Rikas – Fanny Pack Party

Foto: Lisa Nguyen

Die Wiederauferstehung der  Boyband

Rikas sind vier Jungs aus Stuttgart. Zusammengefunden haben sie sich als Schülerband und ihr Handwerk als Straßenmusiker auf Wanderschaft kreuz in quer durch Europa verfeinert. Schon  am 09.08. 2019 veröffentlichte die junge Band die erste Single daraus, Fanny Pack Party. Dazu gibt es ein geiles Video. Beeindruckend sind die Klamotten und Frisuren aus den Siebzigern.

Entertainment wird bei Rikas groß geschrieben. Sombreros? Matrosenkostüme? Boyband-Choreografien? Klar doch! Die vier sind offen für alles, was Spaß macht. Und sie wissen, wie schmal der Grat zwischen Coolness und Lächerlichkeit ist. Aber genau darum geht es: um den Tanz auf Messers Schneide, so formvollendet und stilvoll wie möglich, am besten mit Salto und Pirouette. 

Die Wiederauferstehung der  Boyband

Derart lässigen Soul-Pop hat man aus Deutschland lange nicht gehört. Das Schwierige leicht klingen lassen. Die Songs von Rikas machen einen Abend ohne Plan, einen Film ohne Plot im Handumdrehen zu etwas Unvergesslichem. Melodien wie Stevie Wonder, der Pop-Drive von Phoenix, die Selbstironie eines Jarvis Cocker. Man freut. sich auf ein Album. 
Und tatsächlich, das Quarett kündigt für den 11. Oktober 2019 sein Debütalbum „Showtime“ via Sony Music an. Außerdem kann man sich auf Live Shows freuen. Die Booker vom Gleis 22 in Münster haben schon immer einen guten Geschmack bewiesen ( Dienstag, 03. 12.)

Rikas – Swabian Samba Tour 2019

12.11.2019 Erlangen, E-Werk

13.11.2019 Frankfurt am Main, Das Bett

15.11.2019 Saarbrücken, Studio 30

21.11.2019 München, Strom

22.11.2019 AT-Wien, Rhiz

23.11.2019 AT-Linz, Stadtwerkstatt

27.11.2019 Tübingen, Sudhaus

28.11.2019 Köln, Artheater

29.11.2019 Hannover, Béi Chéz Heinz

30.11.2019 Kassel, Schlachthof

03.12.2019 Münster, Gleis 22

04.12.2019 Bielefeld, Movie

05.12.2019 Bremen, Lagerhaus

06.12.2019 Hamburg, Molotow

07.12.2019 Flensburg, Volksbad

10.12.2019 Leipzig, Moritzbastei

11.12.2019 Dresden, Altes Wettbüro

12.12.2019 Berlin, Badehaus

13.12.2019 Würzburg, Jugendkulturhaus Cairo

14.12.2019 Stuttgart, Im Wizemann

Alex The Astronaut – I Like To Dance

Alexandra Lynn (* 1995), die als Alex the Astronaut auftritt, ist eine australische Singer-Songwriterin und Gitarristin. Sie hat sich den Namen nicht von ungefähr gegeben, denn sie ist intelligent und sportlich fit. Lynn absolvierte das Pymble Ladies ‚College in Sydney, bevor sie Mathematik und Physik an der Long Island University in New York studierte, einschließlich einer Arbeit über Sonolumineszenz. Gleichzeitig spielte sie für die LIU Post Pioneers Fußball. Das sind eigentlich gute Voraussetzungen, um sich bei der NASA als Astronautin zu bewerben.

In  ihrer am 07.08. erschienenen Single „I Like To Dance“ widmet sich einem ebenso sensiblen wie bedeutsamen Thema: Der häuslichen Gewalt. Alex singt immer sehr deutlich sodass man auch als nicht nativ Englishspeaker ihre Texte gut verstehen kann. Zudem wurde zum Lied ein Lyric-Video erstellt, so dass man den Text  auch auf diese Weise gut nachverfolgen kann.

Aus der Sicht einer Betroffenen wird geschildert, wie eine liebevolle Beziehung zunehmend von Gewalttätigkeiten des Mannes überschattet wird, welche Konsequenzen diese Entwicklung für beide Partner besitzt – und wieso die Bindung dennoch bestehen bleibt und nicht einfach aufgelöst werden kann.

„‚I Like to Dance‘ ist nicht meine Geschichte, aber eine, bei der ich das Gefühl hatte, dass es wichtig wäre, sie zu erzählen„, erläutert Alex The Astronaut ihre Motivation hinter diesem Song. Die Musikerin ist hiervon glücklicherweise nicht persönlich betroffen, jedoch trotzdem davon sehr berührt – von den zahllosen, oft anonymen Schicksalen, die den realen Hintergrund für die fiktive Geschichte bilden, die in „I Like To Dance“ geschildert wird. Zu dem Lied wurde ein Lyric-Video erstellt, das es hier zu sehen gibt:

Magic Pie – P&C

Es gibt ihn noch – Prog-Rock. Fans von Deep Purple oder Yes schauen respektive hören nach Norwegen zu der dort beheimateten Band Magic Pie

Magic Pie ist ein bekannter Name für Progfans auf der ganzen Welt, deren Mischung aus klassischem Prog und Hardrock der 70er Jahre von Bands wie Dream Theatre, Genesis, Pink Floyd, Kansas, Deep Purple, Yes usw. inspiriert. Angeführt von Sänger und Gitarrist Kim Stenberg, ist die Band bekannt für ihren epischen, energiegeladenen, melodischen und

manchmal schweren Prog-Rock mit großartigen Vokalharmonien und großartiger Musikalität. 

Fragments of the  5th Element ist  das lang erwartete fünfte Album von Magic Pie. Auf dieser Platte haben sie versucht, sich von der sterilen Perfektion fernzuhalten und sich für einen unpolierteren rauen Sound entschieden.

Das Album Fragments of the  5th Element wird am 30. August via Mariana Records veröffentlicht. Als Teaser erscheint schon heute Der Track P&C.

Aufstellung: 

Kim Stenberg-Guitars, Vocals 

Lars Petter Holstad-Bass, Vocals 

Erikur Hauksson-Lead-Vocals 

Jan Torkild Johannessen-Drums Erik Hanssen-Vocals 

Erling Henanger-Keyboard

half•alive veröffentlichen heute ihr Debütalbum „now, not yet“

Cover

Sänger Josh Taylor, Schlagzeuger Brett Kramer und Bassist J Tyler Johnson sind zusammen half•alive. Das Trio aus Long Beach, Kalifornien veröffentlicht am 09. August 2019 sein Debütalbum „now, not yet“. Die Band hatte bereits vor einiger Zeit mit der hittigen Single „still feel“eine Marke gesetzt. Sie brachte half•alive den ersten Durchbruch. Das smarte Musikvideo hat etwa 22 Millionen Klicks. Der Song allein wurde über 25 Millionen mal gestreamt. „still feel“ bescherte der Gruppe außerdem einen TV-Auftritt bei Jimmy Kimmel. 

Das Album now, not yet ist genau so hitlastig, wie die bisherigen Auskopplungen Arrow, stillfeel, Runaway und ok ok versprechen. half•alive vermengen  auf ihrem zwölf Titel umfassenden Longplayer äußerst gekonnt R&B, Funk, Pop, Rock, Soul und Disco in einer sehr frischen Art und Weise. Aufgeboten werden Uh-Ah Chöre (ok ok), funkige Rhythmen (still feel, Runaway, Arow), R&B wie aus den Achtzigern (Icecold) oder man denkt an No Digiti (Rest). Man findet aber auch Indie- Pop mit fliegenden Synthi- Klängen. Pure Gold, Breakfast und Creatures gehören dazu und zählen für mich, neben dem Überflieger still feel zu den stärksten Tracks.

 VÖ: 09.08.2019 

Label/Vertrieb: RCA Records/Sony 

Clairo – Sofia

Die junge Künstlerin Claire Cotrell,die sich Clairo nennt, wenn es auf dem Bühne geht, hat im Jahr 2017 große virale Erfolge mit dem Song Pretty Girl gefeiert. Ähnlich wie bei Billie Eilish handelt es sich um eine die die DIY-Produktion, gerne auch als Bedroom Produktion bezeichnet. Anders als Billie Eilish konzentriert sich Clairo jedoch auf Songwriting und hat sich für die Produktion ihres Albums Infinity professionelle Hilfe von Rostam (Vampires Weeknd) geholt. Zudem gibt es einen Querverweis zu Danielle Haim, die an den Drums ausgeholfen und wohl auch sonst mit Tipps zur Seite stand.

Der Song Sofia ist sehr tanzbar. Der Rhythmus erinnert an Robbyns Dancing On My Own. Mit den Textzeilen:

„I think we could do it if we tried

If only to say, you’re mine

Sofia, know that you and I

Shouldn’t feel like a crime“ 

fordert Clairo ihr Recht ein, ihre sexuelle Orientierung nicht zu verurteilen.

Haim – Summer Girl

Die drei Schwestern von Haim haben (endlich) einen neuen Song veröffentlicht. Zwar verspricht der Titel Summer Girl gute Laune zur sonnigen Jahreszeit, am Ende des Videos sieht man auch Bikini-Tops. Tatsächlich wurde das Lied aber von einem ernsten Thema inspiriert. Danielles Freund ( und Produzent des Albums “Album Something to Tell You”) Ariel Rechtshaid erkrankte an Hodenkrebs. Danielle kam die Aufgabe zu, stark zu sein und Hoffnung zugeben. „Wann immer ich zwischen den Shows nach Hause kam, wollte ich sein Sonnenschein sein – sein Sommer, als er sich dunkel fühlte.“ 

Der Song ist stark von Lou Reeds „Walk on the Wild Side“ inspiriert und bietet eine jazzigere Palette als Haims gewöhnlicher Gitarren-Forward-Funk-Pop. 

Elbow veröffentlichen eine siebenminütige neue Single mit dem Titel “Dexter & Sinister”

Der Titel stammt aus der Heraldik (Wappenkunde), in der Dexter (rechts) und Sinister (links) die beiden Seiten eines Wappenschilds darstellen. Es ist ein Symbol für die Zerissenheit der britischen Gesellschaft in der Auseinandersetzung um den Brexit.

Auseinandersetzung mit dem Brexit

Sänger Guy Garvey erklärt, der Song handele von der großen Verwirrung bei seinen Gefühlen beim Brexit, dem Verlust von Familie und Freunden und dem allgemeinen Gefühl der Unzufriedenheit, das man im Moment überall sieht.

Dexter & Sinister wurde in den Clouds Hill Studios in Hamburg aufgenommen, einem Gebäude voller alter, wunderschön erhaltener analoger Geräte, die die Band dazu ermutigte, im Raum zu experimentieren und live zu spielen. Beim Gesang unterstützte Jesca Hoop, einer langjährigen Freundin der Band. Mich erinnern die Stimme von Guy Garvey und die Art, wie der Song aufgebaut ist, stark an Peter Gabriel.

Lucy Kruger – Digging A Hole

Bildrechte: Unique Records

Lucy Kruger ist eine Singer / Songwriterin aus Kapstadt, Südafrika, die heute in Berlin lebt. Ihre Musik konzentriert sich auf die Essenz der Songs,  psychedelischer Folk, intim und sphärisch, etwas dunkel.. Lucy wird am 27. September ihr zweites Album „Sleeping Tapes for Some Girls“ bei Unique Records veröffentlichen.

Digging A Hole ist die neueste Single daraus und verkörpert die intime und sanfte Natur der Platte. (Bildrechte: Unique Records)

Es geht um ambivalente Gefühle. Der Song entstand , kurz nachdem Lucy Mitte 2018 von Südafrika nach Berlin gezogen war. Die Stadt, die noch fremd ist, wird gleichzeitig zur neuen Heimat. Song beschreibt einen Versuch, sich zu öffnen, gefolgt von einem unvermeidlichen Rückzug. Ein gestrichenes Cello und ein schwankendes Tempo bilden eine langsam treibende, manchmal sinkende Traumlandschaft. Das Video wurde von Lucy Kruger und dem südafrikanischen unabhängigen Filmemacher  Hankyeol Lee produziert.

Lucy Kruger & The Lost Boys werden anlässlich der Veröffentlichung des Albums einige Launch Shows in Deutschland spielen:

25.9 – Djäzz (Duisburg)

26.9 – Kassette (Düsseldorf)

28.9 – Raum 1 (Hamburg)

29.9 – Noch Besser Leben (Leipzig)

01.10 – Roter Salon (Berlin)

Kenneth Minor – Hidden Berries feat. Hannah Paularsen

Kenneth Minor ist kein einzelner Künstler, sondern ein Bandprojekt, das der Sänger und Gitarrist Bird Christiani zusammen mit seinen Mitstreitern Athena Isabella (Vocals), Andreas Lüttke (Bass) und Florian Helleken (Drums) betreibt. Ihr selbst entwickeltes Genre nennen sie”Freak FolK”. Im Song Hidden Berries, der zweiten Single aus dem neuen Album On My Own, das am 20. September 2019 bei Unique Records erschien, nehmen sie sich eines dringlichen Themas an.

Der preisgekrönte Dokumentarfilm der französischen Schauspielerin Mélanie Laurent „TOMORROW- die Welt ist voller Lösungen“ inspirierte Hauptdarsteller Bird Christiani, die Texte für Hidden Berries zu schreiben. Der Film zeigt verschiedene Projekte und Initiativen weltweit mit alternativen ökologischen, ökonomischen und demokratischen Ideen sowie Lösungen und löst eine unglaubliche Hoffnung und ein angenehmes Gemeinschaftsgefühl aus. Schau dir den Trailer an.

Trotz des des ernsten Themas,dass der Ernst der Klimakrise in der öffentlichen Präsentation bewusst geleugnet oder verharmlost oder beschönigt wird,  ist die Musik locker und humorvoll und gibt damit Hoffnung.

Das Lied wurde mit drei gleich lauten Stimmen aufgenommen (Hannah Paularsen, Athena Isabella, Bird Christiani), Florian Helleken am Schlagzeug, Bird Christiani an der Gitarre, Andreas Lüttke am Bass und Maximilian Schneider (Okta Logue, Fooks Nihil) als weiterer Gast am Klavier. Das Video wurde innerhalb eines Tages von Mike Krebs auf Mallorca gedreht.

LIE NING – Tonight

Geht es euch auch so? Manchmal hört man einen Song und fühlt sich sofort angesprochen, im tiefen Inneren berührt. Man will mehr über den Künstler erfahren. So ging es mir, als ich dieser Tage Tonight von LIE NING zum ersten mal gehört habe, Gedämpftes Klavierhämmern, schimmernde Elektronikelemente und wechselder Rhythmus erzeugen Vertrautheit und doch Neugierde. Und dann diese samtige Stimme, die so reif und erfahren klingt. Ein Song über Zweisamkeit und Intimität, mit ganz viel Seele  dargebracht.

Wer ist also LIE NING, von dem man bisher noch nichts gehört hat? Zunächst ist man angesichts der reifen Stimme überrascht, dass er noch so jung ist, 22 Jahre alt. In seiner Biografie ist nachzulesen, dass er Mitte der Neunziger Jahre im damals noch künstlerisch chaotischen Prenzlauer Berg in einer kreativen Welt aufwuchs. Das Hausprojekt, in dem er zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter lebte, ist Heimat für eine Reihe ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten mit den verschiedensten Hintergründen. In diesem Umfeld verschmelzen alle Formen der Kunst zu einem kollektiven Ausdruck. LIE NING interessiert sich für Tanz, Mode und Malerei – die visuellen Ausdrucksformen prägen sein Wirken bis heute. Was ihn jedoch noch mehr vereinnahmt ist die Musik. Schon in früher Kindheit nahm ihn seine Mutter mit auf Konzerte, zeigte ihm eine Welt aus Melodie und Rhythmus, die ihn nie wieder loslassen sollte. Seine Stimme kristallisierte sich mehr und mehr als stärkstes Ausdrucksmittel heraus. Alles was er bildlich nicht darstellen kann, verpackt er in Lieder, die er schreibt. 

Für mich zeigt dies, dass Diversität Kreativität schafft. Ich gehe davon aus, dass man von dem jungen Talent noch einiges hören wird.