Das Kölner Duo SALVAGE ART veröffentlich am 01.10.2021 sein Debütalbum »non« digital und als Vinyl

Tilmann Hesselkamp durfte das Vinyl vorab hören – Ein Gastbeitrag

Salvage Art –– das ist das neu gegründete Musikprojekt von Thomas Mersch (Bass, Gitarre, Gesang) und Roger van Lunteren (Beats, Synths & Electronics). Das Kölner Duo veröffentlicht am ersten Oktober sein Debutalbum >>non<< auf dem Label Sitzer Records. Mit diesem ersten Album verbinden die beiden Musiker ihre bisherigen musikalischen Wege: Während Roger van Lunteren sich zuvor nur Elektronisches komponierte und produzierte, ist Thomas Mersch (Mitglied der Kölner Band Kratzen) in der Welt des Krautwave zuhause. Zusammen haben die Beiden diese Musikrichtungen kombiniert und gekonnt auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Das Ergebnis ist >>non<<.

(Foto oben: Marcel Heym)

Das Albumcover zeigt das Werk „Edelkönigskinder“ (2009) der Kölner Künstlerin Dermietzel und ist eine Referenz per exellence auf den Namen des Duos Salvage Art: Salvage Art heißt auf Deutsch so viel wie „Abwrack-Kunst“ (der Begriff steht ursprünglich für beschädigte Kunstwerke, die von ihren Schöpfern sogar teils durch das Auskratzen der Signatur entwertet werden). Das Kunstwerk „Edelkönigskinder“ ist versehentlich zerstört worden und nur noch als Foto vorhanden.

Der erste Titel auf dem Album („Wer macht die Arbeit“) ist gleichzeitig der erste gemeinsame Song von Salvage Art.  Aus einem verworfenen Gitarren-Song wurde zunächst ein brachialer Elektrotitel im Detroitstil, bevor er schließlich mit Anspielungen an DAF seine finale Form fand. „Wer macht die Arbeit“, einer der stärksten Songs des Albums, erinnert mit seinem fast avantgardistisch-elektronischen Stil an Kraftwerk und kann auch durch den provokanten Songtext überzeugen. „Wie fühlst du dich“ geht nach einem mystischen Beginn der an eine sommerliche Waldlichtung erinnert mit dem einsetzen der Gitarre in Richtung Krautrock – punkig rockig. „Du schaltest dich ab“ und „und Lässt dich erstrahlen“ gehen sowohl musikalisch als auch textlich (der einzige Text ist die Nennung der beiden Songtitel) fast nahtlos ineinander über, bevor der Rhythmus erneut anzieht und vorbereitet auf den nächsten Titel. „Diskotomie“ ist ein Synthpop-Diamant über den hochansteckenden Virus der Diskotomie (wie passend gerade in letzter Zeit) der eine Diskonacht in den 80ern wieder lebendig werden lässt. Nachdem „Unverrückt“ über das Leben philosophiert, schließt der wieder sehr rockige Titel „passion is fashion“, dessen Text lediglich aus dem provokativ eingesungen Titel besteht, das Album gekonnt ab. 

>>non<< ist ein sehr abwechslungsreiches und doch sehr rundes Album, das sich zwischen New Wave, Synth-Pop und Krautrock bewegt. Diese spannende Zusammenspiel lässt beim Hören keine Langweile zu und macht Lust auf mehr.

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