Myd -Together We Stand

Myd – Together We Stand- Cover-Ed Bangers

Myd kündigt erstes Soloalbum an: Born Loser erscheint im Herbst bei Ed Banger Records ++ Erste Single „Together We Stand“ inklusive grandios absurdem Tanzvideo

Wie beschreibt man Myd am besten? Der Franzose ist bekannt für seinen Humor und seine lässig-schräge Ästhetik. Zu dieser Ästhetik zählen sein Schnauzbart, seine weiße Baseballkappe und seine Porno-Brille. Wenn man sich sein Video „Sun“ anschaut, mehr Kleidung nicht. Als Mitglied des DJ-Teams Club Cheval und zuletzt auch vereinzelt auf Solopfaden für Ed Banger, hat er  sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe in der Dance-Landschaft entwickelt. Seine Tracks wurden millionenfach gestreamt.  Außerdem hat er als Producer für viele andere Künstler gearbeitet. (Foto: Alice Moitie)

Am Mittwoch Abend, also morgen, um 21 Uhr veröffentlicht Myd seine neue Single inkl. Musikvideo (Feat. Mac De Marco als Cop) via Ed Banger. Das ist der erste Vorgeschmack auf sein Solo Debüt Album, das im Herbst via Ed Banger erscheinen wird. Im  Video lebt Myd seinen Hang zum Absurden mal wieder so richtig aus. Er selbst ist darin als leidenschaftlicher Tänzer zu sehen, der in den Straßen von L.A. – vor den Augen Unbeteiligter – seine Tanz-Skills präsentiert. Das mangelnde Interesse der Zuschauer*innen macht ihm gar nichts. Er lässt sich davon kein bisschen aus der Ruhe bringen, legt gewissenhaft seine Moves hin und verzieht keine Miene. Im Vorfeld des Drehs nahm Myd Tanzunterricht – was mal wieder sehr schön zeigt, wie wichtig dem Franzosen die Visuals und Videos zu seinen Tracks sind. Alle bisherigen Videos von Myd (auch das neue zu „Together We Stand“) sind unter der Regie von Alice Moitie entstanden, deren visueller Ansatz Myds Hang zu Albernheiten und Absurdem perfekt ergänzt. 

Ankündigung des Videos Face Book:

 https://www.facebook.com/MydSound/photos/a.140557206998/10158088460926999/?type=3

Ankündigung Instagram: 

https://www.instagram.com/p/CBYU68YoBHs/?igshid=1nhmgcfsma5zl

Sébastien Tellier “Domesticated” – Das neue Album des französischen Songwriter mit ausgeprägtem Hang zu Synthies erscheint am 29.05.2020

Cover Sébastien Tellier „Domesticated“ – Record Makers/ Rough Trade

Zwei Jahrzehnten steht Sébastien Tellier mittlerweile  schon im Rampenlicht. Mit vielen hat er schon zusammengearbeitet, von Jean-Michel Jarre bis Mr. Oizo. Von The Weeknd wurde er gesamplet, sogar beim Eurovision Song Contest stahl er als prominenter Teilnehmer allen die Show. Musikalisch hat er immer wieder neue, exotische Ecken angesteuert, etwa den Dschungel Brasiliens (L’Aventura, 2014), imaginäre Filmwelten (Confection, 2013) oder spirituelle Trips (My God Is Blue, 2012). 

Dann veränderte sich die Welt des Sébastien Tellier . Er verliebte sich, Hochzeitsglocken läuteten, er wurde Ehemann und schließlich Vater. Aber Tellier wäre nicht Tellier, wenn er in diesem Leben, in dem Milch verschüttet wird, Elterntaxen früh aufbrechen, Böden geschrubbt und Nudeln gekocht werden müssen, in welchem also die neuen Lebensnotwendigkeiten das alte wilde Leben gezähmt haben, keine Inspiration für neue Songs gefunden hätte. “Domesticated” fühlt er sich und meint: “Domestizierung ist etwas Universelles, eine Erfahrung, die wir alle machen. Und das Leben ist toll! Ich fühle mich, als hätte ich erst angefangen zu leben – wirklich zu leben! Dass ich mehr bin als bloß dieser Wolf. Da ist jetzt so etwas Warmes… eine Bestimmung.“

Auf seinem sechsten Studioalbum, dem ersten seit fünf Jahren, widmet sich Tellier diesem Thema, diesen Veränderungen – und setzt dafür auf jene verträumten Lo-Fi-Sounds, die seine Fans so sehr lieben: Luftig, elektrifiziert, eklektisch und exzentrisch.

Als letzten Vorgeschmack auf das neue Album gibt es die Single “Stuck in a Summer Love” zusammen mit einem Video unter der Regie von Mrzyk & Moriceau („Look“, Justice, The Avalanches, Midnight Juggernauts) mit Animationen aus dem Studio L’Incroyable .

 Zuvor war schon der Eröffnungssong „A Ballet“ zu hören – im Französischen ein Wortspiel: Ballett und Besen zugleich.

Camel Power Club – Laïka

Über Camel Power Club lässt sich lediglich recherchieren, dass dahinter der französische Produzent Leonard Bremond steckt. Leonard hat offensichtlich ein Faible für die sowjetische Raumfahrt entwickelt. Seine bisherigen EPs heißen Sputnik, wie der Name der sowjetischen Satelliten, und Baikonur, wie der kasachische Weltraumbahnhof und Startplatz von Sputnik 1. Auch der Titel Laïka hat Weltraumbezug, denn die Hündin mit dem Namen war das erste Lebewesen, das vom Menschen gezielt in eine Umlaufbahn um die Erde befördert wurde und dort leider nach einigen Stunden an Stress und Überhitzung verstarb. Was Menschen Tieren antun.

Der Song handelt garnicht von der kleinen Hündin. Aber es singt ein Kinderchor davon, eine sich eine Waffe zu beschaffen und einen Großwildjäger seinerseits zu jagen und abzuschießen. Wenig kindgerecht könnte man meinen, aber warum soll man Kindern nicht die Fantasie zugestehen, arme Löwen und Zebras zu rächen.

Zum Video gibt es auch ein kurzes Make of, in dem man sieht, dass echte Kinder singen.

neu & gut: The Dove & The Wolf – Queens

The Dove & The Wolf ist ein alternatives Folk-Pop-Projekt der beiden Französinnen Paloma Gil und Lou Hayat, die schon als Teenager in Paris zusammen musizierten. Zunächst coverten sie ihre Lieblingsbands Muse oder System of a Down. Doch schon bald schrieben sie eigene Musik und brachten 2012 ihre erste selbstbetitelte EP als The Dove & The Wolf heraus. Der Name ergibt sich aus einer annähernden mehrsprachigen Übersetzung ihrer Vornamen. Die Taube wird in Spanien Paloma genannt und Lou klingt fast so wie das französische Wort Loup für Wolf.

2014 tourten die beiden Frauen durch die USA. Sie erkoren Philadelphia zu ihrer Wahlheimat. Dort ließen sie sich nieder, um ihre zweiten EP (The Words You Said) fertigzustellen. Das Duo musste jedoch zunächst nach Paris zurückkehren, weil ihr Visum Mitte 2015 auslief. Es dauerte einige Monate bis ein neues Visum ausgestellt wurde und so bekamen sie die Terroranschläge von Paris im November 2015 mit. Diese Tragödie beeinflusste das Songwriting für ihre nächste EP mit dem Titel „I Don’t Know What to Feel„, die sie in Philadelphia aufnahmen im März 2017 veröffentlichten.

Am 3. Mai 2019 werden The Dove & The Wolf ihr Debüt-Album mit dem Titel „Conversations heraus bringen. Vorab erschien nun die Singel Queens, wobei nicht Königinnen, sondern der Stadtteil New Yorks gemeint ist. Paloma Gil und Lou Hayat verschlingen darin ihr Gitarren-Spiel und ihre Vocal-Harmonien zu einem luziden Dream-Pop.

Bei den Aufnahmen erhielten sie prominente Unterstützung. Das Album wurde, wie auch schon die EP „I Don’t Know What to Feel“, wieder von Dave Hartley, dem Bassisten von „The War On Drugs“ produziert. Die Basslinie in Queens könnte auch in einen Stück von WOD bestehen, was daran liegt, dass Dave Hartley auch den Bass bedient. Mit von der Partie waren ebenfalls WOD-Mitglied Charlie Hall (Percussion) und am Schlagzeug Craig Hendrix, der als Producer und Schlagzeuger bei „Japanese Breakfast“ genügend Erfahrung mit dem Genre Dreampop hat.

In dem Video zu Queens werden Wohnlandschaften gezeigt, in die sich die beiden Sängerinnen zwar mit ihrer farblich perfekt abgestimmten Kleidung harmonisch einfügen, aber sukzessive immer mehr Chaos verbreiten. Dies mag ein Bild dafür sein, dass in dem Nomadenleben der beiden, nie lange an einem Ort, ständig pendelnd zwischen Paris, New York und Philadelphia kein Platz für eine allzu heimelige Wohnung ist.

Nouvelle Vague -Dance with Me

Nouvelle Vague wurde im Jahr 2003 von den beiden Produzenten Marc Collin und Olivier Libaux. gegründet. Sie arbeiteten mit unterschiedliche Sängerinnen – unter anderem Camille,  Mélanie Pain, und Phoebe Killdeer zusammen. Sie wurden damit berühmt, Klassiker der Achtziger Jahre  im Bossa-Nova-Stil neu zu interpretieren.Bossa Nova heißt aus dem Portugiesischen übersetzt  neue Welle, so wie der Name der Band aus dem Französischen. Nouvelle Vague   ist auch eine Stilrichtung des französischen Films. Einer der prägenden Filme dieser Stilrichtung ist „Bande à part“, (Die Außenseiterbande) von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1964. Darin gibt es folgende Tanzszene

Hier schließt sich der Kreis. Denn das im Jahr 2006 von Nouvelle Vague veröffentliche Album „Bande à part“  enthält als dritten Track der Song „Dance with Me“ gesungen von Mélanie Pain und dazu gibt es dieses schöne Video.

Das Original geht übrigens so