Lieblingsstück: Linnea Olsson – What

18.10.2013, 20.00 UhrO2 World Hamburg, wir sind mit Freunden aus Münster angereist und warten auf Peter Gabriel mit Tony Levin, David Sancious, Manu Katché und David Rhodes zu einem Konzert im Rahmen seiner „So“ live: Back To Front – Europa-Tour. Freund Uli ist großer Peter Gabriel Fan. Wir erhoffen in der ausverkauften Arena eine großartige, perfekt choreographierte Live-Show der alten Haudegen und werden nicht enttäuscht. Darum soll es hier aber nicht gehen.

Denn der Abend bot schon vor dem Auftritt von Peter Gabriel einen musikalischen Leckerbissen. Gabriels Backroundsängerinnen Jennie Abrahamson und Linnea Olsson präsentieren als Vorprogramm eigene Lieder, welche durch einen glasklaren Gesang bei nur minimalistischer instrumentaler Begleitung überzeugen. Mich beeindruckte Linnea Olsson so sehr, dass ich mir noch am selben Abend im Hotel ihrer CD Ah! Bei Amazone erworben habe.

Linnea Olsson ist eine schwedische Sängerin, Songwriterin und Cellistin. Ihre frühere Band hieß Isildurs Bane (Fluch). Tolkien lässt grüßen. Linnea Olsson macht Popmusik, wobei sie nur zwei Instrumenten benutzt, ihr Cello ( mit Loop-Gerät) und ihre Stimme. Das ergibt den faszinierenden Sound. Ah! war ihr Debüt-Solo-Album. Mein Lieblingsstück „ What“ stammt aus dem zweiten Album Breaking and Shaking aus dem Jahr 2014

Lieblingsstück: Elbow-One Day Like This

Aller Anfang ist schwer, selbst wenn das Talent dem Meister Peter Gabriel auffällt.

Die Mitglieder von Elbow stammen aus dem selbsternannten „Shithole“ Bury. der Region im Norden Englands rund um Manchester. Guy Garvey (Sänger), Pete Turner (Bassist), Richard Jupp (Schlagzeug), Craig Potter (Keyboarder) und Mark Potter (Gitarre) schmissen die Schule, um in Manchesters Clubs und Kneipen Musik zu machen. Die Band hat sich nach einem Zitat aus der BBC Fernsehminiserie „The Singing Detective“ benannt. Der Charakter „Philip Marlow“ sagte dort, dass das Wort “Elbow” das sinnlichste Wort der englischen Sprache sei. 

Elbow wurden häufig mit den frühen Genesis verglichen, weil der Sänger Guy Garvey wie ein junger Peter Gabriel klingt. Sie erinnern auch an Prog Rock-Bands der 1970er Jahre.

1999 gewannen Elbow bei einen lokalen Bandwettbewerb einen Plattenvertrag mit Island Records und nahmen in den Real World Studios von Peter Gabriel ihre erste Platte auf. Island Records wurde dann jedoch von Universal aufgekauft und das Album wurde nie veröffentlicht. Sie wurden fallen gelassen und die Jungs mussten zurück zu ihren Gelegenheitsjobs.

Bis sie ihr erstes Album „Asleep in the Back“ bei  V2 Records, dem Label von Richard Branson, veröffentlichen konnten, dauerte es bis 2001. Das Album erhielt je eine Nominierung beim Mercury Music Prize und bei den Brit Awards, verfehlte aber knapp.

Mein Lieblingsstück One Day Like This stammt aus Album „The Seldom Seen Kid“ (VÖ: 25. April 2008 ). „One Day Like This“ steigert sich am Ende noch mal zur innigen Offenbarung: „Well anyway, it’s looking like a beautiful day.“ Mit der Sonne im Nacken und diesem Song auf den Ohren ist jeder Tag ein wunderschöner Tag. 

Ende gut, alles gut.

Am Ende, nach 17 Jahren Bandgeschichte inzwischen gestandene Männer, bekamen Elbow für das Album „The Seldom Seen Kid“ den Mecury-Preis 2008 verliehen. Das emotionale Album ist einem verstorbenen Freund gewidmet.

Im Jahr 2010 nahm der Meister (s.o.) ein Cover von Elbows „Mirrorball“ aus „The Seldom Seen Kid“ für sein großartiges Coveralbum „Scratch My Back“ auf.

Elbow revanchierten sich 2013 mit einen Cover von Mercy Street auf Gabriels “ And I’ll Scratch Yours„. Man beachte die Ahnlichkeit der Stimmen von Garvay und Gabriel.

2012 kam der Song “ One Day Like This“ zu weiteren Ehren, denn Elbow führten ihn, passend zum Anlass, bei der Abschlussfeier der Olympischen Spielein London auf https://youtu.be/zdTu6BSYe2g.

Elbow sind noch weiterhin im Geschäft. 2017 erschien ihr letztes Werk „Little Fictions“. Anspieltipp: Magnificent (She Says)

Lieblingsstück : Haim -Right Now

Haim, das sind die den Schwestern Danielle, Alana und Este Haim. Man kann sie als Rock-Pop-Band bezeichnen oder in die Schubladen Synthie-Indie-Pop oder Alternative Country stecken. Wer, so wie ich, die Eagels mochte, der mag auch Haim. Bei der BBC-Prognose Sound of 2013 wurde ihnen zutreffend der Durchbruch für das folgende Jahr vorhergesagt. Am 30. September veröffentlichten sie  ihr erstes äußerst erfolgreiches Album „Days Are Gone“ mit dem Überhit „The Wire“ der auch etwas an
Heartache Tonight von den Eagels erinnert.

Mein Lieblingsstück stammt aus dem nicht minder erfolgreichen zweiten Album „Something To Tell You“ aus dem Jahr 2017. „Right Now„. Das Video dazu ist faszinierend, denn…

es zeigt Haim live im Studio bei der Aufnahme des Songs. Es wurde prominent von Regisseur Paul Thomas Anderson („The Master“, „There Will Be Blood“, „Magnolia“) gedreht. 

Lieblingsstück: Arcade Fire-Everything Now

Die Erfolgsgeschichte von Arcade Fire begann, als Bandgründer, Mastermind, Sänger und Gitarrist Win Butler 2002 in Montreal auf die Multi-Instrumentalistin Régine Chassagne traf, die später auch seine Frau wurde. Er stammt aus Texas. Ihre  familiäre Wurzeln liegen auf Haiti. Ihre Eltern flohen in den 60er Jahren vor dem Regime von Diktator Duvalier über Chicago nach Montreal, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Québec. 

Zusammen legten sie Win Buttlers bis dahin erfolgloses Bandprojekt Arcade Fire neu auf, indem sie neue Mitspieler suchten. Das Kollektiv wuchs für Live -Auftritte auf bis zu sieben Musiker einschließlich einer Violinistin und eines Violinisten an, um für die nötige Klangfülle zu sorgen. Seit ihrem Debüt-Album „Funeral“ im Jahr 2004 hat die Band inzwischen 5 Alben veröffentlicht. Man kann die Musik dem Indie-Rock zuordnen. Bei einzelnen Songs stehen aber auch für diese Genres eigentlich eher unübliche Instrumente wie Kirchenorgel, Akkordeon oder Bläser im Vordergrund. Prägend ist der Gesang von Win Butler, der oftmals durch Backgroundchöre oder die Stimme von Régine Chassagne ergänzt wird. 

Mein Lieblingsstück, die Titel-Single aus dem Album „Everything Now„, kam nach dem Release 2017 im Arcade Fire-Fanlager nicht so gut an (LAUT.DE: Catchy Plattitüden am laufenden Band)

Der von  Thomas Bangalter (Daft Punk) produzierte Song klingt  in der Tat mit der eingängigen Klaviermelodie wie einst ABBAs Dancingqueen. Auch das Flöten-Sample am Schluss bleibt im Ohr (hier das Original, aus dem das Sample stammt https://soundcloud.com/meditations/francis-bebey-bissau.) Aber was ist dagegen einzuwenden, wenn man einen Song im Auto bei voll aufgedrehter Anlage laut Mitsingen kann. Viel Spaß dabei.

Editors: Smokers Outside the Hospital Doors

Das Jahr 2005 war das Jahr der Indie-Gitarenbands wie Franz Ferdinand,  Maximo Park, Bloc Party und Kaiser Chiefs. So machte sich das englische Indie-Label Kitchenware Records auf die Suche nach vergleichbaren Nachwuchs und wurden bei Tom Smith und seinen Studienkollegen Chris Urbanowicz, Russell Leetch, Geraint Owen und Ed Lay fündig, die ihr Musikstudium der Staffordshire University gerade beendet und unter diversen Bandnamen während des Studiums gemeinsam musiziert hatten.

Am 25. Juli 2005 veröffentlichten sie unter ihrem jetzigen Namen Editors ihr erstes Album „The Back Room„, welches auf Anhieb sehr erfolgreich war. Bis 2018 erschienen inzwischen 6 Alben. Der Sound der Editors hat sich ab dem dritten Album  „In This Light And On This Evening“ gewandelt ( sonst wären sie auch schon weg vom Fenster). Anstelle von Gitarren dominieren immer mehr Synthesiser. Zum Wandel hat weiter beigetragen, dass  Gitarrist Chris Urbanowicz  2015 ausgestiegen ist und durch zwei neue Mitglieder Justin Lockey (Gitarre) und Elliott Williams (Keys) ersetzt wurde, die sich perfekt in die Band einfügten.

Markenzeichen der Band ist die eher düstere Stimmung, zu der perfekt der Bariton von Tom Smith passt. Mein Lieblingsstück stammt aus den zweiten Album „An End Has A Start“ aus dem Jahr 2007. Der Sterbende im Krankenhaus ist verzweifelt, weil er keine Chance zum Neuanfang hat. Das Traurigste, was er je gesehen hat, sind die Raucher vor der Tür. (Weil diese ihre Chancen in Rauch aufgehen lassen?)

Smokers Outside the Hospital Doors

Laura Marling – Rambling Man

Laura Marlin war 2006, mit 16 Jahren , eine Mitbegründerin der Folkrock-Formation Noah And The Whale. Dort spielte sie verschiedene Instrumente und wer als Sängerin tätig. Schon 2007, kurz vor Erscheinen des Debüt-Albums „Peaceful The World Lays Me Down„, verließ sie die Band, weil ihre Liason mit dem Leadsänger Charlie Fink beendet war. Auf dem Album hört man sie in den Song „5 Years Time“ als Backgroundsängerin.

Laura Marling ist bestrebt, ihre künstlerische Tätigkeit soviel wie möglich selbst zu gestalten. Sie is Multi-Instrumentalistin. Schreibt ihre poetischen Texte selbst. Seit 2008 hat sie 6 Alben bisher produziert, die jeweils eine musikalische Weiterentwicklung zeigten.

Mein Lieblingssong „Rambling Man“ stammt aus dem 2010 erschienenen Album „I Speak Because I Can“ und erinnert im besten Sinne an Bob Dylan.

Tame Impala- The Less I Know the Better

Tame Impala ist eine australische Indie -Band. Ihr Mastermind Kevin Parker orientiert sich musikalisch  stark am Psychedelic Rock der späten 1960er-Jahre . Die Single „The Less I Know the Better“ aus dem Album“ Currents“ erschien im November 2015 und befasst sich mit Liebesproblemen von Highschool-Kids. Die Musik geht zu Disco Funk und bleibt im Ohr.