SOAK – Déjà-vu

SOAK ist ein Akronym aus den Worten Soul und Folk. Obwohl ihr Musikstil weder in die eine, noch in die andere Schublade passt, hat sich die erst 23-jährige nordirischen Singer-Songwriterin Bridie Monds-Watson diesen Künstlernamen gegeben. SOAK fällt dadurch auf, dass sie einen Tomboy-Style fährt und auch damit nicht in gängige Schubladen passt.

Der Song Déjàvu beschreibt die irreale Situation und Hoffnungslosikeit , wenn ein Unglück eintritt, das man genau so erwartet hat.

„No heaven in front of me
A neon light catastrophe
No unexpected emergency
Nothing’s new, déjà vu, déjà vu, déjà vu, déjà vu“

Der im Retro-Style aufgenommene Song Déjà Vu ist eine Auskopplung aus SOAKs neuem Album Grim Town, welches am 26. April auf Rough Trade Records erscheinen wird.

The Japanese House – Lilo

Auf diesen Act bin ich durch den empfehlenswerten Blog Bedroomdisco aufmerksam geworden. Danke dafür.

Es geht um die Band The Japanese House und ihren Kopf, die noch junge Amber Bain. Bedroomdisco schreiben:

„Doch während sich die mittlerweile 23-jährige Londonerin seit langem einer aufstrebenden Karriere erfreuen kann, entstand und thematisiert ihr am 1.3. via Caroline International erscheinendes Debüt  Good At Falling eher dunkle private Momente der Musikerin. So geht es schon in der ersten Single Lilo um den Zerfall ihrer Beziehung zur Musik-Kollegin Marika Hackmann, die auch im Video zu sehen ist. Bain beschreibt es so: ‚To me, her every movement – paired with her approach to life – seemed as serene as the image of a lilo floating across a swimming pool…I seem quite helpless in the lyrics. I could definitely tell that I was losing her. I knew, I just knew, that something was ending.‘

Doch aus dem Ende der Beziehung hat Bain zumindest ein kraftvolles Werk geschaffen, dass noch mal neuen Schwung in ihr Schaffen bringt  – wir sind gespannt auf dieses Debütalbum und sagen: Behaltet The Japanese House in 2019 unbedingt auf dem Radar!“

Dem schließe ich mich gerne an.

Julien Baker – Appointments

Dass die Dezember-Playlist so melancholisch ausfällt, liegt nicht nur an der dunklen Jahreszeit, sondern hauptsächlich daran, dass ich mich eingehend mit den Mitgliedern von boygenius  und deren Musik auseinandergesetzt habe. Sie haben nun einmal dunklere Themen zum Gegenstand ihrer musikalischen Auseinandersetzung gemacht. Nach Lucy Dacus und Phoebe Bridgers soll es nun um Julien Baker gehen. Bei Wikipedia steht über die junge Sängerin schlicht, Baker ist lesbisch und Christin. Was das für sie hieß, schilderte sie der Zeitung New Yorker. In  der christlichsten Gegenden   Memphis, Tennessee, wo sie aufwuchs, erlebte sie, wie einige ihrer Freunde entlassen oder aus der Kirchengemeinschaft vertrieben wurden, nachdem sie ihren strengen Normen nicht entsprachen. Ein Freund wurde sogar in ein jetzt aufgelöstes Lager gebracht, das dazu bestimmt war, Homosexuelle durch das Bibelstudium von seiner „Abwegigkeit“ zu reinigen. Dementsprechend groß war ihre Angst als Sie mit 17 ihr Coming Out hatte. Ihre Familie hielt aber zu ihr und kämpfte für ihre Anerkennung in der Gemeinde. Trotz ihrer Erfahrung oder vielleicht gerade wegen dieser trägt sie auf dem Arm ein Tattoo „God exist“. Ein Standpunkt, den sie stimmgewaltig in dem Song „Rejoice“ verkündet. 

Standhaft verlässt sie auch die konservativen Südstaaten nicht. (Zur Erinnerung, Staaten  Texas, Alabama, Wisconsin, West Virginia, Tennessee, Oklahoma, Louisiana, Utah und Georgia wehrten sich per Klage gegen Anordnung von Präsident  Obama, Transsexuellen an allen Schulen die Nutzung von Toiletten zu erlauben, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen)  Bakers Argument, wenn alle gehen, wird sich nichts ändern.

In ihrer Musik lässt die Gitarristin und Singer-Songwriterin hingegen ihre Verletzlichkeit und Verletzungen spüren. Das 2016 Album hieß „Sprained Ankel“ worin es nicht nur um Knöchelverletzungen, sondern um die verletzte Seele(Depression, Drogensucht) ging.

Ich habe hier den Song Appointments aus dem 2017 erschienenen Album „Turn Out The Lights“ ausgesucht.

In dieser Ballade  über eine gescheiterte Beziehung legt Julien Baker ihre  Hoffnungen und Selbstzweifel offen.

Lucy Dacus – Nightshift

Es ist schon starkes Songwriting, wenn ein Lied so anfängt, „Das erste Mal, als ich den Speichel von  jemand anderem probierte, hatte ich einen Hustenanfall. “ Dazwischen heißt es , „Du verdienst nicht, was Du nicht respektierst. Verdienst nicht, was du liebst und dann vernachlässigst / Was war der Plan? Vergebe dir deine Schuld und gebe dir die Hand?“ Es endet dann mit den mehrfach wiederholten Zeilen,  “ Du arbeitest von 9 bis 5, also übernehme ich die Nachtschicht und ich werde dich nie wieder sehen, wenn ich damit helfen kann. In fünf Jahren hoffe ich, dass sich dieses  Lied wie Cover anfühlt, einem neuen Liebhaber gewidmet.“

Es ist ein Song über eine Trennung aus eine Beziehung, die nicht gut tat. Es ist ein befreiende Song, sozusagen mit kathartischer Wirkung. Es ist ein eigenartiger Song. Es sind zwei Songs in einen. Er beginnt mit Gesang und folkiger Gitarre. Erst nach 2 Minuten setzt das Schlagzeug ein. Nach 4 Minuten verwandeln elektrische Gitarren alles in einen Indie-Rockballade. Die amerikanische  Singer -Songwriterin Lucy Dacus ist erst 23 Jahre alt. Night-Shft ist der Eröffnungssong auf ihren zweiten -Album Historian, welches Anfang diesen Jahres erschien. Mit  Phoebe Bridgers und Julien Baker hat sie sich zu  boygenius. zusammen getan. Ein Projekt, dass man im Auge behalten sollte. Julien Baker und Lucy Dacus werden der LGBT-Szene zugerechnet.

Qeer: Hayley Kiyoko -Curious

Wenn man sich die 80′ und 90′ Jahre im Hinblick auf queere Künstler anschaut, fällt eine Dominanz von Männern auf. Das ändert sich derzeit.

Die japanischstämmige Schauspielerin Hayley stammt aus Los Angeles. In Amerika wurde sie schon in jungen Jahren durch Fernsehproduktionen bekannt. Seit 2013 ist sie auch Sägerin und hat 3 EPs, sowie 2018 das Album Expectations veröffentlicht. In ihren Texten und Videos bringt die LGBT-Aktivistin offen ihrer Homosexualität zum Ausdruck.

Qeer: St. Vincent- Fast Slow Disco

Wenn man sich die 80′ und 90′ Jahre im Hinblick auf queere Künstler anschaut, fällt eine Dominanz von Männern auf. Das ändert sich derzeit.

Die US-amerikanische Multiinstrumentalistin, Sängerin und Songwriterin Anni Clark tritt unter dem Namen St Vincent auf. Mit dem Ex-Talking Head David Byrne  veröffentlichte sie das Album Love This Giant

Ihre Beziehung mit dem Model Cara Delevigne und später mit der Schauspielerin Kristen Stewart wurden in der Klatschpresse ausgeschlachtet. Obwohl Clark eine sehr private Person ist, betont sie in Interviews, dass sie ihre Sexualität nicht kategorisiert. Sie identifiziere sich nicht mit Begriffen wie homo- oder heterosexuell. Vielmehr glaube sie an sexuelle und genderbezogene Fluidität.

Auf ihrem Album Masseducation gibt es den langsamen Track Slow Disco. Für die Party besser geeignet ist die schnelle 2018-Version Fast Slow Disco. Das Video zu Fast Slow Disco zeigt sie tanzend in einem Schwulen-Club zwischen leicht bekleideten und schwitzenden Männern. Mir gefällt die Performance  bei Later… with Jools Holland auf BBC Two besser-