Neu & Gut: Ex:Re- Romance

Einer der erfolgreichsten Songs des Jahres 2013 kam von Daft Punk zusammen mit Pharrell Williams und hieß „Get Lucky“. Ähnlich wie das ebenfalls 2013 von Pharrell Williams gesungene „Happy“ verbreitete der Song ordentlich gute Laune. Soviel Glückseligkeit und Fröhlichkeit kann einem auch ganz schön auf den Keks gehen, dachten offensichtlich „Daughter“ und brachten kurz nach Daft Punk eine wesentlich dunklere Coverversion von Get Lucky heraus.

Elena Tonra, die Sängerin von Daughter, kündigte Ende November mit der Single „Romance“ ein Album als Solokünstlerin an. Sie gibt sich dabei den Künstlernamen ex:re und betitelt so auch ihr Werk. Es geht also um Ex-Relationship, also um eine vergangene Beziehung.

„Romance is dead and done“ singt sie in diesem“wahrscheinlich traurigsten Dance-Track“ des Jahres (laut.de). Dabei können wir ihr zu einem unaufdringlichen Beat in das rote Licht eines Clubs folgen.

Damit findet die ohnehin sehr melancholisch angehaucht Dezember Playlist ihren würdigen Abschluss. Es sollte mich wundern, wenn es Silvester noch eine gute Neuveröffentlichung geben sollte.

Hippo Campus- Bambi

Ein Hippokamp oder Hippokampos ist ein Fabelwesen, vorne ein Pferd, hinten ein Fisch. Die Schreibweise Hippocamp geht auf die lateinische Form hippocampus zurück. Auch das zu den Fischen gehörende Seepferdchen wird wissenschaftlich Hippocampus genannt. Auch  ein einem Seepferdchen ohne Kopf ähnelnder Hirnteil heißt Hippocampus . Beim Menschen sind es zwei Hippocampi, nämlich in jeder Hirnhälfte einer.  Die Hippokampusformation spielt eine wichtige Rolle bei der Generation von Erinnerungen und für Emotionen. Daher ist zu vermuten, dass sich 2013 am Saint Paul Konservatorium für darstellende Künstler in Minnesota gegründete Band „Hippo Campus“ nicht nach dem Fabelwesen oder nach dem Fisch benannt hat.

Ihr neuestes Album hat die Band“Bambi“ betitelt. Es wurde am 28. September 2018 veröffentlicht. Vorab wurde schon im August 2018 die Single „Bambi“ausgekoppel. 


Der unaufgeregte und stilsichere Ansatz schafft einen perfekten Vibe und täuscht für eine Sekunde sogar darüber hinweg, dass der Song eine wichtige Message besitzt, denn er setzt sich damit auseinander, wie  eine psychische Erkrankung die eigene Kreativität beeinträchtigt und Freundschaften belastet. Es wird eine eine zauberhaft atmosphärische Musik durch eine Synthie-Wolke und Harmoniegesang erzeugt. In die Harmonie fügen sich elegant Trompetenklänge ein.

Ry X- YaYaYa

Ry X mit bürgerlichem Namen Ry Cuming stammt von der Ostküste Australiens. Zusammen mit dem Berliner Produzenten und DJ Frank Wiedemann  produzierte  sein Lied Howling  in einer Elektroni-Version  mit Cumings typscher hohen Gesangsstimme. Daraus entwickelte sich das gemeinsame Elektroprojekt Howling, welches man kennt.

Mit der am 27.11.2018 erschienenen Single „YaYaYa “ kündigt Ry X ein neues Album unter eigenem Namen „Unfurl“ an. „YaYaYa“ ist wieder ein typischer RY X-Song geworden. Gitarren, Bass, Percussion und Klavier werden zu einer Instrumentalfläche geschichtet, die den Untergrund für Ry Cumings eindringliches und makelloses Falsett bilden. Dazu gibt es üppige Harmonien und einen chillenden Hintergrundgesang . Vielleicht erklärt sich der warme Sound auch daraus, dass der Song in einem alten Studio in East LA mit analogem Equipment aufgenommen wurde.

Hundreds

Eine meiner erklärten Lieblingsbands aus dem Bereich elektronischer Musik sind Hundreds aus Hamburg. Hundreds, das sind die Geschwister Eva und Philipp Milner, bei Liveauftritten ist noch der Elektro-Drummer Tim Neuhaus dabei. Hundreds waren noch nie Garanten für fröhlichen Radio-Pop. Zugunsten eigenwilliger Beats und Breaks verzichten die Geschwister weitgehend auf  (gewollte) Hits und erweisen sich als ungeeignet für die Hot-Rotation im Mainstreamradio. Ich bin dennoch durch einen „ Radio-Hit“ auf Hundreds aufmerksam geworden , weil auf FluxFM ( nicht zu Unrecht: die Alternative im Radio) die Single-Auskopplung „Circus“ aus dem 2014 erschienenen Album„Aftermath“ rauf und runter lief. Im Grunde sind nahzu alle Tracks auf Aftermath Hits, besonders „Ten Headed Beast“, „FoamBorn“, „Rabbits on the Roof“ und „Beehive“. Der schönste,aus meiner Sicht, ist „Our Past“

Live konnten wir Hundreds dann am 19.12.2014 mit einem grandiosen Auftritt in der Sputnikhalle in Münster erleben. Einige Fans der ersten Stunde kannte sie schon von ihrer Variations-Tour aus dem Jahr 2011. Damals sind sie noch in dem wesentlich kleineren Gleis22 aufgetreten. Seit „Aftermath“ bin auch ich Fan. Ich mag die sphärischen Klängen und dem insgesamt eher ruhigen Flow, der sich durch die Alben zieht. Philipps trickreiche Arrangements und Evas charismatische Stimme ergänzen sich geradezu symbiotisch. Trotz aller elektronischen Experimente ist die Musik melodiös,stellenweise lupenreiner Pop.

Das 2016 erschienene Album „Wilderness“ war weniger hitlastig, aber als musikalisches Gesamtpaket nochmal eine Steigerung. Bezeichnenderweise gab es keine Auskopplungen, obwohl mir die Tracks„Spotless“ und „Un-Unify“ durchaus geeignet erscheinen.

Hundreds sind sehr fleißig auf Tour. Jedem Album folgt eine ausgedehnte Europa-Tournee. Anlässlich der Widerness-Tour konnten wir Hundreds am 21.03.2017 zusammen mit dem Schweizer Elktropop-Duo Odd Beholder in der Lagerhalle in Osnabrück sehen und hören.

Nach der lauten Elektronik-Tour starten Hundreds immer eine ruhigere Elektro Akustik Tour. Die Stücke werden teils mit akustischen Instrumenten neu arrangiert. Aus diesem Anlass haben sie Hundredshaben ein fantastisches und akustisches Bon Iver Cover veröffentlicht. Gemeinsam mit Wallis BIRD und Missincat coverten sie“Flume” von Bon Ivers Debütalbum “For Emma, Forever Ago”. Ihr Cover erschien am 17.11.2017 auf der Akustik-Edition von“Wilderness” auf Vinyl.

Diskografie

Alben

2010:Hundreds (CD/LP, Sinnbus)

2011:Variations (CD/LP,Sinnbus)

2014:Aftermath (CD/LP, Sinnbus)

2016:Wilderness (CD/LP, Sinnbus)

EPs

2014:Aftermath Remixes (KrakatauRecords)

2015:Tame the Noise (Sinnbus)

2017:Hundres- ELEKTROAKUSTIK EP (Vinyl, (Krakatau Records)

Singles

2010:Happy Virus (Sinnbus)

2010:Solace (Sinnbus)

2010:Let’s Write The Streets (Sinnbus)

2011:Grab The Sunset (Sinnbus)

2014:Circus (Sinnbus)

2014:Our Past (Sinnbus)

2015:Ten-headed Beast (Sinnbus)

Bilderbuch- Mea Culpa

Gestern erreichte mich auf Facebook die Nachricht, dass Bilderbuch unerwartet ein neues Album veröffentlicht haben, Mea Culpa habe ich  sogleich auf Spotify durchgehört. Es ist tatsächlich eine gelungene Fortsetzung des Sound, der für Bilderbuch steht. Falco mit Auotune, Gitarrengegniedel  a`la Dire Straits und immer wieder schaut Prince um die Ecke. Das wird aber nicht langweilig, weil den Jungs immer wieder neue Variationen einfallen. Die Texte befassen sich  wieder mit Sex, viel Drogen, Suche nach der Liebe sowie Internet. Den Themen fehlt etwas Dringlichkeit. Ob das für alle Zukunft reicht, bleibt abzuwarten. Aber bei Bilderbuch zählt eh mehr die tanzbare Musik und der Schmäh. Davon gibt es auf der Platte reichlich. Gut haben mir die Intros der Stücke gefallen, die irgendwie immer auf den vorige Track Bezug nehmen und  zum nahtlosen Durchhören des Albums anregen. Auf diese Weise übergeht man auch nicht das wunderbar jazzige Instrumentalstück „Emotion“. Also Shuffle-Modus beim streamen abstellen.

Mir gefällt am besten der Track Memory Card.

Miya Folick – Premonitions

Miya Folick gehöhrt in die Reihe der Sängerinnen mit asiatischen Wurzeln. Die Kalifornien ist halb japanisch und halb russisch. Ihre Debut-EP, Strange Darling, brachte die Singer-Songwriterin und Gitarristin im Dezember 2015 heraus. Mit ihrer im September 2018 erschienenen großartigen Single „Stop Talkig“

gibt sie Anreiz, sich das im Oktober erschienene Album „Premonitions“ in voller Gänze zu Gemüte zu führen. Anspieltipp,  mit “ Deadbody“ hält sie durchaus einem Vergleich mit Florence and the Machine stand.

Hitverdächtig ist auch „Stock Image“

Miya Folick hat alles am Start, was es braucht, um im Rennen um den Indie-Pop-Folk-Rock-Album-des-Jahres-Titels ein gehöriges Wörtchen mitzureden.(MusikBlog )

Qeer: Hayley Kiyoko -Curious

Wenn man sich die 80′ und 90′ Jahre im Hinblick auf queere Künstler anschaut, fällt eine Dominanz von Männern auf. Das ändert sich derzeit.

Die japanischstämmige Schauspielerin Hayley stammt aus Los Angeles. In Amerika wurde sie schon in jungen Jahren durch Fernsehproduktionen bekannt. Seit 2013 ist sie auch Sägerin und hat 3 EPs, sowie 2018 das Album Expectations veröffentlicht. In ihren Texten und Videos bringt die LGBT-Aktivistin offen ihrer Homosexualität zum Ausdruck.