Sunflower Bean – Headful of Sugar (Album VÖ: 06.05.2022)

Anarchie und Eskapismus

Das  Trio Sunflower Bean  (Sängerin und Bassistin Julia Cumming , Gitarrist und Sänger Nick Kivlen und Schlagzeugerin Olive Faber) veröffentlichte an diesem Wochenende ihr neues Album „Headful of Sugar“.

Foto oben: DrielyS

Auf dem vorhergehenden Coming-of-Age-Album „ Twentytwo In Blue “ ging es vernehmlich um den Unmut über die politischen Verwerfungen der Trump-Ära und das jugendtypische Suchen nach der eigenen gesellschaftlichen Rolle. Auch wenn die drei New Yorker inzwischen erwachsen sind und ihre (nonbinäre) Identität gefunden haben, bleiben sie unzufriedenen mit den zeitgenössischen amerikanischen Lebensumständen und bringen dies textlich auf dem neuen Langspieler zum Ausdruck. Wütend beklagt werden etwa die dauernden schlechten News (Baby Don’t Cry) oder das maßlose Gewinnstreben im Kapitalismus (Roll The Dice).

„ Morgen ist nichts versprochen, keine Tournee ist versprochen, keine Popularität ist versprochen, keine Gesundheit oder Geld sind versprochen. Warum nicht machen, was man will, zu den eigenen Bedingungen? Warum nicht eine Platte machen, die dich zum Tanzen bringt? Warum nicht eine Platte machen, die dich zum Schreien bringt?“.

Julia Cumming

In musikalischer Hinsicht führt die düstere Weltsicht bei Sunflower Bean nicht zum verzweifelten Verzagen, sondern geradewegs in einen befreienden Eskapismus, bei dem die Drei ihr Können voll ausspielen . Dies gilt für Nick Kivlen, der mit funky Gitarrenlinie (Who Put You Up To This) ebenso zu überzeugen vermag wie auch gesanglich, sei es allein (In Flight) oder im Duett Mit Julia Cumming (beim Titel-Track).

Julia Cumming weiß ihre Stimme einzusetzen, von schrillen und gehauchten Tönen (I Don’t Have Control Sometimes) bis zu tieferen Stimmlagen (Stand By Me). Schlagzeugerin Olive Faber hat bei der Produktion des Albums ihre Finger an den Reglern gehabt. Headful of Sugar macht vor Genregrenzen keinen halt, was die anarchische Herangehensweise von Sunflower Bean bezeugt. Vom Hair-Metal-Gitarren-Solo über elektronische Texturen bis zu Disco-Pop und R&B-Anleihen als auch Grunge ist alles eingeflossen, was den Langspieler abwechslungsreich und hörenswert macht.

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