Douglas Dare – The Joy In Sarah’s Eyes

Der junge Londoner Songschreiber Douglas Dare wird am 21.02.20 sein drittes Studioalbum „Milkteeth“ veröffentlichen . Daraus ist jetzt nach  Silly Games  die zweite Single „The Joy In Sarah’s Eyes“ erschienen.

Inspiration für „The Joy In Sarah’s Eyes“ war, die die Unschuld und Einfachheit der eigenen Kindheit zu erforschen. „Mir ist jetzt klar, dass Sarah das Kind in mir ist. Sie ist die unschuldige und reine Freude, die wir alle als Kinder haben und die oft mit dem Alter verloren geht. Wenn du dich an diese Freude erinnerst und sie bei dir behältst, kannst du dich buchstäblich am Leben erhalten, dich vital halten. “ sagt Douglas

Mit dem Autoharp komponiert – eine Neuentdeckung für den Multi-Instrumentalisten – greift der Track auf Indie- und Folk-Einflüsse zurück. Douglas Dares Art, zu singen in Verbindung mit dem Saiteninstrument lässt Erinnerungen an Jeff Buckley wach werden.

Douglas Dare von Ahmed Furmann fotografiert

B O K E H – Options

In dem Dance-Pop- Track trifft Atmosphäre auf packende Synthies gepaart mit einer starken Stimme der Sängerin. Das musikalische Wirken von Chloë Lewer gefällt uns schon, seit die aus Südafrika stammende, in Neuseeland aufgewachsene und nun in Berlin lebende Sängerin zusammen mit den Neuseeländer Elliott McKee in den Berliner Straßenmusikprojekt Charity Children mit feinstem Indie-Folk verzauberte. Auf der Facebookseite von Charity Children sieht man, dass die beiden wieder imStudio sind und ich hoffe, dass bald was neues zu hören sein wird.

Als Solokünstlerin ist Chloë Lewer vielseitig tätig. Ihr Musikprojekt trägt den Namen BOKEH. Außerdem wirkt sie als professionelle Songwriterin und Musikerin, als auch als Filmemacherin, Schauspielerin und Regisseurin. Über das Musikvideo zu Options führte sie selbst Regie.

Im Musikvideo durchlebt der Darsteller (Daniel Asamoah) einen Findungsprozess. Er versteckt seine wahre Leidenschaft, das Tanzen sowie seine Sexualität. Einmal in der Woche mietet er sich ein Tanzstudio, um dort alleine mit sich selbst um seine Identität, seinen Gender und um seine Sexualität zu ringen. Letztendlich verliert er seine Hemmungen und Ängste und entdeckt sich selbst neu. 

Sleater-Kinney – The Future Is Here

Sleater-Kinney ist eine amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington, gegründet wurde. Sleater-Kinney ist ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Indie-Rock-Szene. Die Band ist für ihre feministischen und linksgerichteten Lyrics bekannt, besetzt also Themem der feministische Undergroud-Punk-Bewegung, die man Riot Grrrl nennt. Die aktuelle Besetzung besteht aus den Songschreiberrinnen und Ex-Geliebten Corin Tucker (Gesang und Gitarre) und Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang).Die langjährige Schlagzeugin Janet Weiss schied im Juli aus.

Der hier vorgestellte Song The Future Is Here gehört zum neuen Album The Center Won’t Hold (Spotify-Link), welches fünf Jahre nach der letzten LP „No Cities To Love“ (2014) gestern auf den Markt gebracht wurde. Das Album wurde von St. Vincent produzierten.

Neues Sleater-Kinney- Album „The Center Won’t Hold“ von St. Vincent produziert

Zur Entstehung des Songs The Future Is Here erklärte Corin Tucker im Podcast „Song Exploder“, dass sie vom experimentellen Opernsänger Joseph Keckler inspiriert wurde. Sie hatte eine seiner Shows besucht und dort sein Lied zum Thema Internet gehört. Ursprünglich wollte sie ein Duett mit einem Sänger, doch St. Vincent schlug vor, beide Stimmen selbst zu singen. „Es gibt so viele verschiedene Stimmen, die ein Songwriter erforschen kann und die in keiner Weise an Ihr eigenes Geschlecht oder Ihren eigenen Körper gebunden sein müssen“, sagt Corin Tucker. „Das ist ein wirklich befreiendes Element des Schreibens.“

Als Ladies lernen die Roit Grrrls Pop und verlieren ihre Drummerin

The Center Won’t Hold merkt man den Einfluss von St. Vincent deutlich an. Trotz deprimierter Texte zeigen Chorgesänge in den Refrains Funken von Hoffnung, so wie die Politiesierung der Jugend durch die Fridays for Future Bewegung hoffen lässt, auf die Bedrohung durch die Umweltzerstörung künftig anders zu reagieren. Insgesamt ist das Album der Mitt-Vierziger etwas weniger Punk und mehr Pop, was in meinen Ohren gut klingt. Diese Entwicklung der Band gefällt nicht allen. Am 1. Juli verkündete die Schlagzeugerin Janet Weiss auf Twitter: „ … with heavy sadness, I have decided to leave Sleater-Kinnney. The Band is heading in a new direction and it is time for me to move on.“

Clairo – Sofia

Die junge Künstlerin Claire Cotrell,die sich Clairo nennt, wenn es auf dem Bühne geht, hat im Jahr 2017 große virale Erfolge mit dem Song Pretty Girl gefeiert. Ähnlich wie bei Billie Eilish handelt es sich um eine die die DIY-Produktion, gerne auch als Bedroom Produktion bezeichnet. Anders als Billie Eilish konzentriert sich Clairo jedoch auf Songwriting und hat sich für die Produktion ihres Albums Infinity professionelle Hilfe von Rostam (Vampires Weeknd) geholt. Zudem gibt es einen Querverweis zu Danielle Haim, die an den Drums ausgeholfen und wohl auch sonst mit Tipps zur Seite stand.

Der Song Sofia ist sehr tanzbar. Der Rhythmus erinnert an Robbyns Dancing On My Own. Mit den Textzeilen:

„I think we could do it if we tried

If only to say, you’re mine

Sofia, know that you and I

Shouldn’t feel like a crime“ 

fordert Clairo ihr Recht ein, ihre sexuelle Orientierung nicht zu verurteilen.

Hayley Kiyoko – I Wish

Über Hayley Kiyoko wurde hier anlässlich ihrer Single Curiosity schon Mal berichtet. Die japanischstämmige  Schauspielerin und Sängerin geht offen mit ihrer Homosexualität um und unterstützt die LGTB-Community. Ein Jahr nach ihren erfolgreichen Longplayer  hat sie ihre neueste Single „I Wish“ zusammen mit einem selbst gedrehten Musikvideo veröffentlicht. Das Video benutzt das Genre der unzähligen Collagefilme und – Serien, in denen es um übernatürliche Verschwörungen und Hexerei geht für eine Tanzperformance.

Kiyokos neuester Song ist energetisch und verträumt zugleich, kämpferisch und sehnsuchtsvoll. „Wir geben uns Kopfnüsse / Du schenkst mir keine Aufmerksamkeit / Und du bist egoistisch mit deiner Zuneigung“, beschwert sich Kiyoko bitter unterlegt mit einen schnellen, schweren Beat im Eröffnungsvers. Aber der Refrain klingt nach Sehnsucht und klettert eine Oktave hoch  in einen verletzlicheren Raum: „Ich wünschte, ich wünschte, ich wünschte, ich hätte die Liebe gefunden“, singt sie zweimal. “ Weil ich morgens aufwache und niemand hier an meiner Seite ist.“

SOAK – Déjà-vu

SOAK ist ein Akronym aus den Worten Soul und Folk. Obwohl ihr Musikstil weder in die eine, noch in die andere Schublade passt, hat sich die erst 23-jährige nordirischen Singer-Songwriterin Bridie Monds-Watson diesen Künstlernamen gegeben. SOAK fällt dadurch auf, dass sie einen Tomboy-Style fährt und auch damit nicht in gängige Schubladen passt.

Der Song Déjàvu beschreibt die irreale Situation und Hoffnungslosikeit , wenn ein Unglück eintritt, das man genau so erwartet hat.

„No heaven in front of me
A neon light catastrophe
No unexpected emergency
Nothing’s new, déjà vu, déjà vu, déjà vu, déjà vu“

Der im Retro-Style aufgenommene Song Déjà Vu ist eine Auskopplung aus SOAKs neuem Album Grim Town, welches am 26. April auf Rough Trade Records erscheinen wird.

The Japanese House – Lilo

Auf diesen Act bin ich durch den empfehlenswerten Blog Bedroomdisco aufmerksam geworden. Danke dafür.

Es geht um die Band The Japanese House und ihren Kopf, die noch junge Amber Bain. Bedroomdisco schreiben:

„Doch während sich die mittlerweile 23-jährige Londonerin seit langem einer aufstrebenden Karriere erfreuen kann, entstand und thematisiert ihr am 1.3. via Caroline International erscheinendes Debüt  Good At Falling eher dunkle private Momente der Musikerin. So geht es schon in der ersten Single Lilo um den Zerfall ihrer Beziehung zur Musik-Kollegin Marika Hackmann, die auch im Video zu sehen ist. Bain beschreibt es so: ‚To me, her every movement – paired with her approach to life – seemed as serene as the image of a lilo floating across a swimming pool…I seem quite helpless in the lyrics. I could definitely tell that I was losing her. I knew, I just knew, that something was ending.‘

Doch aus dem Ende der Beziehung hat Bain zumindest ein kraftvolles Werk geschaffen, dass noch mal neuen Schwung in ihr Schaffen bringt  – wir sind gespannt auf dieses Debütalbum und sagen: Behaltet The Japanese House in 2019 unbedingt auf dem Radar!“

Dem schließe ich mich gerne an.