Mit dem Kopf in den Wolken

Ein Konzertbericht

(Fotos: Ulrich Hesselkamp, Thomas Wolff)
Credits: Ulrich Hesselkamp

LILLY AMONG CLOUDS am 02.02.2020 in der Pension Schmidt in Münster

Für den Berichterstatter und den diesmal begleitenden Fotografen war es gar nicht so einfach, Plätze nahe an der Bühne zu ergattern. Obwohl der Sonntagabend ein ungünstiger Konzerttermin ist, hatte sich bereits geraume Zeit vor dem Beginn eine lange Schlange gebildet und wartete auf den Einlass in die Pension Schmidt. Elisabeth Brüchner hat sich als Lilly Among Clouds einen Namen gemacht. Sie war schon vor zwei Jahren zu einem Konzert hier in der Domstadt und vielen in guter Erinnerung geblieben. Ihre Teilnahme an der Vorentscheidung zum letztjährigen ESC und ihr starker Fernsehauftritt damals mögen zu der Popularität beigetragen haben. Da das Publikum in der Pension Schmidt bei Konzerten zwar sehr bequem gepolsterte Sitzplätze erhält, damit der Fotograf jedoch darauf angewiesen ist, einen solchen in Bühnennähe zu ergattern, schwand am Ende der Schlange stehend, die Chance auf gute Fotos. Glücklicherweise hatten die Wartenden ein Einsehen und ließen uns vor.

Lilly Among Clouds in der Pension Schmidt, Münster

Dringliche Themen

Wichtig war ihr z.B. der Song „Unbeneath The Surface“ als Dank an alle Menschen, die sich, um hilfebedürftige Mitmenschen kümmern und dabei oft selbst mit ihren Bedürfnissen zu kurz kommen. Auch die dringlichen Themen Umwelt- und Klimaschutz, die sie im ihrem Song “ Look At The Earth“ verarbeitet, liegen ihr sehr am Herzen. Musikalisch steht Lilly Among Clouds aber fest und präzise mit beiden Füßen auf dem Boden (außer wenn sie tanzt, was an dem Abend häufig der Fall war). Ich meine damit, dass ihre Darbietung – und die der Band, bestehend aus einem Gitarristen, einer Keyboarderin und einem Schlagzeuger – sehr professionell war. Jeder Ton saß. Gleich beim ersten Stück bewies sie, dass sie nicht nur die Tasteninstrumente beherrscht, sondern auch Bass spielen kann. Wenn sie in den unteren Tonlagen singt, ist ihre Stimme leicht angekratzt. Das ist genau ihre Signatur und war

Die Erwartungen des Publikums in dem ausverkauften Haus wurden nicht enttäuscht. Das englische Idiom „to have one’s head in the cloud“ bedeutet soviel, wie mit den Gedanken ganz woanders sein. Diese Spruch war die Inspiration für Elisabeths Künstlernamen Lilly Among Clouds. Auf sympathische Weise traf dies auf ihre Ansagen zu, wenn zu sie einem Lied mit einer wichtigen Botschaft unbedingt etwas erzählen musste und sich gleichzeitig von ihren spontanen Wahrnehmungen, Einfällen und Gefühlen aus dem Text bringen ließ

Lilly Among Clouds in der Pension Schmidt, Münster

wunderbar bei „Surprise“ zu genießen. Den ESC-Song, der im Fernsehen ein großes Orchester hatte, bot sie hier in einer Soloversion am E-Piano dar und zeigte, dass sie allein ihrer Stimme Gefühle im Wallung bringen kann. Solch gefühlvollenBalladen wechselten sich mit äußerst tanzbarer Popmusik ab, sodass es das begeisterte Publikum letztlich nicht in den Sesseln hielt (Setlist siehe unten).

Credits: Ulrich Hesselkamp

Support von Hello Emerson

Die Vorgruppe Hello Emerson war durchaus bemerkenswert. Der Sänger und Songwriter und Gitarrist Sam Bodary und seine beiden Mitstreiter am Keyboard und an den Drums hatten den weiten Weg von Columbia/Ohio zurückgelegt um mit politischen oder sehr persönlichen Folksongs zu gefallen, Dabei macht der Absolvent einer Literatur – Hochschule deutlich, dass im Midwest nicht nur Trump-Anhänger leben, die dann aber unter den derzeitigen politischen Gegebenheiten sehr leiden. Er erinnerte daran, das es auch hier in Deutschland wieder ein Nazi-Problem gibt.

Credits: Ulrich Hesselkamp

Thom and the Wolves – Ordinary Life

Cover-Bild: Sandro Kopp

Beseelt von dem Wunsch, Musiker zu werden, brachte sich Thom Bewernick als Junge autodidaktisch das Gitarrenspiel bei, um in der Band seines Bruders (Daniel Green) zu spielen. Schließlich folgte er dem Ruf seines Herzens, verließ Bad Seegeberg und reiste als Straßenmusiker durch Europa und die Vereinigten Staaten.  Besonders seine Zeit in Los Angeles inspirierte ihn zum Schreiben seiner ersten eigenen EP. Und langsam stellte sich der Erfolg ein. Sein Song “Come On Over”wurde u.a. in Tom Robinson’s BBC Introducing Radio Show gefeatured.

Musiker von ganzem Herzen

Zurück in Deutschland zog es Thom in das kreative Berlin. Bei einem seiner dortigen Auftritte lernte er den als Almost Charlie bekannten Musiker und Produzenten Dirk Homuth kennen, mit dessen Unterstützung schließlich sein erstes Solo Album „The Gold In Everything“ entstand. Sein hübscher Song  „The Art Of Being Alone“ lief im Rahmen einer Kooperation für einen Werbespot zwischen Sennheiser und den Eisbären Berlin vor jedem Heimspiel in der Mercedes Benz Arena. 

Werbespot für Sennheiser und die Berliner Eisbären

Für die Schaffung seines neues Album mit dem Titel „Thom & The Wolves“ nahmen sich Thom und seine Band über 2 Jahre Zeit . Als Arrangeur gewannen sie Matteo Pavesi, den Produzenten von Alice Phoebe Lou. Mit „Ordinary Life“ veröffentlichen Thom and the Wolves die erste Single aus dem kommenden Album und ein sehr gut gemachte Lyrik-Video.

Thom and the Wolves  sind Thom Bewernick (guitar, vocals), Dirk Homuth (guitar), Carl Albrecht (bass), und David Guy (drums)

Excelsior – In Silico

Unter dem Künstlernamen erkundet die Dänin Anja T. Lahrmann die Grenzen von Songwriting, Technologie und Körper.

Foto: Alexander Arnild Peitersen.

Nach fast dreijähriger Arbeit ist Excelsiors Debütalbum, O Horizon, fertig zur Veröffentlichung. O Horizon ist eine hypermoderne Mischung aus Avantgarde-Sound und Form-Experimenten. Pop-, Barock- und Renaissancemusik verschmelzen mit einer thematischen Faszination des Kampfes der Menschheit, mit einer sich immer weiter beschleunigenden Welt Schritt zu halten.

Westernhagen-Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1)

Gestern veröffentlichte der Sänger, Songwriter, Musiker und Produzent Marius Müller-Westernhagen sein neues Studioalbum Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1).  

Nach 40 Jahren

Vierzig Jahre sind vergangen seit dem Erscheinen seines Albums Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz, das 1978 Marius Müller-Westernhagens Karriere begründete.Es war das erste Album des Musikers, das über 1 Million Mal verkauft wurde. Zum Titelsong Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz wird auf Parties  auch heute gerne noch abgetanzt. Es lohnt sich, das ganze alte Album nochmal anzuhören und man stellt fest, es ist einfach gut. Westernhagen erzählte in den Songs Geschichten, die nicht nur in den 70er Jahren aktuell waren, sondern heute noch relevant sind, etwa von der Sehnsucht, nach der Jugendzeit (Mit 18), von Versagern (Zieh die Schuhe aus), von Kleinkriminellen (Willi Wucher) oder vom Alkohol (Alles in den Wind, Johnny Walker), macht sich über Dicke lustig, was man nicht machen sollte, aber jeder es doch tut. Blues und Rock’n’Roll kommen eh gut.

Kann man etwas, was so gut ist wie Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz, überhaupt besser machen oder sollte man von so einem Experiment besser die Finger lassen. Ich glaube,  das ist die falsche Sichtweise auf Das Pfefferminz-Experiment. Westernhagen wollte Pfefferminz bestimmt kein modernes, zeitgemäßes Update verpassen. 

Kann man etwas, was schon genial ist, verbessern?

Die Musik auf Das Pfefferminz-Experiment ist nämlich alles andere als modern und zeitgemäß, vielmehr ist sie aus der Zeit gefallen zeitlos.  Larry Campbell, der Co-Produzent von Marius Müller – Westernhagen, hat mit zahllosen Größen der amerikanischen Musik gearbeitet und eine halbe Ewigkeit in der Band von Bob Dylan gespielt. Bei den Aufnahmen kamen  kaum mehr als ein paar Gitarren, eine Geige, eine Pedal-Steel-Gitarre, ein kleines Akkordeon und  etwas Percussion zum Einsatz. Die Arrangements entstanden im intensiven Zusammenspiel der Musiker und es eine Americana-Musik entstanden. Marius Müller-Westernhagen und seine amerikanischen Begleitmusiker schufen aus dem vorhandenen Songmaterial etwas anderes,  etwas neues. Dazu trägt sicher der von Gesang Marius Müller-Westernhagen bei. Seine Stimme ist gereift. Er ist in der Lage, besser zu modulieren, als der junge Marius.. Er zieht alle Register in Sachen Dynamik und Klangfarben und reagiert gesanglich subtil auf seine jahrzehntealten Texte, indem er sie an den richtigen Stellen ironisch bricht oder ihnen vollen Respekt erweist.

Daher kann man nicht sagen, dass das heutige Pfefferminz-Experiment besser ist, das das alte Pfefferminz. Es ist von der  Intensität und der Seele ein völlig neues Werk entstanden. Und es ist gelungen

„Die Lieder gehen heute viel tiefer, weil sie besser verstanden sind“, beschreibt Marius Müller-Westernhagen seine Erfahrung.

SOBI -Devil

Foto: Laura Scheppers

Machmal hat man das unfaßbare Glück, dass man den Anfang eine Karriere mit bekommt. Genau das Gefühl habe ich, wenn ich den Song Devil der jungen in London aufgewachsenen und inzwischen in Hannover ( ja, tatsächlich Hannover) lebendem Folk-Sängerin Sobi höre. Devil ist ein kathartischer Song. Es geht um die Befreiung aus den Klauen des Teufels, der hier für einen dunklen Lebensabschnitt steht, hin zum Licht zu einem besseren Morgen. SOBI erklärt : “Devil is a song that means a lot to me because it’s one of my most personal songs and it came out of a really difficult time. Writing it was a bit like therapy for me! I love playing it live and seeing how people connect with it so I’m very excited to release it as a single! I hope people who listen and relate will be able to find comfort in this song.”

Die sehr akkurat produzierte Musik spiegelt diese Katharsis. Es beginnt mit SOBIs fast melancholischem Gesang, nur begleitet von einer Gitarre und steigert sich zum euphorischen Schluss mit Klavierklängen und Chor.

Als Inspiration gibt SOBI die englische New-Folk-Szene an. Laura Marling ist natürlich ein gutes und passendes Vorbild. Ich bin überzeugt, dass wir noch viel von SOBI hören werden. Im Frühjahr 2020 wird ihre EP Home One Day mit selbst geschriebenen, sehr persönlichen Songs erscheinen. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

Unterstützen

Black Sea Dahu – neue EP „No Fire In The Sand“

Die Schweizer Black Sea Dahu sind eine Entdeckung des Jahres, deren Aufstieg man unbedingt weiterverfolgen muss. Sie sind bei Live-Konzerten – und davon haben sie 2019 sehr viele absolviert- ungemein sympathisch (Konzertbericht hier). Die im Vordergrund stehende, ebenso natürliche wie charismatische Sängerin Janine Cathrein fasziniert mit ihrer warmen dunklen Stimme.

Ihre Musik ist im rohen, leidenschaftlichen, urbanen Folk verwurzelt, der auch schon auf ihren zurecht viel gelobten Debüt-Album „White Creatures“ zu hören ist. Daran schließ die aus 5 Stücken bestehende EP „No Fire In The Sand“ (Spotify-Link) unmittelbar an, allerdings etwas dunkler und etwas tiefer, wie z.B Wie die berührende Ballade „How You Swallowed Your Anger“

Es gibt unfassbar viele neue Konzerte, darunter eines in Münster

05.10.19 – CH – Zürich, Restaurant Rechberg 1838
09.10.19 – CH – Chur, Werkstatt Chur
10.10.19 – CH – Schaffhausen, Kulturzentrum Kammgarn
11.10.19 – CH – Baden, Royal
12.10.19 – CH – St. Gallen, Palace
13.10.19 – CH – Luzern, Schüür

17.10.19 – FR – Paris, Mama Festival
18.10.19 – DE – Haldern, Haldern Pop Bar
19.10.19 – DE – Duisburg, Explorado
21.10.19 – DE – Hamburg, Knust
22.10.19 – DE – Berlin, Lido
23.10.19 – DE – Nürnberg, MUZ
24.10.19 – DE – Dresden, Schauburg
25.10.19 – AT – Lustenau, Carinisaal
26.10.19 – AT – Graz, PPC
29.10.19 – AT – Salzburg, Rockhouse Bar
30.10.19 – AT – Linz, Ahoi Pop Festival

06.11.19 – CH – Bern, Turnhalle im PROGR
07.11.19 – CH – Winterthur, Salzhaus
08.11.19 – CH – Thun, Mokka
09.11.19 – CH – Solothurn, Kulturfabrik Kofmehl
10.11.19 – CH – Basel, Kaserne Basel
15./16.11.19 – CH – Bern, Swiss Live Talents Muma

28.11.19 – FR – Limoges, El Doggo
30.11.19 – UK – Faversham, The Hot Tin
01.12.19 – UK – Newcastle, Bobik’s
03.12.19 – UK – London, The Grace
04.12.19 – UK – Manchester, The Castle
06.12.19 – BE – Eupen, Alter Schlachthof
13.12.19 – CH – Bulle, Ebullition
14.12.19 – CH – Davos, Songbird Festival

16.01.20 – NL – Amsterdam, Paradiso
17.01.20 – NL – Groningen, Eurosonic Festival

05.02.20 – DE – Esslingen, Dieselstraße
06.02.20 – DE – Übersee, Freiraum
07.02.20 – DE – Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei
08.02.20 – DE – Darmstadt, Bedroomdisco
10.02.20 – DE – Münster, Pension Schmidt
11.02.20 – DE – Langenberg, KulturGüterBahnhof
13.02.20 – DE – Leipzig, UT Connewitz
14.02.20 – DE – Lauenau, Kesselhaus
15.02.20 – DE – Altlandsberg, Buchholz Saloon

21.04.20 – DE – Frankfurt/M, Brotfabrik
23.04.20 – DE – Tübingen, Sudhaus
24.04.20 – DE – Jena, Kassablanca
25.04.20 – DE – Dortmund / JunkYard

22.05.20 – DE – Köln, Yuca 

ELIAS – I Give You The Best

Jetzt wird es hymnisch. ELIAS heißt das 20-jähige Musiktalent mit der außergewöhnlichen Stimme. In Schweden gehört ELIAS zu den hoffnungsvollsten Newcomern und war mit seinem Debütalbum, das im vergangenen Jahr erschienen ist, bereits für den Schwedischen Grammy nominiert. Mit dem eindringlichen Song “I Give You The Best” präsentiert der schwedische Sänger und Songwriter sein Universal Music-Debüt. Der Song verbindet Soul, Gospel und R&B, Pop und Urban Sounds zu einem wundervollen Mix.

Sleater-Kinney – The Future Is Here

Sleater-Kinney ist eine amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington, gegründet wurde. Sleater-Kinney ist ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Indie-Rock-Szene. Die Band ist für ihre feministischen und linksgerichteten Lyrics bekannt, besetzt also Themem der feministische Undergroud-Punk-Bewegung, die man Riot Grrrl nennt. Die aktuelle Besetzung besteht aus den Songschreiberrinnen und Ex-Geliebten Corin Tucker (Gesang und Gitarre) und Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang).Die langjährige Schlagzeugin Janet Weiss schied im Juli aus.

Der hier vorgestellte Song The Future Is Here gehört zum neuen Album The Center Won’t Hold (Spotify-Link), welches fünf Jahre nach der letzten LP „No Cities To Love“ (2014) gestern auf den Markt gebracht wurde. Das Album wurde von St. Vincent produzierten.

Neues Sleater-Kinney- Album „The Center Won’t Hold“ von St. Vincent produziert

Zur Entstehung des Songs The Future Is Here erklärte Corin Tucker im Podcast „Song Exploder“, dass sie vom experimentellen Opernsänger Joseph Keckler inspiriert wurde. Sie hatte eine seiner Shows besucht und dort sein Lied zum Thema Internet gehört. Ursprünglich wollte sie ein Duett mit einem Sänger, doch St. Vincent schlug vor, beide Stimmen selbst zu singen. „Es gibt so viele verschiedene Stimmen, die ein Songwriter erforschen kann und die in keiner Weise an Ihr eigenes Geschlecht oder Ihren eigenen Körper gebunden sein müssen“, sagt Corin Tucker. „Das ist ein wirklich befreiendes Element des Schreibens.“

Als Ladies lernen die Roit Grrrls Pop und verlieren ihre Drummerin

The Center Won’t Hold merkt man den Einfluss von St. Vincent deutlich an. Trotz deprimierter Texte zeigen Chorgesänge in den Refrains Funken von Hoffnung, so wie die Politiesierung der Jugend durch die Fridays for Future Bewegung hoffen lässt, auf die Bedrohung durch die Umweltzerstörung künftig anders zu reagieren. Insgesamt ist das Album der Mitt-Vierziger etwas weniger Punk und mehr Pop, was in meinen Ohren gut klingt. Diese Entwicklung der Band gefällt nicht allen. Am 1. Juli verkündete die Schlagzeugerin Janet Weiss auf Twitter: „ … with heavy sadness, I have decided to leave Sleater-Kinnney. The Band is heading in a new direction and it is time for me to move on.“

Alex The Astronaut – I Like To Dance

Alexandra Lynn (* 1995), die als Alex the Astronaut auftritt, ist eine australische Singer-Songwriterin und Gitarristin. Sie hat sich den Namen nicht von ungefähr gegeben, denn sie ist intelligent und sportlich fit. Lynn absolvierte das Pymble Ladies ‚College in Sydney, bevor sie Mathematik und Physik an der Long Island University in New York studierte, einschließlich einer Arbeit über Sonolumineszenz. Gleichzeitig spielte sie für die LIU Post Pioneers Fußball. Das sind eigentlich gute Voraussetzungen, um sich bei der NASA als Astronautin zu bewerben.

In  ihrer am 07.08. erschienenen Single „I Like To Dance“ widmet sich einem ebenso sensiblen wie bedeutsamen Thema: Der häuslichen Gewalt. Alex singt immer sehr deutlich sodass man auch als nicht nativ Englishspeaker ihre Texte gut verstehen kann. Zudem wurde zum Lied ein Lyric-Video erstellt, so dass man den Text  auch auf diese Weise gut nachverfolgen kann.

Aus der Sicht einer Betroffenen wird geschildert, wie eine liebevolle Beziehung zunehmend von Gewalttätigkeiten des Mannes überschattet wird, welche Konsequenzen diese Entwicklung für beide Partner besitzt – und wieso die Bindung dennoch bestehen bleibt und nicht einfach aufgelöst werden kann.

„‚I Like to Dance‘ ist nicht meine Geschichte, aber eine, bei der ich das Gefühl hatte, dass es wichtig wäre, sie zu erzählen„, erläutert Alex The Astronaut ihre Motivation hinter diesem Song. Die Musikerin ist hiervon glücklicherweise nicht persönlich betroffen, jedoch trotzdem davon sehr berührt – von den zahllosen, oft anonymen Schicksalen, die den realen Hintergrund für die fiktive Geschichte bilden, die in „I Like To Dance“ geschildert wird. Zu dem Lied wurde ein Lyric-Video erstellt, das es hier zu sehen gibt:

Angie McMahon debütiert mit Salt

Alle Fotos Caitlin Reilly

Heute am 26.07. veröffentlichte Angie McMahon ihr Debütalbum „Salt„.  Das Album entstand innerhalb einer Woche in einem angemieteten Landanwesen unweit ihrer Heimatstadt Melbourne, in das sie sich für die Aufnahmen mit ihrem befreundeten Co-Produzenten und Bassisten Alex O’Gorman zurück gezogen hatte. Es stellt eine facettenreiche Sammlung von Songs dar, die zahlreiche unterschiedliche Einflüsse offenbaren und von flüsternden Balladen bis hin zu schlagkräftigem Rock eine enorme künstlerische Bandbreite umfassen: Treibende Drums und Crunch-Gitarren wechseln sich hier mit sanften Momenten voller Verletzlichkeit ab.

Auch diese sympathisch die Singer-Songwriterin kommt von Down Under. Mittlerweile zählt Angie McMahon zu den wichtigsten australischen Musikexporten, wie das euphorische Medienecho zeigt:

Wow, wenn es diese Stimme nicht gäbe, müsste man sie erfinden.“ – tip

ihre Stimme ist wunderbar und das Songwriting so erfrischend wie vielfältig.“ – Südwest Presse

„die Stimme von Angie McMahon ist groß – und kann noch viel größer werden.“ – br.de

In der Riege junger australischer Indie-Künstlerinnen ist Angie McMahon zur Zeit die am vielfältigsten schillernde Galionsfigur.“ – Gaesteliste.de

Als Anspieltipps gibt es die Tracks  Keeping Time und And I Am A Woman 

auf die Ohren.