Charly Bliss – Hard To Believe

Es ist immer interessant, wie Musiker ihr akustisches Werk visualisieren. Denn ohne ein gescheites Video auf Youtube geht im Prinzip gar nichts. Manchmal gibt es einfach nur schöne Bilder zu sehen, etwa Landschaften, Wasserwelten usw. Oft wird entsprechend zum Text des Liedes eine Geschichte verfilmt, manchmal hat der Film auch nichts mit dem Text zu tun, sondern Steht eidgenstädig für sich. Es gibt auch die schöne Variante, dass in dem Video der Musiker oder die Band beim Musizieren auf der Bühne oder im Studio gezeigt werden. Charly Bliss haben sich in dem Video von Henry Kaplan für eine Mischvariante entschieden. Die Band um die Sängerin Eva Hendricks wird beim performen ihres neuen Songs Hard To Believe gezeigt. Gleichzeitig wird erzählt, wie die Musiker durch Kleinigkeiten abgelenkt werden. „Gezeigt wird eine etwas fantastische, aber letztlich realistische Darstellung einer typischen Bandpraxis. Während wir Songs spielen, hat jedes Bandmitglied normalerweise seinen eigenen inneren Monolog, entweder mit Dingen, von denen es abgelenkt wird, oder von Dingen, die sie lieber tun würden. Dieses Video fühlt sich extrem uns an“, sagt Eva Hendricks.

KEØMA – Lovers

Neues von der umtriebigen Kat Frankie . Die australische Wahlberlinerin ist Teil des Indie-Pop Duos KEØMA (nur echt mit dänischem Ø !), benannt nach einem klassischen Italowestern aus den 1970er Jahren. Gegenpart ist der Kölner Rockmusiker Chris Klopfer. Kat Frankie ist die Produzentin von KEØMA. Auf ihrer Website heben sie hervor, dass weibliche Producer selten im Popbetrieb sind und Kat Frankie auch als Producerin mit ihrem sprichwörtlichen Perfektionismus und Herzblut zugange ist, so dass KEØMA zu keinem Moment wie das Nebenprojekt zweier ansonsten ohnehin gut ausgelasteten KünstlerInnen klingt, sondern ausgereift und perfekt arrangiert, im besten Sinne erwachsene Musik voller Ideen und Erfahrung.

KEØMA nahmen 2016 am ESC-Vorentscheid Unser Lied für Stockholm mit dem Titel Protected teil. Sie belegten nur Platz 8 von 10 Teilnehmern. In meinen Augen ist das ein Qualitätsmerkmal. In diesem Jahr zeigt das Abschneiden von Lilly Among Clouds, dass gute MusikerInnen für den ESC eben nicht gewählt werden.

Mit der Singel Lover kündigen Kat und Chris übrigen ihr zweitees Albunm mit dem Titel Saudade an (VÖ 07. Juni 2019) Saudade ist portugiesisch und lässt sich mit „Traurigkeit“, „Wehmut“, „Sehnsucht“, „Fernweh“ oder „sanfte Melancholie“ annähernd übersetzen.

WEYES BLOOD – Neues Album: Titanic Rising

EVERYDAY – Wes Craven lässt im Video grüßen

Eine Melodie, wie aus einem Song der Kinks. Eine Stimme, die an Karen Carpenter erinnert. Jedoch im Gegensatz zu den Carpenters, deren Songs sich mit Liebesbeziehungen und Trennungsschmerz befassten, explodiert Natalie Mering vor Begierde , wenn sie für sich wahre Liebe an jeden Tag fordert. Wenn sie „I need a love everyday, I need“ singt, hat man keine Zweifel, wonach sie sich sehnt. Dazu ein schwarzhumoriges Video, das sich an den Scream-Filmen von Wes Craven orientiert. Das sind die Zutaten, die Natalie Mering bei dem Track Everyday gekonnt zusammen gefügt hat.

Als Künstlerin nennt sich Natalie Mering WEYES BLOOD. 2011 veröffentlichte sie ihr Debütalbum The Outside Room. Seitdem hat sie drei Alben veröffentlicht.

Everyday ist der lebhaftesten Track auf ihrer vierten LP Titanic Rising. Typischer für das Werk der elegische Track Movies, den Natalie Mering in einem Video präsentiert, bei dem sie selbst Regie geführt hat.

WEYES BLOOD — MOVIES

Die 10 Songs sind eine Hommage an den schönen und großartigen Pop der 70er Jahre, große Arrangements, Streicher, Dramatik, Sentimentalität. Trotzdem ist es ein moderner Sound aus den hier und jetzt. Bei allem Weltschmerz versprechen die Harmonien Hoffnung. Der Titel sagt es aus. Nach der Katastrophe der Titanic folgt ihr Aufstieg. Ein großartiges Album.

James Blake – Barefoot In The Park (feat. Rosalía)

Die Musikalität liegt in der Familie des James Blake.Vater James Litherland ist Songwriter. James studiert am renommierten Londoner Goldsmiths College „Contemporary/popular music“. 2010 begann die Karriere des damals 21-Jährigen. Die Coverversion des Feist-Songs „Limit To Your Love“ wurde vom BBC 1 Radio-DJ Zane Lowe gar zum ‚Hottest Record in the World‘ gekürt. Atmosphärische Tonfolgen, verstörende Geräusche und melancholische Harmonien bilden den Grundtenor seines Klang-Universums.

im Januar 2019 veröffentlichte James Blake seine dritte LP Assume Form. Drauf gibt es eine Menge Kooperationen mit jungen Künstlern. Die nunmehr erfolgte Auskoppelung Barefoot In The Park  ist ein wunderschönes Duett mit der spanischen Newcomerin Rosalía.

ROSALÍA – MALAMENTE 

Rosalia ist in ihrem Heimatland schon bekannt und steigt derzeit bei den Hispanos auf dem amerikanischen Kontinent auf . Mit ihrem letztjährigen Album El Mal Querer hat sie den so auf seine Traditionen bedachten Flamenco ins Hier und Jetzt katapultiert.

The National – Light Years

The National wollen am 17. Mai ihr neues Album I Am Easy to Find veröffentlichen. Die Platte, so das Versprechen der Band, soll „anders als alles andere“ zu sein, während sie „völlig im Einklang mit dem ist, was sie für einen Großteil ihrer Karriere geschaffen haben.“

Die erste Single „You Had Your Soul with You“ demonstrierte dies bereits. Ab der Hälfte des Songs erklingt die Stimme der langjährigen David Bowie-Bandkollegin Gail Ann Dorsey – nicht als Hintergrundgesang, nicht als Hookline, sondern um Matt Berninger zu verdrängen das Lied zu übernehmen.

Jetzt haben The National mit Light Years einen weiteren Trck aus dem Album ausgekopplt. Der neue Track passt sicherlich zu einigen der düstereren Momente der Arbeiten von The National in der Vergangenheit, jedoch verleiht die hier leider nicht namentlich genannte Sängerin der Musik eine neue Textur. „Light Years“ schmeichelt sich mit wiederholenden Klavierlinie und den Stimmen von Matt Berninger und seiner Co-Sängerin in unseren Gehörgang.

Zeitgleich zum Album wird ein gleichnamiger Kurzfilm mit Musik der Band veröffentlicht. Regie führte der Oscar-nominiertem Regisseur Mike Mills. Eine Hauptrolle spielt Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander. Das Video zu Light Years verwendet Szenen.

SOAK – Déjà-vu

SOAK ist ein Akronym aus den Worten Soul und Folk. Obwohl ihr Musikstil weder in die eine, noch in die andere Schublade passt, hat sich die erst 23-jährige nordirischen Singer-Songwriterin Bridie Monds-Watson diesen Künstlernamen gegeben. SOAK fällt dadurch auf, dass sie einen Tomboy-Style fährt und auch damit nicht in gängige Schubladen passt.

Der Song Déjàvu beschreibt die irreale Situation und Hoffnungslosikeit , wenn ein Unglück eintritt, das man genau so erwartet hat.

„No heaven in front of me
A neon light catastrophe
No unexpected emergency
Nothing’s new, déjà vu, déjà vu, déjà vu, déjà vu“

Der im Retro-Style aufgenommene Song Déjà Vu ist eine Auskopplung aus SOAKs neuem Album Grim Town, welches am 26. April auf Rough Trade Records erscheinen wird.

MELBY – Dancer

Auf die Ohren streckt die Lauscher gerne nach Skandinavien aus, weil da einfach gute Musik herkommt. Melby ist eine aus Stockholm. Ihr dynamischer Sound verbindet Einflüssen aus Folk, Psych, Indie und Pop. Der leichte, halbpsychedelische Folk-Pop des Quartetts baut auf der bezaubernden Stimme von Matilda Wiezell auf. Die anderen Bandmitglieder tragen die schönen schwedischen Namen Are Engen Steinsholm (Gitarre), David Jehrlander (Bass) und Teo Jehrlander (Schlagzeug).

Kurz bevor ihr Debütalbum None Of This Makes Me Worry bei Sinnbus erscheint, schicken Melby noch ein Stück vorweg: „Dancer“ beschreibt laut Sängerin Matilda das Rumhängen mit Leuten als eine Abwärtsspirale kurz vor dem Crash.