Vagabon feat. Courtney Barnett- Reason to Believe

Lætitia Tamko alias Vagabon ist uns schon mit ihre ersten selbstbetitelten Album und ihrem Hit „Water Me Down“ wegen ihrer hervorragenden Stimme aufgefallen. Die aus Kamerun stammende und in New York City lebende Musikerin lässt sich auf kein Genre festlegen und hat auch keine Angst vor Americana und Folk-Songs ihrer Wahlheimat. Für die Coverversion des Folksongsongs „Reason to Believe“ von Karen Dalton aus dem Jahr 1966 (ursprünglich von Tim Hardin), hat sie sich mit der australischen Sängerin und Gitarristin Courtney Barnett zusammen getan.

„Ich habe kürzlich zum ersten Mal die Karen Dalton-Version von ‚Reason to Believe‘ entdeckt“, sagte Lætitia in einer bei Pitchfork bekannt gegebenen Pressemitteilung. „Ich war besessen und einige Tage danach nahm ich ein Cover davon in meiner Garage auf. Die Entscheidung, Courtney mit mir singen zu lassen, kam, nachdem wir es am Valentinstag 2020, einen Monat vor dem Lockdown, live im Palace Theatre in Los Angeles aufgeführt hatten. Courtney kam kurz nach der Show vorbei und wir nahmen ihre Parts auf.“ Courtney Barnett fügte hinzu: „Ich bin ein großer Fan von Vagabon und Karen Dalton, also war dies ein Traum. Sie haben beide eine Stimme, die mich absolut aus dem Konzept bringt. Ich bewundere Lætitia wirklich und bin ständig von ihrem Songwriting, ihrer Produktion und unseren sporadischen FaceTime-Chats inspiriert.“

Und hier zum Vergleich die Karen Dalton-Version.

Kings of Leon -Doppelsingle The Bandit/100.000 People

Ich glaube, jeder erinnert sich gern an „Sex On Fire“ von den Kings of Leon. Nach langer Zeit melden sich die drei Followill-Brüdern – Caleb (Gitarre), Nathan (Schlagzeug) und Jared (Bass) – und ihr Cousin Matthew Followill (Gitarre) zurück. Mehr als vier Jahre ist es her, dass das Quartett aus Tennessee das letzte Studio Album „Walls“ veröffentlicht hat. Nun kommt es mit gleich zwei Songs aufs Parkett. „The Bandit„, ziemlich flott, und das melodische „100.000 People“ sind die ersten Singles von Kings of Leons nächstem Album „When You See Yourself“., welches fur den 5. März angeküdigt ist.

Bärensprung – Was dir fehlt

“Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!”, singt Pippi Langstrumpf. Die Idee von Astrid Lindgren, Kindern eine phantasievolle starke Persönlichkeit als Identifikationsfigur anzubieten, ist ohne Frage pädagogisch wertvoll. Als Erwachsener seine eigene alternative Wahrheit zu stricken, ist mindestens ambivalent. Denke ich an meine Frau, meine ich, sie sei die schönste der Welt. Dieses einem Realitätscheck zu unterziehen, ist in unserem Fall ebenso unangebracht, wie unnötig. Der Beweis dafür ist, dass unsere Beziehung schon so lange besteht. Bei toxischen Paarbindungen hingegen, ist so eine romantische Überhöhung geradezu gefährlich. 

Ein Gesamtkunstwerk

In dieses gedankliche  Spannungsfeld gerät man unweigerlich, wenn man sich  den Song “Was dir fehlt” von Bärensprung bewusst anhört. Der elektronische Sound gibt Raum, über die Lyrik nachzudenken. Wie immer bei Bärensprung bilden Musik und visuelle Umsetzung  ein  Gesamtkunstwerk. Hervorzuheben ist die Schauspielkunst der Theaterschauspielerin Alexa Golfinger, die hier einen maskierten Mann umschwärmt. Wie gut das Gesicht des Mannes nach der Demaskierung aussehen muss, erkennt man nur an ihrem Gesichtsausdruck. Klasse gemacht.

Accustic Tunes präsentieren Karo Lynn mit „Rise“

KARO LYNN hat eine ganz besondere und eigene Stimmfarbe, die aus der Masse heraussticht. Ihr tiefer, rauchiger Alt hat einen hohen Wiedererkennungswert. Für die Reihe Acoustics Tunes hat sie den Song “Rise” aus ihrem letztjährigen empfehlenswerten  Album “Outgrow” in einem akustisch minimalistischen Gewand neu eingespielt. Hört sich hervorragend an.

RⱯHM – semiautomatical

Der erste Review des Jahres 2021 gehört dem in Indiana lebende Sänger, Songwriter und Produzent Rahm Silverglade alias RⱯHM. Genau am Neujahrstag veröffentlicht er seinen Track „semiautomatical“. Es ist überhaupt erst seine 3. Single.

Heisenbergsche Unschärferelation

Pumpende Beats und elektronische Impulse haben eine hypnotische Wirkung . Dazu kommt der Gesang oder besser die verschiedenen Stimmen , die sich nicht mehr auf einen Ort festlegen lassen und das ganze Hirn durchfluten. RⱯHMs Absicht: „diese ganze sache wo ich sehr ruhig singe und mich selbst 5 mal über mich drüber lege bis ich dieses omnipräsente flüstern aus penetranter flüstriger omnipräsenz werde. ich liebe einen einfachen vocaltake, aber ich liebe auch diese überallheit. vielleicht weil ich meine eigenen gedanken auch nicht an einem einzigen ort des stereospektrums höre. die stimme meiner gedanken ist irgendwo und ich kann sie deutlich hören, aber ich würde nicht sagen, sie ist in der mitte. versteht ihr, was ich meine? irgendwie überall.“

Aus Sicht der Quantenmechanik ist das völlig normal. Ebensowenig wie es nicht möglich ist, die Dauer und die Frequenz einer Schallwelle gleichzeitig exakt zu bestimmen, ist es unmöglich gleichzeitig Ort und Impuls von Gedanken zu betrachten. Sie sind also überall und nirgends. Denk mal daüber nach. Auf die Ohren Wüscht ein glückliches neues Jahr.

Alice Phoebe Lou – Dusk

Alice Phoebe Lou wurde in Südafrika geboren (Foto: Andrea Rojas).  Sie entschied sich schon in jungen Jahren  als Straßenmusikern durch Europa zu ziehen. Auch heute noch gibt sie Straßenkonzerte vor der UBahn Station Warschauer Straße in Berlin, obwohl sie nach den von der Kritik gefeierten Alben „ORBIT“ und besonders Paper Castles“ einen Status erreicht hat, der sie weltweit Konzertsäle hat füllen lassen. So spielte sie über 100 Shows auf vier Kontinenten und  baute dabei eine enorme, treue Fangemeinde auf, wozu ich mich auch zähle.

Anfang dieses Jahres veröffentlichte Alice zwei die Singles Witches“  und  „Touch“ , die sie auf einer 1-Zoll-Bandmaschine  analog aufnahm, mischte und masterte. Nun ist mit „Dusk“ der erste Vorgeschmack auf die kommende dritte Platte „Glow“ erschienen, das am 19. März 2021 veröffentlicht werden soll.

„Dusk“ ist inspiriert von der tiefen menschlichen Verbindung, die sich  Freundschaft nennt. Alice erklärt dazu: „Dusk ist eine Ode an die Freundschaft und das Gefühl der tiefsten Empfindung von Intimität und Fürsorge für eine andere Person. Die Art von Freundschaft, die nicht wettbewerbsfähig ist und auf gegenseitigem Respekt und Bewunderung beruht. Voller Abenteuer und Möglichkeiten.”

Poststelle 308 – Feiertag (Krautsalat)

So, einen Tag vor Heiligabend hat es doch noch ein “Weihnachtslied” in die Playlist geschafft. Der Song Feiertag (Krautsalat) der Berliner Band Poststelle 308 hat es verdient, denn er trifft die an Weihnachten in vielen deutschen Haushalten üblicherweise herrschende Gefühlslage zu genau. Das traute Beisammensein der Familien unter dem Tannenbaum ist oft pure Illusion und funktioniert perfekt nur in der Fernsehwerbung. Es ist nämlich überhaupt nicht einfach, seine Lieben mit Geschenken zu bedenken und ein Festmahl auf die Tafel zu zaubern, wenn man Hartz IV bezieht. Drei Tage lang, eine glückliche Familie zu spielen, ist verdammt schwer, wenn sich die Eltern schon seit Jahren hassen. Im Grunde können wir Corona dankbar sein, dass Verwandtenbesuche Weihnachten 2020 ausfallen.

Mit all diesen Wahrheiten konfrontieren uns Konrad, Julian, Phil und Phil und lassen dazu Wah Wah-Gitarren  und Wurlitzer-Orgel ertönen, als wäre der Song eine Schwester von Bob Dylans “Knockin‘ On Heaven’s Door”.

The Crooked veröffentlicht ein Video ihres Covers von Billy Talents „Fallen Leaves“

The Crooked ist  eine alternative Rockgruppe mit Sitz in Toronto, der größten Stadt der kanadischen Provinz Ontario.  Seit 2017 haben sie zwei EPs, „First Place Silver“ und „The Shoebox Sessions„, veröffentlicht und sind im In- und Ausland getourt. Auf ihren Konzerten haben sie gerne Songs anderer alternativer Rockbands  zum Besten zum gegeben. Die in deutsch gesungene Coverversion von Grauzones NDW-Hit “Eisbär” wurde bereits hier vorgstellt. Für 2020 hatten The Crooked eine große Europa-Tournee geplant. Daraus wurde aus den bekannten Gründen nichts.  Sie haben daraufhin beschlossen, die gewonnene Zeit zu nutzen, um eine spezielle Serie unter  dem Titel  Lockdown-Covers zu veröffentlichen. Als erstes haben sie sich den Songs „Bulls On Parade“ von Rage Against The Machine vorgenommen, als Protest gegen Gewalt, Polizeibrutalität und fette Militärbudgets.

Jetzt heißt es Happy Lockdown #2 . The Crooked präsentieren den zweiten Teil ihrer Cover-Serie, nämlich  eine Abwandlung des Pop-Punk-Hits “Fallen Leaves” von Billy Talent. Ob Zufall oder Absicht, die Band Billy Talent kommt ebenfalls aus Ontario. Da die Produktion während der Pandemie 2020 stattfand, nahmen The Crooked ihre Parts einzeln in Kanada, Deutschland und den Niederlanden auf. Deshalb sieht das Video ein bisschen wie eine Zoom-Session aus. Schaut selbst.

Erstes Album soll 2021 erscheinen

Dem Vernehmen nach sind noch mehr Cover z. B. auch eines von Stevie Wonder geplant. Außerdem arbeitet The Crooked an einen Album, das nächstes Jahr kommen soll.

Bonnie Parker – Volle Kraft voraus

Bonnie Parker (Foto: Thommy Mardo) heißt die aufstrebende, junge Künstlerin, die sich vorgenommen hat, ihre eigene Farbe in die Deutschpop Szene zu bringen. „Die heutige Zeit ist geprägt von Autotune und Photoshop, Menschen streben einem unwirklichen Idealbild hinterher und vergessen dabei völlig, wer sie wirklich sind. Das ist ein Trend, der sich ungesund auf uns und nachkommende Generationen auswirkt und gegen den ich ankämpfen möchte“, antwortet die bodenständige Mannheimerin auf die Frage nach ihrer Motivation.

Besinnung auf den rockigen Deutschpop der frühen 2000er Jahre

Bonnie Parker setzt auf ihre Natürlichkeit und ihre unverfälschte Stimme. Ihre Debüt- Single “ Volle Kraft voraus“ vermittelt mit Mut machenden Lyrics ein positives Lebensgefühlt und ermöglicht eine kleine Flucht aus dem Alltag. Musikalisch geht es mit krachenden Gitarrren ebenso optimistisch zur Sache. Den Fans von rockigem Deutschrock à la „Juli“ oder „Wir sind Helden“ wird es gefallen.

Die Akustik Version von „Volle Kraft voraus“ konnte auf Youtube innerhalb von 2 Monaten und ohne große Promo fast 650 Klicks erreicht und somit auf dem YouTube-Kanal Pinestatesessions die Höchstmarke setzen.

Studioversion

Aktuell arbeitet Bonnie an weiteren Veröffentlichungen für kommendes Jahr. Wir sind gespannt, was da noch kommen wird.