Odd Beholder – Uncanny Valley

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Set ist dem 19.10.2018 ist Debut -Album  „All Reality Is Virtual“ zu haben. Thematisch geht es um mit den eigenartigen Versuchungen unserer Zeit  – von Tinder zu KI, von Offline-Einsamkeit zu obsessiver Selbstvermarktung.

Neues Odd Beholder-Video für „Uncanny Valley“

In Uncanny Valley setzt sich Daniela damit auseinander, ob alle künftigen Entwicklungen wünschenswert sind.

Wir pflegen eine enge Beziehung zu unseren Mobiltelefonen – sie begleiten uns überall hin, sie sprechen mit uns, sie nehmen uns wahr und überwachen uns. Es stellt sich die Frage, wie unsere  Gesellschaft mit der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) umgehen soll. Schafft eie Gesellschaft, in der all die harte Arbeit, aber auch immer mehr Verantwortung von Maschinen getragen wird, letztendlich gefährliche und unbefriedigende Zustände. Soll sich eine Feministin zum Beispiel wünschen, dass Kinder auch in Zukunft von Frauen ausgetragen werden, oder sollen wir mit Shulamith Firestone argumentieren, dass nur ein künstlicher Mutterleib die Ungerechtigkeit des Geschlechts auflösen kann?

Technisch gesehen sind wir nicht so weit von der Möglichkeit entfernt, die Mutterschaft zu beseitigen: Wir sind bereits in der Lage, Lammföten außerhalb der Bäuche ihrer Mutter zu züchten.

Der Refrain lautet: „Jemand trägt mich / ich kann nicht alleine geboren werden“. Sind wir immer noch bereit, einander zu ertragen, einander zu gebären? Oder sollten wir uns nicht von einem Menschen tragen lassen wollen? Warum sollte jemand jemandes Last sein wollen? Roboter brauchen keine Gewerkschaften, Gesundheitsversorgung oder Mutterschaftsurlaub. Bleibt die Frage: Wollen wir von Robotern geboren werden?

Am Ende soltten die Menschen entscheiden.

Das Video von Odd Beholder zeigt die Performancekünstlerin Ernestyna Orlowska. Wir sehen sie in verschiedenen alltäglichen Situationen, die manchmal sehr privat sind – es scheint, als ob sie von einem gehackten iPhone gefilmt wurde. Mit der Darstellung eines schwangeren digitalen Klons (vom Spieledesinger Tunay Bora gerendert) fragen wir: Was werden die Nachkommen unserer Verschmelzung mit AI sein? Welche Art von Gesellschaft wird sich aus dieser Bindung ergeben?

Odd Beholder -Tourdaten

23.08.2019 – DE – Berlin, Pop-Kultur Festival 26.11.2019 – DE – Dresden, Hole Of Fame 27.11.2019 – DE – Chemnitz, Atomino 28.11.2019 – DE – Berlin, Schokoladen 29.11.2019 – DE – Leipzig, Noch Besser Leben 30.11.2019 – DE – Erfurt, Franz Mehlhose 01.12.2019 – DE – Würzburg, Viertelkultur 02.12.2019 – DE – Münster, Pension Schmidt 03.12.2019 – DE – Köln, Die Wohngemeinschaft 04.12.2019 – DE – Hamburg, Astra Stube 05.12.2019 – DE – München, Wohnzimmerkonzert

Haim – Summer Girl

Die drei Schwestern von Haim haben (endlich) einen neuen Song veröffentlicht. Zwar verspricht der Titel Summer Girl gute Laune zur sonnigen Jahreszeit, am Ende des Videos sieht man auch Bikini-Tops. Tatsächlich wurde das Lied aber von einem ernsten Thema inspiriert. Danielles Freund ( und Produzent des Albums “Album Something to Tell You”) Ariel Rechtshaid erkrankte an Hodenkrebs. Danielle kam die Aufgabe zu, stark zu sein und Hoffnung zugeben. „Wann immer ich zwischen den Shows nach Hause kam, wollte ich sein Sonnenschein sein – sein Sommer, als er sich dunkel fühlte.“ 

Der Song ist stark von Lou Reeds „Walk on the Wild Side“ inspiriert und bietet eine jazzigere Palette als Haims gewöhnlicher Gitarren-Forward-Funk-Pop. 

The Cure – Desperate Journalist In Ongoing Meaningful Review Situation und Pictures Of You –

Am 11.05.2019 findet im Gleis 22 in Münster ein Konzert mit der britischen Post-Punk Band Desperate Journalist stat. Sie werden unterstützt durch die Shoegazer Life On Venus und Blankenberge. In gewisser weise werden auch The Cure anwesend sein, schon allein deswegen, weil Desperate Journalist ihren Bandnamen dem Cure Song entliehen haben.

Im Juli 2016 waren Blankenberge an einem Cover-Projekt «The Cure in other voices» beteiligt, bei dem sie eine dunkle und laute Shoegaze-Version von «Pictures of you» präsentierten.

The Cure kann man auch heute noch gut anhören. Deshalb landet Pictures Of Yousie in der Playlist.

Seeed – Ticket

Wenn man die Begriffe Riddims, Rhymes und Roots hört, sich ein Shows vorstellt, mit elf Mann auf der Bühne, Bläsern und und drei Sängern an den Mikrofonen, die zu Dancehall-Beats grooven, dann denkt man an Bands aus Jamaika, wie Toots and the Maytals – oder an Seeed aus Berlin. Nachdem ihr letztes Album 2012 veröffentlicht wurde, sind Pierre Baigorry (Peter Fox), Frank Dellé und die Jungs wieder da. Am 31. Mai 2018 musste sie den Tod von Sänger Demba Nabé verkraften (Widmung am Ende des Videos). Jetzt steht eine Tour an. Mit dem Song lösen Seeed das Ticket Richtung Sommer. Lässiger Dancehall-Beat, lässiger Rap, dazu ein cooles Video ganz „Seeed“ eben.

Wye Oak – Evergreen

Wye Oak ist ein US-amerikanisches Indie-Rock-Duo aus Baltimore, Maryland. Die Band besteht aus Andy Stack (Schlagzeug, Keyboard, Backupgesang) und Jenn Wasner (Gesang, Gitarre, Bass). Jenn Wasner singt als Frontfrau und spielt elektrische oder akustische Gitarre oder Bass, während Stack das Kunststück fertig bringt, zugleich Schlagzeug und Keyboard zu spielen, Schlagzeug mit den Füßen und der rechten Hand und Bass/Keyboard mit der linken Hand. Adult Swim ist ein amerikanischer Comedy-Sender. Auf seiner Website kann man jede Woche eine Single kostenlos streamen. Wye Oak haben ihren neuen Song „Evergreen“ für die Singles-Serie von Adult Swim veröffentlicht.

Jenn Wasner und Andy Stackbezeichnen den Song als „Schalldokumentation ihrer saisonalen Depression“

Lieblingsstück: Wye Oak – The Louder I Call, The Faster It Runs (Live on KEXP)

Im letzten Jahr haben Wye Oak das hörenswerte Album „The Louder I Call, The Faster It Runs“ herausgebracht. Davon gibt es eine Live-Einspielung , die man sich bei KEXP ansehen kann. Hier das Titelstück:

Lieblingsstück: Linnea Olsson – What

18.10.2013, 20.00 UhrO2 World Hamburg, wir sind mit Freunden aus Münster angereist und warten auf Peter Gabriel mit Tony Levin, David Sancious, Manu Katché und David Rhodes zu einem Konzert im Rahmen seiner „So“ live: Back To Front – Europa-Tour. Freund Uli ist großer Peter Gabriel Fan. Wir erhoffen in der ausverkauften Arena eine großartige, perfekt choreographierte Live-Show der alten Haudegen und werden nicht enttäuscht. Darum soll es hier aber nicht gehen.

Denn der Abend bot schon vor dem Auftritt von Peter Gabriel einen musikalischen Leckerbissen. Gabriels Backroundsängerinnen Jennie Abrahamson und Linnea Olsson präsentieren als Vorprogramm eigene Lieder, welche durch einen glasklaren Gesang bei nur minimalistischer instrumentaler Begleitung überzeugen. Mich beeindruckte Linnea Olsson so sehr, dass ich mir noch am selben Abend im Hotel ihrer CD Ah! Bei Amazone erworben habe.

Linnea Olsson ist eine schwedische Sängerin, Songwriterin und Cellistin. Ihre frühere Band hieß Isildurs Bane (Fluch). Tolkien lässt grüßen. Linnea Olsson macht Popmusik, wobei sie nur zwei Instrumenten benutzt, ihr Cello ( mit Loop-Gerät) und ihre Stimme. Das ergibt den faszinierenden Sound. Ah! war ihr Debüt-Solo-Album. Mein Lieblingsstück „ What“ stammt aus dem zweiten Album Breaking and Shaking aus dem Jahr 2014

Lieblingsstück: Elbow-One Day Like This

Aller Anfang ist schwer, selbst wenn das Talent dem Meister Peter Gabriel auffällt.

Die Mitglieder von Elbow stammen aus dem selbsternannten „Shithole“ Bury. der Region im Norden Englands rund um Manchester. Guy Garvey (Sänger), Pete Turner (Bassist), Richard Jupp (Schlagzeug), Craig Potter (Keyboarder) und Mark Potter (Gitarre) schmissen die Schule, um in Manchesters Clubs und Kneipen Musik zu machen. Die Band hat sich nach einem Zitat aus der BBC Fernsehminiserie „The Singing Detective“ benannt. Der Charakter „Philip Marlow“ sagte dort, dass das Wort “Elbow” das sinnlichste Wort der englischen Sprache sei. 

Elbow wurden häufig mit den frühen Genesis verglichen, weil der Sänger Guy Garvey wie ein junger Peter Gabriel klingt. Sie erinnern auch an Prog Rock-Bands der 1970er Jahre.

1999 gewannen Elbow bei einen lokalen Bandwettbewerb einen Plattenvertrag mit Island Records und nahmen in den Real World Studios von Peter Gabriel ihre erste Platte auf. Island Records wurde dann jedoch von Universal aufgekauft und das Album wurde nie veröffentlicht. Sie wurden fallen gelassen und die Jungs mussten zurück zu ihren Gelegenheitsjobs.

Bis sie ihr erstes Album „Asleep in the Back“ bei  V2 Records, dem Label von Richard Branson, veröffentlichen konnten, dauerte es bis 2001. Das Album erhielt je eine Nominierung beim Mercury Music Prize und bei den Brit Awards, verfehlte aber knapp.

Mein Lieblingsstück One Day Like This stammt aus Album „The Seldom Seen Kid“ (VÖ: 25. April 2008 ). „One Day Like This“ steigert sich am Ende noch mal zur innigen Offenbarung: „Well anyway, it’s looking like a beautiful day.“ Mit der Sonne im Nacken und diesem Song auf den Ohren ist jeder Tag ein wunderschöner Tag. 

Ende gut, alles gut.

Am Ende, nach 17 Jahren Bandgeschichte inzwischen gestandene Männer, bekamen Elbow für das Album „The Seldom Seen Kid“ den Mecury-Preis 2008 verliehen. Das emotionale Album ist einem verstorbenen Freund gewidmet.

Im Jahr 2010 nahm der Meister (s.o.) ein Cover von Elbows „Mirrorball“ aus „The Seldom Seen Kid“ für sein großartiges Coveralbum „Scratch My Back“ auf.

Elbow revanchierten sich 2013 mit einen Cover von Mercy Street auf Gabriels “ And I’ll Scratch Yours„. Man beachte die Ahnlichkeit der Stimmen von Garvay und Gabriel.

2012 kam der Song “ One Day Like This“ zu weiteren Ehren, denn Elbow führten ihn, passend zum Anlass, bei der Abschlussfeier der Olympischen Spielein London auf https://youtu.be/zdTu6BSYe2g.

Elbow sind noch weiterhin im Geschäft. 2017 erschien ihr letztes Werk „Little Fictions“. Anspieltipp: Magnificent (She Says)

Lieblingsstück : Haim -Right Now

Haim, das sind die den Schwestern Danielle, Alana und Este Haim. Man kann sie als Rock-Pop-Band bezeichnen oder in die Schubladen Synthie-Indie-Pop oder Alternative Country stecken. Wer, so wie ich, die Eagels mochte, der mag auch Haim. Bei der BBC-Prognose Sound of 2013 wurde ihnen zutreffend der Durchbruch für das folgende Jahr vorhergesagt. Am 30. September veröffentlichten sie  ihr erstes äußerst erfolgreiches Album „Days Are Gone“ mit dem Überhit „The Wire“ der auch etwas an
Heartache Tonight von den Eagels erinnert.

Mein Lieblingsstück stammt aus dem nicht minder erfolgreichen zweiten Album „Something To Tell You“ aus dem Jahr 2017. „Right Now„. Das Video dazu ist faszinierend, denn…

es zeigt Haim live im Studio bei der Aufnahme des Songs. Es wurde prominent von Regisseur Paul Thomas Anderson („The Master“, „There Will Be Blood“, „Magnolia“) gedreht. 

Lieblingsstück: Arcade Fire-Everything Now

Die Erfolgsgeschichte von Arcade Fire begann, als Bandgründer, Mastermind, Sänger und Gitarrist Win Butler 2002 in Montreal auf die Multi-Instrumentalistin Régine Chassagne traf, die später auch seine Frau wurde. Er stammt aus Texas. Ihre  familiäre Wurzeln liegen auf Haiti. Ihre Eltern flohen in den 60er Jahren vor dem Regime von Diktator Duvalier über Chicago nach Montreal, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Québec. 

Zusammen legten sie Win Buttlers bis dahin erfolgloses Bandprojekt Arcade Fire neu auf, indem sie neue Mitspieler suchten. Das Kollektiv wuchs für Live -Auftritte auf bis zu sieben Musiker einschließlich einer Violinistin und eines Violinisten an, um für die nötige Klangfülle zu sorgen. Seit ihrem Debüt-Album „Funeral“ im Jahr 2004 hat die Band inzwischen 5 Alben veröffentlicht. Man kann die Musik dem Indie-Rock zuordnen. Bei einzelnen Songs stehen aber auch für diese Genres eigentlich eher unübliche Instrumente wie Kirchenorgel, Akkordeon oder Bläser im Vordergrund. Prägend ist der Gesang von Win Butler, der oftmals durch Backgroundchöre oder die Stimme von Régine Chassagne ergänzt wird. 

Mein Lieblingsstück, die Titel-Single aus dem Album „Everything Now„, kam nach dem Release 2017 im Arcade Fire-Fanlager nicht so gut an (LAUT.DE: Catchy Plattitüden am laufenden Band)

Der von  Thomas Bangalter (Daft Punk) produzierte Song klingt  in der Tat mit der eingängigen Klaviermelodie wie einst ABBAs Dancingqueen. Auch das Flöten-Sample am Schluss bleibt im Ohr (hier das Original, aus dem das Sample stammt https://soundcloud.com/meditations/francis-bebey-bissau.) Aber was ist dagegen einzuwenden, wenn man einen Song im Auto bei voll aufgedrehter Anlage laut Mitsingen kann. Viel Spaß dabei.

Editors: Smokers Outside the Hospital Doors

Das Jahr 2005 war das Jahr der Indie-Gitarenbands wie Franz Ferdinand,  Maximo Park, Bloc Party und Kaiser Chiefs. So machte sich das englische Indie-Label Kitchenware Records auf die Suche nach vergleichbaren Nachwuchs und wurden bei Tom Smith und seinen Studienkollegen Chris Urbanowicz, Russell Leetch, Geraint Owen und Ed Lay fündig, die ihr Musikstudium der Staffordshire University gerade beendet und unter diversen Bandnamen während des Studiums gemeinsam musiziert hatten.

Am 25. Juli 2005 veröffentlichten sie unter ihrem jetzigen Namen Editors ihr erstes Album „The Back Room„, welches auf Anhieb sehr erfolgreich war. Bis 2018 erschienen inzwischen 6 Alben. Der Sound der Editors hat sich ab dem dritten Album  „In This Light And On This Evening“ gewandelt ( sonst wären sie auch schon weg vom Fenster). Anstelle von Gitarren dominieren immer mehr Synthesiser. Zum Wandel hat weiter beigetragen, dass  Gitarrist Chris Urbanowicz  2015 ausgestiegen ist und durch zwei neue Mitglieder Justin Lockey (Gitarre) und Elliott Williams (Keys) ersetzt wurde, die sich perfekt in die Band einfügten.

Markenzeichen der Band ist die eher düstere Stimmung, zu der perfekt der Bariton von Tom Smith passt. Mein Lieblingsstück stammt aus den zweiten Album „An End Has A Start“ aus dem Jahr 2007. Der Sterbende im Krankenhaus ist verzweifelt, weil er keine Chance zum Neuanfang hat. Das Traurigste, was er je gesehen hat, sind die Raucher vor der Tür. (Weil diese ihre Chancen in Rauch aufgehen lassen?)

Smokers Outside the Hospital Doors