Gregor McEwan – The Beat Of Your Drum

Bei Gregor McEwan geht es Schlag auf Schlag weiter in Richtung Sommer-EP. „Beat Of Your Drum“ ist eine lockere, sommerliche Indie-Folk Nummer, welche als recht luftiger Folk Song beginnt, aber gegen Ende vom einsetzenden Drum-Beat und der E-Gitarre mehr und mehr übernommen wird. The Beat Of Your Drum erscheint zusammen mit einem wunderbaren Lyric Video. 

ALEX MAYR – Zeit

ALEX MAYR gelingt eine überaus interessante Mischung. Das Chansonhafte ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Darbietung. In ihrem neusten Song „Zeit“ konfrontiert sie uns z. B. mit den Zeilen: „Was am Ende bleibt ist nicht die Ewigkeit. Was am Ende fehlt ist nur verlorene Zeit“. Diese schlichte Wahrheit wird rüber gebracht mit verzerrte Dreampop-Gitarren, einer Wand aus Streichern und Bläsern, abgehangenen Drums, einem verlorenen Mellotron und jede Menge Percussion, dass das Zuhören eine wahre Freude ist. Hinzu kommt noch ein elegantes Video, wodurch der cineastischen Gesamteindruck komplettiert wird.

(Foto oben: Sarah Ungang)

„Zeit“ ist nach „EINGANG“ und „MARGARITAS“ nun die dritte Single  aus dem bald erscheinenden Album „PARK“(VÖ 09.07.21).

glu: – No Tears

glu: ist Lautschrift und bedeutet Leim. glu: nennt sich das Leipziger Quartett um die Sängerin Charlotte , Max Schäfer (Git/Synth), Tim Schönherr (Bass) und Philipp Berger (Drums), welches sich erst 2020 gründet hat. Der Leim, der die musikalischen Ideen zusammenhält, heißt Pop. Über die zweite Single Single „Circle“ schrieb „Auf die Ohren“: „Dabei gelingt es glu: super, den Synthsound der 80er und 90er Jahre in die heutige Zeit zu transferieren“

Nun veröffentlichte glu: mit gleicher Virtuosität einen neuen bitter-süßen Song. „No Tears“ ist ein ein langsames Stück voller Melancholie. Dazu gibt es ein sehr schönes in Handwerker:innen-Manier von ihnen selbst gemachtes Video mit dem vielleicht letzten Schnee des Jahres 2021.

glu: haben für den Sommer ihre erste EP angekündigt, worauf wir uns sehr freuen.

Parcels – Free

Die Parcels sind fünf Jungs aus Byron Bay, Australien, Louie Swain (Gesang, Keys), Patrick Hetherington (Gesang, Keys, Gitarre), Noah Hill (Gesang, Bass), Anatole „Toto“ Serret (Gesang, Drums), Jules Crommelin (Gesang, Gitarre). Sie leben jetzt in Berlin und haben auch gute Kontakte nach Paris, denn sie pflegen eine künstlerische Freundschaft zu Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo, den Ex-Daft Punks. Daft Punk produzierten in Paris Parcels  Single „Overnight“ aus dem Jahr 2017. Typisch für die Parcels sind Harmoniegesang, ein perkussiv geprägter Rhythmus und tighte Funk-Gitarren . All das vereint die neue Single „Free“, die sich so anhört, als seien die Bee Gees aus den 70ern in die Moderne gebeamt worden und im Studio von Daft Punk gelandet. (Foto oben: Mia Rankin)

Oehl – 300.000

Das isländisch-österreichische Duo Oehl wird t am 02. Juli mit „100% Hoffnung“ das  Mini-Album „100% Hoffnung“ vorlegen. Es ist als Konzeptalbum angelegt, das sich mit den Auswüchsen des Kapitalismus auseinandersetzt. Es geht um Arbeit ohne Freude, Kaufen ohne Sinn, Alltag ohne Perspektive. Die zweite Single, die Oehl nach “Arbeit” aus dem Mini-Album veröffentlichte, heißt 300.000. Darin wird die Geschichte eines österreichischen Finanzskandals im vergangenen Jahr rund um die regionale Commerzialbank im österreichischen Burgenland erzählt. Hier wurden über Nacht rund 14.000 Privat- und Geschäftskonten eingefroren, nachdem herauskam, dass die Bank ca. 705 Millionen Euro veruntreut hatte. Oehl erzählt diese Geschichte anhand einer Jungfamilie, deren Traum vom eigenen Haus mit dem Skandal platzte. Wie eine Hymne wird in „300.000″ ein bittersüßes Zitat besungen: „Es ist nur Geld“. 

Ariel Oehl meint: „Wenn man sich mal mit der globalen Finanzwirtschaft und der Arbeitswelt auseinandersetzt, muss man eigentlich zum Marxisten werden.“

(Foto oben: Tim Cavadini)

Balbina – Hallo

Die Berliner Musikerin ist mit einer epochalen Acht-Minuten -Single wieder da

Balbina stammt aus Warschau und kam als Dreijährige nach Berlin. Sie ist eine extravagante Erscheinung in der Berliner Musikszene. Ihr Outfit, ihre Texte und ihr Gesang sind eigenwillig. Um ihrer Musik die sie auszeichnende Opulenz zu verleihen, arbeitet sie bei ihren Studioaufnahmen und bei Live-Auftritten gerne mit dem renommierten Deutschen Filmorchester Babelsberg zusammen.

Entgegen aller modernen Marktgesetze erreicht ihr neues Lied beinahe die 8 Minuten-Marke. Aber es dauert eben auch so lange, dass sich „Hallo“ voll entfaltet. Der Song klingt wie eine Hommage an das Disco-Zeitalter. Wie so üblich spielt bei Balbina aber auch stets ein Funken Melancholie mit.

„Hallo“ wurde von Balbina selbst produziert. Die Streicher stammen auch hierbei vom Deutschen Filmorchester Babelsberg. (Foto: Manuela Reut)

Kings of Convenience -Rocky Trail

Wenn sich ein Duo selbst als Könige der Bequemlichkeit bezeichnet, darf es sich durchaus 12 Jahre Zeit nehmen, um ein neues Album zu veröffentlichen. Kings of Convenience sind  Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye aus dem norwegischen Bergen, die schon als Teenager zusammen Musik gemacht haben. Das Indie-Folk Duo wird geschätzt für ihren sanften Akustikgitarren-Sound. Das sie sich über ein Jahrzehnt dem süßen Nichtstun hingegeben haben, stimmt natürlich nicht. Eirik ist als Schriftsteller in Bergen geblieben und war auch musikalisch mit der Band Kommode unterwegs. Erlend war zunächst in Bergen als Produzent unter anderem für die Indie-Pop-Band Kakkmaddafakka aktiv. Er zog nach Berlin und war Mitglied der der Berliner Band The Whitest Boy Alive, bevor es ihn nach Syrakus/Sizilien verschlug. Jetzt gingen Øye und Bøe für ihr viertes Album zusammen ins Studio. Da die beiden Perfektionisten sind, hat der Aufnahmeprozess für „PEACE OR LOVE“ (VÖ 18.06.) auf fünf Jahre gestreckt . Das Album ist in fünf verschiedene Städte entstanden. Vorab gibt es schon mal die Single „Rocky Trail„.

Das Video ist ein Genuss, nicht nur für Freunde des melodischen Harmonie-Gesangs und akustischen Gitarrenklängen, sondern auch für Liebhaber des skandinavischen Wohnstils.

HEMES – BREATHE

Dark-Pop Ode an die Mutter

Hemes ist eine junge aufstrebende britisch-arabische Künstlerin. Sie lebt in Südwales und wurde als Kind arabischer Eltern geboren. In ihren Songs thematisiert sie persönlichen Erfahrungen des Erwachsenwerdens, der psychischen Gesundheit und der Selbstfindung. Die neue Single „Breathe“ folgt auf ihre erste Veröffentlichung „Who Needs Love“, die auf der A-Liste von BBC Radio Wales landete. Hemes dunkler Elektro-Pop ist genau das richtige für Fans von Julia Michaels (Issues), Mimi Webb (Reasons), Griff (Good Stuff) oder Greta Isaac.

„Ich wollte, dass Breathe das Gefühl für diese eine Person in deinem Leben einfängt, die deine Ängste abbauen kann, für mich ist es meine Mutter“, sagt Hemes. “ Die Leute sollen an die Person denken können, mit der sie sich besser fühlen, sei es ein Familienmitglied, ein Liebhaber oder ein Freund.“

Breathe ist die erste Single ihrer Debüt-EP „Matters of the Mind“, die vom BBC Horizons Wales Launchpad-Programm und dem Help Musicians Do it Differently-Programm finanziert wird und noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Gregor McEwan – Summer Breeze

Die Vier ist eine magische Zahl. 2+2 =4, 2×2=4 und somit ist ebenfalls 2² =4. Das geht mit keiner anderen Zahl. Die alten Griechen philosophierten genauso leidenschaftlich über die Natur und ihre vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft), wie heute Fussballtrainer über den Sinn der Viererkette. Wir kennen die vier Himmelsrichtungen. Wir lieben die vier Jahreszeiten, wenn wir eine Pizza quattro stagioni bei Lieferando ordern oder das Violinkonzert von Antonio Vivaldi genießen und jeder hat seine Lieblingssaison bei den regelmäßigen vier klimatischen Wechsel im Jahresverlauf.

Damit sind wir endlich bei Gregor McEwan. Der sympathisch Musiker aus Berlin scheint sich von der magischen Vier angezogen zu fühlen. Er widmet eine ganze EP-Serie, nein nicht der Viererkette, obwohl das zu dem ausgewiesenen Fußballfan gepasst hätte, sondern den vier Jahreszeiten. D.h. vier EPs mit jeweils vier Songs (sic!).

Dabei nimmt Greg sich die künstlerische Freiheit und hält sich nicht an den vorgegeben Verlauf, vielmehr liegen die EPs Spring Forward und Autumn Falls schon vor. Jetzt kommt mit mit der Single „Summer Breeze“ der Sommer. „Summer Breeze“ ist eine fröhliche Indie-Pop Nummer, die mit einer Portion Surfsound Sommergefühle aufkommen lässt.

Charity Children -Kills Me

Nach langer Pause hat das sympathische Alt-Pop-Duo „Charity Children“ aus Berlin nach „We Loved“ jetzt schon die zweite Single mit dem Titel „Kills Me“ herausgebracht, dies närt natürlich die Hoffnung, das bald ein ganzes Album kommt. Der neue Song unterstreicht die Vielseitigkeit von Chloë Lewer und Elliott McKee. Während das als Duett performte „We Loved“ ein moderner Indie-Popsong ist, klingt das von Elliott gesungene „Kills Me“ wie ein Klassiker aus den 70er Jahren. So wie einst Gilbert O’Sullivan an seinem Piano.

Kills Me“ behandelt voller Empathie ein ernstes Thema. Wie geht man mit einem Menschen um, den man mag, ihn aber in dessen Depression nicht erreichen kann?

“So, I’Il always answer your call, ‘cause we have been through the darkest days and somehow survived, in spite of all, but watching you fall kills me.”, singt Elliott.

Das dazu gehörende Video kommt als trippige, fluoreszierende Farbexplosion daher.