Alben der Woche (Teil 2)

Masha Qrella – Woanders

Als Mariana Kurella im Jahr 1975 in Ost-Berlin geboren wird, ist der Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch bereits 30 Jahre alt und steht kurz davor, per Ausreiseantrag in Folge einer Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann die DDR zu verlassen. Im Jahr darauf kehren er, seine damalige Freundin Katharina Thalbach und ihre Tochter der DDR den Rücken. In der alten BRD wurde Brasch für seine Filme (Der Passagier mit Tony Curtis)  und Theaterarbeiten gefeiert. Thomas Brasch starb 2001 an Herzversagen.

2001 spielte Masha Qrella, wie sich Marina als Künstlerin nennt, in verschiedenen Post-Punk-Bands und galt als Hoffnung der neuen Berliner Musikszene. Sie veröffentlichte ab 2002  mit ihrem unverkennbaren zauberhaften Gesang fünf Soloalben in englischer Sprache. 

„Wie soll ich Dir das beschreiben? Ich kann nicht tanzen. 
Ich warte nur. In einem Saal aus Stille. 
Hier treiben Geister ihren Tanz gegen die Uhr!“
aus "Geister"

„Woanders“ heißt nun das erste deutschsprachige Album von Masha Qrella, das am 19.02.2021 erschien. Der Tag der Veröffentlichung ist nicht zufällig gewählt, es wäre der 76. Geburtstag von Thomas Brasch gewesen, von dem alle Texte auf diesem Album stammen. Entdeckt hatte Masha ihn durch den Roman „Ab jetzt ist Ruhe“, den Thomas‘ Schwester Marion Brasch 2012 posthum veröffentlicht hatte. Masha Qrella beschloss aus diesen Gedichten Popsongs zu machen.Thomas Brasch hatte sich Zeit seines Lebens immer gewünscht, dass seine Lyrik vertont wird. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut sich seine Texte als Pop-Lyrics eignen. Aufgenommen wurde das Album gemeinsam mit der Berliner Schlagzeug-Legende Chris Imler und dem Multi-Instrumentalisten Andreas Bonkowski, die mit Masha gemeinsam den für sie so typischen Indie-Pop-Sound zwischen New Wave, Electronic und Postrock entworfen haben. Auf dem Album sind mit von der Partie: Dirk Von Lowtzow singt im Duett mit Masha „Meer“, mit Andreas Spechtl besingt sie die „Maschinen“, Tarwater performen in „Haut“ und den Song „Märchen“, bei dem sogar Marion Brasch einen Spoken-Word-Auftritt hat.

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