All the Luck in the World

Konzert am 11.03.2023 im Gleis 22 in Münster

Auf eines können sich Konzertbesuchende in Münster verlassen. Den Weg ins Gleis 22 finden Bands und Künstler:innen mit großem musikalischem Potential und finden dort das zu ihnen passende begeisterte Publikum. So war es auch gestern bei All the Luck in the World. Das irische Indie-Folk-Trio Neil Foot, Kelvin Barr und Ben Conolly standen im Gleis zusammen mit ihrem Drummer auf der Bühne. Kein großer bekannter Name, denkt man, was wohl daran liegen mag, dass dasTrio mit seinem eher bedächtig ruhigen Sound keinen Wert auf einen radiotauglichen Hit legt. Jedoch hat die mittlerweile in Berlin lebende Band seit 2014 schon 3 Alben heraus gebracht und europaweite Tourneen absolviert. Der Song Never war zudem ein kleiner Hit.

Bekanntlich waren die Auftrittsmöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich eingeschränkt. So hatten All the Luck in the World beim gestrigen Konzert ihr drittes aktuelles Album How The Ash Felt im Gepäck, welches schon 2021 aufgenommen wurde. Das Gleis war

zwar nicht ausverkauft, jedoch sehr gut gefüllt. Viele kannten die Band, das Album oder haben sich auf das Konzert durch Vorhören der älteren Songs gut vorbereitet.

So ist eben das Münsteraner Publikum. Jedenfalls führte die Ansage bei dem bewegenden Song Moon , ihr braucht hier nicht mitzusingen, genau dazu, dass das Publikum zum Schlussrefrain zu einem großen Chor zusammenfand, ein sehr schöner Moment. Schöne Melodien, harmonische mehrstimmige Gesangsparts und raumfüllende Gitarren waren überhaupt das Merkmal diese Konzertabends. Hauptsänger Ben hat in seiner Stimme diesen gefühlvollen, leicht gequälten Unterton zwischen Schmerz und Freude, den man auch bei Singer/Songwriter wie Ben Howard oder James Vincent McMorrow vorfindet. Man hört ihm gern zu. Verzichtet hat All the Luck in the World zum Glück auf die zum Irisch Folks gehörenden Pipes and Fiddels. Nur bei einem Stück wurde eine Flöte mehr hochgehalten, als gespielt. Das Schlagzeug gab mitunter Rhythmen vor, wie man sie im irischen Folk hört. Die Ansagen zwischen den Stücken waren eher zurückhaltend. Die große Show muss auch nicht sein, wenn die Musik mit Schönheit glänzt. Insgesamt war es ein ruhiger und sehr schöner Musikabend. Irgendwie , wie Urlaub.

Abschließend kann ich das Album How The Ash Felt empfehlen. Es unterscheidet sich vom Live-Spiel der Band durch die Zugabe einiger Prisen Synthesizer und etwas, aber nicht zu viel Auto-Tune.

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