ALICE PHOEBE LOU am 12.04. 2019 POPSALON Osnabrück

Von den Straßen Berlins in die Konzertsäle der Welt

Die südafrikanische Wahlberlinerin konnte man vor einger Zeit mit akkubetriebenem Verstärker für Gitarre und Mikrofon in Berlin an der U-Bahn Station Warschauer-Straße bei Straßenkonzerten erleben. Bewusst  entschied sie sich gegen Angebote einiger namhafter Plattenfirmen für das  kleine  Label „MOTORMUSIC“ und gegen einen festen Plattenvertrag, weil sie gegen die Kommerzialisierung ihrer Musik ist.  Mit ihrem zweiten Album „Paper Castles“ tourte sie im März durch die USA und Kanada und wird jetzt im April in vielen Städten Europas zu sehen sein.

Zum Glück macht sie auch am 12.04.2019 im Popsalon in Osnabrück halt. Ich freue mich auf die einzigartige Mischung von Indie-Rock-Balladen, Blues , Jazz und diese bezaubernde Stimme. Aus dem Album „Paper Castles“ hier das zeitlos arrangierte Stück Nostalgia. Sie kann es durchaus mit der großen Ella Fitzgerald oder mit Mama Cash von den Mamas & Papas aufnehmen. Dream A Little Dream Of Alice Phoebe Lou.

Das Konzert finder statt:

Haus der Jugend
Große Gildewart 6-9
49074 Osnabrück

SOAK – Déjà-vu

SOAK ist ein Akronym aus den Worten Soul und Folk. Obwohl ihr Musikstil weder in die eine, noch in die andere Schublade passt, hat sich die erst 23-jährige nordirischen Singer-Songwriterin Bridie Monds-Watson diesen Künstlernamen gegeben. SOAK fällt dadurch auf, dass sie einen Tomboy-Style fährt und auch damit nicht in gängige Schubladen passt.

Der Song Déjàvu beschreibt die irreale Situation und Hoffnungslosikeit , wenn ein Unglück eintritt, das man genau so erwartet hat.

„No heaven in front of me
A neon light catastrophe
No unexpected emergency
Nothing’s new, déjà vu, déjà vu, déjà vu, déjà vu“

Der im Retro-Style aufgenommene Song Déjà Vu ist eine Auskopplung aus SOAKs neuem Album Grim Town, welches am 26. April auf Rough Trade Records erscheinen wird.

Twin Shadow – Truly

Die Wurzeln des in Florida aufgewachsenenSängers und Songwriters George Lewis Jr., liegen in der  Dominikanischen Republik. Als Twin Schadow hat er bereits 4 Alben veröffentlicht, zuletz im Jahr 2018 „Caer“, auf dem sich das großartige „Saturdays“ befindet, das er mit den Haim-Schwestern eingesungen hat.

Twin Shadow hat ein eigenes Plattenladel mit dem Namen Cheree Cheree gegründet. Im August 2019 soll dort seine noch unbenannte LP erscheinen. Die Wartezeit verkürzt TwinShadow mit seiner jetzt erschienenen Single Truly. Aus musikalischer Sicht ist der Song eine sehr ehrgeizige Produktionen. Harfe, Orchestersaiten, Bachata-Gitarrenriffs und einen Reggaeton-Beat erzeugen eine Melange zwischen Bombast und Intimität.

Lewis sagte dazu in einer Presseerklärung über das Lied: „In der Liebe sind so viele von uns Nostalgiker, die sich nach den Gefühlen der ersten Erfahrung sehnen, der ersten Berührung, dem ersten Ort der freudigen Tränen. Von unserer Geschichte geprägt sind wir manchmal falle in die Falle, diese Gefühle wieder herstellen zu wollen, das erste „alles“ für jemanden anderen sein zu wollen.’Truly‘ „befasst sich wirklich mit diesen Fehltritten und Frustrationen.“

Alice Phoebe Lou – Neues Album Paper Castles

Im Jahr 2016 debütiere Alice Phoebe Lou mit dem Album Orbit, das ihr viel Lob von Seiten der Medien und Kritiker einbrachte. Alice Phoebe Lous Song „She“ schaffte es als Soundtrack für den Film „Geniale Göttin: Die Geschichte von Hedy Lamarr“ auf die Shortlist für den Oscar in der Kategorie „Best Original Song“. Alice Phoebe Lou war außerdem nominiert für den VUT Indie Award als „Beste Newcomerin“ sowie für den Preis für Popkultur als „Beste Solokünstlerin“.
Heute erschien Alice Phoebe Lous zweites Album Paper Castles, produziert von Noah Georgeson (Joanna Newsom, Adam Green). Nicht zufällig hat sie den Internationalen Frauentag als Veröffentlichungsdatum für ihr neues Album gewählt, denn sie singt über Feminismus und Weiblichkeit, über Freiheit und Unabhängigkeit, über Erwartungen und Selbstbestimmung.

“I don’t need to have a prince at my ball. How about right now I’m my own prince” (Skin crawl).

Alice Phoebe Lou baut sich ihre eigenen Schlösser. Sie sind leicht und offen und lassen sich an jedem Ort der Welt aufstellen. Sie lassen sich ebenso schnell umbauen und wieder einreißen und neu aufbauen und können manchmal sogar fliegen. Das ist wichtig, denn festlegen und einsperren würde sich Alice nie. Mitunter kann auch eine Baumkrone aus Erinnerung an ihre Kindheit in Südafrika ein Schloss sein.

„I can still smell the fynbos after a nights rain and the fairies and the magic that blossom from our brains and there’s a child in the tree tops is she still me” (Fynbos)

Alice Phoebe Lou spielt nicht nach den Regeln des Musikbusiness. Sie spielt noch nicht einmal nach den Regeln einer Gesellschaft, die immer nach größer, schneller, erfolgreicher strebt. Sie sagt den großen Plattenlabels ab und bleibt unabhängig. Sie möchte sich nicht verkaufen. Sie macht nur das, wo sie mit ganzem Herzen dahinterstehen kann. Die Musikpresse bezeichnet das gerne als authentisch. Das macht ihren Charme aus, ihre Glaubwürdigkeit, ihren „Spark“. Der Funke, der überspringt, sobald man die ersten Takte ihrer Musik hört: ihre durchdringende, helle Stimme, die sich über jazzige Folk-Akkorde legt.

“Didn’t wanna be told what I’m supposed to look like. Didn’t wanna be told what makes a woman look right.” (My outside)

Ich bin ganz verzaubert von dieser Sängerin und ihrer Musik. Es fällt schwer, sie einzuordnen, zwischen Old- Fashion-Jazz und modernem Indie-Pop. Aber genau diese Unschärfe ergibt den Reiz.

Freya Ridings – You Mean The World To Me

Die  Newcomerin Freya Ridings aus North London hatte als Schülerin nicht leicht gehabt. Sie erzählte, dass sie von den Mitschülern ihres Internats gemobbt wurde. Sie habe in der Schule wegen einer extremem Dyslexie (eingeschränkte Fähigkeit, Wörter oder Texte zu lesen und zu verstehen) wirklich Probleme gehabt, also habe sie sich der Musik zugewandt, als Fluchtpunkt und als Ort, an dem sie lernen konnte, sie selbst zu sein.

Damit war sie sehr erfolgreich, wie der Hit der 24jährigen „Lost Without You“ im letzten Jahr gezeigt hat. Sie wurde mit wurde mit Florence Welch von Florence + The Machine und Hannah Reid von London Grammar verglichen.

Am vergangenen Freitag  veröffentlichte Freya Ridings ihre neue Single You Mean The World To Me, mit der sie ihre großartige  Stimme unter Beweis stellt. Ich habe einen etwas flotteren Mix des Stückes ausgesucht.

Helado Negro – Running

Dass ein Lied über das Laufen einen Marathonläufer, wie mich, ansprechen muss, ist klar. Roberto Carlos Lange, der auf der Bühne den Namen Helado Negro trägt, hat einen sehr fluffigen Song mit dem Titel Running gemacht, der auf einem weichen Piano-Groove basiert.

Im Video sieht man auch einen jungen Mann laufen. Im Text geht es aber nicht etwa um die Vorbereitung auf eine Marathon, sondern um Realitätsflucht.

Fading true
I met you
Walk my mind

Terrible
Loving whole
I’m just laughing

Because I​ feel you
In my mind
All the time

Because I see you
In my hands
Everyday

You got me running

„Running ist ein Gedicht. Darin habe ich Gefühle und persönliche Geschichten begraben“, schrieb Lange in einer Pressemitteilung. „Das meiste ist nur für mich und einiges für dich.“

Helado wuchs in Miami, Florida auf. Seine Eltern kamen aus Ecuador. Bühnenerfahrung erwarb er in der Hip-Hop- und elektronische Musikszene. Helado Negro ist in seinen Texten konsequent zweisprachig (Englisch und Spanisch). Mit einer hybriden Identität und Musik als Vehikel beseitigter Sprach- und Kulturbarrieren. Das neue Album This Is How You Smile erscheint am 08. März.

Dermot Kennedy – Lost

Es läuft gerade gut für den 25 jährigen Iren Dermot Kennedy. Folgt man seiner Biografie, dann begann der Lauf damit, dass er Glen Hansard auf der Strasse kennengelernt hatte. Hansard beann seine musikalische Karriere als Straßenmusiker in Dublin.und ist inzwischen auch als Songwriter für Kinofilme bekannt (z. B. Die Tribute von Panem – The Hunger Games). Einige Jahre später , als Kennedy seine ersten Aufnahmen machte, erinnerte er sich an Hansard und lud ihn ins Studio ein. Daraus wurde zwar nichts, aber Hansrd bot ihm an, zehn Minuten auf der Bühne mit Hansards bei seiner ausverkauften Weihnachtsshow zu spielen. Kennedy nutzte seine Zeit im Rampenlicht und spielte eine beeindruckende Version seiner 2016er-Single „After Rain“. Von der BBC gelobt und von der Irish Times als „woodsy romantic folk pop,“ gepriesen, sammelte der Track auf Spotify unglaubliche 19 Millionen Streams. Aufbauend auf die Popularität foigte die EP ‚Doves & Ravens‘. Dabei mischte er seine akustische Gitarre mit dem programmierten Sound des Schlagzeugs. Zusammen mit seiner zerrissenen Stimme entwickelte er daraus seine düsteren Sound. 2018 nahm in der npr-Reihe tiny-desk-concert eine unglaublich schöne Live- Performance auf, bei der er sich extra einen Gospel-Chor hinzu holte ( hier zu sehen). Ende des Jahres folgte die Hit-Single „Power Over Me„.

Lost ist die nächste Auskopplung aus dem noch folgenden Album DK1.   Dermot Kennedy sagt selbst zu den Lyrics, dass schlimme Dinge passieren könnten, und wenn dies der Fall sei, seiest du die Liebe und den Schutz zugetaner Menschen angewiesen , um dich aufzufangen und durch dich den Sturm zu führen., in dem du dich befindest. Es gehe darum, sich gegenseitig in schlechte Zeiten zu stützen.