Lichtreglern. Prägend für das ganze musikalische Geschehen ist Inez markante Stimme, die sie, mal leise und dann wieder in kraftvollen Eruptionen, hin und wieder mit einem Effektgerät verändert, wie ein Musikinstrument einsetzt. Ihre ganze Körperspannung legt sie in diese Stimme. Oft ist es, als wolle sie mit Händen den Gesang festhalten, um ihn dann wieder in den Raum zu entlassen. Man kann sich dem Zauber nicht entziehen, Gefühl pur. In den Zwischenansagen wenden sich die beiden dem Publikum zu . Im familiären Tonfall, fast etwas schüchtern berichten sie von ihrer Heimatstadt Dresden und von ihren Reisen, bei denen auch die tollen Musikvideos entstanden sind. So erfährt man die Geschichte von der russischen Stehauf-Puppe, die Demian im folgenden Sück als Rassel einsetzt.

Als Support kam zuvor die junge Band One Oak zum Einsatz. Sie hatte offenbar ihre mitsingende Fanbase dabei unnd sorgten schonmal für gute Stimmung Die drei Dortmunder Jungs ( Keyboard, Gitarre, Schlagzeug) bildeten mit tanzbaren Indie-Pop und mit ihrem quirligen Keyboarder (Nerd am Nord) und Sänger den weniger porofessionellen aber hoch ambitionierten Kontrast zu dem, was dann folgte.

Fazit: Ein wundervoller Abend, auch wenn das Gleis 22 etwas voller hätte sein können. Ätna hat mit Sicherheit den Erfolg noch vor sich. Wenn sie demnächst wieder im Gleis Station machen, wird sich das auch in Münster herumgesprochen haben.