Camel Power Club – Laïka

Über Camel Power Club lässt sich lediglich recherchieren, dass dahinter der französische Produzent Leonard Bremond steckt. Leonard hat offensichtlich ein Faible für die sowjetische Raumfahrt entwickelt. Seine bisherigen EPs heißen Sputnik, wie der Name der sowjetischen Satelliten, und Baikonur, wie der kasachische Weltraumbahnhof und Startplatz von Sputnik 1. Auch der Titel Laïka hat Weltraumbezug, denn die Hündin mit dem Namen war das erste Lebewesen, das vom Menschen gezielt in eine Umlaufbahn um die Erde befördert wurde und dort leider nach einigen Stunden an Stress und Überhitzung verstarb. Was Menschen Tieren antun.

Der Song handelt garnicht von der kleinen Hündin. Aber es singt ein Kinderchor davon, eine sich eine Waffe zu beschaffen und einen Großwildjäger seinerseits zu jagen und abzuschießen. Wenig kindgerecht könnte man meinen, aber warum soll man Kindern nicht die Fantasie zugestehen, arme Löwen und Zebras zu rächen.

Zum Video gibt es auch ein kurzes Make of, in dem man sieht, dass echte Kinder singen.

neu & gut: The Dove & The Wolf – Queens

The Dove & The Wolf ist ein alternatives Folk-Pop-Projekt der beiden Französinnen Paloma Gil und Lou Hayat, die schon als Teenager in Paris zusammen musizierten. Zunächst coverten sie ihre Lieblingsbands Muse oder System of a Down. Doch schon bald schrieben sie eigene Musik und brachten 2012 ihre erste selbstbetitelte EP als The Dove & The Wolf heraus. Der Name ergibt sich aus einer annähernden mehrsprachigen Übersetzung ihrer Vornamen. Die Taube wird in Spanien Paloma genannt und Lou klingt fast so wie das französische Wort Loup für Wolf.

2014 tourten die beiden Frauen durch die USA. Sie erkoren Philadelphia zu ihrer Wahlheimat. Dort ließen sie sich nieder, um ihre zweiten EP (The Words You Said) fertigzustellen. Das Duo musste jedoch zunächst nach Paris zurückkehren, weil ihr Visum Mitte 2015 auslief. Es dauerte einige Monate bis ein neues Visum ausgestellt wurde und so bekamen sie die Terroranschläge von Paris im November 2015 mit. Diese Tragödie beeinflusste das Songwriting für ihre nächste EP mit dem Titel „I Don’t Know What to Feel„, die sie in Philadelphia aufnahmen im März 2017 veröffentlichten.

Am 3. Mai 2019 werden The Dove & The Wolf ihr Debüt-Album mit dem Titel „Conversations heraus bringen. Vorab erschien nun die Singel Queens, wobei nicht Königinnen, sondern der Stadtteil New Yorks gemeint ist. Paloma Gil und Lou Hayat verschlingen darin ihr Gitarren-Spiel und ihre Vocal-Harmonien zu einem luziden Dream-Pop.

Bei den Aufnahmen erhielten sie prominente Unterstützung. Das Album wurde, wie auch schon die EP „I Don’t Know What to Feel“, wieder von Dave Hartley, dem Bassisten von „The War On Drugs“ produziert. Die Basslinie in Queens könnte auch in einen Stück von WOD bestehen, was daran liegt, dass Dave Hartley auch den Bass bedient. Mit von der Partie waren ebenfalls WOD-Mitglied Charlie Hall (Percussion) und am Schlagzeug Craig Hendrix, der als Producer und Schlagzeuger bei „Japanese Breakfast“ genügend Erfahrung mit dem Genre Dreampop hat.

In dem Video zu Queens werden Wohnlandschaften gezeigt, in die sich die beiden Sängerinnen zwar mit ihrer farblich perfekt abgestimmten Kleidung harmonisch einfügen, aber sukzessive immer mehr Chaos verbreiten. Dies mag ein Bild dafür sein, dass in dem Nomadenleben der beiden, nie lange an einem Ort, ständig pendelnd zwischen Paris, New York und Philadelphia kein Platz für eine allzu heimelige Wohnung ist.

Nouvelle Vague -Dance with Me

Nouvelle Vague wurde im Jahr 2003 von den beiden Produzenten Marc Collin und Olivier Libaux. gegründet. Sie arbeiteten mit unterschiedliche Sängerinnen – unter anderem Camille,  Mélanie Pain, und Phoebe Killdeer zusammen. Sie wurden damit berühmt, Klassiker der Achtziger Jahre  im Bossa-Nova-Stil neu zu interpretieren.Bossa Nova heißt aus dem Portugiesischen übersetzt  neue Welle, so wie der Name der Band aus dem Französischen. Nouvelle Vague   ist auch eine Stilrichtung des französischen Films. Einer der prägenden Filme dieser Stilrichtung ist „Bande à part“, (Die Außenseiterbande) von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1964. Darin gibt es folgende Tanzszene

Hier schließt sich der Kreis. Denn das im Jahr 2006 von Nouvelle Vague veröffentliche Album „Bande à part“  enthält als dritten Track der Song „Dance with Me“ gesungen von Mélanie Pain und dazu gibt es dieses schöne Video.

Das Original geht übrigens so