Hinds – Riding Solo

Foto : Anrea Savall

Spanierinnen überraschen mit neuem Track. Neues Album zu erwarten.

Die spanische Gitarrenband Hinds steht nicht für glatte Popmusik. Auf ihren zwei bisherigen Alben „Leave Me Alone“ und „I Don’t Run“ fielen die vier Madrileninnen durch naiv rumpeligen Gitarrenrock auf. Mit ihrer mit ihrer ehrlichen, lustigen und charmanten Musik, emotionale Offenheit und kompromisslos-anarchische Art haben Hinds weltweit viele Fans gewinnen können.

 Auch mit Riding Soul bleibt sich Hinds im Grunde genommen treu und schreiben weiterhin tief persönliche Texte über ihre Herausforderungen und Schwierigkeiten, die aber auch universell klingen: „Einsamkeit ist eines der häufigsten menschlichen Gefühle, oder? Naja, ein Musiker zu sein, hilft nicht wirklich. Dein ganzes Leben ist ständig in Bewegung und das Einzige, was bleibt, bist du selbst und der Umgang mit dir selbst. Oh Gott, wir alle wissen, wie langweilig und anstrengend das sein kann. Davon handelt Riding Solo. Von und über uns. Ständig in Bewegung, überall und nirgendwo gleichzeitig. Umgeben von Fremden die meiste Zeit des Tages, 9 Stunden Zeitunterschied zu unseren Leuten und dem, was wir Zuhause nennen, leben und sterben por y para la música„, so die Band. Ein Leben für die Musik eben. Für die fette und überraschend eingängige Produktion ist  Jennifer Decilveo verantwortlich, die unter anderem schon für Bat for Lashes oder The Gossip tätig war.

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a love machine in town

Foto Thomas Wolff

Love Machine am 23.11. im Sputnik Café in Münster

Wir schreiben das Jahr 2019, wir befinden uns in der westfälischen Provinz. Wenn man die Band oben der Bühne sieht mit langen Haaren, dicken Schnauzbärten oder langen Bärten und dazu die psychedelisch verzerrten Gitarren hört, könnte man meinen, es sei 1967 irgendwo im Süden der USA. Die Band, die da so aus der Zeit gefallen ist, kommt nicht aus Amerika, sondern aus Düsseldorf. Aber sie wollen wie die Hippies von Liebe verbreiten.

Das mit der Liebe sagt Marcel Rösche , der Sänger mit der sonoren Stimme. Sie tun das, und auch das gegen den Zeitgeist, auf männliche Art, ja sie zelebrieren Männlichkeit. Auftritt im Achselhemd, das im Laufe des abends ausgezogen wird, Hemden aufgeknöpft und Brusthaar raus, Duschen mit Bier, Rauchen auf der Bühne . Die schwulen Jungs in der ersten Reihe sind voll aus dem Häuschen und pogen, was das Zeug hält.

Mit Schellenkranz und Congas gibt Rösche den Schamanen. Drums und Bass (Richard Eisenach) treiben den Groove. Man kann gar nicht einordnen, was sie mit den beiden Gitarren (Hendrik Siems und Felix Wursthorn) zusammen bringen. Rock ’n‘ Roll mit Krautrock und Psychedelic, das ganze unglaublich laut. Egal, am Ende tanzt der ganze Club. Höhepunkt der Zugabe in ein gefühlt zehnminütiges Schlagzeugsolo von Noel Lardon.

Agnes Obel – Island Of Doom

Mit Island Of Doom kündigt Agnes Obel ihr neues Album an. Das wird den Titel „Myopia“ tragen und am 21.02.2020 erscheinen. Es wird veröffentlicht beim renommierten Klassik- und Jazzlabel Deutsche Grammophon. Man kann sich gut vorstellen, dass die minimalistischen Klaviermelodie in ihrer schlichten Schönheit auch bei Klassik- und Jazzliebhabern gefallen findet. Bei der Aufname hat Agnes Obel ihre eigene Stimme verfremdet, sodass wundervolle Gesangsharmonien entstehen.

Die Dänin Agnes Obel lebt in Berlin. Seit frühester Kidheit spielt sie Klavier. Als musikalische Einflüsse nennt sie  Roy Orbison und die französischen Komponisten Claude Debussy, Maurice Ravel und Erik Satie.

Mando Diao – Don’t Tell Me

Aus dem vor fast einem Monat  veröffentlichten Album BANG der schwedischen Rocker erschien nun das Video zum Track Don’t Tell Me. Wie auch schon in dem Video zu „Long Long Way“ wird auch diesmal eine kleine Geschichte erzählt.

Ein wenig nackte Haut im neuen Video

Es geht um eine Art Sekte um einen dominanten Sex-Guru und ihre Riten. Parallel dazu wird der Sektenführer von einer TV-Journalistin interviewt und leugnet,  in bester Trump & Co. Manier, alles was sie ihn fragt, bis das ganze eskaliert.

Der Regisseur Gustav Hugo Olsson und Mando Diao geben dazu folgendes Statement ab:

”We wanted to explore the absurdity, danger, and madness that occurs when a group of people gathers and together blindly devote themselves to a specific belief system that is preached by a hypocritical leader. This can be political, religious and social.”

Director Gustav Hugo Olsson & Mando Diao

Recht haben sie.

Was zusätzlich auffällt, ist dass das Video auf YouTube nur mit Altersbeschränkung zu sehen ist. In dem Beitrag auf der Auf die Ohren Facebookseite wird von FB die Einbettung des YouTube Videos unterbunden. Das hat nichts mit Jugendschutz zu tun, sondern ist einfach nur prüde.

Mando Diao 2019
Mando Diao 2019 by GUSTAF ELIAS

Cold War Kids streben nach neuen Werten und einer besseren Welt

Das siebte Studioalbum „New Age Norms, Vol. 1“ erscheint heute

Wie die zeit vergeht. Das einschneidende Ereignis, dass das Ende des kalten Krieges zwischen Ost und West markiert, der Fall der Berliner Mauer jährt sich am 09.11.2019 zum 30. mal. Die Band, die die Erinnerung an die Zeit des kalten Krieges in ihren Bandnamen aufgenommen hat, Cold War Kids, bestehen nunmehr schon seit 15 Jahren. Die Zeiten haben sich geändert. Vor dem Zusammenbruch des Ostens und dem danach beginnenden und seit Trump eine verschärfte Dynamik aufnehmenden Auseinanderfallen des Westens, wurde im kalten Krieg das atomare Wettrüsten als größte Bedrohung wahrgenommen. Heute bedroht uns die menschengemachte Klimakatastrophe , über die sich jeder beschwert, aber keiner sein Verhalten ändern will, der Wandel von gemeinnützigen Patriotismus zu schädlichen Nationalismus, von gesellschaftlicher Solidarität zu neoliberalem Egoismus.

Cold War Kids haben schon immer gesellschaftspolitische Themen, wie etwa Alkoholismus, zu wütenden Texten verarbeitet. Das passiert auch auf dem neuen Album. So beschäftigen sich Cold War Kids damit, dass am Nationalfeiertag, 4th of July, soheißt auch der Song, , alle in den Urlaub fahren, um ungeniert am Pool ihren Reichtum abfeiern, ohne das jemand an die denkt, die von der Hand in den Mund in Armut leben müssen. Der Song Complainer rechnet mit denen ab, die sich ständig nur beschweren, aber selbst nichts tun.

Sänger Nathan Willett sieht in der Verbindung zwischen politischen Botschaften und Rock ’n‘ Roll, der nicht politisch korrekt sein kann und will die „New Age Norms“, das Streben nach einer besseren Wellt.

Musikalisch ist New Age Norms, Vol. 1 erfrischend abwechslungsreich. Ein Album zum Durchhören. Es sind nur acht Tracks, aber von jedem wird man mitgenommen. Man findet infektiöse funkigen Groove, schmeichelde Gitarren Riffs und Keybards. Fine Fine Fine ist schneller Rock’n’Roll, extrem tanzbar. Waiting for your Love ist eine R’n’B -Nummer, während Beyond the Pale in der Mitte des Albums als hymnische Ballade aufwartet. Bei Dirt in my Eyes überzeugt der groovige Bass und der catchy Refrain. Über all dem thront die charakteristische Kopfstimme von Sänger Nathan Willett.

Mando Diao – Long Long Way

Musik aus Skandinavien

Credit: Viktor Flumé

Bei unserem Wochenendtrip in die skandinavische Musikwelt treffen wir auf alte Bekannte. (Den Spruch mit den alten Schweden verkneif ich mir.) Die schwedischen Alternative-Rocker Mando Diao mussten sich nach der Trennung  in 2015 von Gustaf Norén, ihrem zweiten Frontmann neben Björn Dixgård, praktisch neu erfinden. Mit dem Album „Good Times“ aus dem Jahr 2017 haben sie  die Freude an raueren Gitarren wieder für sich entdeckt. In der Kritik kam „Good Times“ nicht so gut weg. Zur Freude aller Fans von erdiger, direkter und dreckiger Gitarrenmusik lassen sie sich davon offenbar nicht beirren.

Neues Album „Bang“ erscheint am 18.10.

Ein neues Album mit dem entsprechenden Titel „Bang“ ist angekündigt und es geht Schlag auf Schlag. Nachdem sie erst kürzlich mit „One Last Fire“ die erste neue Single veröffentlicht haben, schieben sie bereits eine Woche später die zweite Single „Long Long Way“ inklusive Videoclip hinterher. Mir gefällt natürlich, dass ein tanzender Wolf die Hauptperson in dem Video ist. Dieser muss einige unangenehme Situationen überstehen. In dem Filmchen zeigen übrigens die Bandmitglieder ihre schauspielerischen Fähigkeiten.

Live sind Mando Diao bei folgenden Terminen zu erleben, von denen erste bereits ausverkauft sind bzw. nur noch Restkarten verfügbar sind:

22.11. Hamburg – Sporthalle
23.11. Wiesbaden – Schlachthof (Restkarten)
24.11. AT-Wien – Arena
26.11. CH-Zürich – X-Tra
28.11. Dresden – Alter Schlachthof
29.11. München – Tonhalle (Ausverkauft)
30.11. Köln – Palladium
01.12. Berlin – Columbiahalle

WARMRAIN – Running Out Of Time und ein Eurythmic-Cover

Cover

Die erste Veröffentlichung der Band WARMRAIN, eine 2011 erschienene EP mit vier Titeln, „Absent Friends“, wurde im Prog-Magazin als „nachdenkliche Visitenkarte … Eine stattliche Angelegenheit, die einige Pink Floyd-Einflüsse zeigt“ beschrieben. Seitdem haben WARMRAIN sich zurückgezogen . Außerhalb des   Rampenlichts haben Sänger Leon J. Russell, Gitarrist Matthew Lerwill und Bassist Simon Bradshaw ein intensives und zutiefst persönliches Doppelalbum fertig gestellt. Konzipiert und geschrieben wurde das Werk von Leon J Russell. Das Konzept von BACK ABOVE THE CLOUDS  umfasst nicht nur Musik und Texte in 16 Songs, sondern auch Videos, Fotos, Illustrationen und Infografiken, die  über Social-Media-Plattformen vermittelt werden. So gibt es zu dem Track Running Out Of Time ein außergewöhnlich gut gemachtes Lyric Video.

WARMRAIN haben ihr mit Spannung erwartete Debütalbum BACK ABOVE THE CLOUDS veröffentlicht 

Neben  zwei neuen Versionen von Absent Friends enthält BACK ABOVE THE CLOUDS  als Bonustrack eine Sieben-Minuten-Version von Here Comes The Rain Again, den Eurythmics-Klassiker. Dazu gibt es, etwas kürzer, ein atemberaubenden 4K-Video, das in Dorchester Abbey mit den Gastmusikern Craig Blundell am Schlagzeug und John Mitchell am Keyboard gedreht wurde. 

Hier sind außerdem die für das Gesamtkonzept wichtigen Links:

Official: http://warmrainband.com

Facebook: http://www.facebook.com/warmrainofficial

Instagram: http://www.instagram.com/warmrainband

Sleater-Kinney – The Future Is Here

Sleater-Kinney ist eine amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington, gegründet wurde. Sleater-Kinney ist ein wichtiger Bestandteil der amerikanischen Indie-Rock-Szene. Die Band ist für ihre feministischen und linksgerichteten Lyrics bekannt, besetzt also Themem der feministische Undergroud-Punk-Bewegung, die man Riot Grrrl nennt. Die aktuelle Besetzung besteht aus den Songschreiberrinnen und Ex-Geliebten Corin Tucker (Gesang und Gitarre) und Carrie Brownstein (Gitarre und Gesang).Die langjährige Schlagzeugin Janet Weiss schied im Juli aus.

Der hier vorgestellte Song The Future Is Here gehört zum neuen Album The Center Won’t Hold (Spotify-Link), welches fünf Jahre nach der letzten LP „No Cities To Love“ (2014) gestern auf den Markt gebracht wurde. Das Album wurde von St. Vincent produzierten.

Neues Sleater-Kinney- Album „The Center Won’t Hold“ von St. Vincent produziert

Zur Entstehung des Songs The Future Is Here erklärte Corin Tucker im Podcast „Song Exploder“, dass sie vom experimentellen Opernsänger Joseph Keckler inspiriert wurde. Sie hatte eine seiner Shows besucht und dort sein Lied zum Thema Internet gehört. Ursprünglich wollte sie ein Duett mit einem Sänger, doch St. Vincent schlug vor, beide Stimmen selbst zu singen. „Es gibt so viele verschiedene Stimmen, die ein Songwriter erforschen kann und die in keiner Weise an Ihr eigenes Geschlecht oder Ihren eigenen Körper gebunden sein müssen“, sagt Corin Tucker. „Das ist ein wirklich befreiendes Element des Schreibens.“

Als Ladies lernen die Roit Grrrls Pop und verlieren ihre Drummerin

The Center Won’t Hold merkt man den Einfluss von St. Vincent deutlich an. Trotz deprimierter Texte zeigen Chorgesänge in den Refrains Funken von Hoffnung, so wie die Politiesierung der Jugend durch die Fridays for Future Bewegung hoffen lässt, auf die Bedrohung durch die Umweltzerstörung künftig anders zu reagieren. Insgesamt ist das Album der Mitt-Vierziger etwas weniger Punk und mehr Pop, was in meinen Ohren gut klingt. Diese Entwicklung der Band gefällt nicht allen. Am 1. Juli verkündete die Schlagzeugerin Janet Weiss auf Twitter: „ … with heavy sadness, I have decided to leave Sleater-Kinnney. The Band is heading in a new direction and it is time for me to move on.“

Magic Pie – P&C

Es gibt ihn noch – Prog-Rock. Fans von Deep Purple oder Yes schauen respektive hören nach Norwegen zu der dort beheimateten Band Magic Pie

Magic Pie ist ein bekannter Name für Progfans auf der ganzen Welt, deren Mischung aus klassischem Prog und Hardrock der 70er Jahre von Bands wie Dream Theatre, Genesis, Pink Floyd, Kansas, Deep Purple, Yes usw. inspiriert. Angeführt von Sänger und Gitarrist Kim Stenberg, ist die Band bekannt für ihren epischen, energiegeladenen, melodischen und

manchmal schweren Prog-Rock mit großartigen Vokalharmonien und großartiger Musikalität. 

Fragments of the  5th Element ist  das lang erwartete fünfte Album von Magic Pie. Auf dieser Platte haben sie versucht, sich von der sterilen Perfektion fernzuhalten und sich für einen unpolierteren rauen Sound entschieden.

Das Album Fragments of the  5th Element wird am 30. August via Mariana Records veröffentlicht. Als Teaser erscheint schon heute Der Track P&C.

Aufstellung: 

Kim Stenberg-Guitars, Vocals 

Lars Petter Holstad-Bass, Vocals 

Erikur Hauksson-Lead-Vocals 

Jan Torkild Johannessen-Drums Erik Hanssen-Vocals 

Erling Henanger-Keyboard

Elbow veröffentlichen eine siebenminütige neue Single mit dem Titel “Dexter & Sinister”

Der Titel stammt aus der Heraldik (Wappenkunde), in der Dexter (rechts) und Sinister (links) die beiden Seiten eines Wappenschilds darstellen. Es ist ein Symbol für die Zerissenheit der britischen Gesellschaft in der Auseinandersetzung um den Brexit.

Auseinandersetzung mit dem Brexit

Sänger Guy Garvey erklärt, der Song handele von der großen Verwirrung bei seinen Gefühlen beim Brexit, dem Verlust von Familie und Freunden und dem allgemeinen Gefühl der Unzufriedenheit, das man im Moment überall sieht.

Dexter & Sinister wurde in den Clouds Hill Studios in Hamburg aufgenommen, einem Gebäude voller alter, wunderschön erhaltener analoger Geräte, die die Band dazu ermutigte, im Raum zu experimentieren und live zu spielen. Beim Gesang unterstützte Jesca Hoop, einer langjährigen Freundin der Band. Mich erinnern die Stimme von Guy Garvey und die Art, wie der Song aufgebaut ist, stark an Peter Gabriel.