Anna Of The North – Leaning On Myself

Manchmal muss man selbst für sich sorgen und sich von Menschen trennen, die man zwar liebt, die einem aber nicht gut tun. Diese Erkenntnis liegt nach Anna Lotteruds eigener Aussage dem Song „Leaning On MyselF“ zugrunde.

Mit ihrem neuen Song und dem neuen Viedeo schließt die Norwegerin an ihre Debüt-LP aus dem Jahr 2017 an. Mir ist immer noch die Single „Oslo“ aus dem letzten Jahr im Ohr (wg Oslo -Marathon).

The Japanese House – Lilo

Auf diesen Act bin ich durch den empfehlenswerten Blog Bedroomdisco aufmerksam geworden. Danke dafür.

Es geht um die Band The Japanese House und ihren Kopf, die noch junge Amber Bain. Bedroomdisco schreiben:

„Doch während sich die mittlerweile 23-jährige Londonerin seit langem einer aufstrebenden Karriere erfreuen kann, entstand und thematisiert ihr am 1.3. via Caroline International erscheinendes Debüt  Good At Falling eher dunkle private Momente der Musikerin. So geht es schon in der ersten Single Lilo um den Zerfall ihrer Beziehung zur Musik-Kollegin Marika Hackmann, die auch im Video zu sehen ist. Bain beschreibt es so: ‚To me, her every movement – paired with her approach to life – seemed as serene as the image of a lilo floating across a swimming pool…I seem quite helpless in the lyrics. I could definitely tell that I was losing her. I knew, I just knew, that something was ending.‘

Doch aus dem Ende der Beziehung hat Bain zumindest ein kraftvolles Werk geschaffen, dass noch mal neuen Schwung in ihr Schaffen bringt  – wir sind gespannt auf dieses Debütalbum und sagen: Behaltet The Japanese House in 2019 unbedingt auf dem Radar!“

Dem schließe ich mich gerne an.

Maggie Rogers – Burning

Es ist schon 2 Jahre her (Oktober 2016), dass man auf Maggie Rogers durch den Song „Alaska“ aufmerksam wurde.  Pharrell Williams kürte das Stück bei einem Uni-Vortrag zum Prototypen eines zeitgemäßen Popsongs, seitdem ist Maggie Rogers auf dem Weg zum Star. Sie hat drei Millionen Streams pro Monat auf Spotify gesammelt, gut besuchte Live-Shows gespielt , Fernsehauftritte u. a. bei Jimmy Fallon und bei Saturday Night Live absolviert und einen Vertrag bei Universal.

Nunmehr ist ihr Debütalbum „Heard In A Past LIfe“ erschienen. Für die Aufnahme ist Universal auf Nummer Sicher gegangen und hat Greg Kurstin als Produzenten an die Regler gesetzt. Greg Kurstin ist derjenige, der u.a. das Erfolgsalbum „25“ von Adele produziert hat. Dementsprechend glatt ist dann auch (leider) im Großen und Ganzen die Produktion von „Heard In A Past LIfe“ ausgefallen. Hörenswert bleibt das Album dennoch wegen Maggie Rogers warmherziger, eigenwilliger Stimme und ihrem ausgeprägten Umgang mit Melodien, die durch Loop-Samples und unerwartete Beats weniger konventionell ausfallen. An „Alaska“ können aus meiner Sicht „Light On“ und eben Burning am besten anschließen.

Lieblingsstück : Haim -Right Now

Haim, das sind die den Schwestern Danielle, Alana und Este Haim. Man kann sie als Rock-Pop-Band bezeichnen oder in die Schubladen Synthie-Indie-Pop oder Alternative Country stecken. Wer, so wie ich, die Eagels mochte, der mag auch Haim. Bei der BBC-Prognose Sound of 2013 wurde ihnen zutreffend der Durchbruch für das folgende Jahr vorhergesagt. Am 30. September veröffentlichten sie  ihr erstes äußerst erfolgreiches Album „Days Are Gone“ mit dem Überhit „The Wire“ der auch etwas an
Heartache Tonight von den Eagels erinnert.

Mein Lieblingsstück stammt aus dem nicht minder erfolgreichen zweiten Album „Something To Tell You“ aus dem Jahr 2017. „Right Now„. Das Video dazu ist faszinierend, denn…

es zeigt Haim live im Studio bei der Aufnahme des Songs. Es wurde prominent von Regisseur Paul Thomas Anderson („The Master“, „There Will Be Blood“, „Magnolia“) gedreht. 

Twin Shadow – Broken Horses, Saturdays

Es ist nicht einfach, in der letzten Woche des Jahres noch etwas für die Rubrik neu & gut zu finden. Stattdessen hätte ich noch so viele Lieblingsstücke, über die ich noch berichten könnte, etwa von den musizierenden Schwestern Haim. Da trifft es sich gut, dass uns Twin Shadow mit seiner brandneuen EP „Broken Horses“ eine kleine Überraschung nach Weihnachten beschert. Schöner, an die 80’Jahre erinnernder Synth-Pop. Die Steeldrums erzeugen einen fröhlichen Rhythmus in dieser dunklen Jahres Zeit.

Twin Shadow (bürgerlich: George Lewis Jr., * 1983 in der Dominikanischen Republik) ist ein US-amerikanischer Synthie-Pop-Musiker.Das letzte Album von Twin Shadow (VÖ  27. April 2018) war Caer. Im Oktober kündigte Twin Shadow an, dass er eine Reihe von Tracks veröffentlichen werde,  die es nicht auf das Album geschafft haben. Den Anfang machte das auch hörenswerte „Hollow Days“ . Nun gibt es nur zwei Monate nach der Veröffentlichung von „Hollow Days“ mit der EP „Broken Horses“ einen weiteren Shadow-Release. 

Das Album Caer ist auch meine Verbindung zu Haim. Haim ist eine amerikanische Pop-Rock-Band bestehend aus den Schwestern Danielle, Alana und Este Haim. Wie Twin Shadow lieben auch Haim die Synthie-Pop-Hymnen der späten 1980er und frühen 90er Jahre. So kam es, dass er „Ready for You“ aus dem letztjährigen sehr erfolgreich Haim-Album „Something to Tell You“ für die Schwestern komponiert hat. Haim revanchierten sich, indem sie bei „Saturdays“, der Single aus dem Twin Shadow-Album „Caer“, mitwirkten und diese durch ihren Gesang in der letzten Strophe aufwerteten. Also Video ganz bis zum Ende ansehen oder bis zu Minute 2:37 „vorspulen“, wie wir in den 80′ gesagt haben.

Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln

Bereits am 11. Mai 2018 habe ich mir im Cafe Sputnik , dem kleineren Veranstaltungsraum der Sputnikhalle in Münster, ein Konzert von Michelle Zauners Band  Japanese Breakfast angehört. Sie hat auf ihrer Tour, die sie in Deutschland nach Hamburg, Berlin und eben Münster führte, ihr aktuelles Album SOFT SOUNDS FROM ANOTHER PLANET  vorgestellt. Nun gut, in Münster war derzeit der kath. Kirchentag mit vielen kostenlosen Musikveranstaltungen als Konkurrenz, mich hat dennoch verwundert, wie wenig das ohnehin kleine Sputnikcafe gefüllt war. Man muss mal vergleichen, wie viele begeisterte Fans Japanese Breakfast bei ihren Auftritt beim Pitchfork Music Festival 2018 in Chicago erreicht haben.

Ich war jedenfalls verliebt in den einfühlsamen Dreampop der quirligen Amerikanerin aus Philadelphia und ihren Mannen. Michelle Zauners Vater  ist Amerikaner, ihre Mutter stammt aus Korea. Damit steht sie in der Reihe der starken weiblichen Persönlichkeiten des Musikgeschäfts der letzten Zeit. Hier könnte ein neuer Trend entstehen, starke Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln.

Für steht in der Reihe zuerst  die  exzentrische schwedisch-japanischen Sängerin Yukimi Nagano der schwedischen Synthpopband Little Dragon. Unschwer erkennbar spielt der Bandname auf die fernöstliche Herkunft der Frontfrau an. Yukimi Nagano ist auch durch ihr Feature   bei den Gorillaz bekannt ( Empire Ants ) 

Hier eines meiner Lieblingsstücke.

(Wird fortgesetzt mit Mitsky, Milk, )

Ätna – Live im Gleis 22, Münster

Samstag, 27.10.2018

Die Bühne im  Gleis 22  wird dominiert von einer großen schwarzen Scheibe vor einem hellen Vorhang. Man fühlt sich an die schwarze Mondscheibe vor der Sonne bei einer totalen Sonnenfinsternis erinnert. Hinter dem Vorhang leuchtet ab und an das farbige Licht einer reduzierten Lichtshow auf. Ätna sind auf Promo-Tour zu ihrer neuen EP ÄTNA – EP im Gleis in Münster gelandet. Rechts und links im Halbdunkel sitzen, ganz in schwarz gekleidet, die beiden Akteure hinter ihren Instrumenten, Inez hinter ihrem schwarzen Keyboard und Demian hinter den Drums. Sie schauen nicht ins Publikum, sondern sind einander zugewandt. Dies schafft eine Intimität zwischen den beiden, welche der hypnotischen Musik zugute kommt. Der Wechsel zwischen ruhigen Keyboardmelodien mit minimalistischen Beats fesselt das Publikum vom den ersten Tönen an und saugt es förmlich in den Fluss der Melodien. Oft setzt das Keybord aus, um den Drums Raum zu schaffen und anders herum. Das Duo ist sehr gut aufeinander eingespielt. Wir sind halt eine Band, wird Inez später im Gespräch wie selbstverständlich feststellen und meint damit nicht nur ihren Drummer, sondern auch den Mann am Mischpult, der auch heute Abend für den richtigen Sound sorgt, und den Mann an den Lichtreglern. Prägend für das ganze musikalische Geschehen ist Inez markante Stimme, die sie, mal leise und dann wieder in kraftvollen Eruptionen, hin und wieder mit einem Effektgerät verändert, wie ein Musikinstrument einsetzt. Ihre ganze Körperspannung legt sie in diese Stimme. Oft ist es, als wolle sie mit Händen den Gesang festhalten, um ihn dann wieder in den Raum zu entlassen. Man kann sich dem Zauber nicht entziehen, Gefühl pur. In den Zwischenansagen wenden sich die beiden dem Publikum zu . Im familiären Tonfall, fast etwas schüchtern berichten sie von ihrer Heimatstadt Dresden und von ihren Reisen, bei denen auch die tollen Musikvideos entstanden sind. So erfährt man die Geschichte von der russischen Stehauf-Puppe, die Demian im folgenden Sück als Rassel einsetzt.

Als Support kam zuvor die junge Band One Oak zum Einsatz. Sie hatte offenbar ihre mitsingende Fanbase dabei unnd sorgten schonmal für gute Stimmung Die drei Dortmunder Jungs ( Keyboard, Gitarre, Schlagzeug) bildeten mit tanzbaren Indie-Pop und mit ihrem quirligen Keyboarder (Nerd am Nord) und Sänger den weniger porofessionellen aber hoch ambitionierten Kontrast zu dem, was dann folgte.

Fazit: Ein wundervoller Abend, auch wenn das Gleis 22 etwas voller hätte sein können. Ätna hat mit Sicherheit den Erfolg noch vor sich. Wenn sie demnächst wieder im Gleis Station machen, wird sich das auch in Münster herumgesprochen haben.