Everything Everything – Planets

Artwork Everything Everything Re-Animator Infinity Industries/AWAL/Kobalt

What’s beastly about beast behaviour?

Re-Animator„, das neue Album der britischen Art-Rocker Everything Everything, erscheint am 21. August. Für die Vorab-Singles, dem spacigen „In Birdsong“ und dem energetischen „Arch Enemy“  haben sie jede Menge positive Reaktionen in den Medien wie z. B. von Annie Mac in ihrer Radioshow bei BBC Radio 1 erhalten. An diesem Wochenende erschien ein weiterer starker Track aus dem kommenden Album. „Planets“ setzt in seiner langsameren melodischen Weise einen Kontrapunkt zu den Vorgängern und eine zeigt eine weitere Facette der Band.

5. Album der Art-Rocker aus Manchester „Re-Animator“ erscheint am 21.08.2020

In dem Im Video zu „Planets“ sehen wir einen kleinen Schimpansen voller Inbrunst lipsyncing zu Jonathan Higgs außergewöhnlicher Stimme. Die Lyrics sind schön bizarr. Die Frage, was tierisch an tierischem Verhalten ist, wird übrigens nicht beantwortet. Der Song zeichnet sich neben Higgs kennzeichnender Vokalpräsenz durch eine unkonventionelle Rhythmik und die den Sound bestimmenden Synthies aus. Es werden Vergleiche mit Radiohead, Muse und Alt-J gezogen (Stereogum). Wie schon bei den vorangegangenen Videos war Jonathan Higgs auch bei diesem Videodreh mit der Affenpuppe wieder kreativ und hat selbst Regie geführt. Den Inhalt formuliert Higgs in einer Frage: „Wenn das Universum so unergründlich gigantische Ausmaße besitzt – wie soll ein Primat mit seiner relativen Bedeutungslosigkeit klar kommen?“

Moyka- Spaces EP + „Kanazawa“ Single & Video

Moyka Pressefoto

Wenn Røyksopp auf Susanne Sundfør trifft. Wie Robyn, aber Goth.

Mit 23 Jahren veröffentlicht die Norwegerin Monika Engeseth aka Moyka ihre zweite EP. Spaces besteht aus fünf Stücken, die sich mit einer Trennung beschäftigen, die Moyka letztes Jahr durchlebt hat. „Auf der EP geht es hauptsächlich um den Verlust von einer langjährigen Liebe. Darum, dass man sowohl die Nähe als auch die Freundschaft verliert und wie ich versuche, den Raum zu füllen, der dadurch entsteht. Es geht ums Nachvorneschauen und Weitermachen.“ 

Der Release der EP wird mit dem Video des Kernstücks „Kanazawa (Maybe We Don’t Have To Go There)“ verbunden. Benannt nach einer japanischen Stadt ist der melancholische Song ein Aufsuchen von Hoffnungen und Träumen, die man verliert, wenn die Person mit der man sein Leben geplant hat plötzlich nicht mehr da ist. Die gedämpften Synthdrums und die tiefen Vocals spiegeln die bittersüßen Lyrics musikalisch wieder.

Everything Everything – Arch Enemy

Foto: Everything Everything

Everything Everything Annie Macs Hottest Record

In der traditionsreichen BBC ist Radio 1 der hippe coole Sender, der sich an die Zielgruppe der bis 29jährigen wendet. Der Abend gehört alternativen Genres, einschließlich Electronica, Dance, Hip Hop und Indie. Eine Kultsendung läuft täglich ab 19:00 Uhr:

Radio 1’s Future Sound with Annie Mac„. DJane Annie Mac präsentiert „The best new music, sessions and interviews – plus the Hottest Record in the World.“ Die „Hottest Record“ erzielt jede Menge Credits. Die Auszeichnung wird garantiert in jeder Review erwähnt (sic). Am 13. Mai. war es für die britische Indie-Rock-Band Everything Everything zum wiederholten mal soweit (schon die vorherige Single „In Birdsong“ war Hottest Record). Annie Mac interviewte Frontmann Jonathan Higgs und stellte die aktuellen Single „Arch Enemy“ vor.

Spektakuläres Video

Arch Enemy“ hat diese Auszeichnung ohne wenn und aber verdient, denn die synth-gestützte Melodie und Harmonieführung macht den Song zu einem wuchtigen Stück Rockpop. Inhaltlich setzt sich der belesene Jonathan Higgs mit dem Zeitgeist auseinander. Dies erfolgt aber nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern auch visuell. Zusammen mit mit seinem alten Schulfreund  Alex Johnson hat Jonathan Higgs  nämlich ein spektakulär animiertes Video erstellt. Er fasst den Inhalt des audiovisuellen Meisterwerks so zusammen: „‚Arch Enemy‘ sieht einen modernen Protagonisten auf der Suche nach einem bedeutungsvollen Gott. Er findet nur eine Ansammlung von Gier, Toxizität und Verschwendung in Form eines empfindungsfähigen Fettbergs, der im Abwasserkanal angebetet wird, und der sich bereit macht, die dekadente Welt zu säubern, die ihn geschaffen hat. Dieser wachsende Fettberg ist eine merkwürdige Gegenüberstellung von Moderne und Antike; ein brandneues Beispiel für archaisches Elend. “

Everything Everything veröffentlichen neues Album „Re-Animator“ im August (VÖ 21.08.2020)

Einem Statement Jonathan Higggs zur folge, wurde „Re-Animator“ von den Theorien des Psychologen Julian Jaynes beeinflusst. Dieser hat die These aufgestellt, dass zu Beginn der menschlichen Evolution beide Gehirnhälften zunächst unabhängig voneinander agierten. Die eine Gehirnhälfte habe Anweisungen der anderen in Form einer körperlosen Stimme gehört. „Diese Idee des geteilten Selbst hat mich gefesselt “, sagt Higgs und er präzisiert: „Jaynes sieht dies als Ursprung der Götter an. Menschen, die diese Stimme, in ihrem Kopf hören konnten, hätten ihr den Status einer Gottheit zugeschrieben. All dies hat mich umgehauen und ich begann darüber nachzudenken, wie ich dies zu einem zentralen Konzept machen könnte. “

Passenderweise entstand auch das kommende Album „Re-Animator“ in zwei Phasen: Nach einem Jahr des Songwritings und des Aufnehmens von Demos schlossen sich im vergangenen Dezember zwei Wochen an, in denen die Band zusammen mit dem für seine Tätigkeiten mit Künstlern wie St. VincentSharon Van EttenAngel Olsen und Future Islands bekannten Produzenten John Cogleton das Album aufnahm.

Auf dem Album wird natürlich auch die Single „I Birdsong“ zu finden sein, von dem es ebenfalls ein Video mit aufwändig animierten Fantasiewelten gibt.

Moyka -Violet

„Violet“ ist die dritte Single aus Moykas zweiter EP Spaces, die im Juni erscheint. Die eine saftige Elektropeitsche ist tatsächlich ein Break-Up Song. “Es sind nur Emotionen,” überlegt Moyka. “Und es ist ok, immer noch gute Gefühle für jemanden zu haben, gute Energie.“ Die guten Energien gibt es im Song, auch wenn er traurig ist. Feiert alleine oder auf dem Dancefloor, wie immer geht bei Moyka ja beides.

Goss – Country Boy

Foto: Magnus Bach & Kristian Kirk

Wir wollen mal wieder einen Blick nach Skandinavien werfen. Es lohnt sich immer, denn Skandinavien verfügt über einen nahezu unerschöpflichen Pool an kreativen Musikern.

Dänische Pophoffnung Goss

Dazu gehört auch der dänische Sänger Goss. Goss hat sich mit seiner 2017 veröffentlichten Debüt-EP „Healthcare“ und der darauf enthaltenen Single „I Want To Know?????„in seiner Heimat und im englischsprachigen Ausland mit seinem verträum­ten, lässigen und sy­hntie-lastigen Entwu­rf von Pop für einig­e Aufmerksamkeit gesorgt. Bekanntheit erlangte Goss auch durch Auftritte an der Seite von Acts wie SOHN oder Mura Masa – und insbesondere als Co-Autor des weltweiten Hits „Kamikaze“ von .

Pressestimmen: “…everything he touches seems to turn to digital gold” – CLASH        …the sound of an artist who is set to deliver something special”   The Line Of Best Fit “…proof that a seriously exciting pop talent has landed out of nowhere” – DIY

Mit „Country Boy“ demonstriert Goss nun erneut sein Gespür für eingängige Melodieführung und luftige, träumerische Pop-Arrangements. Über die Hintergründe der Entstehung dieses Songs äußert sich der Sänger wie folgt: „Ich habe das Lied letzten Sommer geschrieben. Mein Freund und ich hatten es satt, den ganzen Tag im Studio zu sitzen, während alle anderen draußen in der Sonne waren. Also liehen wir uns ein Auto aus, packten unsere Lieblingsgitarren ein und fuhren zum Meer. So entstand ‚Country Boy‘.“ Und er ergänzt: :“ Ich sehne mich wohl nach einem einfacheren Leben. Aber die Stadt und mein Leben hier in Kopenhagen sind wie eine Droge. Es ist wirklich schwer, loszulassen. „

Mit seiner futuristischen und träumerischen Vision von Popmusik im besten Sinne wird Goss wohl auch hier den Durchbruch schaffen.

Haltet Augen und Ohren nach ihm auf – von Goss wird man in diesem Jahr noch einiges hören!

Rickie Lee Kroell -Investment 7

Den Song „Investment 7“ haben wir noch im Ohr. Es ist ein Track aus dem „Magic Life“ Album von Bilderbuch. Es ist ein Liebeslied ohne kitschig zu klingen, und gleichzeitig ein Spiegel unserer einsamen und leicht selbstverliebten Generation, die dann doch auch eigentlich nur nach Liebe sucht. Ein toller Song, dessen Text viel Raum für Interpretation bietet.

Genau aus diesen Gründer suchte sich die amerikanische Sängerin Rickie Lee Kroell Song als Übung zum Reinkommen in die deutschsprachige Pop- Musik aus. “ Der Song stach für mich so herausstach, dass ich mich stimmlich und als Cover an ihn heranwagen wollte. Textlich fand ich ihn einzigartig, wie so viele Texte von Bilderbuch…es entsteht viel Kopfkino auf eine so raffinierte Weise. Deutsch ist eine so schwierige Sprache in der Musik, und ich fühlte mich mit Maurice Ernst‘s Texte immer schon verbunden“, sagt Rickie Lee Kroell.

Aus der Übung ist nun eingemeinsames Projekt mit ihrem Partner und (Co-)Produzenten Julian Collet und ihre Interpretation von „Investment 7 “ Trademark-Sound von Rickie Lee Kroell geworden. Diese erste starke Single und ein wirklich qualitativ außergewöhnliches Video, das per VFX-Verfahren in New York gedreht wurde, sind der  Start für einen neuen Karriere-Abschnitt.

Wer ist Rickie Lee Kroell

Rickie Lee Kroell ist eine Musikerin und Komponistin aus München. Geboren 1990 in New York City, studierte sie Komposition und Filmmusik in den USA. Nach knapp 10 Jahren US-Aufenthalt kehrt Kroell zurück nach Deutschland, um an ihrem Solo-Act als Performer weiterzuarbeiten, den sie vor dem Studium mit ihrem eher jazzigen Debüt-Album „Otherwise“ schon angerissen hatte, ihn jedoch für das Studium abbrach.

Deichkind und Bilderbuch

Für ihre kommenden EP hat sich Rickie Lee Kroell außer bemerkenswerten Texten Texte von Bilderbuch auch solche von Deichkind vorgenommen. Ihre Stimme, Collet’s Sounddesign und die von den Originalen kreativ abweichenden Re-Harmonisierungen erzeugen eine Pop-Elektronik- Stimmung, die im deutschen musikalischen Raum nicht weit verbreitet ist.

River into Lake – Grande Prairie

Boris Gronemberger by Colline Etienne

Nach fünf Jahren als Schlagzeuger bei der belgischen Indie-Pop-Band Girls in Hawaii entschied sich der Multiinstrumentalist Boris Gronemberger, seine gesamte kreative Kraft gänzlich in seine eigene Band River Into Lake fließen zu lassen. River Into Lake waren Support für Agnes Obel auf ihrer Europatournee 2020, bis diese wegen Covid-19 abgesagt werden musste.

„Let The Beast Out“, das erste Album unter dem Namen River into Lake erschien im Jahr 2019. Es ist ein wunderbares Synth-Pop-Album. Mit einer Mischung aus analogen Synthesizern und akustischen Instrumenten zaubert River into Lake komplexe Harmonien und eindringlichen Melodien. Die am 24.04.2020 frisch veröffentlichte Single „Grande Prairie“ und schließt an die klanglichen Kontinuität des Vorgängeralbums an. Es ist der erste Song einer neuen EP, die mit 3 weiteren Songs im Dezember 2020 erscheinen wird.

„Die Grande Prairie ist ein Ort, an dem wir das Ende der Prüfungen mit Freunden feiern wollten, von denen einige mittlerweile nicht mehr unter uns sind. Es ist ein Lied, das von der Sorglosigkeit spricht, von der Stärke der Jugend, die von einer Gesellschaft in die Enge getrieben wird, die vor einem Kollaps zu stehen scheint.“


– Boris Gronemberger // River Into Lake

Moyka – Backwards

Moyka – Foto: Isaak Okkenhaug

Zweite Single aus der kommenden EP „Spaces“

Ein Song über alle
Dinge, die dich zurück in 
den Schmerz ziehen.

Das nüchternen „Backwards„, mit seinen düsteren Vocals auf einen Bett blubbernder Synths, wurde in einem Hotelzimmer in Berlin geschrieben.“In diesem Song geht es um all die Dinge, die einen wieder zurück in den Schmerz ziehen obwohl man nach vorne schauen will,“ sagt Moyka. „Aber es ist gut darüber zu reden, es ist ok traurig zu sein.“  Doch im Gegensatz zum Text tischt die Musik einfach nur Tanzlust auf. Klassischer Moyka move – ein perfekter trauriger Popsongs. (Artwork Moyka Backwards @MADE Records)

Norwegische elektronische Tanzmusik

Monika Engeseth – aka Moyka -steht n der Tradition norwegischer elektronischer Tanzmusik, wie wir sie von Royksopp, Robyn oder Aurora kennen. Die 23jährige veröffentlichte2019 Monika Engeseth ihre Debüt-EP Circles und brachte sich damit als vielversprechende Künstlerin ins Gespräch. Zu erwarten war das nicht, denn sie stammte Moyka nicht aus einer musikalischen Familie. Sie wuchs als eines von acht Geschwistern, Tochter einer Putzfrau und eines Lastwagenfahrers auf, aber siehatte immer den Wunsch Musikerin zu werden. Als sie sich in Bergen für ein Musikproduktionsstudium einschrieb, tauchte sie in den Synth -Welt, so dass wir uns heute an ihren verflochtenen Songstrukturen erfreuen können.

Ellas – Keys

„Warum immer Songs über dysfunktionale Beziehungen schreiben, wenn es viel mehr wichtige Geschichten gibt?“ fragt Ellas und gibt auch gleich die Antwort: “ Weil es immer ein Thema bleiben wird, das uns interessiert – und weil das Schreiben von Songs darüber immer noch als eine der besten Selbsttherapien gilt.“

Der Ellas-Track „Keys“ beschreibt diesen Kosmos als eine Ballade, so unauffällig wie persönlich, mit viel Hall, Meeresgeräuschen und Mellotron-Melancholie. Kurz: ein eindringliches Stimmungslied, ideal für die melancholischen Momente im Leben.

Die aus den schweizerischen Brugg stammende Band Ellas sind

Jorina Stamm: Vocals
Sarina Schmid: Keys, Synths, Backing Vocals
Marius Meier:  Bass, Backing Vocals
Lukas Kuprecht: Drums, Backing Vocals
Simon Boss: Guitar, Synths, Backing Vocals

Moyka -Spaces

Foto: Hildur Guðrún Ágústsdóttir

Monika Engeseth wuchs dem kleinen Tal Halingdal, irgendwo zwischen Bergen und Oslo auf. Um ihren Traum, Musik zu machen, erfüllen zu können, schrieb sie sich an der der Uni in Bergen für ein Studium der Musikproduktion ein. Bergen ist schon seit vielen Jahren für elektronische  Pop-Phänomene wie Röyksopp, Anni, Aurora oder Sigrid bekannt. In dieser Tradition steht auch die Musik von Moyka. Ihre Single “ Bones“ und ihre EP „Circles“ kamen sehr gut an, sodass Moyka 2019 als aufstrebendes Talent für den ANCHOR – Reeperbahn Festival International Music Award nominiert war.

Moyka Press 2 (c) Hildur Guðrún Ágústsdóttir

Liebe und ihr Verlust – das ist das Thema von Moykas neuer EP, die sie in den letzten Monaten geschrieben und produziert hat. Die EP wir vier Tracks umfassen“Spaces” ist der erste von den vier neuen Songs. Das Staccato der Vocals klingt, als wäre Moyka außer Atem, weil sie so lange vor ihren Gefühlen weggelaufen ist, während ihre geliebten Synthesizer kühl um sie herum köcheln.