Robert Glasper – Better Than I Imagined

Robert Glasper beschert uns zusammen mit H.E.R. & Meshell Ndegeocello eine kraftvolle schwarze Liebesballade

Das Jahr 2020 mit all seinen durch die Corana Pandemie hervorgerufenen Widrigkeiten für die gesamte Welt offenbart deutlich, wie tief die Gesellschaften gespalten sind. In den USA unterstützen immer noch viele diesen Bad Orange Man, obwohl längst klar sein sollte, dass er mit der Aufgabe hoffnungslos überfordert ist, eine Weltmacht zu führen. Hinzu kommt, dass sich die schwarze Bevölkerung den strukturellen Rassismus und besonders gegen sie gerichtete Polizeigewalt nicht mehr gefallen lassen will. Vom derzeitigen Präsident sind keine Bemühungen um Versöhnung, geschweige denn Lösungen zu erwarten. Er glaubt von der Spaltung der Geselschaft zu profitieren und treibt diese vielmehr voran.

Get Your Knee Off Our Necks !

Vor diesem Hintergrund überbordender gesellschaftlicher Konflikte findet am morgen am 28. August 2020 der Solidaritätsmarsch vom Lincoln Memorial zum Martin Luther King Memorial  zum 57. Jahrestag des historischen Marsches in Washington statt, an dem Martin Luther King Jr. seine Rede „I have a dream“ hielt. Tausende werden unter dem vielsagenden Motto “Get Your Knee Off Our Necks !” teilnehmen und Reden von dem Sohn Martin Luther King III und Michelle Obama hören. Robert Glasper wird neben Derrick Hodge, seinem langjährigen Bassisten , einer der wenigen persönlich anwesenden Musiker sein und live auftreten.

Passend zu diesem Ereignis veröffentlichte Robert Glasper heute die Single  „Better Than I imagined“ . Mit H.E.R. und Meshell Ndegeocello , zwei Frauen mit mächtigen Stimmen ins Boot geholt. Der Song hat eine eindeutige Botschaft. Er ruft zu Liebe statt zu Gewalt auf.

Gleichberechtigte Liebe statt Gewalt

Robert Glasper erklärt die Bedeutung des Songs: „Black lives matter and so does black love.” und weiter. “Niemand möchte ein Leben ohne Liebe, aber wir haben Generationen von Menschen in unserer Gemeinschaft, die nie den Schlüssel zu einer tatsächlich gesunden Beziehungen hatten. Es scheint, als wären die Menschen endlich bereit, ihre Augen für strukturellen Rassismus in diesem Land zu öffnen und wenn wir darüber sprechen wollen, müssen wir auch darüber sprechen, wie sich dies auf unsere Beziehungen auswirkt.”

Das wunderschönen Video wurde von Gianni Lee animiert. „Better Than I Imagined“ ist die erste neue Musik aus dem Black Radio 3-Projekt von  Dinner Party, der musikalischen Supergruppe von Robert Glasper, Terrace Martin, Kamasi Washington und 9th Wonder. Die vier eigenständigen Genies kamen als Freunde und Kollegen zusammen und machten Musik, die Jazz, R & B, Soul und Hip-Hop miteinander verbindet. Black Radio 3-Projekt ist für 2021 angekündigt.

TSHA – Sister

TSHA ist eine in London ansässige Produzentin, die sich schnell zu einer der aufregendsten jungen Künstler*innen entwickelte. TSHA ist auch gefragte Remixerin und wurde mit Abmischungen von Foals (Cafe D’Athens), Throwing Snow (Righteous Mind) oder  Qrion (B4 Montreal) beauftragt.  Zuletzt hat sie einen tollen Remix von  Lianne La HavasCan’t Fight erstellt.

Ihre eigene EP „Flowers„, wird am Freitag, den 16. Oktober 2020, bei Ninja Tune veröffentlicht und u.a. die englische Sängerin  Gabrielle Aplin und der malischen Griot-Musikgruppe Trio da Kali als Gästen featuren. (Foto: Kiran Gidda)

Zum Song „Sisters“ erzählt uns TSHA folgende Geschichte: „Ich habe ‚Sister‘ während des Lockddowns geschrieben, nachdem ich herausgefunden hatte, dass ich eine ältere Halbschwester meines mir unbekannten Vaters habe, mit dem sie auch nichts zu tun hat.“, erklärt TSHA„Während der Ausgangssperre telefonierten wir und schrieben uns Nachrichten, und vor kurzem trafen wir uns zum ersten Mal. Sie ist reizend und wir haben uns sofort verstanden, daher bin ich sehr froh, ein neues Mitglied in meiner Familie zu haben, da ich bislang in meinem Leben davon noch nicht viel mitbekommen habe. Das Lied ist ein Ausdruck all dieser Gefühle.“.

Neuigkeiten von Little Dragon

FKJ, GARANT FÜR ENTSPANNTE GROOVES, REMIXT LITTLE DRAGON’S ALBUM-CLOSER „WATER“

Unsere Lieblinge , die schwedische Band Little Dragon, veröffentlichten Anfang des Jahres auf Ninja Tune  das großartige Album New Me, Same Us, welches von Medien wie dem SZ Magazin, Jazzthing, Faze, Kulturnews, der Berliner Zeitung oder Rolling Stone, Musikexpress und Adohr-Auf die Ohren sowie international von der New York Times, NPR, Pitchfork, dem Guardian, Mixmag, Crack Magazine  über den grünen Klee gelobt wurde. „Water“ – das Abschlussstück des Albums, „New Me, Same Us“ – verkörpert das Gefühl, nach einer langen Reise nach Hause zurückzukehren, „wie ein Tropfen, der endlich den Ozean erreicht“, wie es Little Dragon selbst beschreiben. Ein langjähriger Fan der Band ist der französische Produzent FKJ, der zuvor bereits mit Künstler*innen wie Jordan Rakei, Masego und Tom Misch zusammengearbeitet hat. Sein Remix baut auf dem versunkenen Vibe des Originals auf und verleiht dem entspannten Groove mit einer tiefen Bassline und zackiger Percussion ein Gefühl der Dringlichkeit, das Yukimis unverwechselbaren Gesang umrahmt.

Live-Auftritte werden schmerzlich vermisst

Anfang der Monat veröffentlichte Little Dragon auch ein neues Video zu ihrem Song „Where You Belong“, um während des anhaltenden Konzert-Lock-Downs an ihre Live-Auftritte und die Energie ihrer Shows zu erinnern. Es enthält über zehn Jahre altes und noch nie gesehenes Filmmaterial, das unterwegs aufgenommen und mit einem neuen Live-Auftritt zusammengeschnitten wurde, den sie ebenfalls in ihren Göteborger Studios aufnehmen ließen.

Also, einfach mal wieder „New Me, Same Us“ durchhören.

Kamaal Williams – Wu Hen

Album der Woche II

Der Tasteninstrumentalist und Produzent Kamaal Williams (Foto: Glauco Canalis) aus Südostlondon gilt als eine der aktivsten Figuren der jungen Szene des UK-Jazz. Sein neues Werk „Wu Hen“ (nach dem Spitzname, den seine taiwanesische Großmutter ihm gab) groovt zwischen Jazz, Funk, Rap und R&B. Allein schon wegen der Instrumentierung mit Harfe und Streichern lohnt sich ein Einlassen auf diese ungewöhnliche und schöne Produktion. Zu den Musikern auf dieser Platte gehören Greg Paul (vom Kalayst Collective) am Schlagzeug, Rick Leon James am Bass, Quinn Mason am Saxophon und an der Harfe Alina Bzhezhinska. Das Multitalent Miguel Atwood-Ferguson (der bereits mit Ray Charles, Flying Lotus, Dr. Dre, Mary J. Blige und Seu Jorge zusammengearbeitet hat) steuert die Streicher bei. Kamaal Williams beschreibt, ganz bescheiden, sein Album so:

„Dies ist eine Revolution des Geistes. Eine spirituelle Rebellion: Um neue Höhen zu erreichen, müssen wir uns von der materiellen Welt trennen und Kraft in dem finden, was nicht greifbar ist. Dafür ist Musik und Kunst da – ob es sich um eine primitive Emotion oder etwas Tiefes handelt, Sie spüren es. Und es gibt ein unterschwelliges Element, das in meiner Arbeit mitschwingt. Wenn du malst, malst du was du dabei fühlst. Und die Person, die sich dieses Kunstwerk ansieht oder diese Musik hört, kann es auch fühlen, weil es aufrichtig ist. „

Tash Sultana-Greed (Studiosession)

Kürzlich erschien mit „Greed“ die zweite Single des mit Spannung erwarteten zweiten Albums des australischen Musikphänomens Tash Sultana. Jetzt gibt es das Video zum Song, welches Tash im Studio zeigt, wie immer sämtliche Parts und Instrumente alleine einspielend. Ein beeindruckendes Dokument von Tash Sultanas Musikalität und vielseitigem Können. (Foto: Ian Laidlaw)

Baby Rose – Marmot

Neue Single von der R&B -Sängerin mit der aufregenden Stimme

Baby Rose heißt diese wundervolle Newcomerin mit der einzigartigen Stimme. Als sie jünger war, wurde ich wegen ihrer Stimme gehänselt. Heute vergleichen Kritiker sie  mit der legendären Nina Simon.  Das aus Atlanta stammende Ausnahmetalent schnell als eine der aufregendsten neuen Stimmen ihrer Generation positionieren können. Heute veröffentlicht sie ihre aktuelle Ballade „Marmot“, die neueste Veröffentlichung nach ihrem von Kritikern hochgelobten Debüt-Album „To Myself“.

NPR Tiny Desk (home) Concert

Tash Sultana im Doppelpack

Tash Sultana veröffentlicht neue Single „Greed“ und interpretiert „The Last Of Us“ neu

Tash Sultana aus Australien ist ein Phänomen, wie es einerseits das www ermöglicht, das andererseits großes Talent voraussetzt. Tash kann außergewöhnlich gut Gitarre spielen und hat eine klasse Stimme. Die Songs haben immer einen großartigen Flow. Tash Sultana wurde auf YouTube entdeckt. Im Streaming liegen die Veröffentlichungen von Tash Sultana weltweit derzeit bei über einer Milliarde Aufrufen. Allein in Deutschland hat Tash Sultana bislang bei nur zwei Konzerten mehr als 24.000 Konzerttickets verkauft und hierzulande mehr als zwölf Millionen Streams generiert – eine unglaubliche Leistung, wenn man bedenkt, dass das Debütalbum „Flow State“ erst vor zwei Jahren veröffentlicht wurde. 

Was hat der Erfolg aus mir gemacht?

Greed“ , die zweite Single aus dem für den Herbst geplanten Album, hat zum Thema, dass du plötzlich anders behandelt wirst, wenn du als Musiker Erfolg hast. Es sei schon lustig, was das mit den Menschen mache, erklärt Tash Sultana. Leute, mit denen du noch nie etwas zu tun hattest, wurden deinen Kontakt, andererseits wendeten sich alte Freunde plötzlich ab. Leute, die dich nie für einen Auftritt bezahlt hätten, wollten dich plötzlich buchen. Dieser Mitschüler von der High School, der früher einen Shit auf dein Gitarrenspiel gegeben habe, möchte plötzlich auf der Gästeliste stehen. Den Song hat Tash Sultana zusammen mit den Singer/Songwriter Matt Corby und  Dann Hume (Erfolgsproduzent u. a. von Matt Corby und Courtney Barnett) im eigenen Studio in Melbourne geschrieben und er wurde dort von Tash auch eigenhändig produziert.

Titelsong des Playstation-Spiels „The Last Of Us

Unabhängig von dem geplanten neuen Album hat Tash Sultana mit „Through The Valley den Titelsong des ersten Teils des Playstation-Spiels „The Last Of Us“ neu aufgenommen und interpretiert, der im Original von Shawn James stammt. Auf dem für den Herbst geplanten zweiten Album wird dieser Song jedoch nicht zu hören sein. Das Video ist so schön, weil man Tash beim virtuosen Gitarrenspiel zuschauen kann.

Genevieve Artadi – Hot Mess

Foto: Patrick Nguyen

Auf „Hot Mess“ sinniert Genevieve über die Gegensätzlichkeit ihrer eigenen Zerbrechlichkeit, die gegen die Euphorie des Verliebtseins aufgewogen wird: „Baby my head is not too right / Ooh but your love makes my heart fly / Baby I hang from a thin line / Ooh but your love is a blue sky“.

„‚Hot Mess‘ ist ein sommerlicher Popsong, den ich über das Erleben von Liebe in einer Zeit des Wahnsinns geschrieben habe. Ich habe ein Gefühl hervorzurufen versucht, das man sonst wohl nur beim Fliegen hat, wobei ich gleichzeitig wusste, dass ich eigentlich dabei war, einen tiefen Sturz zu vollziehen.“, erklärt Genevieve, die auch im begleitenden Video Regie führte . „In dem Video werde ich von einem Typen versetzt und gehe mit dieser Ablehnung auf die seltsamste Art und Weise um.

Album „Dizzy Strange Summer“ kommt am 17. Juli 2020

„Hot Mess“ ist die zweite Single aus ihrem kommenden Album „Dizzy Strange Summer“, das am 17. Juli 2020 auf Brainfeederveröffentlicht wird. Wir dürfen uns Verschmelzung von Einflüssen aus Jazz, Psychedelia, Bossa Nova und Avantgarde-Elektronik freuen.  „Dizzy Strange Summer“ ist nicht nur Artadis Debüt auf dem Brainfeeder-Label von Flying Lotus, sondern auch ihr erstes selbstproduziertes Projekt, das überhaupt auf einem Plattenlabel veröffentlicht wird. 

JAYDA G -BOTH OF US

Jayda G -both of us- Cover -Ninja Tunes

Fast hätte ich es übergangen. Zum Glück führt dieser geile Piano-House-Track von Jayda G die Spotify Off Pop Playlist an und ist somit wieder ins Blickfeld geraten. „Both Of Us“ ist ein optimistischer Throwback auf die Dancefloors der Vergangenheit.  Jaydas zeigt damit ihre Liebe zu klassischempositivemuplifting House.  „Ich wollte einen fröhlichen House-Song machen.“, erklärt sie, „Der erhebende Gesang, der langsame Breakdown, die Rückkehr zum ursprünglichen Tempo – das sind die wichtigsten Bestandteile so vieler klassischer House-Tracks, die ich im Laufe der Jahre entdeckt habe, und ich wollte unbedingt das Gefühl nachahmen, das ich dabei habe.“

Njomza – Bite

Photocredit: StillVika

NJOMZA wurde als Kind von Kosovo-Albanernin Deutschland geboren. Sie wuchs in Chicago auf. NJOMZA erlangte erste Bekanntheit, als der zu jung verstorbene Mac Miller († 7. 09. 2018) auf eines ihrer selbst hochgeladenen YouTube Cover aufmerksam wurde und sie prompt für sein Label REMember Music unter Vertrag nahm. Nachdem sie sich in Los Angeles niedergelassen hatte, folgte ein Gastauftritt in Mac Millers „The Divine Feminine“. Kurz darauf, im Jahr 2017 veröffentlichte NJOMZA ihre Debüt-EP” Sad For You” . Dann unterschrieb NJOMZA ihren Deal mit Motown Records und veröffentlicht ihre zweite EP „Vacation“. Zuletzt hat NJOMZA an Songs des GRAMMY-nominierten Albums thank u, next „ von von Ariana Grande mitgeschrieben. R&B und Soul liegen ihr also im Blut. Dies hört man deutlich aktuelle Single „Bite“. Momentan befindet sie sich im Studio und arbeitet an den Aufnahmen zu ihrem Debüt-Album, worauf wir gespannt sind.