Sleater-Kinney – The Future Is Here

Sleater-Kinney ist eine amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington, gegründet wurde. Sleater-Kinney ist ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Indie-Rock-Szene. Die Band ist für ihre feministischen und linksgerichteten Lyrics bekannt, besetzt also Themem der feministische Undergroud-Punk-Bewegung, die man Riot Grrrl nennt. Die aktuelle Besetzung besteht aus den Songschreiberrinnen und Ex-Geliebten Corin Tucker (Gesang und Gitarre) und Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang).Die langjährige Schlagzeugin Janet Weiss schied im Juli aus.

Der hier vorgestellte Song The Future Is Here gehört zum neuen Album The Center Won’t Hold (Spotify-Link), welches fünf Jahre nach der letzten LP „No Cities To Love“ (2014) gestern auf den Markt gebracht wurde. Das Album wurde von St. Vincent produzierten.

Neues Sleater-Kinney- Album „The Center Won’t Hold“ von St. Vincent produziert

Zur Entstehung des Songs The Future Is Here erklärte Corin Tucker im Podcast „Song Exploder“, dass sie vom experimentellen Opernsänger Joseph Keckler inspiriert wurde. Sie hatte eine seiner Shows besucht und dort sein Lied zum Thema Internet gehört. Ursprünglich wollte sie ein Duett mit einem Sänger, doch St. Vincent schlug vor, beide Stimmen selbst zu singen. „Es gibt so viele verschiedene Stimmen, die ein Songwriter erforschen kann und die in keiner Weise an Ihr eigenes Geschlecht oder Ihren eigenen Körper gebunden sein müssen“, sagt Corin Tucker. „Das ist ein wirklich befreiendes Element des Schreibens.“

Als Ladies lernen die Roit Grrrls Pop und verlieren ihre Drummerin

The Center Won’t Hold merkt man den Einfluss von St. Vincent deutlich an. Trotz deprimierter Texte zeigen Chorgesänge in den Refrains Funken von Hoffnung, so wie die Politiesierung der Jugend durch die Fridays for Future Bewegung hoffen lässt, auf die Bedrohung durch die Umweltzerstörung künftig anders zu reagieren. Insgesamt ist das Album der Mitt-Vierziger etwas weniger Punk und mehr Pop, was in meinen Ohren gut klingt. Diese Entwicklung der Band gefällt nicht allen. Am 1. Juli verkündete die Schlagzeugerin Janet Weiss auf Twitter: „ … with heavy sadness, I have decided to leave Sleater-Kinnney. The Band is heading in a new direction and it is time for me to move on.“

Alex The Astronaut – I Like To Dance

Alexandra Lynn (* 1995), die als Alex the Astronaut auftritt, ist eine australische Singer-Songwriterin und Gitarristin. Sie hat sich den Namen nicht von ungefähr gegeben, denn sie ist intelligent und sportlich fit. Lynn absolvierte das Pymble Ladies ‚College in Sydney, bevor sie Mathematik und Physik an der Long Island University in New York studierte, einschließlich einer Arbeit über Sonolumineszenz. Gleichzeitig spielte sie für die LIU Post Pioneers Fußball. Das sind eigentlich gute Voraussetzungen, um sich bei der NASA als Astronautin zu bewerben.

In  ihrer am 07.08. erschienenen Single „I Like To Dance“ widmet sich einem ebenso sensiblen wie bedeutsamen Thema: Der häuslichen Gewalt. Alex singt immer sehr deutlich sodass man auch als nicht nativ Englishspeaker ihre Texte gut verstehen kann. Zudem wurde zum Lied ein Lyric-Video erstellt, so dass man den Text  auch auf diese Weise gut nachverfolgen kann.

Aus der Sicht einer Betroffenen wird geschildert, wie eine liebevolle Beziehung zunehmend von Gewalttätigkeiten des Mannes überschattet wird, welche Konsequenzen diese Entwicklung für beide Partner besitzt – und wieso die Bindung dennoch bestehen bleibt und nicht einfach aufgelöst werden kann.

„‚I Like to Dance‘ ist nicht meine Geschichte, aber eine, bei der ich das Gefühl hatte, dass es wichtig wäre, sie zu erzählen„, erläutert Alex The Astronaut ihre Motivation hinter diesem Song. Die Musikerin ist hiervon glücklicherweise nicht persönlich betroffen, jedoch trotzdem davon sehr berührt – von den zahllosen, oft anonymen Schicksalen, die den realen Hintergrund für die fiktive Geschichte bilden, die in „I Like To Dance“ geschildert wird. Zu dem Lied wurde ein Lyric-Video erstellt, das es hier zu sehen gibt:

Angie McMahon debütiert mit Salt

Alle Fotos Caitlin Reilly

Heute am 26.07. veröffentlichte Angie McMahon ihr Debütalbum „Salt„.  Das Album entstand innerhalb einer Woche in einem angemieteten Landanwesen unweit ihrer Heimatstadt Melbourne, in das sie sich für die Aufnahmen mit ihrem befreundeten Co-Produzenten und Bassisten Alex O’Gorman zurück gezogen hatte. Es stellt eine facettenreiche Sammlung von Songs dar, die zahlreiche unterschiedliche Einflüsse offenbaren und von flüsternden Balladen bis hin zu schlagkräftigem Rock eine enorme künstlerische Bandbreite umfassen: Treibende Drums und Crunch-Gitarren wechseln sich hier mit sanften Momenten voller Verletzlichkeit ab.

Auch diese sympathisch die Singer-Songwriterin kommt von Down Under. Mittlerweile zählt Angie McMahon zu den wichtigsten australischen Musikexporten, wie das euphorische Medienecho zeigt:

Wow, wenn es diese Stimme nicht gäbe, müsste man sie erfinden.“ – tip

ihre Stimme ist wunderbar und das Songwriting so erfrischend wie vielfältig.“ – Südwest Presse

„die Stimme von Angie McMahon ist groß – und kann noch viel größer werden.“ – br.de

In der Riege junger australischer Indie-Künstlerinnen ist Angie McMahon zur Zeit die am vielfältigsten schillernde Galionsfigur.“ – Gaesteliste.de

Als Anspieltipps gibt es die Tracks  Keeping Time und And I Am A Woman 

auf die Ohren.

Die Höchste Eisenbahn – Zieh mich an

Am 16.08. 2019 wird das von Moses Scheider produziert neue Album von Die Höchste Eisenbahn erscheinen. Es heißt Ich glaub dir alles. Um die ja nicht mehr allzu lange Wartezeit  noch zu verkürzen, gibt es daraus schon mal die dritte Single  Zieh mich an samt eines im Pferdestall gedrehten Videos.

Max Schröder, Moritz Krämer, Francesco Wilking und Felix Weigt haben hierbei ein unwahrscheinlich lässiges Stück Musik abgeliefert.Man möchte es zusammen in eine Playlist mit Stings “One Fine Day” oder Dire Straits “ Romeo and Juliet” packen.

Textlich transportieren Die Höchste Eisenbahn ein männliches Rollenverständnis, fernab vom Macho-Bild. Der Mann darf hier ängstlich sein und sich ganz in die hand der besseren Hälfte begeben. Deutsche Musik geht also auch einfühlsam und intelligent.

Long Beard – Sweetheart

Foto Nathan Bajar

Die New Jersey stammende Singer-Songwriter Leslie Bear hat sich als Künstlerin den gar nicht passenden Namen Long Beard gegeben. Ihre Musik hat so gar nichts mit der Rockmusik langbärtiger Männer, wie etwa ZZ-Top zu tun. Ihre Musik passt vielmehr in die Kategorie Dreampop, melancholisch, etwas Shoegaze. Für ihr zweites Album Means To Me, welches für den 13. September angekündigt ist. Als Co-Produzenten hat sie sich Craig Hendrix ins Boot geholt, der sich Produzent für den Sound von  Japanese Breakfast verantwortlich ist und sich mit solcher Musik auskennt. Die vorab veröffentlichte veröffentlichte Lead-Single Sweetheart,  ist ein bittersüßer Indie-Pop-Song, in dem sich Leslie Bear an eine vergangene Liebe erinnert.

Leif Vollebekk -Hot Tears

Leif Vollebekk ist ein kanadischer Indie-Folk-Singer-Songwriter aus Ottawa. Er trägt einen so gar nicht kanadisch klingenden Namen, weil seine Familie aus Norwegen stammt. Die Musik von Leif Vollebekk ist nicht überladen, was ihre Qualität ausmacht. Es steht ein Instrument im Vordergrund. Meist ist es die Gitarre und  dazu kommt seine besondere, etwas raue Stimme. Besonders schön sind seine Pianostücke, etwa Elegy aus seinem  zweiten Album Tin Solitude, mit dem er den Juno Award 2018 für das Adult Alternative Album des Jahres abgeräumt hat.   

Ein  solches pianogetragenes Stück ist auch seine neue Single Hot Tears. Das Schlagzeug spielt einen astreinen Blues Shuffle, sodass ich zunächst dacht , ich höre ein neues Stück von Paolo Nutini.

Hot Tears weis auf das Album New Ways hin, welches im Herbst erscheinen wird.

Sharon Van Etten teilt neues Video – No One’s Easy To Love

Das neueste Video von Sharon Van Etten zeigt die Singer-Songwriterin, wie sie allein mit ihren Gedanken über einen menschenleeren Platz zwischen gewaltigen Hochhäusen streift, während sie über Liebe, Vergebung und die universelle Fehlbarkeit des Menschen nachdenkt. „No one’s easy to love“, singt sie unruhig in die Kamera. „Don’t look down, my dear, don’t be surprised.“

Das Video zu „No one’s easy to love“ wurde am Empire State Plaza igedreht. Der auch „The South Mall“ genannte Gebäudekomplex beheimatet mehrere Regierungsgebäude im Stadtzentrum von Albany, New York State.
Das Video fängt sowohl die Architektur gelungen ein und setzt auch Sharon Van Etten perfekt in Szene. Es wurde von Katherine Dieckmann gedreht, die auch das das Cover für Van Ettens letztes Album „Remind Me Tomorrow“ fotografiert hat. Van Etten sagt in einer Pressemitteilung, das Video sei „krass, einfach, roh. [ Katherine Dieckmann] hat mir erlaubt, ich selbst zu sein.“

Die Höchste Eisenbahn – Aufregend und neu

Im Jahr 2011 gründeten die Berliner Songwritern Francesco Wilking ,auch bei der Band Tele,(Gesang, Texte, Gitarre, Klavier/Synthies) und Moritz Krämer (Gesang, Texte, Gitarre, Klavier/Synthies), zunächst als reines Liveprojekt mit wechselnden Gästen, z.B. Judith Holofernes und Gisbert zu Knyphausen, die Band Die Höchste Eisenbahn.  2012 wurde aus dem Projekt eine feste Band mit  Felix Weigt, u.a. auch Kid Kopphausen und Spaceman Spiff (Bass, Klavier/Synthies, Klanglabor)  und Max Schröder , Der Hund Marie und Tomte (Schlagzeug, Percussion) . laut.de beschreibt den Muskstil der Band treffend wie folgt: Melancholische Texte, die viel Wahrheit und persönliche Erfahrung enthalten, gesungen von Männern mit Bärten.

Für ihr neues Album Ich glaub dir alles (VÖ 16. August 2019) haben sich Die Höchste Eisenbahn mit dem Erfolgsproduzenten Moses Schneider (u.a. Annenmaykanntereit, Tocotronic, Dendemann)  ins Studio begeben. Man hört, dass er sie ”gezwungen” habe, die Songs live einzuspielen,  was ihnen eine energetische Frische verleiht. Vorab gibt es seit heute die zweite Single und das Video Aufregend und neu aus dem kommenden Album. Zu Beginn hört man eine Frau kantonesisch sprechen Sie sagt: „Hallo. Wie geht es dir? Ich wünsche dir Frieden, Gesundheit und Glück“

Mister Me – Pink und Blau

Mädchen lieben Pink und Jungs interessieren sich für Action und Abenteuer. Allerdings sind diese Interessen nicht von Geburt an festgelegt. Kinder wollen auch nicht nur die Hälfte des Angebots nutzen. Allerdings will ein Kind sich identifizieren und sich einer Gruppe zugehörig fühlen. Deren Merkmale, Farbcodes oder oft stereotypes Verhalten bestimmen Kinder nicht selbst, sondern sie reproduzieren ein Bild, das von außen an sie herangetragen wurde. Kinder wachsen in die Regelwelt der Erwachsenen hinein und übernehmen deren Zuordnungen.

Nachdenkliche Texte als Markenzeichen

Themen, wie die oben beschriebene Hellblau-Rosa-Falle, werden in der aktuellen deutschsprachigen Popmusik kaum behandelt. Ganz anders geht jedoch Mister Me, alias Micha Meißner, in seinen Songs die Sache an. Herzschmerz-Lyrik und  Wohlfühlromantik  sind sein Ding nicht. Stattdessen fasst er gesellschaftlich relevanten Themen an. Schon sein Vorab-Song Null drehte sich um  um die Frage, ob wir all diese materiellen Dinge, den Stress und den Hass brauchen, mit denen wir unser Zusammenleben belasten.

In Pink und Blau appelliert Mister Me, die genannten etablierte Identitätskonstrukte zu hinterfragen und anstelle des binären Schwarz/Weiß- oder Pink/Blau-Denkens mehr gedankliche und soziale Farbschattierungen zuzulassen – für eine bessere, buntere Welt.“Als wärn‘ es immer Farben, die wir bleiben / Die, die ‚gleich‘ und ‚gleich sein‘ unterscheiden / Alle tragen Stempel auf der Haut / In pink und blau“ heißt es im Refrain von Pink und Blau unter Bezug auf die traditionelle farbliche Kennzeichnung von Jungen und Mädchen.

Pink und Blau ist der zweite Vorab-Song aus dem geplanten zweiten Album von Mister Me, das derzeit durch eine Crowdfunding-Kampagne ermöglicht werden kann und im Herbst erscheinen soll.

Projekt unterstützen

Tourdaten:

Mister Me auch bis in den Winter des nächsten Jahres hinein rund dreißig Städte auf seiner Tournee ansteuern:

19.11.2019 Münster -Sputnik Café

20.11.2019 Bochum – Dampfgebläsehaus

21.11.2019 Köln – Club Volta

22.11.2019 Weinheim – Café Central

23.11.2019 AT-Lustenau –  Carini Saal

25.11.2019 AT-Wien – B72

27.11.2019 Rostock – M.A.U. Club

28.11.2019 Berlin – Lido

29.11.2019 Cottbus – Bebel

30.11.2019 Göttingen – Musa

01.12.2019 Leipzig – Naumanns

03.12.2019 Marburg – KFZ

04.12.2019 Hannover – Musikzentrum

05.12.2019 Koblenz – Circus Maximus

15.01.2020 Dresden – Groovestation

16.01.2020 Braunschweig – Eulenglück

17.01.2020 Lübeck – Riders Café

18.01.2020 Magdeburg – Moritzhof

19.01.2020 Langenberg – KGB

21.01.2020 Bremen – Tower

22.01.2020 Hamburg – Knust

24.01.2020 Nürnberg – Club Stereo

25.01.2020 München – Backstage Club

26.01.2020 Stuttgart – clubCANN

28.01.2020 Biberach – Abdera

29.01.2020 Wiesbaden – Schlachthof

30.01.2020 Karlsruhe, Substage Café

31.01.2020 Erfurt, Museumskeller

01.02.2020 Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei

Kate Davis – rbbts

Seventeen von Sharon van Etten ist wohl einer der Songs aus dem Jahr 2019, die im Gedächtnis haften bleiben werden. Sharon hat den Song zusammen mit Kate Davis geschrieben. Kate Davis lernte mit fünf Jahren  Geige und mit dreizehn Bass. In frühester Jugend war sie Mitglied der Portland Youth Philharmonic und des Grammy Jazz Ensembles. Kate entwickelte sichvon der Jazzerin, die mit Herbie Hancock, Ben Folds und Alison Krauss auf die Bühne stand, zur Songwriterin, Spezialgebiet  – kathartische Indierockmusik. Jetzt 28 Jahre alt und hörbar gereift, wird sie ihre erste LP heraus bringen. Die Trophy wird im 8. November 2019 auf Solitaire Recordings veröffentlicht. Vorab gibt es die Single und das Video rbbts. Der Songtitel in der seltsamen Schreibweise rührt von Studentenkneipe, die so hieß und  in der sie sich mit ihrer ersten Liebe traf. Schlicht davon handelt der schöne Song.