DJ SEINFELD -These Things Will Come To Be

Armand Jakobsson, alias DJ Seinfeld wurde  2016 als Teil der Lo-Fi-House-Szene zusammen mit Produzent*innen wie Ross From Friends und Mall Grab bekannt. Sein 2017 veröffentlichtes Debütalbum Time Spent Away From Uwurde unter anderem vom internationalen Rolling Stone und Pitchfork  hoch gelobt wurde. Der Schwede avancierte mittlerweile zu einem weltweit gefragten DJ in der Liga von Flume, Flying Lotus, Bonobo und Martin Garrix und spielte seine Sets  überall, von Glastonbury bis Coachella, Warehouse Project, Sónar By Night und MoMaPS1. 

Diese Woche hat DJ Seinfeld eine neue Single herausgebracht. „These Things Will Come To Be“ ist ein verträumter , tanzbarer Track und genau richtig für unsere Playlist “Auf die Ohren – Bassline”.

(Foto: Kasia Zacharko)

Áslaug – Timezone

Áslaug Vigfúsdóttir heißt die vielversprechende isländisch-niederländische Künstlerin und Songwriterin. Unter ihrem Vornamen Áslaug startete sie 2019 mit ihrer Debütsingle „Take From Me“ ihre Karriere und erlangte besonders in den Niederlanden Anerkennung (einer der beliebtesten Acts von Popronde, 3FM Talent). Die niederländisch-norwegischen Indie- Elektroniker von Klangstof haben einen wunderbaren Remix von“Take From Me“ erstellt. Leider wurden Áslaugs geplanten Live-Auftritte durch Corona gestoppt. Jetzt startet sie mit dem elektronischen, minimalistischen Popsong „Timezone“ neu durch.

In „Timezone“ geht es darum, in einer Partnerschaft Konflikte zu vermeiden und sich in die eigene Gedankenwelt zurückzuziehen. Für die Kommunikation stellt gestörte Kommunikation einen zentralen erzählerischen Aspekt dar. „Andere glauben lassen, dass sie Recht haben und in einem unerwarteten Moment mit voller Überzeugung das Gegenteil beweisen“, beschreibt die Isländerin den Inhalt ihres Songs.

Friska Viljor -My Own Satan

Bereits im Mai kündigte das schwedische Indie-Pop-Duo Friska Viljor ( Daniel Johansson und Joakim Sveningsson) an, dass sie im Laufe der letzten 1,5 Jahren eine Menge Ideen angesammelt haben, die nun Stück für Stück veröffentlicht werden sollen. Anfang 2022 soll es dann mit Konzerten losgehen und alle Tracks sollen zusammen das Album Nummer acht bilden. Die Single „My Own Satan“ kommt mit den typischen, hochgradig eingängigen Hooks bittersüßen Trademark-Sound der Band daher.

Der Text behandelt das Leben in einer Gesellschaft, in der es so schwierig ist, immer das Richtige bzw. Gutes zu tun. Die Versuchung, sich über Social-Media-Posts aufzuplustern, brutale Sprache zu benutzen, um seinen Standpunkt durchzusetzen, sich auf sich selbst statt auf die Gruppe zu konzentrieren, mit seinen Kindern über die Rettung der Umwelt zu reden, während man sein Vermögen in „schmutzige“ Aktien steckt. Alles um uns herum ist so eingerichtet, dass es dem Ego dient. Und jedes Mal, wenn man merkt, dass man wieder einmal versagt hat, sucht man nach jemand anderem, dem man die Schuld geben kann, anstatt mit dem Finger auf dich selbst zu zeigen.“ sagt Daniel Johansson, der den Song singt.

Kings of Convenience -Rocky Trail

Wenn sich ein Duo selbst als Könige der Bequemlichkeit bezeichnet, darf es sich durchaus 12 Jahre Zeit nehmen, um ein neues Album zu veröffentlichen. Kings of Convenience sind  Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye aus dem norwegischen Bergen, die schon als Teenager zusammen Musik gemacht haben. Das Indie-Folk Duo wird geschätzt für ihren sanften Akustikgitarren-Sound. Das sie sich über ein Jahrzehnt dem süßen Nichtstun hingegeben haben, stimmt natürlich nicht. Eirik ist als Schriftsteller in Bergen geblieben und war auch musikalisch mit der Band Kommode unterwegs. Erlend war zunächst in Bergen als Produzent unter anderem für die Indie-Pop-Band Kakkmaddafakka aktiv. Er zog nach Berlin und war Mitglied der der Berliner Band The Whitest Boy Alive, bevor es ihn nach Syrakus/Sizilien verschlug. Jetzt gingen Øye und Bøe für ihr viertes Album zusammen ins Studio. Da die beiden Perfektionisten sind, hat der Aufnahmeprozess für „PEACE OR LOVE“ (VÖ 18.06.) auf fünf Jahre gestreckt . Das Album ist in fünf verschiedene Städte entstanden. Vorab gibt es schon mal die Single „Rocky Trail„.

Das Video ist ein Genuss, nicht nur für Freunde des melodischen Harmonie-Gesangs und akustischen Gitarrenklängen, sondern auch für Liebhaber des skandinavischen Wohnstils.

Scandinavien Ladies

Neues von Sängerinnen aus Skandinavien

Sigrid – Mirror

Letztes Jahr war Sigrid in LA, um an neuen Songs zu arbeiten., die an den Erfolg ihres 2019 erschienenen Debütalbums „Sucker Punch” anknüpfen sollen. „Sucker Punch” war2018 zurecht ein Überraschungserfolg. Die Festival-Hymne „Strangers“ ist uns noch gut in Erinnerung. Doch als die Pandemie ausbrach, musste Sigrid nach Norwegen zurückkehren. Auf dem Flug nach Hause kam Sigrid die Idee zu ihrer neuen , wiederum sehr tanzbaren Single „Mirror

So wurde Mirror”  in Dänemark produziert. In dieser Zeit entstand die enge Freundschaft zu Songwriterin und Produzentin Emily Warren , die zuvor. ebenfalls in LA gelebt hatte und nun zurück in ihre Heimat Skandinavien kehrte. Auch Songwriterin Caroline Ailin (Dua Lipa, Julia Michaels) und Produzent Sly (Jonas Brothers, Dua Lipa) arbeiteten mit Sigrid an der Fertigstellung des Songs, der – wie alle Songs von Sigrid – am Klavier komponiert wurde.

MØ – Live To Survie

Die dänische Sängerin Karen Marie Aagaard Ørsted ist besser unter dem Namen bekannt. Ihr Herz schlägt für Electro-Pop. Weltweite Bekanntheit erlangte MØ mit dem Song „Lean On“, einer Kollaboration mit Major Lazer und DJ Snake. “Live to Survive” ist die erste Single  des Dänischen Popstars seit ihrem Album Forever Neverland aus dem Jahr 2018. Produziert wurde die Single von dem Upcoming Prouzenten-Star SG Lewis (Dua Lipa, Victoria Monet, Robyn) and co-written von Caroline Ailin (Dua Lipa, Katy Perry, Ellie Goulding).

„In dem Song geht es darum, eine schreckliche Zeit zu überstehen und auf der anderen Seite gestärkt herauszukommen“, erklärt MØ. „Aber er handelt auch davon, sich Fehler zu verzeihen. Das wird uns allen noch ein paar Mal im Leben passieren, deshalb ist es wichtig, sich wieder aufs Pferd zu setzen.“

Vaarin – Imaginary Movies

Sehr viel softer geht es bei der Norwegerin Vaarin zu. Vaarin die hat ruhigen Monate des letzten Jahres genutzt, um Soundtracks zu 4imaginären Filmen zu schreiben. Entstanden ist die EP „Imaginary Movies„. Vaarin hat ein Gespür für klassische Melodien.

Diese Stärken zeigt beispielhaft die Single „Lighthouse„.

Friska Viljor – My Band

Geht es euch auch so? Zwar sind Konzertbühnen und Clubs noch weiterhin geschlossen. Mit dem dem Fortschritt der Impfungen, der Aufgabe der Priorisierung, sodass in absehbarer Zeit auch immer mehr junge Menschen den Impfschutz erhalten können. Man erahnt einen Lichtstrahl am Ende des Tunnels. Da passen die Good News für die Fans skandinavischer Indie-Musik, zu denen ich mich auch zähle, und speziell für die von Friska Viljor. Die beiden Schweden Daniel Johansson und Joakim Sveningsson haben  mit “My Band“heute den ersten neuen Song seit ihrem Trennungs-Album „Broken“ vor über zwei Jahren veröffentlicht. In einem Post auf ihren Social Media-Kanälen kündigen Friska Viljor an, dass dies nur der Anfang einer neuen Runde weiterer Tracks ist: 

Hallo allerseits,

nach diesem seltsamen und dunklen Jahr haben wir den Punkt erreicht, an dem wir das Bedürfnis verspüren, neue Musik zu schreiben und zu veröffentlichen. Wir haben so viele Gedanken und Gefühle, die herauskommen müssen, und welche bessere Form als durch neue Songs? Anstatt ein traditionelles Album zu machen, möchten wir jedes Lied veröffentlichen, sobald es fertig ist. Wir glauben, dass diese Arbeitsweise uns einen Schub an kreativer Energie geben wird und als Bonus die Beziehung zu euch allen das ganze Jahr über und nicht nur für kurze Zeit am Leben erhalten wird. Haltet ihr dieses Setup für sinnvoll?

Bleibt gesund! / d & j

“My Band“ ist ein typischer Friska Viljor-Track. der ihre Anhänger glücklich machen wird.

Sphärischer Indie-Rock: Linn Koch-Emmerys Debüt „Being The Girl“:

Alben der Woche (Teil 2)

Spätestens seit ihrer 2018 erschienenen Debüt-EP „Waves“ gilt Linn Koch-Emmery als eines der spannendsten Talente des modernen Indie-Rock. Die Schwedin  mit deutsch-englischen Wurzeln wird in einem Atemzug mit Kolleginnen wie Wolf Alice, Dream Wife, Alvvays, Phoebe Bridgers, Warpaint, Snail Mail und  Sharon Van Etten genannt. Ihr Debütalbum nennt sie selbstbewusst  “Being the Girl”, weil es im Rockgeschäft das Alleinstellungsmerkmal ist, das Mädchen in der Band zu sein. (Fotos: Linn Koch-Emmery)

“Being the Girl” besteht aus  neun knackig kurzen Tracks von um die 3 Minuten-Länge, ein kurzes Intro und ein ebenso kurzes Interlude. Zu Gehör gebracht werden euphorischen Gitarren, vereint mit glänzenden Synthesizern und treibenden Beats, mit denen Linn Koch-Emmery ihre leicht träumerische Stimme umrahmt. “Hologram Love” markiert den Auftakt. Der Refrain ist wahnsinnig eingängig. Einmal gehört, summt man ihn den ganzen Tag. Von ähnlicher Qualität, was die Eingängigkeit angeht,  sind die Stücke “Dirty Words”, „Blow My Mind“ und “Hard to Love”. Das wunderbare, selbstironisch “LInn RIP” begeistert mit einem schimmernden, verträumten Indie-Pop-Sound. Eine Spur härter und schneller wird es bei “No Place for You”.

Sanfter und ruhiger geht es bei “Wake Up”zu. Das schönste Stück auf der Platte ist  für mich das nahezu psychedelische “Paralyzed”, welches unter die Haut geht. Rundherum liefert Linn Koch-Emmery ein abwechslungsreiches makellos produziertes Album ab, dass sich gut durchhören lässt. Man bedauert, dass nach 26 Minuten schon Schluss ist. Glücklicherweise nimmt der letzte Song ”Lasershot” zum Schluss die Akkorde des Intros des Albums wieder auf, sodass man nahtlos in Dauerschleife hören kann.

Tim Schou – Mad Love

Ein richtig schöner Pop Song kommt von unseren nördlichen Nachbarn, aus Dänemark. Tim Schou (Fotos: Bjarne Hyldgaard) lebt, jetzt wieder, in Kopenhagen. Den Ohrwurm ” hat er zusammen mit der englischen Sängerin und Songschreiberin Ella Henderson komponiert und mit der der dänischen Sängerin SOWFY im Duett eingesungen. Im Video ist das dänische Model Saba Lykke Oehlenschlæger zu sehen.

7 Jahre als reisender Sänger, Vagabund, Couchsurfer und Songwriter münden in dem Debütalbum „HERO/LOSER“

Der Song stammt aus Tims  Debüt-Album Hero/Loser. Zu dem Album gibt es eine Entstehungsgeschichte. Tim erzählt: „2014 verkaufte ich meine Wohnung in Kopenhagen und zog in die Welt hinaus, um alles in meinen Traum zu investieren, von meiner Musik leben zu können, in der Hoffnung, mir eines Tages wieder meine eigene Wohnung kaufen zu können, dann aber zu 100 % finanziert durch meine eigene Musik. Das war der Traum. Das war das Ziel. In den letzten 7 Jahren habe ich die Nächte auf so ziemlich jedem Untergrund verbracht, von einem Fußboden in einem Einkaufszentrum bis zu einer kalten Bank in Chicago – und nicht zuletzt auf verdammt vielen Sofas in euren Wohnungen.

Alles mit dem Ziel, meine eigene Musik zu erschaffen, zu schreiben und aufzunehmen, die eines Tages veröffentlicht und obendrein gut genug sein würde, um daraus eine professionelle Musikkarriere zu formen. Jetzt spulen wir ins Jahr 2021 vor. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in meiner neuen kleinen Wohnung in Kopenhagen. und bezahlt von meinem eigenen Geld, angespart über die letzten 7 Jahre als Couchsurfer, auftretender Musiker und Songwriter. Ich habe meinen Frieden damit gemacht, an einem Ort zu bleiben und dort glücklich zu sein, während meine Kreativität weiter sprießt und gedeiht. Ihr alle habt mir geholfen, an diesen Punkt zu kommen und ich will einfach nur ‚Danke’ sagen! An alle, die das Gefühl haben, Teil meiner Reise gewesen zu sein: Danke für eure Geduld, danke für euren Support und danke für die Liebe entlang des Weges.“ 

Frida Blomberg – Waterfall

Frida Blomberg ist eine aufstrebende Songwriterin / Produzentin aus Norwegen (Foto: Isabelle Edsmyr).  Sie begann im Alter von 12 Jahren mit dem Klavierspielen. Schon als Teenager schrieb sie ihre eigenen Lieder. Während ihres der Musik- und Tontechnik-Studiums in Trondheim beschäftigte sie sich mit experimenteller, improvisierter Musik und trat in allen nordischen Ländern auf. Dieses Jahr hat Frida damit verbracht, viele Songs zu schreiben und zu produzieren. Beeinflusst fühlt sie sich von eher ruhigen Vertretern der Klassik und der populären Musik, wie Chopin,  Ane Brun, FINNEAS oder James Blake.  Für 2021 plant sie,  eine EP zu veröffentlichen. Daraus sind schon die Singles “Closer” und der gefühlvolle song “Still Right Here” erschienen  und brachten ihr Aufmerksamkeit in einigen bedeutenden Playlists (New Music Friday Norway, Fresh Finds Pop und Morning Coffee) und Airplays im norwegischen Radio sowie auch bei Radio Fritz ein.

Norwegische Newcomerin überzeugt mit ätherischen Vocals

Mit der neuesten Single “Waterfall” landet Frida Blomberg in der Playlist von ”Auf die Ohren”. Der Song, von ihr selbst produziert und gemischt, handelt von Verletzlichkeit und Unsicherheit in unüberschaubaren Zeiten; über Emotionen, die wie ein Wasserfall den Geist durchströmen. Synth-Arps und elektronischen Beats schaffen dabei das Fundament für Fridas ätherischen Gesang. 

Egokills – Dormant

2020 ist für viele klar geworden, wie sich Isolation anfühlt. Allerdings ist das Leben in Isolation kaum eine neue Sache. Für einige von uns ist die fehlende Verbindung von Dauer. Manche Menschen entscheiden sich dafür, allein zu leben, Andere enden einfach so. So oder so, die Einsamkeit gibt Depressionen und Sucht viel Raum. (Beitragsfoto. Vesa Holmala)

Finnische Hardrocker macen Puppe zum Star ihres Videos

Dormant, der neue Song von Egokills, den Metal-Hippies aus dem finnischen Tampere, handelt von der Isolation. Das Lied ist dem Thema entsprechend bemerkenswert düster. Es ist hauptsächlich von dem Bassisten Mika Pusa komponiert und der lyrische Input stammt von Sänger Janne Selo und Schlagzeuger Vilho Rajala. Die Gitarristen Niko Viita-aho und Pasi Viitala stellen ihr Können auf einer breiten Skala, von donnernden Metal-Riffs über gefühlvolle Soli bis hin zu akustischen Parts unter beweis.


Das zu Dormant gehörende Video ist ein eigenes Kunstwerk. Star des Videos ist eine Handpuppe, die von Alma Rajala gespielt wurde. Alle Bewegungen der Puppe wurden live abgefilmt. Alma Rajala ist die Schwester des Schlagzeugers. Sie ist Puppentheaterprofi und Vorstandsmitglied im Puppentheaternetzwerk Aura of Puppets.