Poststelle 308 – Marie

Anfang des verflixten Jahres 2020 gründeten vier Wahlberliner um die Dreißig ihre Band “Poststelle 308”, die nach ihrem Probezimmer benannt wurde: Einem Raum in dem ehemaligen Bürokomplex, das heute das Berliner Rockhaus ist. Als musikalische Vorbilder benennen Konrad, Julian, Phil und Phil ganz unbescheiden die Beatles, Outkast, Jimmy Hendrix , aber auch Rio Reiser. “Angekratzter Deutscher Kreativpop mit Verstand“ sei ihr Stil. Jetzt haben Sie ihre erste Single „Marie“ draußen. Der Song geht ins Ohr. Auch schön ist dass Video dazu, denn darin kommen süße Esel vor.

Better Person -Something to Lose

Das ist schon ein Hammer. Im Video sieht man einen jungen Typ mit zurückgegeltem Haar, so dünn wie David Bowie . Mit einer Simme, die an Jimmy Summerville oder an Tony Hadley von Spandau Ballet erinnert, singt er über oszillierende Sythesizerklänge, Drumcomputer und Saxophon und katapultiert damit den Sound der 1980-Jahre in die Jetztzeit.

Adam Byczkowski (alle Fotos: Tess Roby) ist der Name des jungen Sängers. Sein Projekt nennt der gebürtige Pole Better Person. Er zog 2013 nach Berlin, um sich auf sein Soloprojekt zu fokussieren, nachdem er in Polen bereits in verschiedenen einflussreichen Bands gespielt hatte. Im selben Jahr veröffentlichte er seine erste Single „I Wake Up Tired“, woraufhin ihn das Berliner Label Mansions and Millions aus Neukölln unter Vertrag nahm und Anfang 2016 seine Debüt-EP „It’s Only You“ veröffentlichte. Es folgten 2 Jahre intensiven Tourens in Europa, Amerika und Asien. Er spielte im Vorprogramm Timber Timbre, Alex Cameron, TOPS, John Maus, Jessica Pratt, Weyes Blood, Roosevelt, Amen Dunes, Molly Nilsson und vielen mehr.

Von Neukölln nach Los Angeles

Im letzten Jahr konzentrierte er sich auf die Arbeit an seinem Debütalbum, welches er im Sommer 2019 in Los Angeles mit Ben Goldwasser (bekannt als eine Hälfte von MGMT) aufnahm. Dessen Arrangements hellten und den Sound von Better Person etwas auf und verliehen ihm durch Akustikgitarre, Congas und geschichteten Stimmharmonien noch mehr intenatinales Flair. „Something to Lose“ ist der Titeltrack des Debütalbums von Better Person, welches am 23.10. bei Mansions and Millions & Arbutus Records erscheinen wird.

„‚Something to Lose‘ ist der erste fröhliche Song, den ich je geschrieben habe“, sagt Adam. „Zuerst sollte der Song vor allem das Gefühl des frisch Verliebtseins einfangen samt der Aufregung, die damit einhergeht. Mit der Zeit bekam dieser Song aber eine noch größere Bedeutung für mich. Sich so stark und tiergehend zu verlieben, hat mich aus einer lethargischen und zynischen Starre erwachen lassen und meine ganze Sicht auf die Welt verändert.Es fällt einem ja äußerst schwer, in diesen Zeiten noch an die Menschheit zu glauben. Diese Euphorie zwischen zwei Menschen ist ein Gefühl süßer Ablenkung, die wirklich alle verdienen. Etwas, wofür es sich zu leben lohnt, ist es doch auch ein Ort, an dem man sich verstecken kann. Der Wind in deinen Haaren, die Sommerfrische, sanfte Berührungen einer anderen Person. Liebe ist die stärkste Waffe gegen Hass, der erste Schritt zum positiven Wandel – dafür lebe ich.

KOKO -All Together Now

Nein nicht The Beatles, sondern cooler. Die erste Single von KOKOs zweiter EP geht zurück zu den geschmeidigen Beats ihrer ersten Veröffentlichungen. „All Together Now“ brilliert mit einem unwiderstehlich soften Drop genau in der Mitte der Titelzeile. „Es geht darum, nicht durchzudrehen, egal, was kommt. Wir haben alle Dinge, die wir tun, um bei Verstand zu bleiben – in ein Kissen schreien, uns im Fitnessstudio abreagieren, sowas. Und jetzt scheinen wir das kollektiv mehr als je zuvor zu brauchen,“ sagt Ashley C. Wenn man sich die erste Hälfte des Jahres anguckt, weiß wahrscheinlich jeder, wovon er redet. Das Foto oben Stammt von Daniel Clark und zeigt, dass KOKO nach rot in ihrer gelben Phase sind.

PAM PAM IDA – Anderer Stern

Nach dem Erfolg von “Hoaßa Droht” landet Bayerns ungewöhnlichste Fantast-Indie-Band Pam Pam Ida ( Foto oben: Maria Bayer) auf einen anderen Stern. Nicht mehr im Rückwärtsgang, wie iim Video zu “Hoaßa Droht”, sondern zügig, mit großen Schritten bewegt sich Pam Pamm Ida auf die Veröfftlichung ihres neuen Albums „Frei“ zu, das am 25.09. erscheinen soll. Einen kleinen Zwischenstopp gibt es auf einen anderen Stern. „Anderer Stern“ heißt nämlich die zweite Single aus dem kommenden Album, eine wunderschöne, ja was eigemtlich?, Disco-Nummer.

Der Münchner Merkur  schrieb treffend: „Was die Band um Sänger Andreas Eckert dort genau treibt, ist nicht mit Sicherheit zu verorten. Die Einflüsse sind mannigfaltig: Bryan Ferry, Klaus Nomi, Voodoo Jürgens, … eine Helter Skelter-Kombo mit rabenschwarzen Seelen, die es in Bayern nur einmal gibt. Ihr Auftrag ist klar definiert: den Bogen weit zu spannen, weit weg vom Mainstream, aber doch nah genug, um die Leute schwer zu begeistern.“

GHETTO ROYAL – HYÄNEN

GHETTO ROYAL, die Band aus Passau, veröffentlichte heute einen explosiven 3 Minuten-Song. Mit ihrer neuen Single „Hyänen“ widmet sie sich einem Thema, mit dem  viele schon zu tun hatten, sei es als Opfer, vielleicht als Täter oder möglicherweise, weil man einfach nur weggeschaut hat.

"Ihr wartet bloß darauf, dass ich endlich versage! 
Ich lieg‘ am Boden und spür‘ eure Zähne in michschlagen!“ 
(Refrain)

Ob in der Schule oder im Beruf, Mobbing kommt in jeder Gesellschaftsschicht vor und hat viele Facetten. Mit ihrer  wütenden und knallharten Punkhymne nehmen GHETTO ROYAL die Perspektive der Opfer ein und schlagen sich auf die Seite der  Underdogs.

Mit ihren urbanen Post-Punk bringen Frontmann Michael Ammon und siene GHETTO Royal frischen Wind in die deutschsprachige Rockszene, Die Fanbase wird immer größer und wartet sehnsüchtg aud das Dbüt-Album Persona Non Grata (VÖ 25.09.2020)

NYLE – All We Start

Elin Bell ist eine Jazzsängerin, Pianistin und Songwriterin aus Hamburg, die bislang für andre andere Künstler tätig war. Zusammen mit dem Produzenten Fabio Niehaus hat sie nunmehr ihr eigenes Musikprojekt NYLE gegrundet und legt ihre Debüt-Single „All We Start“ vor. NYLE vermischt organische Klänge mit elektronischen Elementen, über alem schwebt Elins filigrane Stimme. Die Soundästhetik erinnert an skandinavische Künstlerinnen. So klingt klingt NYLEs Debüt vielschichtig und international. Im Herbst 2020 wird die Debüt-EP „where to hide“ erscheinen.

Gregor McEwan – Halloween Costume

Gregor McEwan hat eine brandneue Single und dazu ein Video veröffentlicht, in welchem er lauter Superheld*innen und Superschurken aus dem Marvel-Kosmos einen auftreten lässt. Von Gregor erwartet man ja folkige Songs. Das besondere an diesem ist der wirklich grandiose Schluss.

„… Während sich Halloween Costume immer weiter steigert und aufbaut… um nicht zu sagen aufbäumt, mit immer neuen Instrumenten und Klangfarben versehen seinem dramatischen Ende entgegen schreitet, ereilt das Audi(o)torium dann irgendwann mitten im hymnischen Refrain die Erkenntnis, dass Flügelhörner tatsächlich einen fantastischen Klang und eine dramaturgische Daseinsberechtigung haben und dass Auto-Tune sparsam und sinnvoll eingesetzt auch richtig cool sein kann. Und nachdem all dies schlussendlich die Hände von der Gurgel genommen hat und man die Gänsehaut entdeckt, die sich beinahe unbemerkt gebildet hat, fällt alles wieder in sich zusammen… die Muskeln im Ohr entspannen sich schlagartig und man bekommt eine Middle 8 lang die Zeit zugestanden, sich an The Mountain Goats und Okkervil River erinnert zu fühlen, ehe ein Metallica meets Van Halen Staccato/Tapping/Double Bass-Part das Finale Furioso einleitet und der Song fast schon überraschend endet. Aber wirklich nur fast! Denn wenn ich das alles noch mal Revue passieren lasse, frage ich mich sowieso, wie dieser Typ all diese Feelings in nur knapp über 3 Minuten gepackt bekommt…“sagt Jörkk Mechenbier

Also, das Video geniesen und unbedingt de Schlussakkord abwarten.

Robert Glasper – Better Than I Imagined

Robert Glasper beschert uns zusammen mit H.E.R. & Meshell Ndegeocello eine kraftvolle schwarze Liebesballade

Das Jahr 2020 mit all seinen durch die Corana Pandemie hervorgerufenen Widrigkeiten für die gesamte Welt offenbart deutlich, wie tief die Gesellschaften gespalten sind. In den USA unterstützen immer noch viele diesen Bad Orange Man, obwohl längst klar sein sollte, dass er mit der Aufgabe hoffnungslos überfordert ist, eine Weltmacht zu führen. Hinzu kommt, dass sich die schwarze Bevölkerung den strukturellen Rassismus und besonders gegen sie gerichtete Polizeigewalt nicht mehr gefallen lassen will. Vom derzeitigen Präsident sind keine Bemühungen um Versöhnung, geschweige denn Lösungen zu erwarten. Er glaubt von der Spaltung der Geselschaft zu profitieren und treibt diese vielmehr voran.

Get Your Knee Off Our Necks !

Vor diesem Hintergrund überbordender gesellschaftlicher Konflikte findet am morgen am 28. August 2020 der Solidaritätsmarsch vom Lincoln Memorial zum Martin Luther King Memorial  zum 57. Jahrestag des historischen Marsches in Washington statt, an dem Martin Luther King Jr. seine Rede „I have a dream“ hielt. Tausende werden unter dem vielsagenden Motto “Get Your Knee Off Our Necks !” teilnehmen und Reden von dem Sohn Martin Luther King III und Michelle Obama hören. Robert Glasper wird neben Derrick Hodge, seinem langjährigen Bassisten , einer der wenigen persönlich anwesenden Musiker sein und live auftreten.

Passend zu diesem Ereignis veröffentlichte Robert Glasper heute die Single  „Better Than I imagined“ . Mit H.E.R. und Meshell Ndegeocello , zwei Frauen mit mächtigen Stimmen ins Boot geholt. Der Song hat eine eindeutige Botschaft. Er ruft zu Liebe statt zu Gewalt auf.

Gleichberechtigte Liebe statt Gewalt

Robert Glasper erklärt die Bedeutung des Songs: „Black lives matter and so does black love.” und weiter. “Niemand möchte ein Leben ohne Liebe, aber wir haben Generationen von Menschen in unserer Gemeinschaft, die nie den Schlüssel zu einer tatsächlich gesunden Beziehungen hatten. Es scheint, als wären die Menschen endlich bereit, ihre Augen für strukturellen Rassismus in diesem Land zu öffnen und wenn wir darüber sprechen wollen, müssen wir auch darüber sprechen, wie sich dies auf unsere Beziehungen auswirkt.”

Das wunderschönen Video wurde von Gianni Lee animiert. „Better Than I Imagined“ ist die erste neue Musik aus dem Black Radio 3-Projekt von  Dinner Party, der musikalischen Supergruppe von Robert Glasper, Terrace Martin, Kamasi Washington und 9th Wonder. Die vier eigenständigen Genies kamen als Freunde und Kollegen zusammen und machten Musik, die Jazz, R & B, Soul und Hip-Hop miteinander verbindet. Black Radio 3-Projekt ist für 2021 angekündigt.

Robert Grace -Fake Fine

„It`s a pandemic, it`s a fuckin` disease. And it`s following me…“ klagt Robert Grace, der aus dem irischen Graiguenamanagh, Kilkenny stammende Songwriter, Musiker und Producer in seinem aufbauenden Get-Well-Hit „Fake Fine“. Mit dem Videoclip legt der irische Singer-Songwriter mit der markanten Stimme nun auch die bewegten Bilder des augenzwinkernden Ohrwurms vor.(Betragsbild: Córríne Grace)

SHARKTANK – Washed Up

Hier kommt ein schönes Stück Musik aus Österreich. Was kann man als Hintergrundinfo zu dem neuen Projekt Sharktank (Foto von Aaron Hader) berichten? Marco Kleebauer ist eine Hälfte des österreichischen Elektropop-Duos Leyya (zusammen mit Sophie Lindinger) Marco ist auch als Produzent tätig, nicht nur für Leyya, sondern auch für Bilderbuch und die fantastischen Newcomer Oehl. Ein weiterer Protagonist ist der Grazer Rapper Mile. Mile war für Aufnahmen zu einem Soloprojekt Gast im Studio bei Marco Kleebauer und es stand die Idee, etwas gemeinsam als band zu machen. Was fehlte war Gesangsstimme und so kommt als Dritte Katrin Paucz ins Spiel. Die gerade zwanzigjährige Katrin singt in der Liveband von Oehl. Sie ist ein herausragendes Talent und stellt hier gleich beeindruckend unter Beweis, dass sie nicht nur am Instrument, sondern auch mit Text und Gesang ein „Händchen“ besitzt