Phoebe Bridgers – I Know The End

Die Karriere von Phoebe Bridgers beginnt 2017 mit ihrem Debüt Stranger In The Alps. Die Side-Projekte boygenius und Better Oblivion Community Center manifestieren ihren Status als Indie-Darling. Am Freitag kam ihr neues Album „Punischer“ heraus. Gleichzeitig kam die neue Single „I Know The End“ heraus.

Apokalypse, Aliens, ganz großes Kino

„I Know The End“ fängt wie ein typischer Phoebe Bridgers Song an. Sanfte Klänge vermitteln Gefühle von Sehnsucht, Einsamkeit und Suche nach sich selbst. Doch zwei intime Minuten später, legt Phoebe Bridgers auf einmal los: Apokalypse, Aliens, ganz großes Kino!

Hundreds – Calling

Das Hamburger Elektropop-Duo Hundreds präsentieren ihre letzte Single CALLING, bevor das neue Album The Current in zwei Wochen erscheint. Bei CALLING geht es darum, innere Kraft zu finden, um Toxic People oder Fake News um dich herum zu bekämpfen. Kämpfe für dein Recht, dich zu äußern und dein Banner hoch zu halten, schreiben Eva und Philipp Milner auf ihrer Facebook-Seite.

https://www.facebook.com/hundredsmusic/

Alice Phoebe Lou -Witches

Foto: Caroline Mackintosh

Paper Castles hieß das zweite Album der südafrikanischen Wahlberlinerin Alice Phoebe Lou aus dem letzten Jahr. Empowerment und Selbstbestimmung der Frauen sind ihre Themen, um die sich auch die Songs auf „Paper Castles“ drehten. Das Album wurde von der Kritik gefeiert und von den Fans geliebt. Nach dem Release ihres zweiten Albums „Paper Castles“ im vergangenen März tourte Alice auf vier Kontinenten und spielte 2019 insgesamt 102 Shows.

„I’m one of those witches babe! Just don’t try to save me! ‚cause I don’t want to be saved!“ 

– Alice Phoebe Lou – „Witches“

Das ganze Jahr über testete sie neue Songs auf der Bühne. „Witches“ war einer davon. Auch hier geht es wieder um sexuelle Selbstbestimmung, darum dass sie klar sagt und bestimmt was sie will.

Das Video zum Song ist entstanden, indem Alice während der Tour auf einer gebrauchten 8mm-Kamera filmte und so das Tourgefühl einfing.

Auch der der Aufnahmeprozess von „Witches“ ist besonders. Alice entschied sich, den Song analog mit einer 1-Zoll-Bandmaschine aufzunehmen und zwar DIY (2 Personen in einem Wohnzimmer). Sie war von der unvergleichlichen Wärme der Bandaufnahme so begeistert, dass ihr nächstes Album in der gleichen Art und Weise aufnehmen will.

Little Dragon – Hold On

Foto: Ellen Edmar

Erfreuliche Nachrichten gibt es von Little Dragon – der schwedischen Band um die charismatische Sängerin Yukimi Nagano. Am 27. März 2020 wird ihr neues Album „New Me, Same Us“ auf Ninja Tune erscheinen. Mit ihrer gestern veröffentlichten “ Hold On“ fordern sie uns in tanzbarer Form zum Durchhalten bis zum Release auf.

Billie Eilish – everything i wanted

In der Zeit vor Weihnachten gibt es in dem hier bevorzugten Bereich der Independent-Musik nicht so wahnsinnig viele Veröffentlichungen. Die Musikindustrie überlässt das Feld den Weihnachtsplatten von Robbie Williams oder Helene Fischer oder (Grusel) beiden zusammen. So bleibt Zeit sich der guten Musik zu widmen, die in den letzten Wochen in diesem Blog etwas unter en Tisch gefallen ist. 2019 war das musikalische Jahr der Billie Eilish. Das Album der 17-jährigen „WHEN WE ALL FALL ASLEEP, WHERE DO WE GO?“ kann als Referenz für viele junge DIY-Künstler*innen herhalten, die ihre Musik im Schlafzimmer auf den I-Pad herstellen. Das Album war so erfolgreich, dass es auf Anhieb den Mainstream erreicht hat.

Der Billie Eilish Track everything i wanted, der mir besonders gut gefällt, is aber nicht auf WHEN WE ALL FALL ASLEEP, WHERE DO WE GO? , sondern als Single am 14.11.2019 erschienen. Die Melodie und die gehauchte Stimme von Billie gehen besonders gut zusammen.

ÄTNA – Come To Me

Pressefoto: Iga Drobisz

Inéz Schaefer und Demian Kappenstein sind zusammen ÄTNA. Beide leben in Dresden, wo sie sich während des Studiums an der dortigen Hochschule für Musik kennenlernten. Inzwischen ist Inéz dort als Dozentin für Gesang tätig. Sie ist Schweizerin mit spanisch-jüdischen Wurzeln, Demian kommt aus dem Rheinland. ÄTNA spielten schnell auf den wichtigen Tastemaker Festivals im In- und Ausland, waren auf Tour in Russland, spielten in Istanbul, London, in Slowenien, Tschechien, Estland und in diesem Jahr beim Montreux Jazz Festival.

Mit ihrer neuen Single „Come To Me“ und einem spektakulären Video kündigen sie heute ihr Debütalbum mit dem Titel „Made By Desire“ an. Es erscheint am 14.02.2020 über Humming Records.

Debütalbum „Made By Desire“ erscheint am 14.02.2020

Zwei EPs hat das Duo bisher veröffentlicht und sich einen festen Platz unter den vielversprechendsten deutschen Newcomern gesichert. Aus Versatzstücken ganz unterschiedlicher Strömungen und Genres erschaffen sie eine eigene avantgardistische künstlerische Position auf der Höhe der Zeit, in der Geschlechterrollen, ganz bewusst verschwimmen.

Was macht ÄTNA so besonders?

Inéz setzt Stimmverfremdungen ein, die ihrer beeindruckenden Stimme von noch mehr Tiefe hinzufügen. Man muss Ätna live erleben (Konzertbericht hier). Demian ist ein wahnsinnig guter Schlagzeuger. Inéz bedient die Keyboards und singt unglaublich gefühlvoll, kraftvoll, alles zugleich. Die Analogeffekte sind direkt eingemischt. Hallschleifen, Effekte und Delays werden live gefahren, nichts ist automatisiert. 

Live kann man sie hier erleben:

15.01.2020 NL-Groningen, Eurosonic Noorderslag
30.01.2020 Rüsselsheim, Theater
26.02.2020 Ludwigshafen, dasHaus
27.02.2020 CH-Baden, Royal
28.02.2020 CH-St.Gallen, OYA Bar
29.02.2020 CH-Biel, Le Singe
01.03.2020 Esslingen, Cosmic Playgrounds
06.03.2020 Dresden, Objekt klein a
07.03.2020 Wuppertal, Loch
08.03.2020 Köln, Jaki
11.03.2020 Berlin, Lido
12.03.2020 Hamburg, Uebel & Gefährlich
13.03.2020 Nürnberg, Club Stereo
14.03.2020 Jena, Kassablanca
18.03.2020 AT-Wien, Fluc
19.03.2020 AT-Salzburg, Rockhouse Bar
20.03.2020 München, Milla
03.04.2020 Lörrach, Between The Beats
16.04.2020 Osnabrück, Popsalon

Stream: https://atnaofficial.lnk.to/cometome

Hundreds- Ready Shaking Silent

Die ausgewiesene Lieblingsband dieses Blogs hat einen neuen Song am Start. Mit Ready Shaking Silent liefern die Geschwister Millner ein sehr poppiges Lied mit einem catchy Refrain. Der gewohnte Sound hat sich verändert. Es fehlt der Klang des alten etwas verstimmten Pianos. Wenn man sich aber an den glatteren Synthesizer gewöhnt hat, ist Ready Shaking Silent sehr schön und bleibt im Ohr. Ich bin gespannt auf das nächste Album, das Anfang nächsten Jahres kommen soll.“The Current” soll die anstehende Platte und am 27. März 2020erscheinen.

ÄTNA – Try

ÄTNA, das Dresdner Electronica/Independent-Duo Inez Schaefer und Demian Kappenstein waren wieder mit dem Erfolgsproduzenten Moses Schneider, der schon ihre ersten EPs produziert hat, im Studio, um ihr Debüt-Album aufzunehmen. Jetzt ist die zweite Single Try daraus erschienen. Inez treibt mit ihren Keyboards dramatisch nach vorn, bis zur überraschenden Wendung zum Schluss. Unbedingt zu Ende hören.

Odd Beholder – Uncanny Valley

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Set ist dem 19.10.2018 ist Debut -Album  „All Reality Is Virtual“ zu haben. Thematisch geht es um mit den eigenartigen Versuchungen unserer Zeit  – von Tinder zu KI, von Offline-Einsamkeit zu obsessiver Selbstvermarktung.

Neues Odd Beholder-Video für „Uncanny Valley“

In Uncanny Valley setzt sich Daniela damit auseinander, ob alle künftigen Entwicklungen wünschenswert sind.

Wir pflegen eine enge Beziehung zu unseren Mobiltelefonen – sie begleiten uns überall hin, sie sprechen mit uns, sie nehmen uns wahr und überwachen uns. Es stellt sich die Frage, wie unsere  Gesellschaft mit der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) umgehen soll. Schafft eie Gesellschaft, in der all die harte Arbeit, aber auch immer mehr Verantwortung von Maschinen getragen wird, letztendlich gefährliche und unbefriedigende Zustände. Soll sich eine Feministin zum Beispiel wünschen, dass Kinder auch in Zukunft von Frauen ausgetragen werden, oder sollen wir mit Shulamith Firestone argumentieren, dass nur ein künstlicher Mutterleib die Ungerechtigkeit des Geschlechts auflösen kann?

Technisch gesehen sind wir nicht so weit von der Möglichkeit entfernt, die Mutterschaft zu beseitigen: Wir sind bereits in der Lage, Lammföten außerhalb der Bäuche ihrer Mutter zu züchten.

Der Refrain lautet: „Jemand trägt mich / ich kann nicht alleine geboren werden“. Sind wir immer noch bereit, einander zu ertragen, einander zu gebären? Oder sollten wir uns nicht von einem Menschen tragen lassen wollen? Warum sollte jemand jemandes Last sein wollen? Roboter brauchen keine Gewerkschaften, Gesundheitsversorgung oder Mutterschaftsurlaub. Bleibt die Frage: Wollen wir von Robotern geboren werden?

Am Ende soltten die Menschen entscheiden.

Das Video von Odd Beholder zeigt die Performancekünstlerin Ernestyna Orlowska. Wir sehen sie in verschiedenen alltäglichen Situationen, die manchmal sehr privat sind – es scheint, als ob sie von einem gehackten iPhone gefilmt wurde. Mit der Darstellung eines schwangeren digitalen Klons (vom Spieledesinger Tunay Bora gerendert) fragen wir: Was werden die Nachkommen unserer Verschmelzung mit AI sein? Welche Art von Gesellschaft wird sich aus dieser Bindung ergeben?

Odd Beholder -Tourdaten

23.08.2019 – DE – Berlin, Pop-Kultur Festival 26.11.2019 – DE – Dresden, Hole Of Fame 27.11.2019 – DE – Chemnitz, Atomino 28.11.2019 – DE – Berlin, Schokoladen 29.11.2019 – DE – Leipzig, Noch Besser Leben 30.11.2019 – DE – Erfurt, Franz Mehlhose 01.12.2019 – DE – Würzburg, Viertelkultur 02.12.2019 – DE – Münster, Pension Schmidt 03.12.2019 – DE – Köln, Die Wohngemeinschaft 04.12.2019 – DE – Hamburg, Astra Stube 05.12.2019 – DE – München, Wohnzimmerkonzert

Haim – Summer Girl

Die drei Schwestern von Haim haben (endlich) einen neuen Song veröffentlicht. Zwar verspricht der Titel Summer Girl gute Laune zur sonnigen Jahreszeit, am Ende des Videos sieht man auch Bikini-Tops. Tatsächlich wurde das Lied aber von einem ernsten Thema inspiriert. Danielles Freund ( und Produzent des Albums “Album Something to Tell You”) Ariel Rechtshaid erkrankte an Hodenkrebs. Danielle kam die Aufgabe zu, stark zu sein und Hoffnung zugeben. „Wann immer ich zwischen den Shows nach Hause kam, wollte ich sein Sonnenschein sein – sein Sommer, als er sich dunkel fühlte.“ 

Der Song ist stark von Lou Reeds „Walk on the Wild Side“ inspiriert und bietet eine jazzigere Palette als Haims gewöhnlicher Gitarren-Forward-Funk-Pop.