Foreign Diplomats am 21.09.2019 in Osnabrück – Kleine Freiheit

Ob Indie, Elektronisches, Pop oder Metal, dass Montreal eine pulsierende Musikszene vorzuweisen hat, ist seit einigen Jahren kein Geheimnis mehr. Seit ihrem Album „Princess Flash“ gehören die fünf Kanadier von  Foreign Diplomats mit ihren energiegeladene Liveshows und ihrem ausgefallenen Indie-Elektro-Pop zu den heißesten Acts. Das schien sich aber leider noch nicht ganz, bis nach Osnabrück durchgedrungen zu sein. Hier spielten die “auswärtigen Diplomaten” ihren  letzten von acht Live-Gigs (einschließlich Reeperbahn Festival Hamburg), bevor es auf ihrer Europa Tour weiter Richtung Belgien und Frankreich geht. Die Kleine Freiheit hätte durchaus etwas voller sein können. Die da waren, erlebten eine furiose Show von Emmanuel Vallières – dem lustigen Schlagzeuger, Antoine Lévesque-Roy- dem druckvollen Bass- und Fuß-Keyboard-Spieler, Charles Primeau – dem Gitarristen und Schwiegermuttertraum, Thomas Bruneau Faubert- dem hyperaktiven Keyboardspieler und Posaunisten sowie Élie Raymond- klein aber energiegeladen, Frontmann und Mittelpunkt, Gitarrist und (manchmal trauriger) Sänger.  Allein die Anzahl der Musiker auf der Bühne und Anzahl der verschiedenen Instrumente ( einschließlich Sample -Machine) sorgten für einen mächtigen Sound mit anspruchsvollen wechselnden Rhythmen. Jeder beherrschte seine Instrumente perfekt und steuerte (Backing-)Vocals bei. Dargeboten wurden Songs aus „Princess Flash“ und dem nagelneuen hitlastigen Album “Monami” Der Spannungsbogen bis zu den zwei Zugaben war perfekt. Die Band hatte ganz offensichtlich selbst größten Spaß auf auf der bühne, der sich natürlich auf das Publikum übertrug. Anders kann man die quirligen Tanzeinlagen nicht erkären. Niemand auf der Bühne stand still, insbesondere waren Frontmann Élie und Derwisch Thomas, der sein Keyboardtasten auch mal mit der Stirn bediente. 

Ich hatte schon früh geäußert, das Monami eines der besten Alben des Jahres sein könnte ( hier). Am Freitag habe ich definitiv die beste Live Show des Jahres gesehen.

Setlist und Fotos

Bethlehem Steel – Govt Cheese

Wer Musik in der klassische Besetzung mit 2 Gitarren, Bass und Schlagzeug mag, der ist bei den New Yorker Indie-Rocker von  Bethlehem Steel gut aufgehoben. Bethlehem Steel sind Rebecca Ryskalczyk (Gitarre Gesang), Christina Puerto (Gitarre Gesang), Patrick Ronayne (Bass) und Jonathan Gernhart (Drums). Letzten Freitag haben sie ihr selbstbetiteltes Album rausgebracht. Rockmusik, die nach vorn geht.

Das  Musikvideo,  bei dem Becca Ryskalczyk selbst Regie geführt hat, zeigt sie und die  Co-Sängerin der Band, Christina Puerto, in einer wütenden Tanzperformance, die für den am Anfang zu sehenden Mann schlecht ausgeht. „Ich wollte unbedingt einen Tanz für Christina choreografieren. Ich wollte zeigen, wie mich manchmal bestimmte männliche Beziehungen behinderten “, erklärt Ryskalczyk gegenüber Stereogum. „Wenn ich etwas davon loslasse, kann ich als Mensch wachsen und mehr Kraft in mir finden. Die Doppeltänzerinnen zeigen, wie wichtig gesunde Freundschaften und ein solides Unterstützungssystem sind, wenn du das Glück hast, dies zu finden.“

ILGEN-NUR — SILVER FUTURE

Bei der jungen Hamburgerin Ilgen-Nur Borali läuft es gerade sehr gut. Ihre erste EP „No Emotions“, produziert von Die Nerven-Sänger und Tausendsassa Max Rieger, enthielt den Song “17”, der als Soundtrack der deutschen Netflix- Coming of Age-Serie “How to sell drugs online (fast)“ verwendet und bekannt wurde. Das Ende letzten Monats, ebenfalls von Max Rieger produzierte Debütalbum „Power Nap“ wird von Popkritik und Publikum gleichermaßen gefeierten. Darauf ist der Song Silver Future zu finde. In dem geschmackvollen Video hat Falco einen Gastauftritt.

Zu sehen Sind: Dominique Sohns, Eren Akosman, Peimaneh Yaghoobifarah, Lina Burcu Panebianco, Paula Ziegler,
Emma Christie, Canan Öztekin, Andreya Casablanca, „Falco, der Hund“ und Ilgen-Nur Borali

Ilgen-Nur geht in Kürze auf Tour. Mit dabei ist ein Konzert in Münster (23.11. Gleis 22)

27.09.2019 Worms, Pop Up Festival

28.09.2019 Wolfsburg, Sauna Klub

12.10.2019 Nürnberg, Nürnberg.Pop Festival

15.10.2019 München, Import Export

29.10.2019 Essen, Weststadthalle

30.10.2019 Dresden, Groovestation

04.11.2019 Erfurt, Engelsburg

05.11.2019 Wiesbaden, Schlachthof

06.11.2019 Köln, Bumann & Sohn

07.11.2019 Bielefeld, Movie

08.11.2019 Braunschweig, Eule

09.11.2019 Paderborn, Wohlsein

14.11.2019 Heidelberg, Karlstorbahnhof

15.11.2019 Augsburg, Soho Stage

16.11.2019 Schorndorf, Club Manufaktur

23.11.2019 Münster, Gleis 22

27.11.2019 Bremen, Lagerhaus

30.11.2019 Hamburg, Molotow

06.12.2019 Chemnitz, Atomino

07.12.2019 Berlin, Berghain Kantine (Ausverkauft)

08.12.2019 Berlin, Berghain Kantine (Zusatzshow)

The Big Moon – Your Light

Ok, ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich großer Fan der Musik von Haim bin. Daher spitze ich immer die Ohren, wenn eine Band in ähnlicher Besetzung auf den Plan tritt. Eine solche Band sind Songschreiberin Juliette Jackson und ihre Mitstreiterinnen Soph Nathan, Celia Archer und Fern Ford. Die vier Londonerinnen wurden 2017 mit ihrem Debütalbum “Love in the 4th Dimension” in die engere Wahl für den prestigeträchtigen Mercury-Preis gewählt. Nun sind sie wieder da und haben für den 20.01.2012 ihr zweites Album angekündigt. Dieses nennen sie ganz selbstbewusst Walking Like We Do. Daraus gibt es nun vorab die Single Your Light.

Zweites Album von The Big Moon im Januar

Mir gefällt die sommerlich leichte Musik mit Ohrwurmqualität. In Your Light macht sich Juliette Jackson Gedanken darüber, dass das Ende der Welt kommt, wenn wir (unseren Lebensstil) nicht stoppen, fragt sich aber, ob nicht jede Generation so gedacht hat..

„So maybe it’s an end ‚cause this don’t feel like a stop
But every generation probably thought they were the last“

Das Maskottchen dieses Blogs bittet, das Video bis zum Ende anzusehen, denn da tauchen flauschige Freunde von ihm auf.

Andi Fins – Wasting My Time

Was macht eigentlich Andi Fins, der sympathische , in Berlin lebende bayerische Musiker? Der Produzent, Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist hatte drei Alben herausgebracht („A Chapter Missing It’s Book“, „Dreamer“ und „How Will Our Hero Get Out“ Of This One and) und hat mit einer Reihe von renommierten deutschen Künstlern wie Moritz Krämer, Philipp Dittberner, Max Prosa, Martin Gallop, Mark Forster, Anna F., Tim Neuhaus und Clueso als Session- und Live-Musiker und Komponist zusammengearbeitet.

Die Arbeit an seinem neuen Album schreitet offenbar fort. Nach der Single Stan’s Copy Cat erschien am 30.08. die neue Single Wasting My Time. Der Song lässt erahnen, dass sas Album großartig wird. Wieder wird gefühlvoller Indie-Pop mit einem feinsinnigen Text gepaart. Worte ringen danach, wie man  treffend sagt, dass man an einer Person zwar alles liebt, aber nicht alles mag. „It’s one of your habits that I probably don’t like“

Auch an dieser Single haben wieder Alexander Binder (Gitarren und Bass), Hanno Stick (Drums),und Larissa Pesch (Backingvocals) mitgewirkt.

Sein kommendes Album finanziert Andi Fins durch Crowdfounding . Wer möchte, kann das Projekt hier unterstützen.

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L’AUPAIRE – Reframing Tour

Fast drei Jahre vergingen zwischen Robert Lauperts Debütalbum „Flowers“ und seinem zweiten Werk. Auf „Reframing“ (VÖ 23.08.2019) erzählt uns L‘aupaire, so Roberts Künstlername, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen ist. L‘aupaire ist erwachsen geworden , inzwischen 30 und Vater einer Tochter.

Reframing“ besteht neben wunderschönen Balladen auch aus äußerst tanzbaren Songs wie „Cinderella“.

„Reframing“, das bedeutet Umgestaltung, „aus etwas Schlechtem etwas Gutes machen“. „Das geht wirklich“, findet L‘aupaire, „weil wir vieles selbst beeinflussen und Dinge verändern können, wenn wir das nur wollen“. So hat er den Rausch der Jahre, in denen er aus dem Koffer lebte und mit seinem ersten Album „Flowers“ von Auftritt zu Auftritt zog, hinter sich gelassen. Vorbei die Zeit, in der er auf der Bühne den ekstatischen Entertainer gab, aber nach der Show zu nichts mehr zu gebrauchen war und ins Bett ging, während seine Band um die Häuser zog. In den vergangenen drei Jahren, in denen er kein einziges Mal aufgetreten ist, hat er die für ihn persönlich „krasseste Entwicklung“ vollzogen, indem er gelernt hat, „bei mir selbst zu bleiben und mich von Meinungen abzuschotten“. Dem Berliner Radiosender FluxFM erzählte er, dass er das Malen für sich entdeckt hat, als es zuviel mit der Musik wurde.

Die Aufnahmen für „Reframing“ entstanden nicht nur in Berlin, sondern auch in Mannheim, Heidelberg und sogar auf Island. Unterstützung holte sich L’aupair bei gut befreundeten Musikern.

Den Song „Whole Wide World“, eine ruhige, nur von Klavier begleiteten Ballade, schrieb er zusammen mit der irischen Songwriterin Wallis Bird. „Für mich ist das der persönlichste Song“, bekennt L‘aupaire freimütig, „ich beschreibe da eine Zeit in meinem Leben, in der ich an einem Tiefpunkt angekommen war. An dem es nicht mehr weiter ging“. Zeit für einen Perspektivwechsel.

Den Song „Truth“ -ein kunstvolles, elegisches Stück- nahm er in Island mit seinem dort lebenden Freund, dem Gitarristen Omár Gudjonsson auf. Bei dem eher ruhigen und sehnsuchtsvollen „Whoever You Are“arbeitete er L’aupair mit dem schwedischen Indie-Sänger und Gitarristen Petter Ericson Stakee zusmmen. Den Song widmete er seiner einjährigen Tochter.

Am 09.10.2019 kommt L’AUPAIRE nach Münster ins Gleis 22

Musikalisch klingt „Reframing“ nach einer Mischung aus Folkpop und Americana, auch sehr tanzbare Stücke wie „Cinderella“ sind darunter. Produziert hat er es wieder mit dem Mannheimer Jules Kalmbacher, der einer seiner besten Freunde ist. Und in allen Songs ist sein über hundert Jahre altes Klavier zu hören, das er in einem Laden in Berlin entdeckt hat. „Ich habe es gesehen, eine Note angeschlagen und gewusst: das ist der Klang, den ich haben will“. Und als es dann in seiner Wohnung stand, dieses alte Klavier, da war ihm klar, „dass es das Hauptelement meines neuen Albums sein wird“.

Dass das Leben nicht nur schwarz und weiß, sondern sehr komplex ist und dass Tiefe manchmal nur durch den Gegensatz zwischen Freude und Trauer entsteht, das sind zentrale Themen, die sich durch „Reframing“ ziehen. Und so hat L‘aupaire sich mit „Reframing“ tatsächlich eine eigene Welt erschaffen, nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch und visuell, weil er fast alles selbst gemacht hat: so hat er beispielsweise das Cover selbst gestaltet und auch die Song zum großen Teil selbst geschrieben und co-produziert. „Man kann durch das Album in meine Welt reinschlüpfen“, sagt er, und das ist ein Angebot, das man nun wirklich nicht ablehnen sollte.

Im Vorprogamm: lilly among clouds

Im Rahmen seiner Reframing Tour wird L‘aupaire auch nach Münster kommen und am 09.10.2019 zusammen mit der groartigen lilly among clouds im Gleis 22 ein Konzert bestreiten. Auf die Ohren wird darüber berrichten.

L’AUPAIRE – Reframing Tour

Di., 08.10.2019-Leipzig, Naumann’s


Mi., 09.10.2019- Münster, Gleis 22


Fr., 11.10.2019- Erfurt, Kalif Storch


Sa., 12.10.2019- Köln, Luxor (Nachholshow)


So., 20.10.2019- AT-Wien, Chelsea


Di., 22.10.2019- Stuttgart, Im Wizemann


Mi., 23.10.2019- Mainz, KUZ 


Fr., 25.10.2019- Essen, Zeche Carl

XUL ZOLAR – NIGHTFALLS (EP)

Man lernt nie aus. Es gab in Köln tatsächlich einen Club mit dem hübschen Namen „Club Scheisse“. Im Zusamenhang mit der Band Xul Zolar ist das von Bedeutung, denn in eben diesem Club trafen sich im Jahr 2011 Sänger Ronald Röttel und Gitarrist Marin Geier. Nachdem sie festgestellt hatte, dass sie auf die gleiche Musik abfahren, gründeten sie Xul Zolar.

Cover

Der Sound von Xul Zolar bleibt im Ohr.

Eine wehmütige Stimme wie Mark Hollis

Verantwortlich dafür, dass man den an Abend zuvor geörten Song am anderen Morgen auf der Busfahrt zur Arbeit als Ohrwurm wieder präsent hat und mitsummen möchte, sind nicht nur die wavigen Synthies und die Gitarrenriffs, soder insbesondere der der Gesang von Ronald Röttel, dessen Stimme und die wehmütige Art zu singen, an Mark Hollis von Talk Talk erinnert.

EP Nightfalls erschien am 23.08.2018

Die jetzt erschienene EP Nightfalls produzierte Xul Zolar zusammn mit Felix Langer (AnnenMayKantereit, Neufundland). Die drei Stücke – Perfume (klicke hier), Nightfalls und Your Ways- wurden live im Studio eingespielt.

XUL ZOLAR – LIVE 
präsentiert von laut.de, byte.fm, DIFFUS, KKT

25.09. – Köln – Bumann & Sohn 
26.09. – Darmstadt – Schlosskeller 
27.09. – Nürnberg – Club Stereo 
28.09. – München – Heppel & Ettlich 
29.09. – St. Gallen – Grabenhalle 
02.10. – Berlin – Berghain Kantine 
03.10. – Dresden – Groovestation 
04.10. – Leipzig – Moritzbastei 
05.10. – Hamburg – Nachtasyl 
10.10. – Göttingen – Freihafen 
11.10. – Frankfurt – Lotte Lindenberg

Sleater-Kinney – The Future Is Here

Sleater-Kinney ist eine amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington, gegründet wurde. Sleater-Kinney ist ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Indie-Rock-Szene. Die Band ist für ihre feministischen und linksgerichteten Lyrics bekannt, besetzt also Themem der feministische Undergroud-Punk-Bewegung, die man Riot Grrrl nennt. Die aktuelle Besetzung besteht aus den Songschreiberrinnen und Ex-Geliebten Corin Tucker (Gesang und Gitarre) und Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang).Die langjährige Schlagzeugin Janet Weiss schied im Juli aus.

Der hier vorgestellte Song The Future Is Here gehört zum neuen Album The Center Won’t Hold (Spotify-Link), welches fünf Jahre nach der letzten LP „No Cities To Love“ (2014) gestern auf den Markt gebracht wurde. Das Album wurde von St. Vincent produzierten.

Neues Sleater-Kinney- Album „The Center Won’t Hold“ von St. Vincent produziert

Zur Entstehung des Songs The Future Is Here erklärte Corin Tucker im Podcast „Song Exploder“, dass sie vom experimentellen Opernsänger Joseph Keckler inspiriert wurde. Sie hatte eine seiner Shows besucht und dort sein Lied zum Thema Internet gehört. Ursprünglich wollte sie ein Duett mit einem Sänger, doch St. Vincent schlug vor, beide Stimmen selbst zu singen. „Es gibt so viele verschiedene Stimmen, die ein Songwriter erforschen kann und die in keiner Weise an Ihr eigenes Geschlecht oder Ihren eigenen Körper gebunden sein müssen“, sagt Corin Tucker. „Das ist ein wirklich befreiendes Element des Schreibens.“

Als Ladies lernen die Roit Grrrls Pop und verlieren ihre Drummerin

The Center Won’t Hold merkt man den Einfluss von St. Vincent deutlich an. Trotz deprimierter Texte zeigen Chorgesänge in den Refrains Funken von Hoffnung, so wie die Politiesierung der Jugend durch die Fridays for Future Bewegung hoffen lässt, auf die Bedrohung durch die Umweltzerstörung künftig anders zu reagieren. Insgesamt ist das Album der Mitt-Vierziger etwas weniger Punk und mehr Pop, was in meinen Ohren gut klingt. Diese Entwicklung der Band gefällt nicht allen. Am 1. Juli verkündete die Schlagzeugerin Janet Weiss auf Twitter: „ … with heavy sadness, I have decided to leave Sleater-Kinnney. The Band is heading in a new direction and it is time for me to move on.“

Close Talker – Demnächst erscheint das Album “How Do We Stay Here?”

Als  Close Talker bezeichnet man in der englischen Sprache  eine Person, die einem beim Sprechen unangenehm auf die Pelle rückt. Mit diesem Begriff verbindet man also eigentlich keine schöne Vorstellung Ganz anders bei der kanadischen Band Close Talker. Bei ihr geht es um höchst angenehmen eleganten Indierock mit einem sensationell weichen Shoegaze Vibe.

Close Talker- Arm’s Length

Ende dieses Monats  wird Close Talkers Album How Do We Stay Here? via sinnbus erscheinen. Darauf befindet sich Arm’s Length, wovon die Band sagt, es sei ihr „favourite song we’ve ever written.“

Außerdem gibt es ein Video zum Song Pace

Gedreht wurde das Video in Florence Bay, British-Columbia. Geplagt von alljährlichen Hitzewellen im Frühjahr und Sommer ist so ein im Regen gedrehtes Filmchen nett anzusehen.

Auf die Ohren hat ja schon mehrmals über Close Talker berichtet (Close Talker-Half Past Nine; Close Talker – The Change It Brings). Im Herbst kommen sie für einige Konzerte nach Deutschland. Vielleicht gelingt damit der verdiente Durchbruch hierzulande.

CLOSE TALKER -Tourdaten

15.10.2019 – DE – Berlin, Intrnt Explrr

17.10.2019 – FR – Paris, Pop Up Du Label

19.10.2019 – DE – Darmstadt , Bedroomdisco

20.10.2019 – DE – Bochum, Jahrhunderthalle/Dampfgebläsehaus 

21.10.2019 – DE – Köln, Subway

22.10.2019 – DE – Dortmund, FZW

23.10.2019 – NL – Utrecht, TivoliVredenburg

24.10.2019 – DE – Hamburg, Nochtwache

25.10.2019 – NL – Zwolle, Hedon

Odd Beholder – Uncanny Valley

Odd Beholder ist das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann. Set ist dem 19.10.2018 ist Debut -Album  „All Reality Is Virtual“ zu haben. Thematisch geht es um mit den eigenartigen Versuchungen unserer Zeit  – von Tinder zu KI, von Offline-Einsamkeit zu obsessiver Selbstvermarktung.

Neues Odd Beholder-Video für „Uncanny Valley“

In Uncanny Valley setzt sich Daniela damit auseinander, ob alle künftigen Entwicklungen wünschenswert sind.

Wir pflegen eine enge Beziehung zu unseren Mobiltelefonen – sie begleiten uns überall hin, sie sprechen mit uns, sie nehmen uns wahr und überwachen uns. Es stellt sich die Frage, wie unsere  Gesellschaft mit der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) umgehen soll. Schafft eie Gesellschaft, in der all die harte Arbeit, aber auch immer mehr Verantwortung von Maschinen getragen wird, letztendlich gefährliche und unbefriedigende Zustände. Soll sich eine Feministin zum Beispiel wünschen, dass Kinder auch in Zukunft von Frauen ausgetragen werden, oder sollen wir mit Shulamith Firestone argumentieren, dass nur ein künstlicher Mutterleib die Ungerechtigkeit des Geschlechts auflösen kann?

Technisch gesehen sind wir nicht so weit von der Möglichkeit entfernt, die Mutterschaft zu beseitigen: Wir sind bereits in der Lage, Lammföten außerhalb der Bäuche ihrer Mutter zu züchten.

Der Refrain lautet: „Jemand trägt mich / ich kann nicht alleine geboren werden“. Sind wir immer noch bereit, einander zu ertragen, einander zu gebären? Oder sollten wir uns nicht von einem Menschen tragen lassen wollen? Warum sollte jemand jemandes Last sein wollen? Roboter brauchen keine Gewerkschaften, Gesundheitsversorgung oder Mutterschaftsurlaub. Bleibt die Frage: Wollen wir von Robotern geboren werden?

Am Ende soltten die Menschen entscheiden.

Das Video von Odd Beholder zeigt die Performancekünstlerin Ernestyna Orlowska. Wir sehen sie in verschiedenen alltäglichen Situationen, die manchmal sehr privat sind – es scheint, als ob sie von einem gehackten iPhone gefilmt wurde. Mit der Darstellung eines schwangeren digitalen Klons (vom Spieledesinger Tunay Bora gerendert) fragen wir: Was werden die Nachkommen unserer Verschmelzung mit AI sein? Welche Art von Gesellschaft wird sich aus dieser Bindung ergeben?

Odd Beholder -Tourdaten

23.08.2019 – DE – Berlin, Pop-Kultur Festival 26.11.2019 – DE – Dresden, Hole Of Fame 27.11.2019 – DE – Chemnitz, Atomino 28.11.2019 – DE – Berlin, Schokoladen 29.11.2019 – DE – Leipzig, Noch Besser Leben 30.11.2019 – DE – Erfurt, Franz Mehlhose 01.12.2019 – DE – Würzburg, Viertelkultur 02.12.2019 – DE – Münster, Pension Schmidt 03.12.2019 – DE – Köln, Die Wohngemeinschaft 04.12.2019 – DE – Hamburg, Astra Stube 05.12.2019 – DE – München, Wohnzimmerkonzert