ANNENMAYKANTEREIT – 12

Das überraschend am 17.11. 2020 erschienene Album  “12” habe ich zu einem Album der Woche gekürt, weil es so ehrlich die Gedanken und Gefühle der Band rüberbringt. Zwar werden wir alle durch Covid 19 in unserem normalen Leben ausgebremst, die einen mehr und die anderen weniger. Musiker und Kulturschaffende trifft es viel mehr. AnnenMayKanterei konnte, wie alle anderen Musiker, ihre geplanten Tourneen und Konzerte knicken. Sie haben das beste  daraus gemacht, indem sie die Zeit für das neue Album genutzt haben, ist eine abgedroschene Phrase, die nicht passen will. Im Lockdown, mit Kontaktverboten, laufen auch die Aufnahmen für ein Album nicht normal. Es geht per Video-Call, per Telefon, per Mail und in Chatverläufen. 

“Christopher war im Proberaum, Severin im spontan aufgebauten Homestudio und ich hatte die Gelegenheit, an einem desinfizierten Klavier zu arbeiten. Inklusive Markus Ganter (unserem Produzenten) hinter einer Glasscheibe. Wir haben uns eigentlich je- den Tag zu Ideen ausgetauscht, neue Elemente diskutiert, Anhänge weitergeleitet und darüber gesprochen, wo das unfertige Lied hinwill.“ berichtet Henning May über die Entstehung.

Es ist ein ehrliches Album geworden, mit 16 ganz neuen Stücken. Es ist auch zornig und düster. Geld kann plötzlich locker gemacht werden, heißt es da, dennoch müssen Kneipen und Theater vielleicht für immer schließen und dass die Zelte in Moria brannten, war nicht mehr wichtig.  (Anspieltipp: Gegenwart)

Die Düsternis wir durch die ungeschliffene Produktion unterstrichen. 

“Wir haben uns oft für die Momente entschieden,” erzählt Henning, “für die spontanen  Handy-Aufnahmen, für die Versprecher, das Räuspern, das Vogelzwitschern oder knarzende Klavierstühle.”  (Anspieltipp: Zukunft)

Es ist nicht mehr 5 vor 12, sondern schon “12” ist das Gefühl, das durch Album vermitteln werden  soll. 

Es ist ein Konzeptalbum und die Reihenfolge der Songs ist der Band wichtig, sagt Henning May “Es ist ein Album aus dem Lockdown. Ein Album, das unter Schock entstanden ist. Für uns hat es immer drei Teile gehabt – den düsteren Beginn, das Aufatmen danach und die süß-bittere Wahrheit zum Schluss.“

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