Hachiku -I’ll Probably Be Asleep

Hachiku alias Anika Ostendorf kann sich als Cosmopolitin bezeichnen. Sie wurde in den USA geboren, dann verschlug es ihre Familie in die Kleinstadt Dansweiler im Kölner Umland. Als Biologie-Austauschstudentin zog es sie zunächst nach London und dann Downunder nach Australien. In Melbourne fand sie bei Milk! Records, dem Lable von  Courtney Barnet u.a. bekannten australischen Indie-Größen die Möglichkeit ihren Bedroom-Pop auf einer ersten Ep im Jahr 2017 zu veröffenlichen.

„Ihre Musik ist mutig, kühn und äußerst gut verarbeitet. Nicht nur der Sound und die Produktion, sondern auch die Texte, obwohl sie manchmal unschuldig erscheinen, rufen echte und tiefe Emotionen hervor. Hachiku ist möglicherweise der Björk der Schlafzimmer-Pop-Generation.“

SXSW Music Preview

Ihr brandneuer Song „I’ll Probably Be Asleep“ ist einfach nur schön, Dream-Pop mit knarzigen Gitarren, satten Drum-Machine-Sounds und sanftem Gesang. Die Single ist der erste Vorbote ihres ebenfalls „I’ll Probably Be Asleep“ betitelten Debütalbums, das wohlam 13.11.  erscheinen wird.

When ‚Airy Met Fairy-Blanket of Sorrow

Huldufólk, also versteckt lebendes Volk, nennen die Isländer ihre Elfen. Es ist also etwas besonderes, wenn man eine Elfe trifft. Die Isländerin Thorunn Egilsdottirs könnte eine solche Elfe sein, die ihre verstecktes Leben aufgegeben hat. Zusammen mit dem Luxemburger Mike Koster bildet Thorunn Egilsdottirs das Projekt When ‘Airy Met Fairy . Mit dazu gehören Thorunns Schwester Runa, die als Art Director füe den visuellen Part vom Plattencover bis zum Video zuständig zeichnet und der französische Produzenten Raphael Kindig.

Isländische Elfe trifft Luxemburger Bassisten

In Blanket of Sorrow geht es um das Gefühl der Einsamkeit, wenn der geliebte Mensch fehlt. Das Gefühl, erhält an Weihnachten natürlich eine Extra-Verstärkung. Mit einer feinen Melodie und minimalistischen Instrumentierung erleben wir melancholischer Pianopop in Bestform. Frontfrau Thorunn Egilsdottirs elfenhafter Gesang fühlt sich intim und verletzlich an, wenn sie durch beißendkalte Soundlandschaften und anschwellende Horn- und Orgel-Arrangements gleitet. Das Musikvideo von Raphael Kindig und Runa Egilsdottir wurde in einem Haus gefilmt das seit den 1970ern komplett unverändert ist. Der Clip zeigt ein unglückliches Paar, das Weihnachten “feiert”.

June Cocó – Fantasies and Fine Lines

Album Cover

Heute veröffentlicht die in Leipzig beheimatete Sängerin und Pianistin June Cocó ihr zweites Album Fantasies & Fine Lines.

Für June Cocó ist Fantasies & Fine Lines  eine Liebeserklärung an ihr liebstes Instrument, das Klavier: „Das klingt groß, aber ich würde wirklich sagen, dass das Klavier die Liebe meines Lebens ist. Seit ich als Kind bei einer Freundin hörte, wie jemand darauf ‚Für Elise‘ spielt, wollte ich das auch können und habe dann schon früh Unterricht genommen. Ich habe in letzter Zeit viele Solokonzerte nur mit Klavier spielt und habe dadurch wieder und noch deutlicher gemerkt, wie wichtig es mir ist.“ 

(Foto: Jörg Singer)

Weil das Klavier für sie so wichtig , wurden die Songs hörbar auf dem Klavier komponiert und für das Klavier arrangiert. Ob mit mit dezenten Streichern instrumentier oder sanfter Elektronik unterlegt, das Klavier bleibt das Hauptinstrument. Da drängen sich natürlich Vergleiche mit internationalen Größen wie Regina Spektor oder Amanda Palmer auf, die June Cocó aber nicht scheuen muss, zumal sie sich auf ihre ausgebildete Stimme und auf die Erfahrung vieler Konzerte verlassen kann

Der Albumtitel ist gut gewählt. Mit feine Linien werden Fantasiewelten, wie etwa das Reich von Neptun’s Daughter unter Wasser gezeichnet. In meiner Fantasie tauchten beim ersten Abhören Bilder alter schwarz-weiß Filme auf.

(Foto: Jörg Singer)

Das Album enthält bei aller Romantik aber auch andere Facetten, wie etwa geheimnisvoll dunkle Arrangements bei Letter . Ready for Love ein gut im Ohr bleibender Popsong.

Violetta Zironi – Hungry to Kill

Foto Bettina Zironi

Habt ihr auch gerade den Herbstblues? Wenn ihr was dagegen braucht, dann hört euch diesen Song der wunderbaren Violetta Zironi an, der mit der Leichtigkeit eines französischen Chanson die Erinnerung an einen sonnigen Sommertag am Mittelmeer zurückbringt.

Aber lasst euch nicht von der Leichtigkeit der Musik täuschen. Die Lyrics behandeln im Kontrast zur fröhlichen Melodie einen düstren morbiden Alptraum, den sie hatte :

Während sie blind vor Liebe scheint, erkennt sie
nicht, welch Wahnsinn und Gewalttätigkeit in jenem Mann ruhten, den sie liebte.

Am gestrigen Weltfrauentag wurde übrigens auch die leider bestehender Tatsache thematisiert, dass häufig Gewalt von Männern gegen Frauen innerhalb einer Beziehung geschieht.

Wer ist Violetta Zeroni?

Violetta wuchs in einer kleinen italienischen Stadt auf und lernte bereits mit 6 Jahren
Klavier zu spielen. In ihren Teenagerjahren trat sie einer lokalen Country/Blues Band
bei. Früh zog es sie schließlich nach London, wo sie sich musikalisch weiterentwickeln konnte. In London lernte sie aber auch ihre eigenen Wurzeln und ihren italienischen Hintergrund aufrichtig wertzuschätzen, sodass diese weiteren Einfluss auf ihr Songwriting nahmen. Mit nur 24 Jahren hat sich Violetta durch die Veröffentlichungen ihrer Debüt-EP “Half Moon Lane” (2017) und dem Nachfolger “Scenes From My Lonely Window” (2019) ein eindrucksvolles Profil sowohl in Europa, als auch in Großbritannien aufgebaut. Dabei hat sie sich Lobpreisungen von Medien wie NOISEY, CLASH, NYLON, PASTE und DAYTROTTER erarbeitet und durfte ihre Musik auf Tastemaker-Festivals wie dem SXSW, Eurosonic oder Zermatt Unplugged live präsentieren.

(Foto: Puria Safary)

CLOSE TALKER – How Do We Stay Here? IMMERSION Live Album

foto: Ben Giesbrecht

Das kanadische Indie/Pop/Edel-Shoegaze CLOSE TALKER ist in diesem Jahr mit vielen sehr schönen Singles und Videos und mit ihrem Album How Do We Stay Here? aufgefallen. Also nicht nur diesem unbedeutenden Blog, Probs kamen auch von NPR, Billboard, Clash, Spin, Q Magazine und Consequence of Sound. Mit dem Album war die Band dann auch in Europa auf Tournee.

Zu How Do We Stay Here? gibt es nun ein wundervolles Live-Album. Die Aufnahmen wurde während der IMMERSION Konzerte mitgeschnitten. Dabei handelte es sich um sehr spezielle Konzerte, die Close Talker in ihrer Heimat Kanada in Kunstgalerien, Studios und anderen einzigartigen Orten spielten, bei denen für das Publikum mit Kopfhörern ein immersives 360-Grad-Erlebnis geschaffen wurde.

Das Live Album gibt es digital auf Bandcamp:

How Do We Stay Here? (Live in Canada) by Close Talker

Wie sich die Band live anhört, kann in dem Video mitverfolgen, welches in Berlin auf dem Dach von sinnbus records gedreht wurde.

Close Talker – The Making of IMMERSION

June Cocó – Neptune’s Daughter

Die sozialen Netzwerke, in diesem Fall Instagram, sind mitunter eine erfreuliche Quelle, um auf Künstler aufmerksam zu werden. So erging es mir mit June Cocó, einer Sängerin und Pianistin aus Leipzig, mit einer faszinierenden Stimme. Sie studierte Jazz und spielte kontinuierlich Konzerte in Bars und kleinen Clubs. Zwar wird sie mit Künstlerinnen wie Agnes Obel, Regina Spektor oder Kate Bush verglichen, sie hat aber ihren ganz eigenen Stil mit selbst geschriebenen Songs zwischen Retrosound und Elektro-Pop entwickelt.

Der träumerischen Song „Neptune’s Daughter“, ist der  ersten Vorbote auf ihr im November erscheinendes  zweites Album. Das Album wird über Crowdfunding finanziert. Eine Unterstützung ist hier möglich.

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Andi Fins – Wasting My Time

Was macht eigentlich Andi Fins, der sympathische , in Berlin lebende bayerische Musiker? Der Produzent, Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist hatte drei Alben herausgebracht („A Chapter Missing It’s Book“, „Dreamer“ und „How Will Our Hero Get Out“ Of This One and) und hat mit einer Reihe von renommierten deutschen Künstlern wie Moritz Krämer, Philipp Dittberner, Max Prosa, Martin Gallop, Mark Forster, Anna F., Tim Neuhaus und Clueso als Session- und Live-Musiker und Komponist zusammengearbeitet.

Die Arbeit an seinem neuen Album schreitet offenbar fort. Nach der Single Stan’s Copy Cat erschien am 30.08. die neue Single Wasting My Time. Der Song lässt erahnen, dass sas Album großartig wird. Wieder wird gefühlvoller Indie-Pop mit einem feinsinnigen Text gepaart. Worte ringen danach, wie man  treffend sagt, dass man an einer Person zwar alles liebt, aber nicht alles mag. „It’s one of your habits that I probably don’t like“

Auch an dieser Single haben wieder Alexander Binder (Gitarren und Bass), Hanno Stick (Drums),und Larissa Pesch (Backingvocals) mitgewirkt.

Sein kommendes Album finanziert Andi Fins durch Crowdfounding . Wer möchte, kann das Projekt hier unterstützen.

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Close Talker – Demnächst erscheint das Album “How Do We Stay Here?”

Als  Close Talker bezeichnet man in der englischen Sprache  eine Person, die einem beim Sprechen unangenehm auf die Pelle rückt. Mit diesem Begriff verbindet man also eigentlich keine schöne Vorstellung Ganz anders bei der kanadischen Band Close Talker. Bei ihr geht es um höchst angenehmen eleganten Indierock mit einem sensationell weichen Shoegaze Vibe.

Close Talker- Arm’s Length

Ende dieses Monats  wird Close Talkers Album How Do We Stay Here? via sinnbus erscheinen. Darauf befindet sich Arm’s Length, wovon die Band sagt, es sei ihr „favourite song we’ve ever written.“

Außerdem gibt es ein Video zum Song Pace

Gedreht wurde das Video in Florence Bay, British-Columbia. Geplagt von alljährlichen Hitzewellen im Frühjahr und Sommer ist so ein im Regen gedrehtes Filmchen nett anzusehen.

Auf die Ohren hat ja schon mehrmals über Close Talker berichtet (Close Talker-Half Past Nine; Close Talker – The Change It Brings). Im Herbst kommen sie für einige Konzerte nach Deutschland. Vielleicht gelingt damit der verdiente Durchbruch hierzulande.

CLOSE TALKER -Tourdaten

15.10.2019 – DE – Berlin, Intrnt Explrr

17.10.2019 – FR – Paris, Pop Up Du Label

19.10.2019 – DE – Darmstadt , Bedroomdisco

20.10.2019 – DE – Bochum, Jahrhunderthalle/Dampfgebläsehaus 

21.10.2019 – DE – Köln, Subway

22.10.2019 – DE – Dortmund, FZW

23.10.2019 – NL – Utrecht, TivoliVredenburg

24.10.2019 – DE – Hamburg, Nochtwache

25.10.2019 – NL – Zwolle, Hedon

LIE NING – Tonight

Geht es euch auch so? Manchmal hört man einen Song und fühlt sich sofort angesprochen, im tiefen Inneren berührt. Man will mehr über den Künstler erfahren. So ging es mir, als ich dieser Tage Tonight von LIE NING zum ersten mal gehört habe, Gedämpftes Klavierhämmern, schimmernde Elektronikelemente und wechselder Rhythmus erzeugen Vertrautheit und doch Neugierde. Und dann diese samtige Stimme, die so reif und erfahren klingt. Ein Song über Zweisamkeit und Intimität, mit ganz viel Seele  dargebracht.

Wer ist also LIE NING, von dem man bisher noch nichts gehört hat? Zunächst ist man angesichts der reifen Stimme überrascht, dass er noch so jung ist, 22 Jahre alt. In seiner Biografie ist nachzulesen, dass er Mitte der Neunziger Jahre im damals noch künstlerisch chaotischen Prenzlauer Berg in einer kreativen Welt aufwuchs. Das Hausprojekt, in dem er zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter lebte, ist Heimat für eine Reihe ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten mit den verschiedensten Hintergründen. In diesem Umfeld verschmelzen alle Formen der Kunst zu einem kollektiven Ausdruck. LIE NING interessiert sich für Tanz, Mode und Malerei – die visuellen Ausdrucksformen prägen sein Wirken bis heute. Was ihn jedoch noch mehr vereinnahmt ist die Musik. Schon in früher Kindheit nahm ihn seine Mutter mit auf Konzerte, zeigte ihm eine Welt aus Melodie und Rhythmus, die ihn nie wieder loslassen sollte. Seine Stimme kristallisierte sich mehr und mehr als stärkstes Ausdrucksmittel heraus. Alles was er bildlich nicht darstellen kann, verpackt er in Lieder, die er schreibt. 

Für mich zeigt dies, dass Diversität Kreativität schafft. Ich gehe davon aus, dass man von dem jungen Talent noch einiges hören wird.

Long Beard – Sweetheart

Foto Nathan Bajar

Die New Jersey stammende Singer-Songwriter Leslie Bear hat sich als Künstlerin den gar nicht passenden Namen Long Beard gegeben. Ihre Musik hat so gar nichts mit der Rockmusik langbärtiger Männer, wie etwa ZZ-Top zu tun. Ihre Musik passt vielmehr in die Kategorie Dreampop, melancholisch, etwas Shoegaze. Für ihr zweites Album Means To Me, welches für den 13. September angekündigt ist. Als Co-Produzenten hat sie sich Craig Hendrix ins Boot geholt, der sich Produzent für den Sound von  Japanese Breakfast verantwortlich ist und sich mit solcher Musik auskennt. Die vorab veröffentlichte veröffentlichte Lead-Single Sweetheart,  ist ein bittersüßer Indie-Pop-Song, in dem sich Leslie Bear an eine vergangene Liebe erinnert.