Alben der Woche (Teil 1)

Middle Kids-Today We’re The Greatest

Australischer Indiefolk, klassische Hooklines und Refrains mit Ohrwurmcharakter. Schon mit Ihrem Debütalbum “Lost Friends” überzeugten die Middle Kids. Das Trio aus Sidney bestehend aus der Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin Hannah Joy, ihrem Ehemann, dem Bassisten Tim Fitz und dem Schlagzeuger Harry Day hat nun das Nachfolgealbum “Today We’re The Greatest“ herausgebracht. Middle Kids hat den 12 Stücke umfassenden Longplayer in Los Angeles mit Lars Stalfors aufgenommen, der auch  für Produktionen von St. Vincent und Soccer Mummy, verantwortlich zeichnete. Es ist ein abwechslungsreiches Werk geworden, mit schönen  Melodien von sanft gezupften Gitarren  bis zu rauhem, arenatauglichem Indie-Rock . Enthalten sind natürlich die bereits erschienenen Singles, also das rockigeR U 4 Me und das dicht arrangierte Questions mit dem explosiven  Bläsersatz  am Ende.

Hannah Joy hat mit ihrem Songwriting aber auch ein sehr persönliches Album geschaffen, voller Emotionen, Verletzlichkeit, gespeist aus eigenen Erfahrungen. So hört man zum Ende von Run With You den bei einer Ultraschalluntersuchung aufgenommenen Herzschlag ihres ungeborenen Kindes. Eine schöne Liebeserklärung an Tim Fitz  ist doch auch, das Bild, dass sie diejenige ist, die bei ihm bleibt und nach der Party die Stühle zusammen räumt, Stacking Chairs„.

Aus den persönlichen Erfahrungen, heraus betrachtet Hannah Joy das Leben als von Gegensätze, Zwischentönen und Kompromissen geprägt und erklärt  dies als ein bestimmendes Element ihrer Songs:“It can be easier to live dualistically, splitting the world in two. We want to be able say it’s this or it’s that, but sometimes it’s both — and can we hold both? Can we hold the brokenness? Can we hold the beauty? That has definitely been a defining bit of this album, the fragility in that dance.” Dies will sie mit ihren Hörern teilen: “I want to make music that loves its listener. Music that makes people feel seen, seen in the tiny little places that hide away in their hearts. I want people to hear our music, and feel a sense of love. And when I say love, it can be challenging, intense and tough. But it’s in the guts.”

Ich denke, dass  Middle Kids den selbst gestellten Anspruch erfüllen. Den schönsten Song, das titelgebende Stück haben sie an den Schluss des Album gesetzt. Der Refrain lautet:

Life is gory and boring sometimes
But today we're the greatest

Das kann man vielleicht sinngemäß so übersetzen: 

Das Leben ist mal mörderisch und mal öde, wir müssen beides akzeptieren und den Augenblick genießen. So gesehen, ein schönes Schlusswort-

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