Little Dragon – Hold On

Foto: Ellen Edmar

Erfreuliche Nachrichten gibt es von Little Dragon – der schwedischen Band um die charismatische Sängerin Yukimi Nagano. Am 27. März 2020 wird ihr neues Album „New Me, Same Us“ auf Ninja Tune erscheinen. Mit ihrer gestern veröffentlichten “ Hold On“ fordern sie uns in tanzbarer Form zum Durchhalten bis zum Release auf.

Kellermensch-Nothing

Foto: Michael Iversen

Ein Mann, der sich selbst als bösartig, verkommen und hässlich, aber hochgebildet bezeichnet, lebt allein in einer winzigen Kellerwohnung in St. Petersburg. Er beobachtet und analysiert von dort die Menschen und die Gesellschaft und schreibt seine polemischen Gedanken auf. Von diesem „Kellermenschen“ handelt die in Ich-Form geschriebene Erzählung „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ des russischen Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski.

Dostojewski als Namensgeber

Dostojewskis Roman war Inspiration für den ungewöhnlichen Namen der dänischen Rockband Kellermensch. Sänger Sebastian Wolff  erzählte in einem Interview , der Kellermensch aus dem Roman sei eine Art Fahnenträger für das, was sie mit ihrer Musik rüberbringen wollten. Ein bedeutungsloser Mann, voll mit seinen Problemen, die eigentlich ziemlich unspektakulär seien, keine Mordverschwörungen oder Kriegsszenarien, der nur darum kämpfe, die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen. So würden Kellermensch ihre Musik sehen.

Der Kampf mit den im Grunde unspektakulären Problemen des Alltags und das Ringen um Anerkennung könne das Leben ziemlich verdunkeln. Und die düsteren Seiten des Lebens vermitteln Kellermensch mit ihrer Kunst. Dabei schaffen es die sechs Musiker aus dem dänischen Esbjerg solch ein Spannungsfeld aufzubauen, dass man unweigerlich in die sich aufbauende Melancholie hinein gezogen wird. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich. Zu der klassischen Besetzung einer Metal-Rockband mit Gitarre, Bass , Schlagzeug und Gesang, wobei Sänger Christian Sindermann auch so brüllt, wie es sich für einen gestandenen Metal -Sänger gehört, gesellt sich ein Kontrabass und als weitere Kotrastpunkte steuert Sänger Sebastian Wolff seinen melancholischen Gesang , sein lässiges Gitarrenspiel sowie Orgel und Klavier bei .

Wilder Genre-Mix

Vertieft man sich in die beiden bisher erschienenen Alben, das selbstbetitelte von 2011 und Goliath von 2017, stellt man fest, dass sich Kellermensch nicht auf einen bestimmten Stil festlegen lassen. Wie bei einer Achterbahnfahrt erfasst einem bei dem Mix aus aggressivem Metal, Progressive Rock, Artrock und gefühlvollem Indie-Rock ein wohliger Schwindel.

Neues Album zu Ende des Jahres

Knapp zwei Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung haben sich Kellermensch nun mit einer brandneuen Single zurückgemeldet. Der neue Song „Nothing“ ist wieder von dunkler Intensität. Er nimmt die Trennung von der Partnerin zum Anlass, um die Dunkelheit zu beschreiben, die diejenigen verschluckt, die unter Verlust leiden. Aber Nichts ist nichts und auch in der tiefster Dunkelheit findet man Etwas, nämlich Hoffnung. „From this hole I will emerge“ heißt es in einer Zeile.

„Nothing“ ist der Vorbote des am Ende des Jahres erscheinenden, dritten Studioalbums und wurde veröffentlicht über persona non grata / Motor Music. 

Myrkur-Ella

Foto: Shawn Brackbill

Myrkur ist das Dark Folk / Black Metal Musikprojekt der dänischen Sängerin und Multiinstrumentalistin Amalie Bruun. Mit „Ella“ veröffentlicht Myrkur einen ersten Song aus dem neuen Werk „Folkesange“. Dabei verzichtet Myrkur hier vollständig auf Black Metal-Elemente. „Ich höre und spiele seit vielen vielen Jahren traditionelle nordische Folk-Musik. ‚Ella‘ ist meine Version eines neuen Folk-Songs, der seine Wurzeln in der Vergangenheit hat. Es ist meine Ode an die Menschheit und an unsere Verbindung mit der Natur“.  Dazu gibt es ein tolles Video, welches gewaltige nordische Landschaftsbilder zeigt, die die sphärische Musik ästhetisch ergänzen.

„Folkesange“ von Myrkur erscheint am 20. März 2020. 

Röyksopp – Were You Ever Wanted? (feat. Lykke Li)

Röyksopp sind Svein Berge und Torbjørn Brundtland aus Tromsø/Norwegen. Das Duo hat erheblichen Einfluss auf die elektronischen Musik Norwegens und im Prinzip der ganzen Welt. Röyksopp haben mit vielen skandinavischen Sänger*innen zusammengearbeitet, z.B.  sehr erfolgreich mit Robyn.

Zusammenarbeit mit Lykke Li

Were You Ever Wanted?“ ist eine Zusammenarbeit mit der schwedischen Sängerin Lykke Li. (Ihr bekanntester Song ist I Follow Rivers). Es entstand 2008 für das Album „Junior“ , schaffte es aber nicht, darin aufgenommen zu werden. Röyksopp haben den Track gelegentlich mit Lykke Li auch live aufgeführt. Die nun vorliegende Version ist jedoch die erste / originale, die im Studio aufgenommen wurde. „Were You Ever Wanted?“ wurde bisher nur in Japan veröffentlicht.

Interessanterweise bekommt man „Were You Ever Wanted?“ nicht in physischer Form, sondern nur als Stream in der Playlist “ Lost Tapes“. Röyksopp erklären:

„Bei der Renovierung unseres arktischen Schlosses hier im trostlosen Norden stießen wir auf eine alte Seekiste mit einer Fülle seltener B-Seiten, exklusiver und sogar bisher unveröffentlichter Spuren. Wir dachten, das einzig richtige wäre, diese „schwer zu

„Lost Tapes“ nur als Stream

findenden“ Tracks für diejenigen unter euch verfügbar zu machen, die es vorziehen, Musik zu streamen. Aus diesem Grund haben wir eine Wiedergabeliste mit dem Namen „Lost Tapes“ erstellt. Die Wiedergabeliste wird aktualisiert, stellen Sie sicher, dass Sie sie abonnieren. Alle dunklen Spuren werden irgendwann das Licht der Welt erblicken.“

Ásgeir – Youth

Youth läuft schon seit Ende Oktober und je öfter man es hört, desto besser wird es. Es passt aber auch so schön in die Winterzeit. Der Text fängt so an:

Do you recall the things
That used to give us joy?
When our imagination
Could take us anywhere
In stormy winter weather
We built a house of snow
Do you remember how…

Gedichtet hat ihn der isländische Dichter Einar Georg Einarsson, das ist der Vater von Ásgeir. Das ist doch ein schönes Familiending. Der Vater schreibt die Texte und der Sohn die Musik. Damit das auch international erfolgreich sein kann, müssen die Texte ins Englische übersetzt werden. Das hat hier John Grant erledigt. Der US-amerikanischer Sänger und Songwriter lebt in Reykjavík. Sprachbegabt spricht er unter anderem Englisch, Russisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und Isländisch. Er übersetzte auch schon Ásgeirs isländischsprachiges Album Dýrð í dauðaþögn, sodass das englischsprachige Album In the silence im Oktober 2013 erschien. Ásgeirs drittes Album Bury The Moon wird im Februar 2020 erwartet.

ELIAS – I Give You The Best

Jetzt wird es hymnisch. ELIAS heißt das 20-jähige Musiktalent mit der außergewöhnlichen Stimme. In Schweden gehört ELIAS zu den hoffnungsvollsten Newcomern und war mit seinem Debütalbum, das im vergangenen Jahr erschienen ist, bereits für den Schwedischen Grammy nominiert. Mit dem eindringlichen Song “I Give You The Best” präsentiert der schwedische Sänger und Songwriter sein Universal Music-Debüt. Der Song verbindet Soul, Gospel und R&B, Pop und Urban Sounds zu einem wundervollen Mix.

Mando Diao – Long Long Way

Musik aus Skandinavien

Credit: Viktor Flumé

Bei unserem Wochenendtrip in die skandinavische Musikwelt treffen wir auf alte Bekannte. (Den Spruch mit den alten Schweden verkneif ich mir.) Die schwedischen Alternative-Rocker Mando Diao mussten sich nach der Trennung  in 2015 von Gustaf Norén, ihrem zweiten Frontmann neben Björn Dixgård, praktisch neu erfinden. Mit dem Album „Good Times“ aus dem Jahr 2017 haben sie  die Freude an raueren Gitarren wieder für sich entdeckt. In der Kritik kam „Good Times“ nicht so gut weg. Zur Freude aller Fans von erdiger, direkter und dreckiger Gitarrenmusik lassen sie sich davon offenbar nicht beirren.

Neues Album „Bang“ erscheint am 18.10.

Ein neues Album mit dem entsprechenden Titel „Bang“ ist angekündigt und es geht Schlag auf Schlag. Nachdem sie erst kürzlich mit „One Last Fire“ die erste neue Single veröffentlicht haben, schieben sie bereits eine Woche später die zweite Single „Long Long Way“ inklusive Videoclip hinterher. Mir gefällt natürlich, dass ein tanzender Wolf die Hauptperson in dem Video ist. Dieser muss einige unangenehme Situationen überstehen. In dem Filmchen zeigen übrigens die Bandmitglieder ihre schauspielerischen Fähigkeiten.

Live sind Mando Diao bei folgenden Terminen zu erleben, von denen erste bereits ausverkauft sind bzw. nur noch Restkarten verfügbar sind:

22.11. Hamburg – Sporthalle
23.11. Wiesbaden – Schlachthof (Restkarten)
24.11. AT-Wien – Arena
26.11. CH-Zürich – X-Tra
28.11. Dresden – Alter Schlachthof
29.11. München – Tonhalle (Ausverkauft)
30.11. Köln – Palladium
01.12. Berlin – Columbiahalle

Musik aus Skandinavien

Anna Ternheim – You Belong With Me

Weiter geht es in unserem kleinen Skandinavien -Special mit der schwedischen Sängerin Anna Ternheim. Sie ist eine alte Häsin im Musikbusiness. Seit 2003 dabei, hat sie schon sieben Alben veröffentlicht. Ihre Produktionen klingen sehr international, so als hätten Coldplay Chris Martin gegen Dido ausgetauscht. Fernsehern ist Anna Ternheim möglicherweise aus der TV-Serie Wallander bekannt, in der ihr Song Quiet Night vorkam.

Der schöne Song You Belong With Me weist auf Anna Ternheims kommendes Album  A Space For Lost Time hin. Übrigens “You belong with me” ist grammatikalisch richtig. Ich stamme aus Ruhrgebiet und da kann man ohne weiteres “Du gehörst mit mir” sagen, was übersetzt heißt: “Wir ziehen zusammen los”

Musik aus Skandinavien

Moyka – All The Things That We Forgot

An diesem Sonntag gibt es eine Extraportion  skandinavische Popmusik auf die Ohren. Los geht es mit der jungen Monika Engeseth aus Norwegen, die sich Moyka nennt.

Foto: Anne-Lise Nygaard

An der Uni in Bergen schrieb Moyka sich für ein Studium der Musikproduktion ein. Bergen ist schon seit vielen Jahren für elektronische  Pop-Phänomene wie Röyksopp, Anni, Aurora oder Sigrid bekannt. In dieser Tradition steht auch Moyka. Des Sound erinnert tatsächlich etwas an Aurora, hört sich aber etwas geerdeter an. Vielleicht  liegt es an dem kleinen Tal Halingdal, irgendwo zwischen Bergen und Oslo, in dem sie aufgewachsen ist. Moyka sagt, dass sie ein sehr visueller Mensch sei und sie Bilder von Landschaften und Träume in ihrer Musik verarbeitet.

Nominiert für den Anchor-Award

In diesem Jahr ist Moyka für den Anchor-Award nominiert. Der ANCHOR – Reeperbahn Festival International Music Award ist ein 2016 ins Leben gerufenes internationales Prädikat für aufstrebende Musik-Talente. Vergeben wird der Preis alljährlich auf dem renommierten Reeperbahn Festival in Hamburg. Drei Tage lang spielen die Nominierten in zwei Locations vor Festivalbesucher*innen und einer prominenten Jury um den ANCHOR, der anschließend im Rahmen einer Gala am Festivalsamstag ( 21.09.2019) verliehen wird. Auf die Ohren wünscht Moyka viel Erfolg.

Fragments of the 5th Element – Magic Pie’s lang erwartetes Album erscheint heute

Wer klassischem Prog und 70er-Jahre-Hardrock von Bands wie Dream Theatre, Genesis, Pink Floyd, Kansas, Deep Purple, Ja, usw. mag, der ist bei der schwedischen Band Magic Pie gut aufgehoben. Die Band um Bandleader und Gitarrenmaestro Kim Stenberg ist  bekannt für ihren epischen, energischen, melodischen und manchmal schweren Prog-Rock mit großartigen Vokalharmonien.

Magic Pie ist ein bekannter Name für Prog-Fans auf der ganzen Welt

Fragments of the 5th Element ist das lang erwartete 5. Album von Magic Pie.Das Album besteht aus 5 Tracks und bietet fast fünfzig Minuten lang eingängige Keyboards, unglaublich lebendige Gitarren, eine aus Stein gemeißelte Rhythmussektion und harmonisierte Vocals.

Das Warten hat sich gelohnt

Auf dieser Platte haben Magic Pie versucht, sich von steriler Perfektion fernzuhalten und einen ungeschliffenen, bissigen  Sound angestrebt. Vom bombastischen Opener The Man Who Had It All bis zum epischen 23-minütigen The Hedonist ziehen Magic Pie mit diesem Album alle Register! Man kann mit Sicherheit sagen, dass sich das Warten auf jeden Fall gelohnt hat.

Tracklist
1. The Man Who Had It All
2. P&C
3. Table For Two
4. Touched By An Angel
5. The Hedonist 

Weiterführende Links
Official: www.magicpie.no
Facebook: www.facebook.com/MagicPie
Official Bandcamp: https://magicpie.bandcamp.comI
nstagram: www.instagram.com/magicpiebandLabel: www.karismarecords.no