Julien Baker – „Faith Healer“

Julien Baker, eine meiner Lieblingssongschreiberinnen, hat ihr neues Album angekündigt (Foto: Alysse Gafkjen). Der Nachfolger von „Turn Out the Lights“ aus dem Jahr 2017 heißt „Little Oblivions“ und wird am 26. Februar erscheinen. Der erste Vorgeschmack auf das neue Album ist ein Song namens „Faith Healer“, der mit einem Video daher kommt. Baker sagte über das neue Lied:

„Am einfachsten ausgedrückt denke ich, dass „Faith Healer“ ein Lied über Laster ist, sowohl die offensichtlichen als auch die heimtückischeren Arten, wie sie sich in der menschlichen Erfahrung zeigen. Ich habe vor 2 Jahren angefangen, dieses Lied zu schreiben, und es begann als eine sehr wörtliche Untersuchung der Sucht. Für eine Weile hatte ich nur den ersten Vers, der nur eine wirklich offene Konfrontation der kognitiven Dissonanz ist, die eine Person, die mit Drogenmissbrauch zu kämpfen hat, fühlen kann – der überwältigende Beweis, dass diese Substanz dir schadet, und das kontraintuitive, aber sehr reale Verlangen nach dem Erleichterung bietet es. Als ich das Lied noch einmal hörte, begann ich über die Parallelen zwischen dem Eskapismus des Drogenmissbrauchs und den anderen verschiedenen Mitteln des Eskapismus nachzudenken, die einen ähnlichen, wenn auch weniger leicht identifizierbaren Raum in meiner Psyche eingenommen hatten.

Es gibt so viele Kanäle und Verhaltensweisen, die wir verwenden, um Beschwerden ungesund zu mildern, die außerhalb der formalen Definition von Sucht existieren. Ich (und so viele andere Menschen) sind bereit zu glauben, wem auch immer – einem politischen Experten, einem Prediger, einem Drogendealer, einem Energieheiler – wenn sie Heilung zu versprechen, auch wenn diese Bereitschaft, so echt sie auch sein mag, die Heilung tatsächlich behindern könnte.“

Gregor McEwan -Forever Ago

Es war einmal … ein märchenhafter neuer Song unseres Lieblingsbarden

Seit heute gibt es eine brandneue Single von Gregor McEwan. „Forever Ago“ ist eine orchestrale Indie-Pop Nummer. Zu hören sind Cello , Flöte, Violine, Kontrabass, Piano, Schlagzeug, Flügelhorn, Trompete, Akustikgitarre, E-Gitarre, Pfeifenorgel, Mellotron, Synthesizer, Bass und Percussion. Dazu singt Gregor mit glockenklarer Stimme einen strahlenden Chorus.

Schmelzt alle Waffen ein, baut Gitarren

Plötzlich ändern sich die Akkorde und es unterbricht eine düster-gruselige Bridge, um den folgenden Chorus umso mehr erstrahlen zu lassen. Meine Lieblingszeile in dem düsteren Teil lautet:





„Melt all weapons, build guitars“

Eine herrliche Forderung. Was sollte man als Musiker auch mit einem Pflug anfangen. Das dazu gehörender Video setzt den Wechsel zwischen Helligkeit und Düsternis gekonnt um und entführt uns in ein märchenhaftes Gruselfimszenario à la Sleepy Hollow.

Gregor McEwan – Halloween Costume

Gregor McEwan hat eine brandneue Single und dazu ein Video veröffentlicht, in welchem er lauter Superheld*innen und Superschurken aus dem Marvel-Kosmos einen auftreten lässt. Von Gregor erwartet man ja folkige Songs. Das besondere an diesem ist der wirklich grandiose Schluss.

„… Während sich Halloween Costume immer weiter steigert und aufbaut… um nicht zu sagen aufbäumt, mit immer neuen Instrumenten und Klangfarben versehen seinem dramatischen Ende entgegen schreitet, ereilt das Audi(o)torium dann irgendwann mitten im hymnischen Refrain die Erkenntnis, dass Flügelhörner tatsächlich einen fantastischen Klang und eine dramaturgische Daseinsberechtigung haben und dass Auto-Tune sparsam und sinnvoll eingesetzt auch richtig cool sein kann. Und nachdem all dies schlussendlich die Hände von der Gurgel genommen hat und man die Gänsehaut entdeckt, die sich beinahe unbemerkt gebildet hat, fällt alles wieder in sich zusammen… die Muskeln im Ohr entspannen sich schlagartig und man bekommt eine Middle 8 lang die Zeit zugestanden, sich an The Mountain Goats und Okkervil River erinnert zu fühlen, ehe ein Metallica meets Van Halen Staccato/Tapping/Double Bass-Part das Finale Furioso einleitet und der Song fast schon überraschend endet. Aber wirklich nur fast! Denn wenn ich das alles noch mal Revue passieren lasse, frage ich mich sowieso, wie dieser Typ all diese Feelings in nur knapp über 3 Minuten gepackt bekommt…“sagt Jörkk Mechenbier

Also, das Video geniesen und unbedingt de Schlussakkord abwarten.

Mainfelt – Be Alright

Folkrock aus Südtirol. MAINFELT mit dem Feel-Good -Song „Be Alright“ 

Eine markante Stimme und treibende Akustikgitarre ( Bandgründer, Sänger und Gitarrist Patrick Strobl) , dazu scheppernden Banjo-Riffs ( Banjo- Ivan Miglioranza) unterstützt von Bass und Drums (Bass-Klaus Telfser und Drums-Manuel Gschnitzer) , unwiderstehliche hymnische Refrains und ein gewisser an endlose Roadtrips erinnernder Hobo-Charme. All das ist kennzeichnend Folkrock-Band aus Brixen.  Mainfelt haben sich so diesseits und jenseits des Brenners durch viele Konzerte ihre Fangemeinde aufgebaut. ,“Handcrafted und heartmade“ bezeichnen sie selbst ihre Musik.

Für ihre neuen Single „Be Alright“ haben Mainfelt das Banjo zugunsten der E-Gitarre zur Seite gestellt Die Südtiroler haben einen wunderschönen „Feel Good“ – Song, welcher unsere derzeit doch so triste Situation ein bisschen besser durchhalten lässt. Nach „Royal Rover“ ist „Be Alright“ die zweite Single aus dem kommenden Album ebenfalls mit dem Titel „Royal Rover„.
 

Me & Reas – Isolation

Foto: David Häuser

Me and Reas ist ein 2013 gegründetes Singer-Songwriter-Projekt, das sich zu einer ausgewachsenen 5-köpfigen Band entwickelte. Mit Sitz in Nürnberg veröffentlichten sie 2018 ihr Full-Band-Debüt Past Perfect, das stark von Indie-Pop-Acts wie Of Monsters and Men oder Dashboard Confessional beeinflusst war. Me & Reas haben für ihren relaxten Folk-Pop / Indie-Folk folgende Instrumente am Start: Akustik-Gitarren, E-Gitarren,  Piano bzw. Synthesizer / Pads / Organ / Melotron etc., E-Bass und Drums bzw. Percussion. Auffallend schön ist der mehrstimmige Gesang, der in den Harmonien an die Mighty Oaks erinnert. Kein Wunder also, dass Me & Reas schon als Vor-Act der Mighty Oaks gespielt hat. Überhaupt hat die Band, die schon zweimal zur „Bayerischen Band des Jahres“ gekürt wurde, 2018 und 2018 ganz viel Live-Erfahrung u.a als Support von Hurts, John Newman, Namika, wie gesagt Mighty Oaks, Mark Forster, Hundreds und auf diversen Festivals gesammelt.

„Isolace“ – Soundtrack für den etwas anderen Sommer

Im Sommer 2020 ist alles anders. Festivals fallen aus, Konzerte wurden verschoben, wenn sie denn überhaupt in diesem Jahr noch stattfinden können. Selbst gemeinsame Aufnahmen im Studio sind eingeschränkt. In dieser nie da gewesenen Situation entschloss sich Me & Reas eine EP-Trilogie mit dem Titel „Isolace“ herauszubringen.

Foto: David Häuser

Isolace“ – eine Wortschöpfung aus „Isolation“ und „Solace“ (engl. Trost) – beschreibt einfach und treffend die Entstehung der neuen Platte/n. Der erste Teil entstand in vielen einzelnen Sessions, anstelle von gemeinsamen Aufnahmen im Studio. Damit steht „Isolace“ auch für eine Rückkehr zum musikalischen Ausgangspunkt der Band: Die künstlerische Verarbeitung der jeweils aktuellen Situation. Bei aller Isolation funktioniert diese nämlich als musikalischer Trost. Herausgekommen sind bei den Aufnahmen neun minimalistische und zugleich durcharrangierte Stücke. Sie präsentieren sich anfangs melancholisch, werden aber stets positiv aufgelöst. Die Texte des nun veröffentlichten ersten Drittels erzählen von einer vereitelten Flucht vor sich selbst („Best Regards“), einem Appell an die eigene soziale „Blase“, die zwar gerne mal mit dem Finger zeigt, aber selbigen vergleichsweise selten rührt („Stay Quiet“) oder von der ironischen Erkenntnis, dass man möglicherweise Träumen hinterhergejagt hat, die man selbst gar nicht träumt („It ain’t me“).


Thom & The Wolves

Thom & The Wolves-Motor Entertainment- Coverbild von Sandro Kopp

Thom & The Wolves veröffentlicht am 29.05.2020 sein selbstbetiteltes Album

Seinen Gesang und sein Gitarrenspiel hat Thom (Thomas Bewernick) als Straßenmusiker geschult. Seine Stimme klingt schon besonders. Sie erinnert in ihrer Wärme an die von Damien Rice. Die Straßenmusik führte Thom durch Europa und die Vereinigten Staaten, bevor er sich in Berlin niederließ. Besonders seine Zeit in Los Angeles beeinflusste ihn, sodass auch sein als Thom & The Wolves aufgenommenes selbstbetitelten Zweiwerk – das Debütalbum „The Gold In Everything“ erschien 2018 – nach amerikanischen Indie-Folk-Rock klingt. Für das am 29.05.2020 erscheinende Album gelang es dem 27-jährigen Musiker und seiner Band in Berlin lebenden Producer Matteo Pavesi als Arrangeur zu gewinnen. Eine interessante Parallele, denn Pavesi ist auch Produzent von Alice Phoebe Lou, die ja ebenfalls als Straßenmusikerin begann. In Studios in Berlin und Hamburg entstanden 9 mid-tempo Indie-Rock und Folk Songs, welche in ihrer stilistischen Ausrichtung an Acts wie Radiohead, Jeff Buckley oder Big Thief erinnert.

Für das oben abgebildete Cover reiste Thom nach London und ließ sein Auge durch den Künstler Sandro Kopp portraitieren. In einigen Stunden entstand hier ein Gemälde, welches einen intimen Blick auf Thom’s Seele und sein Schaffen ermöglicht.

Me & The Monster – Schadow (Video-Release)

Me & The Monster veröffentlichen heute ein Musikvideo zur aktuellen Single „The Shadow

Me & The Monster sind Nico Uris, Andrea Trujillo, Giulia Mariani und Niki Comploi. Die vier stammen aus Spanien, Venezuela und Italien und haben in Berlin zusammen gefunden. Das Schöne an der Geschichte ist , dass sie ihre kulturellen Unterschiede nicht nur überwunden, sondern kreativ zu etwas Eigenständigem verbunden haben. Die gemeinsame Sprache, die sie für sich gefunden haben, ist Indie-Musik. Bei dem internationalen Hintergrund , über zwei Kontinente, liegt ein Crossover von indigene südamerikanische Elemente und (europäischen) elektronischen Elementen quasi in den Genen der Band. Ihre Mischung aus eingängigen Vocals und groovigen Rhythmen benennt sie selbstbewusst als eigenes Genre „Tribal Electronic Progressive Indie“. Der Bandname „Me & the Monster“ ist keine bedeutungslose Rabulistik, vielmehr beschreibt er den modernen Menschen in der Verbindung seines Ichs mit dem originellsten Teil seiner Persönlichkeit, seinem Unterbewusstsein – seinem Monster. Die Texte ihrer ersten selbstbetitelten EP aus dem Frühjahr 2020 beschäftigen sich mit Fragen zu Freiheit sowie Umwelt- und Sozialbewusstsein.

Gesellschaftliche Einflüsse verfinstern das unberührten Selbst

Knocking on my door is a shadow that will never leave,
even though I’m hiding he can always find me, he can smell my fear.

The Shadow ist einer der ersten Songs, den Me & The Monster je geschrieben hat und das namensgebende Narrativ der Band erklärt: die Spaltung des unberührten Selbst vom Monsters und seiner ständige Jagd nach dem Schatten, der die äußeren Einflüsse der Gesellschaft repräsentiert, hin zur Rohheit und dem Druck des „Erwachsenwerdens“. Das Musikvideo zeigt die ausverkaufte EP-Release-Show im Februar 2020 in Berlin.

Haim – Women In Music Pt. III


Foto – Paul Thomas Anderson

Die drei Schwestern Danielle, Alana und Este Haim sind Garantinnen für feinsten Indie-Rock. Ihr mit Spannung erwartetes drittes Studioalbum erscheint am 24.04.2020. Es nennt sich Women In Music Pt. III. Der englische Ausdruck Wimp steht für Weichei. Über den Albumtitel sagt Danielle: „Der Name kam mir in einem Traum und ich bin lachend aufgewacht, also habe ich es meinen Schwestern erzählt.“ Alana fügt hinzu: „Es hat mir gefallen, weil wir buchstäblich Frauen in der Musik sind und immer so geschrieben werden. Es schien also cool, es uns zu eigen zu machen und die Erzählung zu kontrollieren. Ich habe mehr über einige unserer Erfahrungen nachgedacht. “ Und Este sagt: „Ich fand es einfach lustig und die Initialen sind WIMP3. Weichei ist ein komisches Wort. “

Foto: Reto Schmid

Auf dem Album zu sind natürlich die bereit bekannten Songs „Summer Girl“ ,“ein hochfliegendes, sehr positives Stück sommerfrischen Gitarrenpop“ (Clash), der „emotional aufgeladenen Song“ (DIY) „Now I’m In It“ , die ergreifende, reflektierende Ballade „Hallelujah“ zum Abschluss des Jahres 2019 „, einer echten Perle einer Band, die nie ihre hohen Standards verließ “(Clash) und „The Steps„, einer der schnellsten und schwersten Songs von Haim. das neue Album wurden von Danielle Haim , Ariel Rechsthaid (Adele, Blutorange, Carly Rae Jepsen) und Rostam Batmanglij (Charli XCX, Solange, Frank Ocean) produziert.

„Blick ins Freie“, die neue Indie-Deutsch-Folk EP von Jante

Bei Banjo- und Mandolinensound denkt man an die frühen Mumford & Sons, bei harmonischem Satzgesang kommen Mighty Oaks in den Sinn. Jante nimmt diese Elemente des Indie-Folks und verbindet diese mit eindringlichen deutschen Texten. Jante, das sind der LiedermacherJan Thierfelder (Gesang, Gitarre, Mundharmonika) und seine musikalischen Mitstreiter Tim Bergelt (Gitarre, Ukulele, Mandoline), Margot Cichy (Schlagzeug) und Sebastian Rettig (Bass) aus Leipzig und Chemnitz. Mit ihrer neuen EP „Blick ins Freie“ bereichern Jante die Deutschpop-Szene mit ihrem eigenen Folkpop-Sound.

„Blick ins Freie“ erzählt vom Aufbruch, vom Losreißen aus altbekannten Mustern, vom Überwinden der Angst und vom Annehmen des Lebens in seiner ganzen Vielfalt und Intensität.

Die sechs Songs auf der EP versprühen ungemeine musikalische Leichtigkeit und vermitteln Vorfreude auf den Sommer (hoffentlich wieder mit vielen Konzerten).

Vaarin-Palace Square

Vaarin

Hokksund ist eine kleine Stadt im Süden von Norwegen, ca. 60 km westlich von Oslo. Hokksund ist der Geburtsort der 23-jährigen anmutigen Sängerin und Songschreiberin Vårin Strand. Für ihre internationale Karriere wandelte sie ihren Vornamen in den Künstlernamen Vaarin ab und erzielte mit ihrem  Debütalbum „Even If I Started Seeing Rainbows“ positive Kritiken für ihren melancholischen Folk / Pop. Nun taucht Vaarin mit einem Vorboten zu einer neuen EP mit der Titel „Bitter Taste Of Goodbye“ wieder auf.

Offen sein und ohne Hintergedanken genießen

Der erste neue Song heißt „Palace Square“ und beschreibt Folgendes Szenario: Auf einen Ball im St Petersburger Schloß eingeladen, von einem Fremden. Es geht darum, einfach nur zu tanzen und sich nach dieser Nacht nicht noch einmal zu sehen. Vaarin erschafft ein Gefühl, dass den Hörer ermutigt, sich Begegnungen hinzugeben, offen zu sein und Momente ohne Hintergedanken zu genießen. Sich verabreden, tanzen, sich nie wieder sehen – warum nicht?



Meet me at seven
down by the steps,
put on your favorite dress
to impress.
Here we are,
dancing on Palace Square.