„Helgen“ singt über das Scheitern, den Tod und die Apokalypse

Morgen erscheint „Die Bredouille“, das zweite Album des  Hamburger Indie-Rock-Trios

Ich muss zugeben, dass ich beim Debüt „Halb Oder Gar Nicht“ die Qualität von Helgen nicht erkannt habe. Gut, bei einer deutsch singenden Indie- Band aus Hamburg erwartet man verkopfte Texte und hört deshalb vielleicht nicht hin und steckt dann in der Bredouille, etwas Gutes verpasst zu haben. Wie gut sie sind beweisen Sänger und Gitarrist Helge Schulz (noch Fragen, wo der Bandname herkommt?), Bassist Niklas Beck und Schlagzeuger Timon Schempp (Foto: Josef Ruben Heicks) mit ihrem neuen Langspieler, der morgen, am 07.08. erscheint. Die Texte sind nicht nur intelligent, sondern auch mit ganz eigenem Humor angereichert. So heißt das Rezept beim Scheitern an de Ansprüchen der Leistungsgesellschaft schlicht,“Lass es lieber sein“ („Woran Hat es Gelegen“).

Schwarzer Humor inlusive

Regelrecht makaber wird es in „Tschüss“, wenn alle möglichen Arten, plötzlich vom Leben abzutreten, besungen werden, das arme Unfallopfer aber aufgefordert wird, vor dem jähen Tod noch anzurufen und sich zu verabschieden.

Fridays For Future: Echt nicht vergessen

Im Halse stecken bleiben kann einem das Lachen bei dem umwelt-satirischen Song „Die Geigerzähler geigen“, welcher das durchaus denkbare Ende unsere Zivilisation beschreibt. In den Lyrics heißt da: „Und die Geigerzähler geigen auf dem Gipfel der Atommüllkippe. Sag mal, musst du etwa weinen, oder ist das saurer Regen auf deiner Oberlippe?“ Hier ist die textliche Reminiszenz an eine norddeutsche Band vom Ende des letzten Jahrhunderts Echt gut untergebracht.

10 von den 11 Liedern auf dem Album zeigen gekonntes und gewitztes Songwriting mit viel Sympathie für die Spinner („Wie gut, dass du spinnst“) und die Verpeilten, die sich gerne in jede Bredouille reiten. Mir gefällt an dem Album „Die Bredouille“ besonders, des man den Sänger Helge Schulz so deutlich verstehen kann, zumal die Texte so aussagekräftig sind. Das liegt zum einen sicher daran, dass er so akzentuiert singen kann, zum anderen mag es aber auch an der der Produktion liegen, für die Olaf Opal (u.a. The Notwist, Die Sterne, Sportfreunde Stiller) verantwortlich zeichnet.

Nicht nur textlich, sondern auch musikalisch mach das neue Album Spaß. Mit Gitarrenklänge und Synthies kommt alles sehr melodisch und leichtfüßig daher. Das funktioniert so gut ,hier kommen wir zu der Auflösung, was mit dem 11. Stück ist, dass Helgen mit Trick Track ein leicht jazzig angehauchtes Instrumentalstück aufgenommen haben, das ich mir sehr gut als Opener für ein Live-Konzert vorstellen kann.

Die britische Musikerin Holly Humberstone veröffentlicht am 14. August 2020 ihre Debüt-EP.

Im Falle Holly Humberstone hatte ich ja Besserung gelobt. Daher kommt diese Meldung nun zeitig. „Deep End“ war die erste Single aus der EP, mit der Holly Humberstone au sich aufmerksam machte. (Foto: Credits: Phoebe Fox)

Holly Humberstones zweite Single „Falling Asleep At The Wheel“entwickelte sich zu einem veritablen Hit und erhöhte das Interesse an der jungen Künstlerin aus Großbritannien ungemein. „Ein guter Reminder, wie gekonnt umgesetzte Popmusik funktioniert“, schrieb die New York Times im März 2020.

„Overkill“ komplettiert das Trio der ersten drei veröffentlichten Songs und bestätigte, dass Holly Humberstone das Talent hat eine überaus große Karriere hinzulegen. Nun veröffentlicht die 20jährige Musikerin am 14. August 2020 ihre erste EP. 

BRONSON – Das gemeinsame Projekt von ODESZA und Golden Features veröffentlichen sein erstes Album (VÖ 07.08.2020)

Bronson ist das Gemeinschaftsprojekt des aus Seattle stammenden Duos ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) und des Produzenten Thomas George Stell alias Golden Features aus Sydney. Schon als Soloküntler sind ODESZA und Golden Features sehr erfolgreich. Zusammen erreichen die Musiker Streamingzahlen in Milliardenhöhe und zählen gleich mehrere Gold- und Platinauszeichnungen für ihre Singles und Alben. Das erste, selbstbetitelte Album des gemeinsamen Projekts Bronson erscheint nun am 07. August bei Foreign Family Collective/Ninja Tune. Das Album kombiniert sowohl melodische Vocal-Songs mit Gastbeiträgen von lau.ra (die, neben u.a. Nigel Godrich von Radiohead, Teil der experimentellen Rockband Ultraísta ist), dem gefeierten US-amerikanischen R&B-Sänger Gallant und dem britischen Produzenten Totally Enormous Extinct Dinosaurs (TEED) als auch stimmungsvollere, tiefergehende Elektronika.

Mein persönlinches Highlight ist HEART ATTACK“(feat. lau.ra), weil es melodische Elektronika mit dem reichen Gesang von Laura Bettinson (aka lau.ra) vereint. Nach Aussage des Trios diente der Song als Inspiration für die weiteren Vocal-Tracks. Das zugehörige Video visualisiert die Dualität zwischen Licht und Dunkelheit, die sich thematisch durch das Album zieht.

Überwiegend finden sich bei den insgesamt 10 Stücken auf der Platte aber Instrumental-Tracks in angenehm tiefen Frequenzen, wie „Vaults“, bei denen höchstens verfremdete Vocal-Samples eingesetzt werden.

Zu „VAULTSsagen Bronson : „Dieses war eines der schon früh produzierten Instrumentalstücke, die wir fertiggestellt haben, und es diente als Eckpfeiler für das gesamte Sounddesign und die Ästhetik des Albums. Das Stück erwies sich wirklich als eine Abkehr von unseren jeweiligen Stilen und setzte einen endgültigen Richtungswechsel für das BRONSON-Projekt.

Wodurch der angesprochen Stilwechsel beeinflusst wird, zeigt  Bronsons eigens für diesen Zweck zusammengestellte Playlist „Foundation“, die die Einflüsse des Trios bei der Produktion des Album zusammenfasst. Bronson haben sich demnach viel mit europäischer elektronischer Musik, vor allem aus Großbritannien und Deutschland befasst.

Herr Rauch – Sportlehrer aus Leidenschaft (VÖ: 31.07.2020)

Solange die Sonne scheint und der Wein uns schmeckt,
ist noch kein Musikant verreckt.(Leider Wein)

Seit Jahren hält das Kneipensterben an. Menschen trinken weniger Bier, arme Leute verdienen weniger Geld und junge Menschen verleben ihre Freizeit anders. Zum Glück gibt es sie aber immer noch, diese Horte der Feierabendgemütlichkeit. Dabei sind uns Musikliebhabern selbstverständlich solche Lokale besonders ans Herz gewachsen, wo man die Verköstigung von Bier mit dem Genuss von Live-Musik verbinden kann. In einem solchen Biotop wurde Herr Rauch geboren, wobei Herr Rauch kein einzelner Mensch ist, sondern das Quintett Stefan Rauch (Gesang und Gitarre), Moritz Moroff (Schlagzeug), Simon Reitschuster und Tibor Lampe (Gitarren) sowie Matthias Stadter (Trompete). Herrn Rauchs erste Auftritte als Kneipenband fanden auf einer kleinen offenen Bühne im mittelfränkischen Weißenburg statt und führte zum Langspieler „Revolution am Tresen“. Damit wurde Herrn Rauchs Kneipencharme als Markenzeichen wahrgenommen, denn dieser wurde von der Kulturzeitschrift „Carpe Diem“ anlässlich der Rezession der Platte mit „kantig, kratzig, leicht besoffen“ attestiert. Der Lebensmittelpunkt der Band wurde zwar inzwischen von der Provinz in die Metropole München verlegt. Das angestammte Habitat bleibt aber die Kneipe.

Hier trifft Herr Rauch auf die Menschen, von denen er liebevoll und treffend in den fünf Songs des neuesten Werks „Sportlehrer aus Leidenschaft“ berichtet. Hier begegnet er dem Angestellten, dessen Leben in der alltäglichen Büroroutine versinkt (Kaffee Schwarz), dem Paar, welches ihr zu liebe den Urlaub in südliche Gefilden verbringt, er aber lieber in Stockholm wäre (Salz in der Luft), der Ballettschülerin aus gutem Hause, die in der Adoleszenz den Punk entdeckt (Pogo und Ballett), dem einsamen Alten, der in der Erinnerung an seine Jugend lebt (Wann Wurde Ich Alt) und dem Typen, der nicht trinken darf, weil er nach durchfeierter Nacht alle nach Hause fahren muss (Leider Wein).

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle 
über sein Leben verloren.“ (Karl Lagerfeld)

Und wo ist der titelgebende Sportlehrer, fragt man sich. Der einzige, der eine Jogginghose am Arbeitsplatz trägt. Der eher anweisende, als vorführende Pädagoge. Nicht unbedingt ein Bild von Mann, bierbäuchig-rauchend, aber ehrlich und lebensnah. Der es geschafft hat, in eine der entspanntesten Daseinsformen jenseits vom Nirwana zu schlüpfen. Und doch – oder gerade deswegen – einen Hauch von Melancholie in sich trägt. Er ist offensichtlich das zwischen zwei Schlucken Bier seine Beobachtungen machende Alter Ego von Herrn Rauch.

Wer nun angesichts der Alltagspoesie fingergepickten Folk erwartet, liegt falsch. Auf „Sportlehrer aus Leidenschaft“ findet man ordentlich Rock und Blues, etwas Reggae und Dank der Trompete von Matthias Stadter auch eine Prise Balkan-Pop. Schmissige Musik würde der Sportlehrer sagen.

Kamaal Williams – Wu Hen

Album der Woche II

Der Tasteninstrumentalist und Produzent Kamaal Williams (Foto: Glauco Canalis) aus Südostlondon gilt als eine der aktivsten Figuren der jungen Szene des UK-Jazz. Sein neues Werk „Wu Hen“ (nach dem Spitzname, den seine taiwanesische Großmutter ihm gab) groovt zwischen Jazz, Funk, Rap und R&B. Allein schon wegen der Instrumentierung mit Harfe und Streichern lohnt sich ein Einlassen auf diese ungewöhnliche und schöne Produktion. Zu den Musikern auf dieser Platte gehören Greg Paul (vom Kalayst Collective) am Schlagzeug, Rick Leon James am Bass, Quinn Mason am Saxophon und an der Harfe Alina Bzhezhinska. Das Multitalent Miguel Atwood-Ferguson (der bereits mit Ray Charles, Flying Lotus, Dr. Dre, Mary J. Blige und Seu Jorge zusammengearbeitet hat) steuert die Streicher bei. Kamaal Williams beschreibt, ganz bescheiden, sein Album so:

„Dies ist eine Revolution des Geistes. Eine spirituelle Rebellion: Um neue Höhen zu erreichen, müssen wir uns von der materiellen Welt trennen und Kraft in dem finden, was nicht greifbar ist. Dafür ist Musik und Kunst da – ob es sich um eine primitive Emotion oder etwas Tiefes handelt, Sie spüren es. Und es gibt ein unterschwelliges Element, das in meiner Arbeit mitschwingt. Wenn du malst, malst du was du dabei fühlst. Und die Person, die sich dieses Kunstwerk ansieht oder diese Musik hört, kann es auch fühlen, weil es aufrichtig ist. „

Howling – Colure

Alben der Woche I

Der australische Folk-Sänger Ry Cuming aka Ry X und Frank Wiedemann, Mitbegründer des einflussreichen Berliner Labels Innervisions und eine Hälfte des Produzenten-Duos Âme,  haben ihr gemeinsames Musikunternehmen Howling wieder aufleben lassen, und präsentieren „Colure„, die zweite Platte und Fortsetzung ihres erfolgreichen Debüts „Sacred Ground“, auf dem damals der namensgebende Hit „Howling“ enthalten war. Auch Colure zeigt wieder gut die Zusammenarbeit der beiden läuft. Es geht ihnen darum, verschiedene musikalische Sphären miteinander in Kontakt zu bringen und die dadurch entstandenen neuen Möglichkeiten zu nutzen, die sich aus einer Differenz ergeben können.  Mit „Colure“ wollte das ungleiche Paar dort anknüpfen, wo sie mit ihrer letzten Platte aufgehört haben und die wichtigsten Zutaten darauf destillieren, um sie zu verbessern. „Wir wollten, dass die Leute sofort merken: ‚Das ist ein Howling-Track!‘“, erklärt Wiedemann.

Luis Ake – Zeit (EP)

Luis Ake  hat am Freitag seine neue EP „Zeit“ veröffentlicht. Drei großartige Singles daraus (Lilith, Kiew und Zeit) waren schon draußen, nun ist das Paket mit der Single „Deine Welt“ komplett. Ähnlich wie die  Sangeskollegen Drangsal oder Dagobert hat der Stuttgarter keine Angst vor deutschen Texten,  die ganz intim daher kommen und ganz  persönliche Befindlichkeiten beschreiben, anstatt sich mit den großen Problemen des gesellschaftliche Lebens zu befassen. Schnell ist der Künstler dann in der Kategorie „Schlagermusik“ verortet. In einer Art Vorwärtsverteidigung bezeichnet Luis Ake seine Musik selbst als „Contemporary Schlager“ .Allerdings meint Luis Ake seinen Genrebegriff eher liebevoll,

denn eine Verteidigung hat er nicht nötig. Unter dem Begriff Schlager findet man zu oft ein immer nach dem gleichen Strickmuster erstelltes Massenprodukt.  Das gilt leider auch für die  Lieder die in solchen Sendungen wie „Sing meinen Song (Vox)“ untereinander von den dort vertretenen Künstlern getauscht werden, eben weil sie so austauschbar sind. Das gilt in keiner Weise für den Sound, mit dem Luis Ake  seine Texte, die immer auch poetische Erzählungen von Begegnungen, Orten und Gefühlen sind, unterlegt. Er ist sozialisiert mit den  Elektro -Beats der 80er, mit Techno, House und Club-Musik.  Diese Einflüsse werden auf den 4 Stücken der EP hörbar,

wenn pumpende Bässe  und glasklare Synthesizer mit Luis unverwechselbarem Falsett-Gesang verschmelzen. Apropos 80er, wenn im zweiten Teil von „Zeit“ die Frauenstimme auf französisch singt , dann kommen Erinnerungen Midge Ure (Visage) hoch.

Der Closer der EP „Deine Welt“ ist ein Feature mit John Moods. Der Track ist weniger wavelastigen als die übrigen Stücke und zeigt die Vielfältigkeit von Luis Ake. Das Sück hätte auch in einem Jazz-Keller Bestand.

Hier geht es zum EP-Stream auf den verschiedenen Plattformen.

Dream Wife – So When You Gonna… (Album)

“It’s an invitation, a challenge, a call to action

Foto: Sarah Piantadosi

Der Aufstieg von Dream Wife war von Anfang an schnell und steil. Vor zwei Jahren veröffentlichte das Gitarrentrio  Dream Wife, bestehend aus Alice Go, Ella Podpadec und Rakel Mjöll, sein gefeiertes selbstbetiteltes Debüt-Album und erhielt positive Berichterstattungen u. a. im NME, über BBC Radio 1, The Guardian und The Fader. Hinzu kamen Touren mit Garbage, The Kills und Sleigh Bells und weltweit ausverkaufte Headliner-Shows.

„So WhenYou Gonna…“  erscheint am 03.07.2020

Jetzt haben die Isländerin Rakel Mjöll (lead vocals) und die Britinnen Alice Go (guitar, vocals) und Bella Podpadec (bass, vocals) das Nachfolgealbum fertig. „So WhenYou Gonna…“ erscheint am 03.07.2020. Dream Wife legen ein vielschichtiges Werk vor. Ein Wechselbad zwischen punkigem Garagen Rock glasklaren Gitarrenriffs und bittersüßen Melodien. So wie die Musik zwischen wildem Spaß und melancholischer Zartheit wechselt, so geht es auch thematisch zu.

Der Opener Sport! bedient mehreren Ebenen. Einerseits wird die Körperlichkeit gefeiert – Sport ist ja gesund und macht besonders im Team Spaß. Auf der anderen Seite wird wird die Jagd nach Rekorden und nach dem großen Geld in Frage gestellt. Der Titelsong When You Gonna… zeichnet sich durch unaufhörlichen Tremolo-Picking der Gitarristin Alice Go aus, während Sängerin Rakel Mjoll beinahe schreiend auffordert, nicht zu quasseln und endlich mit dem Küssen anzufangen. Der Witz liegt in der letzten Zeile: „Too bad they were a bad kisser“. Genauso selbstbewusst gehts bei F.U.U. (Fuck U. Up) ab.

Ein echter Hit mit einer catchy Hookline ist Hasta La Vista. Darin geht es darum, Veränderung im Zusammenleben mit anderen Menschen, die man liebt, zu akzeptieren und anzunehmen und dankbar zu sein für das, was das war und was es heute ist.

Die ergreifendsten Songs des neuen Albums behandeln Themen, mit denen sich andere populäre Künstler*innen selten beschäftigen, obwohl viele Frauen betroffen sind . Den Song “Temporary” haben Dream Wife für eine Freundin geschrieben wurde, die mehrere Fehlgeburten durchgemacht hat und jetzt wieder schwanger ist. Woher hat du den Mut, nach dem Verlust, wieder von vorn anzufangen, singt(fragt) Rakel und ihre Stimme schwebt wie ein Wiegenlied über einer melodischen Indie-Gitarre. Eine ebenso süße Melodie hat der Song “After The Rain” der sich mit dem Thema Abtreibung  und dem unveräußerlichen Recht auf Selbstbestimmung auseinandersetzt.

Seit ihrem Bestehen haben sich Dream Wife für die Stärkung der Rolle der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter, Cisgender und nicht-binären Menschen eingesetzt. Dabei ist die Line aus ihrem Song Sport! “Put your money where your mouth is!”, etwa “ Nicht Reden, Handeln“, für sie kein inhaltsleerer Spruch. So wurde „So When You Gonna…“ vollständig von einem nicht-männlichen Team  erarbeitet, das unter anderem aus der Produzentin Marta Salogni (Björk, Holly Herndon, FKA Twigs), der Toningenieurin Grace Banks (David Wrench, Marika Hackman) und Masteringingenieurin Heba Kadry (Princess Nokia, Alex G, Beach House) bestand. Damit führen Dream Wife ihren kommunizierten und gelebten „girls to the front“-Ethos auf eine neue Ebene. Laut Rakel Mjöll sollen insbesondere Frauen ermutigt werden, nicht zu warten, sondern selbst aktiv zu werden, was auch über den Albumtitel transportiert werden soll: “It’s an invitation, a challenge, a call to action”.

(Ähnlich wie Sleater-Kinney , Velvet Volume)

Haim im Doppelpack

Gasoline ( Single) und Women In Music Pt. III (Album)

Foto– Reto Schmid

Die kalifornische Band HAIM, bestehend aus dem Schwestern-Trio Danielle, Este und Alana Heim, veröffentlicht heute im Doppelpack ihre allerneueste Single “Gasoline” und ihr brandneues Album Women In Music Pt. III.

Die drei Schwestern Danielle, Alana und Este Haim sind Garantinnen für feinsten Indie-Rock. Ihr mit Spannung erwartetes drittes Studioalbum erscheint am 24.04.2020. Es nennt sich Women In Music Pt. III. Der englische Ausdruck Wimp steht für Weichei. Über den Albumtitel sagt Danielle: „Der Name kam mir in einem Traum und ich bin lachend aufgewacht, also habe ich es meinen Schwestern erzählt.“ Alana fügt hinzu: „Es hat mir gefallen, weil wir buchstäblich Frauen in der Musik sind und immer so geschrieben werden. Es schien also cool, es uns zu eigen zu machen und die Erzählung zu kontrollieren. Ich habe mehr über einige unserer Erfahrungen nachgedacht. “ Und Este sagt: „Ich fand es einfach lustig und die Initialen sind WIMP3. Weichei ist ein komisches Wort. “

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist haim-2020.jpg.

Auf dem Album zu sind neben „Gasoline“ natürlich die bereits bekannten Songs „Summer Girl“ ,“ein hochfliegendes, sehr positives Stück sommerfrischen Gitarrenpop“ (Clash), der „emotional aufgeladenen Song“ (DIY) „Now I’m In It“ , die ergreifende, reflektierende Ballade „Hallelujah“ zum Abschluss des Jahres 2019 „, einer echten Perle einer Band, die nie ihre hohen Standards verließ “(Clash) und „The Steps„, einer der schnellsten und schwersten Songs von Haim. Das neue Album wurden von Danielle Haim , Ariel Rechsthaid (Adele, Blutorange, Carly Rae Jepsen) und Rostam Batmanglij (Charli XCX, Solange, Frank Ocean) produziert.

MOVING OOS – Made From Sin ( Album)

Artwork Moving Oos Made from Sin @ Crispin Glover Records

LP / CD Release von „Made From Sin“ am 26.06.2020

Achtung! Jetzt gibt es jede Menge Namedropping. Das liegt einfach daran, dass die Referenzen von Moving Oos so vielfältig sind. Ich schlage vor, für jeden Namen, auf den gleich Bezug genommen wird, einen Fünfer beiseite zu legen. Das sollte dann reichen, um den Tank der Harley für eine Roadtrip zu der Musik von Moving Oos zu füllen. Für eine Schachtel Marlboro wird es dann auch noch reichen.

Los geht es schon mit dem Namen der Band. Der Name „Moving Oos“ ist eine Anspielung auf eine Beschreibungen von Neil Young für eine bestimmten Art von Backing Vocals (halt mit viele Uuhs).

Norwegische Supergroup

In ihrer Heimat Norwegen eilt der Band aus Trondheim der Ruf einer Supergroup voraus, den sich die Musiker mit ihren eigentlichen Bands erspielt hatten. Gründungsmitglieder von Moving Oos sind Per Borten von den Hardcore Rockbands Spidergawd und Cadillac, Frank Reppen von den Classic-Rockern Blood On Wheels und Haakon-Marius Pettersen von der Heavy Metal Band Turbonegro. Insgesamt besteht Moving Oos einschließlich zweier Backgroundsängerinnen aus neun Mitgliedern, sodass man mehr von einem Musikerkollektiv als von einer Band sprechen kann.

Energie mit Seele

„Made From Sin“ ist ein energetische Album. Die sieben Songs lassen mit wunderbaren Gitarrenriffs, Vintage-Keyboards und Hammond-Orgeln und treibender Percussion Erinnerungen an klassische Rockbands wie Rare Earth, Deep Purple und Led Zeppelin wach werden. Der Gesang von Frank Reppen (bei Moving Oos tritt er unter dern Pseudonym Frankie Costello auf) und der Backgroundsängerinnen sorgt zudem für die nötige Portion Soul. (Anspiel-Tipp: U.O.Me.)

Frankie Costello (Pressefoto)

Apropos Frankie Costello, auch das passt zum Namedropping, ihm wir nachgesagt, dass seine Stimme der von Chris Robinson von den Black Crowes sehr ähnlich ist. Dies nimmt die Band auf und winkt mit dem Song „The Robinson Hood“ mit dem Zaunpfahl.

Man darf sich also freuen, „Made From Sin“ ab dem 26.06.2020 in physischer Form in den Händen halten zu können . Digital ist es schon seit März auf den einschlägigen Plattformen zu hören.