John Moods- Talk To Me (Single und Video)

So Sweet (EP)

John Moods heißt eigentlich Jonathan Jarzyna und wohnt in Berlin (Foto: JJ Weihl) Er war Mitglied der Berliner Band Fenster. Unter dem Namen seines Soloprojekts John Mood hat er ein neues Video raus gebracht, in welchem er als Yuppie durch New York läuft. “Talk To Me” ist eine weitere Single von der am Freitag erscheinenden EP „So Sweet“.

John Moods  erzählt zum Video: „In diesem Video darf ich ausleben, was ich als meine „suit-guy fantasy bezeichne. Ein junger, ungerührter Investmentbanker, ein Yuppie, der Held der romantischen Komödien der 1990er Jahre, schreitet mit schnellen Schritten durch die Straßen von Lower Manhattan, während der Kaffee dampft, die Brezeln heiß sind und Rauch aus den Abwasserkanälen weht, als Erinnerung daran, was sich unter der hypernormalisierten Welt der Finanzen verbirgt. Am Ende des Videos erreicht der Protagonist das Büro, in dem er ganz allein in einem toten und verfallenden Gebäude arbeitet, noch immer ahnungslos oder unfähig zu sehen, was ihn wirklich umgibt. Das Video spielt in einer Art Fantasy-Version des New Yorks der 90er Jahre, wobei Teile offensichtlich nicht in New York, sondern in der heutigen Zeit gedreht wurden. Es spiegelt die Zeit wider, die vergangen ist, seit das Found Footage gefilmt wurde, und wie komisch es manchmal ist, so weit von Amerika entfernt zu sein, aber gleichzeitig sehr stark von dessen Kultur, Glaubenssystemen und Träumen beeinflusst zu sein.“

 „So Sweet“ (EP) – 6 Indiepop Songs für bessere Laune

So wie das Video vergangene Zeiten zitiert, leben die sechs Songs der am Freitag erschienenen EP “So Sweet” davon, dass, wie das Magazin Spex richtig feststellt, sich Jarzyna “vom psychedelischen bis jazzigen Folk-Sound der späten Sechziger und Siebziger, bis zum AOR-Yacht-Rock der Achtziger mit seiner mediterranen Sehnsucht … die reifsten Kirschen herausgepickt” hat. Im August erscheint dann die zweite EP „So Nice“, Die Zweiteilung des Projekts ist dem Gedanken geschuldet, dass unserer Welt notwendigerweise aus Binaritäten und Dualitäten besteht, um diese als Dyaden zu begreifen und sich in den undurchsichtigen Räumen dazwischen wohlzufühlen. Jede Hälfte kontrastiert die andere, akzentuiert divergierende Aspekte eines einzigen Ganzen. 

Tim Schou – Mad Love

Ein richtig schöner Pop Song kommt von unseren nördlichen Nachbarn, aus Dänemark. Tim Schou (Fotos: Bjarne Hyldgaard) lebt, jetzt wieder, in Kopenhagen. Den Ohrwurm ” hat er zusammen mit der englischen Sängerin und Songschreiberin Ella Henderson komponiert und mit der der dänischen Sängerin SOWFY im Duett eingesungen. Im Video ist das dänische Model Saba Lykke Oehlenschlæger zu sehen.

7 Jahre als reisender Sänger, Vagabund, Couchsurfer und Songwriter münden in dem Debütalbum „HERO/LOSER“

Der Song stammt aus Tims  Debüt-Album Hero/Loser. Zu dem Album gibt es eine Entstehungsgeschichte. Tim erzählt: „2014 verkaufte ich meine Wohnung in Kopenhagen und zog in die Welt hinaus, um alles in meinen Traum zu investieren, von meiner Musik leben zu können, in der Hoffnung, mir eines Tages wieder meine eigene Wohnung kaufen zu können, dann aber zu 100 % finanziert durch meine eigene Musik. Das war der Traum. Das war das Ziel. In den letzten 7 Jahren habe ich die Nächte auf so ziemlich jedem Untergrund verbracht, von einem Fußboden in einem Einkaufszentrum bis zu einer kalten Bank in Chicago – und nicht zuletzt auf verdammt vielen Sofas in euren Wohnungen.

Alles mit dem Ziel, meine eigene Musik zu erschaffen, zu schreiben und aufzunehmen, die eines Tages veröffentlicht und obendrein gut genug sein würde, um daraus eine professionelle Musikkarriere zu formen. Jetzt spulen wir ins Jahr 2021 vor. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in meiner neuen kleinen Wohnung in Kopenhagen. und bezahlt von meinem eigenen Geld, angespart über die letzten 7 Jahre als Couchsurfer, auftretender Musiker und Songwriter. Ich habe meinen Frieden damit gemacht, an einem Ort zu bleiben und dort glücklich zu sein, während meine Kreativität weiter sprießt und gedeiht. Ihr alle habt mir geholfen, an diesen Punkt zu kommen und ich will einfach nur ‚Danke’ sagen! An alle, die das Gefühl haben, Teil meiner Reise gewesen zu sein: Danke für eure Geduld, danke für euren Support und danke für die Liebe entlang des Weges.“ 

Søjus1 – BLAO

Single  aus dem Ambient-Album “ORWO” des Dresdner Duos

Dem Werk des Dresdner Bandprojekt Søjus1 nähert man sich am besten, wenn man es unter musikalisch-cineastischen  Blickwinkel betrachtet, wobei deutlich wird, wie einerseits Musik die visuelle Kraft des Films oder Videos unterstützt und ergänzt, andererseits aber auch eigenständig bestehen kann.  So handelt es sich bei dem Musikvideo zu “BLAO” um ein eigenständiges filmisches Werk mit dem Titel „TOURNEE“, welches von den Medienkünstlerinnen F & S Hoffmann gestaltet wurde. Das Video zeigt Bilder von Flug- und Eisenbahnreisen und ist eine Collage aus  Archiv- Filmmaterial vermischt mit Videoaufnahmen. Der Musik und dem Video ist damit gemein, dass Analoges (Schlagzeug, Bass- und E-Gitarre) und Digitales ( Synthesizer, Samples) kreativ gestaltet werden.

“BLAO” ist eine Auskopplung aus dem Album “ORWO” von Søjus1. Søjus1 sind  Ralf Müller-Hoffmann, der unter dem Pseudonym Sonorous als DJ um die Welt tourte uns Simon Arnold,  der als Jazz-Drummer in verschiedenen Combos gespielt hat (Foto oben: Frank Bessin). Auf dem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2015 ist übrigens als Sängerin Inéz Schaefer zu hören, die aktuell in dem Duo Ätna für Furore sorgt (Titel 030).

ORWO – Ein Instrumental-Album zum Abheben

ORWO”  ist das zweite Album von Søjus1. Es beinhaltet eine Abwendung von Trip-Hop- und Popmusik-Spuren des Debütalbums und eröffnet eine cineastischen Atmosphäre. Tatsächlich hat ein Film und die Auseinandersetzung damit eine große Rolle gespielt, denn Ursprung war die Live-Vertonung des Stummfilms „Der Fuhrmann des Todes“ (Schweden, 1921, Regie: Victor Sjöström) für ein Programm-Kino. Schließlich überarbeitete  Søjus1 ihren Soundtrack so, dass er als reines Musikalbum wie bei einer Progrock-Band als von Anfang zum Ende durch zuhörendes Gesamtkunstwerk funktioniert. Impulsgeber könnten Bandsund Künstler wie Cinematic Orchestra, DJ Shadow, Massive Attack, aber auch Pink Floyd und Philip Glass sein, wobei Søjus1 dabei aber eine ganz neue Sprache entwickelt. Besonders sticht die Qualität des Schlagzeugs hervor, das in einigen Stücken eine dominante Rolle übernimmt. 

Aropos Sprache, Gesang findet auf „ORWO“ nicht statt und wird auch nicht vermisst,. Die Sprache von Ralf Müller-Hoffmann und Simon Arnold ist allein die instrumentale Musik.

Sympathisch ist die Authentizität der beiden Akteure, die, wie der Bandname zeigt, zu ihrer Jugendzeit in der DDR stehen, in der die Kosmonauten, die mit den Sojus-Raumkapsel, flogen Helden waren. Auch der Titel des Album hat sowohl einen Bezug zum Film, als auch zur DDR. Der Name ORWO kam mir sofort bekannt vor.  Als ich noch analog  fotografiert und die Filme selbst entwickelt habe, habe ich häufig das qualitativ gute Filmmaterial der Marke “Orwo” aus der DDR benutzt.

Debüt-EP von CoppiCat aus Berlin

Hörempfehlung für Freunde deutscher Indie-Rock-Klänge

Rafael Triebel aka CoppiCat (Foto: Valerie Euler) hat eine mit seiner EP, die auch CoppiCat heißt,  eine Song-Trilogie nostalgischer Lieder veröffentlicht. Gemeint ist mit Nostalgie in diesem Falle nicht eine musikalische Rückwendung. Ganz im Gegenteil hören wir hier Indie-Rock mit deutschen Texten auf der Höhe der Zeit. Die zeitgemäße Abmischung der Song garantierte an den Reglern Tom Hessler, sonst Produzent und Sänger der Band Fotos. Die spannenden Videos dazu, wurden von Sophie Euler umgesetzt. 

Song-Trilogie gegen Gentrifizierung

Nostalgie ist hierzu verstehen im Sinne eines Unbehagen mit gegenwärtigen Zuständen, welches zu einer unbestimmten Verklärung der Vergangenheit führt.  Ob damals in den 90er Jahren im Berlin seiner Jugend, über das Triebel in „An der Stelle, an der die Mauer stand“ singt, alles besser war, sei dahin gestellt.  Es ist wie bei einer alten Liebe, die sich nicht mehr so anfühlt, wie sie früher war und man weiß, dass es nie wieder so sein wird. Es ist von CoppiCat im Song Unsere alte Liebefein erzählt, wie die  Veränderungen der Stadt um ihn herum in einen Kontext zu seinem Beziehungsleben gestellt werden. Das Unbehagen, welches Triebel umtreibt, hat einen ganz konkreten Grund. Es ist  die Gentrifizierung seiner Heimatstadt Berlin. Hiervon war er unmittelbar betroffen. Dreizehn Jahre lang arbeitete er in seinem selbst ausgebauten Musikstudio in Berlin Lichtenberg, als er vom Vermieter eiskalt vor die Tür gesetzt wurde, um ein Laden für Tauchausrüstung Platz zu machen. da schlägt die Nostalgie in Gesellschaftskritik um. Es ist kein Platz mehr für uns“, heißt es im Song „In der Coppistraße“. „Wir müssen uns geschlagen geben!“ Damit meint CoppiCat nicht nur sich selbst und die vielen befreundeten Musiker*innen, die bei ihm ein und aus gingen, sondern auch alle anderen, vornehmlich finanziell weniger gut gestellte  Menschen, die „lernen müssen loszulassen“

Alben der Woche (Teil 2)

Die Ausnahmekünstlerin Alice Phoebe Lou veröffentlicht ihr drittes Album „Glow“

Aufgrund einiger Verbindungsprobleme mit dem Internet erfolgt der zweite Teil der Alben der Woche mit gehöriger Verspätung. Dafür verdient „Glow “ von Alice Phoebe Lou, einer Künstlerin die ich sehr mag, um so mehr Aufmersamkeit.(Beitragsfoto: Andrea Rojas)

Alice Phoebe Lou ist 1993 in Kommetjie, einem Ort an der Westküste der Kap-Halbinsel, südwestlich der Metropole Kapstadt geboren. Seit 2013 wohnt sie in der Berlin und verdiente ihren Unterhalt zunächst als Straßensängerin. Aufmerksamkeit bekam Alice Phoebe Lou schon für ihr Debütalbum „Orbit“ (2016). Richtig los ging es dann mit dem  zweiten Album „Paper Castles“ (2019). Es ist ein selbstgemachter Erfolg, ohne große Plattenfirma im Hintergrund. Im Mainstream einordnen lässt sich ihre Musik ohnehin nicht. Es folgten Tournee um den ganzen Globus und sie gab mehr als 100 Konzerte. Für die umtriebige Alice war Corona mit den Konzertabsagen und Reisebeschränkungen eine Vollbremsung. Im Lockdown entsteht das Album “Glow”, natürlich wieder eigenproduziert. Alice erzählt zur Entstehung: „Ich habe mehr Zeit alleine verbracht als jemals zuvor. Ich rasierte meinen Kopf. Hatte einen Ego-Tod. Verliebte mich. Mir wurde das Herz gebrochen. Ich war ein rohes kleines Durcheinander. Und darüber habe ich geschrieben.“

Man kann sich dem Charme der 12 Songs nicht entziehen. Es passt alles zusammen. Alice warmer Gesang und ihr exzellentes Gitarrenspiel, ungewöhnliche Instrumente, wie z.B. eine Klarinette, begleitet  von groovenden Bass und hypnotischen Pianoklängen ergeben eine flirrende Mischung aus Retrosound, Pop, Soul, Blues und Jazz. Als Glücksgriff erwies sich Ihre Entscheidung, in den Castles Studios in Dresden aufzunehmen, denn hier gab es das Equipment von alten Mikrofone bis zur analogen Bandmaschine, das es ermöglichte diesen speziellen warmen Sound zu erzeugen. Alice Phoebe Lou hat mit “Glow” ihren Status als Ausnahmekünstlerin bestärkt. 

Spotify-Stream

 

Tracklist “Glow”

  1. Only When I
  2. Glow
  3. Dusk
  4. Mothers Eyes
  5. How to Get Out of Love
  6. Heavy // Light as Air
  7. Dirty Mouth
  8. Lonely Crowd
  9. Lover // Over The Moon
  10. Driveby
  11. Velvet Mood
  12. Lovesick

Hanna Batka „Mitten in Berlin“ [Album]

VÖ: 19.03.2021


Die Fernsehwerbung nutzt nicht nur unseren visuellen Wahrnehmungskanal, um unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen. Um das beworbene Produkt nicht nur ins rechte Licht zu setzen, sondern ihm auch Gehör zu verschaffen, setzt die Werbung  gerne auf schöne Pop-Melodie. Manch Künstler*in ist durch Werbung für Telekom, Vodafon oder Apple bekannt geworden. Auch die Deutsche Bahn setzt auf Popsongs und so googelte manch einer, wem die schöne glasklare Stimme der DB-Werbekampagne “We are..” aus dem Jahr 2019 gehört.

Sie gehört der jungen Berliner Sängerin Hanna Batka, die in der nächsten Woche ihr in deutsch gesungenes Debüt-Album „Mitten in Berlin“ heraus. Die 11 akustisch gefärbten Popsongs, die on minimalistischem Gitarrenspiel bis hymnischer Popmusik alles zu bieten haben. Ihre sehr persönlichen Texte drehen sich (Liebes-)Beziehungen und kommen absolut authentisch rüber. Man nimmt ihr ab, dass sie die Geschichten von Liebe und Trennung selbst erlebt, hat oder erlebt haben könnte Besonders ergreifend ist der Song „Mutter“ , den Hanna Batka von ihrem Förderer und Mentor Udo Lindenberg geschenkt bekommen hat.

Letztlich geht es bei allem, auch bei den schwierigen Themen, an denen man ja wächst, um  Self-Empowerment, wie man so schön neudeutsch sagt. Hanna Batka bringt mit ihrer Musik, ihren Aussagen, eine positive Ausstrahlung und Energie  rüber. Wir hören eine jungen Frau, der nach ihren Coming Out nichts so schnell was anhaben kann, oder wie sie es selbst ausdrückt , in “Drachenblut” gebadet hat.

Hanna Batka – O-Töne über ihre Singles aus dem Album „Mitten in Berlin“

Komet

„Mein Song „Komet“ beinhaltet eine ganz wichtige Message. Es gibt so viele Leute die unzufrieden mit sich selbst sind und an sich zweifeln. Und meistens vergessen sie dann alle tollen Dinge an sich und sehen nur das Schlechte. Mit meinem Song „Komet“ würde ich gern allen die Augen öffnen, das Tolle an sich zu entdecken und zu sehen, was einen besonders macht. Also wenn’s dir mal schlecht geht. Dann nimm allen Mut zusammen und geh nach draußen, lass dir nicht die Decke auf den Kopf fallen…mach die Augen auf und entdecke wie schön die Welt und du selber bist. Und dann zeig allen, wie toll du bist!“

Im Regen küssen

„Wenn man wirklich verliebt ist, es egal ob es warm, kalt oder regnerisch ist oder es stürmt, wenn man der richtigen Person einen Kuss gibt, dann ist es immer perfekt. Es ist einfach immer das Richtige! Genau wie ein Schoko-Crêpe im Winter oder ein Freibad im Sommer. Das passt immer.“

Einfach Glück

„Ich kann mich noch genau daran erinnern, was für ein crazy Gefühl das war, als ich zum ersten Mal verliebt war. Ich war 15 und es war der Wahnsinn….und dann hatte ich dieses Gefühl bis ich 20 war leider nicht mehr. Da habe ich meine jetzige Freundin getroffen. Da war es dann wirklich wie damals, mit „total aufgeregt sein“, schwitzigen Händen, Herzinfarktgefahr, wenn man eine Nachricht bekommt und einfach dieses „kranke“ Bauchkribbeln, nur wenn man sich angesehen hat. Gleichzeitig spüre ich jetzt aber auch nach einiger Zeit Beziehung, wie sicher ich mich fühle und wie zu Hause. Das macht einfach den Unterschied zwischen „“verknallt sein“ und „bedingungslos lieben“. Deshalb ist der Song „Einfach Glück“ für mich von der ersten bis zur letzten Zeile aktuell. Weil echtes Glück zeitlos ist. „

Mitten in Berlin

„Der Song „Mitten in Berlin“ ist entstanden, weil ich eine besondere Begegnung hatte, und ich glaube was mir da passiert ist, ist schon vielen passiert. Man ist unterwegs und auf einmal begegnet man jemand völlig Fremden aber ist von der Person total hingerissen und überlegt, was man tun kann, um die Person anzusprechen und eh man sich versieht ist es zu spät und man hat sich nicht getraut den ersten Schritt zu machen. Genau das ist mir auch passiert. Im Nachhinein habe ich mich echt geärgert das ich nicht mutig genug war und hab noch viel über diese Begegnung nachgedacht. Manchmal kann halt eine Sekunde, in der du Mut zeigst, dein ganzes Leben verändern. In dem Song „Mitten in Berlin“ mache ich mich gemeinsam mit euch auf die Suche nach dieser fremden Person.“ 

Alben und EPs in der 9. KW

WaldskinClarity Before The Crash

Schön und körnig ist die Musik von von Aurèle Louis (Ex-Marey), Maryam Hammad (Ex-Marey) und Nathan Gros (Ex-Hybris,Ex- Fensta), die sich erst im im Jahr 2020 zum Trio Waldskin zusammengefunden haben. Eine komplexe Mischung aus Reinheit und Unvollkommenheit, aus Ruhe und latenter Gewalt. Durch eine heterogene Besetzung (Schlagzeug, Synthesizer, Cello, Geräusche und Gesang) präsentiert Waldskin einen einzigartig düsteren Musikstil, der zwischen Pop Art und Electronica oszilliert und seine Einflüsse bei Massive Attack, Portishead, Nine Inch Nails, Moderat und Radiohead findet. Das Debütalbum Clarity Before The Crash trägt das Gefühl der Ohnmacht schon im Titel. Dir geht ein Licht auf, jedoch zu spät.  Der  Crash ist nicht mehr aufzuhalten.

Blu DeTiger – How Did We Get Here?

Auch In der Modewelt machte Blu DeTiger sich einen Namen, indem sie bei Shows von Chanel, Valentino, Christian Dior, Louis Vuitton, Miu Miu und Maison Margiela auftrat und bei der KidSuper NYFW Show sogar auf dem Laufsteg unterwegs war.

Bassist*innen sind in der Regel nicht diejenigen, die im Vordergrund stehen. Anders ist das bei der jungen Bu DeTiger. Das liegt, au8er an ihren Fähigkeiten als ist eine Multi-Instrumentalistin, Sängerin, Songwriterin, Produzentin, DJ, Performerin und Bassistin, auch an ihrer Erscheinung. Ihre  Debüt-EP How Did We Get Here?“. ist eine sieben Tracks umfassende Sammlung von Hymnen, die ihr die Kontrolle über ihre eigene Geschichte gibt und Geschlechterstereotypen innerhalb der Musik und Jugendkultur in frage stellt. Mit ihrer Fähigkeit, die Basslinien auf jedem Track so meisterhaft zu spielen, mischt Blu, zusammen mit ihrem Bruder Rex DeTiger, mühelos Funk, Disco und Alt-Pop. Erfolgreiches Schwester/Bruder-Team? Da war doch kürzlich was…

Jungstötter – Massifs Of Me

Wie wir alle, ist auch der Berliner Künstler Jungstötter seit der Pandemie mit einer neuen Form der Zurückgezogenheit konfrontiert. Deswegen lässt er die Arbeit an seinem zweiten Studioalbum für eine kurze Zeit ruhen, um eine Veröffentlichung zu schaffen, die als Bindeglied zwischen seinem Debüt ‚Love Is‘ (VÖ 01.02.2019) und dem neuen, in Produktion befindlichen Werk gesehen werden kann. In „Massifs of Me“ werden zwei Soloversionen von Songs des ersten Albums zwei neuen Stücken gegenübergestellt. Eine Dualität, die auch das Soundgewand der EP beschreibt: Lediglich Jungstötters warme Stimme und ein gedämpftes Klavier tragen uns durch das eröffnende Titelstück.. Das Pochen des dämpfenden Filzes, die Artefakte, die er von umliegenden Saiten mitnimmt, sowie spielende Finger sorgen für eine Intimität und Mystik, die das besungene Eintauchen in einen Traum für den Hörer spürbar machen.

Gloriettenstürmer – „808 Herzschmerz“ (Debütalbum VÖ 05.03.2021)

Kitsch ist Trumpf könnte das Motto des junge Wiener Duos Gloriettenstürmer (Foto oben von Alexander Gotter) sein. Kitsch ist im Falle der Gloriettenstürmer nichts Anrüchiges, sondern speist sich gekonnt aus harmonischen Melodien und herzzerreißenden Texten. Untermauert mit 808 Beats wird daraus ein ganz eigener Sound, den die Stürmer als „New Wave Chanson“ oder auch ”Romantic Trap” verorten. Die Percussion-Samples aus der Roland TR-808 Drum-Machine geben auch gleich den Titel für den am morgigen Freitag (05.03.2021) erscheinende Debüt- Langspieler “808 Herzschmerz” her. 

Das Album enthält die  hymnischen Singles „Lass heute Nacht“ (2017), „Carry On“ (2018) ,  „Machtlos“ (2018) und „Asphalt“ (2020). Mit “Tijuana Love Affair” bekommen wir ei Feature mit der Wiener Rap-Größe Edwin.

Mein Anspieltipp ist “Café in Milano”  mit der Wiener Singer-Songwriterin Hanna Palme.

Love Machine – Die Psycho-Krautrocker aus Düsseldorf haben ihr drittes Album “ Düsseldorf – Tokyo“ raus gebracht

Kennzeichnend für die Band Love Machine (Foto: Jens Vetter) ist  ihr psychedelischer tanzbarer Krautrock, getragen von dem gemeinsamen funky Gitarrenspiel von Hendrik Siems und Felix Wursthorn, dem  einnehmenden Gesang von Marcel Rösche mit seiner Bassstimme und  dem präzisen  Rhythmus von Schlagzeuger Noel Lardon und Bassisten Richard Eisenach. Musikalisch auf höchstem Niveau bietet Love Maschine eine humorig, kauzige Performance. Sie nehmen  sich selbst nicht so bitterernst und das macht sie liebenswert. 

Ihre bisherigen Alben Circles (2017)  und Times to Come (2018) sowie die EP Mirrors & Money (2019) waren in englischer Sprache eingesungen. Daher ist als Neuerung zu verzeichnen, dass Rösche bei acht der zehn Stücke von Düsseldorf – Tokyo auf Deutsch singt., was nicht der Erwähnung Wert wäre, wäre es keine Premiere für eine Band, die sich zuvor ausschließlich mit englischen Texten in Szene setzte. Das macht sich gut, weil die Texte auch in der eigenen Muttersprache herrlich ungeniert zelebriert werden.Dabei kommen solche lyrischen Zeilen zu Gehör,  wie:

Habe alles was ich brauche, ich habe viel zu viel 
Von dem was ich nicht brauche, bekomme ich zu viel 
(Am Swimmingpool der Welt)

Der  Titel des Albums kommt nicht von ungefähr. Düsseldorf ist die Heimatstadt von Love Machine. Sie war aber auch die Heimatstadt von Kraftwerk, den Urvätern des Krautrocks, die damit das populäre Musikgeschehen des gesamten Globus beeinflusst habe. Interessanterweise haben Rösche und Co. mit ihrem Produzenten Patrick Stäudle die Platte nicht nur während eines zweiwöchigen Rückzugs auf einen Bauernhof im Schwarzwald, sondern auch im Keller unter dem alten Kraftwerk Studio  in Düsseldorf aufgenommen. Stadt am Rhein ist wahrscheinlich die glanzvollste Metropole, die Nordrhein-Westfalen zu bieten hat, um von der großen weiten Welt wieder zurück in die Provinz zu kommen. Aber Glanz und Glamour, Gucci und Prada auf der Königsallee, das passt überhaupt nicht zu Love Machine, sondern eher das rauhe Leben immer am Rand des Absturzes oder schon einen Schritt weiter. So geht aus dem Hinterausgang des Hauptbahnhofs hinaus, wo die glitzernden Einkaufs- Paläste auf der anderen Seite gefühlt nicht in derselben Stadt liegen. Dunkelheit macht sich breit . Dafür hat aber die schmuddelige Lieblingsbar, wo man die  Saufkumpanen trifft, wo man Gemeinsam Einsam sein kann, tief in der Nacht noch geöffnet. Und so durchstreift Love Machine von Sucht, Gefangengensein in der falschen Beziehung  und animalische Gewaltexzesse alle Untiefen des Lebens, des vornehmlichen männlichen Lebens. Denn man wird kaum bestreiten könne, das Love Machine Männlichkeit wie ein Banner vor sich her trägt.

Trachlist:

1. Düsseldorf-Tokyo

2. Golo Mann

3. Hauptbahnhof 02:26

4. 100 Jahre Frieden

5. Lieblingsbar

6. Gunst der Dinge

7. Swimmingpool der Welt

8. Gemeinsam einsam

9. That Mean Old Thing

10. The Animal
 

Sydney Sprague macht Musik für das Ende der Welt

Sydney Sprague macht Musik für das Ende der Welt.

Sydney Sprague gehört zu den jungen amerikanischen Singer / Songwriterinnen, die wie Phoebe Bridgers, Mitski, Eva Hendricks oder Soccer Mommy dem gitarren-verliebten Indie-Rock/ Indie-Folk eine weibliche Prägung geben. Die 28-jährige aus Phoenix, Arizona, wurde von ihren Eltern ermutigt, sich frühzeitig dem Songwriting zu widmen. Ihre  Jugendzeit verbrachte sie  damit, allein in ihrem Zimmer zu träumen (liebevoll dekoriert mit Britney Spears und * NSYNC-Postern) und unwissentlich ein Talent zu entwickeln, das letztendlich zu ihrer zukünftigen Musikkarriere führen würde. Mit ihren kraftvollen Debütalbum „maybe i will see you at the end of the world“ setzt sie jetzt eine Marke.

Auf der Basis von vertrauten, dennoch überraschenden Hooks und knallharten, aktuellen Texten entwickelt sich Spragues Songwriting. Große E-Gitarren und eine noch größere Stimme verleihen Sprague eine unverkennbare Ausstrahlung, mit der sie an weibliche Rock-  und  Popgrößen – von Hayley Williams bis Avril Lavigne – anknüpfen kann.

Für die  Produktion von „maybe i will see you at the end of the world“ gelang es ihr  Sam Rosson zu gewinnen, der auch schon Death Cab for Cutie produziert hat. Die Aufnahmen dann tatsächlich in der Hall of Justice (Seattle, WA), Chris Wallers Studio, statt. Das Album  hat zwar einen  apokalyptischen Titel. es ist aber  nicht in der Quarantäne von 2020 entstanden. Vielleicht hilft es aber, mit unserer neuen Realität umgehen können.

Ihre Debüt-LP, „maybe i will see you at the end of the world“  – mit den Singles „Steve“, „Quitter“ und „Object Permanence“ – wird am 26. Februar 2021 über Rude Records veröffentlicht. Mein Anspieltipp: „irefuse to die“

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steve
quitter
i refuse to di
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