Julia Jacklin – Head Alone

Die nächsten beiden Beiträge führen uns an das andere Ende der Welt. Zunächst nach Australien. Es wird ja die Auffassung vertreten, dass Gitarre spielende Frauen mit ihren relevanten Themen die Rettung des Indie-Rocks sind. Rockende Männer mag angeblich keiner mehr hören. Ob die These stimmt, weiß ich nicht. Ich kann nur feststellen, dass zur Zeit einfach guter Gitarren-Rock von Frauen gespielt wird . Beispiele dafür sind Sharon van Etten oder die aus Australien stammende Courtney Barnett.

Ebenfalls aus Sidney stammt Julia Jacklin, deren schon drittes Album Crushing für den 22. Februar angekündigt ist. Im Song Head Alone geht es um sexuelle Selbstbestimmung.

HÆLOS – Kyoto

Wer auf „London Grammar“ oder „The XX“ steht, dort aber den nach vorn gehenden Beat vermisst, der wird HÆLOS mögen. Das Londoner Trio, bestehend Sängerin Lotti Benardout und den Soundtüfftlern Arthur Delaney und Dom Goldsmith, hat sich als Band erst 2014 zusammen gefunden. Nachdem sie mit ihrem Sound, der mit Trip Hop- Acts wie Portishead oder Massive Attack verglichen wurde, bei Newcomer-Plattformen wie BBC 1 Aufmerksamkeit erregten, veröffentlichten sie 2016 beim renommierten Indie-Lable Mattador ihr Debütalbum „Full Circle“. Einen Eindruck vom Sound kann man sich verschaffen, wenn man sich die wunderbare Live-Session bei KEXP anschaut.

Inzwischen hat sich das Trio mit dem Gitrristen Daniel Vildosola zum Quartett verstärkt. Mit der Singleauskopplung Kyoto weisen sie auf ihr Nachfolgealbum Any Random Kindness hin, welches für den 10.05.2019 angekündigt wurde.

Mitski – A Pearl – neues Video

Das Rennen um das beste Musikvideo 2019 wurde jetzt von Mitski mit dem Video A Pearl eröffnet. Für die Animation wurden 1.480 individuell gemalte Bilder verwendet. Sie zeigen die immer schneller werdende Jagd einer jungen Frau durch eine pastellfarbene Traumlandschaft. Die fließenden Bewegungen deuten auf ein rotoskopisches Verfahren bei der Herstellung des Filmchens hin.

A Pearl ist auf Mitskis großartigem letzten Album Be The Cowboy zu finden. Mehr zu Mitski und ein weiteres schönes Video findet ihr hier.

New Video – Better Oblivion Community Center – Dylan Thomas

For all readers in the US, I write this post in English, especially for Michelle Zauner and Phoebe Bridgers or their Lable managers.

After Phoebe Bridgers and Conor Oberst surprisingly announced a collaboration and released an album as Better Oblivion Community Center, they announced the new tour of the project (including 2 dates in Germany: on May 5 in Berlin – Columbia Theater and on 6 May in Cologne – Kantine). There is also a brand new music video for the song „Dylan Thomas“. The song is about amusement and drunkenness, which also destroyed the Welsh poet Dylan Thomas. He has drunk to death in the age of 39 years.

In the video, we follow Oberst and Bridgers to the Better Oblivion Community Center. Here some people evidently indulge in a candlelit occultist ritual that has been transformed into a V.R. Party.

Today, Michelle Zauner shared on Facebook that she has directed the video shoot. With this, Zauner, who heads the band project Japanese Breakfast, proved her creativity in yet another field.

Michelle Zauner has never made a secret of the fact that she finds the songwriting of Phoebe Bridgers pretty good. Also in today’s statement she explains:

Phoebe Bridgers and Conor Oberst are two of my favorite songwriters and lyricists of our time, so it was an honor to get to work with them on the visuals for their new project together. As always I worked with Adam Kolodny, my DP and creative collaborator to bring this cross between an Eyes Wide Shut LA mansion party and the Great Northern Hotel to life.”

Phoebe Bridgers has shown by doing boygenius and now Better Oblivion Community Center that she enjoys collaborating. A musical collaboration of Phoebe Bridgers and Michelle Zauner would be awesome. Please Michelle and Phoebe, do it …. for all your fans.

Bear’s Den – Fuel On The Fire / Blankets Of Sorrow

Above the Clouds of Pompeii war einer der schönsten, weil ergreifendsten Folksongs der letzten Jahre. Aus Anlass einer Besichtigung von Pompeii spricht der Sohn mit seinem Vater über den zu frühen Tod der Mutter. Der Song stammt aus dem 2014 erschienenen Debüt- Album der Londoner Band Bear’s Den. Textzeilen wie „You’ll lie patient by her side With roses red come lilies white” sind einfach hoch emotional und zeigen das persönlich gefärbte Songwriting von Bandgründer und Texter Andrew Davie.

2014 war Bear’s Den noch ein Trio, das mit Mumford & Sons auf Tour zog. Bei dem zwei Jahre später folgenden ebenfalls hörenswerten Album „Red Earth & Pouring Rain“ war aus dem Trio ein Duo geworden (Andrew Davie und Kevin Jones). Musikalisch ging Bears Deneinen ähnliche Weg wie Mumford & Sons. Zwar noch am Folk orientiert, hört man aber statt Trommeln, Banjos und Dobros mehr E-Gitarren und Drum-Computer. Die jetzt vorab veröffentlichten Songs, das pochende Fuel On The Fire und das ruhigere Blankets Of Sorrow, weisen darauf hin, dass es mit dem für den 26.04.2019 angekündigten Album “So that you might hear me” ähnlich weitergeht.