The Japanese House – Lilo

Auf diesen Act bin ich durch den empfehlenswerten Blog Bedroomdisco aufmerksam geworden. Danke dafür.

Es geht um die Band The Japanese House und ihren Kopf, die noch junge Amber Bain. Bedroomdisco schreiben:

„Doch während sich die mittlerweile 23-jährige Londonerin seit langem einer aufstrebenden Karriere erfreuen kann, entstand und thematisiert ihr am 1.3. via Caroline International erscheinendes Debüt  Good At Falling eher dunkle private Momente der Musikerin. So geht es schon in der ersten Single Lilo um den Zerfall ihrer Beziehung zur Musik-Kollegin Marika Hackmann, die auch im Video zu sehen ist. Bain beschreibt es so: ‚To me, her every movement – paired with her approach to life – seemed as serene as the image of a lilo floating across a swimming pool…I seem quite helpless in the lyrics. I could definitely tell that I was losing her. I knew, I just knew, that something was ending.‘

Doch aus dem Ende der Beziehung hat Bain zumindest ein kraftvolles Werk geschaffen, dass noch mal neuen Schwung in ihr Schaffen bringt  – wir sind gespannt auf dieses Debütalbum und sagen: Behaltet The Japanese House in 2019 unbedingt auf dem Radar!“

Dem schließe ich mich gerne an.

Neues Video: Alice Phoebe Lou - Skin Crawl


Pressefoto: Jonathan Koppe

Alice Phoebe Lou hat gestern ihr neues Video zu „Skin Crawl“ veröffentlicht. Es feierte seine Weltpremiere bei The Fader, die darüber sagen: “A song you need to hear today… a powerful and stunning piece of music that bloomed from horrible circumstances“ („Ein Song, den du heute hören musst … ein kraftvolles und atemberaubendes Musikstück, das aus schrecklichen Umständen erblühte. „) 

Für sie typisch ist es ein Do it Yourself- Video mit Freunden und Bandmitgliedern als Komparsen. Auf humorvolle Weise verwandelt sie Männer zu Objekten und stellt die Geschlechterrollen auf den Kopf. Sie verarbeitet damit ein ernstes Thema, nämlich persönlich erlebte sexuelle Übergriffe und einen Vorfall mit KO-Tropfen.

Dazu teilt Alice Phoebe Lou in einem Statement mit, warum sie diesen Song geschrieben hat.

„Ich war im Herzen von Manhattan solo unterwegs um mir Angel Olsen anzusehen. Ich war begeistert. Ich endete in einer Bar und trank ein paar Drinks mit Fremden. Es wurde mir schwindelig und wollte ein Taxi rufen. Das letzte, woran ich mich erinnere, ich stand an einer Ecke und wusste nicht mehr, wie mein Telefon funktioniert. Ich hatte das Gefühl, meine Welt wäre auf den Kopf gestellt, ich geriet in Panik. Ein paar Stunden sind aus meiner weg und ich habe die Erinnerung nie zurückbekommen. Brooklyn um 4 Uhr morgens, ich kann kaum laufen, begleitet von einem Mann, den ich noch nie gesehen habe. Er bringt mich irgendwo hin. Ich erinnere mich, dass ich dachte, er würde mich in Sicherheit bringen, weil ich hinfalle und ich brauchte eindeutig einen sicheren Ort. Durch irgendwas erkannte ich plötzlich, dass ich in Gefahr war. Ich zog meine Jacke aus und rannte so schnell ich konnte. Laufen, Fallen, Weinen und Pissen in die Hose. Ich habe mich noch nie so gefürchtet. Freundliche Fremde brachten mich in Sicherheit. Am nächsten Tag war ich ein Wrack. Ich zerbrach mir den Kopf, wie jemand etwas in mein Getränk schütten konnte. Aber ich hatte noch Glück, viele Leute haben es nicht. Es dauerte Tage, bis ich mich wieder gut fühlte. Körperlich und in meinen Gedanken. Aber mir wurde klar, wie wichtig es für mich war, mich von diesem Moment nicht definieren zu lassen und mir nicht nehmen zu lassen, was mir so wichtig war: die Unabhängigkeit, alleine auszugehen. Also habe ich es wieder getan. Nur wenige Tage später. Versuchen, von der Angst zu lösen und mich nicht kontrollieren zu lassen. Ich ging zu einer Fela Kuti-Night und tanzte mir die Füße platt. Aber ich erinnere mich, dass ich mir der Männer auf der Tanzfläche um mich herum so bewusst war; Wie oft wurde ich an Stellen berührt, an denen ich es nicht mochte, wie oft wurde ich begrapscht, mir gesagt, ich muss lächeln, mit, du weißt schon was, an mir gerieben. Ich hatte das Gefühl, ich musste Männer abwehren, als wäre es eine Art krankes Spiel und die Umstände machten es mir so schwer, mich einfach zu amüsieren. Ich bin mit Wut nach Hause gekommen, bereit, alles auf den Kopf zu stellen, ein Lied aus meiner Perspektive zu schreiben, was mich ankotzt, um es von meiner Brust zu nehmen, und es in Brand gesetzt, damit es mich nicht mehr im Griff hat. Es geht um die kleinen Dinge ; die Worte, die Kommentare, das Gefühl, das sich jedes Mal den die Hals zuzieht, wenn man dir sagt, dass du eine Schlampe bist, weil Sie ihm nicht Ihre Nummer geben willst. Denn für mich sind es die kleinen Dinge, die den Ausgangspunkt einer umfassenderen Kultur des Nichtgewünschten und der sexuellen Aggression bilden.. Und ich schätze, ich musste einen Song schreiben, der direkt auf den Punkt kam. Ich finde, wenn es um „schwere“ Themen geht, die für Sie wichtig sind, kann dies ein schwieriger Balanceakt sein, wenn du versuchst, die Botschaft zu vermitteln und gleichzeitig die Poesie aufrechtzuerhalten. Normalerweise benutze ich Humor als Werkzeug, um die Botschaft zu vermitteln, indem ich den Leuten mitteile, dass ich mich nicht zu ernst nehme und dass wir am Ende alle lachen können.Feminismus und meine persönliche Erfahrung als Frau sind Themen, über die ich mehr schreibe, weil sie für mich und meine menschliche Erfahrung relevant sind. Ich habe viel als Teenager & junge Frau durchgemacht und hatte eine Reihe extrem negativer und traumatischer Erlebnisse mit Männern. Das heißt nicht, dass ich Männer über einen Kamm schäre. Ich habe das Glück, eine unglaubliche Gemeinschaft von unterstützenden, sensiblen und wunderbaren Männern in meinem Band- und Sozialleben zu haben, und ich bin ihnen so dankbar. Dies sind die gleichen Männer, die in meinem Musikvideo zu „Skin Crawl“ erscheinen, enge Freunde, die gerne eine Rolle in einem Video spielten, in dem ich sie als meine Objekte und meine Möbel verwenden durfte, um die Dinge auf den Kopf zu stellen und auf humorvolle Art, diese Geschichte visuell zu erzählen. Es war eine Freude, dieses Video zu machen; ein DIY, niedriges Budget, ein Tag voller Liebe, mit viel Lachen und so viel Mühe. Der Song möchte, dass wir alle auf eine Welt / Community / Club-Umgebung hinarbeiten, in der wir uns darum bemühen, dass sich der andere zu jeder Zeit wohl und sicher fühlt. Denn das ist wirklich der Traum. Gemütlich & sicher & gleich. “ ( Übersetzung Th.Wolff)

„Skin Crawl“ ist die zweite Single aus Alice Phoebe Lous neuem Album „Paper Castles“, das am 8. März bei MOTORMUSIC erscheint.

Valley Maker – Beautiful Birds Flying

Hinter dem Folk-Projekt Valley Maker steckt Austin Crane, ein in Seattle ansässiger Songwriter. Wer die Musik von „The War On Drugs“ gut findet, der wird auch Valley Maker mögen. Im Oktober 2018 veröffentliche Crane sein erst zweites Album „Rhododendron“. Der daraus stammende Song Beautyfull Birds Flying hat mich mit seinem Refrain mit den Backgroundstimmen gekriegt.

Wer so schöne Musik schreiben kann, muss ein empathischer Mensch sein. Austin Crane berichtete zur Enstehung des Songs selbst:

„Ich habe“ Beautiful Birds Flying „in Portland aufgenommen, Oregon mit Chaz Bear (Toro y Moi), den ich kenne, seit wir zusammen an der University of South Carolina ein College besucht haben. Es war das erste Lied, das wir für Rhododendron aufgenommen haben, und ich denke, dass die atmosphärischen Weite, die die Kernelemente des Songs umhüllt, den Rest des Aufnahmevorgangs beeinflusste. Ich habe vor einigen Jahren „Beautiful Birds Flying“ geschrieben, nachdem ich von dem schrecklichen Anschlag  auf die Emanuel-Kirche in Charleston, South Carolina, gehört hatte (einem Ort, den ich sehr liebe, in dessen Nähe ich aufgewachsen bin). Für mich verarbeitet das Lied den Kummer und die Schwere, an einem Ort und zu einer Zeit zu leben, an dem Ereignisse wie diese immer wieder vorkommen, und wirft die größere Frage auf, wie man in Bezug auf andere Menschen in diesem Umfeld am Leben bleibt. “

neu & gut: The Dove & The Wolf – Queens

The Dove & The Wolf ist ein alternatives Folk-Pop-Projekt der beiden Französinnen Paloma Gil und Lou Hayat, die schon als Teenager in Paris zusammen musizierten. Zunächst coverten sie ihre Lieblingsbands Muse oder System of a Down. Doch schon bald schrieben sie eigene Musik und brachten 2012 ihre erste selbstbetitelte EP als The Dove & The Wolf heraus. Der Name ergibt sich aus einer annähernden mehrsprachigen Übersetzung ihrer Vornamen. Die Taube wird in Spanien Paloma genannt und Lou klingt fast so wie das französische Wort Loup für Wolf.

2014 tourten die beiden Frauen durch die USA. Sie erkoren Philadelphia zu ihrer Wahlheimat. Dort ließen sie sich nieder, um ihre zweiten EP (The Words You Said) fertigzustellen. Das Duo musste jedoch zunächst nach Paris zurückkehren, weil ihr Visum Mitte 2015 auslief. Es dauerte einige Monate bis ein neues Visum ausgestellt wurde und so bekamen sie die Terroranschläge von Paris im November 2015 mit. Diese Tragödie beeinflusste das Songwriting für ihre nächste EP mit dem Titel „I Don’t Know What to Feel„, die sie in Philadelphia aufnahmen im März 2017 veröffentlichten.

Am 3. Mai 2019 werden The Dove & The Wolf ihr Debüt-Album mit dem Titel „Conversations heraus bringen. Vorab erschien nun die Singel Queens, wobei nicht Königinnen, sondern der Stadtteil New Yorks gemeint ist. Paloma Gil und Lou Hayat verschlingen darin ihr Gitarren-Spiel und ihre Vocal-Harmonien zu einem luziden Dream-Pop.

Bei den Aufnahmen erhielten sie prominente Unterstützung. Das Album wurde, wie auch schon die EP „I Don’t Know What to Feel“, wieder von Dave Hartley, dem Bassisten von „The War On Drugs“ produziert. Die Basslinie in Queens könnte auch in einen Stück von WOD bestehen, was daran liegt, dass Dave Hartley auch den Bass bedient. Mit von der Partie waren ebenfalls WOD-Mitglied Charlie Hall (Percussion) und am Schlagzeug Craig Hendrix, der als Producer und Schlagzeuger bei „Japanese Breakfast“ genügend Erfahrung mit dem Genre Dreampop hat.

In dem Video zu Queens werden Wohnlandschaften gezeigt, in die sich die beiden Sängerinnen zwar mit ihrer farblich perfekt abgestimmten Kleidung harmonisch einfügen, aber sukzessive immer mehr Chaos verbreiten. Dies mag ein Bild dafür sein, dass in dem Nomadenleben der beiden, nie lange an einem Ort, ständig pendelnd zwischen Paris, New York und Philadelphia kein Platz für eine allzu heimelige Wohnung ist.

Lieblingsstück: Linnea Olsson – What

18.10.2013, 20.00 UhrO2 World Hamburg, wir sind mit Freunden aus Münster angereist und warten auf Peter Gabriel mit Tony Levin, David Sancious, Manu Katché und David Rhodes zu einem Konzert im Rahmen seiner „So“ live: Back To Front – Europa-Tour. Freund Uli ist großer Peter Gabriel Fan. Wir erhoffen in der ausverkauften Arena eine großartige, perfekt choreographierte Live-Show der alten Haudegen und werden nicht enttäuscht. Darum soll es hier aber nicht gehen.

Denn der Abend bot schon vor dem Auftritt von Peter Gabriel einen musikalischen Leckerbissen. Gabriels Backroundsängerinnen Jennie Abrahamson und Linnea Olsson präsentieren als Vorprogramm eigene Lieder, welche durch einen glasklaren Gesang bei nur minimalistischer instrumentaler Begleitung überzeugen. Mich beeindruckte Linnea Olsson so sehr, dass ich mir noch am selben Abend im Hotel ihrer CD Ah! Bei Amazone erworben habe.

Linnea Olsson ist eine schwedische Sängerin, Songwriterin und Cellistin. Ihre frühere Band hieß Isildurs Bane (Fluch). Tolkien lässt grüßen. Linnea Olsson macht Popmusik, wobei sie nur zwei Instrumenten benutzt, ihr Cello ( mit Loop-Gerät) und ihre Stimme. Das ergibt den faszinierenden Sound. Ah! war ihr Debüt-Solo-Album. Mein Lieblingsstück „ What“ stammt aus dem zweiten Album Breaking and Shaking aus dem Jahr 2014

J.S. Ondara – American Dream

J.S. Ondara ist ein Singer-Songwriter aus Minneapolis, Minnesota. Er wurde in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, geboren und wuchs dort auf, zog aber nach Minneapolis, um eine musikalische Karriere zu verfolgen. Als er in die USA zog, entschied sich Ondara für Minnesota, weil er Bob Dylan verehrte, dieser ja in Minneapolis geboren ist und dort seine Kindheit und Jugend verbrachte. Aber wie kam es zu der Verehrung von Bob Dylan? Ondara erzählte dazu selbst, das er zu Hause in Nairobi in seinem kleinen Kofferradio zunächst am liebsten Rockmusik von Nirwana oder Guns N’ Roses gehört hatte, wie viele Jugendliche auf der Welt.

Dann habe sein Klassenkamerad die für ihn absurde Meinung vertreten, dass “Knockin’ On Heaven’s Door” in Wahrheit gar kein Song von Guns N’ Roses sei, sondern ursprünglich von einem Typen namens Bob Dylan geschrieben worden war. Ondara habe aber unerschütterlich an seinem Standpunkt – von Guns N’ Roses- festgehalten und schließlich sogar um 100 Kenia-Schillinge darauf gewettet. „Hundert Schillinge später fand ich heraus, dass ich falsch gelegen hatte. Aber so entdeckte ich immerhin Bob Dylan.So verguckte ich mich in die Musik von Songwritern wie Neil Young, Ray Lamontagne, Damien Rice, Ryan Adams und vielen anderen.“

Der Weg nach Amerika Und zum Vertrag bei Verve war für Ondara weit, aber er hat es geschafft und der junge Mann aus Nairobi , der wie ein amerikanischer Sänger klingen will, ist nun mit seinen Songs nun weltweit unterwegs. Auch hier bei uns

Alice Phoebe Lou-Something Holy

Die junge Sängerin und Songschreiberin Alice Phoebe Lou mit südafrikanischen Wurzeln (geb. 1993 in Kapstadt) zog es schon früh in die Welt hinaus. Mit 18 verließ sie ihre Heimat Richtung Europa, zunächst nach Amsterdam. Dort lebte sie als Straßenkünstlerin und verdiente ihr Geld mit Feuertanz. Bald verschlug es sie, wie so viele Künstler, in den Hotspot Berlin. Sie besann sich auf ihr Talent als Singer/Songwreiterin. Gitarre und Piano hatte sie sich autodidaktisch beigebracht. Mit akkubetriebenen Verstärker für Gitarre und Mikrofon konnte man Lou an der U-Bahn Station Warschauer-Straße bei Straßenkonzerten zuhören. 2016 erschien ihr Debüt-Album „Orbit“, welches sie selbst finanzierte. Bewusst  entschied sie sich gegen Angebote einiger namhafter Plattenfirmen für das  kleine  Label „MOTORMUSIC“ und gegen einen festen Plattenvertrag, weil sie gegen die Kommerzialisierung ihrer Musik ist.  Mit „Something Holy“ gelingt Alice Phoebe Lou ein zartes, auch textlich wunderbares Liebeslied, welches leicht jazzig rüber kommt.