Lucy Dacus – La Vie En Rose

Ein Song zum Valentinstag

Im Jahr 2017 ist Lucy Dacus besonders aufgefallen Zu Anfang der Jahres kam ihr hervorragende Album „Historian“ mit dem wunderbaren Track „Nightshift“ heraus. Dann erfolgte die Zusammenarbeit mit Julien Baker und Phoebe Bridgers als Supergroup „boygenius„.

Lucy Dacus hat sich entschlossen, 2018 kein neues Album zu veröffentlichen. Stattdessen hat sie eine neue Single-Serie mit gecoverten Liedern angekündigt. Das besondere ist, dass die Veröffentlichungen zu ausgesuchten Feiertagen erfolgen sollen, zum Muttertag, zum Unabhängigkeitstag, zu Halloween, zu Weihnachten und zu Neujahr. Auch der Geburtstag von Bruce Springsteen am 23. September soll bedacht werden.

Den Anfang der Reihe macht zum Valentinstag  Édith Piafs Erkennungslied „La Vie En Rose“. Es war das erste Lied , welches die Piaf selbst komponiert hat. Es wurde schon von vielen Künstlern gecovert . Im Ohr ist die Version von Grace Jones. Lucy Dacus verpackt das Valentinsgeschenk in eine minimalistisches Indie-Pop-Klarsichtfolie. Ihre fast geflüsterte Alt-Stimme steht im starken Kontrast zu Piafs überlebensgroßem Gesang und erzielt damit eine ganz neue überraschende Interpretation. Es funktioniert, je öfter man es hört.

DAKOTA – Four Leaf Clover

DAKOTA  sind Lisa Brammer, Lana Kooper, Jasmine van der Waals und Annemarie van den Born aus Amsterdam. Tritt eine vierköpfige Gitarren-Rock-Band auf, die nur Frauen besteht, dann drängt sich der Vergleich mit den vier Kalifornierinnen von Warpaint auf.

Diesen Vergleich braucht DAKOTA aber nicht zu scheuen, vielmehr sind ihre Kompsitionen mit Indie-Rock-Grooves mit eingängigen Gesängen eigenständiger Dreampop. Heute haben die vier bei dem Berliner Label Sinnbus ihren Debüt-Longplayer veröffentlicht.

Here’s The 101 On How To Disappear

Darauf befindet sich auch „Four Leaf Clover“. Es handelt sich um ein Album, das man in eins durchhören kann und sollte. Es ist einfach schön, wie Lana Koopers klingende Basslinien mit Jasmine Van der Waals Gitarre ineinander greifen und Raum für Lisa Brammers stets etwas melancholischen Gesang lassen.

Das Album hat einen ironisch tragigischen Hintergrund. Bei Noisey Niederlande berichteten die drei anderen Bandmitglieder von der psychischen Problemen, die Lisa Brammer hat. Ihre Depression setzt der Arbeit mit der Band Grenzen. Das Album zeigt zwar nicht , wie man verschwindet. Es könnte aber das letzte gewesen sein, sodass, darin liegt die Ironie, DAKOTA selbst verschwindet.

Charly Bliss – Capacity

Michelle Zauner von Japanese Breakfast, scheint in einer kreativen Videodrehphase zu stecken. Nachdem sie erst kürzlich Regie bei dem Video “ Dylan Thomas“ von Better Oblivion Comunity Center geführt, zeigt sie sich nun verantwortlich für das Video Capacity von Charly Bliss.

Charly Bliss ist eine vierköpfige Power-Pop-Band aus Brooklyn, NY. Charly Bliss ist Eva Hendricks (Lead-Gesang, Gitarre), Spencer Fox (Gesang, Gitarre), Sam Hendricks (Schlagzeug) und Dan Shure (Gesang, Bass).

Manchmal ist das Loslassen einer emotionalen Verbindung der einzige Weg, um sich selbst zu schützen. Charly Bliss enthüllt diese Wahrheit in seinem Mini-Diebstahl-Film. „Capacity“, besingt die emotionalen Erschöpfung durch jemanden, den du sehr liebst. Der Power-Popsong ist der erste Vorgeschmack auf das neue Album der Band, Young Enough, das am 10. Mai erscheinen wird.

Manchmal ist das Loslassen einer emotionalen Verbindung der einzige Weg, um sich selbst zu schützen. Charly Bliss enthüllt diese Wahrheit in seinem Mini-Diebstahl-Film. „Capacity“, besingt die emotionalen Erschöpfung, wenn du jemanden zu sehr liebst. Der Power-Popsong ist der erste Vorgeschmack auf das neue Album der Band, Young Enough, das am 10. Mai erscheinen wird.
Michelle Zauner hat sich in einem Cameo-Auftritt in das Video eingebracht, als Reporterin in dem kleinen TV-Gerät im Bad zu sehen. Die Handlung wirft uns mitten in einen offenbar fehlgeschlagenen Überfall. Trotz allem Geld und Alkohol der Welt bleibt der Protagonist elend. „‚Capacity‘ ist ein Lied, in dem es darum geht, deinen inneren Opportunsten (people-pleaser) zu töten,“ schreibt Eva Hendricks von Charly Bliss in einer Pressemitteilung, „und Michelle präsentierte wunderschön ein Parallelkonzept, das vor den Gefahren warnt, vom Bullshit anderer Leute mitgerissen zu werden“

Tiny Ruins- Holograms

Der zweite Track vom anderen Ende der Welt, in diesem Fall Neuseeland, ist etwas ruhiger. Hinter Tiny Ruins steckt die neuseeländische Sängerin und Songschreiberin Hollie Fullbrook. David Lynch und Lorde sind Fans von ihr. Jetzt wird ihr drittes Album Olympic Girls auf Courtney Barnetts Lable Milk erscheinen. Die ausgewählte Single Holograms ist ein luftiger Track, der auf Fullbrooks Gesang basiert. Das Video zeigt ein Mädchen, das versucht, Laternen-Satelliten aufzustellen. Es wurde von Kate Bushs „Cloudbusting“ -Video inspiriert, das ähnliche Einstellungen eines Mannes zeigt, der versucht, einen „Cloudbuster“ zu bauen.

 

 

Fullbrook erklärte das Lied und das Video wie fogt: 

Holograms steht für die Idee, dass Technologie uns immer mehr verbindet. Dass wir nicht nur emotional oder mental miteinander verbunden sind, sondern dass unsere Körper physische und sterbliche Grenzen durch Technologie überschreiten. Dass wir jemanden zurückbringen können. Für das Video wollte ich ein Gefühl der Sehnsucht nach diesem funkelnden, farbenfrohen anderen Bereich, in dem alle miteinander verbunden sind, in Einheit. Der Regisseur Martin Sagadin und ich begannen, uns darüber zu unterhalten, das das Lied ein Gefühl für Science-Fiction fordert, was zu der Idee führte, dass einen Sateliten aus Laternen zu bauen, um durchTechnologie mit einem anderen Bereich der Existenz zu kommunizieren. Aber die Technologie sollte ein bisschen alt sein und nicht ganz „dieser Zeit“ – wir wurden von Kate Bushs „Cloudbusting“ -Video dahingehend inspiriert, dass Technologie nicht mehr funktioniert. Es gibt eine Zeitlosigkeit oder einen Mangel an Spezifität bezüglich der Zeit. Die Idee des Videos ist, dass ich eine Vision von diesem Ort habe, den ich erreichen möchte … Ich sammle bestimmte Objekte, von denen ich glaube, dass sie mich mit diesem Ort verbinden. Aber am Ende ist es vergeblich – ich versuche mit all meiner aufgefahrenen Technologie den Planeten zu erreichen, der durch die Mauer scheint, und … alles bricht vor mir zusammen.

Julia Jacklin – Head Alone

Die nächsten beiden Beiträge führen uns an das andere Ende der Welt. Zunächst nach Australien. Es wird ja die Auffassung vertreten, dass Gitarre spielende Frauen mit ihren relevanten Themen die Rettung des Indie-Rocks sind. Rockende Männer mag angeblich keiner mehr hören. Ob die These stimmt, weiß ich nicht. Ich kann nur feststellen, dass zur Zeit einfach guter Gitarren-Rock von Frauen gespielt wird . Beispiele dafür sind Sharon van Etten oder die aus Australien stammende Courtney Barnett.

Ebenfalls aus Sidney stammt Julia Jacklin, deren schon drittes Album Crushing für den 22. Februar angekündigt ist. Im Song Head Alone geht es um sexuelle Selbstbestimmung.

HÆLOS – Kyoto

Wer auf „London Grammar“ oder „The XX“ steht, dort aber den nach vorn gehenden Beat vermisst, der wird HÆLOS mögen. Das Londoner Trio, bestehend Sängerin Lotti Benardout und den Soundtüfftlern Arthur Delaney und Dom Goldsmith, hat sich als Band erst 2014 zusammen gefunden. Nachdem sie mit ihrem Sound, der mit Trip Hop- Acts wie Portishead oder Massive Attack verglichen wurde, bei Newcomer-Plattformen wie BBC 1 Aufmerksamkeit erregten, veröffentlichten sie 2016 beim renommierten Indie-Lable Mattador ihr Debütalbum „Full Circle“. Einen Eindruck vom Sound kann man sich verschaffen, wenn man sich die wunderbare Live-Session bei KEXP anschaut.

Inzwischen hat sich das Trio mit dem Gitrristen Daniel Vildosola zum Quartett verstärkt. Mit der Singleauskopplung Kyoto weisen sie auf ihr Nachfolgealbum Any Random Kindness hin, welches für den 10.05.2019 angekündigt wurde.

Mitski – A Pearl – neues Video

Das Rennen um das beste Musikvideo 2019 wurde jetzt von Mitski mit dem Video A Pearl eröffnet. Für die Animation wurden 1.480 individuell gemalte Bilder verwendet. Sie zeigen die immer schneller werdende Jagd einer jungen Frau durch eine pastellfarbene Traumlandschaft. Die fließenden Bewegungen deuten auf ein rotoskopisches Verfahren bei der Herstellung des Filmchens hin.

A Pearl ist auf Mitskis großartigem letzten Album Be The Cowboy zu finden. Mehr zu Mitski und ein weiteres schönes Video findet ihr hier.