Sheryl Crow -“The Story Of Everyhting“ ft. Chuck D, Andra Day, Gary Clark Jr. – letzter Vorbote auf das neue Album „Threads“

Am Freitag erschien mit Story of Everything ein unglaublich krachendes Crossover-Stück von Sheryl Crow. Es vereinigt Rock, Funk und Hip-Hop.

Sheryl Crow schreibt selbst dazu:

„The Story of Everything“ entstand aus einem Gefühl der Frustration über die Lage in Amerika zu diesem Zeitpunkt. Als alleinerziehende Mutter fühle ich mich meinen Kindern gegenüber verpflichtet, zu den dringenden Themen zu sprechen, die die Welt prägen, die sie durch meine Musik von uns erben werden. Ich hatte das Gefühl, dass so viel Hoffnung unseren ersten schwarzen Präsidenten in sein Amt begleitete, aber diese Hoffnung verwandelte sich in Angst und Spaltung. Mein alter Freund Chuck D (Public Enemy) hat jahrzehntelang mit der Geschichte des Rassenkampfes und der Ungleichheit in seiner Musik gesprochen. Chuck und ich haben uns 1994 in den Tagen von Rock the Vote kennengelernt. Er ist einer der wichtigsten Dichter unserer Zeit. Und Gary Clark Jr., der auf dem Track Gitarre spielt, ist aufgestiegen, um seine eigenen heftigen musikalischen und sozialen Statements abzugeben. Im Jahr 2009 trat Gary für meine 100 Miles From Memphis-Tour bei einem Vorsprechen auf und es wurde deutlich, dass er ein größeres Schicksal hatte, als nur ein Sideman zu sein.Ich habe Andra Days unglaubliches Lied „Rise Up“ im Radio gehört und sie gebeten, auf „Story“ zu singen, denn wenn Sie ihre einzigartige Stimme hören, glauben Sie, was sie sagt. Der großartige Greg Phillinganes, der seit Ewigkeiten ein lieber Freund ist und mir viele Stunden lang beibrachte, wie man musikalische Hooks schreibt, hat diesem Track den Funk hinzugefügt. „

Das Album Threads wird 17 Kollaborationen enthalten

Der Song ist die letzte Vorabauskopplung aus der Album Threads, welches am welches am 30. August veröffentlicht wird. Ich freue mich darauf, denn jeder der 17 darauf enthaltenen Songs featured mindestns einen bedeutenden Künstler der populären Musik. Es soll das letzte Album von Sheryl Crow sein.

Big Thief – Not

Big Thief kündigen für den 11. Oktober ihr neues Album Two Hands an  und präsentieren vorab die Lead-Single Not.

Big Thief, das sind die Sängerin, Songschreiberin  und Gitarristin Adriane Lenker und ihre Mitstreiter Buck Meek, Max Oleartchik und James Krivchenia, haben  sich kurz nachdem die Arbeit an ihrem 3. Album „U.F.O.F. – the celestial twin“ – beendet war, an die Aufnahmen für das Schwesteralbum von U.F.O.F.  „Two Hands – the earth twin“ – gemacht. Während „the celestial twin“ , also der überirdische Zwilling, in einem  winzigen Studio in den Wäldern des Staates Washington aufgenommen wurde, wählte Big Thief für Two Hands – the earth twin, also dem irdischen Zwilling, das Sonic Ranch Studio, welches 30 Meilen westlich von El Paso, nur einen Steinwurf von der mexikanischen Grenze entfernt, liegt. Im scharfem Kontrast zu der grün bewaldeten  Umgebung der U.F.O.F. Session wurde das Studio wegen seiner Wüstenlage ausgewählt. Die Hitze ließ Erinnerungen an die grünen Bäume und die feuchte Luft der vorherigen Sitzung schwinden.

Wo U.F.O.F. mysteriöse Geräusche und Effekte für die Levitation überlagert, gründet sich Two Hands auf ausgetrockneten, rissigen Wüstenboden.

Two Hands soll völlig anders sein – ein Album über die Erde und die Wurzeln darunter. Die Songs wurden ohne Overdubs live aufgenommen. Alle bis auf zwei Songs enthalten ausschließlich Live-Vocal-Takes, sodass Adriannes Stimme in trockener Luft über der Mischung schwebt, roh und verletzlich wie immer.

Black Sea Dahu – Thaw

[

Meine Lieblings-Schweizer-Band Black Sea Dahu hat heute eine neue Single veröffentlicht. Es ist ein trauriges Lied, denn es geht um eine verflossene Liebe. Es is aber auch ein schönes Lied, denn die folkigen Gitarren und vor allem die dunkle warme Stimme von Janine Cathrein  vermitteln ein wohliges Gefühl. Die Musik ist wie eine Bettdecke, in die man sich in kalten Morgenstunden nochmal hinein kuscheln will.

About Monsters – Shadows

About Monsters veröffentlichen mit Shadow die erste Single aus ihrem kommenden Debütalbum. Die Arbeit an ihrem selbstbetitelten Debüt begann Anfang 2017 und seit Herbst 2017 begleitete sie dabei Produzent Arne Neurand vom Horus Studio Hannover, wo sie dann auch im Frühjahr 2018 innerhalb von vier Wochen aufgenommen haben. Auf dem Weg dahin haben „wir ganz viel gejammt. Denn jeder hat eine ganz persönliche Geschmacksrichtung und so kann sie das vermischen und verbinden.“ Doch eines war immer klar und stand nie zur Debatte: „Natürlich versuchen wir möglichst viele Leute zu erreichen – natürlich! Aber das ist nicht der Fokus. Der liegt darauf, live und auf unserer Platte uns selbst authentisch darzustellen. Wir haben uns entschieden, dass zu machen, worauf wir Lust haben“, fasst Torben ihr Mantra zusammen.

Die Schülerband NotMade wandelt sich als About Monsters in Profis

Die About Monsters sind eine junge Band aus Osnabrück. Florian Brunemann spielt Lead Gitarre, Madeleine „Maddy“ Wiebe singt, Sönke Heuer sitzt an den Drums, Torben Heuer spielt den Bass und Alexander Tepe die Gitarre und obwohl sie noch jung sind – alle gerade mal Mitte 20 – sind sie keine naiven Anfänger. „2010 haben Maddy, Sönke und ich angefangen Musik zu machen“, erinnert sich Torben. Bis 2014 waren sie – wie er selbst sagt – eine Schülerrockband, die jedoch nie still stand. Was vielleicht auch an ihrer Heimat Osnabrück liegt. „Wir haben eine gute, lebendige Musikszene, die sich aber sehr auf Metal fokussiert – oder Deutschrock. Das ist die Mode.“ Und für diese Mode interessierten sie sich so gar nicht, sondern für ihr eigenes Ding. „Schon damals, obwohl wir so jung waren, hatten wir viele Auftritte – auch kleine Festivalauftritte. Wir nahmen die ersten Lieder im Studio auf. Wir spielten vor 50, vor 100 und dann vor 200 Leuten. Wir haben schnell viel erreicht“, beschreibt Torben die zweite Phase ihres Werdegangs. Die letzte große Veränderung war, dass Maddy ihr Instrument beiseite legte: „Ich habe festgestellt, dass ich eine richtige Frontfrau sein will. Und das konnte ich nicht, wenn ich an den Mikroständer gebunden war und die Gitarre umgeschnallt hatte.“ Und die dadurch entstandene Lücke schloss Alex, der damit das Line-Up komplett machte.

Die Umstellung macht sie eindeutig erwachsener. Das hört man der Musik und sieht dem Video an.

Mit „Shadow“ haben die About Monsters einen einen eingängigen und einprägsamen Song gewählt, der die Band perfekt vorstellt. Die Idee hinter dem Song ist fiktive Geschichte. Ein oder eine Ex verfolgt die ehemaligen Liebe, jagt sie beharrlich aus den Schatten und wird dabei selbst zu einem. Ein Stalker, der singt: „Your the leading role – welcome to my show“. Eine ganz besondere Art von Monster …

Man darf gespannt sein, wie die Karriere weiter verläuft

Neufundland setzt sich mit Scham auseinander

“SCHAM“ LP Release: 31.05.2019 (Unter Schafen Records / Kontor Media)

Der Soziologe Sighart Nickel hat einmal geschrieben: „Scham ist Wahrnehmung von Ungleichheit, Beschämung eine Machtausübung, die Ungleichheit reproduziert“

Wer aber bestimmt, wofür wir uns schämen. In unserer neoliberalen Zeit zählt der Erfolg. Wir schämen uns für unseren schlecht bezahlten Job,unseren  Körper, der nicht dem Schönheitsideal entspricht, unserer Herkunft oder unserer Depressionen. Und warum schämen sich die einen, während die anderen die sich schämen sollten, sich niemals schämen. Von Scham zu sprechen, heißt also von Machtverhältnissen und von Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft zu sprechen.

Schon mit ihrem Debütalbum „Wir werden niemals fertig sein“ erhob die Kölner Band Neufundland den Anspruch, Indie-Pop mit politischem Diskurs zu verbinden. Dieses provokante Konzept verfolgen sie  mit ihrem zweiten Album “Scham” weiter.

In den zwölf Tracks werden die Verhältnisse in unserer ach so liberalen Gesellschaft werden in Zweifel gezogen und in Frage gestellt. Ist Liebe nur ein Versprechen aus der Werbung (Liebe)?  Wird uns eine Lüge aufgetischt, dass künftig alles besser wird (Alles Lüge)? Es wird Kritik an der Generation Y geübt, die als Backpacker um den Globus düst (Hochwassertouristen), die Scheinheiligkeit der Gesellschaft angeprangert (Viva La Korrosion),  aber auch die eigenen männlichen Privilegien im Sinne der Toxic Masculinity reflektiert ( Männlich, blass, hetero). Es bleibt allerding zum Glück nicht beim Lamento, dass man mit den Falschen abhängt (Im Netz der Spinner). Als Ausweg aus dem Dilemma wird die Solidarität mit Verlieren aufgezeigt (Staub der Verlierer) oder mit den Randgestalten (Die Nacht ist jung), denn am Ende gilt, Unkraut vergeht nicht (Disteln).

Es ist Neufundland hoch anzurechnen, dass sie sich mit den  Verbrechen der NSU auseinandersetzen, wie Behörden als Hans guck in die Luft nicht wahrnehmen wollen, dass rechte Jugendlichen vom Rassismus in den Terrorismus abschlittern und zu Attentätern werden (Eine Nagelbombe später). Vergleicht man dies mit dem  deutschen Pop von Max Giesinger, Mar Foster und Co, der im Mainstream geboten wird, unterscheidet sich die aufrüttelnde Nachdenklichkeit von Neufundland wohltuend.

Für den Sound zeichnet Produzent Tillmann Ostendarp, der Schlagzeuger der Schweizer Band Faber, zusammen mit Sänger Fabian Langer verantwortlich. Das komplexe Gitarrenspiel hat internationales Niveau. Vergleiche mit Maximo Park oder Real Estate sind angebracht. Wem Bilderbuch textlich zu wenig Relevanz bietet, dem sei Neufundland ans Herz gelegt.

Das Album Scham ist ab Freitag auf den üblichen Kanälen verfügbar.

The Cure – Desperate Journalist In Ongoing Meaningful Review Situation und Pictures Of You –

Am 11.05.2019 findet im Gleis 22 in Münster ein Konzert mit der britischen Post-Punk Band Desperate Journalist stat. Sie werden unterstützt durch die Shoegazer Life On Venus und Blankenberge. In gewisser weise werden auch The Cure anwesend sein, schon allein deswegen, weil Desperate Journalist ihren Bandnamen dem Cure Song entliehen haben.

Im Juli 2016 waren Blankenberge an einem Cover-Projekt «The Cure in other voices» beteiligt, bei dem sie eine dunkle und laute Shoegaze-Version von «Pictures of you» präsentierten.

The Cure kann man auch heute noch gut anhören. Deshalb landet Pictures Of Yousie in der Playlist.

Life on Venus – Departure (EP)

Dream Pop aus Moskau

Dream Pop, also die Fokussierung auf ätherische Texturen und Stimmungen, verbunden mit gehauchten hohen Frauenstimmen oder fast geflüsterte Männerstimmen, verortet man in der Regel bei britischen oder us-amerikanischen Bands, wobei die zeitliche Spanne von den 1980-Jahren bis heute reicht. Im Ohr sind Bands, wie die Cocteau Twins, My Bloody Valentine, Slowdive oder aus heutiger Zeit Beach House, Cigarettes after Sex und Japanese Breakfast. Umsomehr überrascht eine Band aus den nicht englischsprachigen Raum, aus einer Ecke Europas, in der man Shoegazing nicht erwatet.

Die russische Shoegaze-Gruppe Life on Venus wurde 2015 von Studenten der Staatlichen Universität Moskau gegründet. Ursprünglich ein Quartett, begannen sie, in Schlafsälen und kleinen Studios zu proben, und entwickelten ihren duftigen, bittersüßen Dream-Pop-Sound. Eine aus zwei Liedern bestehende Demo mit dem Titel Distant Lights wurde im März 2016 selbst veröffentlicht und die Gruppe erhielt von Shoegaze-zentrierten Blogs Aufmerksamkeit. Als Life on Venus ihre erste LP aufnahmen, waren sie zu einem Quintett bestehend aus Dima (Gitarre / Gesang), Sergey (Gitarre), Marat (Bass), Aline (Gesang) und Gulya (Schlagzeug). Das Debütalbum der Band, Encounters, wurde im März 2017 digital veröffentlicht und im August des folgenden Jahres von Shelflife auf CD herausgegeben.

Am 19. April 2019 veröffentlichte Life on Venus die EP Departure mit vier neuen Stücken. „An ode to our obscure past, our fear of the future and everlasting love and determination deep within us.“ schreiben sie selbst dazu auf Bandcamp.

/

 

Am 11. Mai 2019 sind Life on Venus als Support für Desperate Journalist im Gleis 22 in Münster zu sehen.

MARINA – To Be Human

Wenn man mich fragt, ob ich liegber einen Song von Katy Perry oder von Taylor Swift hören möchte, dann würde ich mich für Marina Diamodis entscheiden. Marina and the Diamonds , wie sie sich für ihr Debüt -Album «The Family Jewels» aus dem Jahr 2010 nannte, macht wie die beiden genannten Damen ebenfalls lupenreine Popmusik, nur eben etwas anders. Ihre Stimme, eine angenehme Altstimme, hat Wiedererkennungswert. Für ihr neues Album Love + Fear hat sie die Diamanten abgelegt und nennt sich nur noch MARINA. Mit dem Song To Be Human beweist sie, dass Popmusik auch mit nachdenklichen Texten zusammengeht.

Einar Stray Orchestra – Hot Salted Wind

Pressefoto Christian Zervos

Eine Lieblingskategorie bei „Auf die Ohren“ ist „Musik aus Skandinavien“. Warum? Weil es die Skandinavier draufhaben, gute Musik zu produzieren. So habe ich heute die bei Sinnbus frisch erschienene Melodie Hot Salted Wind von EINAR STRAY ORCHESTRA hören dürfen.

Einar Stray Orchestra ist eine Indie-Pop- und Post-Rock-Band aus Skandvika, einer kleinen Gemeinde südwestlich von Oslo, die – wie gesagt- bei Berliner Label Sinnbus unter Vertrag ist. Sie nennen sich nicht von ungefähr Einar Stray Orchestra, denn unverwechselbaren ist ihr orchesterhafter Sound. Der Name geht auf den Gründer Einar Stray (p, git, voc) zurück, die weitreren Mitglieder sind Ofelia Østrem Ossum (clo, p, voc), Maja Gravermoen Toresen (vl, voc), Lars Fremmerlid (dr, voc), Steinar Glas (b, git, voc),