June Cocó – Neptune’s Daughter

Die sozialen Netzwerke, in diesem Fall Instagram, sind mitunter eine erfreuliche Quelle, um auf Künstler aufmerksam zu werden. So erging es mir mit June Cocó, einer Sängerin und Pianistin aus Leipzig, mit einer faszinierenden Stimme. Sie studierte Jazz und spielte kontinuierlich Konzerte in Bars und kleinen Clubs. Zwar wird sie mit Künstlerinnen wie Agnes Obel, Regina Spektor oder Kate Bush verglichen, sie hat aber ihren ganz eigenen Stil mit selbst geschriebenen Songs zwischen Retrosound und Elektro-Pop entwickelt.

Der träumerischen Song „Neptune’s Daughter“, ist der  ersten Vorbote auf ihr im November erscheinendes  zweites Album. Das Album wird über Crowdfunding finanziert. Eine Unterstützung ist hier möglich.

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Andi Fins – Wasting My Time

Was macht eigentlich Andi Fins, der sympathische , in Berlin lebende bayerische Musiker? Der Produzent, Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist hatte drei Alben herausgebracht („A Chapter Missing It’s Book“, „Dreamer“ und „How Will Our Hero Get Out“ Of This One and) und hat mit einer Reihe von renommierten deutschen Künstlern wie Moritz Krämer, Philipp Dittberner, Max Prosa, Martin Gallop, Mark Forster, Anna F., Tim Neuhaus und Clueso als Session- und Live-Musiker und Komponist zusammengearbeitet.

Die Arbeit an seinem neuen Album schreitet offenbar fort. Nach der Single Stan’s Copy Cat erschien am 30.08. die neue Single Wasting My Time. Der Song lässt erahnen, dass sas Album großartig wird. Wieder wird gefühlvoller Indie-Pop mit einem feinsinnigen Text gepaart. Worte ringen danach, wie man  treffend sagt, dass man an einer Person zwar alles liebt, aber nicht alles mag. „It’s one of your habits that I probably don’t like“

Auch an dieser Single haben wieder Alexander Binder (Gitarren und Bass), Hanno Stick (Drums),und Larissa Pesch (Backingvocals) mitgewirkt.

Sein kommendes Album finanziert Andi Fins durch Crowdfounding . Wer möchte, kann das Projekt hier unterstützen.

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Close Talker – Demnächst erscheint das Album “How Do We Stay Here?”

Als  Close Talker bezeichnet man in der englischen Sprache  eine Person, die einem beim Sprechen unangenehm auf die Pelle rückt. Mit diesem Begriff verbindet man also eigentlich keine schöne Vorstellung Ganz anders bei der kanadischen Band Close Talker. Bei ihr geht es um höchst angenehmen eleganten Indierock mit einem sensationell weichen Shoegaze Vibe.

Close Talker- Arm’s Length

Ende dieses Monats  wird Close Talkers Album How Do We Stay Here? via sinnbus erscheinen. Darauf befindet sich Arm’s Length, wovon die Band sagt, es sei ihr „favourite song we’ve ever written.“

Außerdem gibt es ein Video zum Song Pace

Gedreht wurde das Video in Florence Bay, British-Columbia. Geplagt von alljährlichen Hitzewellen im Frühjahr und Sommer ist so ein im Regen gedrehtes Filmchen nett anzusehen.

Auf die Ohren hat ja schon mehrmals über Close Talker berichtet (Close Talker-Half Past Nine; Close Talker – The Change It Brings). Im Herbst kommen sie für einige Konzerte nach Deutschland. Vielleicht gelingt damit der verdiente Durchbruch hierzulande.

CLOSE TALKER -Tourdaten

15.10.2019 – DE – Berlin, Intrnt Explrr

17.10.2019 – FR – Paris, Pop Up Du Label

19.10.2019 – DE – Darmstadt , Bedroomdisco

20.10.2019 – DE – Bochum, Jahrhunderthalle/Dampfgebläsehaus 

21.10.2019 – DE – Köln, Subway

22.10.2019 – DE – Dortmund, FZW

23.10.2019 – NL – Utrecht, TivoliVredenburg

24.10.2019 – DE – Hamburg, Nochtwache

25.10.2019 – NL – Zwolle, Hedon

LIE NING – Tonight

Geht es euch auch so? Manchmal hört man einen Song und fühlt sich sofort angesprochen, im tiefen Inneren berührt. Man will mehr über den Künstler erfahren. So ging es mir, als ich dieser Tage Tonight von LIE NING zum ersten mal gehört habe, Gedämpftes Klavierhämmern, schimmernde Elektronikelemente und wechselder Rhythmus erzeugen Vertrautheit und doch Neugierde. Und dann diese samtige Stimme, die so reif und erfahren klingt. Ein Song über Zweisamkeit und Intimität, mit ganz viel Seele  dargebracht.

Wer ist also LIE NING, von dem man bisher noch nichts gehört hat? Zunächst ist man angesichts der reifen Stimme überrascht, dass er noch so jung ist, 22 Jahre alt. In seiner Biografie ist nachzulesen, dass er Mitte der Neunziger Jahre im damals noch künstlerisch chaotischen Prenzlauer Berg in einer kreativen Welt aufwuchs. Das Hausprojekt, in dem er zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter lebte, ist Heimat für eine Reihe ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten mit den verschiedensten Hintergründen. In diesem Umfeld verschmelzen alle Formen der Kunst zu einem kollektiven Ausdruck. LIE NING interessiert sich für Tanz, Mode und Malerei – die visuellen Ausdrucksformen prägen sein Wirken bis heute. Was ihn jedoch noch mehr vereinnahmt ist die Musik. Schon in früher Kindheit nahm ihn seine Mutter mit auf Konzerte, zeigte ihm eine Welt aus Melodie und Rhythmus, die ihn nie wieder loslassen sollte. Seine Stimme kristallisierte sich mehr und mehr als stärkstes Ausdrucksmittel heraus. Alles was er bildlich nicht darstellen kann, verpackt er in Lieder, die er schreibt. 

Für mich zeigt dies, dass Diversität Kreativität schafft. Ich gehe davon aus, dass man von dem jungen Talent noch einiges hören wird.

Long Beard – Sweetheart

Foto Nathan Bajar

Die New Jersey stammende Singer-Songwriter Leslie Bear hat sich als Künstlerin den gar nicht passenden Namen Long Beard gegeben. Ihre Musik hat so gar nichts mit der Rockmusik langbärtiger Männer, wie etwa ZZ-Top zu tun. Ihre Musik passt vielmehr in die Kategorie Dreampop, melancholisch, etwas Shoegaze. Für ihr zweites Album Means To Me, welches für den 13. September angekündigt ist. Als Co-Produzenten hat sie sich Craig Hendrix ins Boot geholt, der sich Produzent für den Sound von  Japanese Breakfast verantwortlich ist und sich mit solcher Musik auskennt. Die vorab veröffentlichte veröffentlichte Lead-Single Sweetheart,  ist ein bittersüßer Indie-Pop-Song, in dem sich Leslie Bear an eine vergangene Liebe erinnert.

Catt – Debut EP “Moon”

Aufgewachsen Catt  in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Dass sie eine klassischer Klavierausbildung genossen hat, hört man. 2014 zog es CATT dann im Zeichen der Musik nach Berlin. Sie studierte Musikproduktion und arbeitete bereits nach kurzer Zeit als Musikerin und Songwriterin für verschiedene Künstler. Denn sie spielt auch Posaune, Trompete, Waldhorn und Schlagzeug. Die Liste der Kollaborationen ist umfangreich. Große Namen, wie  Judith Holofernes, Sarah Connor, Kat Frankie, Prinz Pi, Jocelyn B. Smith, Niels Frevert, Fil Bo Riva gehören dazu. Vor einem Jahr wagte die 23-jährige Multiinstrumentalistin unter dem Namen CATT ihr Debüt mit eigener Musik. An diesem Freitag erschien nun „Moon“ bei Listenrecords.

Achtung, jetzt hören – wird groß! spotify.com/catt

Ja Ja Dickicht – Lights Out

Ja Ja Dickicht ist der Multiinstrumentalist Peter Schärli aus Bern. Für den 1. November 2019 kündigt er die Veröffentlichung der Debüt -EP „Wrong Maps“ an.

„Lights Out“, die erste Single, ist in vielerlei Hinsicht „Pop“, ohne Zweifel. Aber Schnickschnack ist da keiner dran, denn zur selben Zeit spiegelt der anwachsende musikalische Sog die Komplexität einer Kommunikation zweier Menschen an der Schwelle zu einer tieferen Beziehung.

„Ich wollte unbedingt, dass der Song ehrlich bleibt,“ sagt Pascal Schärli, der Komponist und Multi-Instrumentalist hinter Ja Ja Dickicht. „Ich habe meine eigene Erinnerung nach solchen Situationen durchforstet, an die ich mich eher in Form intensiver, mehrdeutiger Emotionen erinnere als in Form von tatsächlichen Ereignissen. Diese Erinnerungen habe ich in eine fiktionale, wenn auch offene Geschichte übersetzt. Die isolierte Szenerie einer sommerlichen Insel wurde dabei metaphorisch eingesetzt.“

„Lights Out“ ist in klassischen Songstrukturen gehalten, dabei aber sorgfältig aufgebaut und experimentell geschichtet. Rhythmisch getriebene Drum- und Bass-Pattern verbinden sich organisch mit schwebenden Strukturen wunderbarer Gitarren- und Synth- Harmonien, subtil geschichteten Geräuschen und akustischen Instrumentalparts. Gesang, Produktion,  Schreiben und die gesamte Instrumentierung, Pascal Schärli macht alles selbst.

Charly Bliss legen Video zum Titeltrack ihres aktuellen Albums „Young Enough“ vor

Das Power-Pop-Quartett Charly Bliss hat bei den bisherigen Singles ihres zweiten Albums Young Enough stets mit spektakulären Videos begeistern können, die ich hier auch schon abgefeiert habe. Auch beim Clip zur  Single-Auskopplung des Titeltracks lässt sich die Band aus Brooklyn nicht lumpen. Das Video zum epischen, fünfeinhalbminütigen Young Enough wartet unter anderem mit einigen eleganten versteckten Schnitten und Kamerafahrten in Hochgeschwindigkeit auf.

Im Fokus steht darin erneut die charismatische Frontfrau Eva Hendricks, die sich wie folgt zum Clip äußert: „Dieses Video ist so magisch und anders als alles, was wir jemals zuvor gemacht haben. Ich habe (Regisseur) Henry Kaplan gesagt, dass ich mich von dem Video zu Running Up That Hill von Kate Bush inspiriert gefühlt habe schön und einzigartig, filmisch und sentimental wie der Song. Trotz der Tatsache, dass dieses Video so traumhaft und heiter aussieht, war es sehr anstrengend zu machen. Die gesamte Crew und alle, die nicht in einer bestimmten Einstellung waren, mussten hinter den Steadicam-Operator sprinten, damit sie nicht gesehen werden und die Wirkung des riesigen offenen Feldes, auf dem wir gedreht haben, ruinieren. Aufgrund der Choreografie, dem Wettlauf um die Nutzung des verfügbaren Tageslichts, dem Beschleunigen und Verlangsamen des Bewegung, um die Zeitlupen- und Zeitraffereffekte zu erzielen, und dem Versuch, perfekte, vollständige Einstellungen zu erzielen, weil es so wenige Schnitte gibt, war dies ein äußerst herausfordernder Video-Dreh, aber aus diesem Grund ist es auch unser Favorit „.

LOVE MACHINE – Valentino

Foto Jens Vetter

Sagen wir’s mal so, tagsüber Radiohören (1Live) ist nicht gesundheitsfördernd, weil durch die vielen Wiederholungen der Mainstream-Popmusik die Gefahr der Ertaubung besteht (der sog. Bieber-Sheeran-Tinnitus). Deutlich besser wir es nach 20 Uhr, wenn  auf 1Live der Plan B in Kraft tritt und der Schwerpunkt Richtung Independent-Musik verschoben wird und dabei auch Bands aus heimatlichen Gefilden zu Gehör kommen. Regelrechte Entlastung für Geist und Ohren bietet Klaus Fiehe mit seiner Sendung sonntags ab 22 Uhr. In diesem ohrenfreundlichen  Format war am  05.05.2019 kurz vor Mitternacht LOVE MACHINE mit ihren neuen Titel Valentino zu hören.
LOVE MACHINE sind 5 Jungs aus Düsseldorf mit wirklich beeindruckenden Bärten. Sie haben sich dem Garage, Kraut, Psychedelic Rock verschrieben und können schon auf drei Alben in ihrer fünfjährigen Bandgeschichte zurückblicken.  Zu der o.a. Single Valentino gibt es ein tolles Video, mit schnieken Jackets, ganz viel Alufolie, rotierenden Pizzas und einigem Augenzwinkern.

EP und Nicely Done Tour 2019

Für 2019 kündigen LOVE MACHINE den Release einer EP an. Ein nachfolgendes Album ist für 2020 in Planung. Im Sommer spielen sie auf vielen Festivals und im November gehen sie auf Club-Tour. Der Besuch eines Live-Gigs lohnt sich bestimmt, da die Band ganz viel Bühnenerfahrung aufweist

Freundlicherweise hat KKT, Berlin das Tourplakat geschickt, dem man alle Termine entnehmen kann.

Ich persönlich freue mich auf das Konzert im Sputnik-Cafe in Münster.

Friedrich Sunlight – Sag es erst morgen

Beim stöbern im Netz bin ich auf eine Vorankündigung von tapete records gestoßen, deren Text mich neugierig machte. Da heißt es: „Die Musik von Friedrich Sunlight ist geprägt vom Sunshine Pop der Sechziger und britischen Pop der frühen Achtziger. Wir bringen euch heute den Sunshine mit der Vorabsingle „Sag es erst morgen“ des gleichnamigen Albums von Friedrich Sunlight, das am 28.6. bei Tapete erscheint. Nennt es, wie ihr wollt: Harmony-Pop, Sunshine-Pop, Soft-Rock – aber liebt es!“

Als ich mir den Song anhörte, hatte ich dieses Déjà-vu-Gefühl. Dieser von Streichern nach vorne getriebenen Sound ruft Erinnerungen an die Soul-Musik der siebziger Jahre wach, an die Fernsehsendungen Soul-Train oder an den Phillys-Sound, aber auch an Schlager von Marianne Rosenberg.

„Die Musikalität der Texte ist uns wichtiger als der Inhalt“

Wer sind Friedrich Sunlight, die mit dem für den 28.06.2019 angekündigten “ Sag es erst morgen“ schon den zweiten Longplayer raus bringen? Der Deutschlandfunk brrichtete in einem Portrait: „Friedrich Sunlight ist eine Band mit sehr erfahrenen Musikern: Kenji Kitahama ist der Sänger der Gruppe, ein US-Amerikaner, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Die Texte von Friedrich Sunlight sind auf Deutsch. Bisher kannte man das nur andersherum: englische Lyrics mit deutschem Akzent. Schlagzeuger Mark Frank hat sich den Bandnamen ausgedacht – er hat ihn in einem Dada-Gedicht entdeckt. Die durchaus sperrigen Songzeilen treffen auf samtweiche Melodien.“

In einem Interview sagte Mark Frank: „Die Musikalität der Texte ist uns wichtiger als der Inhalt“ . Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall hören lassen.