Kat Frankie – Shiny Things

Neues Album der Australierin (VÖ 13.05.2022)

Seit 2004 lebt die in Sydney geborene Sängerin und Songschreiberin Kathryn Mellander, aka Kat Frankie (Foto oben von Elina Kechicheva), in ihrer Wahlheimat Berlin. Viel Aufmerksamkeit erreichte sie 2018 ihrem vierten Langspieler „Bad Behaviour“, mit dem sie einen Wandel von den Akustikgitarren-Songwriter-Klängen zu eloquentem Pop mit R&B-Einflüssen vollzog. Darauf sind Songs wie der Titelsong oder das ins Ohr gehende „Home“vertreten , die sehr radiotauglich sind. Das schien aber kein Grund für Vollblutmusikerin zu sein, die Erfolgswelle weiterzureiten. Es folgte 2019 das A cappella-Projekt „Bodies“ , das eine ganz andere Richtung einschlug und ein Statement setzte . Denn mit sieben Mitsängerinnen stelle Frankie die Körperlichkeit und Kraft der weiblichen Stimme in den Focus.

Für das neuen Album „Shiny Things“ griff Kat Frankie wieder zur Gitarre, aber diese blieb elektrisch. Auch der Einfluss von „Bodies“ ist spürbar, da ebenfalls viel Gewicht auf die Stimme gelegt wird , die sie als Instrument begreift. So wird der Refrain des Titelstücks wird vom einem Chor getragen und verleiht dem Track eine epische Größe. Ein ergreifend schönes Beispiel für die Macht der Stimme ist das (ausnahmsweise) mit Akustikgitarre begleite „Love“, ein Duett mit der deutsch-senegalesische Sängerin Fama M’ Boup. Musikalisch bietet das Album sehr viel Gitarre, Bass, und Schlagzeug und erscheint wie eine Rückbesinnung auf den Indierock vom Anfang des Jahrhunderts. Es bietet viel weniger schimmernden Pop als das 2018er Erfolgsalbum, ist aber sehr emotional und tiefgründig. Es geht keineswegs um durchscheinende Dinge, wie es der Titel prophezeit.

Protestsongs im Indierock-Gewand

Das liegt sicher daran, dass die Musik mit den Themen korrespondiert, die Kat Frankie beschäftigen und die sich in ihren Texten niederschlagen. Gleich einer Protestsängerin verurteilt sie die die Dekadenz der weißen Privilegierten („Spoiled Children“), die Menschenfeindlichkeit politischer Demagogen („The Sea“) sowie die kapitalistische Ausbeutung der „Natural Resources“. Die Auseinandersetzung mit der Protestbewegung in Hongkong führt zu einer Handlungsanweisung für revolutionäre Praktiken (Be Like Water).

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