AEIOU – Trigger

Unter einem Trigger versteht man in der Psychologie einen Auslöser, der eine Empfindung oder einen Affekt auslösen kann. Jeder weiß, wie es sich anfühlt, von einem Ereignis oder von einer Person getriggert zu werden. Das Herz setzt einen Moment aus, die Kontrolle geht verloren.

AEIOU, die Synthie Pop Band aus der Schweiz, bestehend aus  Keyboarder Oli Kuster, Sängerin Karin Ospelt und Drummer Kevin Chesham, verbringen den Lockdown im Studio. Was dabei entstanden ist, hört man in der neuen Single „Trigger“: 

„And now it’s already dark.“

Trigger beginnt in der Atmosphäre warmer, harmonischer Synthesizer, bevor die erste  Gesangslinie mit unendlichen Reverbs in depressive Gedanken eintaucht. Ein dumpfen Beat folgt diskret und bringt den Song in eine dunkle Stimmung. 

Strawberry Pills – Das angesagte Gothic -Duo aus Griechenland veröffentlicht sein Debütalbum „Murder to a Beat“

Strawberry Pills bestehend Valisa Odell und Antonis Konstantaras sind derzeit das heißeste „Dark“ -Duo in Griechenland. Ihr Debütalbum „Murder to a Beat“ haben sie gerade veröffentlicht. Ihre gothy Synth- Klänge sind die hauptsächlich vom Minimal- Sound der 80er Jahre und dem Post-Punk inspiriert. Thematisch dreht sich „Murder to a Beat“ um sozialen Themen aus dem  Alltag in Athen, auch um die gewalttätigen Wendungen, die die Liebe nehmen kann. Es könnte der perfekten Soundtrack für einen Film Noir oder einen Krimi sein. Zu den dunklen Klängen passt die tiefe Gesangsstimme von Valisa, die mich ein wenig an Balbina erinnert. (Beitragsfoto: Aris Athanatos). 

Bei Anruf Mord

Valisa und Antonis beschreiben ihr Album in eigenen Worten so: 

„Murder Τo Α Beat ist wie eine zeitgenössische Audio- und Krimi-Anthologie. Jeder Track spielt in seinem eigenen dunklen, rätselhaften und zynischen Universum. Nichts ist so, wie es scheint. Für uns ist Strawberry Pills ein facettenreiches Projekt mit einem klaren, minimalen und beherrschenden Ansatz sowohl in der Musik als auch in der Ästhetik. Irgendwie schaffen wir es, unsere eigene faszinierende Welt mit einer eigenen visuellen und musikalischen Landschaft zu konstruieren. Murder To A Beat ist wie ein Telefon und sein unaufhörliches Klingeln im Dunkeln. Eine echte Bedrohung. Spannung und Gefahr liegt in der Luft. „

glu:- Circles

Frischer Wind mit DIY-Pop aus Leipzig

glu: ist eine vierköpfige Band aus aus Leipzig, die erst seit im Januar 2020 zusammen ist. Charlotte Vogel (Gesang), Max Schäfer (Git/Synth), Tim Schönherr (Bass) und Philipp Berger (Drums) machen alles in Eigenregie,  von der Produktion über Mix und Mastering bis zum Videodreh. glu:, was übrigens Latschift ist und für Glue, also Leim steht, bschreiben ihre Vorgehensweise so: “ Wir packen mit unserer Musik die guten Zeiten ein, kleben alles zusammen, streuen Lametta drauf und nennen das Ganze „Pop“. Auf diese Art und Weise sind die erste Single “ WYAR“ und die heute ganz frisch auf den Markt gekommene neue Single „Circle“ entstanden. Dabei gelingtes glu: super, den Synthsound der 80er und 90er Jahre in die heutige Zeit zu transferieren.

Von der ersten Single „WYAR“ gibts ein hübsches Video von einer Live-Session im Garten, zu Corona-Bedingungen ohne Publikum. Es ist schön anzusehen, wie die band mit ihen Instrmenten umgeht.

River Into Lake -Impatience

Impatience“ ist die zweite Auskopplung aus der “The Crossing EP” (V.Ö. 04.12.2020) der BrüsselerSynthpop/Postrock Band River Into Lake. Eine EP in der klanglichen Kontinuität des Vorgängeralbums „Let The Beast Out“ (2019), getönt durch die Mischung aus analogen
Synthesizern, akustischen Instrumenten und der Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen.

Musik und bildende Kunst

Die Singles von River Into Lake sind kleine Gesamtkunstwerke. Jeder Song wird von einem Stück visueller Kunst von David Delruelle begleitet, das auf das Timbre und die Aussage des Songs eingeht.

Infos zu River into Lake

Nach fünf Jahren als Schlagzeuger bei der belgischen Indie-Pop-Band Girls in Hawaii entschied sich der Multiinstrumentalist Boris Gronemberger (Foto oben: Alice Khol), seine gesamte kreative Kraft gänzlich in seine eigene Band River Into Lake fließen zu lassen. River Into Lake waren Support für Agnes Obel auf ihrer Europatournee 2020, bis diese wegen Covid-19 abgesagt werden musste. „Let The Beast Out“, das erste Album unter dem Namen River into Lake erschien im Jahr 2019. Es ist ein wunderbares Synth-Pop-Album. Mit einer Mischung aus analogen Synthesizern und akustischen Instrumenten zaubert River into Lake komplexe Harmonien und eindringlichen Melodien. Kürzlich gab es eine Livestream-Show im legendären Brüsseler Botanique , die zeigte, auf welch hohem Level die Band unterwegs ist.

Better Person – Close To You

Better Person wurde hier schon ausführlich vorgestellt, als er kürzlich mit der Single „Something to Lose sein gleichnamiges Album ankündigte. An diesem Wochenende hat er die zweite Single-Auskoppelung herausgebracht. Sie heißt Close to You und handelt genau davon, nämlich dem Wunsch, der geliebten Person nahe zu sein. Die Sehnsucht wurde umgesetzt in sanfte Synth-Pop-Klänge. Ben Goldwasser von MGMT gab dem Song den letzten Schliff, inklusive House-y Keyboard.

Prominente Unterstützung von Ben Goldwasser

Better Person hat zum Song auch eine Geschichte zu erzählen: „Ich zwang mich, abends noch rauszugehen, trank eine Menge Alkohol und verschwendete zu viel Zeit, mich mit irgendwelchen Leuten zu unterhalten. Alles was ich aber wirklich wollte, war einen ruhigen Abend mit einer Person zu verbringen, die mir wirklich etwas bedeutete.

Ironischerweise ist es aber jetzt so, dass meine Partnerin und ich uns beide mit Covid-19 infizierten und uns seit Monaten noch nicht vollständig erholt haben. Wir stecken seit Monaten zu Hause fest und sind krank und erschöpft – nun träume ich davon ganz normal wieder auszugehen ohne mir Gedanken über meine Gesundheit zu machen. Der Song soll das Gefühl das Ausgehens einfangen. Ich denke da vor allem an die breiten, leeren Straßen Berlins nach Mitternacht, volle Bars und Taxifahrten. Vielleicht kann dieser Song den Hörer*innen ja auch wieder ein bisschen das Gefühl an diese Zeiten wiedergeben.“

Auszeichnung für Mansions and Millions

Übrigens ist Better Person bei Mansions and Millions unter Vertrag und die haben in diesem Jahr auf dem Reeperbahn Festival den VIA Award für das Beste Label gewonnen. Herzlchen Glückwunsch.

Naked Cameo -Dead Weight

Die östereichisch Synthpopformation Naked Cameo (Foto: Katrin Schmirler) konnte vor zwei Jahrenmit ihrem Debütalbum „Of Two Minds“ ‚brillieren. Nun melden sie sich mit ihrer neuen Single“Dead Weight“ zurück. In gewohnt verspielter Manier, aber mit einem ordentlichen Einschlag Rock werden Depressionen, Verlust der Unschuld und soziale Angst thematisiert. Mit der Single liefern sieeinen Vorgeschmack auf die für den Herbst anstehend EP.

 

Everything Everything – Planets

Artwork Everything Everything Re-Animator Infinity Industries/AWAL/Kobalt

What’s beastly about beast behaviour?

Re-Animator„, das neue Album der britischen Art-Rocker Everything Everything, erscheint am 21. August. Für die Vorab-Singles, dem spacigen „In Birdsong“ und dem energetischen „Arch Enemy“  haben sie jede Menge positive Reaktionen in den Medien wie z. B. von Annie Mac in ihrer Radioshow bei BBC Radio 1 erhalten. An diesem Wochenende erschien ein weiterer starker Track aus dem kommenden Album. „Planets“ setzt in seiner langsameren melodischen Weise einen Kontrapunkt zu den Vorgängern und eine zeigt eine weitere Facette der Band.

5. Album der Art-Rocker aus Manchester „Re-Animator“ erscheint am 21.08.2020

In dem Im Video zu „Planets“ sehen wir einen kleinen Schimpansen voller Inbrunst lipsyncing zu Jonathan Higgs außergewöhnlicher Stimme. Die Lyrics sind schön bizarr. Die Frage, was tierisch an tierischem Verhalten ist, wird übrigens nicht beantwortet. Der Song zeichnet sich neben Higgs kennzeichnender Vokalpräsenz durch eine unkonventionelle Rhythmik und die den Sound bestimmenden Synthies aus. Es werden Vergleiche mit Radiohead, Muse und Alt-J gezogen (Stereogum). Wie schon bei den vorangegangenen Videos war Jonathan Higgs auch bei diesem Videodreh mit der Affenpuppe wieder kreativ und hat selbst Regie geführt. Den Inhalt formuliert Higgs in einer Frage: „Wenn das Universum so unergründlich gigantische Ausmaße besitzt – wie soll ein Primat mit seiner relativen Bedeutungslosigkeit klar kommen?“

Moyka- Spaces EP + „Kanazawa“ Single & Video

Moyka Pressefoto

Wenn Røyksopp auf Susanne Sundfør trifft. Wie Robyn, aber Goth.

Mit 23 Jahren veröffentlicht die Norwegerin Monika Engeseth aka Moyka ihre zweite EP. Spaces besteht aus fünf Stücken, die sich mit einer Trennung beschäftigen, die Moyka letztes Jahr durchlebt hat. „Auf der EP geht es hauptsächlich um den Verlust von einer langjährigen Liebe. Darum, dass man sowohl die Nähe als auch die Freundschaft verliert und wie ich versuche, den Raum zu füllen, der dadurch entsteht. Es geht ums Nachvorneschauen und Weitermachen.“ 

Der Release der EP wird mit dem Video des Kernstücks „Kanazawa (Maybe We Don’t Have To Go There)“ verbunden. Benannt nach einer japanischen Stadt ist der melancholische Song ein Aufsuchen von Hoffnungen und Träumen, die man verliert, wenn die Person mit der man sein Leben geplant hat plötzlich nicht mehr da ist. Die gedämpften Synthdrums und die tiefen Vocals spiegeln die bittersüßen Lyrics musikalisch wieder.

Everything Everything – Arch Enemy

Foto: Everything Everything

Everything Everything Annie Macs Hottest Record

In der traditionsreichen BBC ist Radio 1 der hippe coole Sender, der sich an die Zielgruppe der bis 29jährigen wendet. Der Abend gehört alternativen Genres, einschließlich Electronica, Dance, Hip Hop und Indie. Eine Kultsendung läuft täglich ab 19:00 Uhr:

Radio 1’s Future Sound with Annie Mac„. DJane Annie Mac präsentiert „The best new music, sessions and interviews – plus the Hottest Record in the World.“ Die „Hottest Record“ erzielt jede Menge Credits. Die Auszeichnung wird garantiert in jeder Review erwähnt (sic). Am 13. Mai. war es für die britische Indie-Rock-Band Everything Everything zum wiederholten mal soweit (schon die vorherige Single „In Birdsong“ war Hottest Record). Annie Mac interviewte Frontmann Jonathan Higgs und stellte die aktuellen Single „Arch Enemy“ vor.

Spektakuläres Video

Arch Enemy“ hat diese Auszeichnung ohne wenn und aber verdient, denn die synth-gestützte Melodie und Harmonieführung macht den Song zu einem wuchtigen Stück Rockpop. Inhaltlich setzt sich der belesene Jonathan Higgs mit dem Zeitgeist auseinander. Dies erfolgt aber nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern auch visuell. Zusammen mit mit seinem alten Schulfreund  Alex Johnson hat Jonathan Higgs  nämlich ein spektakulär animiertes Video erstellt. Er fasst den Inhalt des audiovisuellen Meisterwerks so zusammen: „‚Arch Enemy‘ sieht einen modernen Protagonisten auf der Suche nach einem bedeutungsvollen Gott. Er findet nur eine Ansammlung von Gier, Toxizität und Verschwendung in Form eines empfindungsfähigen Fettbergs, der im Abwasserkanal angebetet wird, und der sich bereit macht, die dekadente Welt zu säubern, die ihn geschaffen hat. Dieser wachsende Fettberg ist eine merkwürdige Gegenüberstellung von Moderne und Antike; ein brandneues Beispiel für archaisches Elend. “

Everything Everything veröffentlichen neues Album „Re-Animator“ im August (VÖ 21.08.2020)

Einem Statement Jonathan Higggs zur folge, wurde „Re-Animator“ von den Theorien des Psychologen Julian Jaynes beeinflusst. Dieser hat die These aufgestellt, dass zu Beginn der menschlichen Evolution beide Gehirnhälften zunächst unabhängig voneinander agierten. Die eine Gehirnhälfte habe Anweisungen der anderen in Form einer körperlosen Stimme gehört. „Diese Idee des geteilten Selbst hat mich gefesselt “, sagt Higgs und er präzisiert: „Jaynes sieht dies als Ursprung der Götter an. Menschen, die diese Stimme, in ihrem Kopf hören konnten, hätten ihr den Status einer Gottheit zugeschrieben. All dies hat mich umgehauen und ich begann darüber nachzudenken, wie ich dies zu einem zentralen Konzept machen könnte. “

Passenderweise entstand auch das kommende Album „Re-Animator“ in zwei Phasen: Nach einem Jahr des Songwritings und des Aufnehmens von Demos schlossen sich im vergangenen Dezember zwei Wochen an, in denen die Band zusammen mit dem für seine Tätigkeiten mit Künstlern wie St. VincentSharon Van EttenAngel Olsen und Future Islands bekannten Produzenten John Cogleton das Album aufnahm.

Auf dem Album wird natürlich auch die Single „I Birdsong“ zu finden sein, von dem es ebenfalls ein Video mit aufwändig animierten Fantasiewelten gibt.

Moyka -Violet

„Violet“ ist die dritte Single aus Moykas zweiter EP Spaces, die im Juni erscheint. Die eine saftige Elektropeitsche ist tatsächlich ein Break-Up Song. “Es sind nur Emotionen,” überlegt Moyka. “Und es ist ok, immer noch gute Gefühle für jemanden zu haben, gute Energie.“ Die guten Energien gibt es im Song, auch wenn er traurig ist. Feiert alleine oder auf dem Dancefloor, wie immer geht bei Moyka ja beides.