Anoki – Gänse

Foto: Thomas Wolff

Deutscher Hip Hop und Rap ist ja derzeit ziemlich angesagt. Besonders intensive Beats gepaart mit emotionalen Texten, die über eigene Erfahrungen berichten, kommen von einem Künstler aus Berlin mit dem Namen Anoki. Seine Texte sind intelligent, beschäftigen sich mit Fragen, wie geht man mit seiner Herkunft, seine Träumen und Hoffnungen aber seinen Ängsten und seiner Wut um, ohne in maskulines Großkotzverhalten zu verfallen.

„Komm mit mir dahin, wo die Angst verrinnt, wo die Zeit verschwimmt und uns die Wut bestimmt“ heißt es im Song Gänse.

Auch live ist Anoki eine Wucht. Ich habe ihn im Vorprogramm von Neufundland erleben dürfen. Er ist noch hier zu sehen.

ANOKI AUF TOUR:

24.10. BERLIN (NEUFUNDLAND SUPPORT)

25.10. HAMBURG (NEUFUNDLAND SUPPORT)

26.10. OSNABRÜCK (NEUFUNDLAND SUPPORT)

31.10. BERLIN

03.11. MAGDEBURG (OK KID SUPPORT)

04.11. BREMEN (OK KID SUPPORT)

05.11. GIESSEN (OK KID SUPPORT)

06.11. MÜNSTER (OK KID SUPPORT)

Antilopen Gang – Wünsch dir nix

Credits: Katja Runge

Die Antilopen Gang, Danger Dan, Koljah und Panik Panzer, kündigt für den 24. Januar 2020 ihr neues Album mit dem Titel „Abbruch Abbruch“ an. Die neue Single Wünsch dir nix ist ab sofort samt Musikvideo erhältlich. Ab dem 12. Februar 2020 geht es auf Tour.

Am 12.02.2020 startet die große „Abbruch Abbruch“-Tour und führt die Gang im Februar und März in 19 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. O-Ton Antilopen Gang : „Wir haben zwar noch nicht geprobt, aber geplant ist die, mit Verlaub, beste Bühnenshow, die es je gab“. 

Die Daten:
12.02.2020 Cottbus, Gladhouse
13.02.2020 Stuttgart, LKA Longhorn
14.02.2020 Leipzig, Werk 2
15.02.2020 Bielefeld, Lokschuppen
17.02.2020 Erlangen, E-Werk
19.02.2020 AT – Wien, Arena
20.02.2020 Dresden, Alter Schlachthof
21.02.2020 München, Muffathalle
22.02.2020 Wolfsburg, Hallenbad
24.02.2020 Jena, Kassablanca
25.02.2020 Hannover, Capitol
28.02.2020 Hamburg, Grosse Freiheit 36
29.02.2020 Berlin, Columbiahalle
06.03.2020 Karlsruhe, Substage
07.03.2020 Wiesbaden, Schlachthof
11.03.2020 Oberhausen, Kulttempel
12.03.2020 CH – Winterthur, Salzhaus
13.03.2020 CH – Bern, Dachstock
14.03.2020 Köln, E-Werk

Intelligenter Rap: Mädness Album „OG“ erscheint heute

Rap ist ein schwieriges Thema, weil es den Rappern häufig darum geht, sich besser darzustellen, als andere.  Um das zu erreichen, werden andere Menschen oft herabgewürdigt. Daher findet man des öfteren dumpfe misogyne, xenophobe, antisemitische oder homophobe Texte im Rap, die auch bei ausufernder Verwendung von Autotune häßlich bleiben. So etwas lehnt Auf die Ohren ab. Punkt.

Es geht allerdings auch anders. Im Conscious Rap findet man intelligente, die Gegebenheiten hinterfragende Rhymes, häufig politisch, häufig links. Beispiele dafür sind die Antilopen Gang, Kasper, Marteria oder K.I.Z.. Zum Umfeld der letztgenannten zählt auch Mädness, bürgerlich Marco Döll, der sich im Dialekt seiner nordhessischen Heimat auch Maggo oder de Gude nennt.

Als Mädness 2014 mit der EP „Maggo“ seinen bis dato größten Erfolg feierte, hätte das auch ein würdiger Schlussstrich unter der Mitte der Nullerjahre begonnenen Rapkarriere eines ewig Hochbegabten sein können. Dass er 2017 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Döll das Projekt „Ich und mein Bruder“ in obere Chartregionen schickte, war dann aber eben keine Übergabe des Staffelstabs, sondern die Neuentdeckung des eigenen Mediums. Im engen Umfeld von Künstlern wie Audio88 & Yassin und K.I.Z festigte sich nicht nur für Mädness über Jahre hinweg die Überzeugung: Rap kann und will wieder eine Haltung haben. Genau diese Haltung hat er nun, mit Ende 30, für sich selbst auf den Punkt gebracht, in Eigenregie, ohne Abhängigkeiten und mit dem unbedingten Willen zur Bewegung.

OG ist der Orginal Gude

Seine heute in Umlauf gebrachte LP heißt OG. Klar wird hier Bezug auf den „Original Gangster“ der amerikanischen Straßenkultur genommen, diese eher gelassene denn bedrohliche Figur, die sich ihren Respekt längst verdient hat. Aber Mädness denkt die Umdeutung auch ganz wörtlich mit, wird zum „Original Gude“, nonchalant auf den Universalgruß seiner hessischen Heimat Bezug nehmend. Die Souveränität steht immer noch im Zentrum, nur zu befürchten gibt es nichts.

Zusammenarbeit mit Marteria, Suff-Daddy und K.I.Z. Nico

In seinen Texten ist Mädness ein guter Beobachter, der das Heranwachsen zum heute End-30jährigen präziser beschreibt. „OG“ zeichnet in zehn Songs die letzten zwei, drei Jahre in Mädness’ Leben schlüssig nach und legt bereitwillig die Karten auf den Tisch. Auf der ersten Albumhälfte dominiert die Auseinandersetzung mit alten und neuen Beziehungen, persönlich wie räumlich: „Team Allein“ und „Endlich neue Freunde“ sind darin völlig klar und frei von Bitterkeit, während „Kein Ort“, das Mädness sich mit seinem langjährigen Weggefährten Marteria teilt, minutiös die verschwommene, oft bedrückende Stimmung in Kaff und Kleinstadt nachzeichnet, die ihre Biografien prägte. Die zweite Hälfte macht ein aufgeräumtes Hier und Jetzt hör- und greifbar mit dem verspielten Titelsong, mit „Arbeit/Urlaub“ oder „Was soll ich dir schon erzählen“. Funk- und Boogie-verliebte Beats u.a. von Suff Daddy und Nico K.I.Z untermauern grinsend, wie wenig das hier am Ende noch mit strengem Rap-Tagesgeschäft zu tun haben muss.