BÄRENSPRUNG – mit 17

Neue Musik jenseits der ausgetretenen Pfade

Alle Bestrebungen dieses kleinen Musikblogs sind darauf gerichtet, neue Musik jenseits der ausgetretenen Pfade vorzustellen. Deswegen habt ihr ja diesen Blog und hoffentlich auch die Spotify-Playlist “Auf die Ohren” abonniert.  Dieses Wochenende hält einige besondere Schmankerl bereit.

mit 17: Starker Song und sorgfältige Produktion von BÄRENSPRUNG

Fest verankert im kollektiven deutschen Musikgedächtnis ist das Lied einer deutsch singende Amerikanerin. 1965 sang Peggy March   „Mit 17 hat man noch Träume“. Typisch schlagermäßig wachsen darin  Bäume in den Himmel der Liebe. Abgesehen davon, dass es unfair ist, junge Menschen mit Traumgespinsten abspeisen zu wollen, sieht der Blick in die Zukunft für einen 17-jährigen Menschen häufig weniger romantisch aus. Dieser Realität entsprechend dreht BÄRENSPRUNG die Aussage um.“Mit 17 hat man keine Träume mehr, da wachsen auch keine Bäume mehr in den Himmel oder sonst wo hin,” heißt es da. Rainer Bärensprung, der das Studioprojekt BÄRENSPRUNG seit einigen Jahren im Alleingang betreibt, erklärt, er lege sehr viel Aufmerksamkeit auf die Form eines Songs und probiere meisten verschiedene Instrumentierungen aus, bis er die „richtige“ gefunden habe. Das sei mit einer festen Band nicht zu realisieren. 

Bei “mit 17” unterstreichen E-Gitarren die düstere Stimmung des Songs, die auch visuell phantastisch rübergebracht wird. Das Video zeigt nur das kunstvoll halbdunkel belichtete Gesicht eines jungen Menschen und erzielt durch die Reduzierung eine beängstigende Wirkung.

neontamburin records

Es lohnt sich, den Youtube-Kanal von neontamburin records zu besuchen, denn dort kann man weitere Videos von BÄRENSPRUNG genießen. Die Visualisierung der vorherrschend elektronischen Musik ist wirklich ein cineastischer Genuß. Empfehlenswert sind besonders die Videos zu „Jetzt weinst du“, „Das Echo meiner Wünsche“ und „Bestabu“

GLORIETTENSTÜRMER -Asphalt

Foto: Ryan Noel

In Wien, unweit des kaiserlichen Schlosses Schönbrunn samt der Gloriette im Park, sind Wanja und Jonas zuhause. Mit der gehörigen Portion Kreativität, die die zwei haben, drängt sich der Bandname Gloriettenstürmer auf. Auf ihrer Facebookseite bezeichnen sie sich als Fans der Schlagergrößen Helene Fischer und Fantasy. Wer nach diesen Infos nun erwartet, dass wir in die Österreichische Schlagerszene abgedriftet sind, liegt gar nicht mal so falsch. Die Gloriettenstürmer haben ein Faible für Kitsch und Ohrwürmer und deutsch gesungenen schlagereske Liebeshymnen. ALLERDINGS servieren sie dieses mit einer Riesenportion österreichischem Charme und gehörig mehr Poesie als die genannten Vorbilder. Vor allem unterlegen sie ihre liebevollen Texte gekonnt mit 808s Beats und so entsteht Romantic Trap, Love Pop oder, wie sie es nennen, New Wave Chanson. Für ihr Debut-Album „808 Herzschmerz“ haben sich die Gloriettenstürmer mit Producer Raffi Balboa von OK KID namhafte Unterstützung geholt. Die erste Single „Asphalt“ stellt das Soundbild der Platte vor.