Die Kosmopolitin Hachiku bringt ihr Debütalbum „I’ll Probably Be Asleep“ raus

Bevor die in den USA geborene Anika Ostendorf zu Hachiku wurde, lebte sie mit ihrer Familie  im rheinischen Dansweiler, weil ihre Mutter in den Ford-Werken im nahen Köln arbeitete. Schon im zarten Alter von  sieben Jahren spielte sie in einer  Band und schrieb Songs. Während ihrer Studienzeit, die sie in London absolvierte, verbrachte sie ein Austauschjahr  in Melbourne/Australien. Ein Praktikum bei Milk! Records – dem lokalen Label, das durch Courtney Barnet weltberühmt wurde -, verhalf ihr zu Kontakten und Auftritten in der berühmten Musikszene der Stadt und letztlich zu  einem Plattenvertrag. So wurde aus Anika Ostendorf Hachiku, die 2017 ihre erste selbstbetitelte EP veröffentlichte. (Beitragsfoto: Marcelle Bradbeer)

Von Dansweiler nach Down Under

Nun erscheint mit „I’ll Probably Be Asleep“ Hachikus erste Platte in voller Länge, wobei sie sich offenbar nicht davon abschrecken lässt, dass die VÖ auf einen Freitag, den 13. fällt (VÖ 13.11.2020). Ich gehe mal davon aus, dass dies kein schlechtes Omen sein wird und Hachikus Dream-Pop jede Menge Fans auch auf dieser Seite der Erdkugel finden wird. Hachiku hat jedenfalls bei der DIY-Produktion alles richtig gemacht. „I’ll Probably Be Asleep“ ist soundtechnisch ein äußerst spannendes Album. In den insgesamt 8 Tracks begegnen uns  vielseitige Gitarrenklänge, klapprigen Drum-Machines und allerlei Samples, die  zu einem vielschichtigen Ambiente verwoben wurden. Bei jedem Anhören fallen andere Details auf. „Es ist wie ein großes Puzzle, das diese zufällig aufgenommenen Klänge zusammenfügt“, sagt Hachiku und betont, dass sie sich „eher als Produzentin denn als Songschreiberin“ verstehe. „I’ll Probably Be Asleep“ ist ein Album mit verträumten Stimmungen geworden, was nicht zuletzt durch Hachikus leise atmende Stimme gefördert wird.

Debütalbum erscheint am Freitag, den 13.

Thematisch verarbeitet Hachiku, was sie in ihrem jungen Leben erlebt und wie sie es emotional verarbeitet hat. Da gab es ja eine Menge, wie uns die Beschreibung ihres Lebenswegs zeigt. In „A Portrait Of The Artist As A Young Woman“ geht es um das Gefühl, seine Meinung ausdrücken zu wollen und nicht gehört zu werden. „Shark Attack“ behandelt Verlust und Trauer nach dem Tod von Ostendorfs Familienhund.

Immigrant Song

In Liedern wie dem Titelsong, „Dreams Of Galapagos“ und „You’ll Probably Think This Song Is About You“ geht es um die  Gefühle und Sehnsüchte , die man klassischerweise als zwanzigjähriger Mensch hat, wenn man seinen Platz in der Welt sucht. Konkret mit dem Platz in der Welt wurde es für Hachiku, als ihre Aufenthaltsgenehmigung noch in Bearbeitung war. Wenn sie Australien verlassen wollte, benötigte sie ein Bridging Visa B, um wieder einreisen zu dürfen. Plötzlich war für Hachiku die Beziehung zu ihrer Partnerin von einer bürokratischen Entscheidung der australischen Einwanderungsbehörde abhängig. Genau davon handelt der Song „Bridging Visa B“. Das Lied beginnt mit der Frage, die wohl jeder Immigrant auf der Welt ständig gestellt bekommt  „Where are you from?“

Mein Anspieltipps sind der packende Titel-Song, das traurige „Shark Attack“ und das gefühlvolle „A Portrait Of The Artist As A Young Woman“. „Bridging Visa B“ hat ein nettes Video im Stil von Lost World.

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