MØ – Motordrome

Das dritte Album des dänischen Superstars erscheint am 28. Januar

Ich könnte mich an dem zu MØs neuen Album herausgegebenen „Waschzettel“ der Plattenfirma orientieren und diesen Beitrag mit der Behauptung beginnen, dass Popstars mit einer neuen Frisur eine neue Ära in ihrer Kariere einleiten. Ich beginne aber lieber mit der ebenso unbewiesenen These, dass in den skandinavischen Ländern im allgemeinen gerne gesungen wird und es deswegen im Bereich der Popmusik so viele ausgesprochen gute Künstler:innen und Produktionen von dort gibt.

Die Sängerin, Songwriterin und Produzentin Karen Marie Aagaard Ørsted Andersen könnte den Beweis für beides antreten. Mit ihrem Debütalbum „No Mythologies To Follow“ aus dem Jahr 2014 und einem sehr prominenten Feature auf Major Lazers „Lean On“ war die Kopenhagenerin unter dem Pseudonym weltweit sehr erfolgreich. Auch ihr „Final Song“ ist aus den Airplays nicht mehr wegzudenken.

Foto: Fryd Frydendahl

Der große Erfolg, auch des 2018er Albums „Forever Neverland„, hatte jedoch seinen Preis. Als die Tour hinter Forever Neverland 2019 zum Erliegen kam, war MØ nach fünf Jahren unterwegs völlig ausgebrannt. Eine schwere Stimmverletzung verschlimmerte ihre Angstanfälle und das Gefühl des Kontrollverlusts. Ihre Therapie, damit fertig zu werden, hieß Songs schreiben. So erklärt sich der Titel von Motordrome. Es gibt da diese waghalsige artistische Nummer, bei dem eine Stuntperson auf einem Motorrad mit hoher Geschwindigkeit im Inneren einer Kugel fährt. Sie wird immer von der Angst begleitet, abzustürzen, wenn die Geschwindigkeit nachlässt. Die Kämpfe mit Angstzuständen, die Panik und die aufdringlichen Gedanken erinnerten MØ an diesen Stunt. Das neue Album ist MØs Flucht aus dieser Situation , wobei der hellen Scandipop, für den sie bekannt wurde, sich einer dunkleren und persönlicheren Interpretation ihres Sounds verändert hat. „Ich hoffe, dass die Leute das Gefühl haben, dass es echt ist und dass es Geschichten gibt, mit denen sie sich identifizieren können“, sagt MØ. „Für mich bedeutet dieses Album eine große Veränderung in meinem Leben. Obwohl ich immer noch das mache, was ich liebe, fühlt es sich an wie ein neues Kapitel. Eine Ära meines Lebens ist vorbei und ich trete in eine neue ein. Das ist beängstigend, aber es befreit.“ Tatsächlich zeigt MØ diese Veränderung auch durch einen Wechsel der Haarfarbe von blond zu dunklem rot.

Persönlich gefällt mir der Song „Kindness“, an dem Produzent Ariel Rechtshaid (Haim, Vampire Weekend, Adele) mit gewirkt hat, sehr gut. In meinen Ohren sind ebenfalls die ruhigeren Momente des Albums, wie die Songs „Hipbones“ und „Goosebumps“ äußerst gelungen.

Tracklist:

1:„Kindness“
2.„Live to Survive“
3.„Wheelspin“
4.„Cool to Cry“
5.„Youth Is Lost“
6.„New Moon“
7.„Brad Pitt“
8.„Goosebumps“
9.„Hip Bones“
10.„Punches“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: