Kellermensch-Nothing

Foto: Michael Iversen

Ein Mann, der sich selbst als bösartig, verkommen und hässlich, aber hochgebildet bezeichnet, lebt allein in einer winzigen Kellerwohnung in St. Petersburg. Er beobachtet und analysiert von dort die Menschen und die Gesellschaft und schreibt seine polemischen Gedanken auf. Von diesem „Kellermenschen“ handelt die in Ich-Form geschriebene Erzählung „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ des russischen Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski.

Dostojewski als Namensgeber

Dostojewskis Roman war Inspiration für den ungewöhnlichen Namen der dänischen Rockband Kellermensch. Sänger Sebastian Wolff  erzählte in einem Interview , der Kellermensch aus dem Roman sei eine Art Fahnenträger für das, was sie mit ihrer Musik rüberbringen wollten. Ein bedeutungsloser Mann, voll mit seinen Problemen, die eigentlich ziemlich unspektakulär seien, keine Mordverschwörungen oder Kriegsszenarien, der nur darum kämpfe, die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen. So würden Kellermensch ihre Musik sehen.

Der Kampf mit den im Grunde unspektakulären Problemen des Alltags und das Ringen um Anerkennung könne das Leben ziemlich verdunkeln. Und die düsteren Seiten des Lebens vermitteln Kellermensch mit ihrer Kunst. Dabei schaffen es die sechs Musiker aus dem dänischen Esbjerg solch ein Spannungsfeld aufzubauen, dass man unweigerlich in die sich aufbauende Melancholie hinein gezogen wird. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich. Zu der klassischen Besetzung einer Metal-Rockband mit Gitarre, Bass , Schlagzeug und Gesang, wobei Sänger Christian Sindermann auch so brüllt, wie es sich für einen gestandenen Metal -Sänger gehört, gesellt sich ein Kontrabass und als weitere Kotrastpunkte steuert Sänger Sebastian Wolff seinen melancholischen Gesang , sein lässiges Gitarrenspiel sowie Orgel und Klavier bei .

Wilder Genre-Mix

Vertieft man sich in die beiden bisher erschienenen Alben, das selbstbetitelte von 2011 und Goliath von 2017, stellt man fest, dass sich Kellermensch nicht auf einen bestimmten Stil festlegen lassen. Wie bei einer Achterbahnfahrt erfasst einem bei dem Mix aus aggressivem Metal, Progressive Rock, Artrock und gefühlvollem Indie-Rock ein wohliger Schwindel.

Neues Album zu Ende des Jahres

Knapp zwei Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung haben sich Kellermensch nun mit einer brandneuen Single zurückgemeldet. Der neue Song „Nothing“ ist wieder von dunkler Intensität. Er nimmt die Trennung von der Partnerin zum Anlass, um die Dunkelheit zu beschreiben, die diejenigen verschluckt, die unter Verlust leiden. Aber Nichts ist nichts und auch in der tiefster Dunkelheit findet man Etwas, nämlich Hoffnung. „From this hole I will emerge“ heißt es in einer Zeile.

„Nothing“ ist der Vorbote des am Ende des Jahres erscheinenden, dritten Studioalbums und wurde veröffentlicht über persona non grata / Motor Music. 

WE ARE THE CITY – RIP

Album Cover (sinnbus)

Das kanadische Art Rock Trio WE ARE THE CITY hat mit „RIP“ heute sein neues, inzwischen fünftes Album veröffentlicht. „RIP“ ist ein emotionales Prog-Pop-Opus voller Hymnen, wie auch intime Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit geworden.

„RIP“ Hymnisches Album von WE ARE THE CITY erschien heute

Der Titel des Albums ist eine Reminiszenz an Kyle Tubbs von der Band Fields of Green, einem gemeinsamen Freund aus Kindertagen. Zu der Zeit der Arbeit am Album verstarb Kyle Tubbs plötzlich. Sein früher Tod beeinflusste insgesamt die Arbeit – wann immer We Are The City Musik schrieben, fragten sie sich: „Was würde Kyle tun?“

Der schmerzende Titeltrack RIP ist eine so bittersüße Reflextion über die verlorene Freundschaft, auf dem eine improvisierte One-Take-Aufnahme von Sänger Cayne McKenzie zu hören ist, nur wenige Tage nach Bekanntwerden des plötzlichen Todes seines Freundes.

„Was würde Kyle tun?“

Letztendlich hat die Emotionalität den Aufnahmen gut getan. Mehr als seine Vorgänger ist „RIP“ ein eingängiges Album geworden. Der Opener „Killer B-Side Music“ kontrastiert den Elektrosoul der Strophen mit aggressiven Gitarren im Refrain, die Vorabsingle „Song in my Head“ bekennt sich vorbehaltlos zu ihrer Hookline, „You’re so clean“ klingt wie ein Blur-Klassiker in zeitgemäß, und bei „Me + Me“ lassen sie sich von atmosphärischem HipHop inspirieren.

Bandinfo:
Sänger und Keyboarder Cayne McKenzie, Schlagzeuger Andrew Huculiak und Gitarrist David Menzel gründeten We Are The City schon als Teenager und im folgenden Jahrzehnt nutzen sie das Projekt als Ventil für ihre wildesten, kreativen Launen. Sie haben sich maskierte Alter-Egos geschaffen (High School EP 2011), ein Album mit dazugehörigem norwegischsprachigen Spielfilm (Violent 2013) produziert und einen falschen Live-Stream ihrer Aufnahmesessions inszeniert (Above Club 2015). „Ash“, ein neuer Spielfilm, wiederum unter der Regie von Huculiak, feierte gerade seine Weltpremiere auf dem Vancouver International Film Festival. Obwohl „Ash“ nicht direkt mit „RIP“ in der gleichen Art und Weise verbunden ist, wie es „Violent“ war, verfolgt er ähnlich unnachgiebig die Auseinandersetzung mit moralischen Ambiguitäten und menschlichen Fehlern. Er wurde in der Region Okanagan in British Columbia während der verheerenden Waldbrände von 2017 gedreht und enthält wiederum einen Original-Soundtrack von Cayne McKenzie.


Tourdatem:

19.02.2020 – DE – Dresden – Ostpol
20.02.2020 – AT – Wien – B72
21.02.2020 – AT – Steyr – Roeda
22.02.2020 – AT – Weyer – Bertholdsaal
24.02.2020 – DE – München – Milla
26.02.2020 – CZ – Praha – Palác Akropolis
28.02.2020 – CH – Baden – Werkk
29.02.2020 – DE – Mainz – Schon Schön
01.03.2020 – NL – Utrecht – Club 9
02.03.2020 – UK – London – The Grace
04.03.2020 – BE – Antwerpen – Trix
05.03.2020 – DE – Dortmund – Tyde Studios
06.03.2020 – DE – Hamburg – Hafenklang
07.03.2020 – DK – Kopenhagen – Vega
08.03.2020 – DE – Berlin – Musik & Frieden

We Are The City – Song In My Head

Sänger/Keyboarder Cayne McKenzie, Schlagzeuger Andrew Huculiak und Gitarrist David Menzel gründeten die kanadische Progressive-Rock-Band We Are The City als Teenager. Seitdem haben sie das Projekt als Ventil für ihre wildesten kreativen Launen genutzt. In ihrem Portfolio gehören neben EPs und Alben auch Soundtracks zu abgefahrenen norwegischen und Kanaduíschen Filmen. Das 2018 erschienene Album „AT NIGHT“ war das erste von zwei sehr unterschiedlich konzipierten und abgeschlossenen Alben, die die Band kurz nacheinander veröffentlichen wollte. Das zweite Album mit dem Titel RIP wird Anfang 2020 veröffentlicht. Als Vorgeschmack gibt es ein neues Videos „Song In My Head“ 

Fragments of the 5th Element – Magic Pie’s lang erwartetes Album erscheint heute

Wer klassischem Prog und 70er-Jahre-Hardrock von Bands wie Dream Theatre, Genesis, Pink Floyd, Kansas, Deep Purple, Ja, usw. mag, der ist bei der schwedischen Band Magic Pie gut aufgehoben. Die Band um Bandleader und Gitarrenmaestro Kim Stenberg ist  bekannt für ihren epischen, energischen, melodischen und manchmal schweren Prog-Rock mit großartigen Vokalharmonien.

Magic Pie ist ein bekannter Name für Prog-Fans auf der ganzen Welt

Fragments of the 5th Element ist das lang erwartete 5. Album von Magic Pie.Das Album besteht aus 5 Tracks und bietet fast fünfzig Minuten lang eingängige Keyboards, unglaublich lebendige Gitarren, eine aus Stein gemeißelte Rhythmussektion und harmonisierte Vocals.

Das Warten hat sich gelohnt

Auf dieser Platte haben Magic Pie versucht, sich von steriler Perfektion fernzuhalten und einen ungeschliffenen, bissigen  Sound angestrebt. Vom bombastischen Opener The Man Who Had It All bis zum epischen 23-minütigen The Hedonist ziehen Magic Pie mit diesem Album alle Register! Man kann mit Sicherheit sagen, dass sich das Warten auf jeden Fall gelohnt hat.

Tracklist
1. The Man Who Had It All
2. P&C
3. Table For Two
4. Touched By An Angel
5. The Hedonist 

Weiterführende Links
Official: www.magicpie.no
Facebook: www.facebook.com/MagicPie
Official Bandcamp: https://magicpie.bandcamp.comI
nstagram: www.instagram.com/magicpiebandLabel: www.karismarecords.no


WARMRAIN – Running Out Of Time und ein Eurythmic-Cover

Cover

Die erste Veröffentlichung der Band WARMRAIN, eine 2011 erschienene EP mit vier Titeln, „Absent Friends“, wurde im Prog-Magazin als „nachdenkliche Visitenkarte … Eine stattliche Angelegenheit, die einige Pink Floyd-Einflüsse zeigt“ beschrieben. Seitdem haben WARMRAIN sich zurückgezogen . Außerhalb des   Rampenlichts haben Sänger Leon J. Russell, Gitarrist Matthew Lerwill und Bassist Simon Bradshaw ein intensives und zutiefst persönliches Doppelalbum fertig gestellt. Konzipiert und geschrieben wurde das Werk von Leon J Russell. Das Konzept von BACK ABOVE THE CLOUDS  umfasst nicht nur Musik und Texte in 16 Songs, sondern auch Videos, Fotos, Illustrationen und Infografiken, die  über Social-Media-Plattformen vermittelt werden. So gibt es zu dem Track Running Out Of Time ein außergewöhnlich gut gemachtes Lyric Video.

WARMRAIN haben ihr mit Spannung erwartete Debütalbum BACK ABOVE THE CLOUDS veröffentlicht 

Neben  zwei neuen Versionen von Absent Friends enthält BACK ABOVE THE CLOUDS  als Bonustrack eine Sieben-Minuten-Version von Here Comes The Rain Again, den Eurythmics-Klassiker. Dazu gibt es, etwas kürzer, ein atemberaubenden 4K-Video, das in Dorchester Abbey mit den Gastmusikern Craig Blundell am Schlagzeug und John Mitchell am Keyboard gedreht wurde. 

Hier sind außerdem die für das Gesamtkonzept wichtigen Links:

Official: http://warmrainband.com

Facebook: http://www.facebook.com/warmrainofficial

Instagram: http://www.instagram.com/warmrainband