Miss Pirate – Rain

„Auf die Ohren“ stellt die vielversprechende Bedroom-Pop Newcomerin Miss Pirate vor

MISS PIRATE startet heute mit ihrer ersten offiziellen Single „Rain“ durch. Aufgenommen im Homerecording-Studio zeigt die talentierte Multiinstrumentalistin aus dem beschaulichen Karlsruhe mit ihren intimen Kompositionen und Texten über psychische Probleme, Depressionen und Ängste, dass sie keine weitere 08/15 Singer- Songwriterin ist. „Rain“ klingt traumtänzerisch und verspielt, wabert zwischen Indie und Pop und klingt aufgrund seiner Reduziertheit gnadenlos ehrlich. MISS PIRATE spielt mit Gitarrenklängen, experimentiert mit Vintage Klavieren und elektronischen Beats. Der harmonische Chorgesang, den sie selbst mehrstimmig einsingt, ist ihr Markenzeichen.

Im Stil von Bedroom Pop Künstlerinnen wie Billie Eilish, Clairo oder Girl In Red produziert und vermarktet ihre Musik komplett selbst. DIY sei ihr wichtig, sagt MISS PIRATE, weil es ihr Unabhängigkeit und Freiheit garantiere.

Homerecording und Mental Health – Miss Pirate im Interview

Hallo Miss Pirate, möchtest du lieber mit deinem Künstlernamen oder mit deinem bürgerlichen Namen angesprochen werden?

Hallo Thomas, du kannst Miss Pirate sagen, hier geht es ja um mich als Musikerin. 

Du erscheinst sehr jung, deshalb ist die Frage erlaubt, wie alt du bist und seit wann du Musik machst. Was hat dich dazu inspiriert und ermutigt, deine Musik einem Publikum vorzustellen. z.B. auf deinem YouTube-Kanal?

Tatsächlich bin ich gar nicht so jung, wie ich aussehe. Ich werde dieses Jahr schon 30. Aber mittlerweile sehe ich es als Vorteil, dass ich jünger wirke. Ich habe mich schon immer mit Musik beschäftigt, schon als kleines Kind auf den Instrumenten meiner Eltern mehr schlecht als recht herumgespielt.

Mit 6 Jahren habe ich angefangen, Geige zu spielen, dies leider mit 16 aufgegeben, was ich mittlerweile etwas bereue.  Mit 16 habe ich dann aber angefangen, E-Gitarre zu spielen und Songs zu schreiben, mit ungefähr 20 bin ich zur Akustik Gitarre gekommen und die ist momentan mein Haupt Instrument.
Also habe ich eigentlich mein ganzes Leben schon Musik gemacht.
Musik nach außen zu zeigen war noch einmal ein riesiger Schritt, besonders, weil meine Songs und Texte sehr persönlich sind. Sich so verletzlich zu zeigen erfordert Mut, aber ich bin unheimlich glücklich, dass ich diesen aufbringen konnte.
Letztendlich hat mich am meisten ermutigt, dass einige Menschen gesagt haben, meine Musik berührt sie sehr und ich gemerkt habe, dass ich den Menschen dadurch etwas schenken kann. Außerdem ist Musik auch Selbsttherapie für mich.

Man spricht von Bedroom-Musik, wenn die Musik nicht im Studio mit professioneller Hilfe produziert, sondern in den eigenen Vierwänden aufgenommen wird. Wie kann man sich das bei dir konkret vorstellen? Hast du die Mikrofone tatsächlich bei dir im Schlafzimmer aufgebaut? Welches Equipment brauchst du für deine Aufnahmen?

Ich besitze tatsächlich kein besonders gutes Mikrofon, momentan nehme ich alles über ein kleines Samsung USB Mikro auf, dass ich vor einigen Jahren mal gekauft habe. Das stelle ich auf meinen Schreibtisch im Schlafzimmer und setze mich dann davor. Der Gesang und die Gitarre werden also darüber aufgenommen, die anderen Sounds, Piano, Synthesizer, Bass etc. spiele ich über ein MIDI Keyboard ein. Meine Beats habe ich von SPLICE, eine Website, wo man für einen monatlichen Beitrag enorm gute Sounds herunterladen und für seine Songs benutzen kann. Alle Songs entstehen momentan im Apple Programm Garage Band, ein ziemlich einfaches Programm im Vergleich zu anderen. Aber das ist gut, weil ich kein Technikmensch bin (lacht).

Kreativität und technisches Verständnis können,  müssen aber nicht immer zusammen gehen. Hast du für deine Musik- und Videoaufnahmen Hilfe (wie etwa Billie Eilish von ihrem Bruder)?

Da hast du recht, das ist bei mir vermutlich der Fall. Ich bin viel zu ungeduldig um mich mit komplizierten Programmen und solchen technischen Dingen länger zu beschäftigen, eine Schwäche von mir. Aber wie schon erwähnt, Garage Band ist da die perfekte Lösung, für Leute wie mich. Sehr einfach zu bedienen und hat unglaublich viele Möglichkeiten. Leider bin ich Einzelkind, so einen Bruder wie Billie zu haben wäre traumhaft, die Beziehung und das Teamwork der Beiden ist aber auch einfach etwas ganz Besonderes. Nein, also ich mache alles alleine, aber irgendwie habe ich das auch so über die letzten Jahre gelernt. Ich mag die Unabhängigkeit, die Freiheit, nachts noch spontan an einem Song zu arbeiten und alles selbst zu entscheiden. Allerdings ist das oft auch sehr schwierig und ich schließe nicht aus, dass ich mir für die Bereiche in denen ich nicht so gut bin, Unterstützung holen werde.
Aber momentan bin ich alleine.

In manchen deiner  Videos sieht man dich Gitarre spielen, welche Instrumente beherrscht du noch und welche hast du im Song Rain gespielt?

Gitarre ist mein Haupt Instrument, besonders Akustik Gitarre, da ich diese auch live spiele. Ansonsten spiele ich noch ein bisschen Ukulele und versuche mich immer mal wieder am Klavier, einfach, weil ich dieses Instrument so wunderschön finde. Für Rain habe ich eine Akustik und E-Gitarre eingespielt. Ansonsten über mein MIDI Keyboard diverse Sounds, Klavier, den Bass und Synthesizer. Es macht mir unheimlich viel Spaß, alle möglichen digitalen Instrumente einzubauen und damit zu experimentieren.

Deine Single Rain ist sowohl von der Musik als auch vom Text eher auf der weniger fröhlichen Seite  des Lebens angesiedelt, was bewegt dich dazu, dich mit solchen Themen auseinanderzusetzen?

„Rain“ ist ein Song, der trotz seiner Melancholie auch Hoffnung geben soll, dass es wieder besser wird. Tatsächlich haben meine eigenen Erfahrungen mich dazu gebracht, mich mit diesen Themen auseinander zu setzen. Seit meinem 16. Lebensjahr hatte ich mit Depressionen und Ängsten zu kämpfen, zeitweise war es so schlimm, dass ich wegen Panik Attacken und Depressionen die Wohnung nicht mehr verlassen konnte und keinen Lebensmut mehr hatte.
Psychische Krankheiten, wie Depressionen, werden besonders in Deutschland immer noch sehr stigmatisiert, sie sind immer noch ein Tabuthema und das Schlimmste, Betroffene schämen sich, darüber zu reden. Dabei ist eine Depression unglaublich gefährlich und es ist so wichtig, sich Hilfe zu holen.
„Rain“ soll Mut machen, Hoffnung geben. Der Song soll sagen „Ich verstehe wie Du Dich fühlst, ich war da auch schon. Ich weiß es sieht gerade alles sehr dunkel und regnerisch aus, aber glaub mir, es wird besser.“ Denn es kann besser werden und das habe ich selbst auch erfahren, dadurch kann ich Betroffenen hoffentlich Mut machen. Aber in einer Depression sieht man alles nur durch eine graue Wolke, die Wahrnehmung ist gestört, das darf man nie vergessen.

Heute geht es mir sehr viel besser, durch Medikamente, Therapie, sehr viel Selbstreflexion und natürlich durch die Musik. Depressionen sind kein Zeichen von persönlichem Versagen oder Schwäche, sondern einfach eine Krankheit, die sich auf das Gehirn auswirkt. Das darf man nie vergessen und deshalb darf man sich auch niemals dafür verurteilen. Ich hoffe, dass ich durch meine persönlichen Erfahrungen, die ich in meiner Musik verarbeite, Menschen Mut machen kann, sich helfen zu lassen.

Vielen Dank für deine ehrlichen Antworten. Ich wünsche Dir viel Erfolg. 

Vielen Dank für deine Zeit, deinen Beitrag und die wunderbaren Fragen, das bedeutet mir sehr viel.

Links:

Spotify: https://sptfy.com/4Qbx
Instagram: https://www.instagram.com/miss.pirate.music/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s