Debüt-EP von CoppiCat aus Berlin

Hörempfehlung für Freunde deutscher Indie-Rock-Klänge

Rafael Triebel aka CoppiCat (Foto: Valerie Euler) hat eine mit seiner EP, die auch CoppiCat heißt,  eine Song-Trilogie nostalgischer Lieder veröffentlicht. Gemeint ist mit Nostalgie in diesem Falle nicht eine musikalische Rückwendung. Ganz im Gegenteil hören wir hier Indie-Rock mit deutschen Texten auf der Höhe der Zeit. Die zeitgemäße Abmischung der Song garantierte an den Reglern Tom Hessler, sonst Produzent und Sänger der Band Fotos. Die spannenden Videos dazu, wurden von Sophie Euler umgesetzt. 

Song-Trilogie gegen Gentrifizierung

Nostalgie ist hierzu verstehen im Sinne eines Unbehagen mit gegenwärtigen Zuständen, welches zu einer unbestimmten Verklärung der Vergangenheit führt.  Ob damals in den 90er Jahren im Berlin seiner Jugend, über das Triebel in „An der Stelle, an der die Mauer stand“ singt, alles besser war, sei dahin gestellt.  Es ist wie bei einer alten Liebe, die sich nicht mehr so anfühlt, wie sie früher war und man weiß, dass es nie wieder so sein wird. Es ist von CoppiCat im Song Unsere alte Liebefein erzählt, wie die  Veränderungen der Stadt um ihn herum in einen Kontext zu seinem Beziehungsleben gestellt werden. Das Unbehagen, welches Triebel umtreibt, hat einen ganz konkreten Grund. Es ist  die Gentrifizierung seiner Heimatstadt Berlin. Hiervon war er unmittelbar betroffen. Dreizehn Jahre lang arbeitete er in seinem selbst ausgebauten Musikstudio in Berlin Lichtenberg, als er vom Vermieter eiskalt vor die Tür gesetzt wurde, um ein Laden für Tauchausrüstung Platz zu machen. da schlägt die Nostalgie in Gesellschaftskritik um. Es ist kein Platz mehr für uns“, heißt es im Song „In der Coppistraße“. „Wir müssen uns geschlagen geben!“ Damit meint CoppiCat nicht nur sich selbst und die vielen befreundeten Musiker*innen, die bei ihm ein und aus gingen, sondern auch alle anderen, vornehmlich finanziell weniger gut gestellte  Menschen, die „lernen müssen loszulassen“

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