MELBY – Dancer

Auf die Ohren streckt die Lauscher gerne nach Skandinavien aus, weil da einfach gute Musik herkommt. Melby ist eine aus Stockholm. Ihr dynamischer Sound verbindet Einflüssen aus Folk, Psych, Indie und Pop. Der leichte, halbpsychedelische Folk-Pop des Quartetts baut auf der bezaubernden Stimme von Matilda Wiezell auf. Die anderen Bandmitglieder tragen die schönen schwedischen Namen Are Engen Steinsholm (Gitarre), David Jehrlander (Bass) und Teo Jehrlander (Schlagzeug).

Kurz bevor ihr Debütalbum None Of This Makes Me Worry bei Sinnbus erscheint, schicken Melby noch ein Stück vorweg: „Dancer“ beschreibt laut Sängerin Matilda das Rumhängen mit Leuten als eine Abwärtsspirale kurz vor dem Crash.

YOUNG CHINESE DOGS – As Long As I Can Sing

Birte Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson bringen mit ihrer Band YOUNG CHINESE DOGS eine neue Platte raus

Im Jahr 2011 gründete Nick Reitmeier zusammen mit Oliver Anders Hendriksson und Birte Hanusrichter.in München die Band YOUNG CHINESE DOGS. Birte Hanusrichter ist als Titelrolle der Fernsehserie ‚Jenny – echt gerecht!‘ zwischenzeitlich zu einem bekannten Gesicht avanciert.  Außerdem betreiben Birte Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson das Nebenprojekt Snowfall.

Dass die Musik der YOUNG CHINESE DOGS international locker mithält, haben sie schon mit ihrem Debütalbum ‚Farewell to Fate‘ bewiesen. Die Platte erregte Aufmerksamkeit von Deutschland bis in die USA. Mit ihrem zweiten Album ‚Great Lake State‘ legten sie sehr stark nach: Opulenterer Sound, der aber trotzdem nie jene Folk-Wurzeln verrät, mit denen die YOUNG CHINESE DOGS gestartet sind. Mit „As Long As I Can Sing“ geben sie einen ersten Vorgeschmack auf die kommende Platte., die The Quiet & The Storm heißen wird (VÖ: 03.05.19)

Grimes – Pretty Dark

Ebenfalls lange hat man musikalisch nichts von Claire Boucher aka Grimes gehört. Vielmehr befassten sich die Schlagzeilen mit ihrer Beziehung zu Elon Musk (Zeit online: Grimes und Elon Musk Über Beziehungen in Zeiten von Trump). Ihr letztes AlbumArt Angels erschien bereits 2015. Nun aber steht ein neues Album in den Startlöchern. Es soll Miss_Anthropecene heißen.

Der Titel ist ein interessantes Wortspiel aus Misanthrop, also Menschenhasser, und Anthropozän, der Bezeichnung für das Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Das neue Werk der Kanadierin soll ein Konzeptalbum über den Klimawandel werden.

Den neuen Sonng Pretty Dark , der das Album ankündigt, bezeichnet Grimes nicht als Single, sondern als Demo. Es ist ein sehr schöner, eingängiger und hoffnungsvoller Popsong geworden.

Ricky Dietz – Lemonade Drip

Lemonade Drip ist der erste Song von Ricky Dietz. Aber wer ist Ricky Dietz. Ricky Dietz. ist keine Person, sondern ein Projekt. Dahinter stehen Sway Clarke, ein aus Toronto stammender Wahl-Kreuzberger mit jamaikanischen Wurzeln und einer markanten Stimme. Die Musik des Sängers und Songschreibers wurde mit Frank Ocean, Lorde, Miguel, The Weeknd, Mikky Ekko und Coldplay verglichen. Er hat schon als Songsschreiber für Größen wie John Legend gearbeitet und die Beatsteaks bei drei Stücken ihres Albums „Yours“ unterstützt. Der andere Kollaborateur ist Pierre Baigorry. Wer? Wenn man den Song Lemonade Drip anhört, fällt es einem wie Schuppen aus den Haaren. Pierre Baigorry ist neben Frank Dellé Sänger bei Seeed und als Solo-Künstler unter dem Nammen Peter Vox berühmt. Der dritte Sänger bei Seed, Demba Nabé, starb leider im letzten Jahr. Villeicht springt bei der Seeed- Tour ja Sway Clark ein.

Lemonade Drip“ handelt von einer Drama Queen („like Nicki and Cardi B all wrapped in one body“), die auf jeder Party einen Streit vom Zaun bricht. Damit will der Sänger nichts zu tun haben und trinkt lieber das titelgebende Getränk.

Kennengelernt haben sich Pierre und Sway in Berlin auf einer Party von dem Produzententeam „The Krauts“.Pierre hatte Bock sich mal nur um die Produktion und das Drumherum zu kümmern. Sway Clark mit seiner coolen Stimme ist passenderweise zu faul, um selbst zu produzieren.

Der Name Ricky Dietz ist übrigens eine Hommage an den Ex-Schalker und Ex-Nationalfußballsieler Bernard Dietz.

WIN: Alice Phoebe Lou „Paper Castles“

E1NEN HAB ICH NOCH

Nach den Sternen zu greifen bedeutet im Fall von Alice Phoebe Lou, den Blick gen Himmel zu richten und Antworten auf drängende Fragen am Firmament statt im eigenen Mikrokosmos zu suchen. Auf „Paper Castles“ tritt die 25-Jährige erneut als bedachte, fast schon weise, Songschreiberin in Erscheinung.

Alice Phoebe Lous Welt reicht von der Bordsteinkante der Warschauer Straße in Berlin bis zu den fernsten Galaxien, die sie immer wieder gern als Metaphern in ihren Songs verbaut. Als eine der spannendsten Ausnahmekünstlerin überhaupt hat es die Straßenmusikerin rund um den Globus, und mit ihrer Soundtrackarbeit zum Dokumentarfilm „Geniale Göttin: Die Geschichte von Hedy Lamarr“ sogar bis auf die Shortlist der Oscars, geschafft. Doch was macht den Reiz der Alice Phoebe Lou aus? Authentizität, Echtheit und der Wille, sich nicht verbiegen lassen zu wollen, das sind auf jeden Fall Zutaten ihres Erfolgsrezepts. Lou macht schlichtweg, was sich richtig für sie anfühlt. Und…

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The Japanese House – We Talk All The Time

Japanese House nennt sich das Projekt der jungen Britin Amber Bain. Auf keinen Fall zu verwechseln mit Japanese Breakfast, denn mit Michelle Zauners Indie-Pop hat die Musik von Amber Bain nur wenig gemeinsam. Bei ihrem am 01. März erschienenen Debüt-Album Good At Falling handelt es sich um sauber produzierten Hochglanz-Dream-Pop (ohne Punk-Attitude, wie bei Zauner). Verantwortlich für die Produktion ist BJ Burton, der z.B. auch beim Longplayer „Bambi“ der hier besprochenen Hippo Campus an den Reglern stand. Der Titel Good At Falling steht für Bains Erfahrungen mit gescheiterten Beziehungen. Als Beispiel habe ich den Song We Talk All The Time ausgewählt.

Mit expliziten Worte wird beschrieben, worum es geht, eben nicht um das Reden: „We don’t fuck any more but we talk all the time, so it’s fine.“

Der musikexpress schreibt: „Klasse, wie sich Amber Bain als The Japanese House mit Hilfe dieser Synthie-Pop-Songs ihr Leben zurückholt: Musik genau auf der Schwelle zwischen Melancholie und Aufbruch.“ Dem Urteil schließ ich mich an.

The Slow Show – Sharp Scratch

Es gibt Bands, da ist die Stimme mehr als nur ein Bestandteil des Ganzen, sondern das wichtigste und prägendste Instrument. Man denke da nur an die Editors mit Tom Smith oder The National mit Matt Berninger. In diese Reihe gehört auch The Slow Show aus Manchester, für die der Bariton von Rob Goodwin von zentraler Bedeutung ist. Mir ist noch der tolle Song Ordinary Lives aus dem Jahr 2016 im Ohr, danach war die Band allerdings vom Schirm.

Nun tauchen The Slow Show mit dem beeindruckenden Comeback-Track Sharp Scratch wieder auf. Und es gibt immer noch die Stimme Robert Goodwins, die einem Schauer über den Rücken laufen lässt. The Slow Show wissen, wie man ein Lied spannend aufbaut. Sharp Scratch beginnt recht langsam und steuert dann auf den Höhepunkt zu, um sanft auszuklingen.

2019 soll ein Album erscheinen.

Emily King – Remind Me

Remind me erinnert an die 80′ Jahre, RnB- Musik, evtl. von Michael Jackson laut aufgedreht. Im ersten eigenen Auto durch die Strassen cruisen. So ähnlich beschreibt Emily King die Situation, die zum Song „Remind me“ geführt hat. Nur das sie erst mitten in den 80′ geboren wurde und damals noch kein Auto fahren konnte. Dennoch, das mit dem Auto stimmt. Der kleine Nissan, war das erste eigene. Es wurde für den Umzug aus New York und der elterlichen Wohnung in ein Haus in den Catkill-Mountains benötigt. Das Gefühl ist das Abschütteln der Enge der Stadt und der Auseinandersetzungen mit der Mutter und der Schritt in die Unabhängigkeit.

In dem Haus in den Catkills lebt und arbeitet sie mit dem Produzenten Jeremy Most. King und Most sind Perfektionisten. Das Album Scenery (VÖ 01.02.2019), dessen Opener Remind me ist, ist eine präzise und doch fließende Mischung aus Pop und Rock der 80er Jahre, zeitgenössischem R & B und leichten Jazz-Akzenten. Emily King singt auf den Punkt, teils auch geflüstert, sodass man an Michael Jackson denkt.

Dermot Kennedy – Lost

Es läuft gerade gut für den 25 jährigen Iren Dermot Kennedy. Folgt man seiner Biografie, dann begann der Lauf damit, dass er Glen Hansard auf der Strasse kennengelernt hatte. Hansard beann seine musikalische Karriere als Straßenmusiker in Dublin.und ist inzwischen auch als Songwriter für Kinofilme bekannt (z. B. Die Tribute von Panem – The Hunger Games). Einige Jahre später , als Kennedy seine ersten Aufnahmen machte, erinnerte er sich an Hansard und lud ihn ins Studio ein. Daraus wurde zwar nichts, aber Hansrd bot ihm an, zehn Minuten auf der Bühne mit Hansards bei seiner ausverkauften Weihnachtsshow zu spielen. Kennedy nutzte seine Zeit im Rampenlicht und spielte eine beeindruckende Version seiner 2016er-Single „After Rain“. Von der BBC gelobt und von der Irish Times als „woodsy romantic folk pop,“ gepriesen, sammelte der Track auf Spotify unglaubliche 19 Millionen Streams. Aufbauend auf die Popularität foigte die EP ‚Doves & Ravens‘. Dabei mischte er seine akustische Gitarre mit dem programmierten Sound des Schlagzeugs. Zusammen mit seiner zerrissenen Stimme entwickelte er daraus seine düsteren Sound. 2018 nahm in der npr-Reihe tiny-desk-concert eine unglaublich schöne Live- Performance auf, bei der er sich extra einen Gospel-Chor hinzu holte ( hier zu sehen). Ende des Jahres folgte die Hit-Single „Power Over Me„.

Lost ist die nächste Auskopplung aus dem noch folgenden Album DK1.   Dermot Kennedy sagt selbst zu den Lyrics, dass schlimme Dinge passieren könnten, und wenn dies der Fall sei, seiest du die Liebe und den Schutz zugetaner Menschen angewiesen , um dich aufzufangen und durch dich den Sturm zu führen., in dem du dich befindest. Es gehe darum, sich gegenseitig in schlechte Zeiten zu stützen.

Alice Phoebe Lou -Galaxies

Alice Phoebe Lou
veröffentlicht neuen Song „Galaxies“ mit träumerischem Video

Alice Phoebe Lou  hat heute im Vorgriff auf ihr kommendes Album „Paper Castles“ ein neues Video „Galaxies“veröffentlicht . Darin singt sie von fremden Galaxien und Sternen und es scheint, als schwebe sie manchmal über den Dingen. Das Video zeigt Alice in einer surrealen, träumerischen Landschaft verbunden mit animierten Designs von Hagen Schönfeld.

Die Regisseurinnen Chloë Lewer und Andrea Ariel stellen im Video Alice Phoebe Lou als gefallenen Stern dar, der ein normales Leben auf der Erde führt. Es sei nicht zu leugnen, dass Themen und galaktische Träume von außerhalb dieser Welt in Alice und ihrer Musik verankert seien. Das Video solle die Höhen und Tiefen einer solchen Reise vom Sternenhimmel zur Erde darstellen.

Ich freue mich durch diese Video- Arbeit eine weitere Seite von Chloë Lewer kennen zu lernen, die zusammen mit Elliott McKee unzer dem Bandnamen Charity Children zwei tolle Alben herausgebracht hat (The Autumn Came, Fabel)

Der besondere Gesang, der das Ende der Zeilen anhebt und ihr jazzig angehauchtes Gitarrenspiel ergeben den Signaturesound von Alice Phoebe Lou

„Galaxies“ ist die dritte Single aus Alice Phoebe Lous neuem Album und schürt die Erwartungen auf „Paper Castles“, das am 8. März erscheinen wird.