Goldstückli – Der Podcast für neue Musik mit Ueli & Winson

Für Menschen, die ein starkes Interesse an Musik haben, ist das Gehör der bevorzugte Wahrnehmungskanal. Eigentlich ist das gute alte Radio deshalb ein geeignetes Medium, um sich über Musik  und die Musikschaffenden kundig zu machen. Leider sehen dies die allermeisten Hörfunkredaktionen offenbar anders. Dort wird speziell populäre Musik häufig nur noch als Untermalung für mehr oder weniger belanglose Wortbeiträge verstanden. Nur wenige Sender, wie etwa FluxFM (über das Internet zu erreichen), stellen Musikschaffende und deren Werke ausführlicher vor. Die Lösung für interessierte Musikliebhaber sind Podcasts, also editiertes Radio zum Mitnehmen. Für die Freunde der alternativen Musik sticht aus dem Angebot das „Goldstückli“ heraus ( für Spotify-Abonnenten). Das „Goldstückli“ wird mit viel Herzblut produziert und präsentiert von Ueli Haeflinger und Marcus Winson. Die beiden garantieren für Qualität.

Beitragsfoto oben: Lara Smetana

Vom Zuckerstückli zum Goldstückli

Ueli war Musikchef bei FluxFM. Er brachte viele junge, noch unentdeckte Musiker:innen zum ersten Mal ins Radio und organisierte Liveshows auf der Dachterrasse des Senders mit Bonaparte, the XX, Passenger, Alice Merton, Lizzo, Aurora und vielen mehr. So baute Ueli mit viel spürbarer Empathie für die Künstler:innen unzählige persönliche Kontakte zur nationalen und internationalen Musikszene auf. Winson ist Musiker. „Wovon lebt eigentlich Peter?“ war sein Erfolgssong. Winson war Moderator ebenfalls bei FluxFM. Er führte nicht nur zahlreiche Interviews mit allen möglichen Musker:innen und Bands, sondern hat auch ein Händchen für die Aufnahmetechnik bei Live-Radiosessions. Legendär ist die Aufnahme von Black Sea Dahus „In Case I Fall for You“ . Die Band machte daraus eine offizielle Veröffentlichung . Winson nutz seinen hessischen Sprachwitz auch, um deutlich zu machen, wie divers die Gesellschaft und speziell das Musikbusiness ist, es also mehr als zwei Geschlechter gibt. Fast könnte man meinen, er habe das Gendern im Radio und Podcast erfunden. Gemeinsam hatten Ueli und Winson den erfolgreichen Podcast Zuckerstückli gestaltet, worin die Neuerscheinungen bei FluxFM vorgestellt wurden. Nach ihrem Ausscheiden beim Sender führen sie das Format nun als Goldstückli weiter.

In jeder Folge Goldstückli  philosophieren Ueli und Winson über jeweils sechs neue Songs. Ein reizvolles und untehaltsames Wortgeplänkel entspannt sich besonders dann, wenn ihre Bewertungen unterschiedlich ausfallen. Nie fehlen Hinweise auf die politische Relevanz von Popmusik, die heutzutage vermehrt Queerness, Mental-Health oder Rassismuserfahrungen zum Thema hat. Die Songs werden übrigens voll ausgespielt. Das gibt es bei anderen Podcasts hierzulande nicht. Wer vergleichbares sucht, muss schon nach US-Amerika zu „All Songs Considered“ mit Bob Boilen und Robin Hilton schauen.

Popphilosophen mit Sprachwitz

Highlights sind zudem die Interviewshows mit Künstler*innen wie Moses Schneider (Produzent u.a. Tocotronic, Beatsteaks etc. ), Alex Mayr, Nicola Rost (LAING), Lie Ning oder Judith Holofernes & Pola Roy. Wer es visuell mag findet ausgesuchte Shows des Goldstücklis auf dem zugehörigen Youtubekanal, wie z.B. diese wundervolle Aufnahme von Alex Mayr.

2 Antworten auf “Goldstückli – Der Podcast für neue Musik mit Ueli & Winson”

  1. In jungen Jahren hab ich viel Radio gehört
    bevorzugt Alan Bangs, John Peel auf BFBS
    wenn keine Kasette im Autradiotape war
    bei längerer Fahrt auch Regionales
    je nachdem wo ich grad rumkurvte
    durchaus auch mal wenn auch selten damalig Kommerzielles
    doch selbst da wurde ich im Gegensatz zu heute fündig
    was meinen Hörgeschmack betraf
    Radar Love/Golden Earing z. B. und auch vieles mehr

    Dankschee für die interessanten Hinweise

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  2. Alan Bangs plädiert für mehr Kreativität bei der Programmgestaltung als Gegenstück zum Formatradio: „Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, dass andere Menschen sie einfach hören müssen.“ (Wikipediaeintrag zu Alan Bangs)

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