Gregor McEwan – Summer Breeze (EP)

Wenn man will, kann man viele Einflüsse heraushören, wenn die vier Songs der Summer-Breeze-EP von Gregor McEwan (Foto oben: Kati von Schwerin) aus dem Lautsprecher tönen. “The Kooks meets The Beach Boys”, sagt Greg selber. Für Bernd Begemann klingt es wie Jack Johnson trifft The Cure am Baggersee. Stimmt! Wer würde Bernd Begemann widersprechen wollen? Man könnnte noch Tom Petty hinzufügen. Die EP vereint auch Emotionen wie Fernweh und Heimweh, Spaß und Melancholie, Sommerfreude und Summer-Blues. Gregor McEwan beherrscht hier alle Farben des Indie Folks.

Nachdem bereits die Songs “THE BEAT OF YOUR DRUM”, “SUMMER BREEZE”,  RE: (NO SUBJECT)” erschienenen sind, komplettiert nun der vierte Song “THE ROYAL BLUES” die EP. Auch dazu gibt es wieder ein liebevoll gestaltetes Video im Super8-Film-Vintage-Look.

Gregor McEwan widmet eine ganze EP-Serie den vier Jahreszeiten, vier EPs mit jeweils vier Songs. Die bisher erschienenen Spring Forward ( Frühling), Autumn Falls und jetzt

Summer Breeze (Spotify-Link)

sind so gut gemacht, dass man schon erwartungsfroh gespannt ist, was der Winter bringen wird.

Interview mit der Band glu: zur Veröffentlichung ihrer ersten EP „Fireflies“ am 30.07.2021

glu: nennt sich ein im Jahr 2020 gegründetes Quartett aus Leipzig. Der Name ist Lautschrift und bedeutet Leim. Sängerin Charlotte (Lotti) Vogel , Max Schäfer (Git/Synth), Tim Schönherr (Bass) und Philipp Berger (Drums) legten schnell ihre ersten Singles „WYAR“ und „Circles“ vor. In den vergangenen 12 Monaten entstanden drei weitere Songs samt Videos. Liebevoll in Eigenregie produzierter Pop mit 80’s Patina. Nun gehen die Vier mit ihrer ersten EP „Fireflies“ an den Start. Im Interview erzählen sie uns, wie sie zusammen gekommen sind und beschreiben, wie ihre Musik entstanden ist.

Adohr: Hallo Lotti, Max, Tim, Philipp, am Freitag erscheint eure erste EP „Fireflies“. Wir wollen natürlich wissen, wer hinter glu: steckt und uns mit diesen schönen Melodien beglückt. Wie seid ihr zur Musik gekommen und was ist der Leim, der glu: zusammenhält, also wie habt ihr zueinander gefunden?

Lotti: Ich habe damals ein Gesuch auf Facebook gestellt und dann hat sich auch gleich Max gemeldet. Max und Tim machten schon vorher zusammen Musik und idealerweise war ein Proberaum schon vorhanden. So ging alles recht schnell und die Kennlernprobe verlief so gut, dass wir entschieden weiter Musik zu machen.

Tim: Max und ich suchten nach unserem vorherigen Projekt Flynn nach neuem musikalischen Input und dann hat sich das mit Lotti super schnell ergeben und direkt gefunkt. Als für uns feststand, dass wir das gern gemeinsam probieren wollten, stand eine erste Live-Gelegenheit in Form eines Tocotronic-Cover-Konzerts im Ilses Erika Leipzig an. Dafür haben wir dann noch jemanden am Schlagzeug gesucht und Max kam auf seinen alten Schulkameraden Philipp.

Max: Der hatte glücklicherweise Lust und die ersten Proben, die eigentlich ausschließlich für das Cover-Konzert sein sollten, liefen so, dass wir Philipp gefragt haben, ob er denn nicht dauerhaft mit uns Musik machen will.

Adohr: Mit Lotti als Sängerin und Max, Tim und Phillip an den Instrumenten habt ihr eine Besetzung, wie man sie auch bei London Grammar oder Wolf Alice findet. Was sind eure musikalischen Vorbilder und Einflüsse? Ihr habt ja auch ein tolles Cover von Don Henleys 80erJahre-Hit „Boys of Summer gemacht.

Lotti: Wir alle haben denke ich verschiedene Einflüsse. Max vor allem Roosevelt, Tim hat die alten Platten seiner Mama neu zu schätzen gelernt und ich habe schon immer viel Yazoo und Stevie Nicks gehört. Der 80s Sound kommt aber auch einfach wieder. Wir versuchen den alten Sound in einem modernen Gewand zu präsentieren.

Philipp: Wir nutzen auch einige der Synthesizer aus der Zeit im Songwriting-Prozess und das beeinflusst natürlich auch den Sound, der dann dabei rauskommt.

Adohr: Wie entstehen eure Songs? Gibt es jemanden, der den Hut beim Schreiben auf hat oder entstehen die Songs im Kollektiv?

Lotti: Es ist eigentlich immer eine gemeinsame Arbeit aber mit einem unterschiedlichen Anfang. Bei ‘No Tears’ haben wir zum Beispiel einen alten Song von meiner Singer Songwriter Vergangenheit genommen und den neu interpretiert. Im Gegensatz dazu stand bei ‘Porch’ vorher das Instrumental, welches Max noch von 2018 rumliegen hatte. Dann bringt jeder seine Ideen ein und wirkt so am Ergebnis mit.

Adohr: Die EP „Fireflies“ besteht aus 5 sauber abgemischten Songs und zu jedem Song gibt es schön anzuschauendes Video. Wer euch bei den hochwertigen Produktionen zur Seite gestanden?

Lotti: haha ja danke! … Max der Meister-Mischer hat eigentlich das Meiste an Arbeit gehabt, da er unsere Songs produziert und mischt.

Max: Die gehen dann noch für das Master an Flo Siller nach Hamburg. Mit ihm haben wir nun schon länger zusammengearbeitet und seine Ergebnisse waren immer top.

Lotti: Bei ‘Circles’ ‘WYAR’ und ‘Porch’ haben wir die Videos auch selber gestaltet. ‘No Tears’ hingegen wurde von Johannes Beese gedreht, der hat ein echtes Händchen für Ästhetik.

Tim: Unsere Fotos macht alle unser guter Freund Christian und so bleibt das eben alles noch nah bei uns, so dass wir auch guten Einfluss darauf haben können und es eben so wird, wie wir uns das vorstellen.

Adohr: Wir Musikkonsumenten haben unglaublich die Konzerte vermisst, mit anderen gemeinsam Bands und Solist:innen live zu erleben. Wie ist es euch in der Pandemie ergangen? Ihr konntet ein Konzert in den Cammerspielen Leipzig geben.

Philipp: Wir haben die Pandemie hauptsächlich fürs Songwriting genutzt. Da lief dann neben den regulären Proben in den Phasen mit etwas gelockerten Bestimmungen auch viel über Microsoft Teams und Zooms ab. Umso mehr haben wir uns dann über die Gigs bei den Cammerspielen und dem DRAN Fest, ein Konzert von unserem Label, gefreut. Und natürlich freuen wir uns nun auch auf das, was noch so ansteht.

Adohr: Eure EP ist ja nun fertig gestellt. Was sind Eure nächsten Pläne?

Lotti: Bei uns stehen noch ein, zwei Konzerte auf dem Plan, zum Beispiel am 26.07.2021 als Support-Act für KARO LYNN auf der Sommerbühne der Moritzbastei Leipzig. Da es nun hoffentlich zunehmend wieder mehr möglich sein wird, freuen wir uns auch auf noch mehr Konzerte in der Zukunft!

Und hier sind die fünf Tracks der der EP „Fireflies“

Eine schöne Mischung aus Verträumtheit, Pep, Melancholie, Swing und Glamour.

Fireflies (live)

WYAR
No Tears
Porch

Cassia – Magnifier (EP)

Cassia, das Trio aus Manchester, bestehend aus Rob Ellis (Gitarre / Leadgesang), Lou Cotterill (Bass / Gesang) und Jacob Leff (Drums / Gesang), hat es nach Berlin verschlagen. Die Zwangspause bei den Live-Konzerten haben die drei genutzt, um in ihrem Berliner Studio komplett in Eigenregie ihre 4 Tracks- EP „Magnifier“ aufzunehmen, die seit letzter Woche über alle Streaming-Portale abgehört werden kann. Die Lieblinge der Indie-Radiosender, wie BBC Radio 1 in London oder FluxFM in Berlin, haben  eine entspannte Platte für heiße Sommertage vorgelegt, die mit hymnischen Refrains, luftigen Gitarren-Arpeggios  und elektronischen Elementen zu überzeugen weiß. (Beitragsfoto oben: Martin Becker)

Der EP-Opener “Slow”, gleichzeitig die neueste Single, ist ein absolut chilliger Sommer-Track, mit gemächlichen Rhythmen und majestätisch fließenden Gitarren. Überhaupt Gitarren, die sind beim Track „Right There“ (Anspieltipp) definitiv mitreißend. Der Song „Vitamins“ vermittelt stimmig den Schuss Glückseligkeit, den der nächtliche Anruf des Partners in einer Fernbeziehung bedeutet.

Den Abschluss findet die kurzweilige EP mit dem honigsüßen „Gotta Get Through Till Monday„.  Der Song will aufbauen, aus dem depressiven Loch helfen, wenn es einen erwischt hat. Mit solch schöner Musik und etwas Geduld soll das wohl auch gelingen.

Oehl – 100% Hoffnung ( EP- VÖ: 02.07.2021)

Protestsongs im Liebeslied-Gewand

Oehl ist ein österreichisch-isländisches Duo, das bei Herbert Grönemeyers Label Grönland unter Vertrag ist. Der Liedermacher Ariel Oehl und der Bassist Hjörtur Hjörleifsson erfreuen uns seit einiger Zeit mit deutschsprachigem Pop. Dabei erheben die Texte, die aus der Feder von Ariel stammen, lyrischen Anspruch. Mit „100% Hoffnung“ geht er in poetischer Form die Probleme der modernen Zeit an. Seine Lyrik auf diesem dem Mini-Konzeptalbum ist gespickt mit unverblümter Kapitalismuskritik oder wie Ariel Oehl sagt: „Wenn man sich mal mit der globalen Finanzwirtschaft und der Arbeitswelt auseinandersetzt, muss man eigentlich zum Marxisten werden.“ Das Album befasst sich in 5 teilweise recht kurzen Tracks mit Arbeit ohne Freude, Kaufen (bei Amazon) ohne Sinn, Alltag ohne Perspektive, jedoch auch damit, dass Veränderung keine Angst erzeugen muss. 100% Hoffnung ist der übergeordnete Gedanke dieser EP. Hjörtur erklärt das so: „Mit der Hoffnung sind zwar nicht alle Probleme gelöst, aber sie gibt den Ton an und zeigt, wo es hinführen soll. Sie ist unser Kapital im Aushandeln einer besseren Zukunft.“

Die Musik klingt vertraut, wofür wir Oehl lieben. Sie schleicht sich an, hüllt uns ein, wärmt und gibt uns Hoffnung. Protestsongs in Liebeslied-Gewand. Produzentengenie Marco Kleebauer (Leyya) hat alle Register gezogen, mischt cozy Synths mit butterweichen Snaredrums. Der Bass von Hjörtur tänzelt. Die Stimme von Ariel kommt gleichermaßen sonor und verträumt daher. Hier setzt allerdings Kritik an, denn er singt teilweise so undeutlich wie Labelchef Grönemeyer und verschluckt Silben, sodass es bei einigen Songs schwerfällt, dem Text zu folgen.

Die B- Seite lässt Fans teilhaben

Ein gelungenes Experiment ist die B-Seite der EP. Der einzige Track, der sich auch B-Seite nennt, ist mit 20:11 Minuten gut 3 Minuten länger als die 5 Songs der A-Seite zusammen. Der Track besteht aus vielen gesprochenen Audiofiles, die Fans Oehl geschickt haben, und die diese mit elektronischen Klängen unterlegt haben. Dabei sind echt kluge Gedanken zu hören.

Track-Liste

  1. Arbeit
  2. Amazon
  3. Keine Agst
  4. Arbeit II
  5. 300.000
  6. B-Seite

Die Leipziger Band Warm Graves hat ihr Debütalbum „Ships Will Come“ neu aufgelegt, bevor im kommenden Jahr ein neues Album folgt.

Ships Will Come“ hieß das gefeierte Debütalbum der Leipziger Sci-Fi-Delic Band Warm Graves um Jonas Wehner. Die LP besticht durch ihre surreale, traumhafte Klangatmosphäre, welche von repetitiven, organischen Rhythmen untermauert wird. Warm Graves kreieren einen Science-Fiction-Soundtrack. Es zählt nicht das Individuum, der Frontsänger oder der Lead-Gitarrist , es zählt konsequent die Gemeinschaft. Deshalb übernimmt den Gesang ein Chor, ein Kollektiv aus Freunden. In den sieben perfekt miteinander verwobenen Songs spielen tragende Rhythmen eine große Rolle, genau wie breite Orgelteppiche.

(Oben: Jonas Wehner- Credits: Julia Perkuhn)

Warm Graves – Ravachol

Dieses Jahr wird das in 2014 via This Charming Man veröffentlichte Album vom Londoner Label Fuzz Club wieder neu aufgelegt. Außerdem sind die Arbeiten zum lang erwartetem zweiten Album abgeschlossen sind, und dieses im nächsten Jahr, dank Fuzz Club, das Licht der Welt erblicken wird.

Japanese Breakfast – Jubilee

Alben der Woche (Teil 2)

Auf ihren ersten beiden Alben setzte sich Michelle Zauner aka Japanese Breakfast  mit ihren Ängsten und ihrer Trauer auseinander. Das Debüt “Psychopomp“ entstand während der Krebsbehandlung von ihrer Mutter, während der epische Nachfolger “Soft Sounds From Another Planet“ den Verlust dieser verarbeitet. Das Ergebnis dieser Katharsis sollte die Heilung sein. Somit ist es kein Wunder, dass das dritte Album von Japanese Breakfast den Titel “Jubilee“ trägt. Zauner ist wieder bereit, das Leben und die Liebe zu feiern für ihr Glück zu kämpfen. Dazu zählt auch von den eigenen Gefühlen Abstand zu gewinnen und die Welt aus dem Blickwinkel anderer zu betrachten. Dabei nimmt Zauner im Stück “Savage Good Boy” die Sichtweise eines kapitalistisch orientierten Mannes ein. In “Posing In Bondage” stellt sich die Musikerin eine Frau vor, welche zurückgelassen in einem leeren Haus die Grenzlinien zwischen Häuslichkeit und Dominanz verschwimmen sieht, während sie für einen nicht mehr vorhanden Geliebten sing. “Kokomo, IN” wurde aus der Sicht eines jungen Mannes aus Indiana geschrieben, der sich gezwungen sieht, sich von seiner bald im Ausland studierenden Freundin zu verabschieden.

Anspieltipp: Gleich das erste Stück „Paprika“ jubelt mit starken Bläsersätzen.

Rostam – Changephobia

Alben der Woche (Teil 1)

Rostam scheut keine Veränderungen. Er war Gründungsmitglied von Vampire Weekend, hat die ersten drei Alben der New Yorker Band produziert und maßgeblich geprägt. Trotz des Erfolges hat er eigene musikalische Solopfade eingeschlagen , sowie als Produzent andere Künstler*innen unterstützt. Rostams international gefeiertes Debütalbum „Half-Light“ hat mit „Changephobia“ nun einen würdigen Nachfolger gefunden. In den letzten drei Jahren, in denen Rostam „Changephobia“ geschrieben und produziert hat , produzierte er auch Clairos hervorragendes Debütalbum Immunity und Haims Grammy-nominiertes Album „Women in Music Pt. III„.

Die Probleme Globalisierung und Klimawandel, Fragen der Identität und der Schutz von Minderheiten stehen weltweit auf der Prioritätenliste ganz oben. Lösungen erfordern Veränderungen im Denken und vor allem im Verhalten. „Changephobia“ beschreibt die Angst vor Veränderungen und möchte diese überwinden.  Rostam sagt: „Transphobie, Biphobie, Homophobie haben ein gefährliches Gewicht. Die Ängste wurzeln in der Angst vor Veränderungen, vor dem Unbekannten, vor einer Zukunft, die nicht so vertraut ist , in der sich jedochTraditionen, Definitionen und Machtverteilungen ändern. Dennoch: Veränderung ist gut. Mach mit. … Mir ging es beim Songwriting auch um Gender, da ich über Liebe und Verbindung schrieb, aber Beziehungen nicht in einen geschlechtsspezifischen Kontext stellen wollte.“

Bei „Changephobia“ zeigt Rostam eine neue Klangpalette , die vom Bebop der 1950er (mit Saxophon) und Neo-Psych der neunziger Jahre beeinflusst ist. Die Songs behandeln die globale Erwärmung („These Kids We Knew“), die Liebe („From the Back of a Cab“), Sex („Unfold You“) und das eindeutig amerikanische Phänomen der den Roadtrip („4Runner“).

Greta Isaac -How to Be a Woman

Fokussingle aus der EP Pessimist

Der Song „How to Be a Woman“ beginnt mit einem Frauenchor wie aus einem Musical-Film der 50-Jahre, als Rolle der Frau klar definiert war und die Rolemodels Doris Day oder Grace Kelly hießen. Im folgenden macht Greta Isaac klar, dass sich soviel daran offensichtlich nicht viel geändert hat. Es gibt sie einfach noch, die Erwartungen an die Frau:

“Sieh hübsch aus, halt die Klappe
Lächle für mich, aber nicht zu viel”

How to Be a Woman „ist ein starker Pop Song der in London lebenden Waliserin Greta Isaac, mit einer deutlichen Aussage garniert mit einigen Kraftausdrücken, FUCK! Die gestellten Erwartungen  will Greta Isaac partout  nicht erfüllen  und sie analysiert:

“Ich bin schlimmer als meine Mutter
Und sie ist perfekt, aber sie glaubt es nicht, 
weil wir in einer Gesellschaft leben, die unsere tiefsten Unsicherheiten ausnutzt, 
um das ewige Wirtschaftswachstum voranzutreiben”

Der Song komplettiert die EP “Pessimist” von Greta Isaac, die heute rausgekommen ist. Darin geht es um Themen wie Frau sein, unbedingt gemocht werden wollen, in toxischen Beziehungen feststecken, sich selbst mit den eigenen negativen Gedanken auf den Sack gehen. Die Musik is aber alles andere als depressiv. Vielmehr nimmt Greta ihren ganzen Ärger und schreibt riesige Refrains.

Album der Woche

Danger Dan „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“

Mit der  Single „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ hat Danger Dan zuletzt für einige Furore gesorgt.  Natürlich kennen wir Danger Dan vor allem als Mitglied der Antilopen Gang. Auf seinem Soloalbum schwingt er  sich Danger Dan des Rap auf, obwohl es gar kein Rap-Album ist. Tatsächlich bringt er elf ergreifende, ironische, zynische und auf den Punkt treffende  Klavierballaden zu Gehör, die Comedian Harmonists-Chöre mit Hannes Wader, Antifaschismus mit Liebesliedern und kluge Zeitgeist-Diagnostik mit schwebenden Streichern vereinen. Erwähnenswert sind die Musikerinnen, deren Hilfe sich Danger Dan versicherte. Die Aufnahme fanden im Studio der befreundeten Musikerin Charlotte Brandi statt. Brandi ergänze einige Spuren auf dem Akkordeon, die Songschreiberin und Sängerin Mine komponierte und arrangierte die kitschfreien Streicher. 

John Moods- Talk To Me (Single und Video)

So Sweet (EP)

John Moods heißt eigentlich Jonathan Jarzyna und wohnt in Berlin (Foto: JJ Weihl) Er war Mitglied der Berliner Band Fenster. Unter dem Namen seines Soloprojekts John Mood hat er ein neues Video raus gebracht, in welchem er als Yuppie durch New York läuft. “Talk To Me” ist eine weitere Single von der am Freitag erscheinenden EP „So Sweet“.

John Moods  erzählt zum Video: „In diesem Video darf ich ausleben, was ich als meine „suit-guy fantasy bezeichne. Ein junger, ungerührter Investmentbanker, ein Yuppie, der Held der romantischen Komödien der 1990er Jahre, schreitet mit schnellen Schritten durch die Straßen von Lower Manhattan, während der Kaffee dampft, die Brezeln heiß sind und Rauch aus den Abwasserkanälen weht, als Erinnerung daran, was sich unter der hypernormalisierten Welt der Finanzen verbirgt. Am Ende des Videos erreicht der Protagonist das Büro, in dem er ganz allein in einem toten und verfallenden Gebäude arbeitet, noch immer ahnungslos oder unfähig zu sehen, was ihn wirklich umgibt. Das Video spielt in einer Art Fantasy-Version des New Yorks der 90er Jahre, wobei Teile offensichtlich nicht in New York, sondern in der heutigen Zeit gedreht wurden. Es spiegelt die Zeit wider, die vergangen ist, seit das Found Footage gefilmt wurde, und wie komisch es manchmal ist, so weit von Amerika entfernt zu sein, aber gleichzeitig sehr stark von dessen Kultur, Glaubenssystemen und Träumen beeinflusst zu sein.“

 „So Sweet“ (EP) – 6 Indiepop Songs für bessere Laune

So wie das Video vergangene Zeiten zitiert, leben die sechs Songs der am Freitag erschienenen EP “So Sweet” davon, dass, wie das Magazin Spex richtig feststellt, sich Jarzyna “vom psychedelischen bis jazzigen Folk-Sound der späten Sechziger und Siebziger, bis zum AOR-Yacht-Rock der Achtziger mit seiner mediterranen Sehnsucht … die reifsten Kirschen herausgepickt” hat. Im August erscheint dann die zweite EP „So Nice“, Die Zweiteilung des Projekts ist dem Gedanken geschuldet, dass unserer Welt notwendigerweise aus Binaritäten und Dualitäten besteht, um diese als Dyaden zu begreifen und sich in den undurchsichtigen Räumen dazwischen wohlzufühlen. Jede Hälfte kontrastiert die andere, akzentuiert divergierende Aspekte eines einzigen Ganzen.