ARIONCE – Conversation

Man kann Arionce aus Berlin noch als Insidertipp bezeichnen, obwohl die Band 2018 schon zwei Achtungserfolge mit ihren EPs „Warrior“ und „Deep Ocean Grey“ verzeichnen konnte und als Support Ten Fé (UK), Milburn (UK), The Lemon Twigs (US), Palace (UK) und The Holy (FIN) unterwegs war. Mit ihrem ihrem Debütalbum, das im Frühjahr 2022 erscheinen soll, konnte sie das nächste große Ding werden. Dies deutet schon ihre neuen Single „Conversation“ an. Es geht in dem Song um Gefühle, die jedem vertraut sein könnten. Um eine Beziehung, die nur noch von einer Seite geschätzt und wahrgenommen wird, Liebe ohne wahre Gegenliebe. Diese herzzerreißenden Emotionen vermittelt Arionce gekonnt mit raumgreifenden Gitarrenmelodien und einem Gänsehaut befördernden Gesang. Dazu gibt es ein brillantes HD-Video (Beitragsfoto: Jim Kroft)

PHOAM mit animiertem Video zu „Justice“

Die Formation Phoam zieht uns mit kühlen und düster wirkende Klänge in den Bann. Der Track „Justice“ zieht sein Spannung daraus, dass bei aller Coolness die Melodie und der Gesang durchaus poppig und der Rhythmus tanzbar sind. Das ist aber längst nicht alles, was das neueste Werk der vierköpfige Band aus Basel auszeichnet. Wie schon der Vorgänger ”Cold Blood” wird auch „Justice“ von einem bemerkenswerten Video begleitet, dass eine Animation in monochromen Weiß zeigt und so die mysteriöse Anmutung des Songs unterstreicht.

BANKS – Skinnydipped

Powerfrau II

Anfang des Jahres begann BANKS mit „The Devil“ eine für sie neue Ära, in der sie  zum ersten Mal Musik unabhängig (über AWAL) veröffentlicht und jeden Track mit produziert.  Mit „Skinnydipped“ erschien nun der Nachfolger. Auch die neue Single wurde von BANKS selbst geschrieben und co-produziert und wird von einem offiziellen Musikvideo begleitet, bei dem BANKS und Michael Stine gemeinsam Regie geführt haben.

Das „Nacktbaden“ verbindet BANKS mit ihrer eigenen Philosophie und Verknüpfung zur homerschen Sagenwelt (wobei man die amerikanische Prüderie im Hinterkopf haben muss) . „Skinnydipped ist ein Song darüber, endlich etwas loszulassen, zu dem man schon oft zurückgekehrt ist. Es geht darum, seinen Wert zu erkennen und sich seiner Haut zu entledigen. Das Video soll Frauen als göttliche Kreaturen darstellen, wild in ihrem natürlichen Lebensraum, unberührt von den Konstrukten der Gesellschaft. “ sagt sie.

(Foto: Williams + Hirakawa)

Und weiter: „Die Sirenen sind magisch, kraftvoll, in Frieden und miteinander verbunden. Sie zelebrieren Schwesternschaft und Frauen in allen Stadien. Es war ein ganz besonderer Moment für mich, dieses Video mit all meinen besten Freundinnen zu drehen, die die Göttinnen darstellen, die ich in ihnen sehe. Meine Freundin Jaclynn, die eine der Sirenen spielt, hat vor kurzem entbunden. Dass sie in diesem Video ihre wunderschöne Tochter Benny im Arm hält, ist ein Geschenk. In dem Video geht es darum, sich selbst zu erkennen zu geben, wer man ist, die Vergangenheit loszulassen und sich stolz in seiner reinsten Form zu fühlen, nackt und in der Natur.“

Selah Sue – Hurray

Powerfrau I

Morgen, am 27.08.2021 um 15:00 Uhr, veröffentlicht die belgische Sängerin und Powerfrau Selah Sue in eine neue Single samt Video. „Hurray“ ist ein sinnlicher Funky-Groove, bei dem sie den nigerianisch-kanadischen Rapper TOBi featured.

In den neuen Song lässt uns Selah Sue die Höhen und Tiefen ihrer souligen Power-Stimme auskosten. Inhaltlich geht es mit kritischem Blick um die schöne neue Medienwelt. „Willkommen auf der Mitleidsparty“, singt sie sarkastisch über die Menschen, die sich in den sozialen Medien nach Aufmerksamkeit und Liebe sehnen und dies mit einer hohen Anzahl von Likes verwechseln.

„Ich bin doch genauso. Auch ich bitte um Aufmerksamkeit und Bestätigung, aber gleichzeitig weiß ich, dass diese Faktoren nur vorübergehend sind“, sagt selbstkritisch die Sängerin , die mit ehrlichen, persönlichen Liedern die Herzen ihrer Fans berührt.

„Hurray“ ist ein Auszug ihres lang erwarteten neuen Albums, das Anfang 2022 erscheinen wird.

LEYYA – LONGEST DAY OF MY LIFE (EP) VÖ 27.08.2021

Auseinandersetzung mit einer Erkrankung, die jeden treffen kann

Aus medizinisch-therapeutischer Sicht ist die Depression eine ernste Erkrankung, die erhebliches Leiden verursacht. Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können sich selten allein von ihren negativen Gedanken befreien. Psychischen Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft nach wie vor mit  Tabus behaftet. „Jeder hat mal einen schlechten Tag!“, „Reiß Dich zusammen!“ Solche Reaktionen sind wenig hilfreich für Menschen, die depressiv sind und hindern sie womöglich, therapeutische Hilfe einzuholen.

Zentrales Anliegen von Leyyas neuem Werk „Longest Day Of My Life“ (VÖ 27.08.2021) ist lobenswerterweise die Enttabuisierung der Krankheit Depression. „Ordinary (der zweite Song auf der EP) ist die schmerzhafte Erinnerung an die Zeit, in der mir bewusst wurde, dass es mir nicht gut geht. Musik und Text sind als Ventil immer ein Ausdrucksmittel des Inneren – und plötzlich habe ich das auch gehört,“ sagt Sophie Lindinger, der weibliche Teil des Duos, bei der selbst eine Depression diagnostiziert wurde.

Ordinary” war der Initialfunke für die  sechs Stücke umfassenden EP, die von den Schattenseiten der Erkrankung erzählen. Die sehr persönlichen Songs handeln von der mentale Überforderung (I’m Not Sure), von die Flucht in die Musik als letzten Anker (The Paper) und von durchtanzten Nächten auf der Suche nach Erlösung (Lately). Im Bewusstsein, dass die guten und die schlechten Tage kommen und gehen wie Wellen am Meer, entstand  „I’ve Been Down“. Am I Even Real? schließlich beschreibt das tiefe Loch, in das man auf dem Höhepunkt der Erkrankung fällt. Sophie geht offen mit dem  Thema Depression um, denn „irgendjemand muss beginnen, darüber zu sprechen.

Damit ist  die EP „Longest Day Of My Life“ im Prinzip ein kleines Konzeptalbum geworden, womit Leyya selbstbewusst neue kreative Pfade einschlagen. Ihrem typischen Indie/Electro-Pop-Sound erweitert Leyya um Pop-Noir-Einflüsse.

Sophies Gesundheitszustand ist mittlerweile besser und stabiler.

(Foto oben: Gabriel Hyden)

Evelinn Trouble – Just Wanna Vibe

Nomen est Omen.

Evelinn Trouble (sprich: Evelinn in Schwierigkeiten) ist eine Sängerin, Songschreiberin, Produzentin und bildende Künstlerin. Sie wurde in Zürich geboren. Musik gehörte zu ihrer Kindheit; ihre Mutter ist eine professionelle Jazzsängerin und Gesangslehrerin. Trotzdem: In der Hausbesetzerszene Zürichs war Evelinn als Sängerin in lauten Industrial-Rock-Bands unterwegs, mit fatalen Folgen für ihre Stimme, die nach einem Jahrzehnt intensiven musikalischen Outputs ( 5 Alben und 3 EPs) zerstört und auf ein Flüstern reduziert war. Es dauerte insgesamt zwei Jahre, um die Stimme mit Achtsamkeit und der richtigen Technik und wieder aufzubauen. Dies war aber nicht der einzige Trouble, in den sie sich hineinmanövrierte. Am nach einem Konzert am 8. Juli 2012 sprang Evelinn im Bahnhof Zürich auf das Dach eines einfahrenden Zuges und geriet in einen 10.000 Volt Lichtbogen, der sich zwischen ihrem Körper und der Fahrleitung bildete. Die Verbrennungen hat sie heute gut überstanden. Evelinn lebte und arbeitete in London , dann in Berlin, wobei jede dieser Städte einen deutlichen Einfluss auf ihre Arbeit hatte. Sie ist derzeit wieder in Zürich zu Hause.

Foto: Kat Huber

Just Wanna Vibe“ ist die dritte Single des kommenden Albums „Longing Fever“ von Evelinn Trouble. Der Song mit seinen kleinen fliegenden Synth-Noten, wackeligen Percussions und einer schimmernden Hook nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Das Intro wird bald von einem verzerrten Shuffle-Beat zerquetscht, während die Lyrics ein Szenario mit zwei Liebende erstellen, die in einem Katz-und-Maus-Spiel gefangen sind. „Ich will deine Eltern nicht kennenlernen, ich will nicht wissen, was für ein Sternbild du bist, ich will nur Vibe“ – singt Evelinn schelmisch.


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Love Good Fail -The Weekend

House aus Wien

Das Duo Love Good Fail aus Wien konzentrieren sich beim Track „The Weekend “ auf das Wesentliche, Stimme, Beat und Bass, und erinnert damit an die goldenen Zeiten des Chicago House der 80er und 90er. Jedoch überrascht anstatt der seinerzeit üblichen Soulröhre eine unerwartet fragile Stimme. Im Kontrast zu treibenden Bass und Beats klingt dies ungewohnt intim. Sanft legt sich die zarte Stimme über manchmal trockenere, manchmal verspieltere, analoge Beats und trägt den Gesang ganz nah ans Ohr. Ganz bewusst spielen Love Good Fail dabei mit einem Spannungsverhältnis zwischen Coolness und Kitsch.

Foto oben: Florian Beiskammer

Weitere Electronic-Tracks wie diesen findest du in der Playlist „Auf die Ohren – Bassline“ .

SOFIA KOURTESIS -LA PERLA (TOURIST REMIX)

Neues aus dem Hause Ninja Tunes

Heute veröffentlicht die in Berlin lebende peruanische Künstlerin Sofia Kourtesis einen Tourist-Remix ihres absolut ansteckenden Songs, La Perla.

Über den Remix sagte Sofia: „Ich liebe Tourist! Seine Musik hat so viele Reisen für mich untermalt. Als ich über Remixe für ‚La Perla‘ nachdachte, stand er ganz oben auf meiner Liste. Wie jeder gute Remix hat Will den Song komplett auf den Kopf gestellt und etwas Einzigartiges und sehr Schönes geschaffen.“.

„‚La Perla‘ ist einer meiner Lieblingssongs des letzten Jahres und Sofia ist derzeit eine meiner Lieblingskünstlerinnen – es war also eine große Ehre, ihre Musik zu remixen.“, kommentiert Tourist.

(Alle Fotos: Christopher Bouchard)

Die Ursprungsversion von „La Perla“  stammt aus der EP Fresia Magdalena, die die Sofia Kourtesis im März dieses Jahres veröffentlicht hat.

Weitere Electronic-Tracks wie diesen findest du in der Playlist „Auf die Ohren – Bassline“ .

Allison Ponthier – Faking My Own Death (Single + Video + EP)

Allison Ponthier rechnet auf ihrer Debüt-EP mit ihren Ängsten und ihrer konservativen Heimat ab

​​„Ich möchte nur im Voraus sagen, dass es mir leid tut
Zähle auf mich wie ein Uhrwerk
Es wird nicht funktionieren
as einzige Versprechen, das ich geben kann“


So beginnen die ersten Zeilen des neuen Songs der 25-jährigen Singer/Songwriterin Allison Ponthier. Das ist keine zuversichtliche Aussage, wenn es darum geht, seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Der Song ist das Titelstück von Allisons Debüt-EP „Faking My Own Death“. „Faking My Own Death“ ist ein einnehmenderder Track voller winziger Wendungen, die Allisons kristallklare Stimme ins Rampenlicht rücken. Die Begleitinstrumente scheinen nur dafür da zu sein, das Storytelling hervorzuheben. Eine Geschichte, die makaber witzig von Selbstzweifeln erzählt. Wie alle ihre Singles wird „Faking My Own Death“ von einem extravaganten Video begleitet. 

So auch beim Song „Harshest Critic“. Welche Emotionen begleiten eine Künstlerin, die zum ersten Mal die Bühne betreten wird? Subtil verstärkt durch die Backing-Vocals, gesteht sie die lähmende Angst ein, die die aufkeimende Karriere begleitet. „Was wäre, wenn all meine Ängste zur Schau gestellt würden?“, fragt sich Allison, bevor sie später zugibt: „Ich habe Angst / Vor der Art und Weise, wie ich durch die Augen von Fremden erscheine“. Ebenso behandelt die vorangegangene Single  In deHell Is A Crowded Roomdas Thema Angst und Sozialphobie, vor allem, „wenn diese sich auch körperlich bemerkbar macht“, so Allison Ponthier selbst über den Song. „Ich habe mich selbst immer gefragt, warum eine schüchterne Person wie ich, sich für das Künstlerdasein entschieden hat, wo man ständig damit konfrontiert wird, vor Menschen aufzutreten und ich glaube, „Hell Is A Crowded Room“ ist die Antwort darauf. Durch die Pandemie hat sich die Situation noch verschärft, aber es ist ein Song für alle, die sich in größeren Menschenansammlungen unwohl fühlen und alles daran setzen, mit der Situation umzugehen.“

Flucht nach New York

Allison Ponthier ist im ultra-konservativen Texas aufgewachsen . Sie träumte schon immer davon, in New York City zu leben. Im Bible-Belt war jeder Radiosender entweder christlich, Country oder beides. Ponthier war noch nicht in der Lage oder bereit, ihre queere Identität anzunehmen, und dachte, jedes Problem in ihrem Leben würde sich auf magische Weise von selbst lösen, sobald sie in Bushwick landete, dem Stadtteil Brooklyns, den sie seit ihrem 20. Lebensjahr ihr Zuhause nennt. Der Song “Cowboy” handelt von ihrem anders sein und ihrem Coming Out.

Track Listing – “Faking My Own Death”

  1. Cowboy
  2. Paid For
  3. Harshest Critic
  4. Hell Is A Crowded Room
  5. Faking My Own Death
  6. Tornado Country

„Faking My Own Death“ bei Spotify

LITTLE DRAGON VERÖFFENTLICHEN STARGESPICKTE REMIX-EP ZUM ALBUM „NEW ME, SAME US“ U.A. MIT LIL SILVA, ANDRÉS, MIDLAND UND OCTO OCTA!

Neues bei Ninja Tunes

Little Dragons „New Me, Same Us Remix EP“ schöpft aus ihrem aktuellen Album, „New Me, Same Us“ und enthält brandneue Remixe einer hochkarätigen Riege von Produzent*innen, die sich wirklich sehen lassen kann – mit dabei sind Octo OctaEla MinusMidlandAndrésLil SilvaGeorgia Anne MuldrowPotéFKJ und Little Dragon selbst, die ihren „Vocal Celebration Mix“ ihrer jüngsten Zusammenarbeit mit Moses Sumney„The Other Lover“, abliefern.

„Die Zeit vergeht wie im Flug und plötzlich sind wir tief im Sommerwahnsinn mit langen Tagen, die nie enden wollen. Ich kann nicht glauben, dass es schon über ein Jahr her ist, dass wir ‚New Me, Same Us‘ veröffentlicht haben. Wir hatten nie die Chance, unsere Songs für euch alle zu spielen und das hat uns mit einem seltsamen Gefühl von Melancholie zurückgelassen. Zum Glück gibt es eine Menge wundervoller kreativer Seelen da draußen, die uns aufmuntern. Am 6. August 2021 werden wir eine EP mit einigen unserer Lieblingskünstler*innen veröffentlichen, die unsere Songs geremixt haben. Wir waren davon sogar so begeistert, dass wir nicht anders konnten, als selbst einen Remix zu machen!“, erklären Little Dragon.

Tracklist
01. Hold On (Ela Minus Remix) 
02. Rush (Lil Silva Remix)
03. Another Lover (Octo Octa’s River Flow Mix)
04. Hold On (Georgia Anne Muldrow Remix) 
05. Rush (Midland Remix)
06. Hold On (Andrés Remix)
07. The Other Lover (Little Dragon & Moses Sumney) (Little Dragon Vocal Celebration Mix)
08. Water (FKJ Remix)
09. Hold On (Poté Remix)

(Foto: Mous Lamrabat)

Jetzt „New Me, Same Us Remix EP“ von Little Dragon hören!