Hanna Batka „Mitten in Berlin“ [Album]

VÖ: 19.03.2021


Die Fernsehwerbung nutzt nicht nur unseren visuellen Wahrnehmungskanal, um unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen. Um das beworbene Produkt nicht nur ins rechte Licht zu setzen, sondern ihm auch Gehör zu verschaffen, setzt die Werbung  gerne auf schöne Pop-Melodie. Manch Künstler*in ist durch Werbung für Telekom, Vodafon oder Apple bekannt geworden. Auch die Deutsche Bahn setzt auf Popsongs und so googelte manch einer, wem die schöne glasklare Stimme der DB-Werbekampagne “We are..” aus dem Jahr 2019 gehört.

Sie gehört der jungen Berliner Sängerin Hanna Batka, die in der nächsten Woche ihr in deutsch gesungenes Debüt-Album „Mitten in Berlin“ heraus. Die 11 akustisch gefärbten Popsongs, die on minimalistischem Gitarrenspiel bis hymnischer Popmusik alles zu bieten haben. Ihre sehr persönlichen Texte drehen sich (Liebes-)Beziehungen und kommen absolut authentisch rüber. Man nimmt ihr ab, dass sie die Geschichten von Liebe und Trennung selbst erlebt, hat oder erlebt haben könnte Besonders ergreifend ist der Song „Mutter“ , den Hanna Batka von ihrem Förderer und Mentor Udo Lindenberg geschenkt bekommen hat.

Letztlich geht es bei allem, auch bei den schwierigen Themen, an denen man ja wächst, um  Self-Empowerment, wie man so schön neudeutsch sagt. Hanna Batka bringt mit ihrer Musik, ihren Aussagen, eine positive Ausstrahlung und Energie  rüber. Wir hören eine jungen Frau, der nach ihren Coming Out nichts so schnell was anhaben kann, oder wie sie es selbst ausdrückt , in “Drachenblut” gebadet hat.

Hanna Batka – O-Töne über ihre Singles aus dem Album „Mitten in Berlin“

Komet

„Mein Song „Komet“ beinhaltet eine ganz wichtige Message. Es gibt so viele Leute die unzufrieden mit sich selbst sind und an sich zweifeln. Und meistens vergessen sie dann alle tollen Dinge an sich und sehen nur das Schlechte. Mit meinem Song „Komet“ würde ich gern allen die Augen öffnen, das Tolle an sich zu entdecken und zu sehen, was einen besonders macht. Also wenn’s dir mal schlecht geht. Dann nimm allen Mut zusammen und geh nach draußen, lass dir nicht die Decke auf den Kopf fallen…mach die Augen auf und entdecke wie schön die Welt und du selber bist. Und dann zeig allen, wie toll du bist!“

Im Regen küssen

„Wenn man wirklich verliebt ist, es egal ob es warm, kalt oder regnerisch ist oder es stürmt, wenn man der richtigen Person einen Kuss gibt, dann ist es immer perfekt. Es ist einfach immer das Richtige! Genau wie ein Schoko-Crêpe im Winter oder ein Freibad im Sommer. Das passt immer.“

Einfach Glück

„Ich kann mich noch genau daran erinnern, was für ein crazy Gefühl das war, als ich zum ersten Mal verliebt war. Ich war 15 und es war der Wahnsinn….und dann hatte ich dieses Gefühl bis ich 20 war leider nicht mehr. Da habe ich meine jetzige Freundin getroffen. Da war es dann wirklich wie damals, mit „total aufgeregt sein“, schwitzigen Händen, Herzinfarktgefahr, wenn man eine Nachricht bekommt und einfach dieses „kranke“ Bauchkribbeln, nur wenn man sich angesehen hat. Gleichzeitig spüre ich jetzt aber auch nach einiger Zeit Beziehung, wie sicher ich mich fühle und wie zu Hause. Das macht einfach den Unterschied zwischen „“verknallt sein“ und „bedingungslos lieben“. Deshalb ist der Song „Einfach Glück“ für mich von der ersten bis zur letzten Zeile aktuell. Weil echtes Glück zeitlos ist. „

Mitten in Berlin

„Der Song „Mitten in Berlin“ ist entstanden, weil ich eine besondere Begegnung hatte, und ich glaube was mir da passiert ist, ist schon vielen passiert. Man ist unterwegs und auf einmal begegnet man jemand völlig Fremden aber ist von der Person total hingerissen und überlegt, was man tun kann, um die Person anzusprechen und eh man sich versieht ist es zu spät und man hat sich nicht getraut den ersten Schritt zu machen. Genau das ist mir auch passiert. Im Nachhinein habe ich mich echt geärgert das ich nicht mutig genug war und hab noch viel über diese Begegnung nachgedacht. Manchmal kann halt eine Sekunde, in der du Mut zeigst, dein ganzes Leben verändern. In dem Song „Mitten in Berlin“ mache ich mich gemeinsam mit euch auf die Suche nach dieser fremden Person.“ 

Castillo – Lady Gasoline

Mit „Lady Gasoline“ zeigen sich die Hamburger Newcomer Castillo (Foto: chap@chap.caplin) als smarte und gewiefte Songwriter, die sich nicht vor dem ganz großen Refrain fürchten. Mit einer mächtigen Portion Soul Ist „Lady Gasoline“ ein vielversprechender Track des Duos.

Dazu haben Castillo auch noch eine wichtige Message. Hier in den Worten der Band:

„Wer heute noch „Pussy“ als Schimpfwort benutzt, hat ein Problem – und ist leider doch in guter Gesellschaft. Weil es hier nur zwei Bilder gibt und alle, die da nicht hineinpassen, zu Märtyrer*innen werden müssen, um sie selbst zu sein. Wir haben das so satt. Wir wollen neue Bilder. Bilder, die nicht konstruieren, sondern inspirieren. Bilder, die Raum geben. Bilder, die frei machen und zeigen, dass Ich-Sein nicht die Bürde eines/einer Einzelnen, sondern das Privileg unserer Gesellschaft ist.

Der Aphorismus, der Max Leßmann, Autor, Podcaster und guter Freund der Band dazu einfiel, ist auch nicht schlecht: „Zu leben, als gebe es nur eine Art zu lieben, ist zu leben, als gäbe es nur eine Art von Blumen und ich habe rote Rosen nie gemocht.“ 

Acoustics Tunes – FEE. „Ernst des Lebens“

Das Label Acoustics Tunes bietet in regelmäßigen Abständen Single-Veröffentlichungen, die im akustischen Gewand daher kommen und den Zuhörern eine neue Facette der Musiker*innen zeigen. In dieser Woche präsentiert die Frankfurter Künstlerin FEE eine schöne akustischen Version von „Ernst des Lebens“ aus ihrem aktuellen Album 

FEE wurde mit dem  von Udo Lindenberg ins Leben gerufenen „Panikpreis“ prämiert. Mit dem Preis wurde  „Unangepasste Musik“ ausgezeichnet. Unangepasst ist FEE. im Vergleich zu derzeit erfolgreichen Protagonisten des deutschen Pop-Geschehens. Kein fake, kein Schreibcamp, kein musikalischer Einheitsbrei. Aber nie gleich mit dem Kopf in den Wolken, aus denen Geld oder ein Spotify- Stream regnen könnte. Von zuckersüß bis übergeschnappt, von verträumt bis philosophisch. Ihre Songs sind ungestüme Oden ans Leben, skurrile Beobachtungen, Selbstironie, vertraute Schwesternhaftigkeit. Alles geht, was von Herzen kommt.

Uber den Song erzhlt FEE.: „Ernst des Lebens ist mein erster Song, für den ich einen fiktiven Charakter erschaffen habe – nämlich den Ernst. Ich finde, das Leben sollte nicht zu viel Ernst in sich tragen, denn wenn der Ernst regiert, geht irgendwann die Leichtigkeit und Lebensfreude verloren.“ 

Gloriettenstürmer – Aus der Asche

Nach Oehl und Sharktank das nächste große Ding aus Österreich

Zwei junge Männer in coolen Sneakers und Designerklamotten posieren vor einem schnellen Auto aus der Stuttgarter Sportwagenschmiede (Foto: Sebastian Knittel). Ich lese 808 Percussion Samples und Autotune. Sofort entsteht in meinen Kopf eine Assoziation zu Deutsch-Rap à la Capital Bra, den Song muss ich mir nicht anhören. Kurz vor dem Drücken der Delete-Taste, lese ich den Namen des Duos –Gloriettenstürmer. Glorietten, das sind doch diese hübsch- kitschgen architektonischen Kleinode in Schlossparks. Das wohl bekannteste dieser Spezies steht  im Schlosspark Schönbrunn in Wien. Was ist von einer Band zu erwarten, die solch eine Sehenswürdigkeit erstürmen will. Mal hören. 808s liegen drunter und geben den richtigen Groove vor. Zwar leichtes AutoTune, aber die Jungs können  singen und zwar richtig gut und harmonisch. Der Text hat nix mit Gangstern und „Ich bin der Größte“ zu tun, sondern ist ein schöner romantischer Liebessong. Es ist halt kein Deutsch-Rap. Gloriettenstürmer haben sozusagen ihr eigenes Genre erfunden, Romantic Trap. Wer hat’s erfunden? Die Österreicher. 

Wieder ei Song für die Auf die Ohren -Ohrwurm- Playlist.

„Aus der Asche“ ist nach „Asphalt“ eine Single aus dem Ende des Monats kommmenden Albums. Ich werde die Finger von der Delete-Taste lassen.

Milliarden -Schuldig sein

Frida Kahlo, Michael Jordan, Steve Jobs und Josef Stalin alle in einem Musikvideo? Zu sehen im neuen Musikvideo von Milliarden zu ihrer neuen Single „Schuldig sein“ (Foto.Christoph Voy). Der Song wird auf dem neuen Album der Berliner Rockband zu hören sein. „Schuldig“ erscheint am 05. Februar 2021. Am selben Tag spielt die Band ein aufwändiges Release-Konzert, das ins Internet übertragen wird. Ich freue mich drauf.

Hier gibt es Tickets für die Show : https://www.club100-bremen.de/milliardentickets

und hier das Video

KRAUS – SCHON SO LANG

Manche Künstler bekommen es hin, nicht nur einen ausgesproche hörenswerten Song zu kreiren, sondern diesen auch  noch ausgesprochen gelungen zu visualisieren. Dieses ist nun Kraus mit ihrem neuen Video geglückt.  Zu dem sehnsuchtsvollen Liebeslied „Schon so lang“ radelt der Frontmann Michael Kraus durch seinen Kiez im Hamburger Karo-Viertel – und wird auf seinem Weg zunehmend von Fahrradfahrer*Innen begleitet, die schließlich den Chor zum epischen Finale des Stücks beisteuern.

Der Song gehört auch aud die neue Playlist Auf die Ohren – Ohrwurm.

Bevor die Akustik-EP „Blick ins Leise“ erscheint, veröffentlicht Jante die Single „Vielleicht“

Jante verbindet Indie-Folk mit eindringlichen deutschen Texten. Mit ihrer aktuellen EP „Blick ins Freie“ haben sie damit den Nerv getroffen und eine gehörige Hörerschar angesprochen. Auf die Ohren schrieb im April 2020: “Die  sechs Songs auf der EP versprühen ungemeine musikalische Leichtigkeit und vermitteln Vorfreude auf den Sommer (hoffentlich wieder mit vielen Konzerten).”

Aus den vielen Konzerten ist dann leider nicht geworden. Und Jante reagiert darauf. Jetzt, wo viele Menschen sich wetterbedingt und mangels kultureller Alternativen wieder in die eigenen vier Wände zurückziehen, veröffentlichen ihre gesamte EP unter dem Namen „Blick ins Leise“ noch einmal live und akustisch und mit komplett neuem Sound, sozusagen als Ersatz für das entgangene Live-Erlebnis.

Bei  der intimen Akustikversion von „Vielleicht“ haben Jante die ursprünglich stampfende Mitsing-Hymne in eine emotionale Klavierballade umgewandelt, die mit ihrer Intimität und Nähe besonders gut in die kalte Jahreszeit passt. Das zugehörige Video wurde bei schummrigem Licht in einer der schönsten Scheunen Mitteldeutschlands gedreht. 

Die Akustik EP „Blick ins Leise“erscheint am 12. Februar 2021.

Jante sind der Liedermacher Jan Thierfelder (Gesang, Gitarre, Mundharmonika) und seine musikalischen Mitstreiter Tim Bergelt (Gitarre, Ukulele, Mandoline), Margot Cichy (Schlagzeug) und Sebastian Rettig (Bass) aus Leipzig  und Chemnitz.  

„Vielleicht“in der Akustikversion ist auch auf der neuen Playlist Auf die Ohren – Ohrwurm.

Poststelle 308 – Zeichen

Hihat, Snare, eine funkige Bassline und eine angezeckte Fuzzgitarre. Wenn der Vocalist sein Babe ansingt, zieht das Zeilenende immer schön hoch. Dann ein Zwiegespräch zwischen Sänger und besagter Gitarre. Nein, Bilderbuch haben keine neue Single auf den Markt geworfen. Nicht nur die können lässigen Funk. Zeichen ist ein vor Coolness berstendes Werk der Berliner Poststelle 308, zu der es jetzt ein fein gemachtes Lyric -Video gibt. Es geht um eine typische Stresssituation in einer Beziehung.“Sag nichts, ich deute die Zeichen.” Manchmal braucht es keine vielen Worte. Mit dem Partner (also mit Babe) am Esstisch. Ein schiefer Blick, ein gehässig nach oben gezogener Mundwinkel – alles klar. Es reicht, die Bombe geht hoch.

Zeichen ist übrigens ab sofort in der neuen Deutschpop-Playlist „Auf die Ohren-Ohrwurm“

Social Media der Poststelle 308

November Me – Kein Sommer

Unter dem Projektnamen November Me entsteht aus der Feder des Wahl-Berliners Sebastian Krichler feinster Singer/Songwriter-Pop. In seinen meist englischen Songs geht es um Liebe und Angst, Erinnern und Vergehen, also um das zutiefst Menschliche. In dem deutschsprachigen November Me-Song „Kein Sommer“ beschreibt Sebastian die leisen Brüche im Privaten und Innerlichen, wie sie viele von uns sie vor dem Hintergrund der unverarbeitbaren Weltveränderungen in den vergangenen Monaten auf die eine oder andere Weise durchlebt haben. Und erzählt in zarten Tönen von einem, der schlecht im Loslassen ist und in dunklen Momenten Frieden im Gedanken an vertraute Menschen findet.

Poststelle 308 – Feiertag (Krautsalat)

So, einen Tag vor Heiligabend hat es doch noch ein “Weihnachtslied” in die Playlist geschafft. Der Song Feiertag (Krautsalat) der Berliner Band Poststelle 308 hat es verdient, denn er trifft die an Weihnachten in vielen deutschen Haushalten üblicherweise herrschende Gefühlslage zu genau. Das traute Beisammensein der Familien unter dem Tannenbaum ist oft pure Illusion und funktioniert perfekt nur in der Fernsehwerbung. Es ist nämlich überhaupt nicht einfach, seine Lieben mit Geschenken zu bedenken und ein Festmahl auf die Tafel zu zaubern, wenn man Hartz IV bezieht. Drei Tage lang, eine glückliche Familie zu spielen, ist verdammt schwer, wenn sich die Eltern schon seit Jahren hassen. Im Grunde können wir Corona dankbar sein, dass Verwandtenbesuche Weihnachten 2020 ausfallen.

Mit all diesen Wahrheiten konfrontieren uns Konrad, Julian, Phil und Phil und lassen dazu Wah Wah-Gitarren  und Wurlitzer-Orgel ertönen, als wäre der Song eine Schwester von Bob Dylans “Knockin‘ On Heaven’s Door”.