Ry X- YaYaYa

Ry X mit bürgerlichem Namen Ry Cuming stammt von der Ostküste Australiens. Zusammen mit dem Berliner Produzenten und DJ Frank Wiedemann  produzierte  sein Lied Howling  in einer Elektroni-Version  mit Cumings typscher hohen Gesangsstimme. Daraus entwickelte sich das gemeinsame Elektroprojekt Howling, welches man kennt.

Mit der am 27.11.2018 erschienenen Single „YaYaYa “ kündigt Ry X ein neues Album unter eigenem Namen „Unfurl“ an. „YaYaYa“ ist wieder ein typischer RY X-Song geworden. Gitarren, Bass, Percussion und Klavier werden zu einer Instrumentalfläche geschichtet, die den Untergrund für Ry Cumings eindringliches und makelloses Falsett bilden. Dazu gibt es üppige Harmonien und einen chillenden Hintergrundgesang . Vielleicht erklärt sich der warme Sound auch daraus, dass der Song in einem alten Studio in East LA mit analogem Equipment aufgenommen wurde.

Black Sea Dahu-Take Stock Of What I Have

Musiker aus der Schweiz kennt man hierzulande nicht allzu viele. Mir fallen Sophie Hunger, Valeska Steiner von dem Deutsch-Schweizer Duo BOY und Faber ein. Als Vorgruppe bei einem Konzert meiner Lieblingsband Hundreds in Osnabrück durfte ich mal das schweizer Elektopop-Duo Odd Beholder erleben. Damit erschöpfen sich meine Kenntnisse über die Schweizer Musikszene. Deshalb war es eine Offenbarung, als ich heute Mittag auf dem besten Radiosender der Republik FluxFM  „Take Stock Of What I Have“ von Black Sea Dahu gehört habe.  Der intensive Gesang hat mich sofort gepackt. Das Gitarrenriff im Chorus bleibt im Ohr.

Black Sea Dahu ist eine schon seit 2012 bestehende Band  um Leaderin und Songwriterin Janine Cathrein. Der Song stammt aus dem in diesem Jahr erschienenen Album zweites Album “White Creatures”. In Deutschland werden sie wie Hundreds und Odd Beholder vom Plattenlabel Sinnbus promotet. So schließen sich Kreise.

Hyäne Fischer – Im Rausch der Zeit

Was macht eigentlich Schlager und sogenannte volkstümliche Musik so unerträglich? Helene Fischer, Andreas Gabalier und andere leben super davon. Auf Konzerten rasten die Fans aus, da kommt mancher Rockstar nicht mit . Es sind eingängige Melodie und Rhythmen ( eigentlich immer die gleichen) und simple Texte, die eine Sehnsucht nach Geborgenheit, Heimat und glorifizierter Vergangenheit wiederspiegeln. Genau dies wird von Hyäne Fischer ( schon der Name: Twelve Points for Austria) genial persifliert. Um nicht auf falsche Fährte zu kommen, muss man berücksichtigen , dass hinter dem Projekt  wahrscheinlich die Wiener Anti-Burschenschaft „Hysteria“ steckt. Die Feministinnen – sie fordern unter anderem eine Einschränkung des Männer-Wahlrechts – hatten ihre Gruppe als satirischen Gegenentwurf zu den Männer-Burschenschaften gegründet. Genaues weiß man aber nicht. Besonders das Video und zeigt,das die ganze Rückwärtsgewandheit, die zur Zeit immer mehr Zeitgenossen, nicht nur Schlagerfans, ergriffen hat, eine Vergangenheit verherrlicht, die ganz schön viele braune Flecken hat.

Beim ORF ist eine Bewerbung für den ESC eingegangen, der nächstes Jahr (ausgerechnet ) in Israel stattfinden wird. Es wird befürchtet, dass die Satire nicht erkannt wird und die falschen jubeln werden. Ich finde die Aktion aber gelungen. Die  Identitären klauen ständig die Ideen der Spontis, um auf sich aufmerksam zu machen, also ist legitim, wenn Linke den Nazi-Style und Obersalzberg-Herrlichkeit kapern, um vorzuführen, wie weit die Kompassnadel in unserer Gesellschaft inzwischen nach rechts gewandert ist. 

Miley Cyrus – Nothing Breaks Like A Heart

Miley Cyrus ist schon ein Phänomen. Manche ihrer Songs sind sind Country-Popsongs, wie zum Beispiel “ Malibu„. Dazu singt sie wie Dolly Parton. Oder  sie singt gleich ein Duett mit ihr.  Ich stelle mir vor, dass sowas bei konservativen Amerikanern sehr gut ankommen könnte. Ich gege zu, dass ich eine klischeehafte Vorstellung von konservativen Amerikanern habe, also kariertes Flanellhemd, Dosenbier auf der Veranda, Sonntags auf keinen Fall die Kirche versäumen und danach zum Square-Dance. Dieser konservativen Hörerschaft stößt Miley sehr gerne mit ihren bekannten Provokationen vor den Kopf. Das Konzept geht auf. 

Entscheidend ist aber, dass ihre Musik meistens richtig klasse ist und den Nerv trifft. So ist es auch bei“Nothing Breaks Like A Heart“.

Das liegt hier nicht zuletzt an der Zusammenarbeit mit Mark Ronson. Der Typ hat ein Händchen für den richtigen Retro-Sound. Er hat Amy Winehouse groß gemacht und Bruno Mars funky. Beim Abhören habe ich mich weniger an Dolly Parton, sondern mehr an Lana Del Rey erinnert.

Bilderbuch- Mea Culpa

Gestern erreichte mich auf Facebook die Nachricht, dass Bilderbuch unerwartet ein neues Album veröffentlicht haben, Mea Culpa habe ich  sogleich auf Spotify durchgehört. Es ist tatsächlich eine gelungene Fortsetzung des Sound, der für Bilderbuch steht. Falco mit Auotune, Gitarrengegniedel  a`la Dire Straits und immer wieder schaut Prince um die Ecke. Das wird aber nicht langweilig, weil den Jungs immer wieder neue Variationen einfallen. Die Texte befassen sich  wieder mit Sex, viel Drogen, Suche nach der Liebe sowie Internet. Den Themen fehlt etwas Dringlichkeit. Ob das für alle Zukunft reicht, bleibt abzuwarten. Aber bei Bilderbuch zählt eh mehr die tanzbare Musik und der Schmäh. Davon gibt es auf der Platte reichlich. Gut haben mir die Intros der Stücke gefallen, die irgendwie immer auf den vorige Track Bezug nehmen und  zum nahtlosen Durchhören des Albums anregen. Auf diese Weise übergeht man auch nicht das wunderbar jazzige Instrumentalstück „Emotion“. Also Shuffle-Modus beim streamen abstellen.

Mir gefällt am besten der Track Memory Card.

Miya Folick – Premonitions

Miya Folick gehöhrt in die Reihe der Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln. Die Kalifornien ist halb japanisch und halb russisch. Ihre Debut-EP, Strange Darling, brachte die Singer-Songwriterin und Gitarristin im Dezember 2015 heraus. Mit ihrer im September 2018 erschienenen großartigen Single „Stop Talkig“

gibt sie Anreiz, sich das im Oktober erschienene Album „Premonitions“ in voller Gänze zu Gemüte zu führen. Anspieltipp,  mit “ Deadbody“ hält sie durchaus einem Vergleich mit Florence and the Machine stand.

Hitverdächtig ist auch „Stock Image“

Miya Folick hat alles am Start, was es braucht, um im Rennen um den Indie-Pop-Folk-Rock-Album-des-Jahres-Titels ein gehöriges Wörtchen mitzureden.(MusikBlog )

Kat Frankie-Du/Ich

Kat Frankie ist eine australische Singer-Songwriterin und Gitarristin, die seit Ende 2004 in Berlin lebt. Mir ist sie ans Herz gewachsen durch ihr Album „Bad Behavior“ Vom Track „Home“ gibt ein packendes Showcase auf Fluxfm . Kat Frankie spricht und singt sehr gut deutsch. Aus dem Mainstream-Radio kennt man das Duett mit Clueso „Wenn du liebst„. Sehr schön ist die Kollaboration mit Caspar & Marteria „Denk an dich“ Da lag die Veröffentlichung einer deutschsprachigen Single nahe, was mit Du//Ich.

Razorlight – Carry Yourself

Razorleight sind zurück, das bedeutet in diesem Fall, Nullerjahre-Nostalgie mit Gute-Laune-Garantie. Der größte Erfolg der englischen Band Razorlight um den Frontmann Johnny Borrell  war der Song „America“ aus dem Jahr 2006. Nunmehr hat egozentrische Borell die Band mit neuen 

Leuten wieder erweckt. Am  26.10. 2018 erschien das Album „Olympus Sleeping„. Wenn das keine Selbstironie ist, im Prolog darf Adam Green  als Aladdin einen Wunsch vortragen: „Genie? This is Aladdin / Print me a Razorlight album that doesn’t totally suck!“

Ich habe die fröhliche Vorab-Single „Carry Yourself“ ausgewählt. Diese erregt spätestens dann volle Aufmerksamkeit , wenn in der Mitte ( bei etwa 2:20) ein Gitarren-Riff von James Bay erklingt.

LP-Girls Go Wild

LP ist eine US-amerikanische Sängerin. Wie ihr tatsächlich Name, Laura Pergolizzi, vermuten lässt, hat sie italienischen Wurzeln. 2016 erschien ihre Single Lost on You, die ihr zum internationalen Durchbruch verhalf. Durch einen Auftritt mit diesem Lied in der ZDF-Sendung Aspekte bin auch ich auf die tolle Musik von LP aufmerksam geworden. Mit ihrer brandneuen Single „Girls Go Wild“ meldet sich die Sängerin und Songwriterin LP nun  zurück. Der Song ist ein Hit im klassischen LP-Stil, funky und eingängig. LP beeindruckt mit ihrer kraftvollen außergewöhnlichen Stimme.

Empress of – When I’m With Him

Heute morgen habe ich auf dem Weg zur Arbeit den Podcast Song Exploder von Hrishikesh Hirway gehört, welcher sehr zu empfehlen ist. In der zweiwöchentliche Show sprechen Musiker über den kreativen Prozess hinter einem Song, während sie den Song in seine Einzelteile zerlegen.

In der  heutigen Folge ging es um den Song „When I’m With Him“ von Lorely Rodriguez. Sie ist Sängerin, Songwriterin  und Producerin und nennt sich Empress Of. Sie hat bereits zwei Alben veröffentlicht und mit Khalid, Blood Orange und Dirty Projectors auf Tracks gesungen. Ihr erstes Album „Me“ hat sie alleine produziert. Aber ihr zweites Album,“ Us„, enthält eine Reihe von Kollaborationen. Den Song „When  I’m With Him“ produzierte sie gemeinsam mit Jim-E Stack und Dan Nigro. Lorely hat ihre Wurzeln in Honduras. Beim Schreiben ihrer Songs nutzt sie die englische Sprache, aber auch spanisch, weil der Gesang dann einen anderen Rhythmus bekommt.