HÆLOS – Kyoto

Wer auf „London Grammar“ oder „The XX“ steht, dort aber den nach vorn gehenden Beat vermisst, der wird HÆLOS mögen. Das Londoner Trio, bestehend Sängerin Lotti Benardout und den Soundtüfftlern Arthur Delaney und Dom Goldsmith, hat sich als Band erst 2014 zusammen gefunden. Nachdem sie mit ihrem Sound, der mit Trip Hop- Acts wie Portishead oder Massive Attack verglichen wurde, bei Newcomer-Plattformen wie BBC 1 Aufmerksamkeit erregten, veröffentlichten sie 2016 beim renommierten Indie-Lable Mattador ihr Debütalbum „Full Circle“. Einen Eindruck vom Sound kann man sich verschaffen, wenn man sich die wunderbare Live-Session bei KEXP anschaut.

Inzwischen hat sich das Trio mit dem Gitrristen Daniel Vildosola zum Quartett verstärkt. Mit der Singleauskopplung Kyoto weisen sie auf ihr Nachfolgealbum Any Random Kindness hin, welches für den 10.05.2019 angekündigt wurde.

Snowfall – Mister Mister

Birte Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson waren mal zusammen mit Nick Reitmeier eine deutsche Folk-Pop-Band aus München. Sie nannten sich Young Chinese Dogs. Offenbar ist das Vergangenheit. Birte Hanusrichter und Oliver Anders Hendriksson haben sich nunmehr im hippen Berlin niedergelassen . Als Duo Snowfall machen die beiden weiter. In ihrer Musik treffen  massive Gitarrenriffs auf elektronische Beats und die Stimme der Sängerin.

Die Single Mister Mister macht neugierig auf Album „Halfway Devil“, welches am 01.02.2019 erscheinen soll.

Sharon Van Etten – Seventeen

Sharon Van Etten  ist eine US-amerikanische Sängerin und Songwriterin, die mehrere Instrumente beherrscht (Gitarre, Klavier, Violine und Klarinette). Die Musik ihrer bisher erschienenen 4 Alben kann als eine Mischung aus Folk, Rock, Indie-Pop und dezenten Country-Einflüssen bezeichnet werden. Thematisch geht es bei ihr um die Schattenseiten der Liebe, um Zurückweisung, Verlustangst und emotionalen Missbrauch, sodass sie regelmäßig mit Cat PowerSt. Vincent oder Feist verglichen wird.

Das nunmehr erschienene 5. Album Remind Me Tomorrow geht  Van Etten elektronischere Wege. Sie setzt verstärkt auf Synthesizer und wuchtig-treibende elektronische Beats. In Seventeen erinnert sie sich an die schwierige Gefühlswelt ihre eigenen pubertäre Phase. Die Vergangenheitsbewältigung gelingt ihr als erwachsene Frau auf eine selbstbewusste Art und Weise, die musikalische Vergleich mit Bruce Springsteen aufkommen lassen.

The Japanese House – Lilo

Auf diesen Act bin ich durch den empfehlenswerten Blog Bedroomdisco aufmerksam geworden. Danke dafür.

Es geht um die Band The Japanese House und ihren Kopf, die noch junge Amber Bain. Bedroomdisco schreiben:

„Doch während sich die mittlerweile 23-jährige Londonerin seit langem einer aufstrebenden Karriere erfreuen kann, entstand und thematisiert ihr am 1.3. via Caroline International erscheinendes Debüt  Good At Falling eher dunkle private Momente der Musikerin. So geht es schon in der ersten Single Lilo um den Zerfall ihrer Beziehung zur Musik-Kollegin Marika Hackmann, die auch im Video zu sehen ist. Bain beschreibt es so: ‚To me, her every movement – paired with her approach to life – seemed as serene as the image of a lilo floating across a swimming pool…I seem quite helpless in the lyrics. I could definitely tell that I was losing her. I knew, I just knew, that something was ending.‘

Doch aus dem Ende der Beziehung hat Bain zumindest ein kraftvolles Werk geschaffen, dass noch mal neuen Schwung in ihr Schaffen bringt  – wir sind gespannt auf dieses Debütalbum und sagen: Behaltet The Japanese House in 2019 unbedingt auf dem Radar!“

Dem schließe ich mich gerne an.

Maggie Rogers – Burning

Es ist schon 2 Jahre her (Oktober 2016), dass man auf Maggie Rogers durch den Song „Alaska“ aufmerksam wurde.  Pharrell Williams kürte das Stück bei einem Uni-Vortrag zum Prototypen eines zeitgemäßen Popsongs, seitdem ist Maggie Rogers auf dem Weg zum Star. Sie hat drei Millionen Streams pro Monat auf Spotify gesammelt, gut besuchte Live-Shows gespielt , Fernsehauftritte u. a. bei Jimmy Fallon und bei Saturday Night Live absolviert und einen Vertrag bei Universal.

Nunmehr ist ihr Debütalbum „Heard In A Past LIfe“ erschienen. Für die Aufnahme ist Universal auf Nummer Sicher gegangen und hat Greg Kurstin als Produzenten an die Regler gesetzt. Greg Kurstin ist derjenige, der u.a. das Erfolgsalbum „25“ von Adele produziert hat. Dementsprechend glatt ist dann auch (leider) im Großen und Ganzen die Produktion von „Heard In A Past LIfe“ ausgefallen. Hörenswert bleibt das Album dennoch wegen Maggie Rogers warmherziger, eigenwilliger Stimme und ihrem ausgeprägten Umgang mit Melodien, die durch Loop-Samples und unerwartete Beats weniger konventionell ausfallen. An „Alaska“ können aus meiner Sicht „Light On“ und eben Burning am besten anschließen.

Miss Grit – Talk Talk

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 04.01.2019 werden Frauen als Retterin der Rockmusik gefeiert(Als die Frauen die Rockmusik retteten vom 04.01.2019). Während weiße, männliche Rockmusik kaum noch junge Menschen interessiert, heißt es, stammt Musik, die von Experten als relevant, hochwertig und besonders zeitgemäß eingestuft wird, überwiegend von Frauen.  Fazit des Artikels ist, dass das Macho-Gehabe im Rock n`Roll in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert.

Meine Meinung dazu ist schon seit langem: Scheiß drauf. Es wird nichts vermisst. Musikerinnen wie St. Vincent, Courtney Barnett, Mitski oder Snail Mail machen dafür umso bessere Musik. Wer noch mehr gute Musik von Frauen sucht, braucht nur diesen Blog durchzuscrollen. Ich glaube aber nicht, dass männliche Rockmusiker oder Bands abgesagt sind. Die Szene wird einfach nur vielfältiger und damit zwangsläufig besser.

In die Reihe der Gitarristinnen und Sängerinnen reiht sich Miss Grit mit ihrer heute am 11.01.2019 erschienenen Debüt-EP Talk Talk ein. Hinter dem Projekt steckt Margaret Sohn . Sie kommt wie St. Vincents Anni Clark aus New York. Eine gewisse Verbundenheit zu der Musik von St. Vincent ist auch zu hören.

SHEAD – Trampoline

Werbung für Handyverträge (Vodaphon, Telekom ), Computer oder ähnliche Produkte stellt sich immer wieder als geeignetes Medium heraus, um neue Musik zu verbreiten. Insbesondere Apple versucht den Coolnessfaktor seiner Produkte, durch coole Musik zu unterstreichen. Bei der Werbung für das „MacBook Air“ ist dies gelungen. Der fluffige Elektropop von SHEAD verfügt über die Leichtigkeit, die dem beworbenen Laptop zugeschrieben werden soll.

SHAED ausgesprochen „SHADE“, ist ein Elektro-Pop-Trio. Chelsea Lee ist für die gefühlvollen Vocals und kraftvollen Melodien verantwortlich. Die Zwillinge Spencer und Max Ernst wechseln sich an Keyboards, E-Gitarre, Percussion und Bass ab, um einer atmosphärische Klanglandschaft zu erzeugen. (Selbstdarstellung auf Spotify)

Die Gruppe veröffentlichte am 21. September ihre zweite EP MELT.